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innerlich, zusammen mit einem Komplizen, der zu der gleichen Strafe verurteilt wurde, in Frankfurt a. M. in später Abendstunde den Führer eines Taxameters zu einer Nachtfahrt nach Dad- Nauheim gedungen. Unterwegs wurde _ der Chauffeur überwältigt, an Händen und Füßen gefesselt und unter fortgesetzter Bedrohung bei dem Orte Steinfurth in ein Wäldchen geschleppt. wo die Banditen ihm den Kopf mit Gips- und Mullbinden derart umwickelten, daß nur die Nasenlöcher frei blieben und der lieber- fallene sich nicht rühren konnte. Die Räuber hatten die Absicht, mit dem Auto nach Gießen zu fahren, wo sie eine „große Sache" vor hatten. Sie kamen aber mit dem Auto nicht weit von dem Dorfe Steinfurth fort, bastelten am Motor herum, so daß sie der überfallene Chauffeur, der glücklicherweise die Hände sreibckommen und mit seinem Taschenmesser seine Fesseln durchschnitten hatte, noch beobachten konnte. Er lief nach dem Dorfe Steinfurth, wo er die Polizei alarmierte. In Bad°Nauheim glückte es dann, die Verbrecher festzunehmen. Ein ganzes Arsenal von Pistolen und Revolvern, Schlägenx, Stricken, Binden und ein Gipsvorrat konnte ihnen abgenommen werden. (1 D 112'29. — Urt. d. Reichsgerichts v. 23. April 1929.)
Talen für Donnerstag, 25. April.
Sonnenaufgang 4.45 Uhr, Sonnenuntergang 19.12 Uhr. — Mondaufgang 21.13 Uhr, Monduntergang 5.24 Uhr. „ „ .
1595: der italienische Dichter Torquato Tasso m Rom gestorben: — 1599: der Staatsmann Oliver Cromwell in Huntington geboren; — 1874: der Physiker Guilelmo Marconi in Griffone bei Bologna
Fichten 3a-Kl. „ 3b« „
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Bekanntmachung.
Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Climbach liegt von Donnerstag, den 25. April 1929, bis Mittwoch, den 1. Mai 1929, auf der Bürgermeisterei offen. 3687D
Während dieser Zeit können Einwendungen vorgebracht werden.
Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben.
Climbach, den 23. April 1929.
Bürgermeisterei Climbach.
W i ß n e r.
Holzsubmission.
Dienstag, den 30. April 1929, vormittags 10^ Uhr, werden aus den Waldungen der Stadt Allendorf a. d. £ba. nachstehende Holzsortimente aus Försterei II im Submissionswege vergeben. 3697D
Langholz (Güteklasse N).
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= 70,94 „
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- 1,15 „
- 1,19 „
(Güteklasse F)-
Der vom Gemeinderat beratene und ge- nehmigte Voranschlag der Gemeinde Steinbad) liegt vom 25. d. M. ab acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei offen, und können Einwendungen während dieser Zeit dortselbst gellend aemacht werden. Es wird eine Umlage erhoben, wozu auch die Aus- märker beizutragen haben.
Steinbach, am 23. April 1929.
Hessische Bürgermeisterei.
Krämer.
— Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fräulein Else". — 2lsto- ria-Lichtspiele: „Die Mitternachtstaxe".
— vtadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die heutige Erstaufführung von „Katharina Knie" beginnt um 20 Uhr. — Am Freitag. 26. April, wird zum letztenmal „Thomas Paine" gegeben. (Spielleitung Intendant Dr. Prasch.) — Für Sonntag. 28. April, ist als Fremdenvorstellung „Katharina Knie" angesetzt. — Rudolf GoU. der sich nach 24iähriger Tätigkeit am Gießener Stadttheater und nach 40jähriger Bühnentätigkeit verabschiedet, hat als Jubiläums- und Abschiedsvorstellung „Großstadtluft" gewählt. Diese Abschieds-Fest-Vorstellung findet am Montag, 29. April, statt. Die Vorstellung geht außer Abonnement zu gewöhnlichen Preisen. Am 2. Mai ist der vierte Tag des Kammerspielzhklus (zusammen mit dem Goethebund). Anna Bahr- Mildenburg. Kammersängerin und Akademie- Professor, München, wird ihren Abend „Schauspiel in der Oper" geben. Am Dienstag. 30. April, zum letztenmal: „Dame Kobold". Mittwoch, 1. Mai. letztes Gastspiel des Neuen Ope- retten-Theaters Frankfurt „Die Herzogin von Chicago".
** Zum Schutze der Jagd macht das Kreis- amt Gießen im neuesten Amtsverkündigungsblatt wiederholt darauf aufmerksam, daß nach den Bestimmungen des hessischen Jagdstrafgesetzes der- jenige sich strafbar macht, der einen Hund im fremden Jagdgebiet bei sich hat und diesen außerhalb der erlaubten Verbindungswege über hundert Schritte
3 Stück =
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Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Oueck- born für Rj. 1929 liegt vom 24. April eine Woche auf der Bürgermeisterei offen. Ein- Wendungen dagegen können schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. 3699D
Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben.
Queckborn, den 22. April 1929.
Hessische Bürgermeisterei.
Albert.
Arbeitsvergebung.
Unter Zugrundelegung der Reichsverdin- aungsordnung sollen die Crd-, Maurer-, Beton- und Abbrucharbetten, Zimmer- und Vachdeckerarbeiten für Erweiterung und Umbau des Lagergebäudes auf dem Grundstück der Handels- und Gewerbebank G. m.b. H-, Gießen, Goethestrahe Nr. 7, vergeben werden.
Zeichnungen und Bebmgungen he^n auf dem Bureau des unterzeichneten Archr- fetten offen. 3685D
Angebote auf Vordruck sind bis zum Eröffnungstermin am 6. Mai, vormittags 10 Uhr, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen einzureichen.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Gießen, den 24. April 1929.
Ernst Schmidt, Architekt B. D. A.
Gießen, Bismarckstraße 38.
digt worden, zur Deckung und zum Ausgleich deS Haushaltsplanes Erhöhungen der Grund- und Gewerbesteuer vorzunehmen. Es wird nun beantragt. eine vorläufige Sondergebäudesteuer nach dem vorgesehenen Höchstsatz für Gemeinden und Gemeindeverbände vom staatlichenSondergebäude- fleuerfon, eine Grundsteuer, eine Gewerbesteuer und den Erlaß einer Ortssatzung über die Erhebung einer Filialsteuer zu beschließen.
Sranffurf bewirbt sich um die Opel-Verwaltung.
WSN. Frankfurt a. M.. 23. April. DaS „Mainzer Journal" läßt sich aus Rüsselsheim berichten: »Nach einem sensationellen, hier hartnäckig kursierenden Gerücht soll die Stadt Frankfurt a. M. durch ihren Oberbürgermeister gelegentlich des Besuchs bei dem längere Zeit in Wiesbaden weilenden, jetzt nach Amerika zurückgekehrten Präsidenten Sloan den Wunsch geäußert haben, die Generaldirektion der Opelwerke von Rüsselsheim nach Frankfurt zu verlegen. Eine offizielle Bestätigung dieses weit über Rüsselsheim hinaus Aufsehen erregenden Gerüchts konnten wir bisher noch nicht erlangen. Es bedars dringendst der Aufklärung in der Oeffentlichkeit, weil eine Verwirklichung des Wunsches die Abwanderung einer beachtlichen Steuerquelle von Hessen nach Preußen bedeuten würde." Wie verlautet, haben tatsächlich derartige Verhandlungen stattgefunden, zwar nicht seitens des Oberbürgermeisters Dr. Landmann. der zur Zeit von Frankfurt abwesend ist. aber zwischen dem Frankfurter Wirtschaf t s a m t und den O p e I to e r f e n. Ob diese Verhandlungen zu einem positiven Ergebnis geführt haben, konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Außerdem bewerben sich auch Mainz und Wiesbaden um den Sitz der Generaldirektion der Opelwerke.
Gründung einer nassauischen Eierverwertungs-Genoffenschast.
WÄR. Frankfurt a. M., 23. April. 3n einer Versammlung der interessierten Kreise fand hier die Gründung einer Zentralgenossenschaft für Ei e rver wer tun g in Nassau statt, die den Ausbau der bestehenden und die Gründung neuer Genossenschaften in die Hand nehmen soll. Die Genossenschaften sollen die Eier mit dem Stempel „Deutsches Frischei" versehen und wenigstens einmal wöchentlich die Eier nach Größe bzw. Gewicht sortiert und durchleuchtet an die Sammelstelle abliefern. In den Vorstand wurden gewählt Landwirt V e h e l l - Frankfurt a. M. als Vorsitzender, Generaft-kre- tär G r i s a r - Frankfurt als stellvertretender Vorsitzender, und Landwirt W e i s e - Dörscheid als Beisitzer.
Berliner Lorie.
B e r l i n. 24. April. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Frühverkehr sind die Ansichten über Paris wieder einmal sehr geteilt. Nachdem die gestrige Abendbörse auf Deckungen kräftig erholt war, blieb die Spekulation heute früh wieder sehr zurückhaltend. Man nannte kaum, veränderte Kurse 3.-G.-Farben 243, Siemens 376 zu 377. Am Devisenmarkt nennt man London — Paris 127,17. London — Mailand 92,68. London gegen Spanien 33,75 zu 33,77, London — Kabel 4,8535.
Aus her provinzialhaupistadi.
Gießen, den 24. April 1929.
Immer noch Vorfrühling.
Daß es nun an der Zeit wäre, wenn sich der Frühling endlich bequemen wollte, uns mit seinen Sonnenseiten zu beglücken, das merkt man erst so richtig, wenn man sich zu einem Spaziergang durch unsere Wiesen und Wälder aufrafft, m dem ja die freundlicheren Tage dieser Woche eher locken als die gräulidjen der vergangenen Zeit Man rechnet nach: Ostern ist schon langst vorüber, weit in den April find wir hinetn- gelangt, der Mai will sich bereits nähern, aber vom Frühling ist noch immer nicht sehr viel »u sehen.
Das erste Grün zwar sprießt aus dem Wiesen- plan, zaghaft, schüchtern, unentschlossen. 3n den Knospen regt sich auch schon das erste Leben, aber es ist noch so weit zurück, dah man etwas Phantasie zu Hilfe nehmen mutz, um es zu sehen und zu spüren. Nur die Sonne ist da, die warme, lachende, die Kinderwagen ziehen in Karawanen einher. Die jungen Mädchen führen schäkernd ihre neuesten Mäntel und Hüte aus, und die Frauen wälzen die Frage: Wann bekomme ich denn nun endlich mein Frühjahrskostüm? Die Männer schauen ebensalls an ihrer schäbig gewordenen winterlichen Umhüllung herab und überschlagen, ob die Geldbörse einen Gang zum Schneider oder zum Konfektionär gestattet. Ünb im übrigen nimmt man vorn Frühling und feinen zaghaften Versuchen, sich zu behaupten, soviel Notiz, als nur möglich ist. Manches auf dem Wege, an dem man sonst unachtsam^ vorübergegangen wäre, wird einem merftoürMg, weil man es lange nicht gesehen hat. Man beginnt, die Natur neu zu erleben, tote man es vielleicht in 3ugenbtagen getan hat, wo auch so vieles neu und beachtsarn erschien, das heute kaum mehr zu uns spricht, weil die Gewohnheit die Erlebensmöglichkeit abgestumpft hat. Eine aufspriehende Knospe kann einem bedeutsam erscheinen, der blaue Schatten eines Baums, der über den Weg läuft, der Ruf eine« Finken, der sich im Gezweig versteckt.
Eben darum sollte man diese Tage doppelt zu genießen trachten. Sie erlauben noch, vieles neu und des Erlebens wert zu finden, was man in nicht ferner Zeit als Alltäglichkeit gar nicht mehr ■beachten wird. Was kann uns eine Knospe sein, wenn die Natur in Fülle steht, wenn lichtes ®rün von den Zweigen der Dirke fällt, wenn statt ärmlicher grüner Hälmchen ein bunter Teppich vor uns auggebreitet ist? Von der Fülle dessen, was man schaut, wird der kleinere ®m- druck erdrückt. Und es ist durchaus nicht so sicher, dah der größere Eindruck der bedeutendere für uns zu fein braucht. S.
Das Urteil gegen die Steinfurther Autoräuber bestätigt.
js. Der 1. Strafsenat des Reichsgerichts hat jetzt durch Verwerfung der Revision ein Urteil des Landgerichts Gießen bestätigt, durch welches der Kaufmann Wilhelm E o n r a d wegen räuberischer Erpressung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung u. a. m. zu insgesamt acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Am 17. Juni 1928 hat der Angeklagte, wie er
von dem Dege entfernt frei berumlaufen läßt. Dte Gendarmerie und Die Ortspolizeibehörden sind angewiesen, Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift unnachsichtig zur Strafanzeige zu bringen.
*’ Dom Gießener Verkehrsverein. Gestern abend fand im „Hessischen Hos" die erste Ausschuhsitzung des Gießener Verkehrsvcrcins nach der diesjährigen Generalversammlung statt. In dieser Sitzung wurde der geschäftsfuhrende Vorstand aus der Mille des Ausschusses tote folgt bestimmt: Stadtv. Schwieder erster Vorsitzender. Kaufmann Frensdorf zweiter Vorsitzender, Derwaltungssekretär Maus Schriftführer. Kaufmann Loeb Rechner: Beigeordneter Dr. H a m in. Redakteur Dlumfchein , Kaffee- Hausbesitzer Schwarz Beisitzer.
** Hagenbeck kommt erst am Samstag. Das angekündigte Gastspiel des Zirkus Willy Hagenbeck ist wegen des großen Erfolges in Wetzlar verschoben und beginnt erst am Samstag, 27. d. M., abends auf dem Oswaidsgarten. (Dgl. die heutige Anzeige.)
•* Der Evang. Arbeiterverein veranstaltete am Sonntag im Vereinslokal zur Einführung des dem Verein angeschlossenen Dläser- chors einen Familienabend. Der Vorsitzende des Vereins. Stadtv. Kirchner, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß durch den Beitritt des Dläserchors dem Verein die Möglichkeit geboten fei, auch auf dem Gebiete der Kirchenmusik Wertvolles zu leisten. Namens des Dläserchors Der- sprach H. Bartholomäus tatkräftige Unterstützung der Bestrebungen des Vereins. 3m Verlaufe des Abends erfreute der Dläserchor durch eine Anzahl gut zum Vortrag gebrachter Darbietungen, auch die Gesangsabteilung des Vereins trug durch Liedervorträge wesentlich zur Verschönerung des Wends bei.
** Eheschließungen, Geburten und Sterbefälle im Jahre 1 9 27. Im Jahre 1927 wurden im Deutschen Reich (ohne Saargebiet) standesamtlich gemeldet: 538 463 Eheschließungen, 1161719 Lebendgeborene, 757 020 Sterbefälle (ohne Totgeborene). Bei einer mittleren Bevölkerung von 63 252 000 kamen auf 1000 Einwohner 8,5 Eheschließungen, 18,4 Lebendgeborene und 12,0 Sterbefälle. In Hessen-Nassau wurden gemeldet: Eheschließungen 20116, Lebendgeborene 41 543, Totgeborene 1348, unehelich Geborene 3443, Gestorbene ohne Totgeborene 27264. Mehr geboren als gestorben find: 14 279. Auf 1000 Einwohner kamen: Eheschließungen 8,3, Lebendgeborene 17,1, Gestorbene ohne Totgeborene 11,2, mehr Geborene als Gestorbene 5,9. Von 100 Geborenen waren Uneheliche 8,03. In Hessen wurden gemeldet: Eheschließungen 11753, Lebendgeborene 24 673, Tot- geborene 790, unehelich Geborene 2532, Gestorbene ohne Totgeborene 15 305. Mehr geboren als gestorben sind: 9368. Auf 1000 Einwohner kamen: Eheschließungen 8,6, Lebendgeborene 18,1, Gestorbene ohne Totgeborene 11,2, mehr Geborene als Gestorbene 6,9. Don 100 Geborenen waren Uneheliche 9,94.
Vor neuen Steuern in Offenbach.
I WSN. Offenbach, 22. April. Der Finanz- dezernent der Stadtverwaltung, Oberbürgermeister Granzin, hat an den Finanzausschuß und die Frakttonsvorsitzenden deS Stadtrates ein längeres Expose über die Steuervorschläge für 1929 gerichtet. Es war bereits angekün
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