Ausgabe 
24.12.1929
 
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Mademoiselle Docteur im Kriege.

Oer Krieg im Dunkel.

III.

Aus dem neuen Buche:Spionage!" von H. R. B e r n d o r f f. Verlag Dieck & Co.. Stuttgart.

Annemarie Lesser aber fuhr durch Frankreich, so weit sie es ohne Verdacht zu erregen tun konnte. Sie traf in Fontainebleau mit jemanden zusammen, den ihr Matthesius geschickt hatte, lieferte an ihn alte Nachrichten ab und fuhr wieder nach Paris, wo sie an einem Nachmittage eintraf.

Ost schon hatte sie ihren Geliebten, den Unterofsl- zier aus der Spionageabwehrabteilung, von seinem Bureau abgeholt. Sie wartete dann auf der Straße, bis er, fast immer ziemlich pünktlich, kam. Diesmal wartete sie lange. Als ihr Freund schließlich kam, war er hocherfreut über die Nachricht, die Made­moiselle docteur von ihrenEltern" mitbrachte. Sie waren mit der Hochzeit einverstanden, aber trotzdem war er abgespannt und etwas nervös.

Aber was hast du denn, ch^ri, was fehlt dir denn?" r

Ach, weißt du, das war heute ein heißer Tag, sacr6 nom de Dieu! Da haben zwei von unfern Agenten gemeldet, daß sie jemand im Lande gesehen haben, der in unserm Register der deutschen Spione steht. Es ist eine Frau, und wenn die wirklich hier im Lande herumfahren soll, dann ist bas gar nicht so sehr angenehm, denn sie ist sehr tüchtig."

Eine Frau?" sagte Annemarie Lesser,nanu, wie heißt sie denn?"

Das wissen wir nicht, wir haben von ihr, auch nur eine ganz schlechte Photographie, die man vor langer Zeit in Brüssel gemacht hatte, auf der sie mit belgischen Offizieren zusammen ist. Wir kennen nur ihren Spitznamen:Mademoiselle docteur" nennen wir sie. Aber komm, aimee, laß uns von uns selbst reden."

Am nächsten Tage fand sich in allen amtlichen Be­kanntmachungen die Nachricht, daß sich «ine deutsche Spionin im Lande herumtreibe, die ungefähr so und so aussehe und für deren Ergreifung man eine halbe Million Franken in bar auszahlen würde. Am Abend dieses Tages verlangte Annemarie Lesser von Konstantin Coudoyanis, daß er seine Braut, eine junge hübsch« Tänzerin, nach Bordeaux schicken solle. In einem dortigen Kabarett wurde nämlich, so ergab das Fachblatt der Artisten, eine Tänzerin von dem Genre dieses Mädchens gesucht. Man hatte dann jemanden in Bordeaux, der die ankommenden Schiffe registrieren und manches andere Wichtige in Erfahrung bringen konnte. Coudoyanis wehrte sich mit Händen und Füßen. Mademoiselle do-teur aber blieb sest, und Coudoyanis war nicht der Mann, ihr zu widerstehen. Noch am Abend weihte er seine Freundin ein, noch am Abend wußte die Tänzerin, was ihr Geliebter für ein Handwerk betrieb. In vier Tagen sollte sie nach Bordeaux abfahren. Das Engagement kam telegraphisch deshalb schnell zu­stande, weil die Tänzerin ihre Dienste für ganz ge­ringes Entgelt anbieten mußte.

Am nächsten Abend mußte Annemarie Lesser w'e- der sehr lange auf ihren Unteroffizier warten. Als er schließlich kam, war er wieder erregt und nervös. 'Da war jemand bei uns, sagte er, der will uns di« Mademoiselle docteur an den Galgen liefern. Er verlangt aber auf jeden Fall hunderttausend Fran­ken Vorschuß. Es ist ein Grieche, Coudoyanis heißt ec, wir lassen ih naugenblicklich beobachten, ohne daß er es weiß, und er soll morgen nachm'ttag wiedcr- kommen, dann sollen wir ihm die 100 000 Franken zahlen, und in der Nacht will er uns die opionin verraten. Er sagt, er habe sie einmal vor dem Kriege in Berlin gesehen und er habe sie jetzt in Paris er­kannt."

Wirst du dich dabei auszeichnen, wenn man sie faßt? Wirst du befördert werden?" fragte Anne­marie Lesser, und schmiegte sich zärtlich an seinen Arm.

In der Nacht bestellte Annemarie Lesser Cou­doyanis in ein Cafe. Als er noch auf dem Wege zu ihr war, überholte ihn eine Droschke, in die ihn Annemarie Lesser zog. Sie übergab ihm schnell ein Kuvert, und jagte ihm, daß ihn morgen früh um sieben Uhr ein deutscher Agent in einer kleinen Gastwirtschaft einer Ortschaft an der Peripherie von Paris erwarte, der ihm als besondere Gratifikation 50 000 Franken aushändigen solle. Nach kurzer Ver­ständigung verläßt Annemarie Lesser den Wagen, sie merkt, daß ihr jemand im Laufschritt folgt, aber sie hat das sck;ließlich vermutet und erwartet, und so entkommt sie leicht.

In der Nacht platzt in den Bureaus der franzö­sischen Gegenspionage eine Bombe. Es läuft ein mit der Maschine geschriebener Eilbrief ein, und in dem steht, daß Konstantin Coudoyanis ein deutscher

Im Jahre 1917 beginnen in allen kriegführenden Ländern die großen Rekrutierungen, die das Men- chenmaterial herbeischaffen sollen für den Endkampf, der schließlich doch einmal kommen muß. Hat man die zur Verfügung stehenden Jahrgänge schon «in- gezogen? Auf welch« Truppengattungen sind sie ver­teilt worden und vor allem, wann sollen sie so aus­gebildet sein, daß von ihnen ein« Verstärkung der einblichen Heere zu «rwarlen ist? Das sind Fragen, die im Augenblick weder von I. Matthesius noch von Annemarie Lesser zu beantworten sind, so oft auch militärisch« Stellen diese Fragen stellen. Man muß da noch ein paar Wochen warten, bis die Aus- gehobenen sicher eingerückt sind, bann kann man erst in den Garnisonen des feindlichen Landes erkunden lassen.

Ein Tag bevor die diesbezüglichen Anweisungen an den Hauptagenten in Paris abgehcn sollen, ge- chioht etwas Unerwartetes, lieber die Schweiz cmmt ein Kurier und bringt aus Paris eine ent- etzliche Nachricht. Dort hat man zu ermitteln ver­mocht, daß die französische Gegenspionage schon seit Wochen eine Liste in der Hand hat, auf der die ge­nauen Personalien der wichtigsten, in den großen Städten Frankreichs stationierten Agenten verzeich­net stehen. Ein Mann, der schon in den Diensten des Monsieur Pissard gestanden hat, hatte eine Un­vorsichtigkeit begangen, war ergriffen und als deut- cher Agent entlarvt worden. Die Behörden hatten ihm nicht nur die Rettung vor dem Tode, sondern auch die Freiheit und eine große Geldsumme zuge- agt, wenn er seine Gefährten verriet. Er hatte nicht gezaudert, fein Leben zu retten.

Der Hauptagent in Paris, ein deutscher Offizier, der noch zu Lebzeiten des Konstantin Coudoyanis von Annemarie Lesser eingeführt worden war, teilte mit, daß man nicht wisse, wen alles der Mann ver­raten habe, daß es ihm sogar unbekannt sei, wie­viel der entlarvte Agent überhaupt von den Per­sonen und dem Gang des deutschen Nachrichtendien­stes in Frankreich gewußt habe. Eines war aber sicher, daß der Hauptagent selbst verraten war, und er schrieb, daß dieser Brief, mit dem er diese ent­setzliche Nachricht übermittelte, vielleicht der letzte sei, den er aus Frankreich herausbefördern könne. Der Hauptagent teilte mit, daß er trotz allem auf dem Posten bleibe und sich als Offizier betrachte, der vor dem Feinde stehe.

Als Annemarie Lesier diesen Chiffrebrief enträt­selt hatte, schob sie den Text wortlos dem Herrn I. Matthesius hinüber. Diese Nachricht traf die bei­den schwer. Augenscheinlich verfolgten die Franzosen die Taktik, die Agenten zunächst einmal ruhig weiter arbeiten zu lassen, sie aber im stillen zu beobachten, um sie dann mit einem großen Schlage sämtlich aus­heben und an di« Wand stellen zu können. Sicherlich würden sie das in einem Augenblick tun, in dem es ihnen ganz besonders darauf ankam, ihre Maßnah­men hinter der Front zu verschleiern.

Gelang den Franzosen dieser Plan, dann war es sicher, daß die deutsche Heeresleitung gerade in einem Augenblick nicht mit Nachrichten versorgt wurde, in dem die Franzosen einen entscheidenden Schlag plan­ten. Als man sich über diese Konsequenzen klar ge­worden war, erklärte Mademoiselle docteur:

Ich werde nach Paris fahren." (Fortsetzung folgt.)

Aus aller Well.

Seine ipolarfahrl desGraf Zeppelin" im nächsten Jahr. *

Friedrichshafen, 23. Dez. (WTD.) Der Luftschiffbau Zeppelin rechnet, wir zuverlässig verlautet, nicht mehr damit, daß die von der Aero-Arktis geplante Polarexpedition mit dem Luftschiff©raf Zeppelin" statt- inden wird, nachdem sowohl der Luftschiffbau Zeppelin als aud> die Aero-Ar tis s löst bilhcr vergeblich versucht haben, die Versiche­rungsfrage in befriedigender We se zu lösen. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit wäre es chon jetzt kaum noch möglich, die erforderlichen Arbeiten am Schiss und gewisse wissenschaftliche und Navigationsinstrumente rechtzeitig bis zum vorgesehenen Zeitpunkt des Startes fertiozu- tellcn. Der Luftschiffbau Zeppelin hat infolge­dessen bereits seit einigen Tagen die Vor­arbeiten für andere Pläne ausgenom­men, die auf dem Gebiet des Verkehrs liegen und eine mehrmonatige Vorbereitung erfordern. In erster Linie kommt eine Fahrt nach Süd­amerika etwa im Mai oder Juni in Betracht.

Die französischen Südamerikaflieger auf der Weilerfahrt.

Paris, 23.Dez. (WB.) Aach einer Havas- Meldung aus Rio de Janeiro sind die bei­den französischen Flieger CH alles der von feinen beim 2lbstürz erlittenen Verletzungen wie- derhergestellt ist und Larre-Borges auf dem Luftwege von Aatal kommend, dort einge­troffen. Sie beabsichtigen, heute nach Monte­video zu fliegen.

Bei einer Weihnachtsfeier verbrannt.

Eine Klaffe der Altenburger Mädchen­schule hatte in dem Klassenzimmer einen Weih- nachtsbaum au,gestellt. Beim Anzünden der Ker­zen fingen die Kleider der zehnjährigen Schü­lerin Traute Kresse, die im Cngelsgewande neben dem Daum kniete, Feuer. Das Kind erlitt so schwere Brandverlehungen am ganzen Körper, daß es im Kinderhospital seinen Wunden erlegen ist.

Zahnarzt Gutmann auch Mörder seiner ersten Frau?

Berlin, 24. Dez. (T. LI.) Aach einer Mel­dung Berliner Blätter aus Schwedt a. d. Oder hat sich der Verdacht, daß der Zahnarzt Dr. Gutmann auch seine erste Frau er­mordete, jetzt außerordentlich verstärkt. Die Frau war nach den Aussagen des Arztes Mor­phinistin und es hat sich jetzt herausgestellt,

daß sich Dr. Gutmann bei einem Apotheker Morphium bestellt hatte, das mit Skopolamin gemischt war. Eine Injektion mit dieser Mischung mußte zum baldigen Tode führen. Dieses Gift hat, so nimmt die Polizei als erwiesen an, Dr. Gutmann seiner ersten Frau gegeben, ohne ihr zu sagen, daß es todbringend sei.

Wolfplage in Spanien.

Paris, 23. Dez. (WB.) Aach einer Agentur­meldung aus Madrid wird au3 der Gegend von Pampelune das durch die starken Schnee­fälle berurfadjte Erscheinen von Wölfen ge­meldet. Auf die Tiere werden Treibjagden veran­staltet.

(Eine Italienische Ortschaft niedergebrannt.

Trient, 23.Dez. (W^B.) 2n der vergan­genen Aacht ist die Gemeinde San Giorgio bei Arco einem Grohfeuer zum Opfer ge­fallen. In einem Wohnhaus war ein Schornstein­brand entstanden, der mit erschreckender Schnellig­keit um sich griff. Sämtliche Häuser der Ge­meinde sind niebergebrannt. Die Helfer muhten sich darauf beschränken, die Dorfbewohner zu retten, wobei zwei Soldaten Verletzungen erlitten.

Sturz aus dem VZug.

Zwischen Potsdam und Werder st ü r z t e ge­stern abend, wie dieB. Z. a. M." meldet, der Oberkellner Schwebs aus dem Speise­wagen eines O-Zuges, der im Augenblick des Unfalls über 70 Kilometer Geschwindigkeit hatte. Der Verunglückte rollte die Böschung hinab. Die Zugangestellten zogen die Notbremse. Als sie den Zug verliehen, um den Verunglückten zu bergen, kam er ihnen bereits entgegen. Er hatte nur ge­ringe Hautabschürfungen und einen Bluterguß int Ellenbogen davongetragen.

Sprengftosfexplosion in einem Gasthof.

Karlsbad, 23. Dez. (WTD.) In einem Gasthaus in Gießhübel, in dem zahlreiche Arbeiter übernachteten, erfolgte in der letzten Aacht eine folgenschwere Explosion. Ein Ar­beiter hatte seinen Rucksack, in dem sich Spreng­stoffe befanden, unter eine Dank gestellt und sich mit den übrigen Arbeitern in den Schlafraum begeben. Der Sprengstoff explodierte aus unbe­kannter Urfache. Von den im Zimmer anwesenden 20 Personen wurden sieben mehr oder weniger schwer verletzt. Die Mauern und die Zim­merdecke wurden schwer beschädigt.

Tumen, Sport und Spiel.

Spion sei. Ein guter Franzose, der aber seinen Na­men nicht nennen wolle, weil er bi« Rache der Deut­schen befürchte, zeige ihn hiermit an, und wenn man bas nicht glauben wolle, bann solle man nächsten Morgen um 7 Uhr in der und ber Kneipe sein, dort würde man Coudoyanis finden, er würde bei sich einen Brief tragen, ber an einen beutschen Agenten gerichtet sei, den er dort erwartete und in dem wich­tige militärische Nachrichten enthalten seien. Man solle sich aber noch mehr Gewißheit oerfdjaffen, in­dem man sofort noch in ber Nacht feine Freunbin, eine Tänzerin, bie ba unb bort wohn«, verhafte unb ausfrage. Diese Tänzerin wisse, baß Couboyanis «in deutscher Spion sei, der sie sogar nach Bordeaux hab« schicken wollen, damit auch sie Spionage be­treibe.

Coudoyanis wurde arh Morgen in der genann­ten Kneipe verhaftet. Man fand bei ihm den be­wußten Brief. Seine Geliebte, di« Tänzerin, gestand alles, unb Konstantin Couboyanis weigerte sich bis zu seinem Tode, irgend etwas über seine Tätigkeit unb seine Auftraggeber auszusagen. Nach wenigen Tagen wurde er zum Tode verurteilt, unb in der hlacht vor der Hinrichtung, als schon die Trommel­wirbel den Zug Infanterie zur Exekution riefen, sagte er zu dem Geniekapitän, der in seiner Zelle stand:

Es ist vielleicht, mein Offizier, nützlich für Sie, zu wissen: in diesen Tob hat mich eine Frau ge­bracht."

Dann schwieg er; erst als Kommandorufe in fein« Zelle drangen, die ihm sagten, daß bie Trupp« schon Aufstellung nahm, sprach er weiter:

Es war eine wunderschön« Frau. Sie war sehr klug unb von ungeheurer Energie. Es ging ein sol­cher Einfluß von ihr aus, daß ich mich ihm nickst ent­ziehen konnte. Sie beherrschte ihre ganze Umgebung, selbst Offizier« von höchstem Rang. Sie handelt nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Neigung unb Passion. Ich wünsche Ihnen, mein Kapitän, baß Sie nie einer solchen Frau begegnen."

Zur selben Stunde, als bas 9eben des Griechen enbete, traf Annemarie Lesser m Berlin ein.

V. f. B.

Es scheint bei der Ligamannschaft zur Tradi­tion zu werden, daß sie in den Spielen gegen den jeweils Tabellenletzten einen oder gar beide Punkte einbüßt. Aachdem sie an den Vorform» tagen gegen bedeutend spiclstärkere Gegner sehr gut abgeschnitten hatte, wurde allgemein mit einem klaren Sieg gegen den am Ende der Tabelle stehenden F. V. Breidenbach gerechnet. Um so größer war die Ueberraschung, als sie sich mit 1:2 geschlagen bekennen mußte. Eine Niederlage/die für die V. f. B.-Elf um so pein­licher ist, als sie gegen den Schwächsten auch noch den Vorteil des eigenen Platzes hatte und die unter Umständen die Meisterschaft und sogar den Aufstieg zur Dezirksligaklasse kosten farm. Gewiß war sie in der zweiten Halbzeit überlegen unb versuchte, das Treffen noch für sich zu ent­scheiden, sie hatte jedoch schon vor der Pause den Sieg verschenkt. Daö Spiel war für die wenigen Zuschauer eine einzige Enttäuschung. Beide Mannschaften zeigen ein gänzlich zerfah­renes Spiel. Während der Gegner wenigstens das, was ihm an technischem Können abgeht, durch Eifer und Energie zu ersetzen versucht, zeigen die Einheimischen mit wenigen Ausnah­men neben auffallend schlechten Leistungen auch eine erstaunliche Gleichgültigkeit. Die Gäste kämpfen mit einem Kraftaufwand, ber imponie­rend ist unb sehen sich auch durch das Führungs­tor belohnt. Die Platzmannschaft stellt um, mit dem Erfolg, daß ihr Spiel noch systemloser wird, auch nachdem Breidenbach auf 2:0 erhöht hat Nach dem Wechsel rafft sie sich endlich auf unb bringt etwas Schwung in ihre Angriffe. Es gelingt, ein Tor aufzuholen. Der Gegner verteibigt geschickt. Schiedsrichter Petri, Wetz­lar, war dem Spiel ein gerechter Leiter. V. f. D. führt nun nur noch mit einem Punkt Vorsprung. Wenn er diesen bis zum Ende der Saison halten will, muß er mit einem anderen Geist in die noch ausstehenden Punktkämpfe gehen.

Auch die zweite Mannschaft verlor Spiel und Punkte, indem sie sich in Wetzlar von der gleichen des Sportvereins mit 0:4 schlagen lieh. Sie trat allerdings nur mit 10 Mann an und hatte sich infolgedessen von vornherein jeder Siegeschance begeben.

Die dritte Mannschaft war ihrem Lokalgegner zwar größtenteils überlegen, brachte es aber infolge Versagens des Sturmes auch nur zu einem 0:0 und verlor damit einen wertvollen Punkt.

(SpidDcreinigung 1900 Gießen.

ö. Die erste Elf 1900s kehrte mit einer 2:0- Nieberlage (Halbzeit 2:0) aus Siegen zurück. Das Spiel fand auf dem vollständig unzulänglichen Jahn- sportplatze statt. 1900 bestritt bas Spiel ohne Adel­berger, Mohr unb Zeiler unb nach bem Seitenwechsel auch noch ohne Balser. Der Gastgeber, der Siegener Ballspiel-Club, spielte mit bem Wind im Rücken, trotzdem begannen bie Gießener vielversprechend un­ter ftänbiger leichter Ueberlegenheit. Die Gastgeber nutzten von einigen Schnitzern in der Gießener Hin­termannschaft zwei erfolgreich zu Treffern aus, wo­mit sie sich bie Führung verschafften. Nach bem Wech­sel war bie Ueberlegenheit ber Blauweißen noch aus­geprägter, aber bie brei guten Siegener Schlußleute ließen keinen Erfolg zu. Siegen verlegte sich auf Durchbrüche, bie aber abgewehrt würben. 1900, bie in Technik unb Ballbehandlung weit bessere- Partei, verlor völlig unverdient. Der Schiedsrichter, ein Herr vom V.f.B. Weidenau, leitete zufriedenstellenb.

1900s britte Mannschaft erzielt« auf bem Wakb- svortplatz gegen bie britte Elf bes Lokalgegners V.siB. ein ehrenvolles Unentfchieben 0:0.

opietoereinigungs viert« Elf unterlag auf eigenen Gefllben ber zweiten (aUerbings verstärkten) Mann­schaft vorn Sportklub Daubringen 0:4.

Das welhnachtsprogramm

sieht am zweiten Feiertag bie seinerzeit ausgefallene Begegnung der Ligamannschas gegen ben 1. Fuß­ballklub 1902 Frankfurt a. M.-Rödelheirn. vor.

Die Gäste- spielen seit Jahren im Westmainkreis des Süddeutschen Derbanbes eine führenbe Rolle unb endeten immer auf bem zweiten ober brüten Platz. Dor allem spielt bie Els ein technisch gutes unb auch schönes Spiel.

1900 wirb dieses Spiel in veränderter unb stärke­rer Aufstellung als gegen Siegen bestreiten. Der Ausgang bes Treffens bürste vollstänbig offen ge­wertet werben. Es soll die Generalprobe 19Ö0s für das am kommenden Sonntag stattfindende Meister­schaftsspiel gegen die Marburger Germania sein.

Am ersten Feiertag empfängt 1900s Ligareserve die Ligareserve vom Sportverein Corbach, mit ber Freundschaftsbande gepflegt werden. Am zweiten Feiertag spielen die Gäste gegen die erste Elf Lollars. Aus ihr Abschneiden ist man gespannt.

Fußball in Heuchelheim.

s. v. Heuchelheim 1920 I v. s. R. Buhbach u:j (2:0).

Mit diesem hohen Resultat konnten die Heu­chelheimer die Butzbacher Rasenspieler ab ertigen. Allerdings waren die Butzbacher mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft zur Stelle. Die Heuchelheimer konnten trotz des hohen Sieges nicht überzeugen. Die Mannschaft fand sich, be­sonders im Sturm, nicht zusammen. Das Spiel wurde sehr anständig durchgeführt.

Zrrßba lklub 1926 Großen-Buseck.

Grohen-Buseck I Rieder-Ohmen I 5:1.

Grohrn-Buseck II Steinbach II 2:3.

Großen-Buftcks I. konnte am letzten Sonntag einen 5:1-Sieg über die I. von Nieder-Ohmen erzielen. Nieder-Ohmen halte gegen bie Busecker einen schwe­ren Slanb. In ber ersten Halbzeit fielen 4 Tore für bie Einheimischen; bie Gäste erzielten ihr Ehrentor.

Großen-Busecks zweite Mannschaft verlor auf eige­nem Platze gegen bie gleiche von Steinbach mit 3:2 Toren.

Nächsten Sonntag fährt bie 1. Mannschaft Buseckr nach Homberg an der Ohm zum fälligen 'Verbunds- spiel. Das Vorspiel in Buseck konnten die Hornberger mit 1:0 unverdient gewinnen. Dies« haben in bett letzten Jahren in der Kreisliga gespielt unb haben heute noch alte erfahrene Spieler in ihr^x Mann­schaft. Großen-Buseck besitzt eine junge unb körperlich schwache Mannschaft, bie gegen einen solchen Geg­ner wie Homberg sehr im Nachteil ist.

Sportverein 1928 Garbenteich.

Die erste Mannschaft des Sportvereins 1928 Garbenteich konnte am vergangenen Sonntag im Verbandsrückfpiel über die gleiche des V. f. R Lich mit 4:2 Toren triumphieren. Das Spiel fand in Garbenteich statt. Schon in der erster Minute konnte Lich mit 1:0 in Führung gehen. Jetzt entwickelte sich ein scharfes, aber faires Spiel. Garbenteich gestaltete es überlegen, was sich durch das Halbzeitrefultat 2:1 für den Sportverein bemerkbar machte. Das Endresultat hätte bedeutend höher ausfallen können, wenn der Gastgeber nicht für zwei seiner besten Leute Ersatz hätte einstellen müssen.

Handball in Fronhausen (Lahn).

Fronhaufen Hachborn 2:0 (0:0).

Zu einem Gesellschaftsspiel hatte sich die erste Mannschaft des Turnvereins D.T. Fronhausen der gleichen Mannschaft des Turnvereins Hach­born verpflichtet. Hachborn trat komplett an, Fronhausen nur mit 9 Mann. Während die erste Spielhälfte torlos verlief, ergab sich in der zweiten Spielhälfte eine Ueberlegenheit Fron­hausens, welche mit 2 Toren belohnt wurde.

Kreisrinderzuchtverein für hessisches Neckvieh.

Lich, 18.Dez. Die diesjährige Jahres­hauptversammlung des Kreisrinder­zuchtvereins für Hessisches Fleck­vieh fand vor einigen Tagen im Gast­haus zumLöwen" unter zahlreicher Beteiligung der Fleckviehzüchter des Kreises Gießen statt. Der Vorsitzende, Regierungsrat Dr. Braun, Gießen, erstattete zurächst den Jahresbericht; 14 Gemeinden sind als korporative Mitglieder neu beigetreten, so daß dem Kreisverein heute 63 Gemeinden als korporative Mitglieder sowie 300 Einzelmitglieder mit fast 600 Herdbuchtieren an­gehören. Die finanziellen Ergebnisse seien recht günstig. Darauf trug der Rechner die Rech­nungsergebnisse des Rcchnungsjah - res 1928 vor. Die Gesamteinnahme beträgt 2148.98 Mk.» die Ausgabe 1959.44 Mk., so daß ein Kassenbestand von 189.54 verbleibt. Das Kap,' talvermögen stieg auf 2400,91 Mk. Sodann tarn der Voranschlag für 1929 zur Beratung, der in Einnahme und Ausgabe 1389.74 Mk. nach­weist. Für besondere Veranstaltungen sind vor­gesehen: für Ausstellungen und Schauen 260 Mk., Prämien für Bullenhaltung 110 Mk., Jungvieh- Prämiierung im Bezirk Leihgestern -Oberhor- gern 400 Mk. Der Voranschlag wurde nach dem Entwurf einstimmig genehmigt. 2lls Preis­richter für die bezeichnete Jungviehprämiierung wurden die Bürgermeister Müller, Bellers heim, und K n a u ß, Stangenrod, gewählt.

Hierauf sprach Herr B ü x l e r vom Land­wirtschaftskammerausschuh überDie Er­gebnisse der Hauptkörungen, der Jungviehaufnahmen, der Jungvieh­prämiierung und über die Aus­stellung der Deutschen Landwirt- schasts-Gesellschaft in Münche n". Herdbuchkörungen wurden in 35 Orten vorgenom­men, es konnten 23 Bullen und 54 weiblich« Tiere in das oberhessische Herdbuch aufgenommen werden. Bei den Zuchtgemeinden steht an der Spitze Langsdorf mit 25, es folgen Oberhörgern mit 20, Weitershain mit 13, ©rüningen und Stan­genrod mit je 10 Tieren. Aus einem Rückblick auf die letzten fünf Jahre war zu ersehen, daß bie Zuchtbestrebungen in den Orten des Vereins nicht sehr wesentliche Fortschritte gemacht haben. Ganz besonders wurde darauf hingewiesen, daß die Vullenhaltung immer noch zu wünschen übrig läßt, nur in verschiedenen Orten des südlichen Kreises sind gute Dullenhaltungen. An die Bür­germeister und Vertrauensmänner geht die Mah­nung, ihr Augenmerk auf eine gute Haltung unb Pflege, sowie auf züchterische Auswahl erstklassi­ger Bullen zu richten. Zum Ankauf solcher tadel­losen Tiere bieten die Zuchtdiehversteigerungen der Landwirtschaftskammer die günstigste Gele­genheit.

Jungviehausnahrnen. In den Zucht­orten des Kreises konnten etwa 230 Jungtiere mit Ohrmarken vorgeführt und in das Jung­viehregister ausgenommen werden. Auf die Auf­zucht der Jungtiere wird meistens noch zu wenig 1 Wert gelegt; zwcamäßige Fütterung, Luft unb Lig-t in den Ställen und Anlage von Tummel