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D. U9 Drittes Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
greitag, 24. Mai (929
pfingstwanderung des Gaues Hessen D. T.
Ein neuer Turn» und Lpiclplatz.
-0- Zur Weihe seines neuen Turn- und Spicl- latzes sprach Regierungspräsident Dr. Frie« e n s b u r g (Kassel) dem Turn-undSport- c rein zu Kloster Haina in warmen Werten die Anerkennung der Staatsregierung afiiir aus, dass cs vereinter Kraft gelungen ist, 1 dem herrlichen Buchenwald am Westabhang cs Kellerwaldes an den Quellen der Wohra ute selten schöne Stätte für die Pflege der iöesübungcn zu schaffen. Landesrat v. Hugo c!S Vertreter der Bezirksverbandcs Kassel wür- igtc die Bedeutung der turnerischen Erziehung i nferes Volkes für Gegenwart und Zukunft und cciieh der neuen Llebungsstätte unter lebhaftem bpcifall den Namen „Iahnpla h". 3n Anleh- rung an das Wort Paulus an die Korinther: Mreiset Gott an eurem Leibe" stellte Gemeindend Anstaltspfarrer Kupfer in einer gottes- toistlichen Morgenfeier die verantwortungsvolle Aufgabe an der körperlichen und seelischen Her- moilintng der Jugend in den großen Zusammenhang religiöser Weltanschauung. An der kvitzc der Pfingstwanderer des Gaues Hessen jj(> der 2. Gauvertreter, Redakteur K. Schneite r (Butzbach), der lebhaften Freude der Gau- lilung über den tatfrohen Turn- und Gemein- stcrstsgeist des Brudervereins Ausdruck, dankte i-öbesondere dem 1. Sprecher und Gauturnwart |ir das Volksturnen, Karl Klimm er, für die rchführung der Playanlage und überreichte den «Mrdienten Turnern Hch. D o r n s ch e u e r , Mit- b:gründer des Vereins, und Hch. Wien, langjähriger Turnwart, den Ehrenbrief des Gaues Hessen. Rachmittags besichtigten die Gäste unter Führung des Landesobermedizinalrates Dr. Dickel die Heil- und Pflegeanstalt, die auf eiter historischer Klosterstätte sich allmählich zu emcc modern ausgebauten Fürsorge entwickelt hüt, in der zur Zeit an 800 Nervenkranke behan- blt werden. Mit einem Schauturnen unter Lei- tag des Gauoberturnwartes W. Will (Gießen) hi dem allgemeine Freiübungen und ein hoch- entwickeltes Geräteturnen der Gaubesten an Reck, Jurten und Pferd zu beifälliger Durchführung lernen, schloß die turnerische Weche des neuen .Iahnplahes" wirkungsvoll ab.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Der Wcttcrgott meinte es mit der Spielver- emiflung 1900 nicht gut, die sich für den Pfingst- jomstag die Ligamannschaft des Sport- Vereins 05 Bad Homburg verpflichte hatte. Der ununterbrochen niedergehende Jegen hatte den Sportplatz sehr in Mitleidenstaft gezogen, so daß sich die Spieler auf dem glitten Boden nur schwer zurcchtfanden. Gegen Dilid und Regen zeigte 1900 die besseren Leistun- Ain und machte auch drei Sore, von denen der e^rcdsrichter aber das dritte nicht anerkannte. Tadf, dem Seitenwechsel gingen die Gäste mehr jua sich heraus und erzielten auch drei Tore, ücDon allerdings der Gießener Torhüter bei den pH letzten nicht schuldlos war. Dadurch ließen bc Gesaintleistungen der Gießener sehr nach. Zahlreiche Torchancen wurden ausgelassen, da im em Tin das Verständnis fehlte. Der Mittelläufer knechte nicht sein seitheriges Können. (In letzter Liut.de mußten nämlich sämtliche in der Gießener gif sonst wirkenden Studenten erseht werden,
Wettlauf um Llttnor.
Vornan von Genta Neckel.
Copyright bei Greiner & Co., Berlin NW 6.
4. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Phil erledigte alle peinlichen Telephongespräche m.t der Miene und den Allüren eines Diplo- mttn, er war pünktlich wie eine gut gehende älyc und was die Hauptsache war, er konnte Lchrc Musterbeispiele von Katerfrühstücken bc- Kitcn!
Für Bobby Earlton war dies von ungeheurer Bedeutung. Er nahm Phils Launen und Ab- 'snöerlichteiten mit Nachsicht auf, er liebte seinen fnarten Diener, wie Leute unwillkürlich Gegen- istanbe lieben, um die sie von anderen Leuten be- illidet werden. llnb viele Klublameraden hatten fdrir versucht, ihm Phil wegzuengaaieren. ober ci toar ihnen nicht gelungen Phil liebte fernen Herrn, er betrachtete ihn als ein kurioses Mu- lkmisstück, das zu betreuen einem unbedingt Zreude macheii muß, und Bobby gab Phil nicht Ar, wegen der berühmten Katerfrühstücke.
Ach ja, die Katerfrühstücke! Ach. wie ost hatte Jobby die nötig! Es gab wohl keinen gluhen- Exren Verehrer eines guten Tropfens, wie Bobby. 3t konnte Wein mit einer wahrhaft andächtigen Freude trinken. Er schlürfte mit einem solchen Ichagcn und Verständnis das edle Raß. daß einem nur beim Zusehen die Augen feucht werden
tonnten. .
Als in Amerika die Prohibition eingesuhrt CDitbc, hatte Bobby ernsthaft den Platt des Auswandcrns erwogen. ..
Ohne Wein leben zu müssen bedeutete für ihn glatten körperlichen und geistigen Ruin.
Aber als er dann bedachte, daß in seinem Bcinkeller noch etwa 5000 Flaschen aller Sor- tki lagerten, hatte er sich entschlossen, diese erst einrat zu verkonsumieren, dann konnte man ja Miner noch auswandern und bis dahin hatte man birsts verrückte Gesetz vielleicht schon längst tote- Sxr aufgehoben.
llnt> so widmete sich Bobby Carlton in aus- gl'bigem Maße der Vertilgung seines Wein- tolers mit einem Eifer, der der guten Sache □jiirbig war.
Die llfjr schlug gerade einhalb elf, als Phil norf> leisem Klopfen die Schlafzimmertür seines §crtn öffnete.
$i prallte erschrocken zurück.
Dos ganze Zimmer war in blaue Rauchschwaden gehüllt, die träge durch die geöffnete Tür ■ctfjogen.
Indigniert runzelte Phil die Ettm, tastete riq durch den dicken blauen Rauchvorhang und öfnete mit resolutem Griff beide Fensterflügel.
Turnen, Sport und Spiet.
die zu einem studentischen Wettkampf nach Koburg , beordert wurden.) Der zahlreiche Ersah genügte nur teilweise den Ansprüchen. Das Resultat 3:2 für Homburg hätte leicht umgekehrt lauten können.
Don den Seniorenmannschaften war nur die Ligareserve am zweiten Pfingstfeiertag in Leihgestern tätig. Lieberraschend kam die Meldung von dem hohen 8:1-Sieg der Blauweißen über den Gruppenmeister der 8-Klasse. insbesondere auf dessen gefürchtetem Platz. Die 1900er waren ganz ausgezeichnet in Schwung.
Erfreuliches konnte die Iugendleitung von der Psingstreise nach Köln berichten. 1900 trat die Reise mit einem Ersatzmann an. 3n Köln-Mülheim endete das Spiel 0:0, in Köln- Leverkusen 3:3, beides Resultate, auf die vorher niemand gehofft hatte, auch schon deshalb nicht, weil das Vorspiel an Ostern gegen Köln-Mül- heim in Gießen 2:0 verloren ging. 1900s zweite Jugend spielte gegen SinnS erste Iugend 1:1 und verlor gegen Wrrdorfs erste Iugend 2:1. Es fehlten aber gerade die besten Spieler. Die dritte Iugend verlor in Gießen gegen Hermannsteins erste Iugend 2:1, die erste Schülerelf in Wetzlar durch Hondelfmeter 1:0. Die zweite Schülermannschaft blieb gegen Hermannsteins Schüler mit 3:0 Toren siegreich.
Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.
„Sportfreunde" Liegen bleiben im Zugendclubkampf über LP.-Bg. 1900 siegreich. Bei guten Boden- und Bahnverhältnissen, aber um so widrigeren Windverhältnissen (starker Gegenwind!) kam am Sonntag der oben gekennzeichnete Ingen dvereinskampf zum Austrag. Dank guter Organisation wurden die Wettbewerbe glatt abgewickelt. An den gezeigten Leistungen konnte man seine helle Freude haben. Cs erwies sich, daß mvn in den Siegener Jungens einen ausgezeichneten Ersah für „Alemannia" Aachen gefunden hatte. 1900 hätte, selbst wenn man in vollständiger Aufstellung hätte antreten können — es fehlten fünf der talentiertsten Leute —. das Endergebnis kaum zu feinen Gunsten gestalten können. Am Sonntag kam noch dazu, daß die Plahbesiher etwas unglücklich, insbesondere in den Staffeln, kämpften. So kam denn ein Gesamtpunktverhältnis von 8 9*/2:6 41/» Punkten für Siegen zustande.
Klasse ä (Jahrgang 11/1 2).
100-Metcr-Laus: 1. Sarx, Siegen. 12,3 Sekunden: 2. Balser, 1900, 12,4 Sek.: 3. Klein, Siegen, 13 Sek.: 4. Schütz, 1900.
200-Meter-Lauf: 1. Müller, Siegen, 25,9 Sek.: 2. Balser, 1900, 26 Sek.: 3. Klein, Siegen, 26,2 Sek.: 4. Schickedanz. 1900.
1 500-Meter-Lauf: 1. Koch, 1900, 4:53 Min.: 2. Kleinmann, Siegen, 5:05; 3. Peters, 1900, 5: 13; 4. Klose. Siegen.
4X1 00-Metcr-Staffel: 1. Sportfreunde Siegen 49,2 Sek.; 2. Gießen 1900 49,3 Sek.
Weitsprung: 1. S a r x, Siegen, 5,47 Meter; 2. Schütz. 1900, 5.39 Meter; 3. Klein. Siegen. 5,31 Meter, 4. Balser. 1900, 5,13 Meter.
Kugel st oßen: 1. Sarr. Siegen, 13,01 Meter; 2. Feiche, Siegen, 11,61 Meter: 3. Balser, 1900, 10,91 Meter; 4. Schütz, 1900, 9,47 Meter.
Diskus: 1. Sarx, Siegen, 36,15 Meter; 2. Feiche, Siegen, 33,54 Meter; 3. Balser. 1900, 25,70 Meter; 3. Peters, 1900, 24,72 Meter.
Klasse 8 (Jahrgang 13/14).
100-Metcr-Lauf: 1. Leptin, Siegen. 12,8 Sekunden: 2. Koch. 1900, 13 Sek.; 3. Gräf, 1900; 4. Guter, Siegen. _____
Dom Bett her kam ein unwilliges Grunzen.
"Was dringst du kurz nach Mitternacht hier ein, Phil, und reißt die Fenster auf, daß es mich bis ins Mark friert?!"
Phil trat mit lautlosen Schritten an das Bett. Seine Stimme klang sanft, aber so vorwurfsvoll, daß sie auch den verstocktesten Verbrecher zu Tränen gerührt hätte!
„Es dürfte bereits ein halb elf ilfjr fein, der Herr wollten um diese Zeit geweckt werden! Ich habe das Fenster geöffnet, weil der Herr im Bett geraucht haben" — Phils Stimme barst beinah bei diesem schweren Vorwurf — „Außerdem hat Mr. Wellton schon zweimal angerufen, er wollte den Herrn dringend sprechen. Er bittet um sofortigen Anruf!"
„Ja. warum hast du mich denn nicht geweckt, wenn George, ich meine Mr. Wellton zweimal anruft, bann muß es doch etwas dringendes sein, denn er weiß, daß ich nicht gern in so früher Morgenstunde (hier zuckte Phil mit unnachahmlicher Gebärde die Schulter) gestört werden möchte. Aber wenn er zweimal anruft, dann brennt es mal wieder!"
„Ich habe den Herrn nicht geweckt, weil der Herr doch erst heute früh um sechs Uhr nach Hause gekommen sind, ich dachte, der Schlaf wäre dem Herrn wichtiger, als ein Telephongespräch, da es doch diese ganze Woche mal wieder sehr spät, oder besser gesagt, sehr früh geworden ist, außerdem wollte der Herr doch um ein halb elf Uhr geweckt werden, und als ich eben hereinkam. schlug cs gerade ein halb elf. Allerdings würde ich dem Herrn jetzt auch Vorschlägen, Mr. Wellton anzurufen. es schien wirklich etwas dringend zu fein“
„Ich danke für deinen freundschaftlichen Rat, wenn man eben deinen weisen Reden zugehört hätte, könnte man wirklich denken, du wärest Prin- zencrzicher bei einem unmündigen Fürstenkind. Na schön, wenn du meinst, so werde ich George Wellton sofort anrufen. Schalte den Apparat um. Was habe ich eigentlich sonst heute noch vor?"
Nachdem Phil berichtet hatte, daß Bobby fein Reitpferd für elf Uhr bestellt hatte und von zwölf bis eins mit Miß Bebe Bow Tennis spielen wollte, um ein halb vier eine geschäftliche Unterredung (hier zuckte nun Bobby seinerseits zusammen und hob mit unnachahmlicher Gebärde die Schulter) im Bureau habe, für den Abend den Frack befohlen habe, da die Metropolitan Oper besucht werden solle, griff Bobby zum Telephon und lieh sich mit George Wellton verbinden.
Er brauchte nicht lange zu warten.
„Hallo old boh, wie geht es?"
George sprach rasch und nervös. Er bat Bobby dringend um eine sofortige Zusammenkunft.
„Handelt es sich um die mysteriöse Ellinor, die die vielen Dollars verschenkt?"
300-Meter-Lauf: 1. Leptin, Siegen, 39,5 Sek.; 2. Koch, 1900, 42 Sek.; 3. Mootz, 1900, 44,2 Sek.
800-Meter-Lauf: 1. Leptin, Siegen, 2:24.8 Win.; 2. Mootz, 1900, 2:26,1 Min.; 3. Küchler Siegen; 4. Auer, 1900.
Hochsprung: 1. Leptin. Siegen. 1,52 Meter; 2. Wolf, Siegen. 1,46 Meter; 3. Mootz, 1900. 1.46 Meter; 4. Auer. 1900, 1,37 Meter.
Speerwerfen: 1. Gräf, 1900, 44,73 Meter; 2. Auer, 1900, 33,60 Meter.
4X1 00-Meter-Staffel: 1. Sportfreunde Siegen 51,1 Sek.; 2. Gießen 1900 51,7 Sek. Klasse C (Jahrgang 15 und jünger).
50-Meter-Lauf: 1. Zimmermann, Siegen; 2. Zwang, 1900; 3. Schott, Siegen; 4. Dötz, 1900.
Weitsprung: 1. Zimmermann, Siegen, 4,18 Meter; 2. Lemberg, Siegen, 4,09 Meter; 3. Enders, 1900, 3,85 Meter; 4. Zwang, 1900, 3,80 Meter.
Ballweitwerfen: 1. Henscher, Siegen, 74,80 Meter; 2. Lemberg, Siegen, 66,50 Meter; 3. Groß. 1900, 60,60 Meter; 4. Zwang, 1900, 58,40 Meter.
4x5 0-Meter-Staffel: 1. Sportfreunde Siegen; 2. Gießen 1900.
Handball itn Männerturnverein (O.T.)
2Hfo. I — Igde. Frankfurl-Rödelheim I 4:4 (2:3).
Die erste Mannschaft des Männerturnvereins hatte am zweiten Pfingstfeiertag die erste Mannschaft der Turngemeinde Frankfurt a. M.-Rodel-
hcim, den Meister der Gauverbands-Sonderklasse Main-Rhein, zu einem Handball-Freundschaftsspiel nach hier verpflichtet. Bei diesem Spiel wurde, obwohl beide Mannschaften ihr Bestes hergaben, nicht das gezeigt, was man bei dem Vorspiel in Frankfurt sehen konnte. Dies lag wohl in erster Linie daran, daß der Mtv. mit ersatzgeschwächter Mannschaft das Spiel bestreiten mußte. Der Spielverlauf war etwa folgender: Nach viertelstündigem verteilten Spiel ging zunächst Frankfurt mit 1:0 in Führung, einige Minuten später zog Gießen durch placierten Strafwurf des Halblinken gleich. Bis Halbzeit waren die Gäste, die jetzt ein reiferes und geschlosseneres Spiel vorführten, den Gießener Gastgebern leicht überlegen und konnten auch bis Halbzeit mit 3:2 die Führung übernehmen. Während der zweiten Halbzeit hatten die Mtv.er mehr vom Spiel und konnten schon nach kurzer Zeit durch ein flottcS Tempo, dem die Gäste nicht mehr standhalten konnten, durch zwei weitere Tore die Führung an sich reihen. Einen Hauptanteil an diesem Resultat hat der Gießener Torhüter, der sich in guter Form befand und die unmöglichsten Bälle hielt. Bis zum Spielende gab cs noch kritische Momente vor beiden Toren, die jedoch keiner Partei einen Erfolg brachten, erst drei Minuten vor Schluß wurde wegen Betreten des Wurfkreises ein 13-Meter-Strafwurf verhängt, der den Gästen auch den Ausgleich brachte. Jedenfalls hat die erste Mannschaft des Mtv. wieder einmal bewiesen, daß sie auch gegen erstklassige süddeutsche Vereine mit Erfolg bestehen kann.
Oer Epori am nächsten Sonntag.
VIII. Rationale Wettkämpfe der Gp.-Vg. 1900.
Die am kommenden Sonntag stattfindende traditionelle Veranstaltung der 1900er verspricht ein sportliches Ereignis ersten Ranges zu werden. Aus fast allen Teilen Deutschlands liegen Meldungen von namhaften Vereinen vor. Fest zu- gefagt haben schon Sportklub „Germania" Magdeburg, Sportklub 1894 München-Gladbach, Ballspielverein 09 Hamm i. W., Hessen-Preuhcn und Kurhessen Kassel, „Eintracht" Frankfurt am Main. Sportklub 80 Frankfurt a. M.. Sportverein Griesheim-Elektron. Sportverein Wiesbaden, Mainz 05, Sportklub „Opel" Rüsselsheim. Dazu kommen noch alle bedeutenderen Vereine der näheren Umgebung (Wetzlar, Weilburg, Diez, Friedberg, Frankenberg usw.). Da die Wettbewerbe in drei Leistungsklassen eingeteilt sind, werden in den einzelnen Klassen sehr starke Felder antreten. Die meiste Beachtung wird natürlich die erste Klasse finden, in der es den 1900ern gelungen ist, deutsche Leichtathletikelite hierher zu verpflichten. Neben den Olympiakämpfern Paulus, Wetzlar, im Diskuswerfen und Gerhard, Weilburg, über 5000 Meter werden in der erstgenannten Konkurrenz der frühere deutsche Meister Steinbrenner und eine neue deutsche Leichtathletikhoffnung, Schneider, „Opel" Rüsselsheim, am Start sein. Schneider wird sich das Kugelstoßen, seine Hauptstärke, nicht nehmen lassen, denn in Deutschland vermag ihn zur Zeit nur unser Weltrekordmann Hirschfeld zu schlagen. In den Sprintstrecken werden wohl die bekannten „Eintracht"-Leute die Hauptrolle spielen, während über 800 Meter der
Ja. aber er könne das nicht so schnell am Telephon besprechen.
Bobby schlug vor. einen quick-lunst irgendwo in der Stadt gemeinsam zu nehmen, bei Essen und Trinken ließe sich eine Liebesangelegenheit, und sei es eine noch so verrückte, am besten verhandeln.
„Du bist zwar meschugge Georgie, aber weil du bis jetzt immer ein einigermaßen patenter Junge gewesen bist und vor allen Dingen Verständnis für die Seele eines edlen Rheinweins hast, will ich dir deine Bitte nicht abschlagen, ich komme wohin du willst!"
Bobby bestellte das Reitpferd ab und ließ den Wagen fertigmachen. Phil schlug resigniert vor, ob Bobby nicht dann lieber erst noch ein paar Freiübungen machen wolle, er habe leider den Eindruck, als ob Bobbys Figur in letzter Zeit etwas in die Breite gegangen sei.
Bobby schüttelte den Kopf:
„Laß mich zufrieden mit deiner albernen Turnerei. Es ist viel fcernünftiger, daß du dir einen Grund ausdenkst, weshalb ich Miß Bow zum Tennis absagcn muß. Meinetwegen erzähle ihr, ich läge mit Masern im Bett, ober ich wäre geimpft worden, denn daß ich sie Georges wegen vernachlässige, das würde sie mir nie verzeihen können!"
„Soll ich Miß Bow vielleicht sagen, der Herr hätten so sehr viel geschäftliche Dinge zu tun gehabt?"
„Um Gottes willen bann merkt sie gleich, daß du schwindelst, an meine Arbeit glaubt doch kein Mensch, selbst ich nicht!"
Bobby ließ sich trotz aller Einwände nicht abhalten, eine ungeheure Portion von Phils meisterhaft bereiteten Ham and Eggs zu vertilgen. Dabei vertiefte er sich mit Wonne in die Morgenzeitungen.
Schnell ging er über den politischen Teil hinweg, zu der interessanten Seite, wo die Fort- sehungsferien standen. Fortsehungsserien waren fein größtes Vergnügen und er freute sich immer wieder über die hervorragende Leitung der amerikanischen Zeitungen, die diesem Geschmack des Publikums in vollendetem Maße nachkamen.
Bobby hielt sich fünf Zeitungen. In jeder fand er eine Fortsehungsserie, wenn er alle fünf Zeitungen durchgelesen hatte, wußte er natürlich nicht mehr, was in der einzelnen stand. Das schadete gar nichts, schön war es doch.
Der Wagen toar vorgefahren.
Noch kauend, schlüpfte Bobby in seinen Mantel, nahm im Stehen den letzten Schluck Tee und stürzte davon.
Der langgestreckte hellgelbe Lanciawagen spritzte die Straßen entlang.
Die Menschen wandten den Kopf nach dem knatternden Ungeheuer und freuten sich doch über
Magdeburger Zimmermann dominieren wird. In den Sprüngen dürfte Hessen-Hannover durch Schaurig und Rausch (Hessen-Preußen Kassel) gut vertreten sein.
Mit besonderer Spannung wird man die Kämpfe der ersten Garnituren verfolgen. Heber 100 Meter wird der überwiegende Teil der aussichtsreichen Bewerber von den beiden Frankfurter Großvereinen „Eintracht" und Sportklub 80 gestellt. Esser, München-Gladbach, und Weigel, Magdeburg, sollen jedoch auch gut im Schwung sein. Ein feines Rennen wird über 800 Meter entstehen. Hier sollte der routinierte Magdeburger Zimmermann vor L e u- n i g (Eintracht Frankfurt) und Stegen (Gries- heim-Clettron) in Front zu erwarten sein. Die über 5000 Meter führende lange Strecke hat ihre besten Qxrireter in den OlympiateilnehmernG e r- hard (Weilburg). Bräuning (Gintr. Frankfurt). Rössing (Wiesbaden). Müller (Mainz 05) und den beiden Kasselanern Scheyhing (Hess.-Pr.) und Kloos (Kurh.). In der 4 mal 100-Meter-Staffcl hat Sportklub den seit den I. Nationalen Wettkämpfen laufenden Wanderpreis gegen Eintracht Frankfurt. Hess.-Pr. Kassel und Gießen 1900 zu verteidigen. Der Weitsprung dürfte eine Angelegenheit der westdeutschen Teilnehmer werden. An aussichtsreicher Stelle kandidieren: Rausch und Schaurig (Hess.-Pr. Kassel). Esser (M^Gladbach) und Semmel- r o t h (Hamm 09). Die absolut besten Leistungen wird — falls der Wcttcrgott keinen Strich durch die Rechnung macht — zweifellos das Kugelstoßen und Diskuswerfen zeitigen. In erstgenannter Konkurrenz wird der bereits oben erwähnte Schneider (Opel Rüsselsheim) besonders hcrvorstcchen. Würdig werden sich ihm
die rassige Form des Wagens und das immer freundliche Gesicht des Fahrers.
Die Verkehrspolizisten drückten beide Augen zu, wenn Bobby in ganz unvorschriftsmäßigem Tempo die Straßenkreuzungen passierte, aber meistens flogen dann irgendwie Zigaretten heraus, oder ein Dollar klimperte auf dem Asphalt, den der Hüter des Gesetzes aufhob, wenn gerade keiner hingucktc.
Bobby ließ alle hundert Meter eine quietschende Hupe ertönen, so daß sich die Passanten erschrocken umdrehten.
Das kleine Restaurant, in dem Bobby sich mit George zu einem Lunch verabredet hatte, lag in dem französischen Viertel.
Die Amerikaner hatten hier versucht, ein klein wenig altiränzösische Kultur nachzuahmen. Doch sie hatten in ihrem burschikosem QJantectum vergessen, daß sie noch viel zu jung in ihrem Erdteil waren und daß Nachahmen nichts weiter als Verkitschen toar. Das Auto sauste die Rivofistreet entlang, deren Häuser die bekannten eintönigen Arkaden zeigten, es kreuzte eine schlechte Nachahmung der unvergleichlich schonen Place de la Concorde, dieses „Mittelpunktes der Welt" und wollte gerade in die kleine Nebenstraße San Martin de Lure einbiegen, als Bobby plötzlich auf die Vierradbremse trat, daß sich der Wagen beinah um die eigene Achse drehte.
Um ein Haar wäre er nämlich in eine kleine Limousine bineingerannt, die ganz unvermittelt aus der Seitenstraße geschossen toar.
Eine junge, bildhübsche Dame saß am Steuer. Ein blonder Lockenkopf gehörte zu diesem Ge- schöpfchen, wunderbare, grünlich schimmernde Augen, und ein üppiger, roter Mund.
Irgendwie kam Bobby dies Gesichtchen bekannt vor, er hatte es bestimmt schon irgendwo gesehen, aber er konnte sich im Moment beim besten Willen nicht besinnen wo.
Die Dame lachte ihn freundlich an, ihre weihen Zähne blitzten, die Locken flatterten im Wind. Wirklich zum Anbeißen sah die Kleine aus. Wer war sie bloß? Bobby wußte genau, daß er sie kannte, aber bei feinem Konsum an schönen Frauen toar es fein Wunder, daß er sich auf die Details nicht besinnen konnte.
Die Dame hatte ein paar Worte zu dem neben ihr sitzenden Chinesen in Chauffeuruniform gesagt, winkte noch einmal übermütig mit dec Hand und taufte davon.
Bobby blickte ihr staunend nach. Donnerwetter, der Wagen sprang fabelhaft an, und die Kleine konnte fahren wie der Teufel, wenn sie ihm auch beinah vorhin in die Flanke gesaust toar, aber ec mußte zugeben, daß seine Vierradbremse meistens so gut funktionierte, daß Unglücke immer vermieden worden waren.
(Fortsetzung folgt.)


