Ausgabe 
25.4.1929
 
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Donnerstag. 25. April 1929

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 96 Drittes Blatt

Zahlen ans der Arbeitslosenversicherung

Februar 1929.

39 776 506,91

B. In den einzelnen hessischen Arbeitsämtern.

12 329 871,63

auf dem Wc

Arbeitsämtern.

C. In den

In den öffentlichen Verlautbarungen der Regierun­gen und sonstigen öffentlichen Körperschaften werden vielfach die Zahlen der erwerbslosen Unter- stützungsempfänger angegeben, die einen un­mittelbaren Einblick in den Stand des Arbeits- mo r k t e s und so mittelbar auf die allgemeine Wirt­schaftslage geben. Scllener bekommt man Zahlen vor

kleine Alabasterlampe brannte. Deutlich sah sie den gelblichen Schimmer. Warum hotte er den Schlüssel abgezogen? Jäh durchfuhr sie ein unbestimmbarer Argwohn den sie ebenso schnell wieder verwarf.

Dort glitzerte Lichtschein auf dem matten -Dir«

sie nichts wo!

Was war das? Der Schlüssel steckte nicht im

Vorsitzenden mit Genugtuung anerkannt, daß die hessische Regierung und besonders das Ministe- rium für Kultus und Dildungswesen den Wün­schen der Kriegsbeschädigten in der weitestgehen­den Weise cntgegentommc. Beschwerden können nach Meinung des Landtagsabgeordneten Stork nur von Fall zu Fall geprüft und entschieden werden.

Sjenenziichtertagung in Gießen.

Der BienenzüchtervereinGießen- Umgebung" tagte gemeinschaftlich mit dem Dienenzüchterverein Wetzlar in Gie­ßen im HotelHindenburg". Als Redner hatte man Dr. Frcudenstcin vom Zoologischen Institut in Marburg, der Aaturwissenschaftler und praktischer Imker ist, gewonnen. Als Thema hatte sich der RednerDie Zusammenge­hörigkeit der Bienenzucht mit der Landwirtschaft und dem Obst- und Gartenbau" gewählt. Aus diesem Grunde waren von fetten des ersten Vorsitzenden, Lehrer Buß (Leihgestern), Einladungen an die nächsten Obst- und Gartenbauvereine, an die Landwirt­schaftlichen Schulen und an verschiedene in dieser Beziehung maßgebenden Körperschaften ergangen. Alle waren dieser Einladung gefolgt, darunter auch die Leiter der Obstzuchtanstolten Friedberg und Alsfeld. 3m dichtbesetzten Saale konnte gegenseitiges Interesse zum Ruhen oller An- wesenden ausgetauscht werden.

Dr Freuden st ein nannte die Bienenzucht das jüngste Kind der Landwirte und bezeichnete

Augen, die ein Bild von dem Aufwand gestatten, der auf diesem noch jungen Versicherungsgebiet er­forderlich ist. Die nachstehende Tabelle gibt einen klaren Einblick in den Unterstützung-;- aufwand (ohne Derwaltungskosten) in den letzten fünf Monaten vom Oktober 1928 bis einschließlich

1787: der Dichter Ludwig Uhland in Tübingen geboren (gestorben 1862); 1812: der Industrielle Alfred Krupp in Essen geboren (gestorben 1887); 1863: der Dichter Arno Holz in Rastenburg geboren.

Hauptversammlung der tliegsbe- schädigten Lehrer und Beamten Hessens

8 D a r m ft a d t, 21. April. Unter dem Vorsitze des Obmannes A. Link (Darmstadt) fand heute hier im Fürstensaal" bei zahlreicher Beteiligung aus dem ganzen Lande die Hauptver samm- luttg der kriegsbeschädigten Lehrer und Beamten aus dem Volks st aatc Hessen statt, an der auch Vertreter des Landes- kartclls des Deutschen Beamtenbundes des Hess. Landes-Lehrervereins, des katholischen Lehrer- Vereins, des Bundes der Berufsschullehrer, sowie die Kreisschulrätc Stork (Darmstadt), Jager (Dieburg) und Krämer (Benshcun) tellnahmen. Das Versorgungsamt Darmstadt war durch Ober- regierungsrat Lancelle vertreten, welcher der Versammlung äußerst interessante Zahlen über dos Dersorgungswefen im Reich und tn Hessen bekannt gab. An den Jahresbericht des Vorsitzenden knüpfte sich eine recht lebhafte A u s- spräche, die sich in der Hauptsache um die Gewährung der Ausglcichszulage an Be­amte und Lehrer drehte. Obmann L i n k und der gesamte Ausschuß wurden einstimmig durch Zuruf auf ein Jahr wiedergewählt. Ein Antrag Gießen, der auf eine geeignete Ver­wendungsmöglichkeit von Kriegsbeschädigten ob­zielte, wurde angenommen. Dabei wurde von dem

Vornan einer Nacht

Von Paul Rosenhayn.

12 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Eva Sullivan.

Ja, Fedor." Seufzend, dennoch mit einem glücklichen wie träumenden Gesicht, erhob sie sich. Ich werde den Paß holen. Das Opfer, das ich dir jetzt bringe, das ich meiner Liebe zu dir bringe, Fedor - dies Opfer ist tausendmal größer, als du ahnst. Ich mutz in sein Zimmer gehen; um an den Patz zu gelangen, muß ich ihm eine Szene der Zärtlichkeit spielen von Sehnsucht von Leidenschaft ich muh ihn m meine Arme schlichen; ich mutz dich betrugen, ,Fedor um ihn betrügen zu können."

Sie sah ihm zögernd, wie in einer letzten Hoff­nung. in die Augen; er antwortete, indem er die Achsel zuckte: , ..

Der Diener kommt zuruck. Du mußt gehen.

Marcelle ging mit schweren und langsamen Schritten den Grottenweg hinunter; die schwule Treibhausluft schlug ihr entgegen hüllte sie em, wie in einen zärtlichen und gefahrenschwangeren

S^sah, während sie halb zurückblickte, Fedor Sokoloff am Rande des kleinen Bas,ins stehen, er sah ihr nach, mit jener ruhigen ein wenig anteillosen Höflichkeit, die.nichts und alles be- deutete - mit einem Blick aus dem niemand, selbst nicht ein Mißtrauischer, irgendeine Ab» sicht herauslesen konnte. Sie atmete tief, dann öffnete sie geräuschlos die schwere ^ur, bu zum Innern des Hauses führte.

Jäh schlug ihr die Kühle der Rächt entgegen, irgendwo mochten Fenster geöffnet lein, ias Rauschen des Windes ging durch die Baume des dunklen Gartens. Im Hause schlug eine Tur, |ie ging die Treppe hinauf. Stimmengewirr lag tn der Luft, es mochte sich in den Winkeln des Treppenhauses echoartig fangen.

Sie schaltete das Licht cm; seltsam, plötzlich dünkte sie diese hohe Halle wie der Hof emeä Gefängnisses. Die Wände, marmorn und spie­gelnd, waren von unerbittlicher Glätte; die ^reppe, diese eiskalte, lautlose Treppe, schien in einem dunklen Schacht zu münden, in depi die Schatten lagen: riesengroh und schweigend.

Musik wehte herein, flackernd, unbestimmbar, dunkle Töne: ein altitalienisches Menuett einer der prominenten Gäste mochte spielen.

Plötzlich waren die Klänge fort; fühlbar lag die Totenstille über dem Hause.

Das Herz poch le ihr in wilden Stößern wah­rend sie auf die Tür dort drüben am Ende des Korridors zuging. Was war schließlich dabei: Sie ging zum Schlafzimmer ihres Mannes

Peter ging, seine gleichgültigen Augen auf die Herrin gerichtet, mit langsamen Schritten auf sie zu. Er warf einen kurzen schnellen Blick auf die Schlaszimmertür, dann wandte er die Augen wieder zu ihr, und mit seiner kühlen Stimme sagte er:

Frau Eva Sullivan ist soeben emgetroffen. Die Gäste verlangen nach der gnädigen Frau.'

Sie nickte. Er stand noch immer, erwartungs­voll, vielleicht verwundert, vielleicht mißtrauisch. Sie fühlte, daß sie irgend etwas sagen mutzte; gleichzeitig empfand sie peinlich dos Falsche die­ser Situation: der Diener erwartete von der Her­rin eine Rechtfertigung. Aber mit blitzschnellem Instinkt trat sie aus ihrer Defensive; sie fragte, indem sie den Diener streng onsah:

Wo ist der Herr Staatsrat?"

Peter sah sie unbeweglichen Gesichts an. Lang­sam sagte er:

Der Herr Staatsrat schläft."

Ich hole geholt Und ich habe laut gerufen. Er antwortet nicht."

Eine Tür mußte sich geöffnet hoben; eine Welle von Musik schlug plötzlich herauf. Der Diener wandte den Kops in der Richtung zur Treppe, vielleicht in einer Art Ungeduld, vielleicht um tic Herrin an ihre Pflichten au erinnern. Dann, als sie ihn unverwandt und schweigend betrach­tete, sagte er leise: . ... r

Der Herr Staatsrat hak cm Schlafmittel ge­nommen.

So, so. Ein Schlafmittel", murmelte sie. Aber in einem wiedererwachenden Argwohn fetzte sie hinzu:Der Schlüssel ist abgezogen . . .

3n diesem Moment kamen von unten Stimmen, die durcheinander riefen; ein paar Ungeduldige mochten in das Innere des Hauses eingedrungen fein. Lachen schwirrte heraus. Jemand sagte:

Hier oben muh sie fein; eine helle Srauen* stimme setzte spöttisch hinzu:Das nenne ich zärtliche Liebe!"

Mit einer ungeduldigen Bewegung ging Mar- ccllc zur Treppe. Eine Lichtwelle flutete ins Treppenhaus; Lachen und Zurufen begrüßten sie. Ein paar Eingeweihte waren schon auf den obersten Stufen.

Marcelle streckte die Hände nach den Reugieri­gen aus. mit einem schnell wiedergewonnenen Lächeln. Sie ging die Treppe hinunter; am Kandelaber wandte sie sich um und blickte zu- 11 gJeter, der Diener, stand immer noch am Schlaf­zimmer. Die Augen suchend auf den Boden geheftet. _

Das Bild im Salon hatte sich seltsam verändere der Tanz war abgebrochen. Kleine Gruppen ha' Len sich gebildet; alles blickte erwartungsvoll z Tür.

(Fortsetzung folgt.)

das Zusammengehen der beiden Wirtschaft-- zweige nicht als eine Rotmahnahme, sondern als eine Naturnotwendigkeit. In vortrefflicher Weise schilderte der Redner die Bestäubung der ein­zelnen blühenden Pflanzen und Bäume durch Insekten und in erster Linie durch unsere Honig- biene; denn dem weitaus größten Telle unserer blühenden Pflanzen ist es nicht möglich, sich gegenseitig kleine Pollenkörnchen (dos ist der Blütenstoub an der Blüte) zuzuführen, damit diese, die als männlicher Samen bezeichnet wer­den, in Verbindung mit der weiblichen Blute kommen und somit das Ansehen der Frucht oder Samengebilde ermöglichen. An Hand von For- schungsergebnissen machte der Redner feinen Zu­hörern klar, daß es eine ganze Anzahl Sorten Aepfel, Dirnen und auch Steinobst gibt, deren Blüten nicht von ihrem eigenen Blütenstand be- ruchtet werden können, sondern daß zu lebcm einzelnen Fruchtansatz unbedingt notwendig ist, daß von fremden Blüten Blütenstaub übertragen wird. An allen diesen Arbeiten, welche nach all­gemeinem Begriff von Insekten ausgefuhrt Wer­ren haben unsere Honigbienen den weitaus größ­ten'Anteil. Laut aufgestellten Statistiken betragt der Anteil unserer Dienen an dieser Raturauf­gabe 73 v.H. und ein zweiter Wissenschaftler errechnet sogar 95 V.H.

Man hat cs auch nicht versäumt, den Gewinn für die Allgemeinheit zu errechnen, welcher auf diese Weise dem deutschen Dolksvermogen all- jährlich durch unsere Honigbiene zugefuhrt wird. Rachdem man alle tragsähigen Bäume in Deutsch­land statistisch zusammengestellt und den jahrli- ch"n Ertrag jedes Daumes mit dem durchschnitt­lichen Wert von 5 Mk. angenommen hat. ist man zu dem erstaunlichen Detrog von 600 Mil­lionen Mark gekommen. Dies ist nur einzig und allein der Ertrag vom Obst. Um wieviel mehr würde sich diese Summe erhöhen, wenn alle in- nerhalb Deutschlands wachsenden Kulturpflanzen in diese Statistik aufgenommen werden konnten, die ihr Dasein und Fortbestehen unserer Honig­biene verdanken. Dieses ist der indirekte Wert der Bienenzucht für das Vottsganze. Der direkte Ruhen den die Dienen dem Imker abwerfen an Honig' und Wachs und der noch zum größten Teil unter viel Schweitz und Arbeit am Dienen­stand den Dienen abgerungen werden muh. be­tragt innerhalb Deutschland nur 35 Millionen Mark jährlich. Aus diesen festgestellten Tatsachen ist deutlich zu erkennen, wie eng die Bienenzucht mit der Landwirtschaft, mit dem Obst- und Gartenbau verwandt ist, und wie diese gegenseitig aufeinander angewiesen sind. Tatsache ist, daß unsere deutsche Bienenzucht während des Krie­ges. in den unheilvollen Jahren nach dem Kriege und ganz besonders in den schon seit 1924 be­stehenden Mißjahren bezüglich der Homgernte, ganz bedeutend zurückgegangen ist. Auch die Bienenseuchen haben anteilmäßig zu dem Rück­gang beigetragen. Von Seiten der Imker sucht man diesem Rückgang in jeder Weise entgegenzu- treten Leider ist der Wert der deutschen Bienen­zucht der Oeffentlichkeit nicht bekannt, und ganz besonders bedauerlich ist es, daß selbst maß­gebende Körperschaften und zuständige Regie- rungsstetten die der Bienenzucht gebührende Er­kenntnis nicht entgegenbringen. So verhallten die Forderungen in den vergangenen schlechten Iah- 1 ren bei der Reichsregierung um Gewährung von steuerfreiem Zucker im Herbst bei der Entwinte- rung erfolglos. Die Folge davon war, daß viele Imker nicht in der Lage waren, daS für jedes , einzige Bienenvolk notwendige Futterquantum zu besorgen, und dah die Bienen im Winter ver­hungerten.

In bezug auf die Seuchenbekämpfung wenden t die Imker sich bittend an die Staatsregierung. > damit sie die notwendigen Verordnungen erlassen,

das war die natürlichste und bürgerlichste An­gelegenheit der Welt. Dennoch wuchs ihre Un­ruhe mit jedem Schritt, den sie tat es wuchs das Bewußtsein einer unmittelbaren Gefahr. Aber das waren die Rcrven. zum Zerreißen an­gespannt in den wenigen Stunden dieser seltsamen Rächt, aufgepeitscht von Hoffnungen auf eine Seligkeit, die zu köstlich war, um erreichbar zu sein gequäkt, zerrissen von lähmenden 3toei» fein unter denen die Furcht vor einer Ent­deckung noch die geringste war. Ihr Mann, ihr guter, schläfriger, harmloser Ole was wurde er wohl antworten, wenn ihm jemand erzählte: Deine Frau liebt einen anderen deine Frau ist eine Agentin einer gefährlichen politischen Ver­bindung! Er würde die Qleuglem erstaunt auf. reihen -unö würde fein volles, rosiges Gesicht zu einem glucksenden Lachen verziehen Rem. Hier lag keine Gefahr. Wenn diese Tur sich öffnete, gab es zwei Möglichkeiten: Entweder er schlief, und alles würde sich in einer geräusch­losen Minute abspielen - in einer Minute wurde sie mit dem Passe diesen Weg zurückgehen. Oder aber sie schloß die Augen bei dem Gedanken mit einem schmerzvollen Seuszer ober aber: er wachte: dann würde er ungläubig, fassungs­los und verwirrt die Arme nach ihr ausstrecken wie nach einem Wunder der Rächt. Fast muhte sie lächeln bei dem Gedanken: Wie leicht hatte es eine schöne Frau, Glück zu spenden! Selbst wenn sie ein Verbrechen plante, schenkte sie noch

kenholz; mehr konnte sic nicht erkennen, der Kopf ihres Mannes muhte außerhalb ihrer Blickrich­tung sein.

Wieder drückte sie den Türgriff nieder; bann legte sie den Mund an das Schlüsselloch und rief halblaut:

Sie hörte nichts als das leise Ticken der Ka­minuhr. , ,

Zum dritten Male rief sie, fast laut und ver- zeifelt. in das Schlafzimmer hinein:

Ole!"

Wieder blieb die Antwort aus. Sie preßte die Stirn gegen das kühle Holz der Tür, erfüllt von einer zagenden und lähmenden Angst; dann pochte sie mit dem Knöchel gegen die Tür; fast gegen ihren Willen in einem Tempo, das ins Fieberhafte wuchs.

Plötzlich hielt sie inne.

Sie wuhte selbst nicht warum aber irgend etwas hatte sich verändert. Es war nicht dort drinnen im Schlafzimmer; kühl und klar leuch­tete das Licht der Alabasterlampe wie vorhin. Aber ihr Auge war an etwas Fremdartigem haften geblieben, eine Sekunde lang nur. den Bruchteil einer Sekunde vielleicht; das war cm Fingerzeig. . ,

Ihr Blick kreiste durch den Raum und blieb auf einem kleinen glänzenden Gegenstand hassen, der zu ihren Füßen lag. .

Zu bürgerlicher Stunde wäre ihr nicht das geringste an diesem Fund aufgefallen Es war nichts als ein kleines glänzende Etwas, durch­sichtig; das Muster des Teppichs blinkte hindurch; anscheinend ein viereckiges Stück Gelatine.

Sie beugte sich-schnell und hob bad Q3Iätt- chen auf. Es schien das Regativ einer Photo­graphie zu sein. .

Vielleicht eine Belanglosigkeit vielleicht mehr. Es war mehr deutlich fühlte sie es.

Sie hob das BLättchen gegen das Licht

Und während sic die Konturen, die sich auf der blinkenden Zellulose undeutlich abzeichneten, mit den Auqen verfolgte, erkannte sie plötzlich, wen dieses Di'd barftelltc; es war das Regatio- bild Fedor Sokoloffs.

Deutlich erkannte sic es; man mußte cs aus­genommen haben, während Fedor mit vor unter dem Licht der Girandole gestanden hatte; dos war seine lässig geneigte Haltung.

Fedor Sokoloffs Bild!

Wie kam es hierher?

Wer hatte cs ausgenommen? Warum gab ihr Mann keine Antwort auf ihr Klopfen?

In diesem Augenblick kam ein Schritt die Treppe heraus; ein Schatten wuchs auf der Seltenwand der Treppe.

Es war Peter, der Diener.

Instinktiv verbarg sie die Photographie in der Hand.

Die endgültige Gewerbesteuer.

Die Grund-, Gewerbe- und die Sondergebäude- ( (feuer der Gemeinden, Kreise und Provinzen waren im Rechnungsjahr 1928 seither - ebenso wie beim Staat - vorläufige Steuern. <

Die kommunale Grundsteuer und Sondergebäudesteuer für das Rech- | nungsjahr 1928 find abgegolten durch die Zahlungen, die auf Grund des Steuervoraus- zahlungsgesetzes für das Rechnungsjahr 1928 vom 28. März 1928 zu leisten waren.

Im Gegensatz zu diesen Steuern ist die end- flüitigc Gewerbesteuer für das Rechnungs­jahr 1928 nicht als abgegolten zu betrachten durch die vorläufigen Gewerbesteuerzahlungen, die auf Grund des Steuervorauszahlungsgesetzes für das Rechnungsjahr 1928 zu leisten waren, vielmehr hat nachträglich für das Rechnungs- jahr 1928 eine endgültige Veranlagung aller Gewerbesteuerpflichtigen und demgemäß auch eine Festsetzung der endgültigen Gewerbesteuerschuld jedes einzelnen Steuerpflichtigen für 1928 zu erfolgen.

Die endgültige Gewerbesteuer 1928 wird erhoben teils von dem nach den Vorschriften des Reichsbewertungsgcsetzes vom 10. August 1925 nebst Abänderungen und Ergänzun­gen zu bewertenden Gewerbekapital, teils von dem nach den Vorschriften des Reichsein- rommensteuergesehes und Körper- fchaffssteuergesehes vom 10. August 1925 nebst Abänderungen und Ergänzungen zu er­mittelnden (Setoetbeertrag. Bei der Fes^ sehung der Besteuerungsgrundlagen wird sonach von dem zuletzt festgestellten Einheitswert des ge­werblichen Betriebsvermögens bzw. von dem für das im Kalenderjahr 1927 endigende Geschäfts­jahr nach den Bestimmungen des Reichseinkom­men- und Körperschaftssteuergefetzes feftgefteilten Gewinn aus Gewerbebetrieb ausgegangen. Da die darnach von den Finanzämtern festgestellten De- sfeuerungsgrundlagen naturgemäß ganz andere sind, als die seitherigen, für den Ausschlag der vorläufigen Gewerbesteuer benutzten Grundlagen, so wird die endgültige Gcwerbcsteuerschuld jedes einzelnen Steuerpflichtigen voraussichtlich in jedem Aalt von der vorläufigen Gewerbesteuer ab­weichen. Jeder Gewerbe steuerpflich­tige hat einen Rechtsanspruch auf Feststellung dieser endgültigen Ge­werbesteuerschuld und aufAbrcch- nung zwischen der vorläufigen und endgültigen Gewerbesteuer 1 92 8. Die von den Gemeinde«, Kreis- und Provinzialver­tretungen zu beschliehenden Steuersätze haben auf '.Reichspfennige auf je 100 Mk. Steuerwert des Gewsrbekapltals oder des Gewerbeertrags zu lauten. Heber die endgültige Gewerbesteuer 1928 ist den Steuerpflichtigen ein endgültiger Gewerbe- steuerbescheid zu crteUen. Die Erhebung der end­gültigen kommunalen Gewerbesteuer 1928 erfolgt in einem Ziele.

Was die staatliche Grundsteuer und Sondergebäudesteuer für 1 9 28 anbe- langt, so find diese ebenfalls für das Rj. 1928 abgegolten durch die Zahlungen, die auf Grund des Steuervorauszahlungsgesehes für das Rech­nungsjahr 1928 zu leisten waren. Was die st a a t- liche Gewerbesteuer anbetrifft, so ist diese dagegen für das Rj. 1928 endgültig nach Maßgabe des Gcwerbesteuergefehes für 1928 zu veranlagen. Die Vorarbeiten für diele Ver­anlagung sind im allgemeinen abgeschlossen.

Dateu für Freitag, 26. April.

Sonnenaufgang 4.43 Uhr, Sonnenuntergang 19.13 Uhr. Mondaufgang 22.25 Uhr, Monduntergang 5.44 Uhr. ___________________________________

Gnade!

Dennoch war Gefahr. Sie fühlte es.

Ein Geräusch ließ sie zusammenfahren. Sie wandte sich um; nichts war zu sehen. Das Fen­ster mochte sich bewegt haben.

Sie legte die Hand auf den Drucker.

Die Tür war verschlossen.

Während sie sich niederbeugte, überkam cs lle plötzlich wie eine Art von Zorn. War cs nicht ihr gutes Recht, was sie verlangte? Freiheit an der Seite eines Mannes zu leben, den sie liebte Befreiung von einem alternden Pe­danten? Warum war das Gesetz gegen sie? Sic ging ihren Weg, wie sie ihn gehen mußte und augenblicklich machte die bürgerliche Ordnung Front gegen sie. Diese bürgerliche Ordnung, die so stark, so raffiniert, so verankert war. daß sie selbst, zähneknirschend gestand sie cs sich ein. von ihr durchdrungen war. daß sic selbst sich wie ae zu einem Verbrechen fühlte, da »llte als Befreiung.

Amt

Arbeitslosen­unterstützung

Krisen­unterstützung

Sonder­fürsorge

Zusammen

Oktober 1928

November 1928

A. Im Landesarbeitsamt Frankfurt

2 780 326,91 578 733,50

4 369 241,01 636 498,69

a.M.

RM.

3 359 060,41

5 005 739,70

Dezember 1928

Januar 1929

Februar 1929

6 486 648,62

11 147 904,52

734 924,21

797 011,69

24 054,37

7 221 572,83

11968 970,58

8 597 331,92

802 254,65

2 821 576,82

12 221 163,39

1. Im Arbeitsamt Darmstadt

2 Offenbach

3 Gießen

4. Mainz

5 Worms

2 648 227,82 1 988 583,04 1 734 800,34 2 843 197,33 1 057 675,46

233 743,32 064 302,60 34 544,31 198 512,75 87 352,99

192 448,08

67 767,84

233 633,48

263 967,29

81114,98

3 074 419,22

2 720 653,48

2 002 978,13 3 305 677,37 1 226 143,43

10 272 483,99

1 218 455,97

838 931,67

12 329 871,63

Oktober 1928

892 576,99

189 291,26

1 081 868,25

November 1928

1 264 156,47

202 470,63

1 466 627,10

Dezember 1928

1 868 784,10

3 458 849,54

251 210,98

278 044,53

10 797,17

2 119 995,0b

3 747 691,24

Februar 1929

2 788 116,89

297 438,57

828129,50

3 913 689,96