Ausgabe 
26.7.1929
 
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auf und ab glitten, um die Leuchtfackeln für die abendliche Festbeleuchtung anzubringen. Drei Flugzeuge kreisten über der Stadt, um die Ein­haltung des Flugverbotes, das für diesen Tag erlassen worden war, zu überwachen. Die Pro­zession begann um 18 4lhr. Um 19.30 Uhr er­schien der Pap st auf seinem Tragsessel im Hauptportal, von den Kardinalen und höchsten Spitzen der vatikanischen Behörden begleitet. Die Glocken von St. Peter setzten ein und alle an­deren Glocken folgten. Während der Papst die Runde um den Petersplatz machte, wurden die Lampen an der Fassade und an den Kolonnaden entzündet. Dann grup­pierte sich im Scheine vieler tausend Kerzen der Prozessionszug auf der Freitreppe. Erst nach 20 Uhr verließ der Papst den Tragsessel, der genau nach dem Modell hergestellt ist, das Bvvnini für den Papst Alexander VII. entwor­fen hatte. Der Papst kniete vor dem Altar nie­der und erteilte schließlich nach verrichtetem Ge­bet der harrenden Menge den eucharistischen Segen. An der eindrucksvollen Prozession be- teillgten sich etwa 80 000 Personen.

Mcdonald an den Reichskanzler

London, 25.3uli. (WB.) Macdonald richtete an Reichskanzler Müller folgendes Telegramm:Ich erhielt mit lebhafter Be­friedigung von der erfolgreichen Operation Kenntnis, der sich Eure Exzellenz unterzogen hat. Rehmen Sie bitte meine Glückwünsche und herzlichen Wünsche für baldigeWieder- herstellung Ihrer Gesundheit entgegen."

Frankreichs Imperialismus an der Saar.

Die französischen Schulen.

Saarbrücken, 25. Iuli. (WB.) In der heutigen Sitzung des Landesrats wurde u. a. wieder die Frage der französischen Schu­

len im Saargebiet aufgerollt. Abgeord­neter Martin (3.) brachte aus der Treuesten Zeit eingehendes Material über die neu auf» lebende Propaganda der fränkischen Dergverwaltung für die dominialen Schulen. Ramentlich ging er auf die Verhältnisse auf den Gruben Belsen und Hostenbach ein, wo

durch Fragebogen bei den Bergleuten festgestellt worden sei, wer seine Kinder in die französische Schule sende bzw. bereit sei. Drohungen mit der Entziehung der Dienstwohnung und sogar mit Entlassung seien vorgekommen.

In Hostenbach unterhalte der Leiter der Schule sogar ein regelrechtes Anw e r b e b u r e au, auf dem diejenigen Arbeiter sofort eingestellt wür­den, die ihre Kinder in die französische Schule schicken und dem Saarbund der französischen Propagandaorganisation beizutreten bereit seien. Hier sei den Eltern mehrmals ein Termin gestellt worden, bis zu dem ihre Kinder in der franzö­sischen Schule sein müßten. Freiwillig seien dieser Aufforderung nur zwei Familien gefolgt, und diese auch nur unter wirtschaftlichem Druck. Der Abgeordnete verlangt, daß die Regierungs­kommission diesem Treiben ein Ende mache. Einige Redner betonten, daß das Ver­halten der Dergverwaltung um so merkwürdiger sei, als sie doch nicht annehmen könne, daß bis zur Volksabstimmung aus einem deutschen Berg­mannsjungen ein französischer Wähler gemacht würde. Von dem Redner der Deutsch-Saar­ländischen Dolkspartei wurde betont, daß die Regierungskommission pflichtwidrig handele, denn schon im Dezember 1924, als Deutschland noch nicht zum Völkerbund gehört habe, war ihr die Beseitigung des Druckes vom Völker­bund zur Pflicht gemacht worden.

E i nm ü t i g wurde vom Haus die Abstel­lung des unzulässigen Vorgehens der Derg­verwaltung verlangt, um die politischen Par­teien nicht in die Zwangslage zu versetzen, wie­der einmal die Weltpresse auf dieseselt­same Pflichtauffassung" der Regierungskommission aufmerksam zu machen.

China zum Nachgeben bereit.

Oer Weg für friedliche Erledigung des Streitfalles geöffnet.

Paris, 26. Iuli. (2DI23. Funkspruch.) Der Lhikago Tribüne" wird aus 2N u k d e n ge­meldet, man nehme an, daß China bereit sei, wegen der Beschlagnahme der ost chine­sischen Eisenbahn eine Entschuldigung vorzubrlngen. Auch sei die nationalistische Regierung bereit, die meisten der bei der Beschlagnahme ver­drängten russischen Beamten wieder in ihre Posten einzusehen. Die Ranking-Re- gierung erkenne also den Grundsatz der gemein­samen Kontrolle der Eisenbahn an. Bei der ersten Fühlungnahme der Vertreter Chinas und Rußlands habe der Vertreter von Nanking erklärt, China habe sich ohne das Eingreifen irgendeiner dritten Partei bereit erklärt, mit Ruß­land in Verhandlungen einzutreten. Ieht sei der Weg für direkte Verhandlungen erschlossen. In Rkukden herrsche eine optimi­stische Atmosphäre. Die chinesische Friedens- d e l e g a t i o n werde sich nach L h a r b i n begeben und von da nach der Stadt, die die Russen als Konferenzort Vorschlägen werden.

Sesprechungen schon im Gange?

London, 26. Iuli. (WTB. Funkspr.)Daily Telegraph" meldet aus vkukden vom Mitt­woch, daß in T schon gtschun, dem südlichen Endpunkt der chinesischen Ostbahn, Besprechun­gen zwischen dem Bevollmächtigten der Mukden- regierung, General Tschangtso hsiang, und dem russischen Generalkonsul in Lharbin, Melnl - koff, begonnen hätten. Es verlaute, daß Chinas Haltung die sei, daß General durch die Aus­weisung der hauptsächlichsten russischen Beamten seine Befugnis überschritten Hal und daß China den Grundsatz der gemein­samen Kontrolle der Bahn anerkennt. Dies eröffne den Weg für Verhandlungen. Ls werde berichtet, daß der russische Bevollmäch­tigte einen Sichtvermerk erhalten hat und sich aus dem Wege nach Lharbin befindet, wo er mit dem chinesischen Gesandten in Finnland Zu­sammentreffen wird, der der Abgesandte der Ran- king-Regierung ist. Ls werde angenommen, daß der Weg für eine friedliche Regelung des Disputes eröffnet ist.

Reuter meldet dagegen aus Tokio: Linem Tele­gramm aus Lharbin zufolge sind der russische Generalkonsul Melnikoff, der russische Vizevor- sihende im Vorstand der chinesischen Ostbahn, L h i r- k i n, und 31 andere Russen am Donnerstagnach­mittag nach der Grenzstation Mandschuli ab­gefahren, um sich nach Sibirien zu begeben.

Ruhe in Charbin.

Paris, 25. Juli. (WB.) havas meldet aus Mukden: Entgegen anderslautenden Gerüchten ist die Lage in Charbin sehr ruhig. Ur­teilsfähige Beobachter gjlauben, daß eine b e ° trächtliche Entspannung eingetreten sei. Das Zusamentreffen des Gouverneurs von Kirin und des Oberkommandierenden der an der man­dschurischen Grenze mobilisierten Armeen mit dem Sowjetkonsul in Charbin scheint die Hoffnung auf Wiederaufnahme der Verhandlungen zu recht­fertigen.

Oie Botschafierkonferenz bei Staatssekretär Stimson.

W a s h i n g t o n, 26. Iuli. (WTD. Funkspruch.) WieBaltimore Sun" unb andere Zeitungen berichten, war bei der Besprechung, die Staats­sekretär Stimson gestern mit ben Vertre­tern Deutschlands, Englands, Frank­reichs und Italiens hatte, auch der ja­panische Botschafter zugegen. Ueber das Ergebnis der Besprechung wird nach wie vor strenges Stillschweigen bewahrt, das erst ge­lüftet werden dürfte, wenn die von den genann­ten Großmächten erbetenen Antworten auf die DvrfchlögK der amerikan^chen Le­

gierung zur Beilegung des russisch-chinesischen Konfliktes eingetroffen sind.

Ein sowjetrussisches Dementi.

Berlin, 25. Iuli. (WTB.) Wie die Presse­abteilung der Sowjetbotschaft mitteilt, entspricht die Reutermeldung aus Schanghai, daß der svwjetrussische Botschafter in Berlin dem chinesischen Gesandten in Berlin eine Erklärung abgegeben habe, nicht den Tat­sachen. In Wirklichkeit hat nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Sowjetrußland keine Fühlungnahme der Sowjetbotschaft mit der chinesischen Gesandt­schaft stattgefunden.

Englisch-russische Annäherung

London, 25. Iuli. (WTB.) Durch Vermitt­lung der norwegischen Regierung ist die Ant­wort der <5oto jetregie rung auf die Ein­ladung, zum Zwecke von Besprechungen über die Frage der Wiederaufnahme der di­plomatischen Beziehungen zwischen England und Sowjetruhland Vertreter nach London zu entsenden, nunmehr hier einge­troffen. Die Antwort der Sowjetregierung be­grüßt den englischen Vorschlag und erwähnt, daß der Sowjetbotschafter in Paris, Dowgalewski, beauftragt sei, sich als Ver­treter der Sowjetregierung zur Aufnahme von Verhandlungen nach London zu begeben. Wie hier verlautet, wird Dowgalewski wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen hier eintreffen.

Amerikas neuer Botschafter in Paris.

Washington, 25. Iuli. (WB.) Senator Edge aus Reu-Iersey ist als Rachfolger des verstorbenen Botschafters Herrick zum Bot­schafter der Vereinigten Staaten in Frankreich ernannt worden. Er wird nach Beendigung des Kongresses sein neues Amt an­treten.

Ans aller Welt.

Neue Probeflüge vonDo X".

Friedrichshafen, 25. Iuli. (WTB.) Das zw ölfmo to rig e Flugs ch iffDo. X" der Dornier - Flugzeugwerke, das Anfang dieser Woche den zweiten Teil der programmäßi- gen Probeflüge von Altrhein am Schweizer Ufer aus begonnen hat, führte heute vormittag neuerdings drei Flüge aus. Wie uns mitgeteilt wird, betrug bei jedem dieser Flüge das Abfluggewicht der Maschine etwa 48 Tonnen, was bei einem Eigengewicht des Flugzeugs von 25 Tonnen einer Zuladung von ungefähr 23 Tonnen oder 460 Zentner entspricht. Bei den Flügen am Dienstag und Mlltwoch hatte die Do. X bereits ein Abfluggewicht von 41 bzw. 45 Tonnen. Die Leistungsprüfungen werden in den nächsten Tagen fortgesetzt.

St. Louis Robin" 295 Stunden in der Luft.

N e u y o r k, 25. Juli (WB.) Das Flugzeug St. Louis Robin" befindet sich bereits 295 Stunden in der Luft und setzt seinen Flug fort.

Eine altehrwürdige Kirche durch Feuer zerstört.

Kellinghusen, 26. Iuli. (WTD. Funk­spruch.) Das alte Wahrzeichen Mittelholsteins, die ehrwürdige Kirche in Kellinghusen, ein Feld­steinbau aus dem Iahre 1154, ist gestern abend aus unbekannter Ursache ein Raub derFlarn- rnen geworden. Kurz vor 6 Uhr bemerkte ein Iunge ein eigenartiges Knacken der Fenster einer Kirchenwand. Als der benachrichtigte Kirchen­diener die Kirche betrat, schlugen chm schon vom Orgelchor die Hellen Flammen entgegen. In kur­zer Zeit stand das obere Kirchenschiff in Flam­men. Dald stürzte die Empore zusammen, und die zwei Kirchenglocken stürzten in das Kirchen­schiff hinab. Um 7 Uhr ftürate der Turm in sich zusammen. Von dem wertvollen Gestühl der.Mrche

Weitere Erschütterung der Anklage gegen M.

K a t t o w i tz, 25. Iuli. (WB.) In der heutigen Verhandlung des Prozesses Ulitz wurde zu­nächst die Zeugin Frau Libera vernommen, die in der Zentrale des Deutschen Dolksbundes beschäftigt war, und die bekundete, daß die Belastungszeugin Wurzik versucht habe, auf sie dahin einzuwirken, daß sie mit dem Agenten Pielawsk: in Verbindung trete. Sie habe der Wurzik grundsätzlich erklärt, daß sie auf eine Bekanntschaft mit dem Agenten verzichte, ohne daß sie damals wußte, warum dieser darum nach­suchte.

Als nächster Zeuge wird der Ehemann der Frau Libera vernommen, der beim Volksbund als Syndikus angestellt war. Der Zeuge sagt aus, es feien zwar Personen zu ihm gekommen mit der Erklärung, daß sie sich dem Militärdienst entziehen wollten, er habe ihnen aber gesagt, daß sie

trotz ihrer deutschen Nationalität als polnischer Staatsbürger die unbedingte pflicht hätten, ihrer Dienstpflicht zu genügen.

Der Zeuge betont, daß in einer Rundverfügung an die Bezirksvereinigungen des Volksbundes auf die Ungültigkeit des Mitglieds- ausweises als Paßersatz hingewiesen wor­den sei. Auf Anregung des Angeklagten, über die Konferenz zu berichten, die Ende 1925 in der Zentrale stattfand und in der beraten wurde, ob man Fräulein Wurzik, von der bekannt geworden war, daß sie mit verdächtigen Leuten in Verbindung stand, entlassen solle, erklärte der Zeuge mit aller Bestimmtheit, daß Ulitz sich gegen die Entlassung ausgesprochen habe, denn, wenn auch die Wurzik Spitzeldienste leiste, so liege zur Entlassung kein Grund vor, da es beim VoÜsbund nichts zu verheim­lichen gäbe.

ES folgte dann die Vernehmung einer ganzen Reihe von Bezirksleitern des Volksbun­des, die den Erlaß der Rundverfügung be­stätigten und die loyale Gesinnung des Angeklagten betonten.

Iankowski vom Deutschen Dolksbund in Kattowih bekundet auf Wunsch des Angeklag­ten, daß

Ulitz sich im Deutschen Klub in Warschau im vergangenen Iahre mit aller Entschiedenheit für eine positive Politik des Deutschen Volksbundes dem polnischen Staate gegenüber ausgespro­chen habe.

Auch Senator P a n t, der Vorsitzende des Deutschen Klubs im Schlesischen Sejm, sagt aus, Ulitz habe stets den Standpunkt vertreten, daß die Minderheiten unbedingt ihre Pflicht dem Staate gegenüber er­füllen müßten, insbesondere wenn sie An­spruch darauf erheben wollen, von ihren Rech­ten Gebrauch zu machen. Ulitz habe sich auch sei­nerzeit bei der Beratung in Warschau mit Ent­schiedenheit für die Ausdehnung des M i - litärdienstpflichtgefetzes auf O st - oberschlefien ausgesprochen, trotzdem Oft- oberschlesien in dieser Hinsicht vertraglich eine Ausnahmestellung eingeräumt worden war.

Der Chefredakteur derKattowiher Zeitung", Dr. Krull, sagte aus, daß Ulitz des öfteren von ihm selbst unterzeichnete Qlrtilel derKatto- witzer Zeitung" zur Verfügung gestellt habe und daß er in persönlichen Unterhaltungen mit ihm über politische Fragen sich immer im loyalen Sinne ausgesprochen habe.

Vom Vorsitzenden wurde nunmehr

der Hauptbelastungszeuge Hauptmann Chchon nochmals borgerufen. Chchon hatte bei seiner ersten Vernehmung bekundet, daß geheime Konferenzen in derKattowiher Zeitung" stattgefunden hätten, und erklärte sich heute be­reit, die Unterlagen dafür beizubringen, daß Krull schriftlich Anweisungen von Ulitz bekom­men habe, was der Zeuge Krull ganz entschie­den bestreitet.

Sodann wurde

der Lausanner Sachverständige Dr. Bischof

in den Verhandlungssaal gerufen. Die Vereidi­

gung des Sachverständigen Bischof, der vor allem daraus vereidigt wird, ein unparteiisches Gut» achten abzugeben, erfolgt in französischer Sprache. Als Dolmetscher fungiert Prof. Timienitckü Sodann zog sich der Sachverständige mit dem Dol­metscher und' dem Sachverständigen Prof Krol zur Untersuchung des ihm zur Verfügung gestell­ten Materials zurück.

Dann folgte die Verlesung der schon erörtertet* Korrespondenz zwischen dem Selbslschuhführer

Sellerie und dem Angeklagten.

Diesmal wurde aber nicht nur, wie seinerzeit in dem Prozeß gegen den Rektor Dudeski, das Schreiben an Ulitz, sondern auch die Stellung­nahme des Angeklagten zu diesem Bries verlesen, die bekanntlich dahin geht, daß er seine Bezirksoereinigungen anwies, ihm das Austauchen von Bestrebungen zur Bildung von Stoßtrupps unverzüglich mitzuteilen, damit die Behörden davon in Kenntnis gefetzt wer- den könnten. Sodann wurde das umfanareiche Aktenmaterial, das dem Gericht in der gestrigen Nachmittagssitzung von Oberregierungsrat Graf M a t u f ch k a (von der Regierung in Oppeln) überlasten worden war, vom Vorsitzenden zur Verlesung gebracht.

Rach der Verlesung der Akten wies der Qln* geklagte die ihm seitens der Staatsanwaltschaft und seitens des Vorsitzenden gemachten Beschul­digungen sachlich, aber entschieden zurück. Den Mißbrauch der Mitgliedsausweise erklärte er damit, daß vor einiger Zeit plötzlich eine starke Verschärfung und Verteuerung der polnischen Paßvorschriften eingetreten sei. Ztt dem Vorwurf, daß er

mll dem deutschen Generalkonsulat In kattowih in Verbindung

getreten sei, gab Lilly die Begründung, daß es sich dabei um Reichsdeutsche gehandelt habe, deren Vertretung laut § 82 der Genfer Konven­tion allein den Auslandbehörden der deutschen Regierung zustehe. Bezüglich des an den Volks­bund gerichteten Schreibens des Afa-Bunde- wegen des lokalen Teiles der .Kattowiher Zei­tung" und der von ihm ^Uih an den Afa-Bund gerichteten Antwort, in der er darauf hinwieS. daß er auf die Redaktion derKattowiher Zei­tung" keinen Einfluß habe, erklärte der Ange­klagte, daß es sich dabei um eine Antwort han­dele, die er rein als Privatmann gegeben, wenn auch mitGeschäftsführer des Deutschen Dolks­bundes" unterzeichnet habe.

Die Rachmittagssihung begann mit der Ver­lesung der von der Verteidigung beigebrach­ten Artikel, die der Angeklagte in der .Katto­wiher Zeitung" aus verschiedenen Anlässen veröffentlicht hat und die immer wieder die loyale Einstellung des Angeklag­ten zum polnischen Staat bezeugen.

Rach IVJtunbiger Pause erstattete der Lau­sanner Sachverständige Dr. Bischof seinen Bericht. Er erklärte, daß er

die Identifizierung der Unterschrift nicht vor­nehmen könne. Auch eine Vergrößerung werde die Sachlage nicht ändern, da es nur die ver­größerte Photographie einer schlecht angefertig- ten Photographie sein würde. Die Unterschrift könne echt sein, sie könne aber auch eine Fäl-- schung fein.

Im weiteren Verlauf nahm der Experte unter dem größten Interesse des Gerichtshofes und der Verteidigung Schriftexperimente vor, und es kam zu einer Sensation, indem et nachweisen konnte, daß

der Dolmetscher genau die gleiche Unterschrift wie der Angeklagte Ullh schreiben konnte.

Rach verschiedenen Zwischenfragen trat eine Pause ein, worauf die militärischen Sa ch- verständigen unter Ausschluß der Öffent­lichkeit und der Presse ihre Gutachten ab­gaben. Die Öffentlichkeit wird erst zu der mor­gigen, um 3/<8 LIHr beginnenden Sihung wie­der zugelassen werden.

konnte nichts gerettet werden, obgleich inzwischen sämtliche Feuerwehren, auch aus der Umgebung, aus Itzehoe, Elmshorn, Reumünster usw. er­schienen waren. Rach etwa zwei Stunden war der ganze Kirchenbau vernichtet. Der Turm der Kirche war bereits einmal im 17. Iahrhundert durch Blitzschlag zerstört worden.

Schweres Unwetter in der Tschechoslowakei.

Prag, 25.Juli. (WB.) Ueber dem Bezirk Ta­bor ist heute ein überaus heftiges, von Hagel­schlag begleitetes Gewitter niedergegangen, das un­geheure Erntefchäden anrichtete. Wie festgestellt wurde, ist in acht Gemeinden die Ernte bis hundert Prozent, in anderen Gemeinden bis zu 80 Prozent vollkommen vernichtet. Geflügel, Feldhühner und Rotwild wurden durch die riesigen Schloßen er- schlagen. Das Unwetter richtete auch große Schäden an den Straßen an. Durch den Sturm wurden sechs Scheunen weggerissen. Drei Personen erlitten Verletzungen durch die Trümmer einstürzender Dächer. Der Bezirk Tabor ist erst vor kurzer Zeit von einer ähnlichen schweren Unwetterkatastrophe betroffen worden.

Große Hitze in Norditalien.

Rom, 26. Iuli. lWTD. Funkspruch.) Aus Rorditalien wird eine immer größer werdende Hitze gemeldet, die schon an ver­schiedenen Orten Opfer gefordert hat. In Mai­land find zwei Personen an Sonnenstich ge­storben, während drei schwer krank im Kranken­haus liegen. In Bologna wurde ein Zug­führer mit einem Sonnenstich in das Kranken­haus eingeliefert. Er starb bald darauf.

Fünfzehn Häuser in einem schweizerischen Weiler niedergebrannt.

Bern, 25. Iuli. (WTD.) Bei einem heftigen Gewitter, das über Llnterwallis niederging, schlug der Blitz in ein Haus des Weilers Tor- g o n ein und zündete. In kurzer Zeit standen fast sämtliche Häuser des Weilers in Flammen. Trotzdem sich die Feuerwehren der benachbar­ten Ortschaften sofort an die Brandstelle be­gaben, blieben bis 2 älhr nachts nur noch drei Häuser des Weilers unversehrt. Etwa fünfzehn Häuser sind nieder gebrannt, wodurch rund 80 Einwohner obdachlos geworden sind.

Neuer Ausbruch des kilauea auf hawai.

Honolulu, 25.Jyli. (WP) Einer Meldung

ALS Hilo zufolge ift der Vulkgu Kilsprs M

Hawai heute früh in Tätigkeit getreten. Aus dem Krater schossen vier gewaltige Feuer- garben und schleuderten glühende Steine bis zu einer Höhe von 150 Fuß in die Luft.

Wettervoraussage.

Die flachen Druckstörungen, die über Süd­deutschland hinwegziehen, haben in unserem Ge­biet in den heutigen Morgenstunden toiebefl Riederschläge gebracht. Bei der herrschenden Druckverteilung strömen immer noch polare Kalt­luftmassen zu, die die Temperaturen verhältnis­mäßig niedrig halten und Bewölkung verursachen. Iedoch steigt mit der Kaltluftzufuhr der Luft­druck an, so daß das über Irland lagernde Hochdruckgebiet nach und nach Zugang zu dem Festlande findet. Die Wolkendecke wird dann zeitweise durchbrochen, und eine Beruhigung der Wetterlage steht iit Aussicht.

Wettervoraussage für SamStagr Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, für die Iah- reszeit noch kühl, Rachlassen der Riederschläge.

Wettervoraussage für Sonntag: Teils wolkig, teils heiter, wieder etwas wär­mer, meist trocken.

Lufttemperaturen am 25. Iuli: mittag- 18,5 Grad Celsius, abends 17,5 Grad,- am 26. Iuli: morgens 11,9 Grad. Maximum 20,3 Grad. Minimum 11,1 Grad. Erdtemperaturen in zehn Zenllmeter Tiefe am 25. Iuli abends: 22 Grad, am 26. Iuli morgens: 17,6 Grad Celsius. Riederschlag 7,2 Millimeter. Son­nenscheindauer 28/t Stunden.

Reisewetterdienst

der amtlichen Wetterdienststelle Gießen.

Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern plötzliche Abkühlung, regnerisch: heute morgen 15 Grad, Windstille, halb bis ganz bedeckt. Berch- tesgaden: Gestern warmer Tag, regnerisch: heute morgen 19 Grad, Südwind, heiter bis halb be­deckt.

Baden (Baden-Baden): Gestern schwül, teil­heiter, teils wolkig, heute morgen 19 Grad, Süd- westwind, halb bis ganx bedeckt.

Rheingebiet (Köln): Gestern plötzliche Ab­kühlung, regnerisch: heute morgen 12 Grad, Rord- westwind, leichter anhaltender Regen.

Küste (Borkum): Gestern kühle Narbt, meist trübe: heute morgen 15 Grad, Nordwestwind, halü bis ganz bedeckt.

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