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Reform der Arbettslosenversicherung

Schulen im Taargebict. . .

Oer sozialdemokratische Parteitag

Saarbrücken. 25. Mai. (WD.) Die Lehrer- kammer hat soeben eine Denkschrift über die französischen Grubenschulen herausge­geben, in der dargelegt wird, daß die französi­schen Schulen einzig und allein eingerichtet wur­den zu dem Zwecke der sogenannten fried­lichen Durchdringung des Saarge­bietes und daß die Regierungskommission, um dieses Bestreben der französischen Grubenverwal-

nur sehr schwer zu einer Zustimmung zu bewegen sein. Sofort nach Wiederzusammentritt des Reichstages werden die entsprechenden Ver­handlungen eingeleitet werden, denn dem Zu­fallsergebnis einer Abstimmung auf gut Glück wird sich die Regierung nicht aussetzen können.

Neues Verbot der »Roten Kahne".

Berlin. 25.Mai. (WB.) Der Polizeipräsi­dent hat dieRote Fahne" mit ihren Kopf­blätternVolks-Echo" undBolkswacht" mit Wir­kung vom 25. Mai auf die Dauer von vier Wochen bis einschließlich 22. Juni 1929 auf Grund des Gesetzes zum Schuhe der Republik erneut verboten, weil sie durch die ArtikelMos­kau ist schuld" undDie Wahrheit über den Berliner Blutmai" vom 25. Mai 1929 das Be­streben der staatsfeindlichen Organisation der Kommunistischen Partei Deutschlands, die ver­fassungsmäßig festgestellte republikanische Staats­form zu untergraben und den gewaltsamen Um­sturz vorzubereiten, durch die Tat unter­stützt hat.

einen unwiederbringlichen Zuschuß dar. Cs widerspricht dem Dersicherungsgedanken, wenn, wie hier von gewerkschaftlicher Seite ge­schieht, das Zuschußsystem auch in Zukunft auf­rechterhalten bleiben soll.

Neue Wege der Agrarpolitik

Berlin, 27.Mai. (Priv.-Tel.) Sn mühseli­ger und langwieriger Arbeit hat das Reichs- ernährungsministerium in enger Ver­bindung mit den betreffenden landwirtschaftlichen Organisationen jetzt in großen Zügen das System einer beinahe schon planwirtschaftlich zu nennen­den Cierverwertung aufgebaut. Sn 17 Eierabsatzzentralen ist ganz Deutschland aufge­teilt, die sich im einzelnen auf der Rechtsreform der G. m. b. H. oder der eingetragenen Genossen­schaft aufbauen. Sehr wichtig ist dabei, daß für die Mitglieder der örtlichen angeschlossenen Ge­nossenschaften ein Lieferungszwang be­steht, der selbst für den lokalen Bedarf nur im Einvernehmen mit der Zentrale aufgehoben wer­den kann. Am 1. April 1930 soll nach einer älebergangszeit diese Lieferungspflicht allgemein in Kraft treten. Das Schwergewicht liegt selbst­verständlich auf der Absatzregelung, wobei aber auch die bisher vollkommen fehlende Marktbeobachtung eine große Rolle spielt. Oer Kampf um den Genoffenschasts-

Cinheiisverband.

Berlin, 27. Mai. (Priv.-Tel.) Obwohl man sich prinzipiell über die Basis geeinigt hat, auf der die Zusammenlegung der unzähligen deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften zu einem großen Einheilsverband erfolgen soll, be­reitet der endgültige Abschluß dieser Verhand­lungen immer noch Schwierigleiten, die fast einzig und allein aus der personellen Frage der Führung dieses Verbandes erwachsen. Wie wir gut gutunterrichteter Seite hören, ist in letzter Zeit neben der Kandidatur des Dauern- führers Freiherr von Loe ein neuer Mann aufgetaucht, nämlich der rheinische Zentrums­

abgeordnete Peter Kerp. Diese Kandidatur

scheint gewisse Aussichten zu haben, da Kerp politisch weniger vorbelastet ist, und als lang­jähriger Generalsekretär des Verbandes der rhein- preußischen landwirtschaftlichen Genossenschaften und Generalsekretär des rheinischen Bauern- Vereins über das notwendige Maß praktischer Erfahrungen verfügt. Die zum Teil sehr heftigen Auseinandersetzungen um die Führung des Ein- heitsverbandes der Genossenschaften geht hinter den Kulissen immer noch erbittert weiter.

Magdeburg. 27.Mai. (WTB.) Im Festsaal der Magdeburger Stadthalle fand die feierliche Er- öffnuny des sozialdemokratischen Parteitags statt, an der die hervorragendsten Mitglieder der Partei, Reichskanzler Müller, Reichsinnenminister <5 e veri ng, Reichsfinanzminister Dr. H i l f e r d i n g, der preußische Ministerpräsident Dr. Braun, der preußische Innenminister Grzesinski, der Par- teioorsitzende Wels und zahlreiche Parlamentarier aus ganz Deutschland teilnahmen.

Der Parteivorsitzende Wels rechtfertigte den Eintritt der Partei in einer Koalitionsregierung und die Haltung gegenüber den Kommunisten. Früher sei die Partei Oppositionspartei gewe­sen, heute habe sie der Wille von mehr als einem Drittel des deutschen Volkes zur stärksten Re­gierungspartei' gemacht. Durch diesen Er­folg sei die jetzige Lage geschaffen. Für alle Par­teien sei die Verantwortung in der Regierung eine Belastung, besonders in agitatorischer Hinsicht. Wels streifte auch die Verhandlun­gen in Paris und wies darauf hin, daß Deutschland in seinen Entschlüssen noch nicht frei sei.Wir müssen mit der Tatsache rechnen," so erHärte er,die durch keinen Parteibeschluß aus der Welt geschafft werden kann, daß ein 'er­heblicher Teil der Arbeit und der Produktion des deutschen Volkes nicht dem allgemeinen Wohl des eigenen Landes, sondern Sahrzehnte hindurch den Repara- tionsgläubigern zuflieht." Die Beseitigung dieses Zustandes könne nur erreicht werden durch das Wirken der sozalistifchen Snternationale. Es gebe wohl niemanden in der Sozialdemokratie, der nicht eine rein sozialistische Regierung einer Koalitionsregierung vorziehen würde.Wir geben uns keiner Täuschung hin," so erklärte Wels,jene Parteien, mit denen wir uns in einem Koalitionsverhältnis befinden, haben kein

I dieses Vorrecht mit Rücksicht auf das in Amerika bestehende Alkoholoerbot aufzuheben, und er werde sich gegebenenfalls zu diesem Zweck mit den übrigen Mitgliedern des diplomatischen Korps in Verbindung sehen. WieWashing­ton Post" meldet, ist Präsident Hoover auf Grund der Erklärung des britischen Bot­schafters aufgefordert worden, sich darüber zu entscheiden, ob das diplomatische Vorrecht hinsichtlich der alkoholischen Getränke aufge- hoben werden soll.

Snteresse an dem politischen und wirtschaftlichen Erfolge der Sozialdemokratie, also auch nicht an der erfolgreichen Politik einer sozialistisch ge­führten Regierung."

Auch in der Koalition befinde sich die Partei in einem schweren Abwehrkampf, vor allem gegen den Ansturm, der gegen die Sozialpoli­tik geführt werde. Unter lebhaftem Beifall er­klärte Wels, es sei von Anfang an jeder Zweifel daran aufgeräumt, daß die deutsche Arbeiter­schaft, die Gewerkschaften und die Partei ander Arbeitslosenversicherung nicht rüt­teln lassen würden. Für die Sozialdemokra­ten sei die Koalition eine neue Form des Kampfes um die Demokratie. Wenn es dem Feind der Republik gelänge, so erklärte Wels weiter, der Demokratie so schweren Schaden zu­zufügen, daß kein anderer Ausweg als die Diktatur bleibe, so würden Sozialdemokratie und Gewerkschaften in Derantwortungsbewuhtsein handeln. Das Recht der Diktatur stehe der Sozialdemokratie zu. Seine Partei sei auch nicht dafür, daß ein Teil der demokratischen Presse im politischen Teil zuweilen mit den intellektuellen Linksradikalen liebäugele und im Handelsteil den veralteten Wirtschaftsformen des 19. Sahrhunderts die Hand gebe. Die Kommu­nisten seien von inneren Zerwürfnissen zer­fressen. Die Sozialdemokratische Partei lehne jede Schuld an den Dlutopfern der ersten Mai­tage ab. Sie habe ein Blutbad nicht gewollt. Die Maiaktion der Kommunisten fei wirkungslos verpufft. Die neue Parole, am 1. August die proletarische Revolution auf einem Antikriegstag weiter zu treiben, bedeute offene Aufforde­rung zu neuem Putsch. Der Kampf um die Befreiung der Arbeiterschaft müsse mit geistigen Waffen weitergeführt werden.

Das Alkoholprivileg des diplomatischen Korps in Washington.

Washington, 25.Mai. (WTB.) Der bri­tische Botschafter Sir Esme Howard er­klärte, er sei für seine Person bereit, auf das Vorrecht des diplomatischen Korps, alkoholische Getränke euuuführen, zu verzichten, falls die Regierung der Vereinigten Staaten wünsche,

Das Hepublikschuhgeseh.

Berlin, 27. Mai. (Priv.-Tel.) Das Reichs­kabinett hat sich, wie man hört, anscheinend ohne langwierige und größere politische Erwä­gungen entschlossen, das Republikschutz- geseh zu verlängern, aber damit ist die viel schwierigere Frage der parlamenta­rischen Mehrheit für dieses Gesetz noch keineswegs gelöst. Zur Annahme bedarf es einer Zweidrittelmehrheit, da es verschie­dentlich gegen die in der Reichsverfassung fest­gelegenen Grundrechte des Deutschen ver­stößt. Diese Mehrheit ist aber im Rahmen der jetzigen Regierungsloalition nicht vorhan- 0 e u, so daß zunächst noch schwierigere parlamen­tarische Verhandlungen notwendig sind. Am naheliegendsten erscheint der Versuch, die W i r t- schaftspartei zu gewinnen, denn die Deutschnationalen dürften, wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, obgleich sie das letztemal^ selber für die Verlängerung gestimmt haben, diesmal aus außenpolitischen Gründen

Der Demokratische Zeitungsdienst weiß aus Reichstagskreisen nähere Angaben über die Re­form der Arbeitslosenversicherung zu machen. Es handele sich bei den gegenwärtigen Verhandlun­gen sowohl um eine Aenderung des Gesetzes' über Arbeitsvermittelung und Arbeits­losenversicherung, als auch um Aende­rung des Gesetzes über die Sonderfürsorge bei beruflicher Arbeitslosigkeit. Sm Hinblick auf das letztere Gesetz seien materielle Aenderungen noch nicht vorgeschlagen, sondern hier müsse vorerst einmal eine Regelung über die Dauer des Gesetzes getroffen werden, und atoar soll die gegenwärtige Regelung bis zum Ablauf des nächsten Winters gelten. Für 1929 sollen bis zu 80 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden, damit man für alle Eventualitäten ge­sichert sei.

Sm Reichsarbeitsministerium ist man zu einer Reihe von Änderungsvorschlägen gekommen, bei denen auch der Begriff der Arbeitslosigkeit genau Umrissen wird. Weitere Aenderungen betreffen die Sperrfrist, die elastisch gestaltet werden soll, den Erwerb der Anwartschaft auf Arbeitslosenversicherung, und endlich wird auch die Frage der Rentner neu geregelt. Eine Entlastung des Reiches soll aber und das ist der Kernpunkt der Vorschläge, die im Reichs­arbeitsministerium ausgearbeitet wurden da­durch eintreten, daß der Reichsanstalt die Mög­lichkeit geboten werden soll, ihre Einnah­men zu erhöhen, und zwar soll der Der- waltungsrat der Reichsanstalt ermächtigt werden, in Rotzeiten den Versicherungsbeitrag, der jetzt auf drei Prozent festgesetzt ist, auf vier Prozent zu steigern. Es ist ausgerechnet worden, daß auf diese Weise der Reichsanstalt eine Mehreinnahme von etwa 275 Millionen Mark im Sahr zufließen würde.

Auch innerhalb der Gewerkschaften sind Vor­schläge in Vorbereitung, die sich u. a. auf die Frage des Minderheitenschutzes der übrigen Gewerkschaften gegenüber den freien Gewerkschaften beziehen. Weiter verlangt auch die Frage der Ersatzkassen eine Rege­lung. Die Reichsanstalt für Arbeitslosenversiche­rung soll nicht mehr das Versicherungsmonopol haben, sondern auch die Ersatzkassen z. D. der großen Angestelltengewerkschaften. Bei einer der­artigen Reuregelung würde schon durch den Konkurrenzgedanken die ReichSanstalt zu größter Sparsamkeit und Rationali- fierung gezwungen werden.

Amanullahs Flucht.

Die überraschende Ankunft in Indien. Rom als Asyl.

London, 25. Mai. (WTB.)Daily Mail" berichtet aus Lahore über die Abreise des Königs Aman Allah aus Afghanistan nach Sndien und Europa: Die Ankunft Aman Allahs und feiner ©attin in Tfchaman und fein Ersuchen an die britischen Behörden um sicheres Geleit durch Sndien nach Bombay kam völlig über- F a f $e n Sie trafen in Tfchaman ein, ohne ihr Eintreffen angekündigt zu haben, mit einem Gefolge von 60 Personen in Kraftwagen. Sie hatten nur wenig Gepäck, da Habib Allah 48 Lastkraftwagen erfreutet hatte. Die britischen Behörden haben einen Sonderzug von Labore nach Tscharnan entsandt, der den König und die Königin mit ihrem Gefolge nach Bombay bringen soll. Sn Simla nimmt man an, daß

Berlin, 27. Mai. (Prio.°Tel.) Immer deut­licher stellt sich heraus, daß das Problem der Ar­beitslosenversicherung zu den schwierigsten gehören wird, die der Reichstag in diesem Sommer wird au bewältigen haben. Die Meinungen stehen sich in scharfen Gegensätzen gegenüber. Sehr bezeichnend dafür ist der Verlauf der letzten Sitzung des Reichskabinetts gewesen. Während eine amt­liche Mitteilung die Tatsache, daß die Frage der

mH Ä -KEits einen Gesetzentwurf vorgelegt, der sich die

LLt oK blVo?nd°ÄC ^Crg" Lösung des Problems sehr einfach dachte. 9n Ue-

verwaltung ihre Arbeiter und Angestellten ge- bereinstimmung mit einer vor Wochen gefaßten

»5r**S«n Bat Wre Kinder m die ,ranz°,>schen Ent,chließung der ,°zi°ldem°krati,ch«n R-ich-tags- s5.Lat!L?le ön Lmtlion nämlich di- Entlastung der DCTtoc^. cn L-Hr. tz-jchskaNe von den zuständigen Zu,chu-n an

h? 6 9m$e ?,kn, ^n die Reichsanstalt dadurch beseitigt we?d°n. i^tst die

% f n r H A^7 ?r s" 2 r-8 e r f1 e r u " 9 s b « i t r ä 0 6, di- g-g-nnLrtig

i « hnJilrrS,6 1 rir 3o. H. betragen, auf 4x>.S). erhöht werden sol. den TBnrton- ft fcfrließt mit len. Dieser Vorschlag Wissells ist bereits im Kabi-

t kn?, noch immer nett auf starken Widerstand gestoßen und, wie

n h & reV. u« C ^ln\cr / remd - wir hören, hat auch der Reichsfinanzminister Dr. r.ßpn "S g-leI? r.s, ö" H ilfe rd in g sich den Vorschlägen seines foaial-

mnXnfn 5>eutf^cn' demokratischen Ärinisterkollegen nicht anschließen

, b ? Seelen dieser Kinder vor einer können. Eine Mehrheit des Kabinetts lehnt jeden-

»u bew.ähren, wir wollen beh al- fa(i5 diesen Vorschlag ab und der Wissellsche Ent- toir toaten^nb finfr bleiben was wurf ist demnach sang- und klanglos in das Mini-

rotr toaten unö ,mt>* fterium zurückgewandert.

Forderungen der Neichökolonialtagung. Es ist sehr schwer zu erkennen, auf welcher Bei der eindrucksvollen öffentlichen Kundge- Grundlage sich eine einheitliche Vorlage des Reichs- bung der Reichskolonialtagung in Hannover, bei kabmetts wird gestalten lassen. Selbst wenn aber der der frühere Gouverneur Schnee einen Vor- cin. solche zustande kommt, sind doch noch große trag hielt, wurde eine Entschließung einstimmig an- parlamentarische Schwierigkeiten zu erwarten. Man genommen, in der die Reichsregierung u. a. aufge- spricht in parlamentarischen Kreisen schon heute fordert wird, mit großer Aufmerksamkeit sowohl S3 offen davon, das aus der Behandlung des die von der englischen Regierung hinsichtlich des Reform der Arbeitslosenversicherung sich

Mandatsgebietes D e u t f ch - O st a f r i k a wie 'ei)v Acht eine ernste K o a l i t i o n s k r i s e und die von der südafrikanischen Regierung Hinsicht- möglicherweise auch eine Kabinettskrise entwickeln lich des Mandatsgebietes S ü d w e st a f r i k a be- ®an3 besonders zwischen der Deutschen

triebenen Pläne, die auf eine völlige Ver- Bolkspartei und den Sozialdemokraten sind die

s ch m e l z u n g dieser Gebiete mit denen des Memungsgegensatze in dieser Frage nach wie vor Mandatars unter Verletzung der Mandatsbestim- s^ 6wß.

mungen abzielen, zu verfolgen und, soweit die « , bemerkenswert ist übrigens in diesem englische Regierung glaubt, für die von ihr ver- Zusammenhang eine Darstellung, die am Sarns- folgten Pläne hinsichtlich Deutsch-Ostafrikas eine em Führer des Allgemeinen Deut-

Rechtsgrundlage in den Mandatsbestimmungen Gewerkschaftsbundes und Vorstandsmitglied

zu finden, beim Völkerbundsrate eine Revi- ?er Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung Non der mit der Völkerbundssatzung in Wider- "ber die Auffassung der hinter ihm stehenden sprach stehenden Absätze dieser Bestimmungen Ärc,tfe 9ab.; Er befürwortete eineb o r über- zu beantragen. gehende Erhöhung der Beitrage um 1 Proz.,

Sn einer weiteren Entschließung heißt es: Die ^^^ell um »/< Proz., und meinte, daß durch Tagung begrüßt lebhaft die von Dr. Schacht in Mcchnahrne Reichshilfe überhaupt nicht Paris erhobene Forderung, daß Deutschland zur Ar höchstens in einem Umfange von 150 bis Erfüllung seiner Verpflichtungen Gelegenheit ge- L?°, Millionen Mark im kommenden Winter in geben werden müsse, sich wieder eine Anspruch genommen werden müßte. Die Reichs­eigene überseeische R oh st o f f b a f i s bilse hat bekanntlich die Form von D a rl e h e n. zu schaffen, die es mit eigenen Produktions- I Wirklichkeit stellt sie aber selbstverständlich Mitteln, mit eigener Währung und unter

eigener Verantwortung entwickeln und ausbauen kann. Die Versammlung erwartet von der Reichs­regierung und dem Reichstag, daß sie auf Er­füllung dieser Forderung bestehen.

Aman Allah sich nach Rom begeben tolrfc»

Rach den letzten Rachrichten wurde vor der Ab­reise Aman Alla^ der Rest seiner Truppen von Kräften des Königs von Kabul Habib Allah an­gegriffen. Ein schwerer Kampf entspann sich, der mit der Riederlage der Truppen Aman Allahs endete. Dieser verlieh in der fol­genden Rächt Kandahar und flüchtete nach Tfchaman. Es wird angenommen, daß Kan­dahar eingeäschert werden wird. Die Ein­wohner räumten die Stadt. Habib Allahs Bru­der hat Ghazni auf dem Wege nach Kandahar mit 4000 Mann Truppen eingenommen. Die ge­samte Heeresmacht Habib Allahs beträgt 40 000 Mann.

Aus aller Well.

Schwere Katastrophe bei einem IRoforbergrennen.

.Dei dem internationalen Lückendorf-Bergrennen für Motorräder und Automobile, das in Zittau in Anwesenheit von 40 000 Zuschauern stattfand, ereignete sich eine furchtbare Katastrophe. Bei dem letzten Rennen geriet der von dem bekannten Rennfahrer Mahla-Morchenstern ge­steuerte und als letzter gestartete Bugatti- Wagen kurz vor der ersten Kurve an der Sohannquelle plötzlich ohne ersichtliche Arsache ins Schleudern, fuhr drei Bäume und einen Telephonmast um und flog sodann im gro­ßen Dogen mitten in die Zuschauer- menge. Sm Qlu wälzte sich ein Knäuel von blut­überströmten Menschen am Boden und die gellen­den Schreie der Verletzten konnten meilenweit ge­hört werden. Soweit bis jetzt feststeht, sind zwei Personen getötet, sechs schwer und acht leicht verletzt worden. Der Führer des Anglücks­wagens hat schwere, doch anscheinend nicht lebens­gefährliche Verletzungen davongetragen.

höhenwelkrekord des Flugzeugführers Reunhofen.

Auf dem Flugplatz der Sunkerswerke erfolgte Sonntagvormittag in der Zeit von 7,39 bis 9,20 Ahr ein entscheidender Angriff auf den Höhen­weltrekord ohne Rutzlast, der von dem Amerika­ner Champion, durch die Federation Qlero- nautigue Snternationale (F.A.S.) anerkannt, auf 11 700 Meter gehalten wurde. Der Flugzeug­führer Willi Reunhofer erreichte mit einem Sunkersflugzeug Typ W 33 eine Höhe von 1 2500 Metern. Die genaue Hohe wird erst auf Grund der plombierten Meßinstrumente von der obersten deutschen Sportbehörde festgestellt. Der Flug Reunhofers erfolgte in planmäßiger Fortsetzung der schon im letzten Sahre begonne­nen, mit der gleichen Type gemachten Höhen­flüge. Diese Forschungsarbeiten in größter Höhe haben den Zweck, dasVerhalten desMo- tors in der dünnen Atmosphäre und den Einfluß der Temperaturunter­schiede von 50 bis 60 Grad Celsius auf die «Steuerung, die Maschinenanlage und die verschie­denen Brennstoffe zu überprüfen. Zur Sicherung gegen das sehr gefährliche Einschlafen beim Aussehen des Sauerstoffgerätes wurde ein An- terbrechungsknopf am Steuerrade angebracht, der, wenn der Führer einschläft, den Motor automa- ttsch ausschaltet und das sehr stabile Flugzeug auf Gleitflug einstellt.

Aus Eifersucht.

Sn Kaiserslautern ereignete sich eine schwere Bluttat. Der Schießmeister Schönborn versetzte plötzlich einem bei ihm zu Besuch weilenden Ober- lokomottvsührer mehrere Schläge ins Ge­sicht, worauf er in die Küche stürzte, dort e i n Messer ergriff und mit diesem dem Loko­motivführer mehrere Stiche beibrachte. Der An­glückliche starb kurz darauf. Auch einen herbei­geholten Arzt bedrohte Schönbom mit dem Messer, so daß dieser flüchten mußte. Die Po- zei nahm den Mörder fest. Die Tat soll von Schönbom aus gänzlich unberechtigter Eifersucht begangen worden fein.

Oie Wetterlage.

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Sonntaa, 426. Mai 1929r8nmas.

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Wettervoraussage.

Die Wetterlage erfährt wenig Aenderung. Da wir mehr unter den Einfluß aus Osten einströmendcr Luftmassen gelangen, ist jedoch nachts mit leichter Abkühlung zu rechnen. Tagsüber bleibt es weiter heiß, und die Neigung zu Gewitterstörungen hält an.

Wettervoraussage für Dienstag! Teils heiteres, teils wolkiges Wetter, sehr warm, Neigung zu lokalen Gewitterstörungen.

Wettervoraussage für Mittwoch; Wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 26. Mai: mittags 26,5 Grad CelsiuS, abends 20,2 Grad: am 27. Masi morgens 17,7 Grad. Maximum 27,3 ®raa Minimum 14,6 Grad. Sonnenscheindauer 131 A Stunden. Erdtemperaturen in 10 Zen timet« Tiefe: am 26. Mai: abends 28,2 Graku CM 27. Wat» morgens: KL Grad EelftuL. >