Ausgabe 
25.9.1929
 
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die Regierungsparteien auf einer gemeinsamen Basis zu einigen. Er hege die Erwartung, daß die Verhandlungen einen gang­baren Ausweg eröffnen werden. Ende Oktober habe der Reichstag eine Reihe von Gesehen zu verab­schieden, die auf dem Zoungplan fußen, und ohne deren Erledigung die baldige Befreiung der besetzten Gebiete nicht erfolgen würde.

Auch Bad Schmalbach frei!

Bad Schwalb ach, 24. Sept. (Wolff.) Heute nachmittag hat die hi-sige Besatzung, das 2. Bataillon des Dersethfhire-Regiments, Bad Schmalbach verlassen. Gegen 3 Uhr nachmittags rückten die Truppen aus der Kaserne aus und zogen mit klingendem Spiel durch die Stadt zum Bahnhof, wo sie in zwei bereit st ehende Züge geladen wurden. Das Publikum verhielt sich ebenso wie gestern in Königstein sehr zurückhaltend. Aus dem abfahrenden Zuge erscholl ein vielstimmiges ,,Good bye. In Wiesbaden wurden die Züge zu einem Zuge vereinigt, der bis Ostende fährt. Die neue Garnison in England ist Portland. 20 Mann der Besatzung sind zur Abwicklung der Geschäfte noch bis Samstag hiergeblieben.

Oie 2. Zone am 1. Dezember frei.

Berlin, 24. Sept, (wv.) Das französische Oberkommando in Mainz hat mitgeteilt, daß Lhrenbreitsteln spätestens am 30. Novem­ber geräumt sein werde. Damit ist am 1. De­zember die zweite Zone von der Bc- sohuug frei. Das Ordonnanzsyslem hat damit für diese Zone seine Geltung verloren, und die deutsche Souveränität ist wiedcrhergestellt.

Das Bistum Berlin.

Bischof Dr. Schreiber von Meißen zum Administrator desBistumsBerlin ernannt.

Berlin, 24. Sept. (TU.) Der Bischof von Mei­ßen, Dr. S ch r e i b e r, ist zum Administrator des Bistums Berlin ernannt worden. Die Verlautbarung dieser Ernennung hat folgenden Wortlaut:Durch das neuerlich abgeschlossene preußische Konkordat ist zwischen dem Hei­ligen Stuhl und dem preußischen Staate vertraglich vereinbart worden, daß der bisher dem Bischof von Breslau mit unterstehende Bezirk Berlin zum selbständigen Bistum erhoben wird. Die Errichtung der neuen Diözese wird durch eine Circumskriptionsbulle erfolgen, in der der Heilige Stuhl alle im Konkordat festgesetzten Aenderungen der gegenwärtigen Diözesanorganisation und Diöze- sangrenzen der katholischen Kirche in Preußen regeln wird. Inzwischen hat Papst Pius XI. d i e selb­ständige Verwaltung des genannten Be­zirks dem hochwürdigen Bischof Christian Schrei­ber, Bischof von Meißen, als apostolischem Administrator a d notum >st-sedis an­vertraut."

Die Nachprüfung unantvendbar gewordener Vertrüge.

Eine Entschließung zu Artikel 19 des Bölkerbundstatuts.

Genf, 24. Sept. (WB.) Der Rechtsausschuß der Völkerbundsversammlung hat den Entschließungsan­trag seines Unterausschusses über den chinesischen Antrag zu dem Revisionsartikel 19 des Völkerbunds­paktes einstimmig genehmigt. Mit dieser Entschlie­ßungerklärt die Bundesversammlung, daß ein Völkerbundsmitglied unter seiner Verantwortung rind unter Einhaltung der Geschäftsordnung auf die Tagesordnung der Völkerbundsvcrfammlung d i e Frage stellen kann, ob der Fall gegeben ist, zu der in Artikel 19 vorgesehenen Aufforderung über Neuprüfung von Verträgen zu schreiten, die dieser Völkerbundsstaat als unanwendbar geworden betrachtet, oder von internationalen Verhältnissen, deren Aufrechterhaltung nach seiner Auffassung den Frieden der Welt gefähr­den könnte". Ein solcher Antrag soll, wie es in der Resolution weiter heißt, in Uebereinstim- mung mit Artikel 19 abgefaßt sein und erklären, daß in diesem Falledie Bundesversamm­lung den Antrag unter Beobachtung ihres gewöhnlichenBerfahrens erörtern und gegebenenfalls die verlangte Aufforderung ergehen lassen wird".

Die Llnruhen in Palästina.

Beduinen überfallen ein jüdisches Kinderdorf.

Jerusalem, 24.Sept. (TH.) In der Nacht zum DienStag ist das sog. Kinderdors K f a r Hay Beladim von einer Bedumeubande überfallen worden. Der einzige Wächter des Dorfes wurde niedergemacht. Unmittelbar nach ihrem Eindringen schnitten die Beduinen die Telephonverbindung ab. Das gesamte Vieh wurde geraubt. Als nach erheblicher Verspä­tung eine Truppenabteilung heranrückte, waren die Veduincn bereits wieder verschwun­den. Die jüdische religiöse Hochschule in Hebron verlangt von der Negierung in Jerusalem eine Million Mark für die ermordeten 35 Schüler. Außerdem haben noch eine Reihe amerikanischer und litauischer Bürger Ansprüche geltend ge­macht. Das Kinderdorf Kfar Hay Veladim wird von ukrainischen Pogromwaisen be­wohnt. Die Verwaltung des Dorfes liegt zum Teil in den Händen der Kinder selbst.

Palästina

und hie deutschen Juden.

Berlin, 24. Sept. (Tel.-Un.) DieVereini­gungen für das liberale Judentum" teilt mit: Ein in der Tagespresse verbreiteter Auf­ruf der deutschen Mitglieder der I e w i s h 2lgency und des deutschen Keren Hajessod e. 23.: Das jüdische Palästinawerk",Hilfe durch Aufbau" zwingt uns, folgendes zu erklären: Es ist unrich­tig, daß, wie in dem Aufruf behauptet wird, die Einigung der Judenheit für den Pa­lästina-Aufbau gelungen fei und daß die Vertreter der jüdischen Gemeinschaften aller Län­der" sich verpflichtet hatten, bei der Errichtung der jüdisd)-nationalen Heimstätte in Palästina mitzu- arbeiten. In Wahrheit steht die große Mehrheit der deutschen Juden dem jüdisch-nationalen Aufbauwert ablehnend gegenüber, weil sie sich national 's Deutsche fühlen und das Judentum ihnen

Sie Reichsbahn fordert erneut Tariferhöhung.

Notwendige Aufwendungen zur Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit. Unzureichende Mehreinnahmen.

Berlin, 24. Sept. (WTB.) Der Verwal­tung s r a t der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat am 23. und 24. September 1929 zur Frage der Tariferhöhung und deren Ableh­nung durch die Reichsregierung Stellung ge­nommen. Er kann die vom Reichsverkehrsminister zur Ablehnung seines Antrages gegebene Be­gründung nicht anerkennen und hat beschlossen, der Reichsregierung die Lage der Gesellschaft neu darzustellen.

Der Reichsverkehrsminister hat seine Ableh­nung damit begründet, daß die über den Vor­anschlag entstandenen Mehrausgaben durch eine günstige Entwicklung der Einnahmen gedeckt werden könnten. Diese Annahme trifft bedauerlicherweise n i ch t zu. Vom 1. Ianuar bis zum 1. September haben die Einnahmen des Iahres gegen den Voranschlag nur 2,5 Millionen Mark mehr er­bracht. Im September ist die veranschlagte tägliche Bruttoeinnahme bisher nicht voll er­reicht. Die Deckung für die im Voranschlag nicht vorgesehenen Mehrausgaben, besonders für die Lohnerhöhung, ist nur durch eine erneute ^Drosselung aller Sachaus­gaben möglich geworden, die für die Zukunft unter keinen Umständen verantwortet werden kann. Die Feststellungen des Arbeitsausschusses zur Untersuchung der Betriebssicher'?it und die Entschließung des Reichstags vom0. Februar 1929 erklären für notwendig, daß von der Reichs­bahn zur Aufrechterhaltung der Be­triebssicherheit höhere Aufwen­dungen sowohl in der Betriebsrechnung als auch in der Vermögensrechnung beschleunigt ge­macht werden. Auch die Erörterungen, die in der Oeffentlichkeit im Anschluß an verschiedene Unfälle und in letzter Zeit aus Anlaß des Mün­chener Freispruches stattgefunden halben, ver­langen von der Reichsbahn in beschleunigtem Tempo erhöhte Aufwendungen im Inter­esse der Betriebssicherheit.

Allen solchen Forderungen konnte aus Mangel an Mitteln bisher n i ch t entsprochen werden, und auch die Aussichten für die folgenden Iahre ergeben bei den jetzt zur Verfügung stehenden Einnahmen dazu keine Möglichkeit. Selbst wenn für die wertsteigernden Aufwendun­gen die Inanspruchnahme des Kapitalmarktes zu erträglichen Bedingungen in absehbarer Zeit mög­lich werden sollte, müssen nicht nur die Aus­gaben für Unterhaltung und Erneuerung, fonbern auch gewisse Aufwendungen für Modern­erhaltung der Anlagen aus den Be­triebseinnahmen gedeckt werden. Der Derwal- tungsrat betrachtet es als Aufgabe der Deut­schen Reichsbahngesellschaft, ein genügendes Maß sachlicher Ausgaben für Erhaltung, Erneuerung und DetriebsentwicÜung unter

allen Umständen sicherzustellen. Die Gesellschaft würde es im allgemeinen und eigenen Interesse begrüßen, wenn sie nicht gezwungen wäre, dem Verkehr eine erhöhte Be­lastung aufzuerlegen, und wenn ihr statt dessen die unerläßliche finanzielle Erleichte­rung durch die Reichsregierung in anderer Weise gewährt wurde. Sollte ein Ergebnis in diesen Verhandlungen nicht erreicht werden, so hält es der Verwaltungsrat für seine dringende Pflicht, eine Tariferhöhung in ausrei­chendem Umfange erneut zu beantragen und nachdrücklich weiter zu verfolgen.

Ein seltsamer Sehördenstreit.

Die Reichsbahn lehnt Fahrtgutschcine für Kriegsbeschädigte ab.

Berlin, 25. Srpt. (Priv.-Tel.) In der Oef­fentlichkeit hat die Mitteilung großes Aufsehen erregt, nach der zwilchen der Berliner Reichs­bahndirektion und dem Hauptvevsorgungsamt ein Konflikt ausgebrochen ist, der schließlich dazu führte, daß von einzelnen Bahnämtern Gutscheine des Hauptversorgungsamtes für Kriegsbeschä­digte a ls ungültig abgelehnt wurden. Es ist sicherlich kein Musterbeispiel sozialer Ge­sinnung. den Kampf zwischen zwei Behörden a u f dem Rücken von Kriegsbeschädigten auszufechten. Das Hauptdersorgungsamt war mit Zahlungen, die im Zeitraum von fünf Tagen zu leisten sind, in Rückstand gegenüber der Reichs­bahn gekommen, was dieser aber gleichsam einen klagbaren Rechtsanspruch gab.

Der Hintergrund dieser ganzen Affäre ist die wenig erfreuliche Verworrenheit, in der zur Zeit die Finanzen des Reiches und seiner Behörden stecken. Wie wir von gutunter- richte ter Seite hören, hat das Reichsarbeits­ministerium im Rahmen der Verhandlungen um den Rachtragsetat wie schon an dieser Stelle berichtet werden konnte sich bereits vor eini­ger Zeit an das Reichsfingnzministerium ge­wandt, um die finanzielle Lage des Versor- grvngswesens zu klären. Anscheinend ist die Lage hier recht schwierig, was zum Teil darauf be­ruhen mag, daß die Dersorgungsämter in der Praxis die sogenannten Kann-Vorschriften, nach denen gewisse Auszahlungen erfolgen, fefcr freigiebig angewendet haben, so daß gegenüber dem Etatsansatz fühlbare Mehraus­gaben erfolgt sind. Andererseits will das Reichsfinanzministerium, das sich selber in einer schwierigen Lage befindet, hier einen gewissen Druck ausüben, und hat sich zunächst einmal ab­lehnend verhalten. Der ganze Fragenkomplex muß nun im Rahmen der Verhandlungen yir den Rachtragsetat endlich einer Regelung zu­geführt werden.

Duell unh Bestimmungsmensur.

Aus dem Reichstagsausschuß für Strafrechtsreform.

Berlin, 25. Sept. (VDZ.) Der Reichs­tagsausschuß für Strafrechtsreform nahm seine Beratungen wieder auf. Zur Be­ratung standen die Strafbestimmungen, nach de­nen der Z w e i k a m p f mit Gefängnis nicht unter drei Monaten, im Falle der Tötung eines Teilnehmers nicht unter einem Iahre be­straft werden soll. Der deutschnationale Abgeord­nete Hannemann beantragte eine Aenderung, wonach studentische Mensuren straf­frei bleiben sollen. Gegen diesen Antrag wandte sich der Zentrumsabgeordnete W e g - mann. Das Duell sei nach seiner Meinung ein Verbrechen gegen Leib und Leben und ein un­sittliches Vergehen gegen den Mitmenschen. Das Delikt des Zweikampfes sei in sich widersinnig. Er werde bei der zweiten Lesung beantragen, daß diese Tat nur dann nicht bestraft werden könne, wenn sie an sich nicht gegen die Sitte verstoße.

Abg. Landsberg (Soz.) meint, straffrei sollten nur die zugezogenen Aerzte bleiben, nicht die Kartellträger. Zeugen und das Ehrengericht. Ohne Rücksicht auf die Höhe der Strafe solle mit jeder Bestrafung der obligatorifche Verlust der Amtsfähigkeit verbunden fein. Die Bestimmungsmensur dürfe nicht straffrei bleiben.

Abg. Dr. Leutheußer (D. Vp.) begrüßt es, daß der Entwurf einen Unterschied zwischen wirklichem Duell und studentischer Schlägermensur macht. Die Mensur sei kein Duell, son­dern eine sportliche Hebung. Die Ver­treter der Deutschen Volkspartei würden die Verschärfungsanträge ablehnen.

Abg. Hergt (Dn.) betont, die Straflosigkeit des Duells werde auch von den Deutschnationalen nicht verlangt: vielmehr werde von ihnen jeder unmoralische Duellzwang durchaus bekämpft. Der Waffenring der Studenten sei nicht ein Förderer der Zweikämpfe, sondern er verhindere sie in vielen Fällen durch seine Ehren­gerichte.

Solange Boxkämpfe erlaubt seien, dürfe man Bestimmungsmenfuren nicht bestrafen.

Ministerialrat Schäfer (Reichsjustizrniniste- rium) erklärt, der Entwurf wolle jeden Zwei­kampf, mit dem eine Gefahr für Leben und Ge° fundheit der Beteiligten verbunden fei, mit Strafe bedrohen, einerlei, aus welchen Beweggründen ein solcher Zweikampf er­folge. Daneben erscheine der Zweikampf straf­würdig, sofern er den Kastengeist und die Heber­heblichkeit schütze und dadurch eine Störung des öffentlichen Friedens herbeiführen könne. Insoweit finde der Zweikampf im Ent­wurf entschlossene Ablehnung. Das geltende Recht berücksichtige nur den ersten Gesichtspunkt, und der Begriff dertödlichen Waffe" habe durch die Rechtsprechung des Reichsgerichtes be­kanntlich die Auslegung gefunden, daß es auf die

abftrdfte Eignung der Waffe zu tödlichen Ver­letzungen ohne Rücksicht auf die im Einzelfall ge­troffenen Vorsichtsmaßregeln an komme. Diese Auffassung sei in der Wissenschaft auf lebhaften Widerspruch gestoßen und habe auch in der Rechtsprechung der Hntergerichte nicht die ge­nügende Gefolgschaft gefunden. Zu dieser Frage müsse das neue Strafgesetzbuch klar Stellung nehmen.

Der Reichsrat habe dies in der Weise getan, daß er die studentischen Bestimmungsmenfuren mit Schlägern und unter Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr unter Strafe stelle, wenn sie nicht zur Austragung eines Ehrenhandels erfolgten. Diese mittlere Linie erscheine dem Justizministerium als eine annehmbare Lösung.

Falls die Mehrheit des Ausschusses weitergehen und auch die Bestimmungsmensur mit Schlägern bestrafen wolle, weil sie der Aährboden für das ernste Duell sei, so behalte sich der Iustiz- minister eine erneute Rachprüfung und Gntschei- dung des Kabinetts vor.

Abg. Dr. Dell (Ztr.) erklärt, der jetzige Zu­stand, daß bestehende Rechtsvorschriften gegen die Mensuren praktisch nicht angewendet würden, sei nicht länger erträglich. Während im Volks- bewußtssin der Zweikampf immer mehr an Bo­den verliere, ssi die Destimmungsmen- s u r gerade zur Förderung des Duell­gedankens geeignet und bestimmt. Sie sei nicht einfach als sportliche Hebung an» zusehen und dürfe nicht straffrei sein.

Ministerialdirektor Schäfer teilt mit, daß von den 71 Verurteilungen wegen Zweikampfes im Iahre 1928 beinahe die Hälfte, nämlich 35, we­gen Bestimmungsmenfuren auf Lippe-Det­mold entfielen. Auf Preußen entfielen 17 oder 18 Fälle, auf Sachsen 9, Mecklenburg-Strelih 4, Braunschweig 2. Bayern, Baden, Anhalt und Bremen je ein Fall.

Abg. Dr. Ehler mann (Dem.) erklärt, seine Freunde feien für scharfe Bestrafung des Zwei­kampfes, damit er endlich verschwinde. Der Red­ner stimmt dem Abg. Dr. Dell darin zu, daß das jetzige Verhalten der Strafverfolgungs­behörden zu den Bestimmungsmenfuren nicht län­ger erträglich sei. Daraus sollte aber gefolgert werden, daß die Ve st immun gsmensu- ren ebenso straffrei sein müssen wie Doxkämpse.

Abg. Dr. Wunderlich (D. Vp.) stimmt der Regierungsvorlage unter Ablehnung aller Aen- derungsan träge zu.

Abg. Dr. Iörrissen (Wp.) erklärt sich für Bestrafung der Bestimmungsmenfuren. Die Box­kämpfe sollten wegen ihrer verrohenden Wir­kung gleichfalls unter Strafe ge­stellt werden.

nicht nationale, sondern religiöse Gemeinschaft ist. Deshalb haben große Vereinigungen der deut­schen Juden die Beteiligung an der Jervish Agency abgelehnt. Wir beklagen die Opfer der blutigen Unruhen in Palästina aufs tiefste. Jegliche Unter­stützung des jüdisch-nationalen Aufbauwerkes lehnen wir ab: als die wahre Aufgabe der Juden erscheint uns die Arbeit an der Verwirklichung der religiös- sittlichen Ideale des Judentums in ihren Heimat­ländern.

Aus aller Welt.

Der Berliner Oberbürgermeister in Reuyork.

Aus Anlaß des Besuches des Berliner Oberbürger­meister D ö ß in Neuyork fanden große Festlichkeiten statt. Polizeipräsident W h a l e n holte Dr. Böß von seinem Hotel ab und geleitete ihn in mit deutschen und amerikanischen Fahnen geschmückten Auto zum Rathaus, wo Oberbürgermeister Walker den Ber­liner Oberbürgermeister offiziell empfing. Eine rie­

sige Menschenmenge hatte sich eingefintben. Während die Flagge der Stadt Berlin in das große Rathaus­zimmer getragen und von einem Polizeileutnant während der ganzen Feierlichkeit gehalten wurde, hieß Walker das Berliner Oberhaupt in Neuyork herzlich willkommen. Oberbürgermeister Dr. Böß dankte für den herzlichen Empfang. Abends fand im Hotel Baltimore in Anwesenheit der Vertreter Deutschlands und Neuyorks ein Festbankett statt.

Tragischer Autounsall eines Ehepaar».

In Berlin wurde in der Nähe des Kurfursten- dammes das Auto des 66jährigen Rittergutsbesitzers v. W o l l a n g, in dem dieser, der s e l b st ge­lähmt ist, seine kaum genesene Ehefrau aus einer Klinik abholte, von einem in schnellster Fahrt befindlichen Privatwagen ange- fahren. Der Anprall war so heftig, daß sich das Auto Wollangs, in dem sich auch noch eine Kranken­schwester befand, mehrmals überschlug und auf den Kühler eines Lastwagens geschleudert wurde. Bei dem Unfall wurde die Ehefrau des Ritter­gutsbesitzers so schwer verletzt, daß sie bald daraus starb. Der schwerverletzte Ehemann ist noch im Lause der Nacht ebenfalls seinen Ver­letzungen e r l e g en. Die Krankenschwester war schwer verletzt worden. Der Wagen, der den Unfall verursacht hatte, war, da er mit Gummi­puffern versehen war, nur wenig beschädigt. Die so- fort vorgenommene Untersuchung ergab, daß der Chauffeur dieses Wagens die Schuld hatte, da kaum er fennbare Bremsspuren zu finden waren. Die Familie Wollang ist durch ihre groß­zügigen Stiftungen zugunsten Ber­liner Armen bekannt» die auf 20 Millionen Mark geschätzt werden.

Schwere Eisenbahnkalastrophe in Rußland.

Don einem Personenzuge auf der Strecke M o s- k a uW jatka entgleisten 80 Kilometer von von Wjatka entfernt sechs Wagen, von denen zwei völlig zertrümmert wurden. 45 Personen sollen getötet worden sein, 26 schwer und 10 leicht verletzt.

vergiftete Schokolade.

Dem 19jährigen Musikschüler Obermann aus Bochum wurde bei einer Bahnfahrt nach Dortmund von einem unbekannten Mitreisenden Schokolade angeboten, nach deren Genuß er hef­tige Magenschmerzen verspürte. Der Ver­giftete starb, nachdem er ins Krankenhaus ge­bracht worden war.

Oberst a. D. firiebel militärischer Ratgeber bei der chinesischen Regierung.

Rach Derichten aus Ranking hat Präsident Tschiangkeischek kürzlich den Oberst a. D. Kriebel zum Rachfolger deS verstorbenen mili­tärischen Ratgebers Oberst Dauer ernannt. Oberst a. D. Kriebel hat früher dem bayrischen Generalstab angehört.

Die Opfer der Unwetterkatastrophe in Italien.

Das Hnglück auf der Strecke Dattaglia Po tenza, bei dem ein Inspektionszug von einer Hochwasserwelle erfaßt wurde, hat nach den letzten endgültigen Feststellungen sieben Menschenleben gekostet. Der Inspekttons- zug war mit zwölf Eisenbahnbeamten unterwegs, von denen nur fünf zurückgekehrt sind. An anr derer Stelle sind, wie jetzt festgestellt wurde, zwei Weichensteller der Hntoetterfata- strvphe zum Opfer gefallen.

Schlagende Wetter in einem belgischen Bergwerk.

In einem Kohlenbergwerk in Roirchain bei Mons, wurden durch schlagende Wetter fünf Arbeiter getötet

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Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet hat sich weiter aufgebaut und nach an Ausdehnung gewonnen. Deutschland liegt mitten in seinem Kerngebiet. Der hohe Druck hält zunächst stand, so daß im Bereich absinkender Lust­massen das heitere Wetter fortdauert. Ein- und Aus­strahlung bestimmen die Temperaturen. Sie gehen infolgedessen während der klaren Nacht bis in Ge­frierpunktnähe zurück, steigen aber tagsüber dis zu 15 bis 20 Grad an.

Wettervoraussage für Donnerstag: Heiter und trocken, nachts sehr kühl, tagsüber Er­wärmung, stellenweise Frühnebel, sonst wenig Aenderung der Wetterlage.

Witteruntzsaussichten für Freitag: Stellenweise Frühnebel sonst wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 24. September: mittags 16 Grad Celsius, abends 7,5 Grad: am 25. September: morgens 6,2 Grad. Maximum 16,8 Grad, Minimum 2,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. September: abends 16,6 Grad; am 25. Septem­ber: morgens 10,4 Grad Celsius. Sonnenschein­dauer VA Stunden.