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Eine Kundgebung gegen den Noungplan.

Oberfieffen.

Oer Umbau

des Bahnhofs Großen-Linden.

chGroßen-Linden,25. Okt. Wie vor kurzem imGießener Anzeiger" berichtet, fand am Bahnhof Großen-Linden zwischen einem Dcr-

Der Gießener Ortsausschuß für das Volks­begehren hatte auf gestern abend eine öffentliche Versammlung in die Turnhalle am Oswalds- garten einberufen, die einen sehr starken Besuch aufzuweisen hatte. Der Zweck der Versammlung war, den Standpunkt des Reichsausschusses für das Volksbegehren gegen den Voungplan ein­gehend darzulegen.

Studienrak Dr. Len; (Gießen)

beutel gutgeheißen. Als Ersatzmann für das durch Tod ausgeschiedene Vorstandsmitglied Philipp Jung XVI., der mehr als 30 Jahre ununter­brochen dem Vorstand angehörte, wurde Kirchen­diener Rinn in den Vorstand berufen.

Lollar, 25. Okt. In diesen Tagen verlieh uns Pfarrer Geiß, um seine definitive Stelle in Ober-Ofleiden anzutreten. Zweieinhalb Zahre wirkte er als Assistent des Dekans Guß» mann im Kirchspiel Kirchberg. Durch sein offe­nes, freundliches Wesen erwarb er sich rasch die Zuneigung der Gemeindeglieder. Hier und in dem benachbarten Daubringen erteilte er auch Religionsunterricht. Es war stets erfreulich, zu sehen und zu hören, mit welcher Zutraulichkeit und Liebe die Schüler ihm ergeben waren. Sein Weggang wird allgemein bedauert.

v Londorf, 25. Okt. Durch die vielen Kraft­anlagen in der hiesigen Gemeinde war der Transformator, der auf 120 Volt ein­gestellt war, zu schwach geworden. Am Mittwoch ist nun die Anlage auf 220 Volt umgestellt worden.

K Wirberg, 25. Okt. Dieser Tage wurde das Pfarramt unter Rr. 90 an das Tele- phvnneh in Grünberg angeschlossen. Damit ist ein dringendes Bedürfnis erfüllt wor­den, das schon vor 20 Zähren erkannt war. Da­mals hatte der Kirchenvvrstand die Anlage be­schlossen, die bürgerlichen Gemeinden des Kirch­spiels hatten sogar schon die Beiträge geleistet. Auf Betreiben des Pfarrers wurde dann die Anlage nicht ausgesührt.

8 Saasen, 25. Okt. Die Erneuerungsarbei­ten in unserer Deitsberger Kirche sind beb-auer- licherweise noch nicht fertig. Da das Ernte­dankfest aber nicht weiter hinausgeschoben werden tarnt, so wird es am nächsten Sonntag rn dem größten Saale unseres Dorfes abge- ^ilten werden. Dir Einweihung der Kirche ist für einen der ersten Sonntage des Rovember geplant. Oberkirchenrat Wagner hat seine Mitwirkung bei der Feier zugesagt. Die Vorbereitungen sind unter Leitung von Lehrer H e r b e r seit einiger Zeit im Gang: es werden mehrere Chöre mitwirken.

25. Okt. In unserer Gemeinde wurde nur em Wahlvorschlag zur Ge- melnderatswahl eingereicht. Die damit gewähl- ten Mitglieder gehören dem Arbeiter- und Klein­bauernstand an.

Okt. C^r von der Stadt errichtete Post Haus bau steht kurz vor seiner Vollen- oung. Die Handwerksleute nehmen zur Zeit die letzten Innenausbauten vor, und die Stadt läßt gleichzeitig den tiefgclegenen Bauplatz auffüllen. Auch die Arbeiten für das S e l b st a n s ch l u ß- a m t sind in vollem Gange. In den Hauptstraßen der Stadt wurden vor einiger Zeit die noch rest- lichen Kabel verlegt, was mit umfangreichen Aufbrucharbeiten der Fußsteige verbunden war Das neue Postamt, mit Selbstanschluß nusge- stattet, soll dem Vernehmen nach bereits am 2. Rovember in Betrieb genommen werden. Die an das Postgrundstück angrenzende W e t t e r und der Weidgraben haben eine saubere und zweckent,prechende Llferstühmauer erhalten. Das neue Hotel am Schwanensee, in nächster Rähe des Postgebäudes, geht ebenfalls

seiner Vollendung entgegen und soll bereits an Weihnachten seiner Bestimmung übergeben wer­den. Beide Baulichkeiten bilden eine Zierde für die Bahnhofstraße und damit "auch für die ganze Stadt.

s. tp h e, 24. Okt. Bei der Bürgermeisterei wurden für die Gemeinderatswahl zwei Wahlvorschläge eingereicht. Die Liste Landbund lautet: Otto Schneider I., Wilh. K a s s e b e e r, Ludwig Sack. Wilh. Sack, Otto Belher, Wilh. Bücher, Karl Beltzer, Otto Schaferll., Heinr. Friedr. Beltzer. sämtlich Landwirte. Die Liste der Sozialdemokra­ten umfaßt die Rainen: Wilh. Filfingerl.. Kaufinann: Ioh. Heinr. Weber, Schneider­meister: Wilh. Filsingerll., Karl Freitag, Srredr. Stauf. Wilh. Schmidt, Ludw. W e - b e r, Otto Rühl, Rud. Eichenauer, Arbeiter. Eine Einheitsliste wie bei der letzten Wahl kam diesmal nicht zustande. Die Liste des Land­bundes ist aus einer Vorabstimmung zustande- gekommen.

T Steinheim, 25. Okt. Der hiesige Obst, und Gartenbauverein veranstaltet ge­meinsam mit der Landwirtschaftlichen Fortbil­dungsschule am kommenden Sonntag eine Obst- a u s st e l l u n g. Die Beteiligung scheint, nach den vorliegenden Anmeldungen und dem allge­meinen Interesse nach zu urteilen, recht rege zu werden. Reben Obst werden auch Gemüse und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse, sowie Obst­konserven zur Schau gestellt. Außer der Ge­meindeverwaltung haben auch der Landwirt- schastskammerausschuh für die Provinz Ober­hessen und der Kreisobst- und Gartenbauverein Gießen namhafte älnterstützungen gewährt. Da auch einige Mitglieder im benachbarten Rod- Heim wohnhaft sind, wurde durch den dortigen Ortsvorstand ein verhältnismäßig hoher Zuschuß bewilligt. Außerdem sind von einzelnen Firmen und Freunden des Obstbaues ansehnliche Preise gestiftet worden.

r. L a n g - G ö n s, 25. Okt. Wie schon gemeldet hat in dem außergewöhnlich trockenen Sommer auch unsere Wasserleitung versagt. Das Wasser konnte nur während einiger Stunden am Morgen und am Abend angestellt werden Cs mußte deshalb für Abhilfe gesorgt werden' Einige Bohrversuche an Stellen (mit der Wünschelrute bestimmt) brachten kein nen- nenswertes Ergebnis. Dagegen war die Frei­legung einer tiefer gelegenen Quelle in den Mu hlwiesen vielversprechend. Hm aber ganz Uchcr zu gehen, wurde einige hundert Meter oberhalb dieser Quelle noch einmal nach Wasser geschürft, und zwar mit Erfolg. Man stieß auf eme gute Wasserader in der Tiefe von 1

zu beantragen, den jährlichen Zuschuß (seither 100 Mk.) zu erhöhen. Auch soll versucht werden, den zur Zeit der Gründung bestehenden Kin- derschulverein wieder ins Leben zu rufen, um durch Mitgliederbeiträge, jährlich 1 Mk. pro Mitglied, die Kosten für die Kinderschule mit aufbringen zu können. Eine Erhöhung des Schul­geldes wurde abgelehnt, um es auch weiterhin den finanziell schwächeren Familien zu ermög­lichen, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dtzm hiesigen Frauenverein und der Iugendvereini- gung soll die Benutzung des Kinderschulsaales für ihre wöchentlichen Versammlungen bzw. Singstunden gegen, eine jährliche Vergütung von je 25 Mk. für Licht und Heizung zugestanden werden. Hm Hedem Kind eine Weihnachtsgabe überreichen zu können, soll, wie alljährlich, eine Sammlung von Haus zu Haus vorgenommen werden. Für die Krankenstation wurde die An­schaffung von Heizkissen, Wärmesack und Eis­

treter des Kreisamts Gießen und den beteilig­ten Gemeinden eine Besprechung statt, die sich mit dem Plan für die Herstellung einer Per- svnenunterführung auf dem Bahn­hof in Großen-Linden beschäftigte. Wie wir erfahren, hat die Reichsbahndirektion Frank- I leitete die Versammlung. Er betonte zunächst, s^?ousgebracht, j>ajj der Ausschuß anfangs nicht beabsichtigt den Erfordernissen und Wünschen sämtlicher habe, mit einer Versammlung für das Volks- Beteiugten Rechnung tragen Joll. Sie .Unter- begehren an die Oeffentlichkeit zu treten, nach- hernach etwa 8 Meter vorn fom aber die Reichsregierung und die preußische nRegierung einen so unerhörten Kampf gegen 91nC 4 £>aS Volksbegehren begonnen hätten, sei es doch

überdachte Treppenlaufe notwendig geworden, der Oeffentlichkeit den n tCx c?rvte Standpunkt des Reichsausschusses darzulegen.

e^9,, Don der Reichsregierung und der preußischen Gemeinde Ach- Staatsregierung werde der Kampf nicht nur nt fcrCC^n& sls n>9^L2?a£e "tit politischem, sondern auch mit wirtschaftlichem erfolgen Fann, ohne daß dadurch der Reichsbahn Terror geführt' das xeiae der Druck auf bte Lasten erwachsen. Der Personen- Beamten und ferner die Ankündigung von toirt- hÄi nOrS sittlichen Boykottmaßnahmen gegen die Kreis-

oen von V)esten (Ortslage Großen-Lmden), als I hlätter die für das Volksbeiebren tnrnn mtA anch von den von Osten (Ortslage Leihgestern) £ur 7m Anze gen teil wür-

kommenden Personen unbehindert durch Sperren ££ etontaK begangen werden kann. Er soll jedoch lediglich

dem Verkehr von und zum Bahnhof dienen und M eS> gratet gegeri ^e ^e^alti

hängig, daß sich die beteiligten Gemeinden Gro- u orfa m*Phnor h»a ssa»wss.t?s »ÄS ' schu ßvvn insgesamt 20 000 Mk. zu leisten. Dr. Brehm (Darmstadt).

Landkreis Gießen. ®c nahm zunächst Stellung dagegen, daß der

OO Klein-Linden 25 Okt Die Nnrstönde Dundsunk von der Regierung zu einer einseitigen der Kleinkinderschule und'der Kra'nkenstatio. tag- OInf

ten in gemeinsamer Sitzung, um in erster Linie man^hpn wahrend

zu beraten, wie die finanziellen Sch wie- mKnTiA ^^^e^hrens es un-

r i g Fei ten, mit denen unsere Kinderschule sUr<^ öcn

zu kämpfen hat, beseitigt werden können. Einer Kesvi-öcbe" ®ia E9»

regelmäßigen monatlichen Durchschnitts-Einnahme freunden und Gegnern des

von etwa 40 bis 50 Mark steht eine Volksbegehrens sabotiert habe. Sodann kam der regelmäßige Durchschnitts-Ausgabe von rund V? ???**

100 Mark im Monat gegenüber. Mit frei- sprechen. Die auf bewußt falscher

willigen Gaben und Kollekten kann auf die Dauer ^orfügte Auflösung des Stahlhelms

die finanzielle Rot nicht behoben werden. Es >ei verfassungs- und gesetzwidrig. Auch der un-

wurde deshalb beschlossen, bei der Gemeinde ®eamten i^rstohe gegen

- - - _ 1 Ote Verfassung und das Deamtengeseh, m denen

nur bestimmt werde, daß der Beamte im Dienst und unter Mißbrauch feines Amtes nichts gegen die Staatsform unternehmen dürfe. Don einem solchen Kampf gegen die Staatsform könne aber doch beim Volksbegehren Feine Rede sein. Daher habe die Disziplinarandrohung weder in der Verfassung noch im Beamtengeseh eine Grund­lage, und sie werde auch völlig wirkungslos bleiben. Die Regierungen würden sich hüten, eine solche Disziplinarsache zur disziplinargericht- lichen Verhandlung kommen zu lassen. Der Red­ner polemisierte dann kurz gegen die hessische Regierung. Vom hessischen Iustizminister sei ein PlakatStresemanns Vermächtnis" zum Aushang in den Gerichtsgebäuden zugelassen worden, dem Ausschuß für das Volksbegehren habe man es aber verwehrt, an der gleichen Stelle auch seine Plakate auszuhängen. Diese Parteilichkeit der Regierung sei bedauerlich und verwerflich. In dem Kampfe gegen das Volksbegehren werde von den Regierungen in geradezu schrankenloser Weise gegen die einfachsten Staatsgrundsähe und gegen die Grundlagen der Verfassung, die sonst immer als ein Heiligtum hingestellt würden, ver­stoßen. Runmehr wandte sich der Redner einer Besprechung des Inhalts des Volksbegehrens zu. Zum § 1 (Kriegsschuldlüge) vertrat er den Stand­punkt, daß die bisherigen amtlichen Kundgebun­gen gegen die Kriegsschuldlüge nicht genügen, ba sie nur Reden, nur Monologe vor dem deut­

schen Volke ohne jede Wirkung nach außen ge­wesen seien. Der Ausschuß für das Volksbegehren wolle mit seiner Forderung in dem Volksbegehren erreichen, daß der Widerruf der Lüge von der deutschen Schuld am Kriege in einer feierlichen Rote den Ententeregierungen ohne Rückhalt amtlich mitgeteilt werde, daß daraufhin die Streichung des § 231 des Versailler Ver­trages (Kriegsschuldlüge) gefordert werden solle, und damit der Fortfall aller Folgerungen, die sich jetzt auf der Kriegsschuldlüge aufbauen, ein­zutreten habe. Dann werde unsere Ehre als Ra­tion vollkommen wieder hergestellt sein, und auch die Tributverpflichtungen müßten eine starke Min­derung erfahren. Hinsichtlich der Räumung des besetzten Gebietes (§ 2 des Volksbegehrens) sei zu sagen, daß man nach den Reden hervorragen­der Franzosen (u. a. Kolonialminister Maginot) in dieser Hinsicht noch sehr zweifelhaft fein müsse. Im übrigen aber hätten wir ein Recht auf die Räumung des besetzten Gebietes als selbstver­ständliche Folgerung der Abmachungen von Lo­carno und Thoiry. Die im § 4 des 'Volks­begehrens vorgesehenen Strafbestimmungen fän­den durchaus keine Anwendung auf die gegen­wärtig in der Regierung amtierenden Minister, oder auf zurückliegende Vertragsabschlüsse, son­dern sie sollten nur für künftige Abmachungen nach Annahme dieses Gesetzes gelten. Es sei auch niemals die Rede davon gewesen, daß der Reichs­präsident mit unter diese Strafvorschrift fallen solle, sie beziehe sich nur auf den Reichskanzler, die Reichsminister und deren Bevollmächtigte. Rach einer Polemik gegen die Rundfunkrede des Reichsministers von Guerard ging der Redner zur Besprechung des Houngplanes über. Er be­tonte, daß dieser Feine Lastenminderung für uns enthalte, da man doch nicht nur die Repara­tionszahlungen, sondern auch die Rebenleistun­gen berechnen müsse, daß dieser Plan ebenso un­ausführbar sei wie der Dawesplan, und daß die im Reichsausschuh vertretenen Dolksteile des­halb den Voungplan von vornherein zu Fall bringen und den Bankerott des Dawesplanes durch Inkraftsetzung der Transferschutz-Bestim­mungen (Einstellung unserer Zahlungen auf Grund der Währungsschuhbestimmungen) her- beiführen wollten. Es falle niemand vom Reichs- ausfchuß ein, den Dawesplan weiterlaufen zu lassen. Der Voungplan bedeute für uns nicht nur die Fortdauer der bisherigen unerträglichen Zah­lungslast, er enthalte tatsächlich auch keinerlei Revisionsbestimmung, dagegen sei in ihm aber vorgesehen, daß die Kontrolle Deutschlands fort- bestehe, allerdings jetzt durch die zu schafsenkte internationale Tributbank. Auch die Reichsbahn und die Reichsbank würden nicht frei werden. Im Huag seien unsere Unterhändler sogar noch über den Voungplan hinausgegangen. Untragbar sei e^ für uns auch, daß wir für die künftigen Tributzahlungen die erforderlichen Devisen uns selbst besorgen sollten, wobei wir bei den Trei­bereien an der Börse noch mehr zu zahlen haben würden. Das alles seien Gründe genug, sich gegen den Boungplan zu wenden. Jeder Deutsche müsse sich im Interesse unserer Wirtschaft, unserer poli­tischen Freiheit und unserer Rachkommen ver­pflichtet fühlen, unter allen Umständen alles zu vursuchen, um das Volksbegehren gegen den Voungplan durchzubringen. Mle, auch die Be­amten, müßten sich in die Listen für das Volks­begehren einschreiben. Die Verfechter des Volks­begehrens führten den Kampf für das deutsche Volk und seine Zukunft, und dabei müßten alle Deutschen mithelfen durch die Einzeichnung in die Listen. (Anhaltender lebhafter Beifall.)

keine Aussprache.'

Obwohl zur freien Aussprache Gelegenheit ge­geben war, meldete sich niemand zum Wort, so daß Dr. L e n z gegen 10,45 Uhr die Ver­sammlung schließen konnte mit der dringlichen Aufforderung, sich zahlreich für das Volksbe- gehren in die aufliegenden Listen einzuschreiben.

etwa 7 Meter. Zur Zeit wird nun von dieser Quelle bis zur tiefer gelegenen ersten Quelle eine Rohrleitung gelegt. Die Arbeiten werden von der Firma Weimer, Gießen, ausgeführt. Mit Hilfe von starken Dohlen und Stützbalken ging man biä auf die Tiefe von etwa 7 Meter. Beim Wessen des Wassers stellte es sich heraus, daß am unteren Ende des Grabens mehr Wasser abfloß als an der Quelle selber. Um nun sämtliches Wasser von beiden Seiten aufzufangen werden besondere Sieberohre gelegt, die in der Kiesschicht zu liegen kommen. Rach oben werden sie mit Beton abgedichtet, damit das Tagwasser nicht zufließen kann. Bei den letzten Meßver- suchen des abfließenden Wassers kam man zu dem erfreulichen Ergebnis von über 200 Kubik­meter Wasser in 24 Stunden. Das entspricht ungefähr der Menge, die zur Zeit die gesamte Wasserleitung liefert. Die Quelle in den Mühl­wiesen soll in einen kleinen Behälter geleitet werden, von da wird dann das gesamte neu gewonnene Wasser mittels Motorpumpe zum Hauptstrang gepumpt werden. Man hofft, bei gutem Wetter die Arbeiten bis Ende Rovember erledigt zu pa6en._ 3m Dorfe herrscht allgemeine Zufriedenheit darüber, daß unsere Wasserversor­gung nach Beendigung aller Arbeiten wohl nun endlich allen Ansprüchen genügen wird.

(X) Holzheim, 25. Oft. Durch die Reu- herrichtung der Landstraße Grü- n i n g e n H o l z h e i m und weiter gegen Gam- bach b:s Kreisgreiize wurde auch unsere Haupt­straße wieder in guten Zustand gebracht. Zur Festigung der obersten Schicht der gewalzten Schottersteine benutzte man Traßkälk, ein Verfahren, das in Oberhessen erst zum zweiten Male probeweise angewandt wurde. Hoffentlich bewährt es sich. In den letzten Wochen ließ nun die Gemeinde auch in fast allen anderen Straßen des Dorfes Ausbesserungsarbeiten vor­nehmen und große Strecken des Fußsteigs und der Rinnsteine umpflastern, eine Maßna^re, die allgemein begrüßt wird. Unsere Straßen sind jetzt alle in tadellosem Zustand. Zur Ge­meinderatswahl wurden hier drei Listen eingereicht, zwei von Landwirten und Gewerbe­treibenden, die dritte von Arbeiterseite Die Obsternte ist sehr reich ausgefallen. Leider ist die Dachfrage nicht groß. Das Obst zeigt Reigung zu Fäulnis, und um es vor dem Ver­derben zu bewahren, sieht man sich gezwungen, e$ zu Wein zu verarbeiten. Seit Jahren ist dre Bautätigkeit hier im Vergleich zu an­deren Dörfern auffallend gering. Dieses Jahr wurden nur ein Doppelhaus und drei Einfami­lienhäuser errichtet. Sie stehen an den Ortsaus- gangen nach Dorfgill und ©rüningen. Durch die

günstige Witterung des Jahres schritten die Ar­beiten gut voran. Zwei der Einfamilienhäuser stehen vor der Vollendung und sollen noch im Herbst bezogen werden.

! Langd, 24. Okt. Der Autobus des Zweckverbandes Schotten Hungen, der die Orte Hungen, Langd, Rodheim, Raberts­hausen, Ulfa und Eichelsdorf verbindet, hat, nachdem er während des Sommers mit ein­geschränktem Fahrplan fuhr, nunmehr seinen vollen Fährbetrieb wieder aufgenommen.

Kreis Friedberg.

1 Steinfurth, 24. Okt. Für die kommende Gemeinderatswahl sind drei Wahl­vorschläge eingereicht worden. Gärtner und Bauern haben eine vereinigte Liste aufgestellt. Auf ihrer Liste steht an erster Stelle Eberhard Uhl. Wahlvorschlag 2 ist von den Arbeitern ausgestellt und hat als Spitzenkandidat Konrad S) c n g ft I. Aus der Liste der Gewerbetreibenden und ^Beamten ist an erster Stelle Johannes Philippi vorge­schlagen. Dieser Tage standen hier 10 Mor­gen Ackerland von dem v. Löwjchen Gute der Herren Erwin und Map von Löw zum Ver­kaufe. Es wurden 300 bis 500 Mark für den Mor­gen geboten. Auf fünf Morgen wurde überhaupt nicht geboten, ein Zeichen, daß auch hier die Geld- knappheit stärker ist, als der Landhunger.

Kreis Büdingen.

?" Ridd a, 25. Okt. Von vielen Vieh­züchtern unseres Tales, die seither auf den Weidegang ihres Viehes verachten konnten, wird in diesem Jahre wieder die H e r b st w e i d e in Anspruch genommen. Man will die knappen Futtervorräte schonen und grei't deshalb zu einem alten Brauch zurück. Der Graswuchs auf den Wiesen ist recht üppig, so daß sich der Weid­gang lohnt. Im allgemeinen hofft man, den Viehständ unvermindert erhalten zu können. Rur bei größeren Diehwirtschalten mußten Verkäufe vorgenommen werden.

Kreis Schotten.

Schotten, 25. Okt. Zur Kreistags- Wahl sind 7 Wahlvorschläge eingereicht, die folgende Spitzenkandidaten auftocifen: 1. So - zialdemokratische Partei (Friedr. Hof­mann ll., Schotten): 2. Vereinigter Wahl- Vorschlag Hess. Landbund, Deutsch- nationale und Deutsche Volkspartei (Friedrich Wilhelm Stein, Stumpertenrod): 3. Gewerbetreibende (Gustav Limpert, Ge­dern): 4. Demokratische Partei (Daniel Schanz, Ober-Schmitten): 5. Wahlvorschlag Blei-Göllner (Karl Blei, Scho t:n). 6. E v. Volksgemeinschaft (Heiir.ch Kneip, Burk­hards): 7. Unparteiische Wählerliste (Otto Högy, Laubach). Im vorigen Kreistag hatten Demokraten und Deutsche Vollst, artei je einen Sih, Ev. Vollsgemeinschast 2, Sozialltemo- kraten 4, Landbund und Deutschnationale 13 Sitze.

Y Gedern, 25. Okt. Zur bevorstehenden G e- meinderatswahl sind hier sechs Wahl- vorschläge eingereicht worden. Diese tragen als Kennwort die Ramen der folgenden Spitzen­kandidaten: Bernhard Bauer, Wilhelm Birx, Karl Funk, Konrad Gerlach, Heinrich Pfeiffer und Ludwig Samuel. Der Reichspostminister bat in den letzten Tagen grundsätzlich einem R e u- bau eines Postgebäudes in Gedern zu gestimmt. In den nächsten Tagen werden nun die weiteren Verhandlungen zwischen der Obec- postdirektion Darmstadt und der hiesigen Bürger­meisterei ausgenommen. Dieser Tage wurde der bekannte GedernerGroßeSee" aus­gefischt, wobei man 44 Zentner Karpfen, P/i Zentner Schleien und etwa 10 bis 12 Zentner Karpfenbrut bergen konnte. Die Karpfenbrut wurde in den mittleren See gesetzt, während die übrigen Fische zum größten Teile in das Fisch­haus an der Oberseemer Straße gebracht wurden, wo sie auf Abruf verkauft werden. Der Ge­sangvereinLiederkranz" veranstaltete einen wohlgelungenen Familien abend, bei dem nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Postsekretär Seum, der Sängerchor unter der Leitung seines Dirigenten Lehrer Riedel mit einer Anzahl Chorgesänge erfreute. Die Sänger Ludwig S t i e b e l i n g und Hermann R u l l - mann wurden angesichts ihrer 25jährigen Mit­gliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt und durch entsprechende Diplome ausgezeichnet. Bei frohgestimmter Geselligkeit nahm der Abend in allen Teilen einen allgemein befriedigendem Verlauf.

Kreis Alsfeld.

.tefr Alsfeld, 23. Okt. Stadtvorstands- sitzung. In der am letzten Dienstag ad- gehaltenen Sitzung wurde zunächst über die Bürger steigverlegung in der Alten­burger Straße vechandelt, die im Einver­ständnis mit der Provinzialverwaltung anläß­lich der demnächstigen Teerung der Ortsdurch­fahrt Alsfeld Altenburg vorgenommen werden soll. Der darüber von dem Stadtbauamt vor­gelegte Voranschlag in Höhe von 2867 Mk. wurde genehmigt. Die Ausführung der Anlage ernes erhöhten Bürgersteigs in der Alicen st raße wurde dem Adam GclbeiS zu den eingereichten Einheitspreisen übertragen. Verbreiterung der sog. Hohl. Die Er- Weiterung dieser Straße ist durch die Kanali­sierung und durch den gesteigerten Verkehr nach der mechanischen Kleiderfabrik Bücking, die in ben letzten Jahren ihren Betrieb erheblich ver­größert hat, notwendig geworden. Entsprechend dem Antrag der Baukommission wurde beschlos­sen, im unteren Teil die Verbreiterung erst über öem Lagerschuppen der Firma Ernst Diegel be­ginnen zu lassen. Dagegen soll die Erweiterung aus der gegenüberliegenden Seite, wie im Plan vorgesehen, durchgeführt werden. Die zwischen der Bürgermeisterei und den einzelnen Llnlie- gern am 14. Oktober 1929 hinsichtlich des Ge­ländeerwerbes und der Vergütung für Versetzen von Einfriedigungen getroffene Vereinbarung wurde genehmigt. Der vorgelegte Voranschlag des Stadtbauamts mit einer Gesamtsumme von 14 706,40 Mk. über den Ausbau der Hohl wurde genehmigt. Infolge Feuchtigkeit der Wände ist eine Reuherstellung der elektri­schen Beleuchtungsanlage in der Walpurgiskirche notwendig geworden. Der Zuschlag für die Arbeiten wurde dem Elektro- meister Richard Listmann zu seinem Angebot vom 5. Oktober mit 2040.15 Mk. als Wenigstnehmen- den erteilt. Ein Schenkungsantrag der Frau Margaret e Richter Wwe über 1000 All. wurde angenommen. Hiervon sollen 60 Mk. für die Prolongation von zwei Grabstät­ten verwendet werden. Die Zinsen von dem iwrigen Seil der Schenkungssumme sollen zur Anschaffung von Brennmaterial für alte bedürf-