Ausgabe 
25.11.1929
 
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Breslauer Kriminalpolizei hat mit Erhebungen begonnen, um festzustellen, ob St. als Täter für die noch immer nicht aufgeklärte Er­mordung der Kinder des Ehepaars Fehse im Juli 1926 in Betracht kommt. Stelzer hat sich damals in Breslau aufgehalten.

Drei Zahnärzte vermißt.

Drei Koblenzer Zahnärzte, tue im Auto am Freitag von einer Mainzer Tagung zurückfuhren, werden seitdem vermißt. Es handelt sich um die Zahnärzte Dr. Meyer, Dr. Salomon und Fräulein Dr. Heinmann. Trotz Inanspruch­nahme des Polizeifunks, der Presse und des Frankfurter Senders sind bei der Polizeiverwal­tung in Koblenz bisher keine Nachrichten cingegangen, die Anhaltspunkte für weitere poli­zeiliche Ermittlungen ergeben. Mit elf Wagen, die von Damen und Herren des Koblenzer Auto­mobilklubs der Polizeiverwaltung zur Verfügung gestellt und von diesen gesteuert wurden, haben Kriminalbeamte sowohl die Nhein- und Lcchnstraße. als auch die Haupt- und Neben­straßen des Taunus und Hunsrücks befahren und Ermittlungen angestellt. Diese hatten jedoch ein negatives Ergebnis. Da die Möglichkeit besteht, daß die Vermißten in den Nheinae- raten sind, hat die Nheinpolizei mit ihren Booten sofort den Nheinstrom befahren. Auch die Suchen in den tiefen Steinbrüchen bei Singhofen und Langenschwalbach, an denen die großen Autostraßen hart vorbeiführen, verliefen negativ. Die Polizei von Frankfurt, Wiesbaden und Mainz suchte die Wälder im südlichen Taunus ebenfalls erfolglos ab. Die Nhein­polizei hat mit Booten die Fahrten auf dem Nhein fortgesetzt. Nirgendwo konnte sie Spu­ren eines Unfalles entdecken. Die Polizer ver­mutet nach wie vor, daß die drei Vermißten mit ihrem Auto im Nebel in den Rhein gefahren sind. Man hat deshalb besonders die gefährlichen Stellen bei Ahmannshausen durchsucht, ohne indes auch nur die geringsten Feststellungen machen zu können.

Schwere Zuchthausstrafen für Luftfahrtspionage.

Nach vierzehntägiger Verhandlungsdauer wurde in dem Luftfahrtspionageprozeß, der unter Aus­schluß der Oeffentlichkeit geführt wurde, vom Reichsgericht das Urteil verkündet. Es wur­den verurteilt: der 28 Jahre alte Regierungsbau- meister Ludwig, zuletzt bei der Deutschen Ver­suchsanstalt für Luftfahrt (D.V.L.) in Adlersdorf (Berlin) zu fünf Jahren Zuchthaus, der 45 Jahre alte Techniker Scheibe zu sechs Jah­ren Zuchthaus, der 39 Jahre alte Photograph H u t - tinger zu drei Jahren einer Woche Zuchthaus. Außerdem wurde gegen alle drei Angeklagte auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren erkannt. Die für die Spionage er­haltenen Geldbeträge wurden als der Reichskasse verfallen erklärt. Nach dem Ergebnis der Verhand­lung hat in Berlin eine Organisation bestan­den. die sich mit der Ausforschung und Ermittlung militärischer Geheimnisse, die die Luftfahrt be­trafen, befaßte. Alle drei Angeklagten seien für ihre Tätigkeit bezahlt worden. Nach dem Urteil der Sachverständigen bestehe kein Zweifel darüber, daß sich die Luftfahrtspionage auf im Interesse der Lan­desverteidigung geheim zu haltende Dinge bezogen habe.

Zubkoff zu einer Woche haft verurteilt.

Vor dem Bonner Amtsgericht fand die Ver­handlung gegen Alexander Zubkoff im beschleu­nigten Verfahren statt. Zubkoff wurde vorgehal­len, daß er gegen seine Ausweisung aus Deutschland verstoßen und sich strafbar gemacht habe. Er begründete seine mehrmalige Anwesenheit in Deutschland mit seinem Zusam­mentreffen mit dem Rechtsanwalt Wildberger (Bonn) in Euskirchen, der die Scheidungs­sache behandelte, dann auch mit der Erkrankung und dem spateren Tode seiner Frau. Das Gericht verurteilte Zubkoff zu einer Wo ch e Haft und zur Tragung der Gerichtskosten. Die Haft wird durch die zehntägige Untersuchungs- haft als verbüßt erklärt. Zubkoff wird nach Luxemburg abgeschoben.

Gräber aus der Netlelbeck-Zeit.

Unmittelbar vor den Toren Solbergs wurde bei Erdarbeiten ein riesiges M a s s e n g r a b freige­legt, aus dem bis jetzt 57 Schädel und Skelette ge­borgen worden sind. Aus der Lage der teilweise über- und durcheinander liegenden Skelette ist er­kennbar, daß es sich um ein Massengrab aus der französischen Belagerung im Jahre 1 807 handelt. In der Nähe der Fundstelle haben sich damals blutige Kämpfe abgespielt. Die Ausgra­bungen werden unter Leitung des Museumsdirektors Dr. Dibbelt fortgesetzt. Dem Augenscheine nach dürf­ten mindestens noch ebensoviel Schädel und Skelette zutage gefördert werden. Die Schädel zeigen teil­weise noch vollständig erhaltene fehlerlose Gebisse.

TUiUtoncnbetrügcreien eines Generaldirektors.

Wie die Montagspost berichtet, ist die Staats- anwaltschast einem weitverzweigten Betrugsma­növer auf die Spur gekommen, als dessen. Führer der Berliner Generaldirektor Adolf W ü st gilt. Die Voruntersuchung gegen ihn ist eröffnet worden. Die Ermittelungen erstrecken sich weiter auf «inen Derliner Rechtsanwalt, sind aber noch nicht abgeschlossen. Direktor Adolf Wüst erwarb 1927 das Bergwerk Schlesisch-Rettko zum Preise von 25 000 Mk. Ein Gutachten über den Wert des Bergwerks wurde derart ge­fälscht, daß aus den angegebenen 30 000 Mk. eine Millionensumme gemacht wurde. Wüst erwarb dann den Aktienmantel der Uebersce Export A.-G. Zürich. In Ber­lin wurde ein Bureau der Gesellschaft gegründet, in das als Geschäftsführer der erwähnte Anwalt eingesetzt wurde. 3n die Gesellschaft, deren Kapi­tal von 200 000 auf 800 000 Franken erhöht wurde, brachte Wüst das Ausbeutungs­recht aus das Bergwerk ein und legte dabei das gefälschte Gutachten vor. Als erste große Transaktion der Uebersee Export A.-G. wurde mit der Hamburger Exportfirma Carlos Walther ein Vertrag über die Liefe­rung von p o r tu gies i schen Oel s a r d i- nen getätigt. Da zur gleichen Zeit eine andere Berliner Firma ebenfalls auf unredlicher Basis den Import von portugiesischen Oelsardinen be­trieb, setzte in ganz Deutschland ein Preis- stürz in Oelsardinen ein. Als Carlos Walther erfuhr, mit wem er es bei dem Oel« sardinengeschäft zu tun hatte, war es ihm zu­nächst nicht einmal möglich, von dem Geschäft zurückzutreten, da laNZ frist ige Wechsel- kredite vereinbart waren. Wüst und der Ber­liner Anwalt wurden in Zürich mitten aus der Verwaltungsratssitzung heraus verhaftet. Die Schweizer Behörden hoben jedoch den Haftbefehl auf und gaben die Akten nach Deutschland weiter.

Wunsche, daß alle mithelfen möchten an der Besse- 1

Kleine Strafkammer Gießen.

" Gießen, 22. Rov. Wegen grausamer Mißhandlung eines Kindes waren ein Arbeiter und seine Frau vom Amtsgericht Lauter­bach zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nach den Feststellungen des Urteils hatten sie die elfjährige voreheliche Toch­ter der Frau fortgesetzt bei jedem Anlaß, oft auch grundlos, geschlagen, getreten, zu Boden ge­worfen, an den Haaren gezerrt: das Kind kam oft heißhungrig zur Schule, war ungewaschen, ungekämmt und namentlich im Winter nur not­dürftig bekleidet. Der Angeklagte nahm zu Be­ginn der Hauptverhandlung seine Berufung zu­rück: er fei zwar gänzlich unschuldig, aber bereit, vier Monate abzusihen, eine Aeuherung, die die Staatsanwaltschaft veranlaßte, die auch von ihr eingelegte Berufung nicht zurückzunehmen. Die Frau erklärte schreiend, sie gehe nicht ins Gefängnis, die Nachbarn, die sie angezeigt hatten

" Der Chef der Heeresleitung in Gießen. Am kommenden Mittwoch um 17 Uhr trifft, im Kraftwagen von Marburgs kommend, der Chef der Heeresleitung, General Hey«, hier ein, um die Einrichtungen des Standortes Gießen und unser Bataillon bei der Vornahme von Leibesübungen und im Unterricht zu besichtigen. In der Begleitung des Chefs der Heeresleitung befinden sich der Kommandeur des Inf.-Rgts. 15, Generalmajor Freiherr v. Brandts, und der Adjutant des Generals Heye, Major v. Fu- m e 11 i. Am Donnerstag früh wird General Heye mit dem um 8.58 Ahr hier abfahrenden O-Zug die Rückreise nach Berlin an treten.

** Vom Wochenmarkt. Vorübergehend findet in nächster Zeit der Verkauf von Butter, Eiern, Käse und Geflügel am Dienstag und Don­nerstag auf dem Kanzleiberg und nur an Sams­tagen in der Senckenbergstrahe statt.

** Skigau Vogelsberg. Vertreter ober­hessischer Slivereine weilten gestern hier, um über die Gründung eines Skigaus innerhalb des Ver­bandes mitteldeutscher Skivereine zu beraten. Nach Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des Gießer.er Slitlubs, Landgerichtsrat Dr. W o - d a c fl e , wurde sestgestellt, daß außer drei Vertretern des Hauptvorstands aus Frankfurt erschienen waren Vertreter von Alsfeld, Gie­ßen. Grünberg, Schotten undWetterau" Fried­berg - Bao-Nauheim. Als Name des neuen Gaus wurdeSkigau Vogelsberg" bestimmt. Der Vorstand besteht aus: Dr. Wodaege (Gießen) 1. Vorsitzender, Dr. Gruber (Bad- Nauheim) 2. Vorsitzender. Studienrat Walther (Grünberg) Schriftführer, I. Bopp (Schotten) Rechner, ein noch zu bestimmendes Mitglied des Skiklubs Alsfeld, Iugendwart, Sporcwart ist Dr. M ö ck e l m a n n (Gießen). Er ist Vorsitzen­der des Sportausschusses. Beisitzer des Vorstands lind: K. Berck (Alsfeld), H. Schmidt (Grün­berg), Fräulein Jäger (Gießen), Dr. Ni­ger (Schotten) und Forstassessor Walker (Friedberg). Dem Sportausschuß gehören außer Dr. Möckelmann an: H. Welker (Als­feld), v. Grolmann (Gießen), H. Kappes (Grünberg), Dr. K ö n i g c r (Schotten) und Forst­assessor Walker (Friedberg). Der Zweck des Gaus ist, den Skilauf im Vogelsberg noch mehr zu fördern. Das Gießener Vereinsrennen wird ausgebaut zum Gaurennen. Die Sprungschanze soll verbessert werden. Sonntags werden An­leitungen zum Skilauf gegeben, an denen jedes Mitglied teilnehmen kann.

" Der Kreisobstbauverein beabsich­tigt, in Gemeinschaft mit dem Landwirtschafts­kammerausschuß für die Provinz Oberhessen An­fang Februar 1930 eine Winterobstaussteliung zu veranstalten. Es soll dabei den Obstzüchtern des Kreises Gießen Gelegenheit gegeben werden, eingewintertes Qualitätsobst marktmähig abzu­sehen.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 25. November 1929.

Der Winierlaiarrh.

Don Geh. ^af Prof. Or. Fürbringer, Äerlin.

Mit bemerkenswerter Häufigkeit spendet die kafte Jahreszeit eine unerfreuliche Gabe, den Winterkatarrh, besonders den alten Leu­ten, den Trinkern, den Fettleibigen, ben Gich- tikern: aber auch das zarte Alter, die skrofulösen und rachitischen Kinder stellen, zumal nach über­standenen Masern und Keuchhusten, ein stattliches Kontingent. Oft genug bildet ein Herbstkatarrh den Vorläufer, und nicht allzu selten bleibt der Träger dieses vom Winterhusten verschont. Dem Winterkatarrh haften keine Besonderheiten an. Er ist eine einfache chronische Entzündung der Luftröhre, mit meist spärlichem, schleimigem, sel­tener eitergemischtem AuSwurf, verläuft ohne Fieber und, wiewohl ob der ewigen Husterei ein unwillkommener Gast, ohne intensivere Störungen des Allgemeinbefindens. In der Mehrzahl der Fälle dauert der Katarrh unter Schwankungen, je nach der Wettergestaltung, den ganzen Winter hindurch, um oft, nach einer Steigerung im Launi­schen Frühling, mit dem Cjnzug ständiger Wärme abzuklingen, zu heilen.

Selbstverständlich liegt die Vorstellung nahe, daß die Kälte des Winters als solche den ur­sächlichen Faktor des Leidens darstellt. Aber so einfach verhält sich die Sache nicht. Gehen wir vom akuten Bronchialkatarrh aus, so lehrt die wissenschaftliche Erfahrung, daß Bakterien der verschiedensten Art die eigentliche Ursache sind und die Erkältung den Prozeß nur aus- löst, indem sie die, gewöhnlich im Wunde, im Nasenrachenraum und im Bronchialbaum in u n - wirksamen Zustande befindlichen Krankheits­keime plötzlichwild werden" läßt. Demgemäß spielen die Kälteeinflüsse nur die Rolle begün­stigender Faktoren, die der I n s e k t i o n den Boden auf dem Wege der Schleimhautreizung der Luftwege bereiten. Aehnlich liegen die Ver­hältnisse beim chronischen Winterkatarrh, nur daß das infektiöse Moment mehr in den Hinter­grund tritt. Praktisch genommen übernimmt die Kälte, zumal die feuchtkalte und mit rauhen Win­den gepaarte Luft, die Herrschaft. Richt minder bedenklich ist der schroffe Temperatur- wechsel, der Umschlag milden, trockenen Wet­ters ins Gegenteil. Namentlich Greise, die über­haupt in hoher Zahl im Winterauf Katarrh gestimmt" sind, werden auf diese Weise in der falten Jahreszeit ihren Husten nicht los. Auch sonst pflegt das Leiden recht hartnäckig zu ver­laufen. Eine glatte Heilung vor Einzug der hol­den, warmen Jahreszeit zählt im höheren Alter nicht zur Regel.

Die wirkungsvollste Bekämpfung des Winterkatarrhs besteht begreiflicherweise im Schuh vor den winterlichen Einflüssen auf die Dron- chialschleimhaut. Die Schar der Kranken, die in der Lage sind, die Wintermonate im Süden bzw. in einem milden, nach Maßgabe des mehr trockenen, oder aber mehr feuchten Charakters ihres Katarrhs in feuchtwarmem oder trocken­warmem Klima zu verbringen, ist nicht klein, aber weit größer ist die Zahl derer, denen eine Reise und das störungslose Fernbleiben vom Orte ihres Berufes versagt ist. Für diese, zum Ver­bleiben in der Heimat verurteilte Gruppe ist innerhalb weiter Grenzen der Aufenthalt in mög­lichst gleichmäßig temperiertem Zimmer ein­dringende Nachtkälte pflegt den Husten zu ver­schlimmern unerläßlich. Doch dehne man den Zimmerarrest nicht zu lange aus, sondern mache bei milder windstiller Wetterlage auch Spazie- gänge im Freien!

Hoch zu werten ist eine der Aussentemperatur angepasste Kleidung, die auf Wollhemd und wollene Strümpfe nur bei besonderer Wetter­gunst verzichten soll, abwegig ist aber ein über- warmes, Schwitzen auslösendes, ständiges Ein­packen. Kühle Waschungen im warmen Zimmer pflegen sich vorteilhaft auszuwirken.

Die Verordnung von Bäderkuren und von Medikamenten muss dem Arzt Vorbehalten blei­ben. Die zweifellos oft günstige Wirkung des Be­suchs der im Winter geöffneten Kurorte zwecks Trinlkuren und Benutzung von Jnhalationsappa- raten ist weniger in dem speziellen Charakter dieser Einrichtungen als darin zu suchen, daß die Patienten vor den schädlichen Wettereinflüssen in höherem Grade geschützt sind, als im heimischen Berufsleben.

Endlich darf die Bekämpfung der genannten, die Bereitschaft zum Katarrh in sich tragenden Körperanlagen und Grundkrankheiten nicht unterschätzt werden. Cntfettungs- und Gicht­kuren. Mäßigkeit im Alkoholgenuss haben so man­chen hartnäckigen Winterkatarrh in mildere Bah­nen gelenkt, und die Befolgung der, gegen das vorzeitige Altern gerichteten, hygienischen Lebens­führung hat sich nicht selten als heilsam erwiesen.

Gefallenen-Ehrung.

Die Ortsgruppe Gießen des Zentralverban­des deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener ließ, wie alljähr­lich, durch eine Abordnung am gestrige,i Sonntag- vormittag um 11 Uhr auf dem Heldenfriedhofe auf dem Neuen Friedhöfe einen Kranz mit Widmung für die gefallenen Kameraden niederlegen, wobei der Vorsitzende, Herr M ö l l, eine der Bedeutung des Tages entsprechende Ansprache hielt. Seine Worte klangen aus in der Mabnung an das deutsche Volk: Vergiß deine Toten nicht!

Der Reichsbund der K r i e g s b e s ch ä d i g- ten und Kriegerhinterbliebenen und das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hatten am Nachmittag ebenfalls auf dem Friedhof eine Gedächtnisfeier für die Gefallenen veranstaltet. Des ungünstigen Wetters wegen mußte die Feier in die Kapelle verlegt werden, was zur Folge hatte, öaß viele keinen Platz fanden. Vor dem Altar hatte die Abordnung des Reichsbanners mit der Fahne Aufstellung genommen. Nachdem die Reichsbanner­kapelleWir beten an die Macht der Liebe" gespielt und der Gesangverein Concordia mit dein Liede Wie sie so sanft ruhn" die Feier eröffnet hatte, hielt der Bezirksleiter Benner vom Reichsbund die Gedenkrede. Er führte u. a. aus, daß der Totensonntag nicht nur den auf Friedhöfen ruhenden Verstorbenen gelte, sondern besonders auch denen, die im Kriege, fern von der Heimat, ihr Leben lassen mußten, ober an den Folgen von Verletzungen und Krankheiten Opfer des Krieges wurden. Ueberall habe der Tod Lücken gerissen, die besten Kräfte seien gefallen, Tausende und Abertausende von Kindern stünden ohne Vater in der Welt. Sie und die Witwen mit Rat und Tat 3u unterstützen, sei das Gelöbnis der überlebenden Mitkämpfer. Der Redner schloß mit dem

nmg des Loses der Witwen und Waisen, am Aus­bau unseres Vaterlandes und allezeit der Toten in Ehren gedenken möchten. Für den Reichsbund legte Herr Walldorf einen Kranz nieder. Einen wei- teren Kranz des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold widmete mit zu Herzen gehend« "brenden Worten Rektor Kröll den Opfern des Krieges. Nachdem die Kapelle die drei Strophen des LiedesIch halt' einen Kameraden" gespielt, sand die Feier ihren Ab­schluß.

Aachprüsung der Bücher der Stadttheaters

von der Stabtoerroaltung wird un» fol­gendes miigeieill:

Die von dem Herrn Oberbürgermeister angeorb- nete Nachprüfung der Bücher der Kasse des Stabt- lheaiers hat ergeben, daß bie Buchführung ber ver- waltungsabtellung des Stadttheaters rechnung». mäfjig vollkommen in Ordnung ist.

Daten für Dienstag, 26. November.

Sonnenaufgang 7.34 Uhr, Sonnenuntergang 16 Uhr. Mondaufgang 1.51 Uhr, Monduntergang 14.13 Uhr.

1822: der preußische Staatsmann Karl August Fürst von Hardenberg in Genua gestorben (geboren 1750); 1857: ber Dichter Joseph Freiherr von Eichendorfs in Neisse gestorben (geboren 1788).

Bornotizen.

Tageskalender ü r Montag. Goethe- Bund Gießen: Dramaturg« cher Vortrag in Zusam­menarbeit mit dem Stadttheater (Redner: Werner Deubel, Frankfurt), 20 Uhr, Universitätsaula. Schützenverein Gießen: Herbst-Generalversammlung, 20 Uhr. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Die Frau im Mond". Astoria-Lichtspiele:Rin-tin-tin un­ter Verbrechern" undDer Deserteur".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Premiere dieser Woche bringtDie Troerinnen" des Euripides (Nach­dichtung von Werfel) unter der Spielleitung des Intendanten Dr. P r a s ch. Zum erstenmal wer­den in Gießen auf der Buhne Sprechchöre ge­zeigt. Damen der Giessener Gesellschaft haben sich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt. Am heutigen Montag, 25. November, wird der Frankfurter Publizist Werner Deubel einen einführenden Vortrag halten^ Die Ver­anstaltung findet in der Aula der Universität statt. Thema:Die antike Tragödie und die Troerinnen" des Euripides". Beginn: 20 Uhr. In der morgigen ErstaufführungDie Troe­rinnen" wirken mit die Damen Fuhrmann. Doeh- ring, Heß, Koch, Jahn, Scherer, Jüngling, Me­wes und die Herren Arzdorf, Fassott, Hais. Bühnenbild: Karl Löffler. Sprechchor.

Gesellschaftsverein ((£ I u b). Die Mit­gliederversammlung findet am 9. Dezember statt. Der nächste Clubball soll am 11. Dezember abgehalten werden.

und heut« als Zeugen ba seien, toftrtx dH chlechter als sie. Die Zeugen, die gegen sie aus- agten, überschüttete sie mit Beschuldiaungen. Wa» bnntc sich, wie auch bei der UrteilSvcrkündmis betont wurde, nach ihrem Verhalten ein gutes Dild davon machen, wie sie mit dem Kind um­gegangen sein mochte. Da das Deweisergebms heute mit dein der ersten Instanz vollkommen übereinstimmte, wurde das erste Urteil be­tätigt. .

Aufgehoben wurde ein Urteil des Amts­gerichts Gießen, durch das ein Motorradfahrer aus Frankfurt wegen fahrlässiger Körperver­letzung zu 30 Wk. Geldstrafe verurteilt worden war. Er war bei einer Fahrt durch die Markt- laübenstraße mit einem dort spielenden Kind Aufammengettofoen. bas dadurch Verletzungen er­litt. Da er nach dem Ergebnis der Beweisauf­nahme langsam gefahren war, Signal gegeben und beim unerwarteten Auftauchen deS KinbeS, daS ihm inS Rad lief, sofort gebremst hatte, war ihm ein Verschulden nicht nachzuweisen.

Berliner Börse.

Berlin, 25. Nov. (WTB. Funkspruch.) Auch zu Beginn der neuen Woche lag der Frühverkehr voll­kommen geschäftslos. Die Spekulation verhielt sich abwartend und nannte noch keine Kurse. Da sich aber bei ber Schiebung anaeblich Stückemangel her­ausstellt, rechnet man zur Liquidation eher noch mit einigen Deckungen. Arn Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,88, London gegen Mailand 93,17 etwa, London gegen Spanien 35,25 etwa, London gegen Kabel 4,877750 zu 4,878250, London gegen Berlin 20,3878 bis 20,3825, Kabel gegen Ber­lin 4,1780 zu 4,1785.

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Wettervoraussage.

Die Lage des atlantischen Tiefs hat sich seit gestern kaum geändert. Sein Kerngebiet hat sich sogar wie­der etwas vertieft. Wenn auch die Störung mehr nordöstliche Zugrichtung einzuschlaaen scheint, so macht sich vorerst doch noch ihr Einfluß auf unsere Witterung geltend, so daß die milde Luft der Süd­seite die Temperaturen beeinflußt und gelegentlich Bewölkung mit Niederschlägen verursacht.

Wettervoraussage für Dienstag: Noch verhältnismäßig mildes, teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, vereinzelte Niederschläge.

Witterungsaussichten für Mittwoch: Nebelig-wolkig mit Aufheiterung, kälter.

Lufttemperaturen am 24. November: mittags 8.3 Grad Celsius, abends 6.9 Grad: am 25. November: morgens 4 Grad. Maximum 8.4 Grad, Minimum 3,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. November: abends 4 Grad, am 25. November: morgens 2.6 Grad Celsius. Niederschlag 1,3 mm. Sonnenscheindauer V« Stunde.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.

Anzeigenaustroge sind lediglich an bie Geschäfts st elle zu richten.

Für unverlangt eingesanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wirb keine Gewähr übernommen.

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