Ausgabe 
23.2.1929
 
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Samstag, 25. gebruar 1929

(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 46 viertes Blatt

Der Auto-SlraßenhilfSdienst

ge.

Herz traf. Eine Woche später ertrank ein Hilfs- I arbeitet in einem Abwasjer decken, als er wah­rend der Nachtschicht von einer Seite aus an dieses Necken ß.rantrat, die nicht abgesperrt war. Nach demselben Zeitraum entstand em Massenunfall in der re nannten Fabrik durch die Explosion einer Stahlflasche mit schwefliger Säure, wobei ein Arbeiter tödlich verletzt und fünf andere mehr oder weniger schwere Ver- ätzungen des Gesichtes oder der Schleimhäute in den oberen Luftwegen erlitten. Die gericht­liche Untersuchung über die Ursache ist noch nicht abgeschlossen, so daß es bis jetzt nicht feft- neftent ist, ob bei der Herstellung. Füllung oder bei der Entleerung der Flasche di jenigen Fehler gemacht worden sind, welche zu diesem schweren Unglück geführt haben.

Tier weitere tödliche Betriebsunfälle kamen im Baugewerbe vor, und zwar zwei davon als Doppelunfall beim Straßenbau infolge plötz­lichen Abrutschens von Erdmassen, welche die Berunglückten nicht befci.ijt hatten, obwohl ihnen dies ausdrücklich und allgemein bei Androhung sofortiger Entlassung angegeben war. Die beiden anderen Fälle ereigneten sich in Sägewerken, und zwar einmal, indem ein Arbeiter nach dem Abstellen der Maschine $u früh in den Trans- missionskeller stieg, um einen abgelaufenen Rie­men wieder aufzulegen, wobei er in das Getriebe geriet; ein cuideresmal. als der Sohn bei De-

fwfrcn

Stall und H o f haben ihreUnfallbiologie" für sich und sollten auch im Kampfe gegen den Leichtsinn recht nachdenklich beschaut werden. Da sind Stallabteile nicht genüge nd stark, um wildgewordene Tiere festzuhalten; dort wie­der fehlen Notausgänge für Feuersgefahr; hier sind Halteketten an gelockerten Kram­pen befestigt, dort hängen in die Stallgasse stromführende Drähte tief hinein. Man- cher (Stallgang scheint Abladeplatz für alles mögliche Gerät zu sein, und mancher Heuschach laßt nicht mehr erkennen, ob die Heugabel Heu oder zureichende Menschen gespießt hat. Was liegt an Beilen, Hacken. Gabeln und Nechen nicht alles umher! Wieviel Wel­len und Transmissionsräder laufen In Stack- räumen und unter Hofdächern nicht noch frei, I jedem flatternden Kleidungsieil tückisch auf- lauernd? Auf so manchem Hof sind noch Drun- nen. Abort und Iauchegruben unbedeckt oder nur mit dünner Schalung verwahrt, und noch so viele Auszüge und Laufkrane lassen auch die einfachste Sicherung vermissen, ein Wunder fast, dah nicht noch mehr Unheil geschieht! Schupvendächer hängen unge- ft ü h t nach der Seite, eines Tages die unter ihren arbeitenden Menschen unter sich begrabend, und Bodenbretter, morsch und faul, sind bereit, mit jedem, der sie betritt, in die Tiefe der Tenne durchzubrechen, Leichtsinn hinter dem die Fratze unsäglichen Grauens 9r®arf ich den Kreis unserer Behausung schließen | durch einige Anmerkungen über die Gefahren, die im Garten drohen, so ist. tote schon be­merkt. die Fülle möglicher Unfälle durchaus noch nicht erschöpft. Dielleicht darf ich zuerst erin­nern an das Baumfällen und an das oft damit verbundene Sprengen der Wurzel- stöcke mit Romperit. Ganz dringend must lorg- fältiees Abstützen des durchzusägendcn Stammes und "sorgsames Abziehen des FälltaueS gefor­dert werden, und gewissenhafte Absperrung deS EprengbezirkeS und hinreichende Benachrichtigung aller Umwohner sollte ebenso selbstverständlich sein, wie achtsamste Aufbewahrung der Spreng­kapseln. Fortwährende Durchsicht der Werkzeuge in bezug auf Stielfeftigkeit und Sicherheit der Halten erscheint ebenso selbstver­ständlich, wie immerwährende Prüfung von Leitern. Stützen. S e i l e n . K l e 11 e r - gurten und Korbhaken. Die Obstpflücker- Statistik zeigt trübe Bilder alltäglichen Leicht­sinnes! Wachsame Ordnungsliebe wird zu ver­meiden wissen, dast versteckt liegende Sensen. Sicheln. Rechen und Hacken blutige Lehren erteilen, oder dast S t a ch e l d r a h t und Glas­scherben Ursache gefährlicher Verletzungen wer- den. dann wird Gartenbesitz auch Gartenfreude bedeuten.

Und sollte trotz verantwortungsbewustter Un- fallvermeidung doch ein Unglück geschehen, dann gehört Erfahrung dazu, erste Hilfe zu leisten, um grösteres Unheil zu vermeiden: es tut not, zu wissen, wo der Derbandskasten hängt und wie seine Heilhilfen zu benutzen sind; es ist wichtig, den nächsten Arzt, die Feuerwache und die G a s w a ch e schnell angeben zu können. Und es gehört zu allererst und zu allerletzt dazu, dast man U n f a l l v e r h ü t u n g S - u nd Schutzvorschriften, wo immer sie uns auch entgegentreten mögen, auch wirklich liest und anzuwenden sucht!

Bekanntlich läßt der ADAE. bereits feit IVi Jahren in allen Teilen Deutschlands Hilfsdienst­wagen laufen, die Fahrzeugen aller Art, die auf der Landstraste infolge eines Unfalles oder einer technischen Schwierigleck liegen geblieben sind, Hilfe zukommen lassen. Neben diesen vom ADAE. finanzierten HilsSd.enftwagen Haven noch über 6C00 ADAE.-Mitglieder unter Führung des de- kannten gelten ADAE.-H-lfs-Dienst-Wimpels es es übernommen, ehrenamtlich den Stratzen- hilfsdienst zu unterstützen. Ein de.lles Glied der Organisationen sind b.e ADAE.-Hckssdtenststellen. deren lostenlofe Kennzeichnung durch das bekannte weiste ADAC.-Schild in ganz Deutschland erfolgt ist. Als neuestes Glied zur Förderun s des Stra- sten-Hilfs-Dienstes darf das vom ADAC, her- ausegebene Ertennungssch.l) für Ae.^te-Wagen bezeichnet weiden. Diele Email-Plaket.e. die das bekannte Hilfsdienstzeichen des ADAC., das rote Kreuz auf blauem Grunde zeigt, wird allen Aerz.e-Mttglicdern des ADAC, vier Kraf.fah- reroeieinigung deutscher Aerzte perlleh.n. Trotz­dem dieses Schild erst seit einigen Wochen im Verkehr ist. ko.mte der ADAC, auf Anfordern bereits über 2000 dieser Schilder verteilen. Diese Schilder müssen an der Vorderfront des Kraft­fahrzeuges. möglichst oberhalb der poli^ilnchen Eriennungsnummer. befestigt werden. Die In­haber der Schilder haben sich bei Unglücksfallen zur sofortigen Hilssbeieitschaft bereit erklärt. Ob es möglich sein wird, bei den Behörden zu er­zielen, dast die mit d.efern Schild ausgezeichneten "Wagen in gewissen Fällen ein Dorfahrrecht, oder sonstiges beverzugles DerkehrSrecht zugestanden erhalten, muh den weiteren Derhandlungen deS ADAC und der K. D. D 21. vorbehackten bleiben.

Wichtig für die OeffeMlichkeck ist ferner, zu wissen, dah die bekannten Holztafeln, die der ADAC an den Einfahrten der Städte errichtet, am Kopfleit der Tafeln, die bei Unglücksfällen zuständige Rettungsstelle verzeichnen.

Durch alle diefe Mahnahmen erhält Deutsch­land auf dem Verkehrswesen vorbildliche Ein­richtungen, die in ähnlicher Form In Europa zur Zeit nur Großbritannien aufzuweifen hat.

Dekämpst den Leichtsinn!

Winke zur Unfallverhütung in Haus, Hof und Gatten Don Guido Wolf Günther.

Hätte ich HanS HotbeinS Künstlerhand, so möchte ich wohl einen neuen Totentanz zeichnen vom Zug des Sterbens, den der tolle Bruder Leichtsinn anführt l Lausende blü.)ende Mensche- (eben wellen jährlich. Hunderttau'ende Tlctgiger Hände werden jährlich für immer stillgelegt durch Unfälle in Haus und Hof. in Werkstatt und Fabrik. Erschütternd ist die Sprache der Ünsal - latiftilen (in Deutschland annähernd drei Mil- ioncn Unfälle. 24 000 Todesfälle in einem Ahr!) und eindringlich genug d.e v.elstellige der gezahlten Unfallentschädigungen und .Renten. (Schätzungsweise 5 Blilliarden Mark jährlich') Es ist bequeme Gedanken'o igkeit, zu behaupten, dah das Jahrhundert r sch fortsch.eckendec Me- dxmiiicrung und Indust riack.s.erung eben mehr Opfer fordere, als die Zeiten geru.rfamer Der- gangenbeit: der Anteil kaum vermeid-arer. durch unser Maschinenzeitalter bedin ter Unfälle (21 Prozent) ist sehr gering. verglichen mck der Zahl reiner Leichtsinns-Unfälle (79 Prozent)! Richt groh genug köiinen die Massen sein, die tour zum Kampf gegen den Leichtsinn auf ruf en; Nicht ernst genug köniien wir mahnen und warnen: ©eil) bedachtsam, auch im Kleinsten!" Und es seien auch diese Zeilen in solchen Dienst am Docke gestellt, ein wenig rnitzuhelfen an der Derringerung einer Gefahr, die stündlich und überall auf uns lauert.

Dabei kann auf Vollständigkeit bezüglich der gegebenen Hinwei e natürlich kein Anspruch er- Horen werden; denn jeder Tag schafft neue Fälle"; ver.ucht soll nur werden, einige torfent- liche Gefahrenquellen zu kennzeichnen, di« in Haus. Hof und Garten Unheil wirken

nei men da schlecht gesicherte Falltüren und nacht^issig verwahrte Luken in Anspruch. Un­angebrachte Sparsamkeit im Beleuchten dunkler Treppen und Gänge fordert fast ebensoviel Opfer, wie das nicht genug zu verdammende Derste11en von solchen Gän­gen und Treppen mit Kisten, Fässern und Gerätschaften. Auch recht beherzigenswert scheint die Mahnung: Halte alle Laufbahnen von Unrat (Obstschalen usw.) peinlich rein, weil auch die lleinste Ursache hier schlimmste Wirkung hat! Wenig beachtet wird leider auch das richtige A u f st a p e l n von Kisten, Fässern, Holzrollen und anderer Lagerwace; der Tod oder dauerndes Siechtum lauert hinter schief gelagerten Stapeln? Wo Maschinen irgendwelcher Art Hilfe leisten, mutz bei haus- oder landwirtschaftlichen Arbeiten die grotzte Sorge den Schutzvorrichtungen und -blechen gewidmet werden, und alle A n h ä n g e - Vorrichtungen seien unter ständige Kon­trolle gesetzt. Nicht scharf genug kann das Verbot des Rauchens in allen Sperbern und Scheunen durchgeführt, und alle solche Räume mögen mit vorschriftsmätzig verlegter Licht- [ e i t u n g versehen werden, ein brennendes Streichholz kann furchtbares Unglück zur Folge

^Gegenüber der Zunahme der gezählten De- triebe mutzte die Zahl der besichtigten Betriebe naturgemäß verhältnismätzig niedrig fein; he betrug 1875 (davon 53 in der Nacht und 16 an Sonn- und Fesi.agen); Unfalluntersuchungen wur­den in 49 Fällen vorgenommen. Dazu ommen noch 23 Tesuche von Hausarbellerwerckt allen, 29 Nachprüfungen im Interesse des Kinder- schutzes. ferner über 200 Besichtigungen von OTineralollagcrftättcn, und mehr als 100 Pru- fungen von Baugesuchen an Ort und Stelle. Außerdem sind hierher noch zu rechnen die Be- cuiad)tungcn von Sprengstofflagern in 19Fal­len und die Besichtigungen von 27 Werkstätten, die unserer Aufsicht nicht unterstehen.

Hausarbeit.

Durch eine alle Gemeinden von Oberes,en umfassende Zählung wurde festgestellt; daß es am 1. Dezember 1928 in dieser Provinz m-gesamt 353 Hausarbeiter gab, und zwar 33 männliche und 320 weibliche. ,

Diese verteilen sich nur auf die Gewerbe- zweige der Terfilstoße, des Papiers des Leders, ferner auf die Cigarrcninbuftrie und das Kon- feklionsqewcrbe, alle übrigen Jnbustnegrupren find nicht vertreten, mit Ausnahme cines Falles im Holzgewerbe, wo im Kreise Alsfeld eine Stuhlslechterin arbeitet. _ .

Die Textilarbeiter sind 6 männliche und 13 weibliche. welche sich auf, alle 6 Kre.se verteilen.

Die Papierindustrie ist nur mit 2o Arbecke- rinr.cn in zwei Städten und einer Landge- mcinDc des Kreises Friedberg vertreten, welche samti ich für die gleiche Papierwarenfabrik dort atCmlC2ebcrtoarcngetocrbe kommen lediglich acht männliche Hausarbcitcr in B.t.acht m Dilbel, d.e alle für Offenbacher Fabriken tätig sind.

Cn der 3igarrcninJuftne wurden ebenfalls nur Arbeiterinnen gezäh t, und zwar 242, davon die Hauptzahl mit 237 im Kreise Gictzen, die übrigen 5 in der Kreisstadt Schottem

Die letzte der fünf Gruvpen solcher Arbeiter ßefteßt aus 57 Personen (19 männliche und 38 weibliche), welche im Schneidereigewerbe ißre Tätigkeit auöübcn. und zwar die männlichen 55auöarbeit:r nur in 4 Kreisen, außer bcnicmgcn von Lauterbach und Schotten, die weiblichen ebenfalls nur in 4 Kreisen, aber mck Ausnahme Derjenigen von Büdingen und Dietzen; die ort- liehe Derteilung ist demnach ziemlich verschieden.

könnten. m ,

Naturgemäß sind in unseren Wohnrau men die Gefahren zu erwähnen, die aus Hauswirt­schaft und Wohnbetrieb entstehen. Da ist beim Möbelumsehen schon zu bsachlen, datz Stricke und Haltegurte nicht morsch oder zu dünn sind, damit Quetschungen aller Art ver­mieden werden. Auch möchten gefüllte Schranke beim Verrücken zweckmäßig gestützt und u. a. am neuen Standort durch Wandhaken befestigt werden. Haken, Oesen und Nägel hängender Möbelstücke. einschließlich aller Dllder, so.cken oft nachgesehen und nach Bedarf neu einge- schlafen bzw. gedübelt werden. Nicht mehr benötigte Aägel müssen entfernt werden, denn bloßes Umschlagen verhindert nicht, datz wir uns schlimme, meist mit Blutver- aiftung verbundene Qtcijtounben zuziehen. Den Leitern. Stühlen und Fußbänken, die uns zurErhöhung" dienen, wenden toir unsere ganze Sorgfalt zu, denn fehlende Schutz der Füße gegen Ausgleiten und unge.chickte -Dauert ( Kippeln!") führ-en zu schweren Stürzen auch schon in Meterhöhe. Andere Schäden rupren vom leichtsinnigen Umgang mit Geräten und S.ofsen aller Zustandsformen her: da lu;en Nadeln. Scheren und Messer offen umher oder werden an Kleidern bzw. in Taschen un- ge.ichert getragen; Nägel und S t i f te wer­den im Mund bereitzeha-llen, spitze Blei­stifte in bedrohlicher Nähe der Auien hm- und herbeweit. A-.if fragtoüvb'.gcn Snrtgelegm- heiten (Söffer. Kisten usw.) balancierend werden Fenster . e utzl. Töpfe mit kochen- dem Wasser stehen am Rande von Oesen und Küchenmöbeln, jederzeit Kindern gräfliche Verbrühung drohend; ungesicherte Ofen­türen. unordentlich gelegte Strom leitun- n e n und zerbrochene S cha lter. urnhe.gewor- fene Oellavpen von Remi tungszwecken, sowie in Kinder-Griffweite bewahrte Stre . chhol - i c r und brennbare Flüssigke i te n (Benzin. Petroleum, S.iritus. alkohol xilti^e Me­dizinen ufto.) bergen in sich dauernde Feuers- qefabr. Gifte in fester und flüssiger dorm sollen stets verschlos en in genau bezeichne.en Gcfäßen ausbewahrt bleiben; G a sle i t u n ge n finD auf Durchlässigkeit, besonders in Schlaf- räumen, regelmäßig zu prüfen! (Dabei hüte man sich vor dem gefährlichen Ableuchten, sondern benütze nur Seisenwasser. das durch Blaen­bildung ausströmendes Gas anzeigt.) Genau be­achte jeder Hausvater die Derschlüsse der Stubenöfen, um O^baer gif tunken zu ver­meiden. Ein wenig erörterter Gefahrmifall sei noch an gefügt: Der unzureichende Deckel- verschlutz vieler Aborte älterer Bauart, wie sie in kleinen Städten und im Dorf noch vorwicend im Gebrauch sind. Hat man sich schon einmal "das entsetzliche Unglück vergegenwärtigt, das kleinen Kindern durch Sturz in d.e Aewrt- ,-rube droht? Jede Abortofinung, auch d.e An­lagen ohne Wasserspülung, sollten verengte Rv.)r- (ei tun gen und Decken haben!

3n Keller, Boden und Scheune sind bei Unachtsamkeit auch eine Anzahl böse Schädi­gungen zu gewärtigen. Den größten Unfallanteil

sitzers an der Kreissäge mit einem über 7 Zenti­meter weit abstehenden Spaltkeil arbeitete, so dah ein Holzsplitter zuruckgcschleudert wurde und ihn an der linken Brustseite auf das Herz traf.

An Explosionen haben sich 1927 zwei solche an einem Azetylenentwickler und an einer Azetylen- wasservorlage aus nicht feststehenden Ursachen er­eignet. Zwei weitere Explosionen kamen in Stein- brüchen vor, weil die Arbeiter vorschriftswidrig mit Eisenhämmern und Eisenstangen an einge­setztem Schwarzpulver arbeiteten; in drei von diesen 4 Fällen wurden die Beteiligten sämtlich schwer verbrannt. , ,

Zum Schlüsse dieses Abschnittes sei noch berich­tet, dah 6 Grohfeuer in Gewerbebetrieben im Fahre 1928 Dorfamen.

Taten für Sonntag, 24. Februar.

Sonnenaufgang 6.57 Uhr, Sonnenuntergang 17.31 Uhr. Mondaufgang 18.20 Uhr, Monduntergang 7.41 Uhr.

1786: der Altertumsforscher Wilhelm Grimm in Hanau geboren; 1829: der Schriftsteller Friedrich Spielhagen in Magdeburg geboren; 1905*. Durch­stich des Simplon-Tunnels.

Tatei für Montag, 25. Februar.

1841: der Maler Auguste Renoir in Paris ge­boren; 191k der Maler Fritz o. Uhde in München gestorben.

Unfälle, Slatifüt.

3m Berichtsjahr sind 1820 gewerbliche Un­fallanzeigen bei uns emgesandt worden, äe^en- über 1333 Anzeigen des Voriah.es, d^e S.ei^e tung muh auf die erwe.terte Dersicyerungs- pflicht, auf die Zunahme dec Gewervevetrieve und auf die erhöhte Sorg alt bet Der ^njrxlöung von Unfällen zurückgefuhrt wecden. Durw letz­teres erEIärt es sich auch, daß in mcht OKniger als 752 Fällen die Betrof.enen ihre Arbeit überhaupt nicht unterbrochen haben; ferner ist zu betonen, daß 113 T e.ckehrsunf alle vor kamen wofür leider ebensowenig Derglttchszah en aus dem Dorjahre vorhanden sind, wie für Die weiteren mitgeteilten Zahlen.

An Der Gesamtzahl der Falle warm beteiligt 1675 männliche und 70 weibliche Erwachsene, ferner 70 männliche und 5 weib.ichr jugendlich.. Die höchsten Unsallzi, cm (über 100) weisen auf die Gcwerbegrupven der Steine und Erdrni (401), des Machinenbaus (522), der Nahrungs­mittel (146) und .des Tau ewerves (2och, wah­rend diejenigen der Musinnstrument?, des Ter- fich"rung--w' ns und des Unterricht keine Un­fälle im C ahre 1923 zu me den gehabt ha>en.

ee-enübe. 0.lchen Unfällen keS?- or.ah.es Wurden 22 solcher oälle irn BerichbSiahre uns bekannt, wovon allein 7 a.s Der.ehrsunsa.le sich ergeben- 3 weitere ereigneten sich in einem Kra^ st.-omwerk, welches während Zaires durch Derfügüng des Ministers der Bergbehörde unter­stellt 'worden ist. Don den ^rblcioenben.2 Uiwlückssällen mit tödlichem Ausgange geschahen zwei in Steinbrüchen und einer am ^wberg einer Ziegelei; in den beiden ersten Fallen wurden die Brucharbeiter ueim Abräumen von Stein- und Erdmassen getroffen, und im Drittel Falle wurde ein Hilfsarbeiter von einer sich ab- löfenbcn Leh:nmasse verschüttet. 3n allen in:ei ^Fällen wurde festgestellt, daß ein unsachgemäßer Abbau Die Hauptursache dafür gewesen ist. eins dem Eisenbau ist ein weiterer tödlicher DetweoS- unsall zu nennen, durch den ein Montage­schlosser ums Geben kam, weil er durch einen herabsallenken Ocrüftbaum von dem Gerüst her- untergetoorfen wurde, da er sich trotz Anweijung nicht angefeiü Halle. Drei andere Todes,alle ereigneten sich in einer Fabrik des Nahrungs- mittelgcwcrbeo gan^ kur nacheinander. Zuerst wurde ein Mann dadurch getötet, datz er alS Linkshänder den Dienshebel einer Schleuder­maschine mit der lin.en Hand bediente, wobei Ihm dieser Hebel aus der Hand glitt und daS

Don der Tätigkeit einer heimatkundlichen Arbeitsgemcinschast.

- 5 rieb berg. 21. Febr. Zu einer wichtigen D o l l s. Y u n g versammelien sich gestern die Mit­glieder der geschichtlich-volkskuiidlichen und der geographisch-naturwissenschastlichen Adteckung der heimatkundlichen Arbeitsgemein­schaft des Kreises. Der Dorsitzende. Ober- studiendiretlor Dr. Fabcr. von der hiesigen Ausbauschule, konnte in ,einer Begrüßung au* Ministerialrat Hoffmann. Den Begründer und Leiter der hefiischen amtlichen Arbeitsgemem^ schäften, willkommen heitzen. Anschließend gab er einen Uebcrblick über Die Tätigkeit Der KrelsarbeitSgemeinschast. de im Som­mer 1926 gegründet wurde und seitdem in zwei Fachgruppen schon manches zur Klärung der Methode der Heimattorschung und auf dem Ge­biete der Materinlbeschassung geleistet bat. Mi­nisterialrat Hoffmann überbrachte Die Grütze Des hesfischen Kultusministeriums. inS.e anDere auch Die Des Staatspräiidenten. der lebhaftes Interesse für Die Gestaltung Der Helmatschule zeige.

Die Berfa mmlunq hatte grunDlegenbe Be­schlüsse für die weitere LLttgveit drr Arbeits­gemeinschaft zu fassen. Nach zwei Richtungen hm soll nach den bisherigen mebr sichtetchen Dor- arjeiten nun an pockckve Arbecken herangetreten werden. Zunächst will man mit der Anlegung heimatkundlicher Lehrsammlungen beginnen. Oberstudiendirektor Dr. Faber ver­breiten sich in wohl ^gliederten Ausführungen über den Zweck und die Gegenstände der Heimat- I kuitdlichen ©ammelarbeit. ferner über Die Raum- beschafsung. sowie über die Derwaltung Der Sammlungen, die alles heimatkund iche Gut ge­schichtlicher, kulturgeschichtlicher und volkskund­licher Art vor Dem völligen Verschwinden retten und in einemDorf museum" auf nehmen soll, soweit allgemein wissenschaftliches Interrfse nicht die ileberfüßrung der Gegenstände in ein größe­res Kreis- oder Proviiizialmuseum notwendig er­scheinen läßt. Prof. Dr. Blecher unterstützte den Ruf zum Sammeln und gab wertvolle prakck che Winke für die Täckgle t aus D.efern Gebiete, unter­strich aber als Museumsleiter die Forderung, datz die örtlkben Schulsammlun.,en Den größeren Museen werwolle Fundftücke und kulturgeschicht­liche Gegenstände nicht vorenthalten dürften. Studienrat Dr. Knieriem (Bad-Nauheim) sprach im besonderen über die _ naturkundliche I Heimat!arnrnlung. Diese müsse Rücksicht nehmen auf Die Bestrebungen des Naturschutzes und ihr I Hauptaugenmerk richten auf das Sammeln und Abfassen von lebrnswahren. anschaulich und ein­fach gestalteten Berichten über den jeweiligen Stand des Kulturlandschaftsbildes des Heimatbezirkes. Dazu müßten Dann vor allem gute pho.ographtsche Naturaufnahmen lommen. Beschlossen wurde, mit Der ©ammclarbeit im an- I geregten Sinne möglichst an allen Schulen zu beginnen, che es zu spät ist.

Außerdem ist. wie Prof. Dr. Blecher in einem furzen Referat ausführte. an Die Heraus­gabe selbstä.idiger heimatkunDlicher Dec- öffentlichungen gedacht. Mit der Einfüh­rung von heimatkunDlichen Lesebogen, die eine Ergänzung zum Lesestoff des Lesebuchs wer­den sollen, ist ein guter Anfang gemacht. Die Derfammlung beschloß Die Fortführung des Un­ternehmens. das zu billigstem Preise heimat­kundliches Lesegut Der Schulen des Kreises schaf­fen soll. Darüber hinaus werden Heimat- I bogen für einzelne Gemeinden erscheinen, aus I denen sich nach und nach das Heimatbuch, das das Endziel aller Heimatforfchunz sein wird, aufbauen kattn. Mit der Redaktion der geplanten I Veröffentlichungen wurde Der Dorstand mit Obersludiendireltor Dr. Faber an Der Spitze beauftragt. Cs gehören ihm Dertreler Der höheren Schulen und der Dolksschule an; ferner sollen auch die Pfarrer heraniezogen werden. Deren Mitarbeit in den Arbe.tsgemeinschasten allgemein gewünscht wurde.

Ministerialrat Hoffmann st^rach feine Fnud? I über den anre iendm Verlauf der Tagung aus und sicherte für die geplanten Arbeiten weit- möglichste Unterstützung des Kultusministeriums »u.

Oie Gewerbeaufsichi 1928.

Das Gewerbeaufsichtsamt Gießen hat soeben seinen Jahresbericht über die Ge. werbeaufsicht im Jahre 1928 gestellt. Aus diesem Bericht, der eine ganze Reche von Angaben enthält, bic im Hmbllck aus Die morgen beginnende R e l ch s . U n f a 11 w o ch e von blonderem Interesse sind, bringen wtr heute die folgenden Abschnitte:

Arbeitnehmer (Zu- und Abnahme).

Die Gesamtzahl der am Oktober 1928 »äbllen Groß-, Mittel- und K.etnbetrtebe betrug 4239 (im einzelnen 130, 1251 und 2858), wahrend MÄnöe Zahl für das 2ahr 1927 fast nur Die Hälfte war, nämltch 23v3 (zusammen­gesetzt aus 113, 1121 und 1119). Man steht hieraus Daß vor allem Die Kleinbetrtebe (mit 14 Arbeitnehmern) sich bedeutend vermehrt haben; diese Zunahme ist weniger auf Wirtschaft- [.-e Gründe zurückzuführen, als auf Die ftinDig fortsch.e tenDe Elellr.sierunz in Dec Provinz Ober­hessen und auf Die weitgehende Erfassung Der uns unterstellten Betriebe. , e .

Sn den gezählten Betrieben waren insgesamt beschäftigt 38 396 Arbeitnehmer, und zwar in Den vorerwähnten Untergruppen einzeln: 17 526, 15 833 und 5034; für 1927 lauten Diese Zahlen 17 086, 15 130 und 2605. Eine Abnahme unter den Arbeitnehmern hat nur in _ zwei Fallen stattgefunden, nämlich bei den männlichen An­gestellten Der Großbetriebe (um 20 gegenüber insgesamt 1147) und bei Den Arbeiterinnen Der Milteck>etriebe (um 9 bei einer Gesamtzahl von