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Deutschnationalen gegen meine Außenpolitik ge­hört. (Hört, hört! bei der Mehrheit.) Ein nach­ahmenswertes Beispiel bot uns der Empfang Les amerikanischen Botschafters Dawes in London. An seinen Seiten saßen gleich zeitig der neue Außenminister Henderson und der frühere Außenminister Chamberlain. Damit wurde ausgedrückt: Wir verfolgen unser Ziel zwar auf ver­schiedenen Wegen, aber unser ge­meinsames Ziel ist das Wohl des Vaterlandes. Wenn solche Anerkennung erst einmal in Deutschland dem politischen Geg­ner gezollt wird, dann wird es uns leichter sein, dem Vaterland zu dienen. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.)

Sn der Abstimmung werden die Etats des Auswärtigen Amts, der besetzten Gebiete und der Kriegslasten in der Ausschuhfassung an­genommen. Die Abstimmung über die Miß- trauensanträge wird bis zur dritten Lesung zu­rückgestellt.

3m Spiegel der pariser presse.

Paris, 25. Sunt (WTD. Funkspruch.) Sn Besprechungen der gestrigen Erklärungen des Reichsaußenministers Dr. Stresemann im Reichs­tag findet die Morgenpresse sich mit der Rot- wendigkeit der Räumung des Rhein­landes als einer Tatsache ab, sie erhebt jedoch Einwendungen in der Frage der K o n t r o l l - Maßnahmen. So bezeichnet derPetit Pa­ri s i e n" den Ton der Rede Stresemanns, na­mentlich was die Frage der Rheinlandräumung betrifst, als sehr gemäßigt. Stresemann ist jedoch, so fährt das Blatt fort, in der Zurückweisung jedes Gedankens einer ständigen äleberwachung außerordentlich kategorisch gewesen. Gegenüber dieser Erklärung wird von alliierter Seite sicher auf den dritten Punkt der Genfer Resolution vom 16. September 1928, die im Einvernehmen mit Reichskanzler Müller ange­nommen wurde, hingewiesen werden.

ImEcho de Paris" heißt es: Deutschland bleibt dabei, daß es alle Zwangsmaßnahmen aus dem Versailler Vertrag zu beseitigen wünscht. Ob man will oder nicht, das französische Ministerium wird früher oder später gezwungen sein, gegen die Tendenz von Locarno anzugehen, und Frankreich um der Beruhigung der Well willen" einen Teil der Verantwortung am Kriege aufzuhalsen. Der Augenblick ist gekommen, den Leuten von London und Berlin zu beweisen, daß Europa nicht ihren Be­strebungen ausgeliefert sein wird. Zunächst einmal stellt das Protokoll vom Ib.September 1928 eine Verbindung zwischen der Rheinlandkommission und der Räumung her, d. h. ohne ständige Kon­trolle keine Räumung.

DerF i g a r o" erklärt, man könne aus den War- ten Dr. Stresemanns schließen, daß er vielleicht provisorisch einen S t u d i e n a u s s ch u ß, den man in der Sprache der neuen Diplomatie einen Ausgleichsausschuß nennt, annehmen werde. Es ist wahrscheinlich, daß Stresemann dieser Auffassung keine besondere Bedeutung beimessen wird, aber es ist sicher, daß derselbe Stresemann entschlossen ist, i n der Folge keine interalliierte Ueberwachung im Rheinland zu dul- den. Das ist die erste Acwendung der deutschen These: Man muß dem Reich seineSouveräni- tät wiedergeben.

Wo wird die politische Konferenz zusammenireten?

Paris, 24. Juni. (TU.) In französischen diplo­matischen Kreisen erklärt man, die französische Re­gierung habe durch Vermittlung Briands und um Dr. Stresemann eine Gefälligkeit zu erweisen, als Tagungsort der politischen Konferenz Baden- Baden vorgeschlagen. Sie werde aber auch keine Einwände erheben, daß die Konferenz in London stattfinde. Frankreich werde auf dieser Konferenz durch Außenminister B r i a n d vertreten fein, in dessen Begleitung sich der Generalsekretär des fran­zösischen Außenamtes, Berthe lot, befinde. Man ist in Paris der Ansicht, daß die Konferenz nicht mehr als zwei Wochen in Anspruch nehmen werde, da man in französischen Regierungskreisen die Saarfrage als außerhalb der Zu­ständigkeit dieser Konferenz betrachte. Man glaube daher, die Konferenz würde nur die Fragen prüfen, die sich auf die Räumung des Rheinlandes beziehen.

DerMatin" plädiert für die Wahl einer Stadt in der Schweiz nach dem Beispiel von L o - c a r n o und fährt fort: Wenn man die Schweiz nicht wählen will, so sollte man an die Nieder­lande denken. Macdonald will zwar, daß die Kon­ferenz in London stattfinde, es ist aber wahrschein­lich, daß die Mehrheit der interessierten Mächte ver­suchen wird, ihn von der Notwendigkeit zu über­zeugen, daß die Verhandlungen in einer Atmosphäre abgehalten werden, die nicht die Gefahr po­litischer Ansteckung im Gefolge hat. Nach demPetit Parisien" ist es wahrscheinlich, daß die französische Regierung den interessierten Mächten einen Initiativvorschlag machen werde.

Oie Agrarzölle.

Beratungen des Reichskabinetts.

Berlin, 24. Juni. (Prioatmeldung.) Das Reichs­kabinett hat heute nachmittag die Maßnahmen zur Behebung der Not der Landwirtschaft beraten. Wie wir erfahren, behandelt das Kabinett die Frage der Aufhebung des Getreidezolles, die ja auch trotz des Schwedenvertrages möglich ist. Im übrigen soll sich das Reichskabinett auch mit der Kündigungsformel des deutsch-schwe­dischen Handelsvertrages befassen, die in Anbetracht der Kürze der Zeit unumgänglich geworden ist. Im Verlauf der weiteren Erörterun­gen wird das Kabinett im Zusamenhang mit den Standardisierungsplänen des Reichsernährungs- Ministers auch den Futter- und Eierzoll be­handeln. Die übrigen Zollfragen sind im gegen­wärtigen Augenblick aber noch nicht akut.

Der handelspolitische Ausschuß des Reichstags trat am Montagabend zusammen, um sich mit den An­trägen auf Erhöhung der Getreide-, F u ttermittel«, Butter- und Kartoffel- zolle zu beschäftigen. Reichsernährungsminister Dietrich erklärte, daß die Reichsregierung ein Produktionsförderung s- undB e t rie b s- umstellungsprogramm auf fünfIahre aufgestellt habe, um hauptsächlich eine Umstellung der Milch-, Käse- und Butterwirschaft stattfinden zu lassen. Für diese Uebergangszeit müsse erhöhter Zollschutz gewährt werden, und zwar ein Erziehungszoll, der allmählich wieder abzubauen sei. Nach kurzer Debatte beantragten jämlliche bürgerlichen Parteien gemäß der Anregung

Die deutschen Banken

Berlin, 24.Juni. (WB.) Vorstand, Ausschuß und Währungsausschuß des Zentralverban­des des deutschen Bank - und Bankier­gewerbes traten heute hier zur Entgegennahme und Besprechung eines Berichts des Herrn Dr. Karl Melchior über die Vorschläge des Pariser Sach­verständigenausschusses zur vollständigen und end­gültigen Regelung des Reparationsproblems zu­sammen. Hierüber teilt der Verband mit: Bei der Beratung, die sich auf alle wesentlichen Punkte der neuen Regelung bezog, wurde der Tatsache Rechnung getragen, daß der Sachverständigenausschuß seine Aufgabe nicht nur als eine wirtschaft­liche, sondern in gewissem Sinne auch als eine politische angesehen hat. Ungeachtet der Zu­rückhaltung, welche sich unter diesen Umständen die wirtschaftliche Berufsvertretung des Bankgewerbes bei einer Stellungnahme zu den Ergebnissen des Sachoerständigenberichts auferlegen muß, hielt man es doch für geboten, folgendes zu betonen:

1. Die teutfdj^n Sachverständigen haben d i e älebernahme einer unbedingtenVer- antwortungfürDerpflichtungen ab- gelehnt, die möglicherweise außerhalb der Grenzen der deutschen Leistungs- fähigkeit liegen. Für die Entschlossenheit dieser Weigerung, welcher auch der Sachverstän- digenausschuh Ehre widerfahren ließ, gebührt ihnen um deswillen Dank, weil Deutschlands t'ünftige Leistungsfähigkeit unbe­rechenbar ist und nach wie vor in entschei­dendem Maße von der Crzielbarkeit von Aus­fuhrüberschüssen, damit aber von dem wirtscha ftlichen Verhalten desAus- l a n d e s , insbesondere der Gläubigerländer, ab­hängig sein wird. Eine Finanzierung von Re­parationszahlungen durch Ausländsan­leihen abgesehen von den ersten Lleber- gangsjahren kann ebensowenig im Sinne des Poung-Planes wie in dem des Dawesgutachtens liegen. Cs sollte deshalb in den Befugnissen, die dieser Sachverständigenbericht Deutschland in Ansehung des geschützten Teils der Sahres- leistungen einräumt, von vornherein nicht als R o t b e h e l f erblickt werden, dessen Ausübung mit der Signalisierung einer bedenk­lichen Wirtschaftslage gleichbedeutend wäre, sondern ein Recht, welches Deutschland namentlich dann in Anspruch zu nehmen haben wird, wenn sich Voraussetzungen und Erwartungen als unzutreffend er­weisen sollten, von denen der Sachverständigen­ausschuß, sei es bei der Einschätzung wirtschaft­licher Entwicklungsmöglichkeiten, sei es bei der

zum Noung-Sukachken.

Beurteilung der praktischen Auswirkung seiner technischen Vorschläge, ausgegangen ist.

2. Mit die wesentlichsten Bedenken, welche das deutsche Bankgewerbe vor fünf Jahren gegen die Annahme des Dawesplans geltend gemacht hat, be­trafen die Unterstellung der wichtigsten Gebiete des deutschen Geld-, Finanz- und Verkehrswesens unter auslän­dische Kontrollorgane Das Bankgewerbe begrüßt deshalb die in Aussicht genommene B e - feitigung dieser Organe aufs Lebhafteste. Gleich­zeitig aber kann es nicht dringend genug betonen, daß mit der Befreiung der Reichsbank von auslän­dischem Einfluß keinesfalls eine Beein­trächtigung der Garantien verbunden fein darf, durch welche das geltende Bankgesetz die Un­abhängigkeit dör Zentralnotenbank gegenüber derFinanzverwaltungdes Reiches sowie gegenüber sonstigen politischen Ge­walten und wirtschaftlichen Interessen im Jnlande sicherstellt. Nur so kann das unbedingte Vertrauen zur Sicherheit der deutschen Währung erhalten bleiben, dessen wir unter dem neuen Repa­rationsplan in noch höherem Maße als unter dem alten bedürfen werden.

3 Eine Verantwortung für eine politische Entscheidung auf der Grundlage des vorliegenden Sachverständigenberichts kann gegenüber den Ge­schlechtern, welche durch die darin vorgesehenen Sahresleistungen belastet werden sollen, unter keinen Umständen angenommen werden, wenn dabei nicht der feste Wille obwaltet, im Sn» nernDeutsckilands den Geboten einer gesunden Finanzpolitik uneinge­schränkte Geltung zu verschaffen namentlich gegenüber wirtschaftlichen Tendenzen in der öffentlichen Ausgabengeba­rung, deren verhängnisvolle Wirkungen alle Glieder des Volksganzen in gleicher Weise be­rühren. Ein einheitliches Zusammenwirken aller Parteien und Wirtschaftsstände zu diesem Ziele ist im jetzigen Zeitpunkt, der allen Deutschen ohne Unterschied von Stand und Stellung ihre wirtschaftliche Schicksalsgemeinschaft erneut zum Bewußtsein bringt, eine unbedingte Rotwendig- keit. Die Angehörigen des Dankgewerbes stehen deshalb auf dem Standpunkt, daß gesetzliche Maß­nahmen oder mindestens innerpolitische Bindungen, welche die Erreichung dieses Ziels sichern, mit denjenigen gesetzlichen Bestimmungen, welche demnächst der Reuregelung unserer aus­ländischen Zahlungsverpflichtungen "dienen sollen, ein untrennbares G a nzes bilden müssen.

Probleme der Wüschen Selbstverwalümg.

Oie Anleihepolitik. Senkung der Realsteuern? Finanzausgleich und Reichsreform. Oie Reichsstädteordnung. Oie sozialen Lasten.

Lübeck, 24. Suni. (WD.) Der Präsident des Deutschen und Preußischen Städtetages, Dr. M u» lert, gab Vertretern der Presse Aufklärung über die Hauptpunkte der in Lübeck stattfinden- den Beratungen des Städtetages und ihre Ergebnisse. Dr. Mulert führte etwa folgendes aus: Bei allen Ausgaben, die zurückgestellt wer­den können, ist stärkste Sparsamkeit ge­boten. Finanzpolitisch gesehen wird es besonders bedeutsam fein, wie sich das Ergebnis der Pa­riser Verhandlungen auf den Anleihemarkt auswirkt. ? Die gemeinsamen Bemühungen der Städte werden dahin gehem Emissionen nur in dringlichen Fällen und nach guter Vor­bereitung zu begeben und die Kurse der städti­schen Arlleihen sorgfältig zu pflegen. Die Städte sind auf das intensivste bemüht, den Wünschen der wirtschaftlichen Kreise, die Steuern, ins­besondere die Realsteuernzusenken, nach Möglichkeit zu entsprechen. Sollte sich aus den Pariser Verhandlungen die Möglichkeit einer Steuer erleichterung ergeben, so werden die Städte mit besonderer Genugtuung von einer solchen Möglichkeit Gebrauch machen. Die Festlegung eines endgültigen Finanz­ausgleichs erscheint nunmehr als eine der wichtigsten innerpolitischen Aufgaben.

Auch für die innere Entwicklung des Reichs ist der gegenwärtige Augenblick besonders bedeutsam. Der Reichsminister des Innern wird in den nächsten Tagen die Länderkonferenz einberufen, die sich mit der Reform der Verfassung und Ver­waltung des Reichs beschäftigen wird. Nach der Auffassung der Städte kann das ganze Problem

nicht gelöst werden, wenn die Erörterung sich auf die Abgrenzung der Zuständigkeit zwi­schen Reich und Ländern beschränkt. Die Städte wünschen einen klaren und vernünftigen Auf­bau der Verwaltung und eine zweckmäßige regionale Gliederung des Reiches. Sie ver­langen, daß alle Aufgaben, die örtlich gelöst werden können, auch der Selbstverwaltung zur selbständigen Erledigung übertragen werden. Der Vorstand des Deutschen Städtetages hat sich in zweiter Lesung mit dem Entwurf einer Reichs st ädteordnung beschäftigt, die ein Einkammersystem vorsieht, welches die Vorzüge der rheinischenBürger- meisteroerfassung und der süddeutschen Stadtratsverfassung in sich vereinigt. Die Gemeinden wollen im eigenen Hause für eine ein­heitliche, zweckmäßige und einfache Verfassung sorgen.

Mit großer Sorge verfolgen die Städte die Verhandlungen über die Reform der Ar­beitslosenversicherung. Riemals darf es eine Reform sein, die im wesentlichen darin besteht, die Lasten von den starken Schultern des Reichs auf die schwächeren der Gemein­den zu verschieben. Richt anders liegen die DerhÄtnisse auf dem Gebiete des Wohnungs­baues und der Wohnungsfürsorge. Eine Reuregelung, die den Bedürfnissen der Gemein­den nicht gerecht würde, wäre eine schwere Ge­fährdung des Wohnungsbaues und der Woh­nungsfürsorge und zugleich eine Verschiebung des Finanzausgleichs von ganz außerordentlicher Tragweite.

des Ministers, den B u 11 e r z o l l s a tz bis 31. De- zember 1933 nicht unter 50 Mark, bis 31. Dezember 1935 nicht unter 40 Mark und ab 1. Januar 1936 nicht unter 30 Mark je Doppelzentner festzusetzen. Die Abstimmung wurde auf morgen vertagt. Da­gegen fand mit 13 gegen 11 Stimmen der Sozial­demokraten und Kommunisten ein Antrag An­nahme, den Zollsatz für frische Kartoffeln für die Zeit vom 15. Februar bis 31. August auf 4, und vom 1. September bis 14. Februar auf 2 Mark je Doppelzentner feftzusetzen.

Der Sparkommiffar in Hessen.

Wann wird das Gutachten veröffentlicht?

Berlin, 25. 3uni. (prio.-Iel.) Bor rund einem halben Jahr Hal der Beldjsfparfommiffar ein sehr ausführliches Gutachten über die Benvallung des Bolksstaales Hessen ferliggestelll. Dieses Gut­achten, das bisher noch nicht veröffentlicht wurde, hat Anlaß zu längeren Behandlun­gen zwischen dem Reichssparkommissar, d. h. seinem Beauftragten und der hessischen Regierung gegeben. Es handelt sich dabei um gewisse Korrekturen, die notwendig wurden, und es soll auch, wie wir von unterrichteter Seite hören, eine Kürzung des sehr umfangreichen Berichtes erfolgen. Erst dann ist mit einer Beröffentlichung des Gutachtens zu rech­nen, auf die man mit Recht gespannt sein kann, da es im Rahmen der großen BcrroaUungsreform allein durch sein reichhaltiges Material von größter Bedeutung sein wird. Auch über die Ein­wirkung der Besetzung auf die finanzielle Loge Hessens dürfte der Schlußbericht Aufklärung geben. Im übrigen laufen eingehende Untersuchun­gen des Reichssparkommissars, zur Zeit vor allem noch in Württemberg und Mecklenburg. Schwerin, während in diesem Monat der Ab- schiuß in Thüringen erfolgte.

Die evangelische Generalsynode. Geschloffenheit der Preußischen Landes­kirchen in der Konkordaisfrage.

Berlin, 24. Juni. (WTB.) Der Vorsitzende der aus Anlaß des Konkordatsabschlusses in Berlin ver­sammelten außerordentlichen Generalsynode, der obersten Körperschaft der evangelischen Kirche der älteren preußischen Provinzen, hat die Vertreter der leitenden Kirchenbehörden der übrigen evan­gelischen Landeskirchen Preußens zu den Verhand­lungen der Generalsynode eingeladen. Es sind bereits in dem heute tagenden Verfasiungsausschuß der Synode erschienen: der Landesbischof der evan­gelisch-lutherischen Landeskirche in Hannover, Dr. D. Marahren, der Präsident des Landeskirchen­amts für Schleswig-Holstein, Dr. D. Frei­herr v. Heintze-Kiel, der Vorsitzende der Kirchen­regierung von Hessen-Kassel, Landesober­pfarrer D. Moeller. Die Vertreter der anderen klei­neren Kirchen werden noch erwartet. Diese Teil­nahme von Vertretern anderer preußischer Landes­kirchen an der Tagung des altpreußischen Kirchen­parlaments stellt einen ungewöhnlichen Vorgang dar, der die G e f ch l o s s e n h e i t der sämtlichen evangelischen Landeskirchen Preu­ßens in der Konkordatsfrage zum Aus- druck bringen soll.

OerZechenverband nimmt denSchieds- sprnch für den Ruhrbergbau an.

Essen, 24. Suni. (WTB.) Der Zechenverband hat den Schiedsspruch über Manteltarif und Arbeitszeit für den Ruhrberg­bau angenommen. Die Annahme erfolgt, wie der Zechenverband dazu bekannt gibt, trotz schwe­rer Bedenken, die dahin gehen, daß der Schiedsspruch nicht die von ihm erstrebte Ent­lastung der Selbstkostenlage, der Arbeitszeit und der Lleberschich.

tenfrage, sondern im Gegenteil eine wei­tere Belastung insbesondere in den Ur­laubsbestimmungen bringe. Der Beschluß des Zechenverbandes fei vor allem mit Rücksicht auf die Erhaltung des Arbeitsfriedens, der durch die Laufzeit des Abkommens f ü r längere Zeit gesichert erscheint, gefaßt worden.

Oer Giinnes-Prozeß.

Berlin, 24. Suni. (WTD.) Bankdirektoi Levit, Paris, Mitglied des Aufsichtsrats bei Danque Centrale, erklärt, er habe schon sehr bald betrügerische Geschäfte Schrandll festgestellt. Bald darauf sei er auch *nuf dar Konto von Waldows gestoßen, das ihm durch die ungewöhnliche Höhe der ge­kauften deutschen Anleihen auffiel. Rachdem erfahren habe, daß Anleihen im Betrage bc. 26 Millionen Mark widerrechllich zur Anmeldung gekommen seien, habe er Heinzmann davon 2Ki teilung gemacht. Der Zeuge R a s s o w schilde, die Durchsuchung des Hamburger Geschäftshauses des Stinnes-Konzerns. Die Akten aus den Soh­ren 1926 und 1927 seien außerordentlich dürftig gewesen. Stinnes' Privatsekretär Grubba habe angegeben, daß er die fehlenden Akten Stinnes habe übergeben müssen. Der französische Bankier Eugen Hirsch habe angegeben, ihm sei von vornherein klar gewesen, daß das Geschäft i l - legal sei. Er selbst habe es mit dem Wort Schiebung" bezeichnet. Es seien in Paris auch zwei Personen vernommen worden, a u f deren Ramen die Anleihe angemeldet ge­wesen sei. Sie hätten zugegeben, niemals Altanleihe besessen zu haben. Die Ma­dame Lagrange sei so völlig verarmt getoefe. daß ihr v. Waldow die Reise nach Paris bezahlt, habe.

Aus aller Wett.

Das Schicksal der spanischen Ozeanflleger.

Die militärische Funkstation Madrid empfing von dem spanischen DampferMagallanes" einen Funkspruch, wonach das vermutlich eng­lische Schifi©reiben mitteilt, daß es etwa 2 2 0 Kilometer von den Azoren entfernt die Äeberreste eines Flugzeugs ohne Mannschaft angetroffen habe. Der spanische Marineminister hat vier Torpedobootszerstörer angewiesen, sich von Ferol in die Gewässer nörd­lich der Azoren zu begeben. Zwei Ozeandampfer, die sich in der Rähe der Azoren befinden, sind durch Funkspruch angewiesen worden, die umlie­genden Gewässer abzusuchen und festzustellen, ob die aufgefundenen Trümmer von dem spanischen FlugzeugR u m a n c i a herrühren, mit dem Major Franco am vergangenen Freitag zu einem Transozeanflug ausgestie- g en ist.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage

Das skandinavische Tiefdruckgebiet ist unter gerin­ger Abflachung noch etwas weiter südwärts vorge­drungen, so daß unser Wetter weiterhin unter dem Einfluß seiner Rückseite fleht. Kühle, lebhafte Nord­westwinde überfluten Deutschland. Daher bleibt das Wetter unfreundlich und kalt. Wenn auch später unter Luftdruckanstieg zeitweise Aufheiterung ein­tritt, so ist vorläufig noch mit stärkerer Bewölkung zu rechnen. Vereinzelt werden auch Regenschauer niedergehen.

W ettervoraussage für Mittwoch. Fortdauer des unbeständigen, wechselnd wolkigen Wetters mit zeitweiser Aufheiterung, kühl, noch vereinzelte Regenschauer.

Lufttemperaturen am 24. Juni: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 9,7 Grad: am 25. Juni: morgens 11 Grad. Maximum 14,6 Grad, Minimum 6,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. Juni: abends 14,9 Grad am 25. Juni: morgens 12,6 Grad. Niederschlag 0,1 mm. Sonnenscheindauer Vk Stunde.

Amtlicher Reisewellerdiensl

der öfieulllchen Wetterdienststelle Gießen.

Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern vorherrschend kühl, regnerisch: heute morgen 7 Grad, Rordwind, leichter Regen. Berchtes­gaden: Gestern vorherrschend kühl, regnerisch: heute morgen 8 Grad, Westwind, leichter Regen.

Küste (Westerland a.Shll): Gestern vorherr­schend kühl, meist trübe; heute morgen 12 Grad, Mrrdwind, wolkig. Swinemünde: Gestern kühle Rächt, veränderlich mit Schauem: heute morgen 12 Grad. Borkum: Gestern vorherrschend kühl, meist trübe; heute morgen 12 Grad, Rordwest- wind, Regen mit älnteÄrechungen.

Rheingebiet: (Köln): Gestern vorherrschend kühl, meist trübe; heute morgen 11 Grad, Westwind, halb bis ganz bedeckt.