Turnen, Sport und Spiel.
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Freitagvormittag in Aktion.
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des
14. Fortsetzung.
Nachdruck verboten.
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ein Gießen, leitete das Spiel einwandfrei.
Berbandsmeisterschastsschießen des Deutschen Gchühenbundes.
Am Sonntag fand auf den Ständen
Schwimmweitkämpfe in Gießen.
Der Gedanke, am Ende der Sommersaison noch mit einer Schwimmveranstaltung an die Oesfent- lichkeit zu treten, war kein schlechter. Das bewies die stattliche -Zahl der Zuschauer, die sich am Sonntag zu den Iugendwettkämpsen des Gießener Schwimmvereins in der Müller- schen Badeanstalt einfanden. Es wurde mit jugendlichem Feuer uni) großer Begeisterung gekämpft, wozu nicht zuletzt das Publikum durch seine manchmal Wohl zu laute Anteilnahme beitrug. Der G. S B. schnitt in den einzelnen Wettkämpfen gut ab, wenn auch der Wetzlarer 'Schwimmklub mit seiner -Iugendmannschaft überraschend schwere Kämpfe lieferte. Besonders die jungen Wetzlarer Damen fielen durch ihre Leistungen angenehm auf.
Die Wasserballspiele verliefen äußerst spannend: das Publikum wurde durch den aufregen»
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Oie 6. Faustballspiele des T. 3.4846 Gießen.
6. Faustballspiele des Turnver- v. 1846 wurden am letzten Sonntag auf dem
Gießen 1846 2. M. 6 P.: Griesheim Elektron 4 P.; Lützellinden 2 P.: Oberndorf 0 P.
Sieger der -^-Klasse: T. - u. Sp. -Verein 1 8 6 0 Marburg, 1. Mannschaft.
Bei den Turnerinnen stellten sich Turnverein 1860 Frankfurt. Männer-Turnverein Gießen und Turnverein 1846 Gießen. Bedauerlicherweise war Licht-Luft-Frankfurt gezwungen, seine Meldung zurückzuziehen. Die Frankfurterinnen waren den Turnerinnen von der Lahn überlegen und siegten über M.T.V. mit 43:27, gegen T.V. 1846 mit 48:13; M.T.V. war mit 46:30 gegen T.V. 1846 im Vorteil. Bei den Gießener Turnerinnen sind wohl recht schöne Einzelleistungen vorhanden, jedoch mangelt es beim Zusammenspiel noch sehr. Auch macht sich das Fehlen ernsthafter Gegner sehr bemerkbar; zu begrüßen wäre es, wenn den Spielerinnen mehr Gelegenheit geboten würde, dieses gerade für Turnerinnen sehr zu empfehlende Faustballspiel zu üben. Ein außerhalb des Rahmens der Veranstaltung ausgetragenes Freundschaftsspiel zwischen den Turnerinnen 1860 Frankfurt und M.T.V. Gießen gab letzteren Gelegenheit, ein etwas schmeichelhafteres Ergebnis von 37:27 aufzustellen.
Siege in der Turnerinnen-Klasse: T.V. 1860 Frankfurt (4 P.) vor M.T.V. Gießen (2 P.).
Am ausgeglichensten wurde wohl in der Jugendklasse gespielt. Mit sehr großem Glück wurde die Iugendmannschaft des T.V. 1846 Gießen Bester in ihrer Klasse. Sie spielte 47:46 gegen M.T.V. und gewann gegen Hörnsheim 40:36. M.T.V, Gießen und Hörnsheim trennten sich bei dem Stunde 45:45, sich so in die Punkte teilend.
Die Spiele wickelten sich sehr flott ab und brachten der Spielleitung des Turnvereins 1846 nicht nur einen spielerischen Erfolg, sondern auch die Anerkennung und den Dank aller Beteiligten. Eine kleine Feier mit Siegerverkündigung beschloß die wohlgelungenen 6. Faustballspiele des Gießener Turnvereins von 1846.
Handball im Gau Hessen (O. #.)
Tv. Wehlar I — Tv. 1846 Gießen I 1:0 (1:0).
Das Spiel dieser Mannschaft ging am letzten Sonntag auf dem llniversitätssportplatz vor einer stattlichen Zuschauerzahl vor sich. Man erwartete allgemein ein schönes Spiel, zumal in der nächsten Zeit der Beginn der Meisterschaftsspiele liegt. Aber man sah sich getäuscht. Der Verlauf des Spieles zeigte deutlich, daß noch keine der Mannschaften überragendes Können oder überzeugende Leistungen vollbringen kann. Wenn dieses Spiel einen Schluß zuläßt, dann ist es der, daß beide Mannschaften noch gehörig arbeiten müssen, um in der Meisterklasse mit Ehren bestehen zu können. Von den Gegnern waren die Torleute die besten Spieler; Gießens Tormann bewahrte durch erfolgreiche Arbeit die Mannschaft vor einer höheren Niederlage. Die 1. Elf des Tv- 1846 Gießen konnte sich während des ganzen Spieles nicht recht zusammenfinden, infolgedessen klappte es nicht. Wetzlar war flinker und meistens schneller am Ball, jedoch hatte man auch den Eindruck, daß die Mannschaft etwas zu derb heranging. Es gelang den Gästen, schon tn der ersten Spielhalfte ein Tor zu schießen, das einzige des Spieles, das ihnen den Sieg brachte. Alle Anstrengungen Gießens, gleichzuziehen, blieben ohne Erfolg. Der Schiedsrichter, Turner Malkomes ius vom Männerturnver-
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Jugendklasse.)
3n der Meisterklasse sah man am Start die 1. Mannschaften der Vereine: Herborn, 1860 Frankfurt a M„ Griesheim Elektron. Neukirchen und Tv. 1846 Gießen. Hierbei vermißte man den diesjährigen Gaumeister des Gaues Hessen, die Turngemeinde Friedberg. Der Verlauf der ersten Spielrunden zeigte schon eine deutliche Heber» legenheit von Griesheim Elektron, das alle Spiele in überzeugender Weise für sich erfolgreich erledigen konnte. 3n seiner Spielart konnte man eine gewisse Aehnlichkeit, ja fast Gleichheit mit der des Altmeisters im Faustball Licht-Luft- Frankfurt a. M. seststellen. Dies wird verständlich, wenn man berücksichtigt, daß sich fast alle Abgänge des Altmeisters in den Reihen von Griesheim Elektron wiederfinden, so daß sich hier eine Mannschaft gebildet hat, die dem langjährigen Beherrscher des Faustballfeldes zu einem ernsthaften Gegner geworden ist. 3n den Mannschaften des Tv. Herborn und Gießen 1846 waren Vertreter von Vereinen erschienen, bei denen die Pflege des Faustballspieles ein überliefertes Herkommen ist und die stets über ein gutes, weit über den Durchschnitt ragendes Können verfügten. Auch der Turnverein 1860 Frankfurt a. M. hat ein genügend großes Material an Faustbaii- spielern, um jederzeit eine leistungsfähige Fünfermannschaft ins Feld zu stellen. Ein Neuling war der Turnverein Neukirchen. Obwohl die Mannschaft erstmalig teilnahm, konnte sie gefallen, wenn ihr auch ein Erfolg versagt blieb. Es spielten: Elektron Griesheim gegen Tv. 1846 Gießen 40:32; Griesheim gegen Frankfurt 1860 38:20; Griesheim gegen Herborn 43:16; Griesheim gegen Neukirchen 54:13; Gießen 1846 gegen Frankfurt 1860 42:37; Gießen gegen Herborn 47:29; Gießen gegen Neukirchen 48:28; Herborn gegen Frankfurt a. M. 39:28; Herborn gegen Neukirchen 44:30; Frankfurt a. M. gegen Neukirchen 46:30. Nach Punkten gewertet entsteht folgendes Ergebnis: 1. Griesheim Elektron 8 Punkte; 2. Gießen 1846 6 Punkte; 3. Herborn 4 Punkte; 4. Frankfurt 1860 2 Punkte; 5. Neukirchen 0 Punkte. Sieger der Meisterklasse: Griesheim Elektron 1. Mannschaft.
3n der ^-Klasse spielten: Marburg 1860 1. M., Lützellinden 1. M., Oberndorf 1. M.. Griesheim Elektron 2. M. und Turnverein 1846 Gießen ■ 2. M. Bei allen Mannschaften konnte man ein sehr ansprechendes Faustballspiel beobachten, wenn auch der Fluß des Spieles und auch das blitzschnelle Wechseln der Spielmomente der Meisterklasse nicht erreicht wurde. Erst mit dem letzten Spiele konnte der Sieger festgestellt werden. Das Endspiel sah Marburgs 1. und Gießens 2. als Gegner. Von den Spielen seien nur die herausgehoben, die ob ihres Ergebnisses bemerkenswert erscheinen. Oberndorf—Lützellinden 39:42. Griesheim Elektron—Lützellinden 41:40 (!!). Gießen—Griesheim 35:32. Gießen—Lützellinden 41:39. Es erhielten Marburg 1860 1. M. 8 P.;
Liga II. 9 Alte Marbu
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in Wetzlar. Der Gießener Klub gewann mit 13:5 Punkten.
Besonders zu erwähnen ist der Sieg Frl. Berg über Frau D a m u r , der Hartern Drei-Satzkampf für die Gießener ben errungen wurde.
Tennis-Turmer in Gießen.
Dämonen der Zeit
Vornan von Arthur Braufewetter.
Deutschen SchutzenBundes zwischen dem Mittelrheinischen Schützenbund, dem Rheinischen Schützenbund, dem Westfälischen und Pfälzischen Schühenbund, als letzte Vorentscheidung für die Schießmeisterschaft, statt. Der Kampf um die Palme war hart. Drei von den in Konkurrenz stehenden Vereinen erzielten je zwei Siege. Sehr erfreulich war es, daß auch bet' Pfälzische Schühenbund durch die Schühengesell- schaft Sulzbach (Saar) vertreten war. Wenn sie in den Leistungen hinter den anderen zurückstand, so ist die Schuld dafür in den Besatzungsschwie- rigfeiten gefunden.
Die Gesamtresultate lauten: 1. Sieger Schützenverein Frankfurt a. M. (Mittelrheinischer Schühenbund) 2727 Ringe, 2. Schützenverein Wilhelm Sell, Düsseldorf (Rheinischer Schützenbund) 2679 Ringe, 3. Schühengilde .Ahaus" i. Wests. (Westfälischer Schützenbund), 2522 Ringe, 4. Schühengesellschaft Sulzbach (Pfälzischer Schühenbund) 2098 Ringe.
Als Höchstleistungen sind zu verzeichnen: auf 300 Meter Entfernung: Bratengeier. Frankfurt, 235 Ringe, auf 175 Meter Entfernung: Dr. Funk, Düsseldorf, 234 Ringe, auf 175 Meter Wehrmann: Schwoerer, Ahaus, 236 Ringe, auf Pistole: O. Findeisen, Frankfurt, 171 Ringe, auf Kleinkaliber: C. Neu Häuser, Frankfurt, 147 Ringe.
Cs sei noch mitgeteilt, daß je 5 Mann je 15 Schuß abgaben, und zwar auf 300 Meter, 175 Meter, auf Wehrmannscheibe (175 Meter) auf zwanziger Ringscheibe, auf Pistole auf fünfzehner Ringscheibe und auf Kleinkaliber auf zwölfer Ringscheibe.
Tennis.
Gießen — Wetzlar 13:5.
Eine kombinierte Mannschaft spielte vergan-
Wie vor zwei 3ahren, so hat es auch dieses 3ahr derGießenerTennis klub 1922 e.V. wieder übernommen, auf seinen Plätzen hinter dem Schühenhaus für den gesamten Bezirk IX und Kreis Wetzlar ein Tennis-Turnier zu veranstalten. Da dieser Bezirk Städte wie Wiesbaden, Mainz, Frankfurt a. M., Darmstadt, Homburg, Bad-Nauheim, Marburg, Kassel usw. umfaßt, so wird quantitativ und qualitativ eine gute Besetzung des Gießener Turniers zu erwarten sein. Dem Gießener Publikum ist jedenfalls Gelegenheit geboten, führende Spieler t>er vorgenannten Städte im Wettbewerb mit den Gießenern zu sehen. Die Wettkämpfe beginnen für Einheimische bereits am Donnerstag, die auswärtigen Teilnehmer treten am
nahe und sind jetzt in feinem Geschäft. Könnten Sie nicht etwas tun?“
„Ich habe es mir vorgenommen. Aber ob es mir gelingen wird? Der ganze Mann ist von Eisen, und am härtesten ist sein Kopf."
Sie setzten sich an einem kleinen Neben tisch auf die an den getäfelten Wänden entlang laufende Dank und tauschten alte Erinnerungen. Oertzen war über das Schicksal seines früheren Kameraden unterrichtet und vermied mit dem ihm stets zur anderen Natur gewordenen Feingefühl auch die leiseste Anspielung auf dieses.
Die Stunde schritt vor. Der Kreis begann sich zu lichten. Nun verabschiedete sich auch Oertzen, und mit ihm gingen der kleine Zehden und der tolle Kemp. Die Tafel zeigte bereits starke Lücken. Unbeweglich und unbeirrt thronte der Alte in ihrer Mitte. Er war jetzt schweigsam geworden. Den Kopf auf den mächtigen Brustkasten gesenkt, das Auge stärker blutunterlaufen und voll unruhigen Flackerns, in dem geröteten Antlitz eine Regungslosigkeit und Starre, die etwas Unheimliches hatte, saß er da, lieh den Blick über die lange leere Tafel schweifen, wechselte ab und zu ein kurzes Wort mit seinem Adjutanten, dem baumlangen Schippenbach, der in derselben unbeweglichen Ruhe neben ihm ausharrte und ihm bereits die vierte Flasche Wein hatte kredenzen lassen, die nun auch ihrer Neige entgegenging. Die übrigen Räume des Ratskellers hatten sich geleert; nur für den Regimentsabend hatte man die Polizeistunde länger ausgedehnt.
Schläfrige Stille breitete die trägen Schwingen über das von undurchdringlichem Tabakdunst erfüllte Zimmer. Der Kellner, dem. die Bedienung hier oblag, räkelte sich auf dem äußersten Ende der schmalen Bank, nickte ab und zu ein und fuhr jedesmal mit jähem Ruck aus dem Schlaf empor, wenn einer von der Tafelrunde ihn zum Zahlen rief.
Immer mehr entleerte sich die Stube, und Klaus bemerkte bald, daß es die besseren Elemente waren, die sich ausnahmslos zurückzogen, während die weniger guten blieben.
Einer, der zweifellos diesen letzteren angehörte. war ihm schon den ganzen Abend über ausgefallen: der „leichte Fredy", wie er mit seinem Spitznamen hieß, ein früherer 128er, der sich schon im Regimente wegen seiner etwas laxen Sitten und seiner zum mindesten sehr weitherzigen Auffassung in Geldangelegenheiten geringer Achtung erfreute.
Er scharwenzelte fortwährend um den Obersten herum, liefe sich von ihm freihalten und trank sich aus seine Kosten bald einen Rausch an, der die ihm innewohnende Unruhe noch wesentlich steigerte. Denn er erwartete wichtige
Schühenvereins Gießen e.V. das Verbands-Meisterschaftsschießen des
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Hniversitätsspielplatz ausgetragen und haben wie auch die Veranstaltungen früherer Iahre wieder ihre alte Zugkraft bewiesen. Weit über das Gelbiet des Turngaues Hessen hinaus haben sie Anklang gefunden und haben Mannschaften von Namen und gutem Können hierher gebracht. Aus den Gauen Frankfurt a. M., Lahn-Dill und Hessen waren 18 Faustbalhneisterschaften, Vereine aus Frankfurt, Herborn/Marburg spielten gegen gut eingespielte Vereine unseres Hessengaues. Die Spiele fanden in vier Klassen ihre Erledigung. (Meisterklasse, ^-Klasse, Turnerinnen-Klasse und
genen Sonntag gegen den Wetzlarer Tennisclub leicht
„Niemals. Mag es kommen wie es wolle. In diesem Einen werde ich mich nie ändern, darauf können Sie sich verlassen."
Er merkte, daß der kleine Zehden während seiner Worte, die er lebhaft und heftig hervorgestoßen, mit einer gewissen Aengstlichleit nach dem Obersten hinüberblinzelte, gleich als fürchte er, daß dieser sie vernehmen könnte.
„Wenn ich Sie bitten darf ... mäßigen Sie Ihre Stimme ein wenig, der Alte gerät in sFeuer, wenn man auf diesen Gegenstand zu sprechen kommt, und ich möchte ihm seine behagliche Weinlaune nicht stören."
Aber es war zu spät. Der Oberst hatte eben die Meldung eines neueingetretenen Gastes, des Rittmeisters von Oertzen, entgegengenommen, der jetzt im Kreise Danziger Höhe ein kleines Gut gekauft hatte und zu diesen Regimentsabenden mit unumstößlicher Regelmäßigkeit in die Stadt kam, dennoch hatte er jedes Wort vernommen.
„Hören Sie's, Körber? Wollen Sie es noch deutlicher? Ein Volk der Helden waren wir, ein Volk der Händler sind wir geworden. Das ist der Sturz in den Abgrund, den wir getan haben. Hnb dieser Abgrund ist bodenlos. Hnd niemals finden wir wieder an das Licht, bis dies verfluchte Volk der Händler ausgetilgt ist, weggefegt vom Erdboden bis auf die letzte Schacherseele. Dann kommt vielleicht die große Götterdämmerung für Deutschland ... früher nicht. Hol's der Teufel, der jetzt allein das Regiment auf dieser gottverlassenen Erde führt."
Ein dumpfes Grollen war in seiner Stimme. Stumm sah der ganze Kreis um ihn her. Keiner fragte eine Einwendung. Der kleine Zehden, der sonst so kühn und vorschnell das Wort zu brauchen wußte, hockte auf seinem Schemel wie ein gemaßregelter Schuljunge, warf einen vorwurfsvollen Blick auf Klaus, als wollte er sagen: „Da haben Sie ja was Schönes angerichtet," und sandte einen zweiten zum tollen Kemp hinüber, mit dem er schon während der Regimentszeit wie mtt seinem zweiten Ich alles gemeinsam zu beraten und zu tun pflegte.
Unbekümmert um das alles grollte und tobte die Stimme in der Mitte der Tafel von neuem: „Wenn meine Offiziere sich jetzt, da es mit dem schönen Soldatentum zu Ende ist, nach einer anderen Beschäftigung umsehen, wenn sie in soliden Geschäften und Bureaus eine Anstellung nehmen, oder sich auf andere anständige Weise ihr Brot verdiene» — ich hätte ihnen ein bes-
Nachrichten aus Oberfchlesien, die ihm hier- feer übermittelt werden sollten.
Endlich erschien der verschlafene Kellner, der, da jetzt nicht mehr viel zu tun war. seinem Schlummer in der Bogenhalle fortgesetzt hatte, und überbrachte ein Telegramm.
Der „leichte Fredy" erbrach es, durchflog es und rief mit lauter Stimme, der man das Bewußtsein seiner Wichttgkeit anhörte: „Die Entscheidung der Entente wird heute abend noch erwartet. Einstweilen ^rüstet man sich zu schweren Kämpfen. Freiwillige deutsche Offiziere werden an die Front entboten.“
Totenstill war es an der Tafel. Wie versteinert saß der Oberst. Nur aus der hohen Stirne wetterleuchtete es, und unter den buschigen Brauen glühten Blitze.
11 nb mit einemmal erhob er sich von seinem Sitze, stand eine Weile kerzengerade auf seinem Platze, reckte dann den gewaltigen Köper in die Hohe und sagte mit einer Stimme, die vor innerer Erregung brach: „Und wir sitzen feier und zechen."
Sein Kopf fiel auf die Brust, die Hand Kammer te sich an die Tischkante, eine völlige Versunkenheit lag über der ganzen Erscheinung.
Dann aber raffte er sich auf: „Wenn ihr noch Männer seid, Kameraden, dann wifet ihr, was ihr jetzt zu tun habt. Mich alten Krüppel nehmen sie nicht mehr. Ich wäre sonst der erste."
Er hatte sich wieder gesetzt, niemand sprach ein Wort.
Da erhob sich der baumlange Schippenbach zu seiner Linken.
„Ich gehe morgen nach Oberschlefien," sagte er mit dienstlicher, vom Weine etwas schwerer Stimme, „und bitte den Herrn Obersten, mich für heute abend beurlauben zu wollen, damit ich meine Vorbereitungen treffen kann."
Der Alte reichte ihm die Hand. „Ich habe es nicht anders von 3frnen erwartet. Gehen Sie mit Gott, Schippenbach."
Der Adjutant wandte sich auf den Hacken um, grüfete kurz den kleinen Kreis und verließ das Zimmer, in das er nie zurückkehren sollte.
Nun trat auch Klaus an den Sitten heran: ^Wenn der Herr Oberst für mich bei Herrn Fafebender eintreten wollen, so würde ich gleichfalls bitten, mich zu den oberschlesischen Kämpfen entlassen zu wollen."
„Sie bleiben vorläufig," entschied der Oberst kurz und bestimmt. „Ist nachher Not am Mann, so will ich sehen, was sich machen läfet*
Ganz zusammengeschmolzen war jetzt der Kreis. Nur zwei frühere Artilleristen und der „leichte Fredy" waren geblieben.
(Fortsetzung folgt.)
seres Los gewünscht. Aber ich kann es nicht hindern, leben müssen wir alle. Wenn sie aber unter das vermaledeite Pack der Spekulanten gehen, Dollar» und Häuserschieber werden, wenn sie skrupellos genug sind, Geschäfte mit den Feinden unferes Vaterlandes abzuschließen, nur weil sie mehr an ihnen verdienen — dann sollte man ihnen die Uniform absprechen, die sie geschändet haben, sollte ihnen verbieten, sich einmal in ihr begraben zu lassen."
Dröhnend schlug die geballte Faust auf den Tisch, daß die festgefügte Tafel erzitterte und die Flaschen und Gläser auf ihr ins Wanken kamen. Dann goß der Alte den Humpen, der vor ihm stand, bis an den Rand voll, teerte ihn in einem Zuge und winkte seinem Adjutanten, daß er ihm eine neue Flasche bestelle. Das war bereits die dritte.
Ein tiefer Schmerz brütete in den umflorten Augen. Und wieder entgegnete niemand ein Wort. Wie eine. stillschweigende, unverbrüchliche Verabredung erschien es zwischen all den jungen Männern, die an dieser Tafelrunde teil» nahmen, in dem alten Zecher da oben in bürgerlicher Kleidung den gefürchteten und doch zugleich verehrten Regimentskommandeur zu sehen und ihm niemals, selbst hier im ungezwungenen Zusammensein bei einem Glase Wein, zu widersprechen. War es ein Gefallen, den man ihm erweisen wollte, der mit seiner ganzen Seele noch in dem alten Beruf und der alten Stellung lebte? War es eigener Wunsch und eigenes Bedürfnis, den alten Ton und Umgang, in dem man selber einmal glücklich gewesen, festzuhalten?
„Sehen Sie, meine Herren," fuhr der Oberst fort, jetzt in die wohlwollende scherzende Art des Vorgesetzten übergehend, „alles ist germanisch: Sport und Iagd und schöne Frauen. Auch das Saufen ist germanisch. Der Kemp da drüben täte besser, sich jeden Tag sinnlos zu besaufen, ehe er eine Dachstube an die Polen verheuert, und der kleine Zehden sollte lieber seine Fabrik mit all seinen Zündhölzern in die Luft sprengen, ehe er auch nur eins von ihnen an die Feinde seines Vaterlandes verschandelte. Nach Oberschlesien solltet ihr gehen und euer Herzblut fürs Vaterland bringen. Das täte euch mehr Ehre an, als das Schmaroherleben."
Oertzen, der mit Klaus früher freundschaftlich verkehrt hatte, war an diesen feer angetreten.
„Wenn es doch einer fertig bekäme, dem Alten die Flasche fortzunehmen," sagte er, als sie beide sich für einen Augenblick von den übrigen abgesondert hatten, „er mag noch so viel vertragen, eines Tages fällt er doch vom Stuhle und steht nicht mehr auf. Und es wäre schade um ihn. Aber an ihm frißt das Leid seines Landes, dafe er eß versaufen muß. Und keiner vermag etwas über ihn. Sie standen ihm doch einmal
den Kampf — besonders Bel dem Spiel gegen Rot-Weiß Darmstadt — vollkommen mitgeriffen und nahm mit ungeheurer Lebhafttgkeit und stürmischen1 Beifallskundgebungen an dem Spiel teil. Daß Wetzlar im Wasserballspiel unterliegen würde, war klar. Der Ausgang der Spiele gegen Rot-Weiß — eines wurde bereits am Samstag ausgettagen — entsprach den in Gießen gehegten Vermutungen. Der G. S. D. kann mit seinem Abschneiden gegen Rot-Weiß sehr zufrieden sein, wenn man bedenkt, daß dessen Mannschaft bereits gegen viele deutsche Vereine gespielt hat und nur von Magdeburg 96 — wohl der besten deutschen Iugendwasserball- mannschaft — mit 3:0 geschlagen wurde. Im Kunst- und Turmspringen erntete Rehborn vom G. S. D. mit seinen schwierigen und vollendeten Sprüngen wieder verdienten Beifall, ebenso die Damen des G. S. V. im Figurenlegen, das gut Kappte und den Zuschauern außerordentlich gefiel. Die Lebensrettungsvorführung mußte wegen der vorgeschrittenen Zeit leider ausfallen; sie sollte dafür bei keiner ^Veranstaltung im Winter fehlen.
Die Ergebnisse der einzelnen Wettkämpfe waren folgende (Dahnlänge 51,40 Meter, Startsprung 1 Meter, Dalkenwende):
Iugendfreistil staffel 3x50 Meter: 1. V. f. L. Rot-Weih, Darmstadt, 1. Mannschaft, 1:41,3; 2. Gießener S.V. 1:42,6; 3. Rot-Weih, Darmstadt, 2. Mannschaft. 1:51,2; 4. Wetzlarer S. C. 1:56,6.
Iugendlagenstaffel 3x50 Meter: 1. Gießen (Mewes, Hartmann, Herbert) 1:58,3; 2. Wetzlar 1:59,5; 3. Darmstadt 2:04,3. Wetzlar überrascht feier durch einen guten Rückenschwimmer.
Iugendbru st staffel 3X100 Meter: 1. Gießen (Mewes, Habrich, Mosner) 4:59,8; 2. Wetzlar 5:09,8. Mewes bringt in dieser Staffel einen Vorsprung von einigen Metern ein, der von den beiden anderen Gießenern gehalten wird.
Knabenbru ft schwimmen 50 Meter: 1. Ufel, Wetzlar, 45,2; 2. Dah, Gießen, 46,6; 3. Hofmann, Marburger S. V. 48,6; 4. von Bültzings- löwen, Gießen. Der 1. Lauf, in dem die Gebrüder Habrich über das Bruderpaar Heinzelmann siegten, kam für die Entscheidung nicht in Frage.
Knabenfreistil schwimmen 50 Meter: 1. Lutz Schmidt, Gießen, 42,8; 2. Uhl, Wetzlar, 47,2; 3. Wolfgang Habrich, Gießen, ohne Zeit.
Damenjugendbru st staffel 3x50 Mtt.: 1. Wetzlar 2:29; 2. Gießen 2:29,3. Ein sehr scharfes Rennen. Schuchard bringt Gießen in Führung, Leh hält den Vorsprung, den aber Handrik an die gute Schluhschwimmerin Wetzlars um Armslänge abgeben muß.
Damenjugendlagen staffel 3X50 Mtt.: 1. Wetzlar 2:35,4; 2. Gießen 2,49,9. Die Gießerin büßt viel Terrain ein, wodurch die Staffel überlegen von Wetzlar gewonnen wird.
Mädchenbruststaffel 3x50 Meter: 1. Gießen (Möser, Cermak, Heß) 2:45,1; 2. Wetzlar 2:46,1. Ein schönes Rennen, das Heß unter stürmischen Zurufen für Gießen entscheidet.
Mädchenbru st schwimmen 50 Meter: 1. Maria Peters, Wetzlar, 49 Sek.; £. Elsbeth Möser, Gießen, 51; 3. Gusti Sann, Gießen, 52,2; 4. Thea Heß, Gießen, 53,2; 5. Ilse Ewald, Gießen, 54,2.
Damenjugendbru st schw im men 100 Meter: 1. Märzhäuser, Wetzlar, 1:45; 2. Ley, Gießen, 1:54,7; 3. Hardt, Wetzlar, 1:56,2; 4. Lehmann, Wetzlar, 1:56,6. — Gute Zeit der Siegerin, die mühelos gewinnt.
Wasserball: Gießen Herren gegen Wetzlar Herren 5:1 (Halbzeit 3:1). Wie zu erwarten war, gewann der G. S. V. überlegen. Immerhin konnte man Fortschritte bei den Wetzlarern feststellen, deren Sturm im Anfang recht gut war, später allerdings sich nicht mehr zur Geltung bringen konnte, da sich der Ball meist in der Wetzlarer Spielhälfte befand.


