Nr. 120 Drittes Blatt
Siegener Anzeiger (General-Anzeiger für Cberheffen)
Samstag, 25. Mai (929
Wirtschaft.
Wochenbericht
vom Frankfurter Effektenmarkt.
Die neue Woche stand im Zeichen der Psingst. feiertags. Die Unterbrechung des Geschäftes hierdurch legte den beteiligten Kreisen größere Zurückhaltung auf, und Umsätze kamen daher vor der Börsenruhe nur in wenigen Fällen zustande. Auch dos Ausland zeigte nur minimales Inter- esse. Die ungesunden Geldmarktver- h ä l t n i s f e waren auch in dieser Woche das Hauptmerlmai, weswegen man im allgemeinen so lustlos gestimmt war. Doch trat bald eine Besserung der Verhältnisse ein, und man war wieder optimistischer gestimmt, obwohl die Nach- richten aus Paris nicht besonders erfreulich lauteten: die Ansichten hierüber waren immer geteilt, was ja auch erklärlich blieb, da Gerüchte hinsichtlich der Pariser Konferenz aller Art an dec Tagesordnung waren. Die ungünstigen Momente muhten plötzlich einer zuversichtlicheren Haltung weichen: die weiter starke Befestigung der Mark bot der Börse einen starken Anreiz und Stühe, und einer lebhafteren Geschäftstätigkeit und Kurserholung war somit freie Bahn geschaffen. Auch wurde es begrüßt, als man sest- stellen konnte, daß die voreiligen Befürchtungen wegen einer stärkeren Anspannung des Geldmarktes verfrüht waren. Der am 15. Mai erschienene Ausweis des Acichsbankinstituts, der eine erhebliche Entspannung aufwies, stellte hinsichtlich der Geldmarktkrise einen besseren Ein- druck her. Das Ausland nahm Interessenkäufe vor, und die bevorzugten Werte hatten Steigerungen bis zu 10 Proz. oufzuweiscn. Auch nach den Feiertagen war die Stimmung freundlich, doch kam das Geschäft anfangs nur schleppend in Gang. Die Kurse zogen aber weiter an. Das Ausland und die Spekulation schritten in stärkerem Maße zu Deckungen, da neuere Meldungen aus Paris anregten. Einen starken Eindruck machte der Verzicht Amerikas auf einen Teil der Forderungen seiner Besahungsarfprüche. Selbstverständlich tauchten sofort erneute Hoffnungen auf eine baldige Einigung in Paris auf. Auch die Pressenachrichten des Auslandes lauteten sehr optimistisch, und die Kulisse, sowie die am Börsengeschäft beteiligten Kreise zeigten das Bedürfnis, größere Engagements einzugehrn. Eine Reaktion blieb aber hiernach nicht aus, in erster Linie wurden Gewinnmitnahmen vorgenommen, da ober in Paris wieder Schwierigkeiten aufgetaucht sind, war die Aufnahmelust so gering, daß Abschläge nicht zu vermeiden waren. Auch traten wieder Geldmarktsorgen an den Tag, und man war lustlos und schwächer gestimmt, so daß die anfangs erzielten Gewinne zumeist wieder nerlorengingen. Auch richtete man plötzlich das Augenmerk auf den bevorstehenden Ultimo; die Kulisse schritt zu raschen Positionslösungen, und noch in Verbindung mit Diskonterhöhungsbe- sürchtungen in Aeuyork war die Börse ausgesprochen schwach bei kleinstem Umsatz. Da die Gewinne zumeist wieder vcrlorengingen. waren gegenüber der Vorwoche kaum Veränderungen aufzuwcisen. Am Elektromarkt konnten dagegen AEG. die Woche mit einem Gewinn von 4 Proz. beschließen. Hier war das anhaltende Ausland- intercsse der ausschlaggebende Faktor. Bergmann und Licht und Kraft lagen noch etwas über den Vorwochcnotierungen, Siemens und Sdjudert büßten dagegen bis zu 2 Proz. ein. Das zeitweise sehr große Interesse für Kaliwerke hatte ebenfalls nachgelassen. Die günstigen Absatzmeldungen konnten auch nur eine Wirkung ausüben, solange einflußreichere Momente ausblieben. Doch erhielten sich auch hier kleinere Gewinne, nur Salzdetfurth lagen leicht gedrückt. Am Montanmarkt blieb das Geschäft in der ganzen Woche eng begrenzt, nur Harpencr und Rhein. Braunkohlen machten, trotz der geringeren Kohlenförderung im Ruhrgebiet, eine Ausnahme und konnten einen Gewinn bis zu 3 Proz. behaupten. Erheblicher gedrückt lagen Glanzstoffwerte. ohne daß hierfür ein ersichtlicher Grund Vorgelegen haben dürfte. Gegen Ende der Woche war die Tendenz durch ungünstige Momente,
B. von dem Rücktritt Dr. D ö g l e r s, der schwachen Aeutzorker Vörie und Diskontcrhö- hungsbeiürchtungcn. beherrscht. Doch schlug die Stimmung um, da die Diskontsätze des Auslandes unverändert lauteten und von dieser Seite sogar noch größere Käufe vorgenommen wurden. Die nachteiligen Nachrichten verblaßten: dos Geschäft nahm, jedoch nur in Spezialwerten, ein lebhaf- teres Gepräge an. Die anfänglichen Verluste
wurden aufgeholt und teilweise bis zu 21/, Proz. überschritten. Besonderes Interesse bestand für Koliwcrte und AEG.»Aktien. Somit ergaben im Vergleich gegenüber der Vorwoche zumeist Besserungen bis zu 4 Proz., für Salzdetfurth bis zu 8 Proz. und für AEG. bis zu 5' Proz.
Wochenbericht
vom Frankfurter Produktenmarkt.
Durch die Unterbrechung des Marktes durch die Psingstsciertage war in dieser Woche das Geschäft noch kleiner, und die Stimmung war nach wie vor lustlos. Doch hatten die Feiertage das gute, daß sich verschiedentliche Aachsroge für Brotgetreide und Mehle erhielt. Doch war auch hier dem Bedürfnis bald Rechnung getragen, und die Händler verschanzten sich wieder hinter ihrer gewohnten Reserviertheit. Verstimmend wirkten die zumeist schwächeren Auslandnotierungen, die durch das schöne Wetter und den ziemlich günstigen Saatenstand hervorgerusen wurden. Ic- doch auch hier blieb die günstige Wetterlage nicht ohne Einfluß, und die Provinz zeigte Abgabc- neigung bei ermäßigten Forderungen, aber auch dies konnte keine Belebung des Marktes Hervorrufen. Don einer Beteiligung der Exporteure war kaum etwas zu bemerken. Wie schon erwähnt, bestand für Brotgetreide etwas Interesse, und die Preise für Weizen und Roggen blieben daher gut gehalten. Auch Mehle konnten sich behaupten, doch war auch hier die Nachfrage nur eine vorübergehende. An den übrigen Märkten blieb die ülmsahtätigkeit eng begrenzt, und die Tendenz neigte zur Schwäche. Es fehlte jegliche Anregung. 2lm Futtermittcl- markt kam in Mais für Futterzwecke größeres Angebot heraus, und der Preis hierfür gab erheblich nach, da sich Nachfrage kaum einstellte. Weizen- und Roggenkleie blieben dagegen behauptet. Zum Wochenschluß trat, obwohl das Ausland höhere Kurse meldete, keine Geschästs- belebung ein. Die Grundstimmung war wohl etwas freundlicher, aber im allgemeinen blieben der Markt, sowie die Preisgestaltung von den höheren ÜÜeberseenotierungen unbeeinflußt. Im Vergleich mit den Notierungen der vergangenen Woche waren Weizen, Roggen, Weizenmehls dto. Niederrh. Weizen- und Roggenkleie gut behauptet. Sommergerste, Hafer ins., und Roggenmehl gaben je eine viertel Mark nach. Mais für Futterzwecke büßte eine halbe Mark ein. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 24, Roggen 22.75, Sommergerste 23.50—23.25, Hafer inl. 23—23.25, Mais für Futterzwecke 21, Weizenmehl 32—32.75, Niederrh. 31.75, Roggenmehl 28.75-29.75, Weizenkleie 12-12.15, Roggenkleie 12.75.
Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Der Frankfurter Schlachtviehmarkt hatte in dieser Woche im allgemeinen ruhiges Geschäft. Nur Kälber konnten infolge des schwachen Auftriebs erheblich im Preise anziehen. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb wieder wenig verändert. Da jedoch, wie überhaupt nach den Feiertagen, die Nachfrage gering war, war das Geschäft sehr klein und schleppend, so daß bei nachgebenden Preisen noch lleberstand verblieb. Der Export nahm nur wenig Ware aus dem Markt. Auf dem Schweinemarkt war die Beschickung entgegen der Nachfrage erheblich geringer, als in der Vorwoche. Das Geschäft nahm anfangs recht lebhafte Formen an, flaute jedoch zum Schluß stark ab. Bei etwas höheren Preisen wurde der Markt geräumt. Auf dem Kälber- markt ging es in dieser Woche sehr lebhaft zu. Der schwache Auftrieb genügte nicht der Nachfrage der Metzger, so daß eine starke Preiserhöhung die Folge war. Nach lebhaftem Handel wurde der Markt vollkommen ausverkauft. In Schafen war das Geschäft weiter lebhaft, jedoch mußte wegen des fehr schwachen Auftriebs von einer Preisfestsetzung wieder Abstand genommen werden. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1523 Rindern, darunter 348 Ochsen, 72 Bullen, 691 Kühe und 390 Färsen, ferner aus 1079 Kälbern. 67 Schafen und 4174 Schweinen. Im Vergleich mit dem Auftrieb der letzten Woche waren 55 Rinder, 142 Schafe, 1682 Kälber und 2547 Schweine weniger angetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Klasse AI 57 bis 60, AII 52 bis 56, B I 45 bis 51. Bullen A 52 bis 55. B 47 bis 51. Kühe A 43 bis 48. B 38 bis 42. C 33 bis 37, D 25 bis 32. Färsen A 57 bis 60, B 53 bis 56, C 48 bis 52. Kälber B 83 bis 87, C 76 bis 82,
D 70 bis 75. Schafe nicht notiert. Schweine B 70 I bis 74. C 70 bis 74. D 72 bis 75, L 68 bis 72. Verglichen mit den Notierungen der vergangenen | Woche konnten Kälber bis zu 10 Mk. und Schweine bis 1 Mk. anziehen, dagegen gaben Ochsen bis 4. Färsen 3 und Bullen und Kühe je 2 Mk. nach.
* Verein für chemische 3 n b u ft r i c, A. - G., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft berichtet über eine weitere Umjaßftcigcruiig im Geschäftsjahr 1928. 3n der zweiten Jahreshälfte sei die Beschäftigung, besonders für den Export, recht lebhaft gewesen. Die technische Umstellung der verschiedenen Fabriken sei weitergeführt worden, wodurch die gesteigerten Kosten für Holz, Steinkohlen, Löhne und Frachten ausgeglichen werden konnten. Anfang 1929 wurde der Betrieb der Zweigniederlassung Neheim-Hüsten (Westfalen) stillgelegt und die Fabrikation auf die übrigen Werke übernommen, womit das organisatorische Arbciisverteilungsprogramin zu einem vorläufigen Abschluß gelangt sei. Die sieben übrigen Verkohlungen arbeiten jetzt voll mit unveränderter Gesamtleistung. Wie bereits bekannt, ist im Herbst 1928 die Zusammenarbeit mit der N. V. Algemeene Norit Maatschappij, Amsterdam wieder ausgenommen worden. Die Fabrik der Chemischen Werke Carbon G. m. b. H. in Natibor befindet sich in vollem Betrieb: die Produktionskapazität des Werkes konnte ohne Neuinvestierungen wesentlich gesteigert werden. Der technische Ausbau der Chemischen Fabrik Jüterbog G. m. b. H. ist vollendet, so daß die Inbetriebnahme jederzeit erfolgen kann. Das Roherträgnis erhöhte sich einschließlich 97 091 (15 394) Mark Vortrag auf 1,781 (1,691) Millionen Mark. Andererseits stiegen Unkosten auf 0,743 (0,658) Millionen, während sich Steuern leicht auf 0,318 (0,323) Millionen ermäßigten und Abschreibungen 0,167 (0,150) erforderten. Aus dem verbleibenden Reingewinn von 552 811 (559 901) Mark werden wieder 7 v. H. auf 6,5 Mill. Stammaktien und 8 v. H. auf 7500 Mark Vorzugsaktien vorgeschlagen. Die Genußrechtsurkunden erhalten 2 v. H. Nach 5000 Mark Abschreibungen auf Hypothekenausgleichkonto verbleiben 91 001 (97 091) Mk. zum Vortrag.
* Großkraftwerk Franken A.-G., Nürnberg. Die G.-V. beschloß die Verteilung einer Dividende von 9 Prozent auf die Stamm- und 6 Prozent auf die Vorzugsaktien. Der Strom- absah sei um 16,4 Prozent gestiegen. In diesem Iahre sei ein weiteres Wachsen festzustellen und zu hoffen, daß die Vorjahrshöhe wieder erreicht werde.
*DeutscheContinentalGas-Gesell- schäft, Dessau. Die Gesellschaft schlägt aus einem Reingewinn von 7 379 730 (i. V. 6 487 625) Mark eine Dividende von 9 (8) Prozent vor. 200 676 Mk. sollen vorgetragen werden. Der Gesamtumschlag an Gas betrug 306,2 (284,4) Mill. Kubikmeter und an elektrischer Energie 554,0 (516,1) Mill. Kilowattstunden.
* Berlin-Karlsruher Indu strie- Werke A.-G. Bei der Gesellschaft ist, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, der Status erheblich flüssiger geworden. Eine Dividende kommt aber für das abgelaufene Geschäftsjahr wieder nicht zur Verteilung. Vielmehr sollen die^ verfügbaren Mittel zur inneren Kräftigung verwendet werden, also zum Ausbau der Fabrikation, zur Aufnahme neuer Artikel und weiterer Rationalisierung.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 25. Mai. Tendenz: zurückhaltend. An der Wochenschlußdörse kamen bei der bestehenden Zurückhaltung der Kulisse kaum Umsätze zustande. Anregende Momente lagen nicht vor, auch fehlte die Beteiligung des Auslandes. Die Tendenz neigte zur Schwäche. Gegenüber der gestrigen Abendbörse blieben die Kursrückgänge doch gering, da die Abgaben kein größeres Ausmaß an- nahmen. Die Meldungen aus Paris lauten immer noch nicht ermutigend, doch gehen die Verhandlungen weiter. Die immer noch angespannten Ge'ldmarktverhältnisse waren auch heute wieder ausschlaggebend, doch wird zum Ultimo keine größere Verschlechterung dieser Lage erwartet, da in dieser Beziehung schon frühzeitig Vorsorge getroffen wurde. Elektrowerte verloren durchschnittlich bis zu 1,25 v. H. Von Nebenwerten blieben Lahmeyer gut behauptet. I.-G.-Farben eröffneten etwa 1 v. H. niedriger. Etwas stärker angeboten waren Goldschmidt mit minus 3 v. H. Montanwerte hatten nur ganz geringe Umsätze zu verzeichnen. Am Bankenmarkt lagen Commerz- und Discontogesellschaft bis 1 o. H. abgeschwächt. Danalbank konnten etwas an
ziehen. Am variablen Markt waren Frankfurter Maschinen etwas fester. Renten still, deutsche 'Anleihen gut behauptet. Von Auslandwerten waren Anatolier etwas schwächer. Im Verlaufe war das Geschäft weiter sehr ruhig, stimmungsgemäß blieb die Umsatztätigkeit eng begrenzt. Nur verschiedentlich wurden von feiten der Kulisse einzelne Rückkäufe vorgenommen, und das Kursniveau konnte sich um Bruchteile eines Prozents heben. Am Geldmarkt wurde Tagesgeld mit 7,5 v. H. festgesetzt. Arn De- visenmarkt lag die Mark weiter f e st. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1960, gegen Pfund 20,345, London gegen Kabel 4,8495, Madrid 34,25, Paris 124,14, Mailand und Holland wurden heute nicht notiert.
Berliner Börse.
Berlin, 25. Mai. An der heutigen Börse machte sich wieder ein außerordentlicher Order- ma n g e l benterkbor. Dos Ausland fehlte gänzlich. Das Publikum zeigte ebenfalls noch keine Neigung, sich wieder an der Börse zu beteiligen, und die Spekulation schritt in Anbetracht des bevorstehenden Ultimos zu Abgaben, obwohl die Engagements im allgemeinen an sich schon gering sein dürsten. D e Zuspitzung der Lage in Paris wirkt auf die Börse hemmend und verstärkte die schon unsichere und gedrückte Stimmung. Am hiesigen Tagesgeldmarkt zeigte sich heute eine weitere Erleichterung, der Satz stellte sich auf 7 bis 9,5 v. H., teilweise auf 6,5 v. H., Monatsgeld auf 9,75 bis 10,75 v. H. Die ersten Kurse verloren 1 bis 4 v. H., Kaliwerte, Glanzstoff und Polyphon gingen bis zu 6 v. H. zurück. Deutsche An- leihen waren gut gehalten, Ausländer überwiegend bis 0,75 v. H. schwächer. Am Pfandbriefmarkt schien bei sehr ruhigem Geschäft das Angebot zu über- wiegen. Noch den ersten Kursen wurde es vorübergehend etwas schwächer, später setzte sich aber, ausgehend von Elektrowerten, eine Erholung durch, die in den Hauptwerten 1 bis 3 v. H. betrug. Salzdetfurth, Karstadt, Licht und Kraft, Siemens, Nordwolle schwächer.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 24. Mai. Während im heutigen Dormittagsverkehr auf Grund der ziemlich stetigen Auslandmeldungen die Tendenz am Produktenmarkt lediglich etwas ruhiger war, kam es zu Börsenbeginn zu scharfen Preiseinbrüchen. In erster Linie werden die herrschenden Kreditverhältnisse für die Verstauung verantwortlich gemacht, da nunmehr stärkeres Angebot in Drot- und Futtergetreide nach den Märkten drängt, daß selbst bei ansehnlichen Preiskonzessionen kaum Unterkunft finden kann. Besonders scharf ausgeprägt ist dies bei Weizen. Die Mühlen bekunden angesichts des fast völlig stagnierenden Mehlgeschäftes kaum irgendwelche Kaufneigung. Die Preise sind nominell 3 bis 4 Mark niedriger. Roggen ist sowohl vom hiesigen Lager als auch per Kahnabladung reichlich angeboten. Selbst das Offertenmaterial für Dahnverladung hat sich beträchtlich vermehrt. Auf dem um etwa 5 bis 6 Mark niedrigeren Preisniveau zeigte sich für Roggen jedoch bei den nicht reichlich versorgten Mühlen einiges Kaufinteresse, obgleich auch das Roggenmehlgeschäft völlig unbefriedigend ist. Ain Lieserungsinarkt eröffnete Weizen 1,50 bis 3,50 Mark niedriger, während Roggen Preiseinbußen von 4 bis 6 Mark auswies. Das Mehlgeschäst ruht fast gänzlich. Selbst stärkere Preiskonzessionen vermögen die Kauflust nicht anzuregen. Hafer gleichfalls flau. Die Verkäufer suchen Gebote zu erhalten. Ebenso liegt Gerste vernachlässigt. ES wurden notiert (1000 Kilo): Weizen, märkischer. 213 bis 214, Mai 223,50 bis 222,50 Brief, Iuli 226 bis 224,50; Sept. 233,50 bis 232,50 (flau); Roggen, märkischer, 187 bis 190, Mai 196, Iuli 204 bis 202,50 bis 202,75, Sept. 205 bis 202,75
Letzte Nachrichten.
Lieber eine Million Defizit bei der Ortskrankenkasse Frankfurt. WSN. Frankfurt a. M., 23. Mai. Wie dein Derwaltungsbericht der Frankfurter Orts- trankenkasse für das Iahr 1928 zu entnehmen ist, betrugen die Einnahmen 24 562 000 Mark, die Ausgaben 25 719 000 Mk. Es ist sowst ein Defizit von 1 156 000 M k. vorhanden, das aus dem Reservefonds und früheren Mehreinnahmen gedeckt worden ist. Allein für Kranken- und Hausgeld wurden 1 800 000 Mk. mehr aufgewendet als 1927. Auch für ärztliche Behandlung und für Krankenhauspflege mußten bedeutende Mehraufwendungen gemacht werden, und zwar 427 000 Mk. refp. 645 000 Mk.
Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M
Telegraphische Auszahlung.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.
Berlin 23- Mai
Geld
Brief
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Deutsch Qcsterc.,Liov Kronen
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Berlin
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Datum
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dresdner Bank . W
155
155
155
154,5
-'uttelDeutitfie Creditbank ... 9
--
—
—
—-
301.5
302.25
300
24- Mai
25. Mai
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
lÄeld
Brie,
Geld
Bries
A mn.-Nolt.
168,59
169,93
168,52
168.86
Bucn- Aires
1,750
1.762
1,757
1.761
Brn-Antw
58,24
58,36
58,23
58,35
Christiania -
111,74
111,96
111.69
111.91
.Qopenbagen
111.73
111.95
111.69
111.91
Stockholm •
112,07
112,29
112,13
112,35
HelsingforS-
10.542
10,562
10.54
10,56
Italien. .
21,945
21.985
21.95
21 99
London. . .
20,339
20,379
20.333
20,373
Neunork . .
4.1945
4,2025
4.1925
4.2005
Poris - . .
16.385
16.425
16.39
16.43
Schwei; . .
80.74
80.90
60.715
80.875
Svanün .
59.63
59,75
59,52
59.64
Japan - . . Nio de Ian
1.873
1,877
1.866
1,870
0.499
0.501
0.498
0,500
Dien inT- £efl. abgefi
58,89
59,01
58.87
58.99
Prag - - - .
12,421
12,441
12,413
12,433
Belgrad . -
7.373
7,387
7.368
7.391
Budapest.
73,19
73,43
73.06
73,20
Bulgarien
3.037
3,043
3,027
3,033
Lissabon
13,78
18,82
18,77
18,81
Tanpg.. .
81.33
81,49
81,28
81.44
.fioniLntm.
.,038
2,042
2.053
2.057
Athen. .
5,445
5,455
5.45
5.46
Canada
4,164
4,172
4,160
4.168
Uruguay.
4,056
4.064
4.066
4,074
Cairo . -
20.85
20.89
20.875
20,915


