Oer Gleiberg in Natur und Geschichte.
Der Vorstand des Gleiberg-Vereins hat aus Anlaß des Gleibergjubiläuins a m nächsten Samstag und Sonntag unter dem Titel ,D er Gleiberg in Natur und Geschichte" eine sehr bemerkenswerte Festschrift Hera usgegeben. Mit Vorbedacht hat der Festschriften-',Ausschuh — und insbesondere die Bearbeiter beA' Buches, Geh. Hofrat Prof. Dr. König, Gießern, und Bürgermeister Brockmeier, Krofdorf, — diese 3ubi» läumsdruckschrift zu einem populär' geschriebenen Abriß eines bedeutsamen Teiles der Geschichte unseres engeren Heimatgebietes gestaltet. Dadurch gab man diesem Buche einen .geistigen Gehalt, Der weit über die Tage des 3ubiläums- festes hinaus fortwirken wird, der es für alle Bürger mit Sinn und Liebe für Heimatgeschichte, sowie für die Heimatvereine, Schuh'n, Bibliotheken usw. außerordentlich wertvoll macht.
Das von der Drühl'schen Univerfk.täts--Buch- und Steindruckerei R. Lange in (S>ießen auf Kunstdruckpapier hergestellte und mit vielen fein herausgebrachten Bildern ausgestattete Buch umfaßt 80 Seiten. Es enthalt folgende Beiträge: Prof. Dr. Karl Hummel-Gießen „Die geologischen Grundlagen des Landschaftsbildes"; Prof. Dr. Aubin-Gießen „Die Siedlung Gleiberg": Prof. Paul Helmke-Gießen „Die Altertumssammlung auf dem Gleiberg"' Prof. Dr. Karl Ebel-Gießen ..Aus der Geschichte des Gleibergs": Bürgermeister Albert Brvck- meier -Krofdorf „DerGleiberg im letzten.Jahrhundert": Prof. Dr. Ehr. Rauch-Gießen „Zur Daugeschichte der Burg Gleiberg": Degierü'ngs- baumeister a. D. Theodor W i l d e m a n •Qtonn „Der Gleiberg in der Denkmalpflege": Dr. Leo Lampe- Gießen „Etwas aus der Geschichte des Gleiberg-Vereins": Oberbauinspektvr «Georg Mohr-Gießen ..Die Erhaltungsarbe^ea des Vereins an der Burg": Dr. Georg Lehnert- Gießen „Student en auszüge nach dam Gleiberg": Pfarrer Lic. Karl Friedrich MüIl
le r -Dutenhofen „Gleiberger Bürger und Gießener Studenten Anno 1608"; Prof. D. Dr. August Freiherr von Gall-Gießen „Der Gleiberg und der Gießener Wingolf": cand. rer. nat. Adolf Echternacht- Marburg „Die alte Gleiberger Linde": Lehrer Hans Watz-Kinzenbach „Botanische und zoologische Naturdenkmäler des Gleibergs und seiner Umgebung“; stud. for. Karl Rudolf Fischer- Gießen „Mittelalterliche Jagd, Reiherbeize und Falknerei im Gleiberger Lahngebiet": Lehrer Hans Watz- Kinzenbach „Allerhand von der Dogelwelt des Gleiberggebietes". Don den Bildern sind besonders hervorzuheben die Wiedergabe des Gleibergs im Jahre 1892 nach einem Oelge- mälde von Professor von Wille, die Burg Gleiberg im Jahre 1627 nach einem Kupferstich von Meißner, Gleiberg und Vetzberg (Wiedergabe eines Stahlstichs von E. Willmann nach einem Gemälde von P. Weber aus der Mitte des 19. Jahrhunderts), der Studentenauszug aus dem Jahre 1826 nach einer Lithographie von E. Bieler, ferner die Aufnahme des Gleibergs aus der Vogelschau von einem Flugzeug aus, einige weitere Aufnahmen der Burg aus der Gegenwart, sowie die Bilder einiger Männer, die sich um die Erhaltung der Burg Gleiberg und die auf dieses Ziel gerichteten Bestrebungen des Gleiberg-Vereins besonders verdient gemacht haben.
Den Mitgliedern und Freunden des Gleiberg- Vereins, darüber hinaus aber auch der Bevölkerung in Stadt und Land wurde mit diesem wertvollen Buche von dem Vorstand des Gleiberg-Vereins ein Andenken an die Jubiläumsfeier an die Hand gegeben, dessen Anschaffung sich niemand entgehen lassen sollte, besonders da der Anschaffungspreis, soweit wir unterrichtet sind, os niedrig bemessen ist, daß jedermann sich in den Besitz dieses interessanten und lehrreichen Dokumentes unserer Heimatgeschichte sehen kann.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 25. Juni 1929.
Der verregnete Aachmittagsspaztergang.
Wir hatten mit Bekannten ausgemacht, and am vorigen Eonntagnachmittag im Walde zu treffen. Gleich am Eingang, neben der neuen Schonung. Run machte aber der Sonntag so ein trübseliges Gesicht. Wir zögerten lange und wußten nicht recht: Gehen wir, oder bleiben wir zu Hause? Meine Frau sagte: „Die kommen doch nichtl" „Und wenn," sagte ich zuletzt, „wir haben versprochen, um drei da zu sein. Also los, ihr Kinder, wir gehenl"
Wir kamen bei ganz leichtem Regen glücklich in den Wald, riefen Hallo und liefen die Schneise aus und ab, aber niemand gab uns Antwort. Der Wald war still. Was nun? Allmählich hatte sich der Regen verstärkt. Wir hatten zwar Schirme, aber gleich wieder zurück, daß uns die Nachbarn, die schon so merkwürdige Gesichter machten, als wir weggingen, auslachen, nein!
Also suchten wir uns ein stilles Plätzchen. Wo die hohen Tannen aufhörten, war es noch ganz schön trocken, kaum ein Tröpfchen verirrte sich durch die dichten Radeln. Wir saßen mollig geborgen. Kein Windhauch kam za uns, nur oben in den Wipfeln rauschte es. Gegenüber standen hohe Buchen. Wir hörten den Regen auf den Blättern, wie es rauschte! Man glaubt immer, es gösse in Strömen, wenn so die Regen- «tropfen von Blatt zu Blatt fallen und sich bis zur Erde verhundertfachen. Die Tröpfchen erzeugen ein Geräusch als ob ein starker Regen niederginge. Ab und zu hörte es auf. Die Sonne schien doch endlich Herr über die Wolkensehen zu werden. Aber schon wieder wurde es trübe, in unserm Tannenversteck fast dunkel. Wir saßen ganz still und lauschten dem eintönigen Rieseln von Blatt zu Blatt. Wars nicht merkwürdig still im Sommerwald? Kaum hörten toir dann und wann einen Vogelruf. Die Ruhe ging auf uns über. Wir sprachen fast leise. Wie merkwürdig sich auch hie Kinder verhielten! Sie faßen neben uns, holten gemächlich ihr Stück Kuchen aus der Ledertasche und knusperten daran. Das gleichmäßige Tropfen des Regens wirkte wie das einschläfernde Wiegenlied der Mutter.
Auf einmal sah ich, tote sich drüben etwas bewegte. Ich beutete nach der großen Buche. Da war ein kleines Waldmäuschen erschienen. Wir sahen ganz deutlich, wie das Tierchen sich prüfend nach allen Seiten umschaute, auf die Hinterfüße setzte, bann wieder einige trippelnbe Schritte machte. Jetzt hielt es inne, packte etwas zwischen feine Vorderfüße und knabberte daran. Wir wagten kaum zu atmen, um es nicht zu verscheuchen. Dann lief es wieder flink zur nächsten Baumwurzel, suchte, fand und knabberte von neuem. Die Augen meiner Jungen glänzten vor Freude. Wie gern hätten sie das Heine Ding gefangen! Ich wehrte ihnen und sagte flüsternd: »Schaut es euch doch an, ist es so nicht schöner?"
So saßen wir wohl eine Viertelstunde und guckten dem kleinen Ding mit zu. Es war ein allerliebstes Tierchen. Auf einmal wars verschwunden. Irgendwo hatte ein Ast geknackt, oder hatten wir uns bewegt? Es kam nicht wieder, obgleich wir lange warteten. „Das war schön!" meinte mein Jüngster. „Wenn es gewußt hätte, baß wir hier zu fünft saßen! Ich hätte ihm gern ein Krümelchen von meinem Kuchen gegeben. Weißt du was? Ich lege es hier vor fein Versteck, bann finbet es ben Kuchen schon." ilnb so tat er auch. Hoffentlich hat es dem Mäuschen geschmeckt. (Cs waren vier Eier in dem Kuchen, sagte meine Frau vorwurfsvoll.)
Der Regen hatte aufgehört. Neues Leben erwachte im Walde. Wir horten den garftigen Schrei des Hähers, dann auch hier und da die Amsel flöten, die ja bekanntlich gern im Regenwetter sitzt und dabei ihre sanften Melodien erklingen läßt. Wie sie ihr Gefieder aufplusterte und dabei unaufhörlich fang! Die Drossel setzte auch bald ein, Finken und Meisen sangen mit. Von fern hämmerte ein Specht. Wir gingen langsam durch den regennassen Wald und waren — wegen unserer Sonntagsstiesel — doch froh, als wir die Landstraße erreicht hatten; beim von neuem strömte der Regen.
Aber noch auf dem Heimwege sagten meine Kinder: „Das war heut noch viel feiner, als wenn es so heiß gewesen wäre. Wir brauchten nicht zu schwitzen und haben doch viel gesehen und gehört." Ja, sie hatten recht. Man soll die Flinte nicht gleich ins Korn werfen, man soll
auch den Wald einmal bei Regenwetter besuchens man wird nie enttäuscht fe:i.
Meinen Freunden aber werden wir unfern Spaziergang so golden übermalen, daß sie bersten vor Neid! D.
Gießener Wochenmarktpreis
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 20.0, Matte 30 bis 35, Wirsing 30 bis 35, Weißkraut 30 bis 35, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 15 bis 20, grüne Dohnen 35 bis 40, gelbe Dohnen 50 bis 60, Spargel 50 bis 90, Erbsen 25 bis 35, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 100, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, alte Kartoffeln 5,5, neue Kartoffeln 15 bis 20, ausländische Aepsel 45 bis 70, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 40 bis 50, Stachelbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 60 bis 90, Aprikosen 50 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund: Walderdbeeren 60 bis 65 Pf. der Schoppen: Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.: Tauben 70 bis 90, Eier 12 bis 13, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 60, Einmachgurken 15 bis 20, Ober-Kohlrabi 10 bis 20, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 15 Pf. das Stück; gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 15 bis 20, Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund; Kartoffeln 4,50 Mk. der Zentner.
Bornotizen.
— Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die weißen Rosen von Ravensberg".
— Vorträge über Glanzplätten mittels Elektrizität finden am Donnerstag und Freitag im Saale des Caf6 Leib auf Veranlassung des städtischen Elektrizitätswerkes statt. Der (Eintritt ist frei. Die Hausfrauen und Hausangestellten werden im heutigen Anzeigenteil zu dieser Veranstaltung eingeladen. Man beachte die Anzeige.
** Oeffentliche Stadtratssitzung. Wie gestern schon kurz berichtet, findet am nächsten Donnerstag, 16 älhr beginnend, eine öffentliche Stadtratssihung statt, die gegebenenfalls bei Nichterledigung der umfangreichen Tagesordnung am Freitag, wiederum um 16 älhr beginnend, ihre Fortsetzung finden soll. An der
Spitze der Tagesordnung steht die Beratung und Beschlußfassung über den städtischen Haushaltsvoranschlag für 1929. Weiter sind aus der Tagesordnung als besonders bedeutsam folgende Vorlagen zu erwähnen: Ausbau des elektrischen Leitungsnetzes, Verstärkung des elektrischen Kabel- nehes: älmstellung der Stromversorgung des Bahnhofs Dießen von Gleich- auf Drehstrom und .die Herstellung einer Verbindung mit der Trans- f.oimatorcnftation am Aulweg; Beschaffung von Transformatoren; Llmschallung und Ausbau des Ortsnetzes Klein-Linden; weitere Durchführung ber Gleisbefestigungen der Straßenbahn.
*• Ein Führer durch die Grünanlagen der Stadt Gießen Wiederholt ge-' äußerten Wünschen von Stadtratsmitgliedern und Schulleitungen, sowie von lokalgeschichtlich interessierten Personen Rechnung tragend hat die Stad-tverwaltung jetzt einen „Führer durch die Grünanlagen der Stadt Gießen" im Druck erscheinen lassen Das handliche Büchlein, das man bequem in der Rocktasche tragen kann, wurde im Auftr-rge der Stadtverwaltung von dem Uni- versitatsgarteninspektor i. R. F. Rehnelt (Gießen) geschrieben. Es enthält zunächst einen all- gemeinfn Teil, in dem über die Bedeutung und Aufgabcen der städtischen Grünanlagen und über den Schlitz der Anlagen gesprochen wird. In dem anschließenden beschreibenden Teile wird zunächst über die Gliederung und Größe der Südanlage, Ostanlage> und Nordanlage berichtet, sodann über die Bäurne in den Anlagen kurz und doch fachlich erschöpfend» Auskunft gegeben Den dritten und Schluß teil des Büchleins bildet die Beschreibung eines Rutildganges um die Südanlaqe und Oft» anlage, fotti'ie um die Anlagen am Alten Friedhof und endlich eine Beschreibung des Baumbestandes aarf dem unteren Teile des Alten Friedhofes. Die interessante und lehrreiche kleine Druckschrift im Umfang von 36 Klein-Oktav- feiten ist ei uv wertvolle Arbeit im Dienste der lokalgefchichtlahen Aufklärungsarbeit Die Herausgabe biefeß empfehlenswerten Büchleins ist eine verdienstviolle Tat der Stadtverwaltung und des fach- und lpkalkundigen Verfassers der Schrift. Möchte sie bei unseren Mitbürgern weitgehende Verbreitung fhaben und dazu beitragen, daß das Verständnis für: den hohen Wert unserer städtischen Grünanlagen sich immer mehr ausbreitet
und den Willen stärkt, für die sorgsame Erhaltung und den weiteren Ausbau dieser „Lungen unserer Stadt" stets alles zu tun, was in den wirtschaftlichen Kräften unseres Gemeinwesens steht!
'* Der Ruderklub assio" bittet uns, mitzuteilen, daß die Preise für seine am kommenden Samstag und Sonntag stattfjndende Ruderregatta im Schaufenster der Firma Lang & Wieder- ft e i n , Mäusdurg, ausgestellt sind.
" Obst- und Gar tenbauverein Gießen. Im Obst- und Gartenbau verein Gießen sprach am Sonntag Obstbau-Oberlehrer Baumann von der Lehr- und Forschungsanstalt in Ober-Erlenbach über gärungslose Obstverwertung im Haushalt. In zahlreichen Lichtbildern wurden zunächst die verschiedenen Feinde und Freunde des Menschen aus der niedrigsten Stufe des Pflanzenreichs vorgeführt und besprochen, so die Pinsel- und Kopfschimmel, die Gärungserreger oder Hefepilze, die Essig- und andere Krankheitspilze, die Spaltpilze oder Bakterien, sowie die Art ihrer beispiellosen Vermehrung und die scheintote Dauerform, die zu neuem Leben erwacht, sobald ihre Lebensbedingungen wieder günstig geworden sind, auch dann noch, wenn nach dem ersten Erscheinen jahrelange Zeiträume verflossen sind. Don besonderem Interesse war die Besprechung des Erregers der Wurstvergiftungen, der gelegentlich nicht nur bei Fleischwaren, sondern auch in Gemüsekonserven, besonders eingemachten Dohnen, vorkommt und der alljährlich Opfer an Menschenleben fordert. Diese Bakterienart lebt von Ei- weißstosfen, kommt darum niemals in Frucht- konserven vor. Wo Gemüsekonserven Spuren von „Bombierung", d. h. Auftreibungen, zeigen, müssen sie vernichtet werden. Weiter war von großem Interesse die Schilderung der heutigen Äeberführung von Frischobst in Dauerware, wobei es dem Dortragenden gelang, die Rück ständigkeit unserer veralteten Methoden zu beweisen. Die lebenswichtigsten Ersatzstoffe, welche wir als „Vitamine" kennen, zerstörten wir seither durch übermäßiges Kochen. Zucker aber und Fruchtfäure, die uns den Obstgenuß angenehm machen, trieben wir mit Hilfe der Alkoholgärung in Form von Kohlensäure zum Spundloch hinaus. 3m weiteren Verlaufe seiner Ausführungen zeigte der Redner, wie auf wissenschaftlich einwandfreie Weise auch im Haushalt unter Anwendung der allereinfachsten Mittel der aus dem Obst slicßende reine und Rare Fruchtsaft unbegrenzt haltbar gemacht werden kann. Leider verbietet der Mangel an Raum, an dieser Stelle auf Einzelheiten näher einzugehen. Die Zuhörer, die den großen Hörsaal der Universität bis auf den letzten Platz füllten, dankten durch lebhaften Beifall. 3n der anschließenden Aussprache kam allgemein der Wunsch zum Ausdruck, es möchte durch Zusammenwirken hiesiger Vereine die wich- tige Frage der neuzeitlichen Obstverwertung im eignen Haushall bald auf praktische Grundlage gestellt werden, damit die zu erwartende reiche Obsternte, vor allem die des DeerenobsteS, besser als seither ausgenüht werden kann.
•* Das 12. Reit» und Fahrturnier des Wetterauer Reitervereins (Sitz Friedberg) findet am nächsten Sonntag auf dem Sportplatz Seewiefe bei Friedberg statt. Zu der Der- anstaltung sind zahlreiche Nennungen erfolgt, so daß daß mit einem vielseitigen Reit- und Fahrsport zu rechnen ist. Man beachte die heutige Anzeige.
Berliner Börse.
Berlin, 25. Juni. (WTB. Funkspruch.) Heute zur Liquidation ist zunächst kein größeres Geschäft zu erwarten. Man ist aber nach der Verbindlich- kettserklärung des Schiedsspruchs im Ruhrbergbau für Montanwerts weiter freundlich gestimmt, auch wird für heute ein guter Reichsbankausweis ermattet. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisen- martt nannte man London gegen Paris 123,93, London gegen Mailand 92,68, London gegen Spanien 34,25, London gegen Kabel 4,8480, London gegen Berlin 20,34 bis 20,35 (zirka), Kabel gegen Berlin 4,1960 bis 4,1970.
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