Ausgabe 
26.9.1929
 
Einzelbild herunterladen

Gesang und sonstige gesellige Unterhaltung aus- qefüllt. Gegen 17 Uhr wurde dann die Preis- Verteilung vorgenommen, die nachfolgendes Ergebnis hatte: A. Quartettklasse: 1. Preis Iugendquartett", Ortenberg (86'/, Punkte): 2. Pr.Tonblüte", Langenbergheim, 78'/, P.: 3. Pr.Männerquartett", Stockheim, 77*/, P. h. 1. Landklasse: 1. Pr.Konkordia", Stock­heim, 75'/, P.: 2. Pr.Liederkranz", Büches, 71 P. 2. Landklasse: 1. Pr.Männer­gesangverein", Wolf, 84 P.: 2. Pr.Gesang­verein", Wolferborn, 79'/, P. O. Richtpreis- gekrönte Vereine: 1. Pr. Gesangverein Kefenrod, 78 P.: 2. Pr.Liederhain", Bors­dorf, 77'/, P.: 2. Pr. (gleiche Punktzahl mit dem vorigen) Gesangverein Himbach, 77'/. P.

Kreis Alsfeld.

e-4 AlSfeld, 25. Sept. Der hiesige Vete­ranen- und Kriegerverein hatte eine gute Idee, als er am Sonntag im großen Saal desDeutschen Hauses" einen oberhessi­schen Heimatabend in Form eines volks­tümlichen Unterhaltungsabends bot. Der Vortrag von Mundartdichtungen stand im Mittelpunkt des Ilbends und war ein voller Erfolg. Die mit feinem Empfinden vorgetragenen, dem Volks­leben abgelauschten Heimatdichtungen fanden bei dem zahlreich erschienenen Publikum immer leb­hafteren Beifall. Das Alsfelder Iugend- orcheste r unter Leitung von Oberreallehrer Dotter füllte den musikalischen Teil des Abends mit einem entsprechend ausgewählten Programm aus und erntete mit seinen flotten Weisen den lebhaften Beifall der dankbaren Zu­hörer. ' Der Reinertrag des Abends ist für den Unterstühungsfonds für in Hot geratene Kame­raden des Veteranen- und KricgervereinS be­stimmt. Vamens des Vereins begrüßte dessen Vorsitzender, Lehrer Hartmann, die Zuhörer und die Mitwirkenden mit herzlichen Worten.

Ober-Ohmen, 24. Sept. In dem dies­jährigen Futternotjahr macht die hiesige Bür- gerschast wieder von einem alten Gewohnheits­recht, dem sogenannten Preishüten, Ge­brauch. Da es bei dem hier vorherrschenden Klcingrundstücksbeliy nicht möglich ist, auf diesen wenig umfangreichen Flächen die Tiere zu sät­tigen, läßt jeder sein Vieh grasen, unbeschadet der Eigentums- und Grenzverhältnisse der Län­dereien. Auf diese Weise ist Gelegenheit gegeben, daß das Vieh noch fünf bis sechs Wochen auf der Weide ernährt werden kann. Bei der dies­jährigen Gemeindeobstversteigerung waren Aepfel gefragt. Besonderes Interesse zeigte s'ich für den Schonen von Boskvop, für welchen auch der höchste Preis, bis zu 6,70 Mk. je Zentner, erzielt wurde. Für Dirnen waren keine Liebhaber vorhanden, so daß die Ernte zu Schleuderpreisen abgestoßen werden mußte. Fünf­zig Kilogramm notierten im Höchstfälle 1 Mk. In Zwetschen zeigte sich ebenfalls rege Kauflust, und die Rotiz bewegte sich bis zu 6,50 Mk. pro Zentner. Die Versteigerung aus der guten Durch­schnittsernte zeitigte in ihrer Gesamtheit ein be­friedigendes Ergebnis.

ch Schadenbach, 25. Sept. In der hiesigen Gegend ist die K a r t o f f I c r n t c bei der schönen Witterung der letzten Tage schnell bewerkstelligt wor­den. Auf trockenen Aeckern haben die überwiegend eingebauten roten und blauen Kartoffeln nur geringe (Erträge gebracht, dagegen sind die mäßig angebauten weißen Kartoffeln gut gediehen. Die roten Kar­toffeln verlangen viel Feuchtigkeit und lieferten dort, wo der Boden nicht so sehr austrocknete, ebenfalls dicke Knollen. Die in der vergangenen Woche niedergegangenen Regenfälle machen sich schon an dem jungen Klee und auf den Wiesen bemerkbar. Auf letzteren herrscht jetzt re gcr Weidebetrieb, wie er wohl leiten so stark in Erscheinung trat, eben­falls eine Folge des heißen Sommers und der darauf ziirückzuführendcn Futterknappheit. ErfrenNcherweise sind die Dickwurz in ihrer Entwicklung gut vor­angekommen, wenn sie auch dieses Jahr mehr als sonst ihrer Blätter beraubt und dadurch in ihrem Wachstum noch mehr gehemmt wurden. Den Kohl­raben, wie allen Rüben, fehlte es an der nötigen Nässe. Nachdem die letzten Regenfälle der ausge- hörrtcu Erde Feuchtigkeit gebracht hoben, beeilt man sich ollerwärts, die Winterfrucht zu säen.

* Vom Gleental, 24. Sept. Untere Land­str a ß en weisen zur Zeit einen recht trostlosen Zustand auf. Infolge der anhaltenden Trockenheit sind die Steine ausgefahren und liegen vielfach auf den Straßen, als ob diese neu beschottert wären. Zahlreiche Schlaglöcher sind vorhanden, die den Verkehr sehr behindern und für die schnell fahrenden Kraitfahrzeuge bei der Steuerung be­sonders an Kurven recht gefährlich wirken. Die atmen Zugtiere müssen die argen Stöße beim Ziehen der Lasten am eignen Körper verspüren. Zahlreiche Schlauch- und Reifenbrüche (Durch­schläge) entstehen bei Fahrrädern und Kraftfahr­

zeugen durch die in scharfe Stücke zerfahrenen Basaltsteine. Im Kreise Gießen sind die Pro­vinzialstraßen bedeutend besser. Wohl sind feit einigen Wochen an Teilen der Straße Bafalt- grus und Sand angefahren: es wäre ein drin­gendes Allgemeinbedürfnis, die notwendigen Re­paraturen baldigst vorzunehmen bzw. auch die Straßen zu teeren oder mit Kleinpflaster zu ver­sehen.

Wirtschaft.

Neue Entlastung der Neichsbank.

Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 3. September hat sich in der dritten Septemberwoche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 147,1 Mill, auf 2257,6 Mill. Mark verringert. Jin einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um'123,0 Mill, auf 2116,7 Mill. Mark, die Bestände an Reichs­schahwechseln um 12,2 Mill, auf 5,0 Mill. Mark und die Lombardbestände um 11,9 auf 43,2 Mill. Mark abgenommen.

An Reichsbanknoten und Rentenbankscheknen zufammen find 222,3 Mill. Mark in die Kassen der Bank zurückgeslossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 209.8 Mill, auf 4202,0 Mill. Mark und der Umlauf an Rcntenbanlscheinen um 12,5 Mill, auf 390,4Mill. Mark vermindert. Unter Berück ichtigung, daß in der Derichtswoche Rentenbanischeine in Höhe von 1,7 Mill. Marl getilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an Renten­bankscheinen auf 48,3 Mill. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 519,4 Mill. Mark eine Zunahme um 92,7 Mill. Mark.

Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devif en hoben sich um 9,5 auf 2518.6 Mill. Mark erhöht. Im einzelnen sind die Goldbestände um 5,7 Mill, auf 2192,0 Mill. Mark und die Bestände an deckungsfähigen De­visen um 3,8 Mill, auf 326,6 Mill. Mark an- gewachsen.

Die Deckung der Rötendurch Gold allein besserte s i ch von 49,6 Proz. in der Vor­woche auf 52,2 Proz., diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 56,9 auf 59,9 Proz.

* Lokomotivbestellungen der Reichsbahn. Rach Informationen des WTD.-Handelsdienst ist in der Verwaltungs- ratssihung der Reichsbahn die Bestellung von 50 Lokomotiven bei der deutschen Lokomotiv- industrie beschlossen worden. Die Verteilung der Aufträge erfolgt durch die Beschasfungsstells der Reichsbahn im Wege der Ausschreibung. Von der Bestellung sind entsprechend früher ge­gebenen Zusagen sieben Lokomotiven für die oft- preuhischen Fabriken reserviert.

* Arbeiterentlassungen bei Krupp. Die Firma Krupp teilt mit: Der Konjunktur­rückgang in der Eisenindustrie, durch den bereits mehrere Hüttenwerke des Ruhrreviers zur teil­weisen Stillegung ihrer Betriebe und zur Ent­lassung ihrer Belegschaft veranlaßt sind, hat jetzt auch die Firma Krupp gezwungen, vor­sorglich die Kündigung einer großen Anzahl von Arbeitern der Gußstahlsabrik vorzunehmen. Es handelt sich um 700 Mann der Feuerbetriebe und 300 Mann der dazu gehörigen Hilfsbetriebe. Eine Abkürzung der vierwöchigen Sperrfrist für die Entlassung ist nicht beantragt. Es bleibt des­halb von der weiteren Entwicklung des Auf­trageinganges abhängig, ob die Entlassungen in diesem Umfange tatsächlich vorgenommen wer­den müssen.

' Vaterländische und Rordstern. Das vom Finanzausschuß derVaterländischen" undRhenania" Vereinigte Versicherungsgesell- schast A.-G. genehmigte Fusionsangebot der Rord­stern Allgemeine Versicherungs-A.-G. lies, wie WTD.-Handelsdienst von unterrichteter Seite er- sährt, daraus hinaus, daß die beiden Gesellschaf­ten durch Aktienaustausch auf den Rordstern vereinigt werden. Dementsprechend wird der Rordstern feine Firma vermutlich ändern in: Rordstern und Vaterländische Allgemeine Ver» sicheruugs-A.-G. Der Aktienaustausch ist so ge­plant, daß für 600 Mk. Aktien der Vaterländi­schen und Rhenania 300 Mk. Aktien der Rord­stern Allgemeine Versicherungs°A.«-G. gegeben werden. Ein Teil der für den Umtausch benötig­ten Aktien wird dem Rordstern von befreundeter Seite zur Verfügung gestellt, während der Rest durch eine Kapitalerhöhung beschafft werden soll. Ueber den formellen Antrag wird der Aufsichts­rat der Vaterländischen und Rhenania am 28. d. M. entscheiden. Die Aufsichtsratssitzung des Rordstern ist für den 5. Oktober vorgesehen. Da

die maßgebenden Entscheidungen beiden Auf- sichtsräten obliegen. läßt sich über weitere Ein­zelheiten zur Zeit noch nic^s RähereS angeben.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M.. 26. Sept. Tendenz: schwä­cher. Banken fest. Im Frühverkehr war Ge­schäft wieder kaum zu verzeichnen, da die Speku­lation sehr zurückhaltend war. Der heutige Don­nerstag 'ollte nämlich die Entscheidung brin­gen, ob nnch längerem Zögern der Diskont- sah der Dank von England erhöht werden würde. Man hoffte immer noch, daß hiervon abgesehen würde, doch waren wieder die Goldabzüge zu groß, so daß man später an­nahm, daß diese sicherlich nicht zu umgehen sei. Kurz vor Beginn des offiziellen Verkehrs traf dann auch die Meldung von der Erhöhung der englischen Diskontrate ein, und die Tendenz neigte zur Schwäche Orders waren wiederum kaum eingetroffen, das Geschäft wurde aber trotz­dem etwas lebhafter, da Fusionsgerüchte einen vorteilhaften Widerhall fanden. Man sprach von einem eventuellen Zui ammenfchluß der Disconto-Gesellfchaft mit derDeut- schen Dank. Dieses Moment wog auf der an­deren Seite wieder viel. Rur Bergmann mit minus 6 Prozent. Geffürel mit minus 3,5 Prozent, Siemens mit minus 4 Prozent und Westeregeln mit minus 5,5 Prozent waren etwas stärker angeboten. An den übrigen Märk­ten blieben gegen gestern die Verluste gering. Rur Farben verloren zur Erstnotiz 2 Pro­zent. Deutsche Erdöl lagen dagegen gesucht und leicht erhöht. Montanwerte hatten auch heute nur kleines Geschäft, bei Rückgängen bis zu 1,5 Prozent. Stahlverein zogen dagegen 1 Prozent an. Fest lagen Bank-Aktien und auch lebhafter. Aus dem schon erwähnten Grunde konzentrierte sich das Hauptinteresse auf Dis­co nto-Gesellscha ft mit plus 6.5 Prozent, während Deutsche Dank nur 1.25 Prozent anziehen konnten. Dies war auf den zu erstre­benden Kursangleich zurückzuführen. M i a g tra­ten weiter etwas hervor, auf die bevorstehende Einbeziehung des Papieres in den Tcrminhandel. Glanz st offaktien kaum verändert. R e ii- t e n still und etwas schwächer. Ablosungs­schuld verloren 0,55 Prozent. Im 'Verlause wurde das Geschäft plötzlich lebhafter, und viel­fach wurden Reuengagements per Oktober vorge­nommen. Es traten allgemeine Besserungen bis zu 1 Prozent ein. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld auf 8 Prozent erhöht. Geld über Ultimo 8,75 bis 9,75 Prozent. Am De - v i s e n m a r k t lag das Pfund international fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1945, gegen Pfund 20.374, London gegen Kabel 4.8555, gegen Paris 123.92, gegen Mailand 92.73, gegen Ma­drid 32.85, gegen Holland 12.0950.

Berliner Börse.

Berlin, 26. Sept. Rachdem noch im heutigen Vormittagsverlehr das Hauptthema in den Bank- bureaus die zu erwartende Diskonterhö­hung der Dank von England in London war, wurde die Börse selbst von der Rachricht einer beabsichtigten Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Dis- contogesellschaft überrascht. (Sine offi­zielle Stellungnahme zu dieser Meldung eines Mittagsblattes war bisher von keiner der beiden Institute zu bekommen.) Dank-Aktien hatten schon gestern abend in Frankfurt einen größeren Markt, und auch heute früh eröffneten diese Werte trotz sonst stärkerer Zurückhaltung mit um einige Prozent höheren Kursen. Zu Deginn der offiziellen Dors? war die Kursentwicklung dann eine ähnliche; Bankaktien lagen fester, Dis - conto-Gesellschaft plus und die übrigen Märkte meist schwächer. Die Dank von Eng­land hat sich nun doch entschlossen, ihren Dis­kont um 1 Prozent auf 6,5 Prozent her auf - z u s e h e n, nicht zuletzt wohl dadurch, daß die gestrigen Goldabgaben wieder die Höhe von etwa einer Million Pfund erreichten. Rachdem die Spekulation schon sehr unschlüssig war, bekamen Dann die Skeptibrr die Oberhand, und es traten zu den ersten Rotierungen überwiegend Verluste ein, die bei Spezialwerten bis zu 5 Prozent betrugen. Hinzu kam, daß zum heutigen Liqui- dationstag seitens der Börse verschiedentlich Glattstellungen voraenommen wurden, obwohl Reportgeld reichlich vorhanden war. Kali­aktien verloren bis zu 8 Prozent, Deutsche Linoleum und L o e w e je 6 Prozent und Bemberg 10 Prozent. Bei letzteren verstimmte die Meldung in der heutigen Fachpresse, daß man doch mit der Möglichkeit einer Dividende­reduktion zu rechnen habe. Der erste Kurs der Anteile der Disconto-Gesellschaft stellte sich um 8,5 Prozent hoher, De utsche Bank gewannen 3,5 Prozent, nur Reichsbank tagen 4 Prozent niedriger. Deutsche Anleihen

schwach. Von Ausländern Dltefifanet weiter rückgängig. Pfandbrief markt still. Der Geldmarkt war heute schon etwas fteiier. Tagcsgeld 6 bis 8 Prozent; Monatsgeld 9.25 bis 10,5 Prozent, W arenwechsel umsatzlos. Auch nach den ersten Kursen ergab sich keine einheitliche Tendenz. Glanz st off waren um 4 Prozent erhöht, Bemberg dagegen 4 Prozent schwächer. Svenska waren im Zusammenhang mit schwächeren Londoner Meldungen um 5 Mk. gedrückt. Polyphon minus 4 Prozent, dagegen K a l i a f t i c n etwas erhöht. DeutscheBank- Aktien büßten im Verlause 2,5 Prozent ihres Anfangsgewinnes wieder ein. Die Anteile der Discontogesellschaft blieben gehalten.

Frankfurter Schlachtvichmarkt.

F r a n k f u r t a. M., 26. Sept. Auftrieb: 102 Rin­der, 1138 Kälber, 484 Schafe und 542 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 78 bis 81 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 74 bis 77, geringe Kälber 66 bis 73. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 46 bis 50, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 45, fleischiges Schaf­vieh * 30 bis 39. Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 88 bis 90, von etwa 200 bis 240 Pfund 89 bis 91, von etwa 160 bis 200 Pfund 88 bis 90, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 86 bis 89 Mark. Marktverkauf: Schweine rege, ausverkauft; Kälber und Schafe anfangs rege, zum Schluß ab­flauend, geräumt.

Berliner Produktenmartt.

Berlin, 25. Sept. Angesichts der flauen; Auslandmeldungen, des weiterhin schleppenden! Mehlgeschäftes und fehlender Exportnachsragei für deutsches Brotgetreide, verharrte der hiesige Markt bei rückgängigen Preisen in seiner Lust­losigkeit. Infolge der beginnenden Hackfouchtemte und der Herbstbestellungsarbeiten ist das An­gebot von Waggonware sowohl bei Weizen als auch bei Roggen nur gering, Roggen zur Kahn- verladung ist dagegen reichlicher offeriert. Wei­zen war nur zu etwa 2 Mark niedrigeren Prei­sen unterzubringen, Roggen zur prompten Ver­ladung blieb etwa gehalten. Für Kahnware lauteten die Gebote dagegen 1 bis 2 Mark nied­riger als gestern. Am Lieferungsmarkt war Weizen um 1 bis 3 Mark gedrückt, Roggen lag gleichfalls schwach. Weizen- und Roggenmehle still trotz teilweise entgegenkommenderer For­derungen. Für Hafer haben die Deckungskäufe der Exporteure fast aufgehört, die Preise sind knapp behauptet. Am Gerstenmarkt hat sich die Situation immer noch nicht verändert; feine Qualitäten sind knapp offeriert, abfallende Sor­ten bei reichlichem Angebot vernachlässigt. Ten­denz: Matt. Es wurden notiert (1000 Kilo): Weizen, märkischer, 221 bis 223, Sept. 234, Olt. 238 bis 236,50, Dez. 248 bis 246,50 (Lieferung matt. Tendenz: Prompte Verladung stetig): Rog­gen, märkischer, 178 bis 181, Oft. 189 bis 190 bis 189. Dez. 204 bis 202,50 (Tendenz matt); Brau­gerste 200 bis 220 matter); Futtergerste 170 bis 186 (matter); Hafer, märkischer, 164 bis 174 (prompte Verladung ruhig. Lieferung matt); Oft. 175,50 (Brief), Dez. 190 bis 189; Mais, La Plata 207 bis 208 (matt); (100 Kilo): Weizenmehl 27,75 bis 33,50 (schwächer); Roagenmehl 24,25 dis 27,25 (behauptet); Weizenkleie 11,60 bis 12,25 (ruhig); Roggenkleie 10,80 bis 11,25 (still); Vik- toriaerbfen 36 bis 46; kleine Erbsen 28 bis 33; Futtererbsen 21 bis 23; Rapskuchen 18,50 bis 19; Leinkuchen 24,30 bis 60; Trockenschnihel 12,30 bis 60; Sojaschrot 20,10 bis 60; (50 Kilo): Kar­toffelslocken 17,50 bis 18.

Letzte Nachrichten.

Verschmelzung der Deutschen 23anf und der Oisconiogesellschast?

Berlin, 26. Sept. (MTB. Drahtbericht.) wie wir von beteiligter Seite erfahren, steht die v e r - schmelzungderDeutschenBankundder Discontoges ells chaf t dicht bevor. Die ent. scheidenden Aufsichtsratssihungen finden heute nach­mittag statt. 3m Anschluß daran wird voraussichtlich eine offizielle Mitteilung der beiden Banken erfolgen. Die Verschmelzung kommt für die Börse und die gesamte deutsche Wirtschaft vollkommen über­raschend. Ein Berliner Mittagsblatt will wissen, daß die Fusion durch Aktienausgleich im Verhältnis von 1:1 vollzogen, und daß die Deutsche Bank ihr Kapital um mehr als 10 0 Millionen Reichsmark erhöhen wird. Eine Bestätigung dieser Angaben ist im Augenblick noch nicht zu er­langen.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

22,3

22,25

22,13

1,75

115,13

124

125

175,5

11

Banknoten.

294,13

296,5

294,25

164,25

160,5

156

27,5

2,35

21,8

1,75

198 175,5 268,5

163

154 154,5

115,5

178,5

154,25

108,25

124,5

124,75

197,75

174,5

267,5

161,5

152,5

153

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt befchloffenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombarbzinsfuß 8,5 Prozent.

154

107,25

124,75

125

199,75

175,5

269,25

165

161

156

*y.

. 7

. S

10 . 8

10

10

Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

7,3 7,35

7,5

14,9

7,35

7,3

1,8

7,25

21,5

1,7

io

10

10 . v

12

7,3

7,3

7,45

14,9

27,75

2,3

4% Schweiz. BundeSb.-Ani.. .

4% Ccfterrctdjildje Goldrte.. . 4,20% Oesterr. Silberne. . . - 4% Oesterreich, ein heilst Rte .

4% Unflariftbe Oolbrte......

1% Ungarische StaatSr. v. 1910 iy,% beSgl. von ISIS.....

4% Unonriidre Rronentte.. . .

4% Türl. Zollanleihe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahu-Anst, Serie 1...........

4% desgi. Serie 11. ... - 4% Rumäne« amtiert 8ne. . .

1y,% Rumänen choldanl. von 1918

tnig. Deutsche iistenbahn . . Hamburg-Amerika Paket . . Homv.-Südam. Dampfsch.

Hansa Dampfschiff.....

Norddeutscher Lloyd . . «11g. Deutsche Crcditanst. - - Barmer Banivcrein . . . . Berliner HandeiSgeseUsch. . . Commerz. und PNvat-Bcm!. Dormsst u. Naiionalbank . . Deutsche Bank......

Dislonio-Acsellschast Anst. . Dresdner Bank......

Metallbau t........ i-chibant ........

itrantrun a M.

Berlin

Lchiub» Kurs

i-Uhr Kur»

2chlub 1 Kurs

An sang. Kurs

Datum

25.9.

26.9.

25.9.

26 9.

PhtUpp Hoijmann.......

98,5

9/,5

Heidelberger Lement .... 10

Gement Karlstadt.....1°

124.5

124,35

177

Waich & Freitag...... 8

96,75

96

96,75

Schultheis Patzender ... 15

283

281,5

Cftwerte.........12

220

219

Ber. Glanzstofs ...... 18

301,75

201

304

299

Bemberg........."

248

238

Zeilstofi Waldhof 4 - - - 18%

Zellstoff Aschass.-nbura . . .2

Charlottenburger Waner ... 8

148

230

149,9

230

149

100,9

100.5

Dessauer Gar.......9

182.4

181,5

Daimler Motoren......'

44

44,25

43

Deutiche Maschinea-Jabril . .

51

52

.'itiletroette Rieoet......0

40,75

41,5

-

193

187

Nat Automobil

23,5

Lrensteia & Koppel ..... 6

82,5

80

Leonhard Tiey ..... 10

Bamog-Meguin.......0

Franst. Maschinen......4

196,25

192

50

52

Grchner..........6

58

58

Heniigenstaedt .......1

^unghans..........6

8,7

59.5

58

Lechwerle. ...... 8

106

Matntra,lwerte.......8

106,5

Miag...........io

127,5

128

126,25

126,75

-

Gebe. Roeder.......1'

108,5

Voigt 4 Haesfuer..... 9

222

222

Südo Zucker.......10

157,25

157,5

Berlin, 25. September

Geld

Brief

Französische 'JZotcn

16,40

16,46

167,93

16R fil

Italienische Noten......

21,97

22.05

Norwegische Noten......

111,48

111,92

Deutsch-Ocsterr, a 100 Kronen

58,85

59,09

Rumänische Noten......

2,48

2,50

Schwedische Noten......

112,08

112,52

Schweizer Noten ......

80,64

80,96

Spanische Noten.......

61,73

61,97

Tschechoslowakische Noten . .

12,37

12,43

Ungarische Noten

73,00

73,30

.irontiun a .

Berlin

2d)lu{$» <lur6

i-UOr Rur?

Schluß-! ftute |

Anfang. flur-3

Datum

25.9.

26 9.

25.9.

26.9.

til.6.0...........

Bergmann........

tflefit. Liescrungeu.....

Ülftt und firnil......

Felten & Guilleaume.... Gei. f. (Sicht. Untern.....

Hamb. Elestr. Werke . . . . Rhein. Eleitr........

Schlickert.........

Siemens 4 HalZke.....

TranSradio . ... st'ah»eucr £ So.......

Deutiche ...........

Essener Steinlohle.....

Gelsenstrchener ...

Hoesck Eisen........

wie Bergbau.......

....................

Mannesmann.......

Mankfelver........

cbersch'ei. Liscnb. Bedarf. . Lberschles. Kottwerke. . . . Phänix Bergbau......

Rheinische Braunkohlen. . . Rheinftahi . . ......

Aiebeck Montan......

Bereinigte Stahl» . . . . Otatii Minen......

Halt Aicher-leben.....

Hali Westeregeln......

flaliroed Salzdetfurth . . .

3. <J. Farden-Invustrie . . . Dynamit 9?o6a......

Goldschmidt .......

Rütgerswerle.......

Melallgelelllchaft......

m

1(i IV,

10

10

"i" 11

16 . 8

10

. 6

. 8 . 0

6 V,

10

7 6'4

10 . 6 7/2

16'/» li

10

15

1k . 6

. 6

. 6 . 8

188,5

134

203^5

219

372

168.5

109,4

138

140,5

214

114

110,5

133,5

105

263,5 118

112

228 :35

387

212,13

152

73,5

78,25

126,5

187,75 212,5

200

200,5

142.5

218,5

368

167

109,75

108,75

104

116^5 112,75

229,5

210,25

152,75

126

188,25 218,75

166,25

201,5

134

203,25

142,5

144

180 219,25 372,25

142,5

167

-1,13

110

138,5

137,5

140,5

127,25

214

114

123,75 110,75

133,5

60,75

101

104,9

264,5

119

112,5

70

-29

236,5 387,25

212,4

100,5

72.5 78,75 126,25

188 214 163 201

134 201

142

143,5

218

367,5 139,4

69,5 110,4 138,5

137

142,13 127 211

112

123,25

109,4 133

101

104,6

265.5

117

112,25

69,25 221 230

381

211,5

69

78,25

fitanlhm a M.

Berlin

Schluß. ftllT#

1-Uhr Kur-

Schluß- Kure

Anfang. Rur-J

Datum

25.9.

26 9.

25.9.

26. 9.

6% Dst ReichSanleihe 0 1927 . Dl. Vnl..«blöl.-Schu1o mit Au»

8t 5

87,5

los.-Rechten........

53,45

53,05

53,3 10,4

53,13

Desai, ohne SuAos.-Rechte . .

7% tzronkf. Hyp.-Bl. Goldps. un

kündbar 6te 1932......

Rheinische Hyp.-Banl Liqu

10.8

10,25

10,25

85,5

Goldps............

O.G.®. abg. Borkriegt-Obstgattoa.

77

rückzahlbar 1932 .....

88

-

-

25. September

26. September

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld I

Briet

(Selb

Brief

Amst.-Rott.

168,22

168.56

168,20

168,54

Buen.-Aires

1,75

1.76

1,758

1,762

Brsi-Ankw.

58,305

58.425

58,325

58,445

Christiania.

111.67

111,89

111,65

111,87

Kopenhagen

111,72

111.94

111,77

111,99

Stockholm .

112,33

112.55

112,33

112,55

Helsingsors.

10,537

10,557

10,537

10,557

Italien. . .

21.94

21,98

21,94

21.98

London. . .

20,338

20,378

20,344

20,384

Neustork . .

4,1935

4,2015

4,1900

4,1980

Paris....

16,415

16,45'

16,42

16,46

Schweiz.

80,85

81,01

80,86

81,02

Spanien. .

61,95

62,07 2,014

62,02

62,14

Japan . .. ?Hio de Jan.

2,010

2,008

2,012

0.4995

0.49

0.49

.4975

Wien in D- Ceft- abgest.

58,96

59,08

58,95

59,07

Prag . . . .

12,423

12,443

12,417

12.437

Belgrad . .

7,38

7,39

7.383

7,397

Budapest. . Bulgarien .

3,17

3,03

73,31

3,04

73,11

3,035

73,25

3,041

Lissabon Danzig. . Konstantin.

18,73

18,77

18,73

18,77

31,35

81,51

81,34

81,50

2,08

2,03

2,025

2,029

Athen.

5,42

5,43

5,425

5,435

Tanada .

4,156

4,164

4,156

4,164

Uru uast.

4,09

4,10

4,096

4,104

Latro . .

1 20,86

20,90

20,867

20,907

Berlin, 25- September

Geld

«rief

Amerikanische Violen.....

4,185

4,205

Belgische Noten . .......

58,10

58,34

Dänische Noten ........

111,55

111,99

Englische Noten ......

20,315

20,395