der begeistert von seiner erfolgreichen Arbeit zur Wiedererweckung deutschen Volksbewußtseins in den U. S. A. sprach. Nach dem Vortrag zweier Heimatlieder von Claus Groth durch einen Kinderchor gab Dr. Keller (Kiel) der Hoffnung Ausdruck, daß eine solche feierliche Stunde der Volksgemeinschaft, in der alles Trennende ausgeschlossen sei, alljährlich wiederkehren möge. Der Nachmittag brachte dann
die gewaltige Kundgebung des Zestzuges der 20000.
Lieber 2 Stunden lang marschierten sie vorbei, umbraust von Subei der Kieler Bevölkerung, die in dichten Reihen die Straßen säumte. Bauern, Fischer, Schiffer und Handwerker Schleswig-Holsteins zeigten die Berufszweige des Landes und seine schönen Trachten. Sänger. Turner, Sportler aller Art, Schützen zogen in strammen Reihen vorüber, die Studentenschaft und viele andere Vereine, darunter solche der Marine, folgten. Viele Festwagen belebten das Bild, rauschende Musik erklang allerorten, und dann kam in schier endlosem Zuge die V.D.A.-Jugend mit ihren vielen Schülerkapellen. 14 000 Jugendliche ohne die vielen Kieler Buben und Mädels, die den Abschluß bildeten. Lleberall wehte der blaue Wimpel, und zahlreich waren die Symbole heimischen Gewerbes und Handwerks, die mitgeführt wurden. Tiroler, Oesterreicher, Kärntner, Steirer, Sudetendeutsche, Siebenbürger, Schwaben, Elsaß-Lothringer, Danziger, Rordschleswi- ger, Balten, Memelländer, alle waren sie da. Rheinländer, Saarländer, Pfälzer folgten; dann kam der Osten: Ost- und Westpreußen. Schlesier, Schleswig-Holsteiner, dann Bayern, Badener, Württemberger, unsere 1000 Hessen, die Hanseaten, Brandenburger, Westfalen, Hannoveraner, Sachsen, Thüringer. Braunschweiger. Oldenburger, Mecklenburger, Pommern, Hessen-Rassauer, und zuletzt die vielen, vielen Kieler. Eine mächtige Kundgebung deutscher. Einigkeit, ein flammendes Symbol der deutschen Volksgemeinschaft, ein Erlebnis von größtem Ausmaß. Ergreifend war es, .als Bomben die Gefallenenehrung an- kündigten und in der weiten Runde das Lied vom guten Kameraden erklang. — Auf dem riesigen Festplah herrschte frohes Treiben. Bei Einbruch der Dunkelheit zog man, teilweise mit Fackeln, zurück zur Stadt, in die Quartiere, in denen kurze Schlußfeiern das Pfingsterlebnis zum Ausklingen brachten.
Der Rest der Pfingstwoche ist. wie alljährlich, frohen Wanderfahrten gewidmet: Die Holsteiner Schweiz mit ihren Seen, Lübeck und andere schöne Orte bilden zunächst das Ziel der hessischen Gruppen. Am Donnerstag vereinigen sich dann die Hessen zu gemeinsamer Fahrt nach Westerland auf Sylt. Von da bringt sie ein Dampfer über Helgoland nach Hamburg. Ein eintägiger Aufenthalt in Deutschlands größtem Seehafen wird vielen neue Belehrung und neue Eindrücke vermitteln. Am Samstag wird dann der Sonderzug die Hessen in die Heimat zurückftihren. Sie werden heimkehren mit übervollem Herzen, erfüllt von unauslöschlichen Eindrücken und vom Erleben der Schicksalsgemeinschaft deutschen Volkstums auf der ganzen Welt.
Moskau geißelt die Genfer Abrüsiungskomödie.
Der Rätekongrctz fordert Wchrhaftmachüng Rußlands. Moskau, 22. Mai. (W.T.B.-Funkspruch.) Der Rätekongreß der Sowjetunion hat eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Der Rätekongreß billigt ohne Einschränkung die Politik der Regierung und ihren scharfen Kampf um den Frieden, der eine unmittelbare Kriegsgefahr einigermaßen in die Ferne gerückt und dank dem Abschluß einer Reihe neuer internationaler Verträge die friedliche Stellung der Sowjetunion befestigt hat. Der Kongreß stellt fest: Die Ablehnung des Abrüstungsvorschlages der Sowjetunion durch die vorbereitende Abrüstungskommission und die Weigerung der-in der Kommission vertretenen Staaten, auch nur den kleinsten Schritt in Richtung auf eine Herabsetzung der Rüstungen zu unternehmen, betätigen wieder einmal, daß diese Staaten ungeachtet der auf Grund des Kellogg- paltes übernommenen Verpflichtungen zum Qkr» zieht auf Krieg in Wirklichkeit ihre gesamte Politik auf die Vorbereitung eines neuen Weltkrieges aufbauen. Der Kongreß fordert die Regierung auf, neben unermüdlicher Arbeit zur Wahrung friedlicher Beziehungen mit sämtlichen Staaten auch Maßnahmen zur Festigung der Wehrhaftigkeit des Landes zu treffen.
Ein kommunistischer Viirgermeister von Straßburg.
Tcr-lutonomistenführer Dr.Roos verzichtet
Straßburg, 22.Mai. (WB.) Der neue Munizipalrat hat heute die Bürgermeisterwahl vorge- nommen. Dr. Roos, der von den Autonomisten und Kommunisten für diesen Posten in Vorschlag gebracht war, hatte durch einen aus dem Gefängnis in Besan^on gerichteten Brief vom 20. Mai darauf verzichtet. Daraufhin wurde der frühere kommunistische Abgeordnete Hubert mit 18 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Sieben Stimmen entfielen auf den der Gruppe Marin angehörenden Generalsekretär der Handelskammer, Haug, vier auf den früheren Bürgermeister, den sozialistischen Abgeordneten P e i r o t e s ; unbeschrieben waren drei Stimmzettel. Zu stellvertretenden Bürgermeistern wurden gewählt der Abgeordnete Michel Walther, der Autonomist Heil, von der Katholischen Volkspartei Kocßler, der autonomisti- sche Rechtsanwalt Klein sowie zwei Kommunisten. Die sozialistischen Stadtratsmitglieder und die Mitglieder der Gruppe Marin gaben dabei unbeschriebene Stimmzettel ab.
Die Reform der Arbeitslosenversicherung.
Das Problem der Saisonarbeiter.
Berlin, 23. Mai. Der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung imd Arbeitslosenversicherung hat sich am Mittwoch erneut mit der Frage der Arbeitslosenoersicherungsreform befaßt. Bei den Beratungen spielte insbesondere die Saison- arb eit erfrage eine Rolle. Von verschiedenen Seiten wurde bei den Beratungen darauf hingewiesen, daß die Vorschläge, die Saisonarbeiter ganz aus
„Graf Zeppelin" wieder startbereit.
Or. Eckener aus -er ZReife nach Toulon. — Rückflug vermutlich am Freitag.
Friedrichshafen, 22. Mai. (MTB.) Dr. Eckener teilte heute abend mit, daß er sich auf ein Telegramm aus Evers von Kapitän Lehmann hin entschlossen habe, nach Luers zu reifen. Dr. Eckener wird sich unverzüglich in Begleitung von Graf Soden von Friedrichshafen im Kraftwagen nach Zürich begeben und von dort aus den Jladjf- schnellzug nach Toulon benutzen. Dr. Eckener wird also den „Graf Zeppelin" s e l b st nach Friedrichshafen zurückführen. Die Abfahrt des Zeppelin-Luftschiffes wird frühestens am Freitagvormit- f a g erfolgen. Die französische Marine hat für das Luftschiff „Graf Zeppelin" die notwendige Menge TBafferftoffgas zur Verfügung gestellt, heute sind 500 Mann Truppen aus Toulon und h y ö r e s sowie Marineinfanterie nach dem Flughafen Luers abgesandt worden, um beim Start des Luftschiffes zu helfen. Gendarmerie zu Fuß und zu Pferde versieht einen strengen Absperrung s d l e n ft um den Flughafen. Das Probeläufen der beiden neuen Zeppelinmotoren ist befriedigend ausgefallen. Der dritte neue Motor wurde im Laufe des vormittags durchgeprüft. Das Luftschiff wird mit drei neuen und zwei alten Motoren den Rückflug nach Friedrichshafen antreten.
Oer Motorendefett des „Graf Zeppelin".
Dr. Eckener antwortet seinen Kritikern.
Friedrichshafen, 22. Mai. (TU.) Zu den im „Berliner Tageblatt" erschienenen Ausfüh- rungen des Prof. Dr.-Jng. h. c. Otto Krell (Berlin) über die Motorendefekte des „Graf Zeppelin" äußerte sich Dr. Eckener gegenüber dem Friedrichshafener Sonderberichterstatter der TU. etwa folgendermaßen:
„Es ist völlig irrig, daß wir nach Ausfall des ersten Motors die Drehzahl erhöht haben. Die Drehzahl der Motoren geht in diesem Fall von selbst herunter, wie es auch geschehen ist. Wenn Prof. Krell davon spricht, daß wir vom Motorenbau Maybach keine genügenden Informationen mitbekommen haben, so kann ich nur erklären, daß wir ganz genau über die Dauerleistung der Motoren, die 1400 bis 1420 Umdrehungen beträgt, unterrichtet waren. Diese Leistung ist nie überschritten worden, mit Ausnahme ganz vereinzelter Fälle. Hier handelte es sich nur um wenige Stunden, wo wir mit äußerster Kraft fuhren und die Tourenzahl auf etwa 1500 erhöhten."
OerKampf derMarschälle in China.
Die Einigkeit in China hat nicht allzu lange vorgehalten. Die Ranking-Regierung ist nur vorübergehend wieder wirklich Herr des einheitlichen Reiches gewesen. Kaum war mit dem Frühling die technische Voraussetzung für die Kriegsführung gegeben, da regte sich die Kriegslast der Marschälle von neuem, und der Bürgerkrieg fing wieder von vorne an. Das war zu erwarten. China hatte sich ja in den letzten Jahren mehr und mehr in eine Reihe von selb st an bi gen Provinzen — ober mehr von Machtbereichen selbständiger Marschälle — aufgelöst, bie sich als kleine Könige fühlten unb keine Reigung verspürten, ihre Unabhängigkeit wieber aufzugeben. Sie haben sich nur murrend der Herrschaft der Kuomintang unterworfen, alle sicher mit dem stillschweigenden Vorbehalt, bei der ersten besten Gelegenheit wieder abzuspringen; wobei um der Gerechtigkeit willen hinzugefügt werden muh, daß selbstverständlich auch die Ranking-Regierung die Absicht hatte, diese unbequemen Untergebenen kaltzustellen, sobald sie sich stark genug fühlte.
Die Liquidation des Bürgerkrieges mußte also noch einmal von vorn beginnen. Bisher aber hat sich Tschiangkaischek, der zweifellos das stärkste militärische und organisatorische Talent unter den chinesischen Heerführern ist, seiner Aufgabe gewachsen gezeigt. Es ist ihm gelungen, eine Ringbilbung gegen bie Ranking-Regierung zu verhindern unb einen Teil der unbotmäßigen Marschälle zu unterwerfen, ehe die letzte Entscheidung erzwungen werben /;'e, So hat er den Rücken frei bekommen uiiu kann jetzt ben Waffengang gegen feinen gefährlichsten Gegner, den vielgewandten „christlichen" General Feng antreten. Auch Feng hatte sich vorübergehend in die Einheitsfront eingegliedert, er war sogar Kriegs mini st er der Ranking-Regierung; aber nur in partibus infidelium; bas heißt, er traute sich nicht, seinen Sitz im Kabinett einzunehmen, weil er befürchtete, baß er nicht lebenb wieder nach Hause käme. Er hat sich also dem Befehl der Regierung, aus seinem Hauptquartier in Honan nach Ranking zu kommen, nicht gefügt, sondern mit ein er verkappten Kriegserklärung geantwortet, indem er Brücken unb Bahnen sprengen ließ, um seinen Aufmarsch zu sichern. Allzu günstig sinb seine Aussichten freilich nicht, zahlenmäßig ist fein Heer- unterlegen, dafür freilich gut diszipliniert. Und
wenn es ihm gelingt, sich Rückendeckung auch in der Waffenlieferung bei Rußland zu schaffen, bann kann er minbestens der Ranking-Regierung noch sehr unbequem werden.
Oie Aussichten der Parteien.
Schanghai, 22. Mai. (WTB.) Der Nankingregierung nahestehende Kreise melden einen entscheidenden Sieg der Regierungstruppen. Durch diesen Sieg soll Kanton endgültig gegen die Eroberung durch die Kwangsi- truppen gesichert sein. Diese Truppen fluten, so sagt man, überall zurück unter Aufgabe der wichtigen Stützpunkte Swatau und Kueilin. Die nahe bevorstehende Ankunft zweier weiterer Nanking- divisionen von Schanghai sichere die baldige endgültige Erledigung der Kwangsirevo- lution. Nanking erwarte davon eine entscheidende Rückwirkung auf die militärische und politische Entwicklung in Nordchina, da die Erfolgsaussich- ten Fengjuhsiangs gegen das geeinigte Zentral- und Südchina gering seien.
Demgegenüber verlautet aus anderen Quellen, daß die Lage Kantons durchaus unentschieden sei, da die Kwangsitruppen nur wegen Munitionsmangels zeitweise zurückgewichen seien und innerhalb weniger Tage sicher in dem Besitz Kantons sein würden. — Jedenfalls find die Aussichten einer anderen als militärischen Erledigung der Streitigkeiten zwischen Fengjuhsiang und Tschiangkaischeck endgültig geschwunden. Fengjuh- fiang hat in einem Rundtelegramm an die Pekinger Gesandtschaften und an die Schanghaier Konsulate erklärt, die jetzige Nankingregierung sei illegal seitdem Tschiangkaischeck die Opposition von dem großen März-Parteikongreß ausgeschlossen habe.
Demgemäß warne die neue revolutionäre Regierung die fremden Mächte und Staatsangehörigen vor Anleihen, Waffenlieferungen und sonstiger Unterstützungen Nankings, die als feindliche 2( 11 e gegenüber der neuen Regierung und als diese nicht verpflichtend angesehen würden. Andererseits verspreche die revolutionäre Regierung den Fremden voll st en Schutz. Der Beginn des Kampfes zwischen Fengjuhsiang und Tschiangkaischeck wird unmittelbar nach Sunjatsens Beisetzung erwartet, die ungestört bleiben dürfte. Man nimmt an, daß der erste Vorstoß Fengjuhsiangs gegen fjanfau gehen wird und daß vielleicht gleichzeitig ein Vorstoß in der Richtung Tientsin gegen die Puckau-Eisenbahn erfolgt.
ber Arbeitslosenversicherung herauszunehmen, abgelehnt werden müßten, da sonst die Saisonarbeiter zu einem sehr großen Teil der Wohlfahrtspflege anheimfielen. Es wurde weiter darauf aufmerksam gemacht, daß eine ungünstige Behandlung der Saisonarbeiter eine Flucht aus diesen Berufen zur Folge haben würde. Es sei aber insbesondere für die Landwirtschaft, bie schon ohnehin mit Arbeiterschwierigkeiten zu kämpfen habe, eine weitere Verringerung «der At- beitsträfte nicht tragbar.
Kleine politische Nachrichten.
Reichspräsident von Hindenburg empfing den Reichskanzler Müller und ben Reichsminister bes Auswärtigen Dr. Stress- mann zu einer gemeinsamen Besprechung ber außenpolitischen Lage.
Der Reichspräsibent hat bem amerikanischen Botschafter Shurman zu dessen 75. Geburtstag seine Glückwünsche aussprechen lassen unb ihm sein Dilb mit Unterschrift im Rahmen übersandt. Der Reichsaußenminister richtete an den Botschafter ein Handschreiben unb ließ ein Blumenarrangement überreichen. Der Reichskanzler sandte telegraphisch seine Glückwünsche.
Der Präsident des HesfischenLondtages teilte den Mitgliedern des Landtages mit, baß er auf Wunsch verschiedener Fraktionen ben Landtag nicht auf ben 5. Juni, fonbem erst auf Dienstag, ben 11. Juni, einberufen werbe. Hie Besichtigungsreise nach Rheinhessen (Worms, Oppenheim) ist für Freitag, den 14. 3uni, vorgesehen. Die Tagesordnung der Landtagssihung liegt endgültig noch nicht vor.
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Der Ausschuß des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften betraute den bisherigen Generalsekretär des Verbandes Otte mit bem Vorsitz im Gesamtverband ber Christlichen Gewerkschaften a l s Rachfolger Steger- w a l b s , der 28 Jahre lang an der Spitze ber christlichen Gewerkschaften gestanden hat. Die Reuregelung der Führung im Deutschen Gewerk- schaftsbund wird erst später erfolgen.
Präsident der 12. Internationalen A r- beitskonferenz, deren Beratungen am 30. Mai in Genf beginnen, wirb ber frühere langjährige Reichsarbeitsminister Dr. Brauns werben. Damit wirb zum ersten Male seit Bestehen biefer Einrichtung des Völkerbundes ein Vertreter Deutschlands diese internationale Tagung leiten.
Der Bürgermeister ber Stabt Mailand, Marchese d'Arzago, Senator des Königreichs Italien, hat dem Berliner Oberbürgermeister einen Besuch im Rathaus abgestattet. Hierbei überreichte der Mailänder Bürgermeister a l s Geschenk der Stadt Mailand an die Stadt Berlin eine kunstvolle silberne Schale. Eine Widmung in dieser Schale weist auf die Beziehungen der beiden Städte Mailand und Berlin auf dem Gebiete ber Musik hin. Im Ramen der Stadt Berlin übergab Oberbürgermeister Böß dem Podesta ein Werk des Berliner Malers Ernst Reuschul „An ber Staatsoper Unter ben Linben".
In Reuen bürg (Schweiz) starb im Alter von 72 Jahren Scan be C u rch, früherer Finanzdirektor der Stadt Reuenburg/Jean de Curh war 1916 von Bundesrat Hoffmann ersucht worden, während des Krieges die Interessen der Deutschen in Paris zu vertreten. Dieses Amt übte er bis zum Waffenstillstand aus.
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Mittwochfrüh fand in Belgrad die letzte Sitzung der Konferenz der Außenminister ber Kleinen Entente statt. Die Verlängerung bes Dünbnisses zwischen Südslawien, Rumänien unb der Tschechoslowakei auf fünf Jahre mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr wurde auf der Sitzung beschlossen.
Aus aller Welt.
Die deutschen Lhemiker in Breslau.
Die 42. Hauptversammlung des Vereins deutscher Chemiker nahm in Breslau ihren Anfang. Rach einer Reihe von Besichtigungen Breslauer Jndustrieunternehmungen begannen die Fachgruppensitzungen. Prof. Dr. Ruff, Breslau, behandelte bie Hochtemperaturtechnik. Die neuen Arbeiten auf bem Gebiet der
hochfeuerfesten Stoffe haben die Herstellung vv« Zirkon als Grundlage. Professor Ruff arbeitet in seinem Laboratorium mit Oefen, welche in das Temperaturgebiet bis 3000 Grad hinaufführen. Professor Dr. E. Ehrlich, Breslau, machte interessante Mitteilungen über Pektinstoffe. Diese spielen als wesentliche Bestandteile des Gerüstes der Pflanzen und vieler technischen Vorgänge eine wesentliche Rolle, z. B. in der Zuckerindustrie, bei der Flachsröste und bef der Tabaksgärung. Dr. A. Stettbacher, Schwanendingen bei Zürich, berichtete über neue Sprengstoffe. Es handelt sich dabei um Ritro- glyzerinsprengstoffe, die ben Ramen Penthrit und Penthrinit erhielten, die zu den allerstärk- sten Sprengmitteln der Gegenwart gehören. Sie dürften sich zunächst bei der Ftirgzeug- unb Tankabwehr auswirken. Dr. Griesbach- Wolfen behandelte bie Verteilung und ben Kreislauf des Jods in ihrer Bedeutung für den Ackerboden. Er zeigte, daß das Jod zu den verbreitetesten Elementen ber Erde zähle unb einem ständigen Kreislauf unterworfen sei. Da ber jährliche Entzug durch die Ernte im allgemeinen nicht mcljr als etwa ein Tausendstel ber im Boden vorhandenen Jodvorräte ausmache und der Pflanze aus Riederschlägen unb Luft erhebliche Jobmengen zur Verfügung stünden, sei die De- sürchtung, daß unseren landwirtschaftlichen Gewächsen nicht ausreichende Jobmengen aus natürlichen Quellen zur Verfügung stünden und daß sie infolgedessen jobärmer geworben seien als früher, unbegründet. — Am Abend gab die Stadt Breslau den Kongreßteilnehmern im Konzerthaus einen Cmpfangsabend.
Deutscher Geographenlag.
In Magdeburg wurde der 23. Deutsche Geo- graphentag von Geheimrat Meinardus (Gök» tingen) eröffnet. Professor Dr. T r i n k l e r (Berlin) berichtete über die geographischen Ergebnisse seiner Zentralasienexpedition 1927/28. Großes Interesse wurde dem Vortrag des Professors Dr. Wegener (Berlin) über „Die Pläne zur Erforschung der Arktis mit dem Luftschiff ;,(9raf Zeppelin" im Jahre 1930" entgegengebracht. Die Leitung der Expedition liegt in den Händen von Fridtjof Nansen;' geführt wird das Luftschiff von Dr. Eckener. Die Fahrt soll im April/Mai n.J. stattfinden.
Die Tagung bes Deutschen Lehrervereins.
Die Dresdner Tagung des Deutschen Lehrervereins im Zirkus Sarassani, an der etwa 8000 Lehrer teilnahmen, gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Unter ben Ehrengästen befanben sich Vertreter ber Reichs- unb ber sächsischen Staatsregierung, ber Regierungen von Preußen, Braunschweig, Thüringen unb Hamburg. bes Deutschen Städte- unb Lanbgemeinde- tages, zahlreicher in- unb auslänbischer Lehrervereinigungen. Der Vorsitzende des Deutschen Lehrervereins, Wolff, Berlin, sprach über Zweck und Ziele des Deutschen Lehrervereins. Oberlehrer Dr. Riese, Berlin, überbrachte der Versammlung im Ramen ber Reichsregierung, Volksbilbungsminister Dr. Dünger im Ramen ber sächsischen Staatsregierung Grüße und Wünsche. Rach einigen weiteren Begrüßungsansprachen wurde in die sachlichen Verhandlungen eingetreten.
Mit dem Ruderboot von Havanna nach Reuyork.
Der Deutsche Paul M ü 11 e r, ber, wie gemeldet, den Atlantischen Ozean in einem mit einem Hilfsscgel ausgestatjeten Ruderboot überquert hat, ist von Havanna nach Reuyork weitergesegelt. Die Dampfbarkasse des Kreuzers „Cuba" schleppte das Boot Müllers bis zum Hafenausgang.
Vier Schiffsheizer bei einer Explosion getötet.
Der holländische Dampfer „Barendrecht" gab durch Funkspruch bekannt, daß bei einer KesselexplosionvierHeizer ums Leben gekommen seien und einer verw "det worben sei.
Oie Wetterlage.
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Owoixenfos. o neuer. ®nafb bedeckt. ® woifug, • oedeext eHegtn, * Sehnet a Graupeln, e Nebel K Gewitter.^)wind$tiiieO^ sehr 'eichtet Osi massiger Südsüdwest. X stürmischer nordwesl oie Pfene wiegen mit dem wmde. Die beiden Stationen stenenden Zah;. ten geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen? «uf Meeresniveau umoerechneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Der hohe Druck im Nordosten hat sich neuerdings wieder verstärkt und an Ausdehnung gewonnen. Sein Einfluß setzt dem westlichen Tief Widerstand entgegen, so daß zunächst die Wetterlage wenig Aen« derung erfährt. Auch die Störung über Frankreich dürfte keinen stärkeren Einfluß gewinnen, sondern nur zum Auftreten von Bewölkung führen.
Wettervoraussage für Freitag: Teils heiter, teils wolkig, warm, trocken.
Wettervoraussage für Samstag: Wenig Aenderung der Wetterlage.
Lufttemperaturen am 22. Mai: mittags 22,8 Grad Celsius, abends 17,3 Grad; am 23. Mai: morgens 15 Grad. Maximum 23 Grad, Minimum 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Mai: abends 23,8 Grad; am 23. Mai: morgens 15,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1354 Stunden.
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