Ausgabe 
25.7.1929
 
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D'ebriliiche»/ ,ab einen endgül. tennleteIÜerlen $taa. a9 als fionferenj.

Borte Guardian*.

M) Der Pariser chesterGuardian"

Machenschaften zu« »rstehenden Aepar» bemerkt, wenn nicht ,en energischen Schritt modle ein Ende zu ^ws locitergehen. Es ranzösische Re- abzulehnen, und Durde auf ein Wort serung hin fallen ge­be: britischen Ae^e- kommenden Mchte, in wird, dch die Kon- im Haag beginnt, sentlichen Meinung die ühren.

führt derManchester wirKich Zeit, dah jetzt chteleien begraben wer- ein Deschluß erzielt minöglich sein, die Kon- Zeitpunkt abzuhalten

> fast sicher noch nicht CßöIferbuniSöeriarnn« wfammentritt. QDc- sammbnntz ^am« .edaraiivnskvN' ) chre Äktivn gelähmt l, der Reparation^, en ist, oder ob un­ten das Rheinland ge« »as Blatt beargwöhnt, wirfticher Beweggrund chen Unfähigkeit, einen >rt für die Reparati- ehe.

Man wendet sich scharf Zeststellungs- und Der- bedauertPas^endcr.

des Schöneii m der astig? Mellecht ist der der Mrtschastsmensch, ofoph (tote es vor dm war)? Wissen mr M jt Iorliebc Shakespeare I Shaws ist?

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fvn Sngsanv tn tfgenMner Welse fTEt gevmf- den erachtet. Er schreibt:Die gefällige Hal. hing unseres Foreign Office gegenüber allen Seiten der französischen Politik hat uns wieder schlechte Dien st e geleiste t."

Die evangelische Kirche in Hessen.

wsn. D a r m st a d t, 24. 3uli. Wie wir aus zu- verlässiger Quelle erfahren, sind die finan-

xteTTeir Selleanverfetzungen M- schen dem hessischen Staat und der e b a n* gelischen Kirche so weit gediehen, daß vor­aussichtlich beim Wiederzusammentritt des Hessischen Landtages im Rovern- b e r ihm ein entsprechender Gesetzentwurf unterbreitet werden kann. Lieber die bisherigen Ergebnisse der Verhandlungen wird von den beteiligten Seiten noch Stillschweigen Be­wahrt.

Explosionskaiastrophe bei Berlin.

Sauerstoffbehatter in Borsigwalde in die Lust geflogen.

Berlin, 24. Juli. (WTV.) Von einer furcht­baren Explosionskatastrophe wurden heute mittag die vereinigten Sauer st offwerke in verlin-vorsigwalde heimgesucht. Aus noch unbekannter Ursache flog ein großer Sauer- sloffbehälter beim Umfüllen in die Luft. Line über 100 Meter hohe Stichflamme schoß her­vor. Der ganze umfangreiche Gebäudekomplex war im Augenblick in ein Rauch- und Flammen­meer gehüllt. Sekunden später erfolgten mehrere weitere Explosionen. Feuerwehr und städtisches Ret­tungsamt eilten mit allen verfügbaren Magen an die Unglücksstelle. Aus dem Feuermeer schossen un­aufhörlich explodierende Sauerstoss-Flaschen in die höhe. Melalllcile wurden Hunderte von Meter weit geschleudert. Der Bewohner der umliegenden Dohn- gebäude und der Belegschaften der benachbarten Fabrikbelriebe bemächtigte sich eine furchtbare Panik. Alles eilte ins Freie. Die Fcuerwehr- mannfchaften konnten zunächst nicht an den Expto- sionshcrd herangelangen.

Wie das Unglück geschah.

Das Explosionsunglück, das sich deute mittag in dem Sauerstoffwerk der Gesellschaft für Lindes Eismaschinen-A.-G. in Borsigwalde ereignete, ist

eine der schwersten Fabrikkatastrophen, die sich in den letzten Jahren in der Reichs- Hauptstadt ereigneten.

Die Sauerstoffwerke, deren Stammhaus sich in Wiesbaden befindet, bestehen aus einem großen Dureauhaus und mehreren Fabrik- und Lager­hallen für Acethylen, sowie aus einem Füllraum, in dem große Stahlflaschcn mit acethtzlenhaltigem Gas gefüllt werden, das für die Kältemaschinen benötrgl wird. 3n diesem Gebäude, wo immer Hunderte von fertigen Stahlflaschen lagern, ex­plodierten kurz vor 1 Uhr während des Fül­lens zwei Gasflaschen mit

kanonenschnßartiger Detonation.

Der Knall ließ die benachbarten Gebäude bis in die Grundmauern erzittern, die Fensterscheiben gingen in Trümmer, in allen Fabrikanlagen der Gegend bemächtigte sich der Belegschaften eine Panik. Hilferufend eilte zunächst die Belegschaft des Säuerstoffwerkes ins Freie. Auch bei den Bota-Werken und anderen benachbarten Fabriken verlies die Arbeiterschaft die Be­triebe, um sich in Sicherheit zu bringen. Bald darauf erschütterte eine

weit furchtbarere Detonation

den ganzen Füllraum. Riesige Stichflam­in e n schossen aus dem Gebäude hervor und setzten die

umliegenden Baulichkeiten in Brand während eine dicke, schwarze Qualmwolke ker­zengerade zum Himmel stieg und den von allen Seiten herbeieilenden Löschzügen den Weg wies.

Zehn Löschzüge waren bald zur Stelle. Schlag auf Schlag folgten Explosionen der Stahlflaschen. Unter Beobachtung der notwen­digsten Vorsichtsmaßnahmen wurde das Ter­rain von den Löschmannschaften eingekreist, die aus 15 Rohren unaufhörlich riesige Wasser­mengen in die Fluten schleuderten. Besonders war man darauf bedacht, das Lagerhaus mit den dort aufgestapelten Acethtzlenvorräten zu retten und den Brand des großen Kontorhauses zum Stehen zu bringen. An den eigentlichen Explosionsherd konnte man vorläufig nicht Vor­dringen. Selbst die weiter entfernt stehenden Feuerwehrleute und Drandingenieure waren in ständiger Gefahr, denn immer wieder ertönte das unheimliche Zischen der durch die Luft sausenden Stahlflaschen, die in kürzerer oder weiterer Entfernung niederfielen. Besonders schwer hatten die benachbarten Rota - Werke zu leiden, in deren Montagehallen eine ganze Anzahl der Flaschen hineingeschleudert wurde, ohne jedoch mehr als Materialschaden an­zurichten. Selbst in den Dachstuhl der etwa 400 Meter entfernten Otis-Werke fiel einer dieser Gasbehälter und zertrümmerte die Dachkonstruktion. Auf dem unbebauten Terrain in der Umgebung sah es aus

wie auf einem Schlachtfeld des Weltkrieges nach lagelangem Trommelfeuer.

Ueberall lagen die völlig deformierten auf» gerissenen Stahlslaschen, große und kleine Eisen­splitter, Mauersteine, Dachsparren und Ziegel­steine. Gegen 3 Uhr nachmittags wurden die Explosionen allmählich schwächer. Gegen

Uhr konnte man die Hauptgcfahr im wesent­lichen als beseitigt ansehen, so daß die Feuerwehrtrupps näher an den Explosionsherd gezogen werden konnten. Ungefähr zur gleichen Zeit war auch das Feuer in den angrenzenden Fabrikgebäuden und in dein Dureauhaus zum Stehen gebracht, doch hatten alle Baulichkeiten sehr schwer gelitten.

Der einsetzende Regen brachte keine Entlastung für die Feuerwehr, sondern schaffte ihr im Gegenteil neue Arbeit, denn durch das Feuchtwer­den der Azetnlenvorräte in den geborstenen Behäl­tern entwickelten sich neue Azetylengase, die sich alsbald entzündeten, so daß das Feuer immer wieder aufzuflackern begann. Durch Auf- werfen von Sand wurden schließlich die in dem Lagerraum aufgestapelten Azetylenbüchsen gerettet. Glücklicherweise erwiesen sich die Befürchtun­gen, daß unter den Trümmern Tote und Ver­letzte lägen, als gruen blo 5, denn wie immer in solchen Fällen war die Belegschaft im ersten Schreck planlos auseinandergelaufen oder nach Hause gerannt, um sich bann nachher roieber einzu­finden. Die Zahl der ernstlich Verletzten beträgt nach den bisherigen Meldungen sechs, von denen fünf nach Anlegung von Verbänden in ihre Wohnungen entlassen werden konnten. Ein Fräu­lein Behm ist so schwer verletzt, daß bei ihr Lebensgefahr besteht.

Oie Wetterlage.

Mittwoch?

d.24.Juli, 1929,7"

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Wettervoraussage.

Die Kaltlustzufuhr hält noch an und hat bereits hohen Luftdruck von Westen her nach Norddeutsch­land angesaugt. Im südlichen Teil Deutschlands und über Frankreich liegen flache Störungsgebilde, die die kontinentale Warmluft heranholen und sie an der vorgestoßenen Kaltfront aufgleiten lassen. In unserem Bezirk wird daher der Himmel noch viel- fach bewölkt sein, wobei auch vereinzelt Regenfälle auftreten. Die Temperaturen erfahren, je nachdem ob die Kalt- ober Warmluft vorherrscht, geringe Schwankungen. Später, wenn sich ber hohe Luft­druck von Westen her durchsetzt, wird wieder eine Beruhigung eintreten.

Wettervoraussage für Freitag: Vor­erst noch meist trübes Wetter bei schwankenden Temperaturen, einzelne Regenfälle.

Wettervoraussage für Samstag: Wieder langsame Beruhigung der Wetterlage.

Aus der Provinzialhauptstadt.

i Gießen, den 25. 3uli 1929.

Oas Gewitter.

Ein Aussatz vom Pelerchen.

Das Gewitter ist kein gewöhnlicher Regen, sondern ein Regen mit Blitz und Donner. Mei­stens kommen die Gewitter im Sommer, weil da das Land trocken ist. Wenn mein Vater sagt: Gewitter noch einmal!, dann gibt es lange kein Gewitter. Er sagt es oft, auch zu unferm Lehr­buben. Der ist seit einigen Wochen bei uns und ißt auch mit am Tisch. Neulich, als es so schwül war, sagte er zu meinem Vater:Ich glaube, wir kriegen ein Gewitter!" Mein Vater aber ant­wortete:Dummer Bub, wie kannst du sagen wir"? Haben wir vielleicht ein Kompanie*- geschäft?"Dann kriegen Sie allein das Ge­witter!" sagte der Lehrbub.

Aber es kam wirklich ein mächtiges Gewitter. Wir waren gerade spazieren gegangen, als es anfing. Weil wir aber gelernt haben: Eichen, sollst du weichen, Buchen sollst du suchen!, so liefen wir am Wald entlang und suchten Buchen. Dis wir eine richtige gefunden hatten, waren wir plitschnaß. Das war dumm.

Dann sind wir heimgegangen. 3n unserer Straße waren viele Leute. Es hätte eingeschlagen, sagten sie, aber kalt. Die Feuerwehr kam auch, immer einer hinter dem andern.

Als ich noch klein war, sagte meine Mutter, das Donnern würde im Himmel besorgt, und da gerade unsere Tante Emma gestorben war und sie im Himmel sei, wie uns die Eltern sagten, so glaubte ich immer, sie donnere da mit. Jetzt weiß ich's aber besser. Der Donner kommt immer nach dem Blitz. Lind es gibt warme und falta Blitze.

Mein Vetter Max von Windhausen war neu­lich bei mir und lehrte mich ein schönes Sprüchel- chen, wonach sie beim Rachlaufen abzählen:

Zehn, zwanzig, dreißig, ... honnert, Bei dir hat's gedonnert.

Der mußte dann sein. 3ch habe das meinen. Kameraden vorgezählt. Aber ich muhte doch hundert statt honnert sagen. Da haben sie alle gelacht und gesagt: Es reimt sich ja nicht. Du mußt sagen oundert!

So kommt es, daß der Gewitterregen manchmal die Ratur erfrischt und auch die Menschen.

Gietzener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 25 bis 30, Weiß­kraut 25 bis 30, Rotkraut 40 bis 50, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20, Römisch» kohl 12 bis 15, Bohnen, grüne 20 bis 25, gelbe 25 bis 30, dicke Dohnen 15 bis 20, Erbsen 15

to 25, MkschgeinW 1V M 15, Strafen 25 M 45, Zwiebeln 10 bis 20, Kartoffeln, alte 5, neue 7 (der Zentner alte 4,50, neue 6.50 Mk.), Frühäpfel 35 bis 45, Falläpfel 5 bis 6, Aepfel, ausl. 45 bis 70, Dirnen 10 bis 40, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 45 bis 70, Sauerkirschen 45 bis 50, Aprikosen 55 bis 60, Pfirsiche 75 bis 80, Heidelbeeren 40 bis 45, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 20 bis 25, Walderdbeeren 55 bis 60 (Schoppen), Himbeeren 60 bis 70, Pflaumen 65 brs 70, Mirabellen 65 bis 70,

Reineclauden 35 bis 40, Honig 40 bis 50,

junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100

bis 120 Pf. das Pfund: Tauben 70 bis 90,

Eier 13 bis 14, Blumenkohl 30 bis 90, Salat 10 bis 15, Salatgurken 20 bis 50, Einmachgurken 3 bis 6, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 30, Sellerie 10 bis 15 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. 7. Abonnements-Konzert, 20i Uhr, auf der Liebigshöhe. Spieloereinigung 1900 e. 93.: a. o. Generalversammlung, 21 Uhr, bei Boller. Licht­spielhaus (Bahnhofstraße):Die Ehe".

Gastspiel (Seilt) de Rheidt. Man bittet uns, darauf hinzuweisen daß auf der Bühne des Lichtspielhauses, Bahnhofstraße^ vom Freitag, 26. d. M., bis Sonntag, 28. d. M., ein Gastspiel der Tänzerin Gellt) de Rheidt mit ihrem Original-Ensemble stattsinden wird. Dem Gastspiel dürfte lebhaftes 3nteresse des am Bühnentanz interessierten Publikums ent­gegengebracht werden. Man wird sich entsinnen, daß bald nach dem ersten öffentlichen Auftreten der Gellt) de Rheidt ein außerordentlich tempe­ramentvoll geführter Streit der Meinungen in der Tages» und Fachpresse über die Tanzdar­bietungen der Künstlerin ausgefochten wurde. Die Dortragsfolge enthält Pantomimen, Balletts und Solotänze, u. a. nach Werken von Schubert, Johann Strauß und Lehar.

Ein unerhörtes Verhalten bekun» deten am Dienstagabend gelegentlich des Brand» Unglückes in den Gailschen Tonwerken eine ganze Anzahl Autofahrer und Motorradler, die auf ihren Maschinen in rücksichtslosester Weise durch die Ausfallstraßen der Stadt und den engen Erdkauterweg hinabsausten. Mehrfach wurde be­obachtet, daß stark belebte Straßenkreuzungen in geradezu wahnsinnigem Tempo und ohne Signalgebung von den Kraftfahrern gekreuzt wurden, und auch im Erdkauterweg muhte man die bedauerliche Feststellung machen, daß manchem dieser rücksichtslosen Fahrer ein Men­schenleben anscheinend wenig wert ist. Daß trotz dieses ungehörigen Fahrens keine Personen zu Schaden tarnen, ist nur darauf zurückzuführen, daß bedrohte Fußgänger mehrfach noch in letzter Minute zur Seite springen konnten. Leider dürfte

tobtet bWe MckftcMosen Hahter eht pvtozsl* liches Strafmandat erhalten, da soweit Wit beobachteten eine polizeiliche Kontrolle an diesen gefährdeten Stellen nicht ausgeübt wurde, was wohl nur damit entschuldbar ist, daß alle Pvlizeimannschasten bei dem Absperrungsdienst an der Brandstätte nötig waren. Es wäre aber doch vielleicht richtig gewesen, den Erdkauter­weg für Autofahrer uno Motorradler polizeilich zu sperren, um dadurch die Sicherheit der Fuß­gänger weitestgehend zu gewährleisten.

** 3 n der Sche une verunglückt. Gestern abend stürzte in Geilshausen der 40jährige Land­wirt Wilhelm M a r g o l f in feiner Scheune, wo er mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt war, von einem mehrere Meter hohen Gerüst auf die Tenne. Dabei erlitt der Bedauernswerte einen schweren Schädelbruch und einen Bruch des linken Schlüsselbeines. Der Qkrunglüdtc wurde auf Veranlassung des berbeigerufenen Arztes durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Ehirurgische Klinik gebracht: fein Zustand ist ernst.

* Schulpersonali e. Der Rektor an der Volksschule zu Klein.Linden, Friedrich M ö n - nig, wurde auf sein Rachsuchen vom 1. August d. 3. an in den Ruhestand verseht.

** Sondcrzug nach den Alpen. Wer dieses Jahr billig in die Alpen reisen will, kann den preiswerten und schnellen Sonderzug ab Gie­ßen benutzen, der am 3. August nach Luzern, Vier­waldstättersee, Interlaken (Jungfrau) verkehrt, große Ersparnisse an Geld und Zeit bietet und den Rei­fenden aller Quartiersorgen enthebt. Man beachte die heutige Anzeige des Reisebureaus Loeb.

** Die Volkshochschule unternimmt am nächsten Sonntag, 28. Juli, im Rahmen derPflan- zenkundlichen Führungen", deren Leiter Gartenbau- Inspektor Rehnelt ist, eine Besichtigung der Rosenkulturen in Steinfurth bei Bad-Nauheim. Die jetzt in voller Blüte stehenden Rosenfelder bie­ten einen wunderschönen Anblick, so daß dieser letzte Ausflug des Sommerfemesters besonders anspre­chen wird. Am gleichen Tage wird außerdem un­ter Führung von Gerichtsreferendar Wagner ein Photographischer Ausflug" stattfinden, zu dem sich die Interessenten auf dem Ludwigsplatz um 8.30 Uhr einfinden wollen. Die Teilnahme an beiden Ausflügen ist unentgeltlich. Näheres siehe heutige Anzeige.

** Abon.nernentskonzert. Für das heute, Donnerstag, stattfindende VII. Abonne­mentskonzert unserer Militärkapelle unter Lei­tung von Obermusikmeister Lover ist ein sorg­fältig zusammengestelltes Programm vorgesehen: die Vortragsfolge enthält u. a. die Ouvertüre zuOberon", Fantasien ausToska" undGar­men", Walzer aus derTanzgräsin" und der Gräfin Mariza", ein Liederpvtpourri und zwei Armeemärsche. Der Besuch kann empfohlen werden.

DasGroßseuermdenGarl'schenToMrken.

Die 93ranbftätte in dem Betriebe der Gail- schen Tonwerke bietet ein Bild der wüste­sten Zerstörung. Das Hauptfabrikgebäude mit seinen gesamten Inneneinrichtungen ist leider durch die Flammen völlig zerstört worden. Die jetzt noch stehenden Umfassungsmauern sind so stark mitgenommen, daß auch sie für den Wiederaufbau kaum in Betracht kommen werden. Neben dem Hauptfabrikgebäude haben einige angrenzende Werkschuppen in der Dachkonstruktion starken Scha­den davongetragen, der zum Glück durch die kräf­tige Löscharbeit der Feuerwehr noch in gewissen Grenzen gehalten werden konnte.

Bei einem Rundgang durch die Brandstätte, in der das Feuer unter den Trümmern immer noch etwas schwelt, konnten wir feststellen, daß dem Unternehmen durch das Brandunglück ein außerordentlich hoher 93 e r l u ft erwach­sen ist.

Mit dem Hauptfabrikgebäude wurde die in dessen Erdgeschoß bestehende Ringofenanlage völlig zerstört, weiter hat die Trockenanlage sehr schwer gelitten.

Aus den Trümmern sieht man neben einer Unmenge von zerstörten Steinen eine große An­zahl Maschinenräder, Rohre, Eisenteile, Draht­werk usw. usw. herausragen, deren Absturz auf die Decke der Ringofenanlage die Zerstörung der letzteren zur Folge hatte. Das in mehr­stöckiger Höhe in dem Hauptfabrikgebäude ein­gebaute H o l z w e r k zum Trocknen des Werkmaterials ist natürlich den Flammen b i s auf den letzten Rest zum Opfer gefal­len: durch dieses große Holzwerk war es über­haupt nur möglich, daß der Brand die gewal­tige Ausdehnung gewinnen konnte. Der von dem Hauptfabrikgebäude nach der Tongrube füh­rende Drahtseilauszug ist an der an das Gebäude angrenzenden Seite gleichfalls zer­stört. ebenso wurde das Walzwerk durch die Flammen vernichtet. Das Wasserreser­voir in dem turmartigen Ausbau am Ostgiebel des Hauptgebäudes ist bei dem Einsturz gleich­falls zerstört worden. Den aufopfernden Be­mühungen der Feuerwehr gelang es, wie schon gestern gemeldet, das Maschinen- und Kessel­haus an der Ostseite des Gebäudes zu erhal­ten, jedoch sind an dieser Stelle die Oberlicht­einrichtungen zum Teil so schwer mitgenommen worden, daß sie nahezu gänzlich einer völligen Erneuerung bedürfen.

Der Schaden an Gebäuden, Maschinen und Merkeinrichtungen, der in den paar Stunden der Brandzerstörung entstanden ist, wird mit einer Million Mark sicherlich nicht zu hoch be­ziffert fein.

Dazu kommt noch die starke Einbuße, die das Werk durch die einstweilige Stillegung des B e - t r i e b e s erleidet. Neben der Firma find auch die in dem Betriebe beschäftigten etwa 14 0 Arbei- t e r schwer mit betroffen worden, da sie vorläufig keine Arbeits- und Verdienstmöglich- k e i t mehr haben und auch nur teilweise und ab­wechselnd bei den Aufräumungsarbeiten Beschäfti­gung finden können. Die Entstehungsursache des gewaltigen Feuers ist bis zur Stunde noch nicht b e f a n nt. Fest steht nur, daß em Arbei­ter, der an dem Ringofen im westlichen Teile des Gebäudes beschäftigt war, plötzlich an der östlichen Seite des Baues einen Feuerschein auftauchen sah und unmittelbar darauf auch die emporlodernden Flammen erblickte. Der Mann, der die Größe der Gefahr erkannte, lief sofort zum Feuermelder und alarmierte von da aus die Feuerwehr, die denn auch rasch zur Stelle war.

Wenn man sich das Bild dieser gewaltigen Zerstörung ansieht, wird der Eindruck von der

außerordentlich lobenswerten Löscharbeit unserer Feuerwehr unter Leitung des Stadtbranddirel- torsBraubachnoch stärker, als bei der gestrigen kurzen 3naugenscheinnahrne der Unglücks­stätte. Änsere Wehr und die zu ihrer Ant-r- ftützuna herbeigeeilten Soldaten der Garnison, sowie die Polizei verdienen in der Tat volle An­erkennung.

Die Brnndstätte wa-r gestern das Ziel von Hunderten von Menschen, die indessen nicht auf ihre Rechnung kamen, da die plnglücksstätte aus nccheliegenden Gründen von allen Seiten Poli­zeilich streng abgesperrt ist.

Wie die Führung der Freiwilligen Sa­nitäts-Kolonne vom Roten Kreuz uns mitteilt, ist auf Veranlassung des Kolonnen- führecs am Dienstag kurz nach 22.30 älhr ein Krankenkraftwagen mit einer Gruppe von Sani­tätsleuten, die mit Sauerstoffgeräten, elektrischer Scheinwerferanlage usw. ausgerüstet waren, an der Brandstelle eingetroffen und hat sich der Brandleitung zur Verfügung gestellt, um bei etwa vorkommenden Unfällen einzugreifen. Tat­sächlich konnte die Wache in acht Fällen bei Ver­letzungen und Rauchbeschädigungen, die zum Glück leichterer Ratur waren, erste Hllse leisten. Auch die elektrische Scheinwerferanlage mußte längere Zeit in Tätigkeit treten. Bei der gewaltigen Ausdehnung des Feuers hätten leicht Menschen­leben in Gefahr kommen können, und es ist im 3ntereffe der Llllgeineinheit wünschenswert, daß die Sanitäts-Kolonne bei derartigen Fällen von zuständiger Stelle benachrichtigt wird.

Berliner Börse.

Berlin, 25. 3uli. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Frühverkehr ist man natürlich sehr zu­rückhaltend und abwartend, was die Dank von England heute mit ihrem Diskont machen wird. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisen­markt hörte man London gegen Paris 123,82, London gegen Mailand 92,80, London gegen Spanien 33,30, London gegen Kabel 4,8530, Lon­don gegen Derlin 20,3550, Kabel gegen Berlin 4,1940.

Kunst und Wissenschaft.

Dom Frankfurter Schauspielhaus.

3ntendant Dr. Kronacher, der Rachsolger des 3ntendanten Weichert am Frankfur- t e r Schauspielhaus, hat dem 3ntendanten des Stadttheaters in Saarbrücken, Eugen Felber, den Antrag gemacht, die neue Stelle des allei­nigen Oberspielleiters des Frankfurter Schauspielhauses zu übernehmen. 3ntendant Fel­ber hat den Antrag angenommen und um Lösung des Vertrages mit dem Saarbrücker Stadttheater ersucht.

Verantwortlich für Politik: i. 93. Ernst Blumschein.

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