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ral schon in nächster Zeit unternehmen dürfte. Don ihrem Erfolg wird es abhängen ob er feinem Endziel, der Einkreisung Deutlchlands. wieder einen Schritt näherkommt

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

ad. Groben-Dused. 24. Ian. Den ^vei- ten Dortrag der Volkshochschule zu Gre-- ßcn hiett llniversitats-Pros. Dr. S e s s o u s über _Lie Bedeutung der deutschen Landwirtschaft für die Dolkswirtschast". Dach einem intereNanten Längsschnitt durch die geschichtliche Entwicklung des Bauernstandes wies er unterstützt von aufschlußreichen, durch einen Bildwerfer 9cdel9 ten Tabellen - noch, daß die deutsche Landwi^» schäft nach Durchführung einer Reche von durcy- aus im Bereich der Möglichkeit liegenden Dor- aussetzungen in der Lage ist, die Ernährung des deutschen Dolles zu garantieren und Deutschland damit in erheblichem Maste vom Auslande unab- hängiger zu machen. Dach reichem BelfaNe der diesmal etwas zahlreicheren Zuhörer sprach Bür­germeister Gans dem Dortragenden Dank aus. Aus Wunsch stellte Pros. Dr. Sessous einen weiteren Dortrag etwa über Pflanzen- oder Tierzuchtauslese in Aussicht. Sämtliche Anwe- sende verpflichteten sich auch für diesen Dortrag. Der Leiter der Volkshochschule Dr. Heg a r ver­sprach ferner die Veranstaltung eines mehr auf dem Gebiete der Unterhaltung liegenden Abends mit musikalischen Darbietungen und fand damit allgemeine Zustimmung.

5 Wirberg, 24. Ian. Dieser Tage fand eine gemeinsame Sitzung der K i r ch e n v o r - stände von Aeinhardshain und Gö­belnrod statt, in der die neugewählten Mit- glieder verpflichtet wurden. Außerdem erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht. Aus diesem folgen hier einige Zahlen (vorhergehendes Jahr). Vom Wirberg aus wurden versehen Beltershain. Göbelnrod. Harbach. Reinhards- hain und Saasen. Es starben und wurden kirch- lich beerdigt in Beltershain 4 (1). Göbelnrod 2 (3), Harbach 2 (4). Aeinhardshain 4 (4) und Saasen 7 und 1 herkömmlich ohne Pfarrer be­erdigtes Kindchen (5); zusammen 19 (17). Trau­ungen fanden statt 19 (13), und zwar auf dem Wirberg 6. auf dem Deitsberg 5, und sonstige 8; aus Beltershain 3 (1), Göbelnrod 2 (4). Har­bach 7 (3). Aeinhardshain 1 (2). Saasen 6 (2). Taufen fanden statt 33 ( 40). und zwar in Bel­tershain 10 (4). Göbelnrod 8 (4), Harbach 7 (6). Aeinhardshain 2 (5). Saasen 11 (16). darunter waren Knaben 21 (23) und Mädchen 18 (12), in Saasen waren im Berichtsjahr 3 Knaben und 8 Mädchen getauft worden. Konfirmiert wurden auf dem Wirberg 32 (29) Kinder, aus dem Deitsberg 9 (12). 3m Bericht wurde besonders der Reuherstellung der Kirche in Aeinhardshain gedacht, wo die Gemeinde unter großen Opfern sich ein würdiges Gotteshaus geschaffen hat. Der Kirchenbesuch und die Zahl der Abendmahlsgäste blieben ungefähr auf derselben Höhe, wie im Vorjahre. Die Gaben bei den Kirchenkollekten blieben ebenfalls wie Im Vorjahr, während die milden Gaben für die christliche Liebestätigkeit eine erfreuliche Steigerung erfuhren. Der Vor­sitzende ermahnte zur Treue zu der evangelischen Kirche und Mitarbeit im Kamps gegen Unglau­ben und die Sekten. Eine eingehende Aussprache schloß sich an den Jahresbericht an.

4- Grünberg. 24. Jan. An der hiesigen Oberrealschule begannen am Donnerstag die schriftlichen Arbeiten für die diesjährige Aeifeprüfung. Es unterziehen sich ihr 34 Prüflinge: einer wurde nicht zugelassen. Die mündliche Prüfung wird am 14. und 15. Fe­bruar stattsinden. In dieser Woche fand die erste größere Brennholzversteigerung im Stadtwalde statt. Dabei wurden folgende Durchschnittspreise für Buchenholz erzielt: Scheit 30 bis 32 Mark. Knüppel 24 bis 26 Mark, Stöde (fein aufgearbeitet) 20 Mark, alles für 2 Aaum- meter. Astreiser kosteten pro Aaummeter etwa 150 Mark. Cs finden noch zwei Versteigerungen statt, die nächste schon in der kommenden Woche, bei der auch wieder viel Brennholz zum Aus­bieten kommt. Die frühe Abhaltung der Holz­versteigerungen ist dadurch möglich, daß die Holz» hauerarbeiten schon seit Mitte dieses Monats beendet sind, da in diesem Jahre drei Aotten tätig waren, während es sonst nur zwei Rotten waren.

Gröningen^ 24. Satt Entgegen ber früheren Gewohnheit, das Holz an Ort und Stelle im Walde zu verkaufen, fand die erste Brennholzversteigerung auS dem Grü» ninger-Dorf-Gikler Martwald in der hiesigen Turnhalle statt Wie fast überall, so wurden auch hier außerordentlich ho he Preise erzielt Es kamen das Aaummeter Buchenschcit- holz 36 bis 38 Mark, Knüppel 25 bis 28 Mark. Stoccholz 16 bis 18 Mark, Kiefcrnscheiter 23 bis 25 Mark. Fichtenscheiter 16 bis 18 Mark: fünf Meter Duchenstammreiser 17 Mark, Buchenast- reiser 12 Mark, Kiefernreiser 8 Mark, Fichten- reiser 6 Mark.

LLrcis Friedberg.

i_Friedberg,24. Jan. Dieser Tage traten hier die Dirigenten des Gaues Wetterau unter Leitung des Gau-Chormeisters, Lehrer Hachenberger (Dorheim), zusammen, um die Chöre für das Platzkonzert in Darmstadt aus- zuwählen. Es wurden bestimmt:Im schönsten Wiesengrunde", bearbeitet von Franz Wagner, SchenkenbachsReiterlied",Wo gen Himmel Elchen ragen" undSturmbeschwörung" von Dürrner. Nach­mittags wurde die Generalversammlung des Wctterau-Sängerbundes durch Leh­rer Schenk (Melbach) eröffnet, der feststellte, daß 17 Vereine chre Vertreter entsandt hallen. Hierauf erstattete er den Jahresbericht, wobei er besonders des wohlgelungenen Bundesfestcs in Rockenberg gedachte. Der durch Heil (Fauerbach) erstattete Kassenbericht Bestand 307,78 Mark wurde nach Prüfung einstimmig genehmigt und dem Rech­ner Entlastung erteilt. Dem Vorsitzenden und dem Rechner wurde das uneingeschräntte Vertrauen der Versammlung ausgesprochen. In diesem Jahre wird ein Bundesfest mit der Feier des 50jährigen Be­stehens des GesangvereinsMännerchor" Ober- Mörlen verbunden. 1930 werden 85jähriges Fah­nenjubiläum vonEintracht" Södel und 85jähri- ges Bestehen vonLiederkranz" Reichelsheim festlich begangen. Mehrere Anträge, die sich mit der mündlichen Kritik noch dem Wertungssingen, dem Jahrbuch des D. S. B. befaßten, wurden angenom­men. Darauf wurde die Tagung geschlossen. An­schließend tagten die Bereinsoorsitzenden der dem Gau Wetterau angehörenden Vereine. Hier wurde zunächst beschlossen, daß die bei Ueberrei- chung von Ehrenurkunden u. a. entstehenden Kosten von dem betreffenden Verein zu tragen sind. Die Festlegung des Zeitpunktes für das Platzkonzert In Darmstadt und die damit im Zusammenhang stehende Frage eines Sonderzuges mußten vertagt werden. Bis dahin beteiligen sich von den 29 Gau­vereinen 18 mit rund 550 Sängern.

5 Butzbach, 24. Ian. Einen eindrucksvollen Verlauf nahm die Hauptversammlung des Turn- und Sportvereins Butz­bach. eines der ältesten 'Vereine der Deutschen Turnerschaft Der 1. Vorsitzende, Aedakteur K. Schneider, der 15 Iahre an der Spitze des leistungsfähigen Vereins gestanden hat, ist von seinem Amte zurückgetreten. da ihn seine Tätigkeit in den turnerischen Organisationen er ist bekanntlich zweiter Gauvertreter des Turn­gaues Hessen uno Mitglied des Kreisausschus.es des Mittelrheinkreises zu stark in Anspruch nimmt Seine Verdienste um den Verein und die Deutsche Turnerschaft fanden im Verlauf der Versammlung wiederholt gebührende Würdigung. Als Aachfolger von Aedakteur Schneider wurde Dr. Hermann Aau (gebürtig von Lich) zum 1. Vorsitzenden gewählt, während das Amt des 2. Vorsitzenden dem seitherigen Rechner Iullus D a h m e r übertragen wurde.

WSN. Wölfersheim, 24.Ion. Gestern nach mittag wurde der 45 Meter hohe, erst 1887 erbaute Schornstein der Braunkohlenpresse auf dem alten Bergwerk durch Sprengungumge- legt. Rach der Explosion der in die Mauer ge­brachten Sprengladungen stand der Schlot noch etwa 20 Minuten aufrecht, neigte sich bann allmäh- sich nach der gewünschten Seite, barst während des Falles in mehrere Teile und stürzte unter donner­artigem Gepolter zusammen.

0 G 2 m v a ch. 24. Jan. Im Saale der Gast­wirtschaft Wllhelm Weiftl veranstaltete der hie­sige Zweigverein des V. H. C. sein dies­jähriges Auszeichnungsfest, das in allen Teilen als wohlgelungen bezeichnet werden kann. Frl. Emma Buß sprach in schöner Weise einen Vorspruch. Der erste Vorsitzende. L i l l e r. sprach in begeisterten, eindringlichen Worten über die Ausgaben des V. H. E. als Wander- und Heimat- verein. Anschließend wurde die Auszeichnung

Lache Vaiarrai

Roman von J. Schneider-Foerstsi

Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa.

54. Fortsetzung Nachdruck verboten.

ODenn ich bei dir bin! Immer bei dir! Wirst du dann vergeben können wenn nichts Erdenhaftendes mehr zwischen uns liegt? Auf den Knien will ich dir durch die Ewigkeit folgen, wenn du es mir zur Buße auferlegst." Bellinzona. Gnädigste!"

Ihre Finger griffen nach der kleinen Hand­tasche, legten eine Zehn-Frankennote auf das Ecktischchen und schoben dann den Riegel der Tür fturüd.

ilnb noch immer drehten sich die Räder und wollten nicht stillestehen.

Run endlich! Rachtluft strömte in den langen schmalen Korridor! Jemand hals ihr über die beiden Trittbretter und hielt ihre Hand fest, bis sie auf dem Bahnsteig stand.

Danke -!"

Menschen liefen an ihr vorüber, überquerten das Gleis und verschwanden. Draußen standen zwei Hotelwagen. Aicmand benützte sie. Maria trat zu dem Ehausfeur, der sie das erstemal bei ihrer Ankunft nach Bellevue gebracht hatte.

Können Sie mich zur Villa Jankes fahren?"

Er erkannte sie wieder und bejahte zustimmend. Wenn ich leine Gäste zu befördern habe, werde ich Die sofort hinbringen, ohne erst nach dem Hotel zu fahren."

Es kostete wieder Minuten, bis der Wagen endlich die menschenleere Straße hinunterglitt.

Vor dem Eingänge zum Parke, der sich um Las Haus des Kommerzienrates dehnte, ent­lohnte sie den Ehausfeur. Die Klinke des Tores gab sofort nach, als sie die Finger darauf­legte. Der breite Kiesweg lag von dem Lichte einer vielkerzigen Birne hell beleuchtet und ver­sprühte grünschillernde Lichter, die wie tanzende Silberfunken wirkten.

Ehe sie die Hand nach der Glocke streckte, die in dem dunklen Holz der Türfüllung eingefügt war. lehnte sie noch nach Fassung rtngenb den Kops gegen den kalten Steinpfosten.

Der Schlag ihres Herzens versagte vollkommen. Schweißtropfen per'.ten langsam die Stirne herab. Ihr Finger mutzte die Glocke berührt haben, denn ein grelles Signal gellte durch die Stllle des Hauses.

Schritte tarnen über eine Treppe herab. Licht flammte auf. Maria starrte in das Gesicht, das vor ihr im Rahmen der Türe stand.Womit kann ich dienen, Gnädigste?"

Ich bin Maria Aichthosen!"

Der eine der beiden Flügel des Einganges glitt weit zurück.Das gnädige Fräulein werden seit Tagen erwartet!"

Sie ertrug die Ungewißheit nicht langer. Ihre zitternden Finger lehnten sich auf den Arm des Bedienten.Was ist mit Baron Het­tingen?"

Mit sichtlichem Erschrecken wandte er den Dllck von ihr ab.®arf ich Sie bitten, gnädiges Fräulein?" Er ging ihr voran.

-Was ist mit ihm?" Ihre Stimme war ein schluckendes Würgen.

Ich Herr Doktor Feßmann wird dem gnä­digen Fräulein alles mitteiten. Der Herr Baron ist zur Zeit nicht hier!"

Richt hier!" nun wuhte sie ja, wo sie ihn finden würde.

Von oben kam die Stimme des Doktors. .Ist Rachricht eingetroffen?"

Fräulein Richthosen ist angekommen." wollte der Diener melden, aber Maria war schon an ihm vorbcigelaufen und die Treppe nach oben gehetzt, wo Fetzmann stand.

Er war über ihr unvermutetes Erscheinen für den Augenblick derart außer Fassung, daß er ihr nur die Hand zu bieten vermochte, ohne einen

Gruß zu finden.

Sie sah. wie seine Augen ganz voll verräte­risch glänzendem Schimmer in die ihren blickten und gab den letzten Rest des Hoffens auf. £otr

Ohne jeden Laut glitt sie vor ihm in die Knie, fühlte, wie sie zwei ^rme hochhoben und nach einem Zimmer führten, daö von einer matten Helle überflutet war Behutsam legten sich zwei Hände um ihre kalten reglosen.

»Wenn Sie sich etwas erhvll haben, wollen wir zusammen reden!" ging Fehmanns Stimme über ihre ^Betäubung hinweg.

der fleißigsten Wanderer des verflossenen JahreS vorgenommen. 15 Mitgliedern konnte der Vor- sitzende ein äußeres' Zeichen der Wandertätigkett überreichen: davon erhielten als zweite Aus­zeichnung 6 das goldene Abzeichen. 3 als 3. Aus­zeichnung einen Wanderstock. 2 als 4. Aus­zeichnung einen Stockring mit Abzeichen. 4 als 5. und 6. Auszeichnung einen einfachen Stockring. Unter diesen vier letzten befinden sich der 2. Vor­sitzende HelmeS. Schriftführer D u ß und der 1. Vorsitzende, die zum 6. Male ausg^eichnet wer­den konnten. 3m weiteren Verlauf des Pro­gramms kamen noch zwei kleine LustspiÄe zur Aufführung. Alle Mitglieder entledigten sich in geschickter Weife ihrer Aufgabe. Besonders zu erwähnen ist, daß die ausgezeichneten Mitglieder durch V. H. C.-Bruder Otto Graßmann, der die Zeichnung hierzu lieferte, einen von Frl. Ottilie Fenchel gesttckten Wimpel überreichen ließen. Gute musikalische Darbietungen füllten im übrigen den Abend in bester Weise aus. Am anderen Tage unternahm der Zweigverein feine erste Wanderung nach Kirch-Göns, an der sich etwa 30 Personen beteiligtem darunter auch einige Gäste.

Kreis Büdingen.

Nidda, 24. Jan. Obgleich das letzte Jahr hier eine völlige Mißernte an Aepfeln und nur eine Mittelernte an Tafelbirnen gebracht hatte, wird doch der Obstbaumzucht seitens der Grundstücks­besitzer wieder mehr Interesse entgegengebracht. In unserer großen Gemarkung sind tm Spätherbst überall die Lücken in den Daumstücken durch Neu- pflanzungen ausgefüllt und auch mehrere neue Baumstücke angelegt worden. Den Privaten ist die Stadtverwaltung in dieser Hinsicht mit gutem Bei­spiel vorangegangen. Zu den bereits vorhandenen städtischen, etwa 3000 ertragfähigen Obstbäumen, ohne den regelmäßigen Ersatz durch Nachpflanzung, hat die Stadt auch im vergangenen Herbst wieder zwischen den Provinzialstraßen NiddaRanstadt und NiddaWallernhausen am Grohberg eine neue große Obstbaumpflanzung anlegen, und nach dem sachverständigen Gutachten des Obstbauinspektors Metternich in Büdingen mit 192 jungen Obst­bäumen bepflanzen lassen. In der Höhenlage wur­den Süß- und Sauerkirschen, an dem nach Süd­westen geneigten Abhang nur Wintergoldparmänen angcpflanzt. Eine weitere größere Neuoflanzung von feinen Aepfelsorten ist auf einem fünf Morgen großen Grundstück aff der Ranstcidter Straße von der Stadt in Aussicht genommen. Die in den letzten Jahren stark verminderten Walnußbäume werden auch wieder mehr angepflanzt. Am Stehselder Weg hat die Stadt auch von dieser Schalfruchtart eine größere Anzahl junger Bäume pflanzen lassen.

Stockheim, 22. Jan. Am Samstag tagte hier die K re i s o r ga nisa t io n des Kreis­vereins Büdingen der Deutschnatio­nalen Volksparter. Anwesend waren u.a.: der Provinzialvorsitzende, Studienrat Dr. Lenz (Gießen), und der Prvvinzial-Geschäftsführer. Aach längerer Aussprache über die Organi» sation innerhalb des Kreises und über die Vertrauensleute wurden die Arbeiten für die kommenden Monate durchgesprvchen. Bei der folgenden Reuwahl des Vorstandes wurden ge- wählt: Altbüraermeister Knecht (Mittel iründan) l.Vors., Prof. Dr. Dingeldein (Büdingen) 2. Vors., Buchhalter Schilling (Hirzenhain) Schriftführer, Registrator Roth (Büches) Kassie- rer. Ferner als Beisitzer: Frl. Else Schäfer (Büdingen), Buchhalter Rud. W a i h e l (Liß- berg), Oberinspektor S ch ö n h a l S (Lindheim), Gemeinderechner Ganz (Dindsachsen), Attbür- germeister Kraft (Selters). Ober-Amtmann Dietzel (Herrnhaag), Apotheker Aubert in (Echzell). Als dritter Punft wurde die Stellui^- nahme zu den kommenden Provinzial- und Kreistagswahlen erörtert, wozu ver­schiedene Vorschläge gemacht und durchgesprochen wurden. Da die Frage noch nicht akut ist, wurde ein Beschluß dazu nicht gefaßt. Rach einer kurzen Aussprache über die augenblickliche parteipolitische Lage im Landtage nach dem Austritt von Prof. Werner behandelte Studienrat Dr. Lenz in längerer Rede die innen» und außenpoli­tische Lage. Bei der Jnnenpolittk wies er besonders auf die durch den letzten Wahlausfall geschaffene Lage im Reichstage hin Der Ruck nach links sei nur möglich gewesen durch den vollständigen Mangel an politischem Tatsachen­sinn der bürgerlichen Wähler, der sich sowohl im gänzlichen Fernbleiben von 10 Mill. Wähler von der Wahlurne, wie auch in der großen 3er»

Jetzt l" sagte sie und hiell den Kopf gegen die Lehne des Sofas gedrückt damit er nicht zur Sette glitt.

Ticin, Fräulein Maria!--Erst ruhig wer­

den! Ganz ruhig. Auch ein junges Herz vermag nicht jeden Schlag auszuhalten, der es trifft

Dann haben sie ihn fortgebracht? Rur das, Doktor i Rur das, wenn Sie mir sagen."

Er war erstaunt. Sie schien also doch darum xu wissen. .Dor sechs Tagen schon! In der Rächt, in der Sie bei iym ttxuxnl

Vor sechs Tagen!" Ohne daß er es hindern tonnte, war sie aufgesprungen und hiell seine Füße umklammertilni> ich habe ge­tanzt und Sell getrunken, während er draußen auf dem Friedhof bereits verfault Doktor--

ich--

Er hiell ihre Gelenke fest und zwang sie auf den Diwan zurück.Sie müssen vernünftig fein, Maria! Wie soll ich Ihnen das andere sagen können, wenn Sie sich mit solch grauenhaften Bildern tragen--er lebt ja noch!"

öie belügen mich!" weinte sie halllos.

Rein, Maria, ich belüge Sie nicht. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, wollen Sie mir nun glauben?"

In lautlosem Weinen grub sie das Gesicht in die Hände. Als sie etwas gefaßter wurde, zog er ihr dieselben herab.Warum sind Sie nicht früher gekommen, Fräulein Richthofen?"

Ich habe es erst diesen Abend im Zuge er­fahren, daß Sie mich suchen."

Joachim befindet sich schon fett dem achtzehnten in llntersuchunashaft."

Völlig entgeistert, starrten ihre Augen zu den feinen auf.Herr Doktor, haben Sie Erbarmen."

Er nahm ihre unruhigen Finger zwischen die seinen und zwang sie, still zu liegen.Er soll etn junges Mädchen ermordet haben! Wan fand Bluts Puren in seiner Baracke sowie an seinem Hemde und an feinen Kleidern. An seinem Man­tel ist. in die Knöpfe verwickelt, blondes Haar entdeckt toorben. wie es die Tote trug. Da er nicht angibt, wer diese Rächt bei ihm in der? Varacke war, nimmt das Gericht an, daß es die Ermordete gewesen sein mufjr

.Doktor!

.Man hat also lückenlose Beweise gegen ihn gefesselt wurde er eingeliefert Er ist nicht zu

spllttemng kn eine Unzahl von Parteien offen­barte. Besonders an dem Beispiel der Gründung derChrist!. Rat. Bauernpartei" zeigte der Red­ner, wohin alle diese kurzsichtigen berufsständi­schen Reugründungen hinführen. Die .Christi, Rat. Bauernpartei" habe, wie erwartet, selbst feine Fraktionsstärke erreicht und dadurch nicht einmal im landwirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages einen Sitz erhalten: ba egen habe sie nicht nur die stärkste, immer geschloßen für die landwirtschaftlichen Belange eintreienbe deutsch- nationale Partei sehr geschwächt, sondern auch den Rückgang der rein landwirtschaftlichen Ab­geordneten bei allen Parteien von 73 auf 62 ver­ursacht Die weitere Folge der Schwächung der deutsch nationalen Partei sei ihr Ausscheiden aus der Regierung und damit der Ersatz des Land­wirtschaftsministers Schiele durch einen Demo­kraten. DieChrist. Rat Bauernpartei" habe also in der Praxis das Gegenteil erreicht von dem, was sie erstrebte. So erginge es allen rein be­rufsständischen Parteien. Heute sei kein Beruf mehr so stark, daß er zahlenmäßig allein als Partei einen ausschlaggebenden Einfluß auf die Regierung jemals erhalten könne. Der erfolgver­sprechendste Weg für einen Beruf, etwas zu er­reichen, sei immer noch, entweder bei möglichst vielen Parteien Verständnis für seine Belange zu erwecken, oder aber die Partei möglichst stark zu machen, von der man das größte Verständnis für den Beruf erwarten könne. Außenpolitisch zeigte der Redner dann die Entwickelung b:r Lage bei den einzelnen Cntente-Staa'en und die Zusammenhänge zwischen der englisch-französischen Politik und der Reparationssrage. Die Befürch­tung, daß Deutschland wieder den Preis für die neue englisch-französische Verständigung zu zahlen haben werde, sei sicher nicht unbegründet.

Hirzenhain, 24. Ian. Dieser Tage fand im Vereinslokal Jungmann die diesjährige gut besuchte Generalversammlung les Krieger- und Militärvereins unter Leitung des ersten Vorsitzenden Kam. Stein statt Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß sich der Verein in stetigem Aufstieg befindet. Die Mitgliederzahl betrug mit Ablauf deS Jahres 65. Die Kassenvcrhclltnisse sind geordnet: Entlastung konnte in vollem Hin ang erteilt wer­den. Die Kleinlaliberschühenabtellung erfreut sich regen Zuspruchs: der Schietzstand ist weiter aus­gebaut worden. Die Erledigung der Kriegsbeschä- digtrn- und Kriegrrh.ntarb i b:ncn-5r g n siegt in der Hand des Obmanns Kam. Schäfer. Kam. Dr. Lucius hat sich bereiterklärt, dies­bezügliche Beratungen in medizinischer und ju­ristischer Hinsicht kostenlos zu übernehmen. Es wurde beschlossen, den Verein in das VereiHS- register emtragen zu lassen und die Denk­malsfrage innerhalb kürzester Frist zum Ab­schluß zu bringen. In den neuen Vorstand wurden gewählt die Kameraden Stein 1. Vor­sitzender. Franke 2. Vorsitzender. R. Hirz et 1. Schriftführer, Vogel 2. Schriftführer, K. Sch ä- f er 1. Rechner, W. S chä fe r 2. Rechner. Iör - dens 1. Kassenkontrollführer. QS in ne der 2. Kafsenkontrollsührer, Sattler 1. Beisitzer, Jäger HI. 2. Beisitzer. Reuanmeldungen wur­den entgegengenommen. Am 2. Marz findet ein Theaterabend zugunsten des Denkmalfonds statt.

Krcrs Schotten.

# Freienfeen. 24. Jan. Der hiesige G e - sangverein ,Liederkranz" hielt jetzt seine Generalversammlung ab, zu der fast alle Mitglieder erschienen waren. Der Vorsitzende, Kaufmann Georg Batz, wies in seiner Er­öffnungsansprache auf die hohe Aufgabe hin. die den Männergesangvereinen zugedacht sei, vor allem, auf kulturellem Gebiet Seine wetteren Ausführungen galten dem ewig frischen Born, den die Vereine in den deutschen Volksliedern besitzen; seine Darlegungen, die fein durchdacht waren, stellten das Lied als treuen Begleiter der Völler- und Wenschenschicksale hin. Lebhafter Beifall lohnte seine Ausführungen. Der Tätig­keitsbericht schilderte eine rege Verein sarbeit,- besonders hervorgehoben zu werden verdiene» die beiden Wintervergnügen, die den Verein auf einer beacht.ichen Höhe zeigten. Die Rechnungs­ablage ergab einen nennenswerten lleberschuß. der zum größten Teile zur Abzahlung der Kauf­summe für das K.avier Verwendung fand. Im kommenden Dereinssahr wird sich der Verein an dem Wertungssingen des Ohm-Lumdatal-Sanger- bundes in D.eidenrod beteiligen. Den Verein zur Teilnahme an weiteren Festlichkeiten zu ber*

bewegen, den Mund aufzutun und sich zu ver­teidigen Die Richter sagen, wenn er sich nicht reinwäscht, wird er unter das Beil kommen!" _

Weit aus gerissen starrten die Augen des Mäd­chens ihn an.Kommen Sie, Herr Doktor!"

Wohin?"

Zum Gericht!"

«Ietzt. Fräulein Maria?"

Wenn fein Richter wach ist, kann ich memw Aussagen auch, auf der Polizei machen."

Wir wollen warten bis morgen, Fräuleuk Richthofen!" _

Rein! Wenn Sie nicht mitkommen, werde uy meinen Weg allein finden. Ich trage diese Schuld keine Stunde länger mit mir!"

Der Staatsanwatt hatte Jankes das Angebot gemacht, ihn jederzett anzurufen, toeim die junge Dame käme, die Hettingen zu entlasten vermöchte. So ohne weiteres wollte er den Verhaftete» doch nicht freigeben.

Als Feßmann mit Maria vor seinem Hause die Stufen hinaufstieg, kam er schon zur. Be­grüßung die Treppe herab.

Fünf Minuten später glitten die Singer seiner Sekretärin über die Tasten der Schreibmaschine, um das aufzunehmen, was Warta zu sagen hatte.

Das ist der erste große Irrtum, der mir wäh­rend meiner zwanzig Iahre Dienstzeit unter­laufen ist!" sprach der Richter kopfschüttelnd, als er sich von dem Doktor und Maria Richchofen verabschiedete.Er ist womöglich von unerhörter Tragweite, beim diese sechs Tage haben dem wirllichen Täter einen Vorsprung gegeben, der sich kaum mehr irgendwie einholen läßt."

llnd welche Genugtuung wird das Gericht meinem Freunde geben?" forschte der Doktor ernst.

Der Anwalt zuckte die Achseln.Ich werde mich entschuldigen müssen und zugleich die Presse des 3n- und Auslandes In Kennttns setzen, daß Baron Hettingen glänzend rehabilitiert ift Schuld mein lieber Doktor Haupt­schuld sogar, trägt der Baron selbst, daß ihm dies unangenehme Intermezzo passiene. Er hätte nur den Ramen der Dame zu nennen brauchen, welche einen Teil der Rächt in der Baracke verbrachte Dann wäre das Ganze anders verlaufen."

Marias Gesicht glühte Im Feuer!

(Fortsetzung folgt)