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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gieß en, den 21. Dezember 1929.

Das verzauberte Backhaus.

Beobachtungen auf dem Lande.

Die kleine Elfe ging mit wichtigen Schritten über die (Strafte; denn sie sollte einkaufen. Es war ein gar großer Zettel, den die Mutter voll­geschrieben hatte: Mandeln, Zitronat, Sultaninen, Zimt, Honig, Hellen und viele, viele andere Sachen. Zu Hause auf dem Tisch standen Butter und Eier,ilnö ich muß helfen," dachte Else. Sie fühlte die Grüfte der Aufgabe; denn das Weih- nachtsgebäck sollte nun hergestellt werden.

Der feierliche Augenblick kommt. Else und ihre Brüder stehen stumm um die Mutter herum. Da wird abgewogen, gemengt, der Teig wird an­gerührt. Nicht lange dauert das stumme Sa-auen. Fragen schwirren auf, und ungeduldig fragt der Kleinste, ob es nicht bald fertig wäre. Dann kommt das Auswalzen. Die Formen werden aus­gestochen. Da können die Kleinen helfen. Lind wie fein schmecken die Abfalle des Teiges! Ich meine immer noch, uns hatten in der Kinderzeit diese Kostproben besser gemundet, als das fer­tige Gebäck. Wenn nun alles auf das Blech ge­legt und schön überstrichen ist, geht es ins Back­haus. Da dürfen die Kinder nicht mit.

Abends, wenn das tägliche Brot gebacken ist, kommen diePlätzchen" an die Reihe. Nachbarn und Verwandle tun sich zusammen und bringen ihre Bleche, bis der Backofen gefüllt ist. Sich leise unterhaltend, als ob schon Weihnachten wäre, stehen die Frauen und Mädchen um den Backofen. Dann kommt die erste Nachschau. Sie sind schön braun geworden. Irgend jemand hat ein neues Rezept gefunden. Schon strecken sich verlangend einzelne Hände, die wollen alle ein­mal versuchen. Der reinste Tauschhandel! Be­wundernd werden die einzelnen Sorten gelobt und dann stolz lächelnd und wohlgeraten nach Hause getragen. Run kann Weihnachten gefeiert werden. Das Gebäck ist geraten.

Es kommt die Zeit, in der immer eine Stuben­tür im Haus verschlossen ist. Rur durch das Schlüsselloch kann man schauem Da stehen die Kinder manchmal auf den Zehenspitzen und glau­ben. wenn sich ein Sonnenstrahl in das Zimmer verirrt, die Flügel der Weihnachtsengel zu sehen. Lind erst der Duft! Roch lieblicher als von Rosen und Veilchen strömt uns aus dem Spalt der Türe ein Hauch von Marzipan, Zitronen und Schokolade entgegen. Ein Geheimnis waltet über dieser Stube.

Aber der Tag wird kommen, und auch hier werden Lichter brennen, und unter dem Weih- nachtsbaum wird das duftende Gebäck neben den Geschenken liegen. Dulde, gedulde dich fein!

Der Volksentscheid.

Die Beteiligung am gestrigen Volksent­scheid war erwartungsgemäft in Gieften, w.e auch im Kreise Gieften und in anderen Gegenden des Reiches stärker als beim Volks­begehren. In der Stadt Gieften war der Betrieb in den Abstimmungslokalen am Vor­mittag im allgemeinen flau, nachmittags da­gegen etwas lebhafter. Von 24 320 Stimmberech­tigten gaben 1770 ihre Stimme ab. Hiervon entfielen 1602 auf I a , 149 auf Rein; 19 Stim­men waren ungültig. Für das Volksbegeh­ren hatten sich in der Stadt Gieften 470 Per­sonen ausgesprochen. 3m Kreise Gieften machten von 68 395 Stimmberechtigten 8870 von ihrem Stimmrecht Gebrauch. 8416 stimmten mit 3 a, 384 mit Rein, 70 Stimmen waren un­gültig. Für das Volksbegehren hatten sich im Kreise Gieften 3034 Personen eingeschrieben. <fin Deihnachts- und Aeujahrswunsch

des Handwerks?

Von der Handwerkskammer-Re-enstelle Die­sen wird uns geschrieben:

Zum Jahresende ist es im Handwerk üblich, Die noch bestehenden Verpflichtungen gegenüber len Lieferanten zur Regelung zu bringen. Auch Sie Lieferanten ^cr Handwerker ersuchen diele zum Jahresabschluß um Zahlung etwa noch bestehender Forderungen, damit auch sie ihren Verpflichtungen Nachkommen und Iahresabschluft in den Büchern vornehmen können. Hieraus ergibt sich für den Handwerker die Rotwendig- !eil, ihre Kundschaft auszufordern, etwa noch rückständige Rechnungsbeträge zum Iahresschluft zur Zahlung zu bringen.

In der derzeitgen gespannten Wirtschaftslage leibet die Handwerkerschaft besonders Rot da­durch, daft sie mit einer äufterst schleppenden Zahlungswei e seitens der Kundschaft zu rechnen hat und trotz weitgehendstem Entgegenkommen in der Zahlungsweise von der Kundschaft im Stich gelassen wird. Die Arbeit des An­mahnens von ausstehenden Forderungen gegenüber der Kundschaft bringt neben 5cm damit verbundenen Zeitverlust auch noch weitere Kosten für den Handwerker mit sich, hie er bei Berechnung des Preises für die bei ihm bestellte Ware, oder ihm aufgetragene Leistung nicht in Ansatz gebracht hat. Auher- hem entstehen durch die mehrfach notwendig werdenden Mahnungen Verstimmungen zwischen her Kundschaft und den Handwerkern, die ein gedeihliches Vertrauensverbäl nis zwichmKund- fchaft und Handwerkerschaft keineswegs fördern.

Es ergeht daher die offene Ditte des Hand­werks an deren Kundschaft, anläßlich des 6evor- Itehenden Weihnachtssestes auch die Begleichung her Handwerkerforberungen vorzunehmen und diesen dadurch eine Weihnachtsfreude zu be­reiten, neben der eigenen Freude daran durch Bezahlung von Schulden das eigene Vermögen zu bereichern.

Taten für Dienstag. 24 Dezember.

Sonnenaufgang: 8,04 Uhr, Sonnenuntergang: 15,55 Uhr. Mondaufgang: 0,56 Uhr, Mond- Untergang: 12,34 Uhr.

1524: der portugiesische Seefahrer Vasco da Oama auf der Fahrt nach Kotschin gestorben; □824: der Komponist und Dichter Peter Cor­nelius in Mainz geboren; 1863: der Schach­meister Emanuel Lasker in Berlinchen geboren.

Daten für Mittwoch, 25 Dezember

Sonnenaufgang: 8,05 Uhr, Sonenuntergang: 35,56 Uhr. Wondaufgang: 2,14 Uhr, Mond- untergang: 2,46 ilftr.

800: Krönung Karls des Drohen zum tomi- fchen Kaiser; 1356: Kaiser Karl lV. erläßt in Metz das Reichsgrundgesetz der Goldenen Bulle; 1728: der Komponist Johann Adam Hiller in Wenisch-Ossig bei Görlitz geboren; 1742: Charlotte v. Stein in Weimar geboren;

Derkehrsbund Oberheffen.

Unter der Leitung des Bundesvorsihenden Bei­geordneten Dr. Hamm, Gießen, hielt der Ge­samtvorstand des Verkehrsbundes Oberhessen im Gießener Stadthaus eine Sitzung ab. Der Bundesvorsihende widmete zu­nächst dem verstorbenen Vorstandsmitglied Rechtsanwalt und Rotar Stahl, Bad-Rauheim, einen Rachruf, während die Versammlung sich zu Ehren des Verstorbenen von den Sitzen erhoben hatte. Hierauf erstattete der Vorsitzende eingehend Bericht über die Hauptversammlung des Hessischen Te kehrsverbanses, Sih Darmstadt, sowie über die Verhandlungen des engeren Vor­standes des Derkehrsbundes Oberteilen mit dem Hessischen Verkehrsverband wegen der B e i tragsleistung des Verkehrsbundes an den Derkehrsverband. Die dabei von dem Bundesvorsitzenden dem Verkehrsbund Ober- Hessen zur Annahme empfohlene Regelung der Beitragsfrage wurde nach kurzer Aussprache ein­stimmig gutgeheihen. Weiter erklärte sich die Ver­sammlung bereit, die von dem Hessischen Ver­kehrsverband, Sih Darmstadt, beabsichtigte Her­ausgabe einer Reliefkarte von Ober» Hessen und deren weiteste Verbreitung zur Fremdenverkehrswerbung nachdrücklich zu unter­stützen. Es wird für dieses Werk zur Förderung der Provinz Oberhessen auf die Mithille des hessischen Staates, der Provinz, der Kreise und der Städte Oberhessens gerechnet. Einstimmig | wurde nach einem Bericht des Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Friedberg, Korn» I

merzienrat Langsdorf, dem Bedauern dar­über Ausdruck gegeben, daß Oberhessen zur Zeit im Land^eseisenbahnrat nicht genügend vertreten ist. Es sollen an zu­ständiger Stelle Schritte unternommen werden zur Befriedigung der berechtigten Forderungen der Provinz Oberhessen in oiefer Angelegenheit. Ebenso sollen beim hessischen Finanzministerium Schritte unternommen werden zur Aushebung der für einige Reden-Land straften im obe­ren Vogelsberg von der Fvrstbehörde als Straßeneigentümerin verfügten Verkehrs­sperre für Personenautos auf diesen Strecken. Bei der Reichsbahndirektion Frankfurt soll der Antrag gestellt werden, die Sonn­tagszüge nach Hartmannshain (Vo­gelsberg) künftig in Stockheim zu teilen und die Hälfte dieser Züge über Ridda nach Schot» ten zu leiten, damit auch das Vogelsberggebiet um Schotten herum von dem Ausslugsverkehr, insbesondere jetzt von dem Wintersport, Vorteil haben kann. Die Mitgliedsstädte des Verkehrs­bundes Oberhessen wurden schließlich noch aufge­fordert, ihre Wünsche für den nächstjähri­gen Fahrplan der Reichsbahn alsbald an den geschästsführenden Vorstand des Ver­kehrsbundes Oberhessen, Sih Gießen (Stadt­haus), einzureichen, damit von dem Bundesvor­stand bei der Reichsbahndirektion Frankfurt recht­zeitig die entsprechenden Schritte getan werden können.

HeimatvereinigungGchiffenberg"

Die HeimatoereinigungSchiffen- berg" hielt am Freitag im Hotel Köhler ihre dies­jährige Herb st Versammlung ab. Die in der vorhergehenden DersammlunA schon vorgelegten Satzungen wurden nochmals durchbsraten und endgültig genehmiat. Die Achthundertjahr, feier desSchisfenberg, auf deren Veranstal­tung man in diesem Jahre mit Rücksicht auf andere große Festlichkeiten verzichtet hatte, soll am 6.1uli 1 9 3 0 stattfinden. Der Verkehrsverein und andere in Betracht kommende Körperschaften sollen von diesem Beschluß in Kenntnis gesetzt werden. In den benach­barten Landgemeinden hat man, wie in der Ver­sammlung mitgeteilt wurde, bei den Plänen für die zu veranstaltenden Vereinsfestlichkeiten bereits auf diesen Termin Rücksicht genommen. Die Fcstfolge für die Feier wurde in Den Grundzügen durchbe­raten und festgelegt. Der für ihre Vorbereitupg ge­wählte Ausschuß wird der nächsten Versammlung Einzelprogramm und Kostenooranschlag unterbrei­ten; in den vorbereitenden Ausschuß wurde Kauf­mann K. W e i b i g zugewählt. Gelegentlich der Feier soll auch eine Festschrift bzw. ein Füh - rcr herausgcgeben werden; die Bearbeitung wird der Presseausschuß übernehmen. Einstimmigen An­klang fanden mehrere vom Schriftführer in Vor­schlag gebrachte Anregungen fürdauerndeVer- befferungen und Einrichtungen auf dem Schiffenberg selbst, wie: Herrichtung des Platzes mit dem schönen Blick nach Gießen und dem Lahntal, Verbesserung des Zugangs zu ihm, An­

bringung einer Orientierungstafel auf der Terrasse bzw. Aufzeichnen einer solchen auf der Randmauer, Herrichtung eines staubfreien Fußpfades durch den Wald längs dem neuen Schiffenberger Weg, Fassung von Quellen und Anbringen von Wegweisern zu ihnen, weitere Anbringung von Wegweisern im Walde und von Tafeln, die zum Schutz der Um­gebung mahnen, Herrichtung und Kennzeichnung eines Raumes alsHeim" der Vereinigung an be­sonderen Tagen usw. Um unter den Mitgliedern der Heimatoereinigung die wünschenswerte Fühlung her­zustellen und lebendig zu erhalten, sollen öfter 3u= sammenkünfte auch mit Familien auf dem Sch.ffenberg stattfinden; die erste dieser Fami- lienzusammenkünfte für 1930 ist auf den 19. Januar in Aussicht genommen. (Ankündigung demnächst in den Tagesblättern.) Das herumgereichte Gäste­buch, das demnächst auf dem Schiffenberg aufgelegt werden soll, fand lebhaften Beifall; insbesondere waren die Anwesenden entzückt über das von Ober­bausekretär Freundlieb künstlerisch ausgeführte Titelblatt; glaubt man doch, in ihm ein Werk alter klösterlicher Schriftkunst vor sich zu haben.

Hoffentlich wächst die Mitgliederzahl der Vereini­gung in der Folgezeit so, daß hinreichende Mittel zu Verwirklichung der oben angeführten Wünsche und für die Herbeiführung der vorgesehenen Ver­besserungen und Einrichtungen bereitgefteüt werden können; die einschlägige Behörde wird es offenbar an Entgegenkommen nicht fehlen lassen.

1840: der Komponist Peter Tschaikowsky inWot- kinski geboren.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Es flüstert die Rächt". Astoria-Lichtfpieke:In den Händen der Po­lizei".

*

Der Goldene Sonntag. Bei dem schö­nen und nicht allzu kalten Wetter am gestrigen Goldenen Sonntag hatte unsere Stadt wiederum, wie am Sonntag vorher, einen sehr starken Frem­denverkehr aufzuweisen. Die Züge der Reichs­bahn, die wieder verstärkt gefahren wurden, waren auch gestern vollbesetzt, ebenso hatten die Kraftomnibusse aus den verschiedenen Richtun­gen nach Gießen wieder eine starke Frequenz. In den Hauptgeschäftsstraßen wurde der Publikumsverkehr schon bald nach der Mittags­stunde recht lebhaft, um dann im weiteren Ver­laufe des Rachmittags immer umfangreicher zu werden. Die Geschäfte hatten, wie man bemerken konnte, im allgemeinen guten Kaufbetrieb, und das Verkaufsgeschäft wer auch, wie uns von unterrichteter Seile bestätig', w'.rd, in erfreulicher Weise als gut anzuse^eu, es dürfte ungefähr den Umfang des Goldenen Sonntags vom Jahre 1927 erreicht haben, da man bekanntlich den vorjähri­gen Goldenen Sonntag wegen der damaligen Lichtwoche als normalen Maßstab nicht ansehen kann. Im ganzen gewertet dürfte das diesjährige Weihnachtsgeschäft angesichts bei* ungünstigen wirtschaftlichen Zeitverhäl.n f.e den Erwartungen unserer Geschäftswelt wohl entsprochen haben.

** Das Weihnachtsprogramm im Stadttheater. Am Mi.twoch, 25. Dezember, geht als WeihnachtspremiereTobias Wunder­lich" von Hermann 'Heinz Ortner in Szene. Spielleitung Hans T a n n e r t. Die Titelrolle spielt Peter Fassott. Es wirken ferner mit die Damen Doering, Jahn, Heß, Scherer und die Herren Dommisch, Hae.er, Hub, Linkmann, Rit­ter, Schubert, Tannert, Wahlen, Wejener, Dolck, Zingel. Musik: Kapelle Hu emeyer. Für Don­nerstag, 26. Dezember, 2. Weihnachtstag, ist eine Operettenpremiere angesetztDie keusche Susanne", Operette in drei Akten von Jean Gilbert. Operetten-Gastspiele Frankfurt a. M. (Direktor Baars). Rachmittags 15 UhrDas tapfere Schneiderlein".

** Turmblasen am Weihnachtsfest. Am Weihnachtsabend wird der unter der Lei­tung von Ludw. R i e b e r g a 11 stehendeVer­ein für christliche Musik", nachdem er im Gottes­dienst der Iohanneskirche mitgewirkt hat, um 6 ilfjr vom Turm der Iohanniskirche Weih­nachtslieder blasen. Zum Vortrag kommen:Ge­lobet seist du Jesu Christ",Stille Rächt, heilige Rächt" undO du fröhliche, o du selige, gnaden­bringende Weihnachtszeit". Das Turmblasen am Weihnachtsfest ist eine alte deutsche Sitte. Am 25. Dezember 1772 schrieb Goethe an seinen Freund Kestner:Christtag früh. Es ist noch Rächt, lieber Kestner, ich bin aufgestandcn um bei Lichte morgens wieder zu schreiben, das mir angenehme Erinnerungen voriger Zeit zu­rückruft ... Der Türmer hat fein Lied schon geblasen. Ich wachte drüber auf. Gelobet seist du Jesu Christ." Don Ludwig Richter besitzen wir eine reizende Zeichnung aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Sie stellt dar, wie die

Stadtzinkenisten in einer deutschen Stadt auf dem Turmumgang stehen, und in die mit Sternen gezierte Rächt das LiedDom Himmel hoch" hinausblasen, neben den Musikern steht eine Kinderschar, die unter der Leitung des alten Kantors Lieder singt, der alte Turmwächter schreitet mit einer Laterne in der Hand, die Stufen herunter. Dieses Bild veranschaulicht in treffender Weise das deutsche Weihnachtsfest.

8 5. Geburtstag. Heute begeht Fräulein Minna Wittich, Lindenplah 12 wohnhaft, ihren 85. Geburtstag. Fräulein Wittich ist zwar körperlich nicht mehr sehr rüstig, hat sich aber bis auf den heutigen Tag eine schöne geistige Frische bewahrt.

** Dienstjubiläum. Man berichtet uns: Dieser Tage wurden es 10 Jahre, daß die Herren Ludwig Jochem und Heinrich Himmler von hier bei der Firma Poppe & Co., Gießener Gummiwarenfabrik, tätig sind. Als Zeichen des guten Einvernehmens zwischen der Firma und ihren Angestellten kann es gelten, daft den Iubi- laren ein ansehnliches Geldgeschenk überreicht wurde. Eine kleine Feier unter den Kollegen findet in den nächsten Tagen noch statt.

** Zur Richtigstellung. In ter im An­zeigenteil unseres Blattes veröffentlichten Ge­winnliste des Oberhessischen Kunstvereins über Me AusspielungKünstlerhilfe 1929 ist ein Druckfehler unterlaufen. Die Aushändigung der Gewinne, die am 22. und 23. Dezember nicht abgeholt wurden, soll nicht vom 20. Dezem­ber ab, sondern wie in unserer Lokalnotiz vom Samstag richtig angegeben vom 3 0. De - zember an erfolgen.

** Vorzeitige Auszahlung der Un­fall- undJnvalidenrenten fürJanuar. D'.e Auszahlung der Unfall- und Invalidenrenten für Januar 1930 durch die Postanstalten findet be­reits am 30. Dezember statt.

** Vom Wochenmarkt. Der Verkauf von Butter, Eiern, Käse und Geflügel findet morgen, Dienstag, wegen voraussichtlich stärkeren Markt­verkehrs in der Senckenbergstraße statt.

Lichtbildervortrage über d i e Weltfahrt desGraf Zeppelin" hält der aus Klein-Linden stammende Bordmonteur auf L. Z. 127Graf Zehpelin Philipp Lenz am 27., 23. und 2d. Dezember in Graften-Linden, Lang-Göns und Klein-Linden. Interessenten seien auf die heutige Anzeige besonders hingewiesen.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Ein Abonnent". Da die Hypothek schon am 1. April 1928 nach schriftlicher Vereinbarung vom Grundstückseigentümer zurückgezcchlt werden sollte und Sie im Juni 1928 nochmals gekündigt haben, so ist das Kapital fällig und Sie können feine sofortige Zahlung verlangen. Sehen Sie evtl, auf dem Grundbuchamt nach,-wb sich Ihr Schuldner der sofortigen Zwangsvollstreckung unterworfen hat.

I. E. Oberhessen. 1. Rach Ihrer Schilderung handelt es sich um ein Gemeindeweiderecht, das hinsichtlich der Beweidung auf der ganzen Ge­markung lastet, mit gleichen Rechten und Pflich. ten für die Grundstücksbesitzer. Da auch offenbar die Grundstücke der Richtschafbesitzer ohne Ent­schädigung mitbeweidet werden, so hat, falls

nicht etwa ein altes Gewohnheitsrecht dem ent­gegensteht, die Gemeinde und nicht die Zahl der Schafbesiher Anspruch auf das Pferchgeld. Hierfür spricht auch die Tatsache, daß der Pferch vom Bürgermeister öffentlich versteigert und nicht von den Schafbesihern privatim vergeben wird. 2. Stünde das Pferchgeld nicht der ®cmeinbc zu, so müßten sich die Schafhalter auf die Person eines Erhebers einigen.

P. P. Launebach. Die Forderung für geliefertes Saatgut, das Sie sogar Ihrer Angabe nach be­zahlt haben, unterliegt nach § 196 BGB. der zweijährigen Verjährung. Die Forderung aus 1925 war am 1. Januar 1928 verjährt. Eine längere Verjährungsfrist kommt nicht in Frage, weil die Landwirtschaft kein Gewerbebetrieb ist.

Himel. Die Hundesteuer ist an dem Orte zu zah­len, wo sich das Tier aufhält. Sie können also nicht in Gießen Hundesteuer bezahlen, wenn Sie den Hund in A. belassen.

B. Sch., HL Invaliden- und Altersrente fallen nicht unter das Einkommensteuergesetz.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Dienstag, den 24. Dezember. Heiliger Abend.

Sladlkirche. 2.45 Uhr: Pfarrer Becker; Weihnachts­feier der Kinderkirche der Markusgemeinde; 5.30: liturgischer Gottesdienst; Pfarrer Mahr. 3o- hanneskirche. 3.30: Pfarrer Ausfeld; Weihnachts­feier der Kinderkirche der Johannesgemeinde; 5: liturgischer Gottesdienst; Pfarrer Bechtolsheirner. Kapelle des Allen Friedhofs. 3: Pfarrer Lenz; Weih­nachtsfeier der Kinderkirche der Luthergemeinde. Llisabelh-Kleinkinderschule. 5: Pfarrer Lic. Waas. Klein-Linden. 6: Christfeier. Kirchberg. 6: Mainz­lar. Hausen-Garbenleich. Christvesper 5.15: Gar­benteich; 6.15: Hausen. Watzenborn-Steinberg. 7: liturgischer Gottesdienst (Schülerchor). Lich. 3.30: Weihnachtsfeier im Spital; 5: Weihnachtsfeier in Kloster Arnsburg.

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Wettervoraussage.

Immer mehr vollzieht sich der Witterungsum­schlag, der durch die westliche Störung verursacht wird. Ihre Ausläufer fetzen sich bereits durch, so daß die Kaltluft mehr und mehr durch wärmere ver­drängt wird. In Westdeutschland waren die heutigen Morgentemperaturen schon bis zu 3 Grad über Null und in unserem Bezirk um Null. Stärkere Bewöl­kung, im Taunus und Odenwald traten auch Schnee­fälle, jedoch leichterer Art auf. Nur im östlichen Deutschland bestimmt der Hochdruckeinfluß noch die Wetterlage und hat dort das vielfach heitere und stärkere Frostwetter fortbestehen lassen. Mit der wei­teren Zufuhr wärmerer Luft durch das westliche Fallgebiet setzt noch weiterer Temperaturanstieg ein. Die noch auftretenden Niederschläge gehen wahr­scheinlich später in Regon über. Nach der jetzigen Wetterlage sind die Mssichten auf winterlilyes Weihnachtswetter gering.

Wettervoraussage für Dienstag: Meist wolkiges Wetter, weiterer Temperatur­anstieg, vereinzelt leichte Riederschläge, zunächst als Schnee, später in Regen übergehend.

Wettervoraussage für Mittwoch: Bei wechselhafter Bewölkung milderes Wetter, noch vereinzelte Riederschläge wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 22. Dezember: mittags 0,1 Grad Celsius, abends + 0,2 Grad; am 23. Dezember: morgens 0,2 Grad. Maximum + 0,4 Grad, Mini­mum 8,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Dezember: abends2,2 Grad; am 23. Dezember: morgens0,1 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 2% Stunden.

Amtliche Dinlersportnachrichten.

Vogelsberg (Hoherödskops), Bedeckt, 3 bis 4 Zentimeter Pulverschnee, Sportmbglichkeit: keine. Hercherchainerhohe: Bedeckt,5 Grad, 2 bis 3 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglich­keiten: keine.

Odenwald (Tromm): Leichter Schneefall, 1 Grad, Gesamtschneehöhe 4 Zentimeter Reu­schnee, 1 bis 2 Zentimeter Pulverschnee, Sport­möglichkeit: keine.

Schwarzwald (Fcldberg): Bewölkt, minus 3 Grad, 35 Zentimeter Pulverschnee, 6 bis 10 Zentimeter Reuschnce, SportmegliH.eiten: Ski und Rodel gut.

Alpen (Garmisch-Partenkirchen): Bewölkt, minus 2 Grad, 20 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. (Berchtesgaden): Heiter, minus 2 Grad, 24 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.