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Nr. 46 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 23. Zchrnar 1929
Aus dem Reiche der Frau.
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gedünstete, abgetrovfte Fadennudeln oder Terg- hbrnchen, die vorher nur kurzer Kochzeit in wallendem Salzwasfer bedürfen.
Wichtig ist es für alle alleinstehenden. besonders älteren Frauen, die nur auf die eigene Kraft im Haulhalt angewiesen sind und oftmals niemand -um Schielen und Einholen haben, das) sie stets einen kleinen Bestand von Dauer- Vorräten, besonder ’ von Gemüse- und Obst- konserven, -Zwieback, Keks, Tee, Kaffee, ^0,00. Fleischwürze u. a. im Hause haben, um im Notfall etwa; gleich bei der Hand zu haben, wenn Zeitmangel durch berufliche Abhaltung od.r aln» päßlichkeit den Einkauf hindern. Sn V elen Fällen ist eben die alleinstehende, beruf'tat ge Frau genit'gt, schon aus Gcsundheitsrüclsicht.n ergere Küche führen zu müs'cn, wenn sie aus körperlichen Gründen eine Massenzubere t '.ng nicht verträgt. Leicht und einfach hergerichtet, doch dabei von hohem Nährwert und Geschmack begleitet soll die Mahlzeit der kochenden Berufsfrau sein. Mutz ihr freilich auch häufig eine Selbstbeköstigung auf schnellstem Wege hergestel't für den Werktag genügen, so kann sie sich mit Mutze und Lust kompliziertere Gerichte nach Gefallen zur Sonntagsmah'zeit gi nnen.
die erste Stelle in der Belieferung, erst in weiterem Ab stand« folgten Guatemala und S lvador. Die Einfuhr von Tee kostete uns „nur" 22 Millionen Marl, dagegen die von Kakao aohnen aus Britt,ch-Westasrika immerhin 97 Millionen Mark.
Kann man bei der Entnahme von Weinen. Kognak. Tabalb.'ätiern von Luxusbedürfnissen sprechen, deren Berechtigung von mancher Seite bestritten wird, so verlangt es unzweifelhaft unsere Bolkeernährun). datz wir 23 Millionen Mll für Heringe und 12 Millionen Mark für Schellfische ausgaben. Die Postton für Kav.ar erforderte 3 Millionen Mark. Auch ausländisches Federvieh und Schweinefleisch — neben Gefrierfleisch — ergänzten die einheimische Erzeugung unserer Ernährung.
Die deutschen Wälder, die nicht nur dazu da smd. um von Dichtcrii besungen zu werden, sondern um unseren Holzbedarf au decken, erfüllen diesen Zweck nicht ganz, schon deshala nicht, to.nl in einem Land nicht alle Hölzer wachsen, und deshalb sind wir auch darin auf das Ausland angewiesen.
Es wäre aber falsch, anzunehmen, Deutschland sei ein an N oh stossen armes Land: allein d.e Ausfuhr von Ko len. Mineralölen. Steinen und Erzen übersteigt die Einfuhr um 9,5 Millionen Tonnen. Wenn wir auch künstliche Düngemittel in ungeheueren ^Mengen einführen, so betrug doch der Ausfuhrüberschutz in chemischen und pharmazeutischen Erzen nissen sowie Farmen noch 3.6 Millionen Tonnen. Hn.ere Eisen- und Metallindustrie führte 2 Milllonen Tonnen mehr aus als ein. Als stark aktiv kann man auch die Maschine.'industrie e nschlies.lich elektrotechnischer Erzeugnisse und Fahrzeuge be ctchnew Wtr b liefern die ganze Welt mit Glas. G.aswarc Papier und Spielzeug, um nur einige Weser liche Jndustriearodnkte zu nennen D^e Einfu,. von Baumwolle belastet zwar unsere Bilanz, doch schlictzt die ganz« Industrie der bearbette'en Spinnstoffe und -waren daraus (Serbe, Wolle. Kleider) attiv ab. .
Jede Bertiefunq In die E'.nzelhetten unseres viel nestel ttgen Autzenhandels zeigt uns ron neuem, wie stark verflochten in die Wcltwirtscheft Deutschland ist und wie die Böller w.rtschaftl.ch voneinander abhän ig sind. S.ch nicht gewaltsam abschlietzen und doch sich behaupten — das muh die Losung auch für dir deutsche Wirtschaft fern!
Allerlei Saucen.
Don Marie Reuter.
„Gute Sauce verbessert jede Speise." Wer diesen Nat befolgt, wird finden, datz er dadurch nicht nur viel wohlschmeckend,.re Speisen erlangen, sondern auch manches Stück F.eisch — und damit seiner Wirtschaftskasse manche Mark — ersparen kann. Die folgenden Rezepte sind für 4 bis 5 Personen berechnet.
Zu Kalb- und Hühnersuppenllelsch eignet sich am besten Holländische Sauce. Ein Löffel Butler wird in einem Pfännchen aufgelöst, 1 kus 2 Eßlöffel Mehl darin geschwitzt, ein achtel Liter Fleischsuppe, ein achtel Liter sütze Sahne ober frische Milch allmählich dazugegossen und glatt verrührt, datz eine sämige Sauce entsteht und zu setzt nach Geschmack etwas Essig, Zucker und das e wa noch fehlende Salz dazugeführt.
Zu Pöcke.sleisch, Rindfleisch und hartgekochten Eiern eignet sich vorzüglich eine Mostrich- fauce. Wieder wird ein Löffel Butter auf» geJjft, 1 bis 2 Löffel Mehl darin geschwitzt und soviel heiß Wasser hinzugefügt und gut verrührt, datz eine dickliche Sauce daraus wird. Dann gibt man für 5 bis 10 Pf. Mostrich, 1 Teelöffel Salz, 2 Eßlöffel Zucker und 2 b.s 3 Lötzel Essig hinein. „
Zum Abendessen, zu jeder Art von Suppenfleisch oder auch zu Kartoffeln in der Schale patzt sehr gut eine Heringssauce. Man kocht in */4 Liter Wasser oder F.eischsuppe 1 b.s 2 feingehackte Zwiebeln weich, fügt 1 Löffel Butter, das feingehackte Fleisch von 3 bis 4 gut gewässerten und entgräteten Heringen, eme
ghetti nur eine geringe Zeitspanne Arbeit. Mit Fleisch-, Fisch- oder Schinkenstückchen, auch mit Räucherlachs und mit geräucherten Speckwürseln gedämplt oder in der Herdpsanne knusprig aufgebacken, schmecken und sättigen sie.
Bald hergerichtet sind alle Eierspeisen, wie ein Eierkuchen, besonders aber eine lockere und leckere Schaumomelette. Man rührt dazu zwei Ciweih mit einer Prise Vanillezucker zu steifem Schaum, fügt die beiden Eidotter, zwei Teelöffel Zucker (wer den Kuchen fester liebt, einen Teelösscl Weizen oder Kartoffelmehl zu), und lätzt die Schauminasse langsam auf_ einer Seite backen, bestreut sie mit Zucker, schlägt sie übereinander und füllt Frucht ast darüber oder itzt den Schaumkuchen mit Kompott.
Auch eine schnell bereitete Suppe für Beruf > fronen ist für ihre K 'chenführung wichtig. Zu einer guten Tassenbrühe löst man einen halben Teelöffel Fleischextrakt in einer Tasse kochendem Wasser aus. gibt Scllz und einen Geschmack von Muttat hinein, lätzt einen Stich Butter darin zergehen und rührt ein ganze; zerquirltes Ci oder ein Eidotter dazu. Als Suppe genossen, gießt man diese Flüs igleit über angebratene Semmelschn'.ttchen oder über
„Ra. nu trinkt man alle schönen, heißen Flledertee: lg3 wird euch gut tun!“ beruhigte die Tonte.
Gegen zwei Uhr kam der Hausherr. — „Mann!" rief ihm Frau Helene entgegen, „laß mich mal deine Temperatur messen!“ — „Nanu." sagte er verb.üfft. — „Sa. Tante Frieda sagt: Wenn einer mit Fieber hinausgeht, das kann die sch immsten Folge a ..." — „Was willst du denn? Ich hal,' doch kein Fieber!" — „Das kannst du nicht wissen. Sngcborg sagte auch, sie hätte leins, und dann hatte sie achtunddre.ßig."
Sens e.d fügte sich der Gute. ... Frau Helene hie.t Las F.euerthermometer gegen das Licht und sagte erstaunt: „Sa, was ist denn das? Du haft ja bloß sechsunddreihigeinhalb Grad, siele.mnddre ßig muß der gesunde Mensch hauen." Und sie schaute ratlos umher. — „Sch dächte, wir essen nun,“ schlug der Hausherr vor. Sorgen- vo.l fül te die Mutter die Suppe auf. „Das Herz kann es bei d.r nicht sein ... Arteri ..." Sie sp.ach das gesücch.e.e Wort nicht zu Ende. Plötzlich überla.n s.e eine Erleuchtung. „Sch glaube. A.bert, du wirst zu dick. Das Fett hem.nt die Tlutzirkulat on. Wir werden von nun an einen APfeltag in ter Woche ..." — „Seht hör' aber auf!" rief der Hausherr erbost. „Du mit deiner Mefserei! Die ganze Grippezeit ist es gegangen. Mit einem Male nun sängst du an, wo die Grippe überhaupt vorbei ist. Laß doch Gerd ruhig ins Kino gehn. Das schad't dem Sungen gar nischt!"
Frau Helene sagte mit Leidenschaft: „Rein, nein! Sch a s Frau und Mutter bin für eure Ge undheit re.antwo.t.ich. Und du kannst sagen, was du willst! Sch schicke nach dem Doktor, nach Pielenhagen. jawohl! Sch will wi sen, was das ist mit den Kinde.n und mit deiner Untertemperatur. Sch mutz es wissen, zu meiner Beruhigung ..." — „Na, meinetwegen!" sagte ihr Mann.
Am späten A.end fast Doltor Pielsnhagen mtt ell-.ern Kollegen bei Lutter und Wege. ec.
„Sollte man es glauben," entrüstete sich der Kollege. „Sch wurde beute zu einer Familie gerufen, da war n i d) t m a I ’n Fieberthermometer vorhanden." Worauf Pirkenhageu brummte: „Mensch, es gibt nichts Fürchterlicheres, als ein Fieberthermometer in der Hand einer
Dir deutsche Außonhandelsstatisti.' wirb jetzt für das Iahr 1928 vcr lffcntlicht, unb es geht daraus hervor, was man schon vorher annch neu mutzte, daß unser Außenhandel passiv ist, daß unsere Einfuhr die Ausfuhr übrrstcizt. Bei der großen Bedeutung, welche die Fran für daS Wirtschaftsleben besitzt, nicht nur. weil iie in immer stärkerem Grade am ErwwbS eien teilnimmt, sondern auch weil sie als Konfumentin und Haussrau eine hervorragende Rolle spielt, ist cs notwendig daß sie sich über die Gliederung bei deutschen Außenhandels ein richtiges Bild macht.
Wer durch Deutschland reist, allerli egS nicht gerade in auSges rochen:n Sn;uft i geb eten, der wird noch immer überwält'gt von den Eindrücken, tocldje sich ihm landschaftlich bieten: fein Blick gleitet an Wiesen, Aeckern, Wäldern vorb i. und blickt er von seinem Buche auf, so hat sich das Bild kaum geändert. Die Natur bleibt uns erhalten. noch bestehen deutsche Wälder und Wiegen — denkt der Reisende beglückt.
Wie notwendig das Fortbcsthen der Landwirtschaft für uns ist. ergibt sich auch auS der Außen- handellb.lonz. Wr führten an landwirtfch-.stl chen Erzeugnis.en, an Nahrnngs- und Genußmitteln mehr als sechsmal sovitt ein. alS tt/r au Führten: die gesamte deutsche Einfuhr bellef sich im vergangenen Sahre auf rund 63 Millionen L-onnen. und davon entfielen auf die Nahrungs- und Genutzmittel-Einfuhr allein etwa 23 Mil ior.en. Wir können also sagen, daß nichts so bestimmend für das Gesicht unsere; Außenhandels ist wie die Tatsache, daß unser Boden nicht die ungeheuren Mengen erzeugt, die unser Magen v r- fd) inet. Unsere Bedür.nis e sind so vielgestalt g geworden, daß sie von dem Boden eineS Londes nicht hervorgebracht werden klnnen.
Wir haben uns so.verscinerf, daß wir unseren Roggen nicht im Lande verbrauchen, sondern daß wir ihn sogar ausführen: gleichze t g wächst un ere Borliebe für Weißgebäck, und wir führen rum) 2 Millionen Tonnen Weizen ein. Die Gesräßlg- teit des Bichcs reicht an den menschlichen Getreidebedarf nahezu heran: G'rste und Kitte und andere Futtermittel Werren in großen Mengen über die Meere zu unS gebracht, zu einem guten Teil au3 Argentinien.
Das kleine Holland ist unser großer Gemuse- markt: ro:r wurden von dort mit Rot-, Weitz- und Wirlingkohl beliefert, während bei Blümer- kohl auch Italien und Franlreich in Bedacht kamen. Tic Gemüse der Feinschmecker. Artischocken, Pilze und Spargel, fallen zah.emnaQtg
Prakiische Küche der berufstätigen Frau.
Bon Frida Baumgarlen.
Die vielen alleinstehenden Frauen unserer Zeit, die täglich einem anstrengen een Beruf nachgehen, haben ost recht wenig Zeit zu ihrer Beköstigung. Besonders dann, wenn sie daS Selbst.ochen dem Gnsthauecssrn vorz. h n.
Ob sie in eigener Küche wirt (haften oder als M b icrlwch. ende die M tdenutzung einer fremden Küche genießen, meist hängt ihre Kochgelegenheit von der Zeit ab. die sie dafür aufwenden tön.-.en. Biele Frauen sind in der Tat nach Be- endi-u. g ihrer T.'g'sbeschäst'g. ng zu müde und abgespannt, um noch die Lust au zubri igen. sick) einer größeren Mühe für; Kochen hinzugeben, und es ist begreiflich, wenn sie sich mehr Küchenarbeit f r bas Sonntagses en aufheben. Aber auch in der täg'ich und schnell bereiteten Kost sollen genügend Nährstoffe entha ten sein, denn gerade der geistig arbeitende Mensch braucht kö per' und ncroenzrja t nde Krä te.
Borteilhast ist dae Abkochen für zwei Tage, wenn c • sich um Suppen. Gemü e. F'eisch und Kom'vtt handelt. Am zweiten Tage wird da 3 Gericht nur erhitzt und man vermeidet die Eintöristell des EssenZ durch eine andere Beilage Auch Kartoffeln werden am besten für zwei Tage voraua gelecht. Am ersten Tag' i;>t man sie als Schal-. Salz- oder Stomp.kartoffeln. zum pto'itcn Mittagbrot als Brattartosteln. Das Abkochen für zw'i Tage f art auch an Feuerung. Unter den Frisch gemüen sind Mrhrrü.e'. Blumenkohl und Des nkhf auf Gasfeuer sch'ell gaü qedämptt, c&cnio junge Bohnen. Schoten und S eargel. Alle anderen Koh orten, wie Weiß-, Wirsing- und Rotlohl, sind am raschesten ebenso wie Soinal in gewiegtem Zustande zubereitet. DaS Krautgemüse w'r) mehr na's durch chr.i.ten, durch die F'eischma chine gedreht, wobei man den CÖlctterfaft durch unter gestellte Ge äße sorgsam äulfön'-t. und damit angesetzt Nach neuzei - sicher Kochmethode vermeidet man das Ab- wellen der Gemüse, um ihn die werlvollen Vita- mine zu erhalten. Mit Mehl üb rstänbt. durch- gedünstet und m"t Butler oder Fett geschmeidig gemocht, hat man in kue-zw Zell ein nährhaltiqeS und schmackha te3 Demi seocricht auf dem Ti.ch. Auch Pilze, in Es i-wasser schnell gesäubert, abgcttrop t und in reichlicher Fetlnwnge mit ge» tDicrtcr Pst rfilie, gehackter Zwi'bel und Gewürz gebraten, ohne jeden weiteren Wasfer- zusah, sind auf diese leich'.e. einfache Art bereitet. schnell hergerichtet. Die Büchsen- g c m ü t c. die nur im Do enfaft erhitzt zu werden brauchen, und die man nach dem Ab gießen ds> Gemüsewa scr3 wie Fr schgem "sc fest g dünstet, Hilden ein? bedeutende Erleichterung für die schre l ochende Beru's'r-u. AlS Fle i schbei- gäbe sind notür'ich alle gebratenen Flei.ch- sorten. wie Krtelett . Schnitzel. Beefsteaks und Leberschcibcn od.r Ni r n an ehest'n znbere.t t. B'att- oder Gurkensalat sind rajch dazu vorbereitet. , .
Da die Schnelllüche der berussqusubenden Frau Wochentage- in der Auswahl von Gerichten ohne Zestausword besteht, findet auch die F i s ch k o st einen gebührenden P otz. Nicht ■ ist so rcllch gor oe^ämplt oder gebraten wie zarteS Fi chsleisch. Statt komplizierter Soßen, die man sich lieber für arbeit rulsige Tage auffnart, ist daS Fi ch- oula'ch ein kräftige, Gericht für den Alltag. Man bereitet el< au3 rohen Fischstückchen. Zwie- belwürfeln und Kar'.offel'ch'.iden. die man zu- sanemen in Butter oder Margarrne braun brat, mit Mehl be lebt und mit Anguß von ein wenig ssehendem Wasser oder von Sahne etwa', schmoren läßt. QIZan kann da3 Gericht auch durch .Tomctenviertel b:li big in Ge^chnack verändern. Ebenso find Gurkenstückchen von Salz- und P'esferaur'en. auch von Sen gurken, vlla t daran.
Während für länger kochende Gerichte, tote Aeill Erbsen. Cin en. weißen Dohnen sich die Kochkiste zu uübeau'sichtlgtem Oarkochen stets bewehrt, cr'ordern Nudeln. Makkaroni,^Spa-
ängstlichen Frau und Mutter. Wenn rch boi einer Frau 'n F eoerthermometer sehe — nehme ich ihr gleich weg!"
Das Fieberihermomeier.
23on Christine Holstein.
... Und dann kam Tante Frieda und erzählte. Itzaß ihr Ne.fe Badelow an der Grippe gestorben sei. Ach'.unddrrißia Sahre a.t. Mit 39 Grad Fieber war er noch ins Geschäft gegangen, und v.ei Tage darauf war er lot.
Ringsum huste.en und n.esten die Krnder, urw Las Wasser lief ihnen aus den Augen. Die älteste Tochter soß, in em en Wollschal gehüllt, mit heiße n Kop e und t appernden Zähnen am Ofen und tos einen Band Courths-Moh.er. Qßei.cr langte es heute bei ihr nicht. ...
.. „Las kommt alles davon, wenn einer mit Fieber hinausgeht," sagte die Hausfrau zu Tante Frieda, d.e am Fenster saß. die große Brille auf te; Aase, und erneu Korb stopchedurf- tiger Stümpfe u.n sich a. sgebrei.ct hatte. Sorgen- vo.l fuhr sie fort: „Sch tzao' ja auch 'n Fred er- thermometer: aber ich werde n.cht fertig -damit,“ ,
' „Hol' man her, mein Kind, ich krieg das schon! sagte Tante Frieda.
Run wurde die ganze Familie gemessen. SuorR Sngeborg, die s.eoze^njährige Äettcste. „Acht- unddreißcg G.ad!" entrüftcle sich Tante Hrceda. „Und da sitzt bei K.nd hier und liest Romane. Schick' sie man ins Bett. Leuchen! Sch gehe und koche euch 'n guten, heißen Fliedertee." Und st-r trippelte eilig nach der Küche.
Sm Wohn'immer erhob sich mitt'erweile eine große He.i.e.ei. Die sorgenvolle Mutter hatte s ä m t l i che Kinder gemessen und bei lei en c ne vö lig vor,ch i tsnätzige Temperatur gefunden. Gerd, der Terttaner. tobte. Nachmittags war ci. e Schü.ervorstellung von „Bcn Hu.'“. — „Aus La3 Wegen.einen und auf die D.efch'acht hab' ich mich schon so gefreut!“ heulte er, und bekam vor Wut einen feuerroten Kops und bellenden Hustenanfalll
„Sunge, Sunge, das iS 'n böser Husten", sagte Tante "Frieda topsschüttelnd, die mit , einer dampfende Kanne eintrat. — „Und dabei will er ins Kino!" rief die verzweifelte Mutter. —
nicht ins Gewicht. Holland schickt uns ferner Bohnen und Gurken, in großem Umfange Tomaten lvon der Gesamteinfuhr in Höhe von 176 000 Tonnen entfällt der kleinere ^ctl auf Ctalicn). Auf den Kopf der Bevölkerung werden etwas weniger al3 3 Kilogramm Tomaten cm» geführt! Da,) wir unseren Riesenbedars an Eiern nicht selbst decken können, ist eine langbcfannte । Tatsache: immerhin gaben wir im vergangenen Jahre 224 Millionen Mark auS. um die Ctn.uhr zu bestreiten. Unser Hauptlieferant ist nach wie vor Rußland, doch folgen die Niederlande m nicht weitem Abstande. Um die Heber icht zu ver- vollständigen, sei erwähnt, daß^wir auch holländisches Schmalz und Käse beziehen.
Wer selbst keine Zwiebel liebt, ist erstaunt, welche Mengen davon auS Aegtztzten, dem Lande der Pyramiden, zu unS gelangen.
2m letzten Sahre sah man überall Plakate: Eßt deutsche Aepsel! Trotz dieser Mahnung führten wir über 200 Tonnen Aepsel im Werte von 65 Millionen Mark ein: unter den Herkunftsländern stehen an erster Stelle die Schweiz und die Bereiniat.m Staaten. Der Bedarf an Birnen stellte sich um das Vierfach: geringer al3 der an Aepfeln, immerhin waren es nicht wenige, denen tscheck o lowcli'ch: Birnen gut mundc trn. Der Verbrauch an A felsinen und Mandarinen — etwas größer noch als der an Aevfeln — war gleich- fall3 gegenüber dem Vorfahr g:fliegen und beanspruchte 90 Millionen Mark. Fast die ganze Summe kam Spanien zugute, denn die ita.icni» schen Lieferungen spielten keine nennenttverte Rolle. Dagegen ist die Frage Goet-es: Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?' heute noch im gleichen Sinne wie damals zu beantworten: w'r nehmen Stauen sehr viel von btc.cn schönen Früchten ab. , „
Sie croße Belie ideit. der sich dee Bananen ersreuen. spiegelt sich in der Slatistik tot2er. 2luS fcrr.en Ländern mit heißeen K ima tourten uns 83 000 Tonnen zu'oführ': unser Bedarf bann über'.raf den an Tafeltrauben. für besten Befried i ung wir immerhin 31 Millionen Marr aus gaben. Mit Feigen ver'orgte uns d.e gürtet, eben o. neben den Derttnitten Slaalen, mit Rosinen. Treue Kunden sind wir Gr.ech-enlla.nd bei Korinthcnbezügen geb.i ben. Australien sandte uns Ananas im Werte von 10 Millionen Mark.
Wie unenllehrlich uns Kaffee peworden ist, ergibt sich daraus, daß wir im Laufe des e.n-en Jahres 303 Millionen Mark für eine Menge von 135 000 Tonnen auStoar'en. Dra i im bpauottte
Konfirmanonskleider.
??on Margret Halm.
Einsegnungskleidung. sei sic für die lljabrigen Konfirmanden oder für die 9- bis 12jährigen Kommunikanten soll zweierlei Zwecken dienen. Sn der Hauptsache natürllch dem Tag der Wethe. Dann aber sotten Kleid und Anzug doch schließlich weiter getragen werden können. Und so will das lltonttrmandenL.eio, der erste Sünglings- anzug mit besonderer Ueberlegung ausgewählt
Kommt die K o n f i r m a n d i n aus der Schule.- so ist ein schwarzes, dünnes Wollllcid, Wohl am prak.ischsten, lrelchcS sie später mit weißen Aufschlägen dann im Beruf gut weitertragen kann. Seide, vor allem Crepe de Chine wird weniger gern als Konsirmandenlleid genommen, da cs gar trauermäßig wirkt und auch mit einem Hellen Ausputz nach der Einsegnung niemals so recht mehr aufgetragen werden kann. Darum wird yn schwarz hauptsächlich Samt gewä')lt. Denn ein schwarzes Samt! cidchen in gerader Kitte Horm mit t.einem Kragen und Manschettchen. welche man später mit weiß oder rosa überzieht, kann als besseres Nachmittagskleidchen, zuletzt auch noch zur Schule auf getragen werden. Mit rundem, eckigem und V-Ausschnitt etwa mit ©loden» rock den seitlich vielleicht ein Zipfel überfällt und jugendlicher Achseigarnitur dient cS. spä.er etwas sreundlichrr verziert durch eine Helle Tlume. Metallagraffe oder auch etwas Buntstickcrei als reizendes tragttches Gesel schäft'lleid.
Dann und wann wird wohl auch ein Stilkleidchen aus schwarzem Tafft gewählt, welches zur Einsegnung mit gefonbert anzuzichenden A.rmeln, später äeme.los als erste e Leg ante Gefcttfchasts-- foilette getragen werden kann.
,3 u r Prüfung wird als sogenanntes „Vor- stcllklcid" irgendein schlichtes Helles Kleidchen getragen. in diesem Sahr viel blau ober grün in I leichter Wolle. Ripsstosfen, Kasba. Crepe, als
Äser Außenhandel im Lichte derHaussrau
Don Or. Margarete Zacoösohn.
neustes ein fogenannier Crepe Caid". leichter Trikot, auch Crepe de Chine und Eolienne in jugendlicher Sumpersorm.
Weiße Kleidchen für Kommunikanten send den sehr viel jüngeren Sa;ren der kleinen Trägerinnen entsprechend kindlich gehalten. Hier werden hauptsächlich leichte Wottstö schen oder Seide gewähltt Tenn ein wcitzeS Kleidchen tut ja im Sommer immer seinen Dienst. Gürtelkleidchen mit Smokearbeit auf Wolle mit seidenen Krägelchen und Manschettchen. welche als Abschluß ein plissiertes Käulchen oder auch ein schma'es Svih- eben zierll Auch in Seide herrscht daL Gürtel- lleidchen vor mit durchgehenden Falten längs ober quer in verschiedenen Breiten und Muster- Dcrfctpng. Satte k eldchen zeigen Quersteppereien, entzückend g-am engplis ierlen Stufenröckchen. Auch CrLpc Georgette wirkt in kindlicher Verarbeitung sehr reizend. Man zeigt da besonders niedliche Modelle mit Bifenarbell. Zipfel- oder ©loden» röckchen. auch mit ausgezacktem Saum und Achsel- blume vom g'cichen Material.
Der Sohn von 11 Sohren erhält zur Einsegnung gewöhnlich den ersten Sallo-Arizug. Hier ist § besonders wichtig, ob der Sunge die Schule nun verläßt oder noch weiter die Bänke drücken wird. Denn kommt er in die Lehre, so wird der Sakko mit langen Hosen gearbeitet, vollkommen männlich gehalten, der derzeitigen Herrenmode entsprechend. Fast durchweg wird da ein dunkelblauer Zweireiher gewählt. Smo'ingform auf einreihigen Verschluß nimmt man nur für besonders korpulente Sungen.
Als Vorftellanzug werden englische Stoffe zumeist in Sporlform mit Außentaschen, Falten und Rückengurt getragen mit g'altcr langer Hofe sowohl als auch mit k irzen Knickerboggers. Für Schüler nimmt man jeweils den D eichen Rock mit glatten kurzen Hosen zum b ajen_ Anzug und durchweg Sportt'e nllei'' in he' en S'ost.
Kommunikantcn-Arznge sind meist in Sacken- form gehalten, zweirei ig mit weißen angelnövs- tem Kragen ober in flotter Norfolk orm. zlemlich glatt mit nur wenig Falten. Auch buntelßlauc Mozart- ober Lchilleranzüge mit weißer Weste, kurzen glatten Hofen sowie der Kieler-Anzug sind ebenso angebracht wie praktisch.
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