Einzelbild herunterladen

Nr. 72 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzejger für Gberheflen)

Turnen, Sport und Spiel.

Frauenturnen im Gau Hessen O. T.

-o- Eine planmäßige Dauübungsstunde für das Frauenturnen sand am Sonntag zu Gie- ften in der Turnhalle des Tv. 1846 statt. Die Veranstaltung war aus den Frauenabteilungen von 40 Gauvereinen beschickt und wies eine Teil- nehmerzahl von nahezu 100 Abteilungsleitern und Dorturnerinnen auf. Reu eingetreten in den Verband sind die Abteilungen der Turnvereine zu Schotten. Droh-Eichen, Dambach und Eber- stabt bet Lich.

Die Leitung lag in den bewahrten Händen des Dauwartcs für dos Frauenturnen, Rudolf Paul (Dietzen), und brachte zunächst eine um­fassende fachliche und methodische Durcharbeitung der Stabübungen, die als Massenvorführung zum Dauwetturnen der Frauen bestimmt worden find, und deren Wiedergabe nach Musik mit verbinden­den Hüpfübungen zeigte, daß es dem Leiter ge­lungen ist. bei dem Aufbau der drei Uebungs- gruppen Rhythmik, Kraft und Anmut zu wir- nmgSvollen Einheiten zu verbinden.

Sodann gab Llbteilungsleiter Ludwig 3oft von der Turngemeinde Friedberg einige Ab­schnitte auS der Bewegungsschule, und Hein­rich Schneider vom Tv. Wetzlar leitete den Aufbau zweier Volkstänze. Erläuterungen zu den Pflichtübungen am Reck, Barren und Pferd knüpfte der Dauwart an die Vorführung prak­tischer Beispiele an.

DaS 9. Wetturnen der Frauen im Dau hat für den 31. August und 1. September der Turnverein zu L i ch übernommen.

Handball der O. T.

Mtv. I. 2. fiomp. Ins.-Regl. 15 5:2 (3:2).

Am Sonntag kam auf dem Platze des Männer­turnvereins das mit großem Interesse erwartete Spiel zwischen der 2. Komp, des Jnf.-Regts. 15 und der 1. Handballelf des Mtv. zum Austraa. Der Militärmannschaft hatte man mehr Aussicht auf den Sieg zugesprochen, zumal sie in letzter Zeit gegen namhafte Vereine der Sportbehörde beacht­liches Können gezeigt hat. Um so mehr über­rascht die Niederlage, die sie sich von den Männer- turnern gefallen lassen mußte. Die Kompagnie stellte eine gut durchgebildete Mannschaft. Die Männerturner traten mit Ersatz an, ferner mußten sie das Spiel mit nur 10 Mann durchfuhren. Wenn cs ihnen trotzdem gelang, über die körperlich stärkere Mannschaft den Sieg davonzutragen, so ist das dem großen Eifer und der Eingabe zu dem Spiel zuzuschreiben. Zijm Spielverlauf ist zu er- wahnen: Nach Anwurf entwickelte sich sofort ein flottes Spiel, wobei in der ersten Viertelstunde die Militärmannschaft tonangebend war. Gegen­über den raschen Durchbrüchen und der guten Ab­wehr, sowie Fangtechnik und Zusammenspiel waren die planlos spielenden Männcrturner auerft macht­los. Gut oorgetragene Angriffe der 2. Komp, brach­ten diesen in den ersten 10 Minuten zwei Erfolge. Die Männerturner legten dann großen Eifer an den Tag. Das Zuspiel wurde zusehends besser, die Mannschaft war ein Ganzes. Der Sturm brachte gute Angriffe vorwärts, die aber an der stabilen Hintermannschaft deS Gegners vor­erst scheiterten. Ein Strafwurf brachte den Män­nerturnern den ersten Erfolg. Kurze Zeit darauf gelang e« ihnen, aufzuholen und bis zur Halbzeit sogar die Führung mit 3:2 zu übernehmen. 3n der zweiten Spielhäfte konnten sie sich weiterhin durchsetzen. Die gute Spielweise, die die Komp, in der ersten Halbzeit gezeigt hatte, lieh merklich nach. Die Männerturner liehen sich die Führung

nicht mehr nehmen. Rach zwei weiteren Erfolgen i war die Kampfkraft der Komp, gebrochen. Die Männerturner konnten als Sieger das Feld ver- | lassen. 3m allgemeinen wurde ein sehr flottes Spiel, das von Anfang bis Ende durch spannende Momente sehr abwechselungsreich war, gezeigt. Wenn die gut eingespielte Militärmannschaft von der körperlich schwächeren Mannschaft des Mtv. geschlagen wurde, so lag es daran, dah zuviel Gewicht auf dos 3nnenspiel des Sturmes gelegt wurde. Hierdurch wurde der Mannschaftskörper auseinandergerissen.

Heuchelheim Tb. 1846 Gieße« 3:1.

DaS am Sonntag in Heuchelheim zum Austrog gekommene Spiel gegen Tv. 1846 Gießen wurde unerwartet von den Einheimischen gewonnen. Schon kurz nach dem Anstoh zeigte sich eine leichte Ueberlegenheit Heuchelheims, die durch das Halbzeitergebnis 2:0 zum Ausdruck kam. Aber auch Giehens Stürmer brachten das Heuchelheimer Tor verschiedentlich sehr in Ge­fahr. konnten jedoch erst in der zweiten Halbzeit ihr Ehrentor erringen. Rachdem die Einheimischen noch ein weiteres Tor geworfen hatten, beendete der Schiedsrichter das Spiel mit dem Ergebnis 3:1 für Heuchelheim.

Tb.Grohen-Llnden 3gb. TV.Großen-Duseck 3gb. 3:4.

Ein recht spannendes Spiel lieferten sich diese Mannschaften am Sonntag in Grohen-Linden. Grohen-Buseck konnte mit viel Glück das Spiel für sich entscheiden, obwohl Grohen-Linden fast während des ganzen Spieles leicht überlegen war, jedoch seine Stürmer in ihren Vorwürfen viel Pech hatten. Schiedsrichter Geismar vom Tv. 1846 Giehen war dem Spiel ein guter Leiter.

Handball der Sp.-Vg. 1900.

1900 kombiniert Tv. Garbenlelch I 7:1.

ö. Auf dem 1900er Sportplatz wickelte sich am Sonntag zwischen den Garbenteicher Gästen und der sich je zur Hälfte aus Spielern der ersten und zweiten Elf zusammensehenden Spielver- mnigungsmannschast ein flottes Spiel ab, das in Herrn 3 e n h s ch vom D. f. B. Gießen einen ge­rechten Leiter hatte. Trotz der langen Pause zeigten die Platzbesiher ein recht annehmbares Feldspiel. nur vor dem Tore wurde noch sehr viel vergeben, meist durch zu hohe Würfe. Dis zur Pause wurden drei Tore erzielt, denen die zwar eifrigen, aber nicht sehr durchschlngskräftigen Gäste nichts entgegenzusehen hatten. Rach dem Wechsel dominierten die 1900er weiter und gaben dem Garbenteicher Hüter noch viermal das Rach­sehen. Der^Giehener Schlußmann muhte sich indes auch einmal geschlagen bekennen. 3n der 1900er- Mannschaft paßten sich die Leute der zweiten Garnitur recht gut ihren Rebenspielern an.

Das Spiel der ersten 3ugend in Wetzlar kam abermals nicht zustande, da das Spilburgstadion noch nicht zur Benutzung freigegeben ist.

Handball im Lahn - Oünerberg - Gau.

Tv. wieseckl To. Kinzenbach I 1:5 (1:1).

Diese Mannschaften trafen sich am Sonntag zum ersten Verbandsspiel der Rachrunde, in dem Kinzenbach einen einwandfreien 5:1-Sieg erfocht. Spielverlauf: Sofort nach Beginn ent­wickelt sich ein flottes Spiel, das Wieseck zu­nächst im Angriff sieht. 3n der 10. Minute können diese durch einen placierten Schuh ihres

Oie Liebe derBrigitta Hollermann

Vornan von Elisabeth Aey.

Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale).

16. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

3fa Hollermann war sich treu geblieben; er hatte sie verändert geglaubt. Sie war noch immer die herzlose Kokette wie vor einem 3ahre. nur noch versteckter, raffinierter.

Liebte er sie eigentlich noch, unb hatte er sie je geliebt?

GS war Wohl nur ein Rausch gewesen! Sie hatte ihn betört, weiter nichts.

Also geschah ihm recht. Er nahm sich vor, ihr Treiben nicht länger mit anzusehen und ihr ernste Vorstellungen zu machen. Das war not­wendig, wollte er durch sie nicht eines Tages zur lächerlichen Figur werden.

3sa schmollte bei dieser Auseinandersetzung, nahm sich auch einige Wochen zusammen, lieh Dann aber die Zügel ihres skrupellosen Tempe­raments um so toller schießen.

,Ra. Doktorchen, eine schone Frau macht Sor­gen, besonders wenn sie umschwärmt ist. tote die 5bre Sie sehen tatsächlich miserabel aus", be­grüßte ihn eines Tages Mister Olmert) auf der

Gggenbrecht antwortete ihm nicht, aber sein Gesicht verfinsterte sich.

War es schon so weit, redete man tatsächlich bereits über ihr Treiben?

3m übrigen sollten Sie die kleine Frau nicht mit Mister Tarn im Rennwagen fahren lassen. Ich meine es gut, Eggenbrecht, aber Tarn ist ein Windhund; und eS ist nichts Reues. dah er tat­sächlich jedes Vierteljahr einen Wagen in Grund und Boden fährt, leider jedoch ohne das Genick zu brechen. Der 3unge hat Glück, besonders bei den Frauen. Good bhe, Doktor, und nichts für ungut!"

Amery eilte grüßend davon.

Eggenbrecht hatte eine scharfe Zurechtweisung auf den Lippen, aber er unterdrückte fie. Amery meinte es gut; er war ein ehrlicher, treuer Kerl. Hatte sich 3sa tatsächlich soweit hinreihen lassen, daß sie sich mit Tarn allein öffentlich zeigte?

Das war zuviel!

Eggenbrecht lachte bitter auf.

Weshalb war er so blind gewesen?

War nicht 3sa nur das würdige Gegenstück zu ihrer Schwester? Wie kam er zu der Annahme, dah sie anders sein könnte?

Geschah ihm nicht recht so?

Das gebrannte Kind fürchtet das Feuer. Er aber war mitten in sein Unglück hineingetappt.

Olber man sollte nicht heimlich über ihn tuscheln und lachen. Roch war es Zeit!

Eggenbrecht hielt plötzlich im Gehen inne.

Roch war es Zeit, hatte er soeben gedacht.

Wußte er das aber denn so genau? War es nicht leicht möglich, dah sich 3sa bereits an diesem Tarn?

Rein, nein, er wollte nicht DaS Schlimmste denken.

3etzt beschleunigte er seine Schritte, um nach Hause zu kommen.

3sa traf er dort nicht an. Der Diener sagte ihm, daß die gnädige Frau mit Frau von Salden ausgefahren sei.

Ausgefahren, jetzt zur Mittagszeit?

Er berührte das Essen nicht, und trat auf die große Hausterrasse. Da sah er drüben im Rach­bargarten Ri von Salden mit ihrem Hund pro­menieren.

Dem ersten 3mpulS folgend wollte er hinüber- rufen und sie nach 3sa fragen; aber dann unter­ließ er es.

Warum feine Schande in die Welt schrein?

Er sank in einen Sessel und starrte düster vor sich hin.

Wild rasten die Gedanken in ihm.

Weshalb hatte 3fa ihn denn geheiratet? Aus Liebe?

Er lachte auf.

Es klang unheimlich durch die Mittagsstille.

Stunden verrannen. Er merkte es nicht, und erst, als man ihn zu einer Patientin rief, schreckte er aus seinem dumpfen Brüten empor.

Es war acht Uhr.abends, als er zurückkehrte.

3sa war noch nicht gekommen.

Ein harter, unbeugsamer Entschluß prägte sich auf seinem Gesicht aus, als er jetzt in sein Arbeitszimmer trat.

Eine halbe Stunde später hörte er das Vor­fahren eines Autos.

Sie kam also doch endlich.

Die Tür ging auf. 3sa flatterte mit Hellem Lachen, in dem eine leichte Verlegenheit klang, auf ihn zu.

Hast du mich vermißt?" fragte fie, sich ohne weiteres auf feinen Schoß sehend.

Er aber schob sie, brüsk aufstehend, zurück.

Wo warst du?" fragte er rauh.

Mein Gott, dieser Ton! Was hast du denn heute?" schmollte sie; aber in ihren Augen flirrte eine unruhige Angst.

Dies brachte ihn außer sich, beim er las daraus die Schuld.

Wo warst du?" fragte er, sich nur mit An­strengung beherrschend.

3a, wenn du es durchaus wissen willst, mit Ri auf einer Autotour."

Mittelstürmers ihr erstes und einziges Tor er­zielen. Kinzenbach findet sich nun auch besser zusammen und belagert für einige Zeit förmlich das Wiesecker Tor; daß es hierbei zu keinem Torerfolge kommt, ist lediglich das Verdienst des Wiesecker Torwarts, der in dieser Drangperiode Kinzenbachs sehr gute Leistungen zeigte. 3n der 22. Minute kann der Kinzenbacher Halblinke durch einen scharfen Schuh den Gleichstand Herstellen. Mit 1:1 geht's in die Pause. Rach der Halbzeit führt Kinzenbachs Sturm, gut unterstützt durch die Läuferreihe, ein schönes Spiel vor und kann in kurzen Olbständen durch den Mittelstürmer, Halblinken und Linksaußen noch vier schöne Tore erzielen, die das Endergebnis Herstellen. Die Platzmannschaft, welche in kompletter Aufstellung antrat, konnte in der ersten Halbzeit dem Geg­ner noch ein ziemlich gleichwertiges Spiel lie­fern, während fie in der zweiten Halbzeit nicht im entferntesten an die Leistungen des Gegners heranreichte. Gut spielten der Mittelstürmer, Halbrechte. Mittelläufer und Torwart, der feine Mannschaft vor einer höheren Riederlage be­wahrte. Kinzenbach führte, abgesehen von den ersten zehn Minuten, in denen die Mannschaft sehr zerfahren spielte, ein schönes Spiel vor. Hervorzuheben sind die Leistungen der linken Sturmseite des Mittelstürmers, Mittelläufers, der beiden Verteidiger und des Torwarts. Der Schiedsrichter D r o l s b a ch, Garbenteich, war dem Spiel ein gerechter Leiter.

Ä. f. B.

LigaBorussia" Fulda 3:4.

1. Jugend 1. Jugend Alsfeld 0:2.

2. Jugend 1. Jugend Lollar 3:1.

Mit der Verpflichtung der Fuldaer Borussen- elf hatte der Spielausschuß einen guten Griff getan. Das Treffen hielt, was man sich von ihm versprochen hatte. Vorweg fei gesagt, dah der Ausgang des Spiels und noch mehr fein Verlauf für V. f. B. ein groher moralischer Erfolg ist. Daß die Gäste gewinnen würden, war in der Freitags­vorschau vorausgesagt, aber auch daß ihr Sieg kein allzu hoher sein werde. Ueberraschend war das fast gleichwertige Spiel Giehens und seine nicht geringe Chance eines leichtmöglichen Sieges, den es bei seinen zahlreichen Torgelegenheiten ebensogut hätte erringen können, wie der etwas glücklichere Gegner. Der beste Beweis hierfür ist das Urteil des Trainers der Borussen, der ein Unentschieden als gerechten Ausgang be­zeichnete. Was die Platzmannschaft zeigte, war eines Meisters der Kreisliga würdig. Wohl war sie dem Gegner in Stellungsspiel und Ballbe­handlung um eine Kleinigkeit unterlegen, ihr glänzendes Zuspiel und ihr Eifer wogen dies aber wieder auf. Der Spielverlauf: Zuerst ein gegenseitiges Abtasten und Suchen nach der geg­nerischen Schwäche. V.f.B. etwas nervös, findet sich aber nur wenig später als Fulda zurecht. Der in äußerst forschem Tempo durch­geführte Kampf sieht die Parteien abwech­selnd in erfolgverheihendem Angriff, ohne dah es zum Torschuß kommt. Rach etwa einer halben Stunde gelingt es Fulda. in Führung zu gehen. Die Platzmannschaft versucht unter Aufbietung aller Energie den Ausgleich zu erzielen. Dom Pech verfolgt, stellt sich ihr die Torlatte in den Weg. Rach dem Wechsel das­selbe Bild: Hin- und herwogende Angriffe, im schärfsten Tempo, und doch planvoll und wohl­durchdacht vorgetragen, bringen die beiden Tore abwechselnd in Gefahr. Bei einem Gedränge vor dem D.f.B.-Tor kann Borussia seinen Vorsprung

Pfui, du lügst, 3sal" schrie er, hart ihr Hand­gelenk umspannend.

Au, du tust mir Weh, laß mich los!" schrie sie wütend.

Wenn du es denn durchaus schon wissen willst, so kann ich eS dir ja sagen. 3ch machte mit Mister Tarn eine Rennfahrt. Was ist schon dabei?"

3fa, hältst du mich wirklich für so naiv, daß ich das ruhig mit ansehen würde? Du irrst dich! 3ch stelle dich in dieser Stunde vor die Wahl. Entweder du änderst von morgen an deine Lebensweise und fügst dich ganz meinen Anord­nungen oder wir trennen uns noch in dieser Stunde. Wähle also!"

3sa sah den drohenden Ernst in ihres Mannes Augen und schien es doch für ratsam zu halten, klein beizugeben.

Verzeih'", sagte sie deshalb, langsam auf ihn zukommend.Ich sehe ein, dah ich unbedacht handelte."

Du machst mich lächerlich!" schrie Eggenbrecht außer sich.3ch untersage dir den "Verkehr mit Mister Tarn. Don jetzt ab gehst du ohne meine Begleitung nicht mehr aus dem Hause. Ri Sal­den zu besuchen, will ich dir gestatten, sonst nichts. Du sollst endlich wissen, daß ich nicht der gutmütige, dumme Mensch bin, den du lächerlich machen kannst. Geh', laß mich für heute allein."

3fa war bleich, erwiderte aber nichts, und ging schließlich mit hochmütigem Achselzucken aus dem Zimmer.

Aufstöhnend sank Hans°3örg Eggenbrecht an seinem Schreibtisch nieder.

Einige Wochen später.

Ri von Salden, lag in ihrem Damenzimmer auf dem mit unendlich vielen Kissen bedeckten Sofa und las.

Plötzlich wurde die Tür hastig aufgerissen und herein stürzte 3sa Cggenbrecht.

Derweint. nur flüchtig angezogen, das sonst gepflegte Haar wirr ins Gesicht hängend, warf sie sich, haltlos aufschluchzend, in einen Lehn­sessel.

An derartige Gefühlsausbrüche von 3sa nicht gewöhnt, war Ri von Salden unwillkürlich, aufs höchste erschreckt, aufgesprungen und zu der Freundin geeilt.

Kind. Isa, Liebling, was ist dir? Gott im Himmel, so rede doch!" bat sie ängstlich.

Olber diese weinte laut und haltlos weiter und zerbiß in wilder Derzeiflung ihr kleines Seiden­tuch.

Olber so rede doch; soll ich vielleicht deinen Mann herbeirufen?" fragte Ri von Salden.

Olein, du rasest!" schrie 3sa da, plötzlich auf­springend.3H mag ihn nicht sehen, ich hasse . ihn; vh, wie sehr hasse ich ihn."

Dienstag, 26. MSr; 1929

auf 2:0 erhöhen. Dom Milielanstoß an geht der Sturm der Platzmannschaft in geradezu schul­mäßigem Kombinationsangriff nach ' vorne und schließt diesen, ohne daß ein Spieler der Gäste an den Ball kommt, mit dem schönsten Tor des Spieles ab. D.f.B. geht, angefeuert durch seinen Erfolg, noch mehr aus sich heraus, kann aber nicht verhindern, daß die alles einsehende Gäste­elf das Resultat auf 3:1 stellt. Auch Gießen stürmt in exakten Kombinationsangriffen immer wieder vor und verbessert, trotz prächtiger Ab­wehr der gegnerischen Hintermannschaft, auf 3:2. Gegen Schluß versuchen beide Mannschaften mit aller Macht noch einmal zuni Erfolg zu kommen, wobei Fulda und Gießen je ein Tor erringen. Schiedsrichter Busch (Butzbach) leitete das Tref­fen in korrekter Weise Das Treffen wurde beiderseits im allgemeinen ruhig und fair durch­geführt.

Die ersatzgeschwächte erste äugend manu- schaft ließ sich von der gleichen Alsfelds mit 0:2 schlagen. Die Gäste waren in vielem besser als die Platzmannschaft, die vor allem gänzlich zusammenhanglos spielte. Eine kleine ilmformierung der Elf dürfte ihr zu ihrer alten Spielstärke wieder verhelfen.

Die zweite 3ugendmannschaft machte ihre Sache besser und schlug ihren Gegner, die erste 3ugend Lollars, mit 3:1.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 Liga 5pt). Dillenburg 1:1.

ö. 1900 konnte am Sonntag sein letztes aus­wärtiges Meisterschaftsspiel unentschieden (1:1) gestalten. Ein dem Spielverlauf nach gerechtes Resultat. Beiderseits recht schwache Stürmer­leistungen. Der Gießener Ersahlinksaußen spielte noch recht anfängerhaft, und da er besonders in der ersten Spielhalste sehr stark beschäftigt wurde, litten darunter die gesamten Aktionen des blau- weißen Sturmes. Rach einem Lattenschuß 19008 kam Dillenburg, nach einer verunglückten Flanke des Gießener Linksaußen, ebenfalls zu einem Lattenschuß, nur mit dem ilnterfdjieö, daß dieser in der allgemeinen Erregung eingedrückt wurde. 1900 glich bald darauf durch eleganten Kopfball aus. Bei diesem Stande blieb das Spiel bis zum Schlußpfiff des Unparteiischen, der immer über den Parteien stand. Dor dem Wechsel spielte 1900 das systemvollere Spiel. Rach der Pause rettete sich der Plahverein Dillenburg über seine Schwächeperiode, konnte aber auch in einem ge­fährlichen Endspurt Gießen nicht bezwingen. Bei Dillenburg waren ausgezeichnet der linke Ver­teidiger und der Linksaußen, der Torhüter zuver­lässig und sicher. Der beste Mann auf; dem Felde war der schon kurz nach Spielbeginn den Mittelläuferposten einnehmende Gießener Heil- mann, der 3üngste seiner Elf. Beide Mann­schaften können mit dem Resultat zufrieden sein.

1900s dritte Mannschaft blieb in einem Gesell­schaftsspiel in Lollar über die dortige zweite Elf mit 4:2 Toren Sieger.

19008 erste und zweite Iugendmannschast unterlagen in Dillenburg 1:2 bzw. 0:2. Die Spiele waren sehr schlecht. Die zweite 3ugenb verlor unverdient. Das Resultat der 1.3ugcnb war das Produkt des unfähigen Schiedsrichters.

Fußballklub 1926 Großen-Buseck.

Durch Einstellen von Reserven konnte sich die F. E.-Mannschast am Sonntag in Leihgestern nicht in gewohnter Weise durchsetzen. Da die Gast­geber durchweg an Körperstärkc überlegen waren,

3fjte überstürzten Worte endeten in einem kläglichen Wimmern, und ungestüm warf sie sich auf das Sofa.

Ratlos sah Ri von Salden zu ihr hin; aber schon sprang 3fa wieder empor, und die Freundin auf das Sofa zerrend, stammelte sie außer sich vor Entsetzen:

Ri, denke dir, das llnglüd; oh, wie entsetzlich, wie furchtbar!"

3a, aber so rede doch! 3sa, was ist passiert?" bettelte Ri von Salden, nun selbst fassungslos, da sie an ein gräßliches ilnglüd glaubte.

Ich bekomme ein Kind, ein Kind!" brach es da schrill aus 3sa Eggenbrechts Mund.Ein Kind von diesem, diesem Mabn, den ich hasse!"

Aber 3sa, Kind, fasse dich doch. Du bist von Sinnen, du bist außer dir! Wie kannst du über das größte Glück, das uns Frauen widerfahren kann, so furchtbar sprechen. Ein Kind! 3sa, Lieb­ling. Herrgott, du glücklicher Mensch, wie ich dich um dieses Glü ck beneide! Und ich hatte wirklich schon geglaubt, es sei ein Unglück ge­schehen!" rief Ri von Salden lachend und wei­nend zugleich aus.

Wie zur Bildsäule verwandelt starrte 3fa auf die Freundin.

Dann aber lachte sie schrill auf, und rief:

Ein Glück nennst du das. Ri. ein Glück! Und ich tage dir, ich finde es einfach gräßlich. O, er wird mich nun einsperren und hüten wie seinen Augapfel. Haha!, nicht um meinetwillen, gewiß nicht, aber um dieses Kindes willen. O, ich Unglückselige!"

3fa, frevle nicht! Mein Gott, wäre ich an deiner Stelle, ich vergösse Freudentränen; und du? Schäme dich, 3fa! 3ch hätte Lull, dich auf immer von mir fortzuschicken; aber ich nehme an. daß es dein Zustand ist, der dich so maßlos außer dich bringt. Laß es nur erst so weit fein, dann wirst du selbst über deine Dummheit lachen. Hans-3örg ist natürlich selig."

Der, ach, dem sage ich es natürlich nicht; er sperrt mich noch zeitig genug ein. Und dann, wenn das Kind da ist. Ri, dann wird er ver­langen, daß ich nur daheim sitze und es betreue. Rimmermehr, das halte ich nicht aus. Herrgott, ich will nicht!"

Ri von Salden mischte 3sa etwas Brom­wasser und gab es ihr zu trinken.

Sie wurde daraufhin ruhiger. 3a, zuletzt schien sie die Szene zu bereuen unb berührte das Thema mit keinem Wort mehr.

Schon sehr bald verabschiedete sie sich.

Du darfst ihm auch keine Andeutung machen", sagte sie beim Abschied.Ich werde es ihm selbst sagen; aber noch nicht sobald, hörst du. Ri!"

3a, Kind, aber nun sei vernünftig", antwor­tete diese, seltsam bedrückt.

' (Fortsetzung folgt.)