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Prober: entflammten aus den von der Land- Wirtschaftskammer anerkannten hessischen Saatbaustellen. Die Ausstellung erfreute sich eines sehr starken Besuches feiten- der Landwirte der Umgegend, und eS wurden zahlreiche Bestellungen aus Saatgut aufgegeben. Die Preise für daS Saatgut richten sich nach den Dotierungen des Frankfurter Produktenmarktes. Zu der dort festgesetzten Höchstnotierung einer Sorte treten Zu- fch'äge. die für Getreide bei erster Absaat 3 Mk., bei zweiter Abfaat 2,50 Mk. betragen. Saat- Hafer stellt sich danach auf etwa 15 Mk., Dactt- gerfte auf 15 bis 16 Mk. pro Zentner. Bei Saatkartoffeln treten zu dem Grundpreis ebenfalls Zuschläge, die hier für ersten Rachbau 2,50 Mk., für zweiten Aachbau 2 Mk. pro Ztr. betrügen.
• Watzenborn-Steinberg. 26. Febr. Der Landw. Konsumverein e. G. m. b. H. Watzenborn-Steinberg hielt am Samstagabend seine ordentliche Generalversammlung. verbunden mit der Feier deS 40jährigen Bestehens ab. Die meisten Mitglieder waren mit ihren Frauen erschienen. Direktor Johannes Sommer VII. und Rechner Karl Hirz II. erstatteten den Geschäftsbericht. Der Abschluß für 1928 wurde als günstig bezeichnet und eine Warendividende von 8 Prozent bewilligt. Aach Erledigung der üblichen Tagesordnung gab der Präsident Ludwig Philipp einen Bericht über die Gründung und bisherige Entwicklung des Vereins. Oberrevisor Hartmann überbrachte d.e Glückwünsche deS Hess, landw. Genossenschaftsverbandes und referierte über die Bedeutung der ländlichen Genossen- schasten. Die Stellung der Frau gegenüber dem Konsumverein wurde besonders charakterisiert. Kaufmann Köhler, L ch. übcrmi'.lel e die Glückwünsche der anwesenden Lieferanten. Bei Musik und sonstiger Unterhaltung verbrachten die Teilnehmer frohe Stunden.
gr. (Srüningen, 26.Febr. Am Montagabend wurde in unserer Kircbe der Palästina-Film voraeführt. In seinen fünf sehr lebendigen und abwechslungsreichen Teilen konnten die zahlreich Erschienenen in Gedanken eine Reise an die wichtigsten historischen Stätten des heiligen Landes mitmachen. Der erste Teil führte nach Bir Salem (Brunnen des Heils) und in das Syrische Waisenhaus; der zweite nach Bechlehem und Nazareth; der dritte an den Bach Kith. Im vierten Teil wurden die Lehrwerkstätten des Syrischen Waisenhauses besucht, und der fünfte zeigte den letzten Weg Jesu. Zwischen den einzelnen Teilen waren passende Bilder eingefügt, so daß die ganze Veranstaltung für die Besucher eine rechte Feierstunde war. Für die Innere Mission gingen rund 60 Mark Kollekte ein.
=F Cid), 26. Febr. Am Samstagabend hielt die Vereinigung der Kampfgenossen, eine kameradschaftliche Vereinigung von Altoeteranen aus dem Kriege 1870/71 und Teilnehmern aus dem Weltkrieg, ihre diesjährige Generalversammlung ab. Die Rechnungsablage, erstattet vom Rechner Ludwig Schöne, zeigte, daß die Finanzlage des Vereins recht günstig ist; sie fand einstimmige Genehmigung. Der Vorstand, der zum größten Teil wiedergewählt wurde, setzt sich aus folgenden Personen zusammen: 1. Vorsitzender Wilhelm Weigel, 2. Vorsitzender August Hisgen Rechner Ludwig Schöne, Schriftführer Karl Rau, Beisitzer Heinrich Vater, Karl S t e u I, Ludwig Lißmann, Jakob Schmidt und Fahnenträger Heinrich Hofmann, der dem Vorstand angegliedert wurde. An All- Veteranen zählt der Verein noch zwei: Polizeidiener i. R Heinrich Schmidt V. und Bäckermeister Hch. Petri. Des Tages von Gravelotte (18. August) soll zu El)ren der Altveteranen in diesem Jahre besonders gedacht werden. An dem Tage soll ein Preissch'.eßen der Vereinigung stattfinden, am Abend soll ein Film gezeigt werden.
• Rieder-Bessingen, 27. Febr. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt am Samstagabend in der Gastwirtschaft von Lotz unter dem Vorsitz des 1. Kommandanten Brück
Das große Grauen.
ZRoman von H. A. von Byern.
Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau.
17 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Keine Sorge und ein klein wenig Geduld, da heißt eS diplomatisch fein, nichts überstürzen, jetzt haben Sie an mir einen Bundesgenossen ...“
„Lind einen treuen Freund. daS weih ich'."
„Ra, also, da kann's uns ja gar nicht fehlen, sind ich will Ihnen auch gleich meinen Feldzugsplan entwickeln, gnädige Frau. Mit der Tür ins HauS fallen darf ich nicht, daS würde alles Derberben. Ich begleite den Vinzenz auf seinen Aeviergangen, bringe ihm so nach und nach bei, daß Ihr Gesund.)eitszustand unbedingt eine schleunige Luftveränderung erfordert, und passen Sie auf. in ein paar Tagen fängt er selbst davon an, dann meint er nämlich, der Gedanke sei von ihm! Wenn man die Leute zu etwas bringen will, braucht man ihnen nur einzureden, das, waS sie tun sollen, sei ihr eigener freier Wille, da hat man alle am Dand'l — auch die Klügsten!"
.Wenn Sie das zuweg' brächtenl"
Ein dürstendes Verlangen stand in den Blicken der jungen Frau, ein gläubiges Hoffen. Ihr Gesichtchen war ein bißchen blaß, die frischen, roten Farben fehlten und der sprühende Heber- mut. Ich lenkte ab.
„Kommen denn Perneggs manchmal herüber?"
.Ja--a, schon, der Aiki hat allweil zu
bauen..
.Lind sonst ist gar fein Verkehr?"
„Riemand."
„Hm, dann ist's freilich kein Wunder. Etwas Ansprache muß bet Mensch doch haben, und Sie sind von Keresz-Erdö her mc.jr Leben gewohnt."
„Ach, daran liegt's nicht." fiel sie schnell em, „nur — schauen S. ich bin in der Puhta groß getooröen und hier die Berg', die vielen, vielen Berg. das alles drückt auf einen wie ein Alp, man kommt sich so klein vor und ... so ... fremd."
.Heimweh?!"
„Vielleicht ein bisset! wohl und... oft hab' i so eine Sehnsucht nach Ruh'..."
„Wer die haben Sie doch hier!" wollte ich sagen, doch ein Blick auf das arme, blasse Gesichte! lieh mich schweigen. Mit geschlossenen An en lehnte Fr^u So h) in den jucht.nen £eb v liffen, aus denen ein feinet, Heroer Dust auf- {lieg. Hnb nun sah ich auch ein paar kleine, charse Fältchen — Fältchen wie mit dem Stahl- griffel gezogen, die früher noch nicht dagewesen waren...
Gin jäher Windstotz zerriß für einige Sekunden
ihre Generalversammlung ab. Der Kommandant erstattete den Bericht über daS verflossene Geschäftsjahr und begrüßte dann die neuen Mitglieder bet Weht. Weitet würbe bet Bericht über die Iahtestechnung entgegengenommen und dem Rechnet Entlastung erteilt. Ehren- kommandant Hau wies auf die Pflichten des Feuerwehrmannes hin und ermahnte die Mitglieder. eS allezeit mit ihren Verpflichtungen seht ernst zu nehmen. Kameradschaftliche Geselligkeit beschloß den Abend.
! Hungen, 26. Febr. AuS Anlaß des zehnjährigen Bestehens deS Hessischen Land- jugendbundes findet hier am 1., 2. und 3. Juni ein Landjugendbundfest in größerem Ausmaße statt. Die Ausschüsse sind bereits mit den ersten Dorberettungen beschäftigt. Cs soll ein historischer Festzug stattfinden, an dessen Ausschmückung sich sämtliche Ortsgruppen der Umgegenb durch Ausrüstung von Festwagen usw. beteiligen wollen. Die hiesige Gruppe des Reit- und Fahrvereins des Hessischen Land- jugendbundes hat sich bereit erklärt, durch rei- letische Vorführungen an der Ausgestaltung des Festes mitzuwitken.
Kreis Friedberg.
2$. Dad-Rauheim, 26. Febr. Wie schon kurz mitgcteilt, findet am 4. und 5. März im hiesigen Kurhau'e eine ärztliche Tagung statt. Es ist die Deutsche Gesellschaft für Kreislaufforschung, die hier zu ihrer zweiten Hauptversammlung (Uiamrn en tritt. 18 größere und kleinere Referate bedeutender Fachgelehrter des In- und Auslandes stehen auf der Tagesordnung. Gesellschaftliche Veranstaltungen der Bad- und Kurverwaltung umrahmen das Arbeit'Programm. 11. a. findet ein Kammcrmufik- abend der Meininger Landeskapelle mit Generalmusikdirektor Heinz Bongartz am Flügel statt. Die Vorbereitung und Leitung der Tagung liegen in Händen von Prof. Dr. Weber, dem Leiter der medizinifch-toisienscha tstchen Abteilung deS hiesigen Balneologischen Instituts. — Heber die Hygiene des Wanderns hielt Sanitätsrat Dr. Hirsch im Taunusclub „Wetterau" einen wertvollen Vortrag. Selbst eifriger Cünger deS Wandersvorts, entwickele der Redner überzeugend die hygienischen Wanderregeln, die der Tourist zu befolgen hat, wenn das Wandern den ost gepriesenen günstigen Einsiutz auf Leib und Seele ausüben soll.
2l Dad-Rauheim. 26. Febr. Die heutige Sitzung der Stadtverordneten bcschäf- tigte sich in längerer Aussprache mit den zukünftigen Strompreisen. Die vom Dcrwal- tungsrat des Lichtwerkes vorgeschlagene Festsetzung der Preise wurde angenommen. Es handelt sich dabei durchweg um eine geringe Reduzierung der seitherigen Preise. Die neue Festsetzung läßt wahlweise zwei Tarife zu, einen reinen Verbrauchstarif und einen Zeittarif nach Gießener Vorbild, welch letzterer beabsichtigt. den Absatz zu billigem Preise zu heben. Die Reuregelung gilt nur für das Rechnungsjahr 1929. lieber die Regelung der Unterhalt u n g s p f l i ch t der Frankfurterstraße (Ortsdurchfahrt) ist mit der Provinzialdirektion Gießen eine Vereinbarung getroffen worden, die die Zustimmung der Versammlung sand. — An der C r n st - Ludwig- Schule (Reformrealgymnasium i. E. und Oberrealschule) fand heute unter dem Vorsitz von Oberstudiendirektor Dr. M o l z die mündliche Reifeprüfung statt. Sämtliche 24 Oberprimaner, darunter 5 Schülerinnen, bestanden.
Kreis Büdingen.
1! Büdingen. 26. Febr. Heber „Die Entwicklung des Eisenhüttenwesens im Vogelsberg int Laufe der Jahrhunderte" sprach am Samstag Lehrer Sauer auS Ober-Lais im Büdinger Geschichtsverein. Leider war der Saal des Hotels „Zum Stern" nicht so beseht, wie man es ange-
Dauer die feuchtschwere Rebelmasse, gab den Blick frei auf die Tiroler Alpen — schwarz, schwer, wuchtig und drohend ragten die Felswände auf. waren umkränzt von düsteren, schweigenden Radelwäldern. Und über den zackig zeicklüfteten Derghäuptem hingen Wolken, sanken Hemieder wie wehcndc, weihe Bahrtücher, hüllten alles in ein stumpfes, gleichförmiges Grau...
Ich fröstelte, breitete noch eine dichte, warme Kamelhaardecke über Frau SophyS Knie. Sie lächelte mich an mit dem dankbaren Blick eines KindeS:
„Wie lieb von Ihnen, daß Sie gekommen sind!" „Aber — ich bitte, gnädige Frau. daS war doch selbstverständlich! Rur schade, daß so ein miserables Wetter ist." — Wir sprachen über gleichgültige Dinge, gaben uns redliche Mühe, unbefangen zu scheinen — und doch war da noch so viel Unausgesprochenes — Dinge, die man nur ahnen konnte.
Der Weg nach Schloß Terofal kam mir noch einmal so lang vor wie früher. Richts war zu hören als das Raunen des Windes in den Wipfeln, das Rauschen der Wlldach Ich zog den schweren Fahrmantel enger um die Schultern und rauchte eine Zigarette nach der anderen.
Endlich! Die ersten, fchindelgedeckten Einödhöfe tauchten auf, ein langgezogenes Hupensignal, und das Auto glitt lautlos die Kastanienallee entlang, hielt vor der Rampe.
Sedlmaher trat an den Schlag:
„Ist der gnädiae Herr zu Haus?" „Rein, Frau Baronin..."
Die Halle machte heute in der fahlen Beleuchtung des trüben Regentags einen düsteren Eindruck, kaum daß man die Umrisse der Geweihe erkennen konnte. Frau Sophh blieb stehen.
„Sie wohnen natürlich wieder in Ihren Zimmern — wenn es Ihnen recht ist, in einer halben Stund' trinken wir Kaffee..."
Langsam ging ich den dunklen Mur hinab, hinter Ander! her, der meinen Koffer trug, trat in den hohen Wohnraum — ja. hier war alles twch wie sonst, nur die Berge konnte man nicht sehen, ein dichter, grauer Schleier hüllte alles ein, legte sich tote eine Tarnkappe zwischen das Tal und die Regionen deS ewigen Schnees.
„D'fehlen der Herr Baron an Bad?"
„Ja, Ander! — wenn es keine Umstände macht?"
..Ah, na!“ Der Diener schmunzelte: ^Hab' mir"8 eh' schon denkt, is alles ferti!“
Wie neugeboren fühlte ich mich, als ich eine halbe Stunde später in das Speisezimmer trat. Dort brannte schon die roibeschirmie Hängelampe, warf ihren fraulichen Schein auf das blendend weiße Damasttischtuch, das blifrenbe Silber, die blattdünnen Tassen und zauberte einen Hauch von Farben auf Frau Sopherls Wangen.
sicht- deS sehr interessanten Vortrages hätte wünschen können. Lehrer Heusohn, der 2. Dor- sitzende deS Vereins, leitete an Stelle deS erkrankten 1. Vorsitzenden die Versammlung. Lehrer Sauer verstand eS. daS interesiante Thema zu einer Darbietung von sehr beachtlichen Qualitäten auSzubauen und alle Gäste des Abends zu fesseln. Sie Waldschmieden des Seementales wurden besonders gewürdigt und nach Ujrer Entwicklung in vier Abschnitte eingeteilt. Herr Sauer nimmt als älteste Erzgewinnung des Seemen- tales einen „Rennosen" auf dem Schnittberg bei Büdingen an. Zur Entfachung der notigen Ofen- glut habe lediglich der scharfe Luftzug auf der Spitze des BergeS beigetragen. Der Schmelzofen in der FinkerSlache — Schuhbezirk Rindcrbügen — muh schon zum zweiten Abschnitt gerechnet werden, da man hier bereits mit der Waldschmiede die Rähe einer Quelle aufgesucht habe. Der nötige Wind wurde durch inzwischen erfundene Handblasebälge dem Ofen zuaeführt. Als eine Schmelzhütte des dritten Abschnittes sei der „Hammer" bei Büdingen anzusehen. Hier wurden die Blasebälge durch Wasserkraft angetrieben. Ob zu gleicher Zeit auch eine ähnliche Hütte in Rinüerbügen bestanden hat. konnte der Redner zur Zeit noch nicht angeben, da die Untersuchungen in dieser Hinsicht noch nicht abgeschlossen sind. Das Produkt aller dieser Hütten sei Schmiedeeisen gewesen. Als Brennstoff benutzte man Holzkohlen. Die Erze wurden von den Schmelzern in Schächten gegraben, und anfangs ungewaschen, später gewaschen verhüttet. Zahlreiche alte Schächte, Pingen genannt, könne man heute noch in den Wäldern feststellen. Mit Einführung größerer Oefei^, und verbesserter Blasebälge habe man plötzlich flüssiges Eisen, sog. Gußeisen, gewonnen, womit man zunächst nichts anzufangen wußte (Saueisen). Später wurde dann auch dieses Eisen durch einen Glüh- oder Frischprozeh schmiedbar gemacht. Dies sei die vierte Periode der Eisenverhüttung. Als typisches Beispiel führte Herr Sauer die Waldschmieden im Drachttale an. Daß jedoch im Seementale neben diesem schmiedbaren Eisen auch gußeiserne Ofenplatten usw. heraestellt worden sind, erscheint dem Redner zweifelhaft. Eine beachtliche Rolle auf diesem Gebiete habe dagegen die Hütte in Hirzenhain gespielt. Sie kommt schon 1375 als „Waldschmiedestadt zu Hirzenhain" vor. Diese Waldschmiede seien freie Männer gewesen, ein Umstand, der dazu führte, daß die Waldschmiede in alten Urkunden kaum erwähnt werden. Ihr Tun und Treiben sei vom Volke mit abergläubischer Scheu beobachtet und in vielen Sagen verherrlicht worden (Wieland). Der 30jährige Krieg habe fast alle Hütten zerstört. Rur wenige Oesen wurden nach diesem Kriege in unserer Gegend neu angeblasen. Hirzenhain wurde 1650 neu in Betrieb genommen. Reuenschmidten, Friedrichshütte und Schellnhausen kamen noch hinzu. Hirzenhain lieferte seine Erzeugnisse bis nach England. Der erste Hochofen mit Koksfeuerung wurde dortselbft im Jahre 1678 erbaut. F. W. Buderus habe diese Hütte auf eine beachtliche Höhe gebracht, und heute sei Hirzenhain die einzige Hütte, welche von den zahlreichen Vogelsberghütten noch im Betriebe sei. Herr Sauer zeigte anschließend einige Lichtbilder von alten Schmelzöfen und ihren Er- Zeugnissen. Reicher Beifall belohnte den Redner für seinen interessanten Vortrag. Eine kurze Aussprache schloß sich an und gab Gelegenheit, einige weitere Fragen zu klären. Mit Dankes- Worten konnte Lehrer H e u s o h n den Abend beschließen.
△ Ridda, 26. Febr. Bei der gestern hier im „Gambrinus" abgehaltenen Brennholzverst e i g e r u n g beS Forstamts Ridda waren die Preise fast dieselben, wie bei der vorigen Versteigerung. ES wurden durchschnittlich für den Raummeter bezahlt: Duchen-Scheitholz 16 bis 17 Mk., Duchen-Knüppel 11 bis 12 Mk., Buchen- Stocke 8 Mk. und Buchen-Reisig 2,50 Mk.
„Run? Sind Sie leidlich zufrieden?"
„Leidlich? Ich bitte Sie, gnädige Frau! Immer wenn ich in Terofal bin, komme ich mir vor wie in einem verwunschenen Märchenschloh. Aber — ist denn Vinzenz noch nicht daheim?"
Die junge Frau trat an das Fenster und blickte hinaus in die sinkende Herbstnacht.
„Alleweil treibt er’S so, schon seit drei Wochen, ich seh'n kaum noch...", und plötzlich ein Ausschlüßen ... Im nächsten Augenblick stand ich neben ihr.
„Aber... ich bitte! Liebe, gnädige Frau — waS. ja was um Gottes willen ist denn nur?!"
Sie wandte sich um, versuchte unter Tränen zu lächeln.
„Verzeihen Sie, d' Rerven halt und — ich bin in so großer Sorg', der Vinzenz meint, eS sei ein Wild rer im Revier — wann ihm nur nix g'schieht."
„Ein... Wilderer?!"
Sie nickte.
„Ja, und... und... eS iS ja hellichter Unsinn ... er red't immer vorn Hubertus Silvester."
Unwillkürlich pfiff ich leise durch die Zähne — also doch! Fast hatte ich mir so etwas gedacht ... der alle Spleen oder... eS tonnte auch mehr sein als nur eine fixe Idee... Ein Frösteln lief mir über den Rücken... nein, daS nicht, bloß das nicht...!
In der Halle klangen schwere Schritte, eine Stimme... ich riß die Türe auf.
, Vinzenz I"
„Allerle!" Sekunden später stand er neben mir, tastete in der halben Dunkelheit nach meiner Hand.
„Allerle!" Seine Hünengestalt war nur undeutlich zu erkennen, ich zog ihn an den Lichtkegel, der breit und gelb aus der geöffneten Tür fiel. In kleinen Rinnsalen tröpfelte der Regen von dem harschen Lodenstoff nieder. „Teifi, Teisi, iS döS. a Sauwetter, und — natürll wieder umsonst... Aber sag' nur g rab, bist mir net Hard, daß ..
„Schluß!" Ich hakte meinen Freund einfach unter.
„Ziehst du dich erst um ober.. .V
„Ja freili — kommst d' mit?"
Dedlmayer hatte das Licht angedreht, der Vinzenz warf seinen Filz auf einen Stuhl.
„Laß di nur erst mal anschau'n, Alterle!"
Ich muhte mich zusammennehmen. um mir meinen Schreck nicht anmerken äu lassen. Ganz tief lagen dem Vinzenz von Andrian die Augen in den Höhlen, flackerten in unruhigem Glanz, und um den Wund zuckte eS. So hatte er damals ausgelehen, in Tanga, während der schweren Fieberdettrien. ... Er schien meine schwrigendr Musterung unangenehm zu ernpsinden, wandte sich kurz ab und trat zu einem Wandschränkchen.
Kreis Schottert.
-4- Schotten, 26. Febr. Der Vorstand des SängergaueS Vogelsberg-Süd beschäftigte sich in seiner vorgestrigen Sitzung mit den gesanglichen Veranstaltungen in dem laufenden Gefchäftsjahre. Da der 1. Gauvoriitzende Storck (Altenstadt) wegen Erkrankung sein Amt niedergelegt. leitete der 2. Vorsitzende Sühel (Schotten) die Tagung. Durch weitere Anmeldungen ist die Zahl der Gauvereine auf 49 angewachsen. Zum Oautoer- tungSftngen in Schotten am 5. Mai wird als Pflichtchor „Wo gen Himmel Eichen ragen“ von Heinrichs gelungen. Das zweite Lied ist ein Wahlchor. Das Singen findet in den beiden Sälen der hiesigen Turnhalle statt. An daS Kritiksingen schließt sich ein Umzug mit Musik und Fahnen an, bei dem der Masienchor an der Kirche zum Vortrag kommen soll. Die Reihenfolge, in der die einzelnen Vereine auf treten, wurde durch das Los festgelegt.
O Laubach. 26. Febr. Einen genußreichen Aoend bot gestern im „Schützenhof" fernen Mitgliedern und den Bewohnern der Stadt der h'.e- sige Kriegerverein durch einen Vortrag des Kapitäns a. D. W. v. S e n ö e n. Der Redner schilderte in anschaulicher Weise unter lrbhaftem Beifall feinen Werdegang vom Schiffsjungen bis zum Kapitän und feine Erlebnisse während seiner 42jährigen Tättgkeit. einschließlich des Weltkriegs. Der Dorttag wurde durch treffliche Lichtbilder erläutert. Vorher wurde eine scharfe Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge beschlossen. — Wie wir meldeten, eröffnet» die Eisengießerei Römheld, die bis zu Ende deS vorigen Jahres auf der „Friedrichshütte" bei Ruppertsburg bestanden hat, am 5. Januar ihren Betrieb in dem hier unwett des Bahnhofs neuerrichteten Fabrttgebäude. Infolge der un©?- wöhnlichen Kälte mußte der 2etrieb bald aussetzen. Ende voriger Woche konnte jedoch wieder gegossen werden. Die Schlosserei und die Dreherei der Fabrik find jetzt fertiggestellt, sowie auch, bis auf einige Kleinigkeiten, die Formerei. Die Fabrik beschäfttgt zur Zett wieder gegen 30 Arbeiter.
wg. Gedern, 26. Febr. Am Sonntagabend veranstaltete der G u st a o - A d o l f. D e r e i n in der Kirche eine Feierstunde, in welcher der nach dem Karl Schönherrschen Drama angefertigte Film „Glaube und Heimat" uir Vorführung gelangte. Die von Choralgesängen umrahmte Feier wurde durch den Schriftführer des Schottener Zweigvereins der Gustav-Adolf-Stiftung. Pfarrer Fritsch (Herchenhain), eröffnet, der In einem einleitenden Vortrag die zahlreich^ Erschienenen auf die Gegenreformation und ihre Folgen für den Protestantismus hinwies und dann eine klare Einführung in den Film gab. Der tiefe Eindruck der Stunde wurde erhöht durch die Schlußworte, in denen Pfarrer Fritsch xur Treue im Glauben und gegen die Heimat mahnte. Den Ausklang bildete dasLutherlied.
• Ruppertsburg, 26. Febr. In unserer Gemeinde ist die ©rippe Jo stark aufgetreten, daß die für nächsten Montag für hier ungesagte Dorf - kirchenoorstehertagung um 14Tage verschoben werden muß. Sie findet nunmehr am 18. März statt. Der Direktor der Inneren Mission in Darmstadt, Pfarrer Röhricht, und die Ooer- schwester des Mädchenheims Glauburg werden über Familiennot sprechen.
Kreis Alsfeld.
•!* Ruppertenrod, 26. Febr. Glücklicherweise tritt die Grippe in unserem Orte bis jetzt nur sehr vereinzelt auf. Es fehlt bei uns kaum ein Kind beim Unterricht. — Da unsere Kirche immer noch keine Heizung hat, mußte bei der grimmigen Kälte letzthin der Lele- gottesdienst zweimal ausfallen. Dieser Winter dürfte allen Gemeindegttedern bewiesen haben, daß man ohne ausreichende Heizung der Kirche nicht auskommt.
„Wvll'n die Lebensgeister erst am al a bissel auffrischen, gelt?“ Mit zitternder Hand goß er ein Wasserglas halb voll Kognak, leerte es auf einen Zug.
„Sixt, dos tebefit dö Rerven, bö malefizlschen wieder auf.“
„Ja, und nachher kommt der Rückschlag — treibst du das schon lange so?"
Mit einem Ruck schleuderte er die Grobg-rna- gelten von den Füßen, griff nach der frischen Wäsche.
„Alterle, tu' mir die Stab und frag' heut net, ’S Stünderl kommt schon, wo ich dir alles verzähl' ..."
„Bleibst doch a paar Tag'?!" In der Frage lag etwas tote zitternde Angst.
,23a, Vinzenz, solange wie ihr mich braucht, du und Frau Sopherl. ..
,,D' Sopherl — ja," ein weiches Läcbeln und dann wieder diese müde Sttmme. „Hast v' a gute Fahrt g'habt?"
„Dank' schon, das Wetter hätte frellich besser sein können, aber ich war nun einmal in München. ..
„Wer dir das glaubt!“
„Wieso?“
Er hakte seine Schnürschuhe zu.
„Mein Frauerl wird's hall mit der Angst g’friegt haben, hat depeschiert. ...“
„Und wenn's so wäre?"
„Es ist so!"
Der Vinzenz schob seinen Arm unter den meinen.
„Komm.“
Frau Sophy sah mich fragend an, als wir in das Speisezimmer traten, ich nickte ihr zu, setzte mich und tränt schweigend den falt gewordenen Kaffee auS. ES wollte kein Gespräch in Gang kommen.
Mein Freund schob den Teller zurück.
„Lass' nur, Sopherl, i hab' kan Hunger net. ..
„Aber — Vinzenz, etwas mußt du doch wenigstens essen!"
„2 brauch' nix. ..." Er stand auf, ging ruhe- loS int Zimmer hin und her — hin — und — her. immer mit denselben gleichmäßigen, langen Schritten. die Hände auf dem Rücken. Plötzlich blieb er stehen.
..Heut' hab' i 'n wieder g'sh'n. ..."
..Wen denn? Den Wolf?!“
„Ra, den — andern, den. den Lmnp'n droben im Seekar, koane fünfhundert Schritt waren'S mit'm Spektiv hab' i jed'S Visier! verkennen können — no, amal wochfin ma schon noch z'samm. mir zwoa!"
Ich schwieg, was hätte auch alles Reden für einen Zweck gehabt?
(Fortsetzung folgt)


