Ausgabe 
22.5.1929
 
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Tomaten ein Pastetenhaus geben mit Ragout und Pilsen gefüllt, Omelette oder Rühreier mit Geflügelleber. Reh in Aspik mit Cumberlandsoße. Geflügel oder Gänseleber in Aspik mit Trüffeln, auch kleine Pasteten mit Ragout-fin und gemischte Fleischsalate. Dis hinauf zu frischem Hummer a lAmericaine, Gänseleberpastete und Kaviar im Eisblock.

Als Fischgang kann ein in Dratform pikant überkrusteter Hecht gegeben werden oder Zander, Limandes oder Merlans, auch Schleie; besonders fein: Salm grille mit Gurkensalat oder Forellen. Statt Salm wird auch Steinbutt oder Heilbutt in Scheiben kalt sehr gern gegessen. Mit Mayon­naise.

Als Fleischgang kann man statt der Hähne ? armierten Hammelrücken geben, Kalbskeule ä la ardiniere, d. h. mit verschiedenen Gemüsen gar­niert. Roastbeef mit Pommes frites oder Pommes saut£s eventuell mit Artischokenboden und Erbsen Gefüllt, Kalbsrücken soubise (mit Hackfleisch übec- rustet und mit Dratwürstchen garniert). Sehr vorteilhaft ist immer eine geräucherte Ochsenzunge mit grünen Erbsen. Einfacher: Deafsteaks auf Drotsockel, oder Tournedos, oder Prager Schinken mit Makkaroni.

Don Wild und Geflügel: Fasan, Rehrücken mit Rahmsoße yder kalt gereicht mit Früchten (Ana­nas, Sauerkirschen oder Erdbeeren) mit Cumber­landsoße, Rehschlägel, Ente mit ganzen gedämpf­ten Aepfeln, gefüllte Tauben, Poularden oder Gans mit Kastanien gefüllt.

Salate: Sellene- oder Gemüsesalate aus roten Rüben, Endivien und Aepfeln länglich geschabt und mit Mayonnaise angemacht. Auch Obstsalat mit Mayonnaise wird zum Fleisch gereicht.

Als süße Speisen: sehr fein ist Obstsalat mit Danilleeis, Halbgefrorenes mit Schlagsahne, innen mit Schokolade gefüllt und mit warmer Schoko­ladensohe gereicht, Blätterteigpastete mit Eis oder Creme gefüllt und Sahne. Einfacher und doch fein' In der Auflaufform Obstsalat mit Loffel- biskuit und Creme, lagenweise geschichtet und mit einer Merinkenmasse (Eischnee mit Puderzucker) überdeckt, die bei Oberhitze in letzter Minute leicht gebräunt wird. Sehr einfach und auch sehr fein: Dananencremc aus durchpassierten Bananen mit Schlagsahne abgerührt und etwas Maraschino.

Käseslangen oder Plätzchen, vor dem Servieren kurze Minuten in der Röhre erhitzt, bilden nach der süßen Speise einen hübschen leckeren Abschluß.

So läßt sich das kleine Diner sowohl nach der feinen wie nach der bescheidenen Seite hin be­liebig stufen. Droht das Diner mit drei Gängen auf einfachste Art noch immer ein bedenklicheres Loch in die Wirtschaftskasse zu reihen, als die Hausfrau verantworten mag, so wird sie lieber Fisch und Vorgericht ganz streichen statt quali­tativ Reizloses zu bieten.

Reben der Sorge für erlesene Speisen und ihre Zubereitung spielt der hübsch gedeckte Tisch und die Art, wie die Speisen angerichtet und serviert werden, eine wichtige Rolle bei jedem Diner. Mit zum größten Stolz jeder Hausfrau zählt ihr Tafelgedeck. Hübsche Tischtücher und Servietten, gestickte Milieus, Porzellan und Silber, die sie mit Feinsinn und Geschmack zu arrangieren weih. Ganz undenkbar aber wäre ein Tisch zu festlicher Gelegenheit ohne den geringsten Blumenschmuck.

Die dienstbaren Geister tragen ein schwarzes, noch moderner heute ein braunes Servierkleid mit beige (in Tee) getöntem mit Valenciennes um­säumtem Voileschürzchen. Die Herrin des Hauses hat ihr Mädchen zuvor in aller Ruhe mit den Regeln des Servierens vertraut gemacht und, wenn es nötig ist, vor leeren Stühlen und mit ihr selbst geübt. Sind ihre Gäste einmal da, wird sie auf keinen Fall ein Mädchen rügen, das beim Servieren einen Fehler macht.

Likör und Mokka in kleinen Tassen wird nach dem Essen im Salon oder Wohnzimmer gereicht. Wird cs spät, vielleicht noch belegte Brote mit Bier und Limonade.

WeWiisiimEMor.

Vornan von Senta Neckel.

Copyright bei Greiner & Co., Berlin NW 6.

2. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Ein Aufschrei ging durch den Leserkreis, als am fünften Tag nach Cllinors Verschwinden authentisch gemeldet wurde, daß Ellinor sich zur Zeit in Reuyork aufhielte.

Die Reuyorker triumphierten. Run würde man sie doch finden! Auf der Straße konnte man sie treffen, in der Hintergrund, in einer Taxi würde sie vielleicht an einem vorüberfahren. Vielleicht hatte man sie gestern gesehen, vielleicht saß sie noch eben neben einem in der Straßenbahn, ohne daß man es ahnte.

Reuyork packte ein Rausch.

Wetten wurden abgeschlossen für und wider Ellinor.

Alarmnachrichten scheuchten die Menschen aus ihrer Ruhe auf. Immerfort passierte etwas Reues.

IV.

Eines Tages verkündeten große Anschläge, daß Ellinor am folgenden Tag im Kaufhaus Lafayette Einkäufe machen werde, natürlich in einer Ver­kleidung, aber immerhin so, daß ein scharfer Be­obachter sie herausfinden würde.

Am Morgen dieses Tages lieferten sich die Passanten beinahe Strahenschlachten.

Die Polizei mußte ordnend eingreifen, um einigermaßen den Verkehr zu regeln. Zeitweise wurde das Kaufhaus wegen Ueberfüllung ge­sperrt.

Die kleinen Ladenmädchen versahen an diesem Tag ihren Dienst mit besonderem Eifer. Sie sahen ihren Kundinnen forschend ins Gesicht:

Bist du Ellinor?"

Die Abteilungschefs vergaßen ihre angeborene Würde und durchmaßen eilenden Schrittes ihre Ressorts und hatten ein wachsames Auge auf alle Kundinnen.

Eine mußte ja Ellinor fein.

Alm die Mittagsstunde liefen alarmierende Meldungen ein.

Atemlos kam die Puhdirektrice zum Chef gerannt.

Hier!"

Sie hielt ihm einen kleinen Zettel hin.

3n Ellinors fester, charakteristischer Hand­schrift, die man von den Anschlägen auf der Litfaßsäule her kannte, stand geschrieben:

Warum machen Sie die Augen nicht auf, eben kaufte ich bei Ihnen einen Hut!"

Die kleine Dame war fassungslos.

Ich habe jede Kundin im Kopf, es kann nur die Dame mit dem Fehmantel gewesen sein

Es ist nicht gesagt, daß es billiger ist, ein Essen zu Hause zu kochen, als es aus einer Stadtküche liefern zu lassen, was der Hausfrau alle Mühe und Aufregung erspart. Sicher aber ist es äußerst praktisch, einen einzelnen Gang fertig zu bestellen. Das kann man wohl und er kommt pünktlich zur gewünschten Minute.

Die Sorge für Getränke, Zigaretten und Zi­garren ist Angelegenheit des Hausherrn. Zum Horsd'oeuvre reicht man gerne einen Süßwein, Haut-Sauternes, Sherry oder Portwein. Zu Fisch und Vorgericht einen Moselwein, zum Fleischgang Rheinwein. Bei festlichen Gelegen­heiten zum Rachtifch gut gekühlten Sekt. Rotwein stellt man in Karaffen auf den Tisch, so daß sich jeder, der ihn wünscht, bedienen kann.

Aus der provinzialhauptstadi.

Gießen, den 22. Mai 1929.

Deutsche Entomologen herzlich willkommen in Gießen!

In den Mauern der oberhessischen Provinzial­hauptstadt, am Sitz der altberühmten hessischen Landesuniversität, wird vom 22. bis 26. Mai die III. Wanderversammlung Deutscher Entomologen tagen. Roch hat in weiten Kreisen der Devölk rung das WortEnlo.roio^i:" einen fremden Klang, und doch wissen viele, welch' große Bedeutung die Objekte der entomologischen Forschung, die Insekten, für Wirtschaftsführung, Besitz und Gesundheit des Menschen haben.

Die einsichtsvolle Wertschätzung dessen, was hier an Arbeit geleistet und auch künftig noch zu leisten sein wird, ist in schnellem Zunehmen be­griffen. Das beweist auch die Teilnehmerliste der Gießener Tagung, die rund 220 Ramen enthält eine Zahl, die von den vorausgehenden Ver­sammlungen auch nicht annähernd erreicht worden ist. In dieser Liste finden sich Ramen von bestem wissenschaftlichen Klang, so daß der Kongreß durch seine Vorträge und den Meinungsaustausch der Fachleute viel Erfolg und Forderung ver­spricht.

.Unfere Stadt hat es sich denn auch nicht nehmen lassen, in Verbindung mit der hessischen Staats­regierung die Entomologen gastlich zu bewirten und ihnen zum Abschluß der Tagung, am Sonn­tag, 26. Mai, Gelegenheit zu einem Ausflug in den Vogelsberg, den landschaftlichen Höhepunkt Oberhessens, zu geben, wie auch sonst alle Kräfte am Werk find, den Gästen die Gießener Tage zu einem schonen Erlebnis und einer angenehmen Erinnerung zu gestalten.

Das wissenschaftliche Programm der Versamm­lung sieht für zwei Verhandlungstage je ein Hauptthema allgemeinen Inhaltes vor. nämlich Spezies-Degriff" undPhylogenie". Der dritte Verhandlungstag soll verschiedenen entomologi­schen Einzelthemen gewidmet sein. Lieber den Verlauf der Sitzungen wird von uns berichtet werden.

Heute verbinden wir mit unserem Willkomm­gruß den Wunsch, daß die 111. Wanderversamm­lung Deutscher Entomologen einen glücklichen und erfolgreichen Verlauf nehmen und die Stadt an der Lahn als Tagungsort den Teilnehmern in gutem Gedenken bleiben möge!

Oer Gießener Bahnhof heute und einst.

Nach dem neuen Sommerfahrplan kommen auf dem Gießener Bahnhof täglich 93 Personen­züge an, 84 Züge fahren aus. Man hat bei dem Bahnbau vor beinahe achtzig Jahren wohl nicht mit einem solchen Aufstieg im Bahnoerkehr rechnen und voraussehen können, sonst hätte sowohl die Bahn selbst, wie insbesondere der Bahnhof, eine andere Gestalt bzw. Lage erhalten. Nach münd­lichen Ueberlieferungen war ursprünglich beabsich­tigt, den Bahnhof zwischen Lahn und Oswalds- garten zu erbauen. Dieser Gedanke wurde befon«

aber nein, die gab mir ja genau ihre Adresse an, wohin ich die Sachen schicken solle und noch eine Auswahlsendung dazu. Vielleicht war es aber die Dame, die das teure Pariser Modell gekauft hatte, die hatte sich so merkwürdig schnell entschlossen, trotz des hohen Preises ..."

Ach. was nützte das Rachdenken? Run war die Chance vorbei. 100 000 Dollar waren zum Greifen nahe gewesen, man hätte nur zulangen müssen aber man hatte die Gelegenheit verpaßt.

Aus verschiedenen anderen Abteilungen liefen ähnliche Zettel ein, auf denen stand, daß Ellinor eben ein Wäschestück gekauft hatte, oder daß der Fahrstuhlboy aus dem Fahrstuhl an der Haupt­treppe nicht so viel mit seinen hübschen Kun­dinnen kokettieren solle, so daß ihm 100 000 Dollar dadurch durch die Lappen gegangen seien, daß die Verkäuferin Rr. 67 sie aufmerksam und nett bedient habe.

Als man die Verkäuferin Rr. 67 ausfragte, ver­fiel sie beinahe in Weinkrämpfe, denn sie hatte an diesem Morgen nur zwei Kundinnen bedient, das kam daher, weil sie die Abteilung für Sprungfedermatratzen verwaltete, und die wur­den nicht en gros gefragt!

Ein heimliches Schmunzeln aber ging durch alle Lager, als sich die Rachricht verbreitete, der Chef der Hausdetektei hätte ein kleines Paketchcn erhalten, worin sich eine goldene ilßr, ein bunt« gesticktes, seidenes Tuch und zwei Paar Seiden­strümpfe befanden mit einem Zettel:

Sie müssen nicht träumend in die Luft schauen, anbei die Sachen, die ich in Ihrem Kaufhaus im Laufe des Tages klaute. Ellinor."

Alle blonden Damen hatten an diesem Tag im Kaufhaus einen schweren Stand; mehr als ein­mal kam es vor. daß so eine Dame schimpfend behauptete, sie hätte noch nie im Leben Ellinor geheißen und sie verbäte sich solche Belästigungen.

Als das Warenhaus am Abend seine Pforten schloß, verkündeten Extrablätter, daß die Iagd auf Ellinor im Haus Lafayette vergeblich ge­wesen sei. y

In dem großen, geräumigen Badezimmer der kleinen Villa in der Winsloe-Street plätscherte das Wasser in die Wanne.

Der Duft eines feinen, diskreten Parfüms lag über dem Raum. Schwämme und Dürsten schwam­men lustig im Wasser.

Ellinor ließ mit einem Seufzer der Erleichte­rung die letzte Hülle fallen und stieg ins Wasser.

Wohlig dehnte sie ihren schönen Körper, Himm­lisch war so ein Bad nach einem anstrengenden Tag-

Sie lachte leise auf. illfig war es im Waren­haus gewesen. Ieder hatte sie forschend ange­schaut, bk Ladenmädchen hatten freundlich ge­kichert, als sie gefragt hatte:

bers von den Bewohnern der Neustadt, die damals als Hauptverkehrs- und Geschäftsgegend bezeichnet wurde, befürwortet; man hielt es für unzweck- mäßig und den Interessen der Einwohner zuwider- laufend,weit draußen und droben" am Selters­berg das Bahnhofsgebäude zu errichten; mancher harte Strauß wurde an den Biertischen und wohl auch im Gemeinderat ausgefochten, und auch die Mitglieder der hessischen Negierung in Darmstadt mögen vor schweren Entschlüssen gestanden haben, denn von Lollar bzw. Niederwalgern bis Bildet kam hessisches Gebiet in Frage. Als schließlich die Köln-Mindener Bahn bis Gießen durchgeführt und durch eine Gesellschaft die Oberhessischen Bah­nen gebaut wurden, teilten sich drei Verwaltungen, die Köln-Mindener, die Main-Weser- und die Ober- hessischen Bahnen in den Betrieb auf dem Gießener Bahnhof. Auch die Dienstkleidung der Beamten war dreimal verschieden. Noch bis in die achtziger Jahre hinein war die Zugabfertigung mit Geräusch ver­bunden. An den Bahnsteigen hingen Glocken, jeder Zug wurde mit Geläut empfangen und mit Geläut verabschiedet. Der Zugführer pfiff kräftig und die Lokomotive noch kräftiger, wenn der Zug hielt und wenn er wieder abfuhr. Es war ein Heidenlärm, wenn zufällig mehrere Züge ein- ober ausliefen. Man erzählt, daß ein am Bahnhof anwesender Amerikaner sich zu der Frage verstieg, ob nicht auch noch geschossen, getrommelt ober geblasen würde.

Heute geht alles still vor sich, die Züge laufen ohne Glockengruß ein und ebenso geräuschlos wie­der aus, nachdem der diensttuende Beamte bas Zeichen gegeben hat. Zu einem in jeber Beziehung ibeal angelegten Bahnhof werben wir -in abseh­barer Zeit schwerlich kommen, aber seine jetzige Lage wirb nach unb nach unhaltbar. Die vorgesehe­nen Umstellungen in ber Borhalle bleiben nur Notbehelf. Wir müssen uns bamit abfinden, wie mit dem Zweiklassensystem in den Personenzügen unb bem weißen unb Zeitungspapier im W. C. E.

Film und Jugendliche.

Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Amtsverkündigungsblatt eine Polizeiverordnung über die Zulassung von Jugendlichen unter 18IahrenzurVorführungvon B i l d st r e i f e n. Darin wird folgendes be­stimmt:

Unverheiratete Iugendliche unter 18 Iähren haben, auch wenn sie sich in Begleitung Erwach­sener befinden, nur zu Iugendvorstel- lungen, d. h. zu solchen Vorstellungen Zu­tritt, in denen ausschließlich die für Iugendliche ausdrücklich zugelassenen Bildstreifen vorgeführt werden.

Iugendvorstellungen müssen spätestens um 8 Llhr abends beendet sein. Iugendliche von 6 bis 14 Iahren dürfen die Vorstellungen nur in Begleitung erwachsener Aufsichtspersonen be­suchen.

Personen, die entgegen den Vorschriften dieser Verordnung in Lichtspielvorstellungen angetroffen werden, können aus diesen zwangsweise ent­fernt werden.

IugendvorsteUungen sind durch Aushang am Eingang, sowie an der Kasse als solche zu be­zeichnen. Mit der Vorführung von Bildstreifen, die für Iugendliche nicht ausdrücklich zugelassen sind, darf erst begonnen werden, nachdem der Zuschauerraum von den für eine vorausgegan­gene Iugendvorstellung zugelassenen Iugend­lichen vollständig geräumt ist. Desgleichen dür­fen Iugendliche den Zuschauerraum erst nach Ablauf des einer Iugendvorstellung voraus­gehenden und für Iugendliche nicht zugelafsenen Bildstreifens betreten.

Die Veranstalter von Lichtbildvorführungen, sowie deren Vertreter im Sinne des § 151 der Gewerbeordnung sind verpflichtet, Personen, von denen nach ihrem Aussehen angenommen wer­den kann, daß sie noch nicht 18 Iahre alt sind, zurückzuweisen, sofern sie nicht nachweisen kön­nen, daß sie das 18. Lebensjahr vollendet haben oder verheiratet sind.

Run, mochten Sie nicht Ellinor finden?"

Keiner hatte sie erkannt, die Maske war gut gewesen.

Eine dunkle Perücke, ein paar Sommersprossen auf die blütenweiße Haut gemalt, und schon war man unkenntlich geworden.

Das Wasser schäumte und spritzte.

Ellinor drehte die kalte Brause an und duckte sich unter dem Strahl.

Ein leiseS Klopfen an der Tür ließ sie zusam­menfahren.

Es ist acht ilßr, Miß Stanley," flüsterte eine Stimme.

Es ist gut, lassen Sie den Wagen fertig machen und in der Passcrstreet warten, ich bin in wenigen Minuten fertig!

Als Ellinor wenige Minuten später in das kleine Speisezimmer kam, wartete Chung Li, ihr chinesischer Diener, auf sie. Chung Li war feiner Herrin ergeben, wie ein treuer Hund. Er war verschwiegen und zuverlässig, deshalb hatte auch Ellinor ihn zum Begleiter ihres 2lbenteuers ausersehen.

Chung machte seiner Herrin ein Zeichen.

Ein Herr wartet im Rebenzimmer!"

Ein heißer Schreck durchfuhr Ellinor.

Besuch?

War ihr Geheimnis schon entdeckt?

Rur das nicht! Aber wie war es möglich?

Die kleine Villa gehörte einer Freundin, auf deren Zuverlässigkeit man bauen konnte. Außer­dem hatte Mary allen Grund, diskret zu sein, denn sie hatte sich in eine ziemlich dumme An­gelegenheit eingelassen. Alkoholschmuggel, irgend­einem Flirt zuliebe. Bei Mary konnte man nie wissen, weshalb, sie war ein exzentrisches Wesen, aber im Grunde genommen, war sie ein anstän­diger, lieber Kerl.

Mary war nun für ein paar Wochen verreist, damit Gras über die unangenehme Sache wachse.

Was will der Herr und wo ist er?"

Er hat es nicht gesagt, aber er ließ sich nicht abweisen, und ich wollte nicht widersprechen, um keinen Verdacht zu erregen, er wartet im Damen­salon I"

Cs ist gut!"

Ellinor drehte die elegante Visitenkarte un­schlüssig in der Hand.

RogerD. Mills

Reuyork

las sie. Die Karte sagte ihr nichts, man mußte abwarten, was der Besucher wollte, vor allen Dingen durfte man sich keine Bloße geben.

Heilige Frechheit hilf!

Fähren Sic den Herrn in das Rauchzimmer, ich tomme sofort!"

Ellinor spekulierte richtig. Das Rauchzimmer wurde nur durch eine kleine Ampel erhellt, Mary liebte das Mystische.

Die Beschäftigung von Personen unter 18 Iah­ren in Lichtspielhäusern als Musiker, Platzanwei­ser usw. ist verboten.

Insoweit nicht nach den Strafbestimmungen des Hichtspielgesehes höhere Strafe verwirkt ist, wer­den mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. bestraft

1. Lichtspiclunternehmer oder deren Stellver­treter, die den Vorschriften dieser Verord­nung zuwiderhandeln

2. Personen, die unverheiratete Iugendliche unter 18 Iahren zu einer nicht als Iugend­vorstellung bezeichneten Vorführung mit­nehmen;

3. Personen, die Kinder unter 6 Iahren zur Vorführung von Bildstreifen mitnehmen.

Die Polizeiverordnung ist mit sofortiger Wir­kung in Kraft getreten.

Haftung der Reichsbahn

für schrankenlose Bahnübergänge.

Der frühere Hotelier B. aus Sch. führt feit 1925 einen Rechtsstreit um Schadenersatz mit der Reichsbahn. Im Rovember 1925 ereignete sich in Mittel-Schmalkalden ein schwerer Autv- unfalL Ein mit acht Personen besetzter Kraft­wagen, der von B. gesteuert wurde, passierte den schrankenlosen Bahnübergang in Mittel- Schmalkalden, wurde von einer Lokomotive erfaßt und zertrümmert. Zwei Personen wurden ge­tötet, vier schwer verletzt, darunter auch B. Er mußte seine Existenz aufgeben und stellte Schadenersatzansprüche in Hohe von 80 000 Mk. an die Reichsbahn. Landgericht und Oberlandes­gericht Iena haben dieser Klage B.s entsprechend entschieden. Die gegen diese Entscheidung von der Reichsbahn eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht kostenpflichtig verworfen (VIII. Z. 559/28 vom 13. Mai 1929).

In einem anderen Falle hatten die Familien­angehörigen zweier verstorbener Händler auS Oppeln gegen die Reichsbahn auf Schadenersatz geklagt. Die beiden Händler wurden im August 1926 bei einem schrankenlosen Liebergang auf der Landstraße OppelnMellowih von der Loko­motive eines Personenzuges, dessen Herannahen sie übersehen hatten, überfahren und getötet. Ihre Angehörigen machten die Reichsbahn für den Unfall verantwortlich, wurden aber vom Landgericht Oppeln mit ihrer Klage abgetoiefen. Gegen dieses Urteil hatten die Kläger Berufung eingelegt, und das Oberlandesgericht in Breslau hob das Urteil der Borinstanz auf und ver­urteilte die Beklagte, den Klägern einen Teil der gestellten Ansprüche zu gewähren. Gegen dieses Urteil richtete sich die Revision der Be­klagten, die aber vom Reichsgericht als unbe­gründet zurückgewiesen wurde. (VI. Z. 612/28 vom 13. Mai 1929.)

Wohlfahrisbriefmarken 1929.

Cs wird beabsichtigt, auch im laufenden Iahre ab 1. Rovember wieder Wohlfahrtsbrief­marken zugunsten der Deutschen Rot- Hilfe herauszugeben. Der Wohlfahrtsaufsch«ag der diesjährigen Wohlfahrtsbriefmarken soll jedoch herabgesetzt werden, um dadurch einen größeren Absatz zu erzielen. Zur Ausgabe ge­langen nachstehende Briefmarken: eine 5-Pf.- Marke, Wohlfahrtsaufschlag 2 Pf., Verkaufspreis 7 Pf., Wappen von Bremen; eine 8-Pf.-Marke, Wohlfahrtsauffchlag 4 Pf., Verkaufspreis 12 Pt. Wappen von Lippe; eine 15-Ps.-Marke, Wohl­fahrtsaufschlag 5 Pf., Verkaufspreis 20 Pf.. Wappen von Lübeck; eine 25-Pf.°Marke, Wohl­fahrtsaufschlag 10 Pf., Verkaufspreis 35 Pf., Wappen von Mecklenburg-Strelih; eine 50-Ps.- Marke, Wohlfahrtsaufschlag 40 Pf., Verkaufs­preis 90 Pf., Wappen von Schaumburg-Lippe. Die Erträge der diesjährigen Ausgabe sollen in erster Linie für die Iugend Verwendung finden, und zwar unter besonderer Berücksichti­gung der Erholungsfürsorge für die noch nicht schuhrflichtigen Kinder und ihre Mütter, sowie

Wie ein ODirbeltoinö flog Ellinor in ihr An- kleidezimmer, warf ein hauchzartes rosa Teagown über und verweilte lange vor dem Spiegel.

Ellinor war zu sehr Frau, um nicht zu wissen, daß ein gutes Aussehen auch die schwierigste Konversation erleichtern würde, daß ein Mann, sollte er sein wie er wollte, sich niemals einer blendend aussehenden Frau gegenüber ganz ver­schließen konnte.

Das Abenteuer lockte sic. Aber Vorsicht war geboten, wenn sie sich nicht mit einem Schlag alle Chancen verderben wollte.

Ellinor strich das Lockenhaar mit Pomad- ganz glatt und zog sich einen Scheitel.

Dann fuhr sie ein, zweimal mit dem Stift übel die Augenbrauen und schminkte sich auf der rechten Backe eine feine rote Rarbe, wie sie Mary von ihrem letzten Unfall her hatte. Im Tolletten- tisch der Freundin fand sie eine altertümlich« goldene Spange, als Armreifen gearbeitet, ein kostbares Familienstück, wie sie von Mary wußte. Sie legte den Reisen um ihr schmales Hand« gelenk.

Mit einem liebenswürdigen Lächeln trat sie in das Rauchzimmer. Der Mann, der dort in nach­lässiger Haltung in einem Klubsessel lag und sich bei ihrem Eintreten kaum erhob, mißfiel ihr sofort.

Er war zwar elegant gekleidet und hatte ein­tadellose Figur, trotzdem warnte sie eine innere Stimme zur Vorsicht.

In dem scharfgeschnittenen Gesicht war ein solcher kalter Zynismus, um den messerscharfen Mund ein derart abschreckender Zug von Bru­talität, daß Ellinor leise zusammenschauerte, als sie ihre Hand in die knochige Rechte des Besucher­legte.

Trotzdem fragte sie liebenswürdig: Was führt Sie zu mir?

Der Mann antwortete nicht gleich.

Ellinor setzte sich in einen der tiefen Klub­sessel. Eine lange, drückende Pause lastete über ihnen.

In absichtlich nonchalanter Haltung lehnte El­linor in ihrem Sessel, sah nachdenklich dem Rauch­wirbel ihrer Zigarette nach und wartete auf den ersten Angriff des Mannes. Daß der unheim­liche Fremde nicht in guter Absicht gekommen war, war Ellinor im ersten Augenblick klar geworden.

Eine Sehnsucht nach George packte sie, eine Sehnsucht nach dem Mann, den sie vom ersten Moment des Sehens an geliebt hatte, den ftß im wilden Aufwallen des Gefühls geküßt hatte, nicht um ihn damit an sich zu fesseln, sondern weil sie gar nicht anders ßanöeln konnte.

(Fortsetzung folgt)

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