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jrsnxilbe bei Berlin wurden Zwei dreiste Raubübersälle agsstunden wurde bei dem terei" in einem Hohlweg t der Eberswalder gähn? über 20000 Mk. von einer ■ der außerhalb der ctaM :n sollte, von jtod be- ■ in überfallen und scher des angegriffenen ®e- de an und konnte flüchten, ie beiden Arbeiter Joseph illf dem Stettiner Bahnhof 1 verhaften. Gegen 120 Uhr nltetbarer Nahe von Ebers- « Werneuchen-Eberswalde ijall verübt. Ein Näuber ;erbock eines Waaens der Srauerei, der sich auf der befand. Der Kutscher, der bei sich batte, tonnte einen heroorholen, mit dem er den Kopf schlug. Der gen, während der Mscher nb die Polizei verständigte. Lötet blieb ergebnislos.
Aus der provinziakbauptstavt
Gießen, den 23. Dovember 1929.
Dem Andenken unserer Toten.
Don Richard Trapp*.
Lor eurem Geiste laßt erstehen Oes protzen Krieges erste Zeit! Da ging ein brausend Sturmeswehen Durch Deutschlands Gaue weit und breit. ! Die Wunde alter Zwietracht heilte.
1 Begeistert waren Herz und Sinn-, ! Auch unsrer Schule Jugend eilte
Aus freier Wahl zur Fahne hin.
! Mit Stolz habt ihr sie hergegeben. Ihr Eltern, euer höchstes Gut. lind stand als Einsatz auch ihr Leben, Fhr wart durchglüht von Opfermut.
> Und jede junge Seele streifte
I Die Kmderschwächen ab im Nu,
I Erzog sich mannhaft selbst und reifte Dem schlichten Heldentume zu.
Sie traten in der Männer ^Reihen, i Es stand zusammen jung und alt, ! Die teure Heimat zu befreien. Zu brechen feindliche Gewalt.
Auf Frankreichs blutgetränkten Feldern, 3n Polen wie am Donaustrand, In der Karpathen dllstern Wäldern Wie Eisen hielten alle Stand.
Wenn von den Söhnen Briefe kamen Und kündeten von Sieg und Glück °Aus Litauen, vom Land der Dlamen, Wie strahlte da der Eltern Blick!
5 Doch lasteten die schweren Sorgen, ilnb ahnend frug das bange Herz: .Gleicht wohl dem Heute auch das Morgen? Wird Freude nicht verkehrt in Schmerz?" Ilnb wenn uns die Gedanken quälen, Wenn man sich abhärmt früh und spät, Da gilt es, alle Kraft zu stählen, Auf daß die Prüfung man besteht.
Die Trauernachricht kommt vom Heere
Don andrer, unbekannter Hand: „Gefallen auf dem Feld der Ehre yürs grotze, deutsche Vaterland."
& Da hketz es dennoch: stille halten, 1 Des teuren Toten würdig sein, I Zu beugen sich des Schicksals Walten, Mit Stolz zu sagen: „Er war mein!" Den Sinn des Opfers zu begreifen — So fchwer's dem wunden Herzen fiel —, IDie Erdenwünsche abzustreifen.
Zu blicken auf ein himmlisch Ziel.
Wir hüten heiliges Vermächtnis, Unb unser Dank bleibt immerbar;
• ■ 91ie soll erlöschen bas Gebächtnis 21 n bich, du tote Helbenschar. Die Heimat denkt der Wackren, Braven, So oft sich auch die Zeit erneut. Die still in fremden Gräbern schlafen, Von keiner lieben Hand betreut.
Wir ehren euch, entseelle Helden.
Ihr starbt ja nicht für Trug unb Wahn. Sin Stein soll fernsten Zeiten melben, Was ihr für unser Volk getan.
!Wo ihr als lebensfrohe Knaben Getummelt euch in Ernst unb Scherz, Sei'n eure Namen eingegraben In festen Stein, in bauernb Erz!
Wetterlage.
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Totensonntag.
Wo am Dom zu Hildesheim der tausendjährige Si>senstock in die Höhe rankt, liegt ein kleiner ‘ Zr^edhof, auf dem Domkapitulare und Professoren kc Theologie bestattet sind. Grabdenkmäler von ^kümftlerischer Dollendung find dort nicht zu fin- kn, auf jedem Grabe findet sich in halb liegender Stellung ein Kreuz, daneben eine kleine Tafel nift der Damensangabe und den Daten über Seturt und Tod. Dennoch hat dieser Gottes- cder seine besondere Weihe durch die Ruhe, die cuff ihm herrscht. Oluf der einen Seite wird er ton dem Chor des Gotteshauses, auf den drei ibtigen Seiten von einem uralten zweigeschossi- kki» Kreuzgange umschlossen; er liegt mitten in der Stabt, aber die ihn umgebenden Bauwerke kämpfen jegliches Geräusch, so datz auch nicht ein JSom der geschäftigen, unruhigen Welt zu hören ‘ ;ü. Sehr verschieden von diesem Degräbnisplahe ft ein Friedhof, der in einer deutschen Gebirgs- legend liegt und Tausende seinesgleichen hat. er befindet sich auf einer vom Winde überwehten Jö und ist ohne jeden Schmuck. Die Hecke,
e ihn umgibt, ist an mehreren Stellen durch- Ircchen, die Gräber sind ungepflegt und vom OttiS überwuchert. Die fleißigen Menschen, die Ih dem Dorfe wohnen, zu dem der Friedhof gefönt, haben kaum Zeit, sich um die Grüber der Oh iigen zu kümmern, wenn sie auch, müde vom ! Stilb heimgehend, nach den bescheidenen Grab- feunen schauen und in Treue der Toten gedenken.
dieser Gottesacker hat seine Weihe durch iit Ruhe, die über ihn gebreitet ist. Ringsum legen Wälder, die im Herbste braungoldenen khnuck tragen, dehnen sich Recker und Wiesen aie, in der Ferne sieht man die scharfen 11m- tlft eines Gebirgszuges. Beide Friedhöfe er- hmtrh an das Gotteswort: „Es ist noch eine liclje vorhanden dem Bolke Gottes."
Ist dieses Gotteswort nicht ein rechtes Trost- toit für den vom Geben hin und her gejagten Draschen? Rach dem Hinfcheiden Melanchihons |imb man auf seinem Schreibpulte ein Blatt, aisf dem der Reformator die Gründe nieber- pbdjrieben hatte, warum ihm das Slerben nHt schwer werde. Rls letzten Grund gab t in: „Ich werde frei werden von allen Müh- |ili.jfciten und von der Streitsucht der Theo- L'g cn." Diele, die alt geworden sind und im ItEen viel getragen haben, empfinden ähnlich, twn sie an ihr Sterben denken. Sie sagen sich: Sann ich tot bin, werden die Menschen mir keine tncifjigÄt -Sage mehr bri-gen; sie werden mir tinz Briefe mehr schreiben, die mir Herzklopfen knir fachen; ich brauche, wenn ich einen Tritt Lif der Straße höre, nicht mehr zu fürchten, datz tn Bote kommt, der mir Hnßeil meldet; ich di-iche nicht mehr unter schwerer Sorgenlast, drückt von der ungewissen Zudinft, in die
* Dieses Gedicht von Oberstudienrat Prof. Dr. »tapp (Gießen) wurde den gefallenen Lehrern til» Schülern des Gietzener Realgnmna^ Iirms gewidmet und kürzlich bei der Jahresfeier ds Vereins ehern. Realgymnasiasten zum Vortrag kbracht. D. Re^
OerLlmbau im Gießener Bahnhof.
Seit einigen Monaten sind im Gietzener Bahnhof ilmbauarbeiten im Gange, die den Zweck verfolgen, wenigstens den dringlichsten Forderungen des Publikums nach befici.cn Verteyrsverhalt- nissen in unserem Bahnhof gerecht zu werden. Mit dem Rbfchlutz der Bauarbeiten dürfte in etwa 2 Wochen zu rechnen sein.
Tas Bahnhofsgebäude
erfährt eine erhebliche Umgestaltung im Inneren. Durch die Bauarbeiten soll uie Bahn- hofsya11e wefen11ich erweitert wer- oen, um die Abänderung des Puvtttumsuer- teyrs flufjiger als bisher zu gestatten. Zur Erreichung vte,es Zieles wurden zunächst eine An- dai;l Berwaitungsvureaus aus dem Hauptgebäude in den daneben liegenden sog. Fürsten- Pavillon verlegt, in dem üie Dien St räume des Bahnhofsvorstanves, seines Stellvertreters um) der Mitarbeiter ein vorteilhaftes ilnterlommen gesunden haben. Die durch diese Derlegung fteigetoorbenen Räume wuroen unter Hinzunayme der früheren, vom Bahnhossplah aus zugänglichen Toilettenräume umgestaltet und für die Aufnahme der S t a t i o n s k a s s e hergerichtet. Die hieran unmittelbar angrenzenden. bisher zu Kassenzwecken benutzten Räumlichkeiten wuroen in einem durchgreifenden Umbau zu einer Halle von ansehnlichen Ausmatzen neugestaltet, in der die Gepäckabfertigung untergebracht werden soll. Dieser Teil des Limenumbaues ist gegenwärtig noch im Gange. Rach seiner Beendigung in etwa zwei Wochen wird die Gepäckabfertigung, die gegenwärtig etwa ein Viertel der großen Bahnhofshalle einnimmt, dorthin verlegt werden, wodurch dann die Bahnhofshalle vollständig für die Benutzung durch das Publikum frei werden wird. Der künftige Raum der Gepäckabfertigung wird sowohl von der Bahnhofshalle aus zugänglich sein, wie auch vom Bahnhofsplah her einen direkten Zugang haben. Die unmittelbare Derbindung von der Gepäckabfertigung zum Bahnhofsplah soll vor allem dazu Lienen, die Abbeförderung von größeren Gepäckstücken aus dem Gepäckraum nach der Straße unter Dermei- öung der Bahnhofshalle zu ermöglichen, wodurch sowohl den Wünschen der Reisenden, wie auch den Interessen der Gepäckverfrachter gedient sein wird. Während der westwärts gelegene, größere Teil der künftigen Gepäckabfertigung für Die Behandlung und vorübergehende Aufbewahrung größerer Gepäckstücke vorgesehen ist, wird auf der kleineren östlichen Seite die Aufbewahrungsstelle für Handgepäck eingerichtet. Diese Zusammenfassung des Gepäckdienstes in einem Abfertigungsraume kann wohl als eine glückliche Lösung angesvrochen werden, durch die es ermöglicht wird, datz zur Aufbewahrung ein- geliefertes Handgepäck, dessen Beförderung die Bahn übernehmen soll, ohne weitere Umstände von einem Tische nach dem anderen herübergeho- ben werden kann.
Auf der östlichen Seite der Wartehalle des Bahnhofsgebäudes ist die frühere Aufbewahrungsstelle für Handgepäck unter Hinzunahme des bisherigen Ruskunftsbureaus und gleichzeitiger Errichtung eines lleinen Anbaues nach dem ober- hessischen Bahnsteige zu zur Schaffung neuer Toilettenräume benutzt worden, deren eine Hälfte für Männer, die andere Hälfte für Frauen bestimmt ist. In seiner äußeren Gestaltung ist dieser Anbau dem Charakter des Bahnhofsgebäudes angepatzt worden.
Das Auskunftsbureau wurde neben
den Fahrkartenschaltern, gleich rechts vom Eingang des Bahnhofsgebäudes, untergebracht. Die Bahnsteigsperre nach dem sogenannten oberhessischen Bahnsteig befindet sich schon seit mehreren Wochen am Ausgang der Wartehalle, wodurch der Zugang zum Wartejaal 3. Klasse vollständig freigeworden ist. Die gegenwärtig noch in der Mitte der Wartehalle befindliche Sperre nach den westlichen Bahnsteigen zu wird aufgehoben werden, sobald die Gepäckabfertigung nach ihrem neuen Platze verlegt ist. Don diesem Zeitpunkt ab wird dem Publikum auch der ungehinderte Zugang zum Wartejaal II. Klasse offen- stehen.
Mit dieser Umgestaltung des Derkehrsmittel- punltes in unserem Bahnhofsgebäude wird die Reichsbahnverwaltung einem schon lange geäußerten dringenden Wunsche des Publikums nach Gage der heutigen Verhältnisse gerecht. Insbesondere ist zu begrüßen, daß nunmehr in Bälde die Wartehalle von allen Hindernissen einer einwandfreien Verkehrsabwickelung befreit wird, über die schon seit langer Zeit Klagen laut geworden sind.
Im Gülcrbahnhof
ist den allerdringlichsten Erfordernissen des ständig angewachsenen und immer mehr steigenden Güterverkehrs einstweilen dadurch Rechnung getragen, daß bei der Umladehalle an die bisherigen Verladerampen längere Anbauten geschaffen wurden, durch deren Benutzung ein rascheres Ein- und Ausladen der Güterwagen ermöglicht wird. Gleich- z:iü5 s n' hi r e i n e A n z a h l n e u e r G l e i s e verlegt worden, wodurch man allerdings jetzt an dieser Stelle wohl an der Grenze der Aus- nuhungsmöglichkeiten des vorhandenen Raumes angelangt ist. 3m äußeren Bezirk des Bahnhofsgeländes, in der Richtung nach Klein- GinL'en zu, wurde gleichfalls mit Erweiterungen der Gleisanlagen begonnen, um auch an dieser Stelle wenigstens den dringendsten Erfordernissen zu genügen. Cs handelt sich auch hier wieder nur um eine vorläufige Göfung der brennendsten Reugestaltungsaufga- ben, eine durchgreifende und auf weite Sicht hin geltende Umgestaltung kann natürlich nur durch einen Bahnhofsumbau von größtem Ausmaß erzielt werden. Dafür ist aber bei der gegenwärtigen Finanzlage der Reichsbahn und bei der Beschaffenheit des deutschen Kapitalmarktes für die nächsten Jahre Wohl keine Aussicht vorhanden. Immerhin darf mit Genugtuung begrüßt werden, datz jetzt wenigstens das geschehen ist, was im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten durchgeführt werden konnte.
Jetzt kein Millioncnbau.
In diesem Zusammenhang sei betont, datz eine kürzlich durch verschiedene kleinere Zeitungen der Provinz gegangene Rachricht über die Inangriffnahme eines großangelegten und in die Millionen gehenden Umbaues unseres Bahnhofs nicht den Tatsachen entspricht. In jener Meldung, auf deren Wiedergabe wir verzichtet haben, war ein Teil der fetzigen Umbauarbeiten ohne jede Begründung in Zusammenhang gebracht worden mit Plänen, die schon feit mehreren Jahren bestehen und die auch über den Kreis dec unmittelbar beteiligten Dienststellen hinaus bekannt sind, für deren Durchführung aber, wie gesagt, auf absehbare Zeit hinaus die Geldmittel nicht zur Verfügung stehen werden. Die Kosten der Umbauarbeiten in den letzten Monaten belaufen sich auf etwa 100 OOO Mk.
dunkle Rächt hineinzufahren. Alle, die so emp- sinden, werden mit Sehnsucht der Ruhe entgegensehen, die dem Volke Gottes vorhanden ist.
Doch wird dieser Gedanke allein in seltenen Fällen das Grauen überwinden, das der Mensch vor dem Sterben hat. Vielen wird es gehen, wie es Thomas Mann an einer seiner Figuren in feinem berühmten Romane „Buddenbrooks" barlegt: „Sobald er nämlich fein zeitliches Ende nicht mehr als eine ferne, theoretische und unbeträchtliche Rotwendigkeit, sondern als etwas ganz Rahes und Greifbares betrachtete, für das es unmittelbare Vorbereitungen zu treffen galt, begann er zu grübeln, in sich zu forschen, fein Verhältnis zum Tode und den unirdischen Fragen zu prüfen, und da bereits bei den ersten derartigen Versuchen ergab sich ihm als das Resultat eine heillose Unreife und Unbereitschaft seines Geistes, zu sterben." Dem, der im Krankenzimmer liegt und sich darüber klar ist, daß er nicht mehr lebend über die Schwelle hinauskommt, bricht alles zusammen, worauf er sich seither verließ: Reichtum, Familienstolz. Freude an der Welt, Erfolg in der Arbeit, Umgang mit Menschen. Daraus erwächst dem denkenden Menschen die Pflicht, sich auf den Tod innerlich zu bereiten. Metaphysische Vorstellungen, praktische Erwägungen, Bilder, voll von Phantasie und Farbe, helfen hier nicht, hier sind Klarheit und Gewißheit nötig. Klarheit und Gewißheit findet der Christ in feinem Glauben. Er glaubt an die Giebe Gottes, er glaubt daran, auch wenn die Wirllichkeit ihn scheinbar eines anderen belehrt.
Aus dem protestantischen Friedhöfe zu Rom an der Pyramide des Cestius hat Goethes Sohn August nach einem verfehlten Geben feine Ruhe gefunden. Auf seinem Grabsteine steht die lateinische Inschrift: „Goethe filius patri antevertens obiit Annor. XL. MDCCCXXX“, das heißt auf Deutsch: „Goethes Sohn, starb, dem Vater vor- ausgehend, im Alter von 40 Jahren im Jahre 1830“. Eine Inschrift ohne Inhalt, ohne Tiefe, ohne Trost. Aber nicht weit davon liegt ein Grab, dessen Inschrift den Wortlaut hat: „Fr6- dörie Mollinger, 1864—1928. Und trotzdem .. Offenbar beziehen sich die beiden letzten Worte auf die Stelle im 73. Psalme, die Gutßer übersetzt: „Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an." Der Dichter dieses Gottesliedes hatte Jammer und Geib in einem Ausmaß erfahren, daß Zweifel an der Giebe Gottes in ißm aufstiegen, aber er rang diese Zweifel nieder und ließ nicht von Gott.
So machen es viele Menschen, die durch den Verlust lieber Angehöriger ein Geib erfahren haben, das nie zur Ruhe tommt Sie bleiben trotzdem im Glauben an Öen Vater im Himmel, der die Seinen in Giebe und Treue leitet Sie sind in diesem Glauben durch Ielus fest geworden, der, unter unsagbaren Geiben ftcrbenb, sich dennoch mit Gott verbunden wußte und in dem
Glauben, daß er auch ewig mit Gott verbunden sein werde, nicht erschüttert wurde. Jesus hat den Ewigkeitsglauben in mannigfachen Worten zum Ausdruck gebracht, schlichter und tiefet konnte das nicht geschehen als in dem Worte: „Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt, wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater." Jesu eigene Auferstehung ist das Siegel auf dieses Wort. An diese Tatsache, an dieses und ähnliche Worte hält sich der Trauernde, wenn er der Gieben gedenkt, die ihm im Tode vorausgegangen sind unb mit benen er nach einem Geben, in bem Glück unb Stieben fehlten, in einer besseren Welt bereinigt fein wirb.
H.B.
Taten für Sonntag. 24. November.
1632: ber Philosoph Baruch Spinoza in Amsterdam geboren; 1916: der Techniker Hiram Maxim, Erfinder des Maschinengewehrs, in London gestorben.
Taten für Montag. 25. November.
1562: der spanische Dichter Felix Lope de Vega Carpio in Madrid geboren; — 1814: der Naturforscher Robert Mayer in Heilbronn geboren; — 1837: der amerikanische Großindustrielle Andrew Carnegie in Dunferline geboren; — 1850: der Germanist Wilhelm Sievers in Lippoldsberg geboren; — 1878: der Dramatiker Georg Kaiser in Grünheide (Mecklenburg) geboren.
Gietzener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf bem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 50 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 83, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Kartoffeln 4% bis 5, Aepfel 10 bis 15, Dirnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 110 bis 130, Rüsse 40 bis 50 Pf. das Pfund; Tauben 70 bis 90 Pf. das Stück, Kisteneier 17, frische Gandeier 18 bis 19, Blumenkohl 30 bis 103, Endivien 10 bis 25, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Gauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück. Kartoffeln 3,50 bis 4 Mk., Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 10 bis 12, Aepfel 10 bis 12, Birnen 8 bis 10 Mk. der Zentner.
Bornolizen.
— Tageskalender für Samstag. Volkshochschule: Git Dolkskunstabend .Spiegel der Zeit", 20 Uhr, Reue Aula. — Missionsbund „Gicht im Osten": Dortrag über „Das Geisteswirken in der Heimat und auf den Missionsfeldern. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Frau im Mond". — Astoria-Lichtspiele: .Tempo — Tempo."
— Tageskalende r für Sonntag. Etadttheater: „Der arme Heinrich“, 18 bis 21 Uhr. — Oeffentl. Dortrüge über Physiologie: 1. Dortrag: ,©ie Funktionen des Rer- vensystemS", 11.30 Uhr, Phys. Institut, Fried- richstr. 24. — Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, Ortsgruppe Gießen, und Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold: Kriegsgefallencn-Ehrung. 14.30 Uhr. auf dem Reuen Friel h:s. — Lieltspielhaus Dehnh:fstraße: „Die Frau im Monu". — Astoria-Gichtspiele: „Wege zu Kraft und Schönheit" und „Tiere der Rordsee".
• • Handelskammerwahlen. Bei den Ersatz- und Rcuwahlen im Wah.bezirk Gießen- Stadt der Industrie- und Handelskammer Gießen wurden Kaufmann Wilhelm Horn sen. und Fabrikant Wilhelm Poppe gewählt.
• • Don der Straßenbahn. Rachdem die Umänderung der Straßenbahnweiche auf dem Gudwigsplah beendet ist, wurde die Haltestelle an der Kaiserallee wieder nach dem Gudwigsplatz verlegt.
• • D i e Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 1 Uhr geöffnet
" Eine Gefallenenehrung veranstalten die Ortsgruppe Gießen des Neichsbundes der Kriegs- beschädigten und Kriegerhinterbliebenen und das Reichsbanner Schwarz-Not-Gold am morgigen Sonntagnachmittag auf dem Neuen Friedhof. Man beachte die heutige Anzeige.
* * Oeffentliche Vortrage über Physiologie. Die von Professor Dr. B ü r k e r in früheren Jahren schon veranstalteten und stets mit starkem Interesse aufgenommenen öffentlichen Vorträge über Physiologie finden von morgen ab wieder statt. Es ist dankbar zu begrüßen, daß der Gelehrte mit der Wiederaufnahme dieser Vorträge unserer Bürgerschaft erneut Quellen schätzenswertester Belehrung erschließt.
** Ehrung eines verdienten Sängers. Auf dem Bundestag des Hess. Sängerbundes in Worms wurde der Ehrenvorsitzende des Gesangvereins „Concordia"-Gießen, Philipp Horn, für über 25jährige Tätigkeit (39 Jahre) im Dorstand dieses Vereins mit der Auszeichnung „Für Verdienst" geehrt.
** Zeppelin-Vortrag in Gießen. Der Verein für Guftfahrt und die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veranstalten am kommenden Dienstagabend in der Aula der Universität den kürzlich abgesagten Vortrag des Privatdozenten Dr. S e i i k o p s von der Deutschen Seewarte in Hamburg über die Weltfahrt des Guftschisfes „Gräf Zeppelin". Der Vortragende hat diesen weltgeschichtlichen Flug selbst mitgemacht, er kann also aus eigenem Erleben berichten. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.
**WerschenktBücherundillustrierte Zeitschriften? Die Direktion der Landes-, Heil- und Pflegeanstalt bittet uns um die Aufnahme folgender Zeilen: „Gute Bücher schätzt am meisten, wer durch Krankheit, schlechtes Wetter u. a. ans Zimmer oder gar ans Bett gefesselt ist. So sehnt sich auch die Mehrzahl der Patienten der He i l - und P f l e ge a n st a l t Gießen, Licher Straße 106, in beschäftigungslosen Stunden nach Lesestoff aller Art. Gute Lektüre erheitert die Niedergedrückten, beruhigt. Er regte, lenkt von unangenehmen Vorstellungen ab und hilft so manchem über trübe Stunden hinweg. Darum schenke, wer überflüssige Bücher, -Eilschriften, besonders illustrierte, ganze Jahrgänge, aber auch einzelne Hefte von solchen zu vergeben hat, diese der Anstalt. Er erwirbt sich damit den Dank der Kranken. Auf eine Postkarte mit genauer Adresse läßt die Direktion gern die Gaben abholen."
** Zusammenstoß zwischen Fuhrwerk undPersonenwagen. Gestern abend zwischen 6 und 7 Uhr kam der Fuhrwerksbesitzer Gustav Seibert aus Wieseck mit seinem Fuhrwerk von Gießen. In der Rähe der Sandgrube kam ihm ein Personenauto der Firma Schilling entgegen. Als der Autofahrer das Fuhrwerk, das eine hellbrennende Laterne bei sich führte, bemerkte, blendete er ab. Trotzdem fuhr er in das vorschriftsmäßig fahrende Fuhrwerk hinein. Beide Pferde wurden verletzt und mußten in die Veterinärklinik nach Gießen gebracht werden.
• • Roch glimpflich abgelaufen ist ein Zusammenstoß, der gestern abend am Kreuz» platz, beim Eingang in den Seltersweg, zwischen einem Heinen Privatauto und der Straßenbahn erfolgte. Das Auto wurde mit dem rechten Vorderrad auf den Bürgersteig gedrückt, erlitt aber keinerlei Beschädigung. Dagegen schwebten bei dem lebhaften Straßenverkehr, der um diese Zeit im Seltersweg herrschte, die Passanten in recht beträchtlicher Gefahr. Erfreulicherweise wurde aber niemand verletzt. Dieser Vorfall gibt wieder Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß sowohl feilend der Straßenbahnfahrer, als auch der Führer von Kraftwagen bei den zum Teil recht unübersichtlichen Straßenkreuzungen mit Rücksicht auf die Fußgänger die allergrößte Vorsicht beobachtet werden muß.
• • Eine Viehzählung findet am 2. Dezember statt. Räheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Stadtverwaltung zu ersehen.
* • Genoss enschaftskursus an der Gandesuniver,ität Gießen Außir den regelmäßigen genos,enschastlichen Dor.esungen, die auch in diesem Wintersemester an der Universität Gießen abgehalten werden, findet in der Zeit vom 5. bis 7. Dezember wiederum ein Lehrgang für landwirtschaftliä'es Genossenschaft > Wesen statt, um auch den Praktikern Gelegenheit zu bieten, sich mit den aktuellen Fragen des ländlichen Genossenschaftswesens vertraut zu machen. Sowohl Professoren der Universität, wie namhafte Führer der Genossenschaftsoroani« fation werden Referate erstatten. An denRach- mittagen des 5. und 6. Dezember finden Besichtigungen der Einrichtungen der Universität, sowie insbesondere des Landwirtschaftlichen Instituts statt, ferner werden größeren genossenschaftlichen Unternehmen, Molkerei- und Lagerhausbetrieben, Besuche abgestattet werden.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Satnslag nachmittag geschlossen.


