Ausgabe 
22.4.1929
 
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Ernannt

dort

seit

eine der

vom hiesigen Verkehrs- und Verschönerungsver- cin erworben. Ein von der Firma 3oh. Helbig (Alsfeld) während des Feuerwerks aus 6cm Marktplatz aufgestellter Großlautsprecher gab dem interessanten Bild ein modernes Gepräge.

45 Wohnungen, ebenfalls von der Gemeinnützigen Wohnungssürsorge-Gesellschaft Hessen an der Friedensstraßc. Licher Straße und Am Kugel­berg errichtet, haben in den wenigen Wochen des neuen Baujahres große Fortschritte gemacht. Ein Häuserblock ist bereits unter Dach, während an den anderen die Zimmerer mit der Fertig­stellung des Dachstuhls beschäftigt sind. 3n zwei Häusern sind geräumige Läden vorgese^n, um den Bewohnern des neuen Stadtteils die Sin- kaussmöglichkeit zu erleichtern. Die Wohnungen werden voraussichtlich im Spätsommer bezogen.

** Elternabend der Kaufmanns­jugend im D.H.D. Der Bund der Kauf-

Kunst und Wissenschaft.

starlellsihung der deutschen Akademien.

Mitte April fand in Heidelberg als der­zeitigem Borort die diesjährige Kartell- sihung der deutschen Akademien statt. Die offiziellen Vertreter aus Berlin. Göt­tingen, München. Wien. Leipzig und Heidelberg waren vollzählig erschienen. Zum erstenmal seit längerer Zeit konnten wieder die Besprechungen fast ausschließlich den großen Unternehmungen gewidmet werden, die von allen oder mehreren Akademien gemeinsam in die Hand genommen sind. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Urkundensammlungen und Sam­melforschungen, bibliographischen und biographi­schen, encyklopädischen und lexikographischen Cha-- rakters, über deren gegenwärtigen, mehr oder weniger fortgeschrittenen Stand berichtet wurde. Als Beispiele seien genannt: Das Biographische Jahrbuch, die etruskischen und kleinasiatischen Inschriften, die byzantinischen Kaiserurkunden, der Thesaurus linguac latinae, Poggendorffs biogra­phisches Handwörterbuch der exakten Aatur- wissenschaften, die mathematische Encyklopädis (nahezu vollendet), die Vorbereitung der Heraus­gabe der Werke Keplers. Dabei wurde die unent­behrliche Hilfe und verständnisvolle Förderung, die von feiten der amtlichen Stellen und der Rot- gemeinschast der Deutschen Wissenschaft geleistcl: werden, mit wärmstem Dank anerkannt. In einer erweiterten Sitzung trug Ernst Hoffmann, Heidel­berg, über Aicolaus von Eues vor. dessen Werke herauszugeben eine spezielle Unternehmung der Heidelberger Akademie ist.

Gestern mittag gegen 12 Uhr entstand, wie in letzter Zeit schon öfter, in der Nähe der Schießstände an der Eisenbahnböschung der Strecke GießenFulda durch Funkenflug aus dem Schornstein der Loko­motive eines Eisenbahnzuges ein Brand. Bei dem herrschenden starken Wind breitete sich das Feuer, das in dem vorhandenen dürren Gras und Laub reichlich Nahrung fand, schnell in der Richtung nach dem Universitäts-Sportplatz zu aus. Durch die starke Rauchentwicklung aufmerksam gemacht, eilten mehrere erwachsene Personen zur Brandstelle, um ein Uebergreifen des Feuers auf den städtischen Waldbestand durch Löschen der Flammen zu ver­hindern. Schaden ist nicht entstanden.

' E i n übler Streich wurde in der letzten Aacht auf der Landstraße zwischen Gießen und dem Schiffenberg verübt. Dort Halen grobe Un­fugstifter eine ganze Anzahl Rundholzstämme aus dem Walde herausgeholt und auf die Lano- straße gelegt. Als dann ein Autobus aus Wieseck. der die Mitglieder eines Gesangvereins von dem Besuche bei einem befreundeten Verein in Hausen heimbeförderte, die fragliche Stelle der Landstraße erreichte, gelang es dem Chauffeur gerade noch im letzten Augenblick, den mit über 70 Personen besetzten Wagen zum Halten zu I bringen und dadurch ein schweres Unglück zu l verhüten. Hoffentlich gelingt es. die nächtlichen

Preußen.

Kreis Wetzlar.

* Dutenhofen, 22. April. Gestern nach­mittag wurde in unserer Gemarkung unterhalb der Steinernen Brücke eine männliche Leiche aus der Lahn gelänget, bei der man kei­nerlei Personalausweispapiere vorsinden konnte. An Hand eines ärztlichen Rezeptes gelang es aber den sofortigen umfassenden Rachforschungen der zuständigen Landjägerei Wetzlar, durch Rück­frage bei dem Arzt die Persönlichkeit des Toten einwandfrei festzustellen. Es handelt sich um einen 47 Jahre alten, verheirateten Fabrikanten aus Lorsbach im Taunus, der bei Bekannten in Rodheim a. d. Bieber zu Besuch weilte, sich dort, angeblich zu einem Spaziergange, am Samstag- nachmittag entfernte und seitdem nicht zurückge- kehrt ist. Die Identität der Leiche mit den Ermitt­lungen der Landjägerei wurde durch die Rod- Heimer Gastgeber des Verewigten anerkannt. Da der bedauernswerte Mann gemütskrank war. kommt bei seinem Ableben Selbsttötung in Be­tracht. Ein Verbrechen ist jedenfalls ausgeschlos­sen. Die Leiche wird heute freigegeben und nach dem Wohnort des Verstorbenen überführt werden. Kampf mit einem Mansardeneinbrecher

WSR. Frankfurt a. M.. 20. April. Heute abend wurde in dem Hause Eiserne Hand 5 der Einbrecher Karl Weber, wohnhaft Main - straße 14, bei einem Einbruch in eine Mansarde überrascht. Der Einbrecher, der sich in einer Mansarde verbarrikadiert hatte, wurde von dem Ueberfallkommando nach Aufbrechen der Mansardentür gestellt. Weber gab auf die Polizeibeamten einen Schuß ab, der zum Glück fehlging. Die Beamten e r - widerten das Feuer und verletzten den Verbrecher am Bein. Dieser brachte sich dann selbst einen Schuß in d i e Schläfe bei. Schwerverletzt wurde er in das Heiliggeist-Hosvi- tat eingeliefert. An seinem Aufkommen wird gezweifelt.

Aus der prvvinzialhauptstadt. !

Gießen, den 22. April 1929.

Rudolf Gott.

4Ojäf)rige0 Bühnenjubiläum und 24 Iahre Gießener Stadttheater.

Don Dramaturg Karl Ritter.

Es wäre arrogant, wenn ich hier nicht einge­stehen würde, daß es mich sehr ehrt, über Ru­dolf Goll schreiben zu dürfen. Selten habe ich zu einem Künstler und Menschen sofort solch unmittelbaren Kontakt gehabt, wie gerade zu ihm. Es mag sein, daß die süddeutsche, landsrnännlsche Verbundenheit ein Teil dazu beigetragen, in der Hauptsache ist es aber sicher öic Witterung für den echten Künstlermenschen.

Ich gratuliere nicht nur dem Jubilar, der uns leider nach seiner 24jährigen Tätigkeit am hie­sigen Stadttheater am 29. April verläßt, fon- öern ich gratuliere auch der Stadt Gießen, die es verstanden hat, eine solche Kraft 24 Jahre zu halten.

Das Bedeutende an G o l l war die ausgereifte, große komödiantische Einstellung... der Mensch und der Schauspieler waren in eine künstlerische Persönlichkeit zusammengewachsen. Diese gestal­tete die Rollen. Die könnerische Sicherheit des Schauspielers kam nicht von ungefähr. Bevor er ins Komikerfach überging, war Goll Liebhaber, Held. Bonvivant. Väterdarsteller usw. Parallel geht die menschliche Entwicklung. Petersburg, Moskau. Kiew, Odessa, Stockholm. Kopenhagen, Wien, Budapest, Graz usw. (Goll war ^Meinin­ger"!) hat er gesehen. Die Vielfältigkeit seines Lebens hielt starke Kultur so zusammen, daß es zum Erleben wurde. Sein Talent bekam Tiefe und Weite. , ,,

Cs soll nicht, wie es bei Jubiläen gemacht zu werden pflegt, eine Rollenliste aufgesührt werden, Golls Bohemeblut hat ihn ja vom Schauspiel auch zeitweise zur Operette getrieben (Wie einst im Mai",®er fidele Bauer",Schwarzwald­mädel" ... stopp ... stopp ...), sondern ich will nur seststellen, daß er einer von wirklich gro­ßem Format ist. Er machte alles mit, um zum Schluß äu wissen, auf was es ihm eigentlich auf der Bühne ankommt.

Ich bin, schreibt er mir,über 5000 Wal auf­getreten, habe Hunderte von Ehen geschloffen, unzählige Tode erlitten, viele Frauen geküßt, in den Stücken, erst feurig, später väterlich, Un- menge Töchter verheiratet. Geld fpielte keine Rolle, verfügte von 810 Uhr abends über echte Millionen, daß es nur so eine Freude mar... Rückblick eines, der wirklich für das

lande.

Zusammenschluß der hessischen hauptamtlichen Berussschul- und Gewerbelehrer. In Darmstadt fand außerordentliche Vertreter-Versammlung hauptamtlichen Lehrkräfte des Dolksstaclles Hes­sen an Berufs- und Fachschulen statt. Die s"4 tätigen Berufs- und Gewerbelehrer waren her in zwei Verbänden organisiert. Ihr Bestre­ben ging nun dahin, einen gemeinsamen Verband zu schaffen. Rach langen Verhandlungen ist dieser zustande gekommen und führt die Bezcick)- nung:Reichsverein der hauptamtlichen Lehrer­schaft deutscher Berufsschulen, Landesverein Hes­sen". Zu Führern wurden Gewerbeoberlehrer Gleber, Offenbach a. M., der seitherige Vor­sitzende der Gewerbeschulmänner, und Berufs­schullehrer Ziegler, Darmstadt, seitheriger Vorsitzender des hessischen Berufsschulvereins, gc-

die wundervolle goldklare Haarwaschseife für jedes Haar, auch als Shampoon S^entvi/g-

mannsjugend im Deutschnationalen Handlungs- gehilfen-Verband hatte die Kaufmannslehrlinge und ihre Eltern am Donnerstag in das Heim des Verbandes, Bahnhofstraße 71, zu einem Eltern- und Freundesabend eingeladen. Zu den zahlreich Erschienenen sprach Gaujugendführer Ku - banke (Frankfurt a. M.) über:Die Ostland­fahrt der deutschen Kaufmannsjugend". Er schil­derte die erlebnisreichen Fahrten der Vorjahre, die zu großen Reichsjugendtagen nach Leipzig, Heidelberg und Hamburg führten. In den Tagen vom 6. bis 8. Juli d. I. hält nun der Bund seine vierte große Reichsjugendtagung in Danzig ab. 3m volksdeutschen Grenzland sammelt sich die Kaufmannsjugend, um ein Bekenntnis zum Deutschtum und zu den Zielen des Bundes ab­zulegen. Der Tagung schließen sich Lehr- und Wanderfahrten von zwei bis zehn Tagen an, die zur Weicyselmündung. der Kurischen Rehrung, dem Frischen Hass, Rositten, Tannenberg und an die Masurischen Seen führen. Don diesen Stätten und den Schönheiten Danzigs wurden im zweiten Teile des Abends Lichtbilder gezeigt, die Ein­drücke von den schönsten Gebieten des deutschen Ordenslandes vermittelten. Gedichtvorträge und musikalische Darbietungen gaben dem Abend einen guten Rahmen. 3m Schlußwort wurden Öie3ung- mannen vorn Kreisgeschäsisführer Drzezinski zur Teilnahme an der Ostlandfahrt aufgefordert. Die zahlreichen Meldungen zeugten von dem 3nteresse und der Freude der 3ugend an Be- russsragen und Wanderungen im deutschen Vater-

wählt.

** Eine Abfallholzversteigerung laßt die Stadtverwaltung am kommenden Mittwochnach­mittag in der Westanlage und am Oswaldsgarten vornehmen. Man beachte die heutige Bekannt­machung.

** Auftrieb auf dem heutigen Frank­furter Schlachtvieh markt: 67 Bullen, 327 Ochsen, 635 Kühe, 391 Färsen, 561 Kälber, 64 Schafe, 4903 Schweine.

Auszeichnung eines Buchdrucker- Veteranen durch den Reichspräsiden­ten. Dem Buchdrucker Otto Ettel in Gießen, der als Maschinensetzer in der Brühl'schen Univer­sitäts-Buch- und Steindruckerei, Verlag des Gießener Anzeigers, beschäftigt ist, sprach anläßlich der Voll­endung seiner 51jährigen Dienftze der Herr Reichspräsident von Hindenburg in einem Glückwunschschreiben seine herzlichsten Glück­wünsche und seine besondere Anerkennung für die treuen Dienste aus, die der Buchdrucker-Veteran in ununterbrochener hingebender Arbeit geleistet hat.

** Handelsri cy ter in Gießen. Ernannt wurden der Bankdirektor Ludwig G r i e ß b a u c r in Gießen zum Handelsrichter, der Fabrikant Georg Schuchard in Gießen zum Ergänzungs­richter bei der Kammer für Handelssachen des Landgerichts der Provinz Oberhessen in Gießen für die Zeit bis zum 31. Dezember 1930.

EinBrandimGießenerStadtwald.

Flugtag in Alsfeld.

»-»> A l s f e l d, 22. April. Gestern fand, vom Wet­ter begünstigt, der vom 7. auf den 21. April verlegte Flugtag statt. Er wurde von den Raab- Katz en st ein-Werken in Kassel unter Lei­tung des bekannten Fliegers Katzen st e i n durch geführt und unterschied sich von den früheren ähn­lichen Veranstaltungen in Alsfeld sehr vorteilhaft durch die exakte und prompte Abwicklung des Pro gramms. Die Organisation und Vorbereitung der Veranstaltung hatte der hiesige Verkehrs - und Verschön erunosoerein übernommen. Die Veranstaltung fand auf den sog Gauchswiesen, ein sehr günstiges Fluggelände, in nächster Nähe der Stadt statt. Bereits um die Mittagsstunden belebte sich die Stadt mit einer großen Zuschauermenge. Auf dem Fluggelände waren über 5000 Zuschauer er­schienen. Die sportlichen Leistungen der Raab- Katzenstein-Flieger, die mit vier Sportslugzeugen und einem motorlosen Anhängerstugzeug vertreten waren, waren durchweg recht gut und verdienen volle Anerkennung: insbesondere die Kunstflüge des Herrn K a tz e n st e i n , der die verwegensten Loo­pings, Rollings und Steilsturzflüge mit einer be­wundernswerten Beherrschung der Maschine aus­führte, erregten allgemeine Bewunderung und Be­geisterung. Auch basj)argebotene ßuftturnicr, Bal- lonrammen und ein Stafettenrennen zwischen Flug­zeug, Motorradfahrer und Reitern erregte besonde­res Interesse. Gut gelang auch der ctart eines Luftschleppzeuges mit motorlosem Segelflugzeug. Glatt und sicher erfolgte dessen Landung. Einige aufregende Sekunden bot der Fallschirmabsprung, der aus etwa 400 Meter Höhe erfolgte. Aus irgendeinem nicht festge­stellten Grunde öffnete sich der Fallschirm nicht rich­tig und der Flieger stürzte die ersten 200 Meter ab, bis der Fallschirm erst aufging. Die Landung er­folgte, nachdem sich der Fallschirm kaum 150 Meter über der Erde voll entfaltet hatte, etwas plötzlich und ging ohne Unfall ab.

Abends sand cm großes Brillantfeuer ° werk auf dem Marktplatz statt. Es war die erste Veranstaltung dieser Art, die auf dem Marktplatz stattfand. Das glänzende Feuerwerk, und die sich anschließende große bengalische Beleuchtung des Rathauses, des Weinhauses, vom Turm und Walpurgiskirche bot ein wundervolles, märchen­haftes Bild, in welchem die Schönheit des Als­felder Marktplatzes in einem nie gesehenen Far­benspiel zum Ausdruck kam. Das interessante Schauspiel hatte eine riesige Menschenmenge auf den Marktplatz und die angrenzenden Straßen gelockt. Allgemein kam die Ansicht zum Ausdruck, daß diese Warktplatzbeleuchtung als eine ständige Einrichtung beibehalten werden folL Mit dem Verlauf der ganzen Veranstaltung am gestrigen Sonntag dürfen alle Beteiligten, die auf ihre Kosten kamen, durchaus zufrieden sein. Besondere Verdienste um die Durchführung der Veranstal­tung hat sich Herr Kaufmann Otto Ludwig

schwerde statt und stellte fest, daß der Beschwerde- führer Heinrich Volk der Schneiderzwangs­innung für den Kreis Alsfeld nicht angehört.

Taten für Dienstag, 23. April.

Sonnenaufgang 4.49 Uhr, Sonnenuntergang 19.08 Uhr. Mondaufgang 18.46 Uhr, Monduntergang 4.53 Uhr (Vollmond).

990: Ekkehart, Mönch von St. Gallen, gestorben-, 1616: William Shakespeare in totratforb on Avon gestorben (geboren 1564); 1616: der D.chter Miguel de Cervantes Saavedra in Madrid gestorben (geboren 1547); 1775: der englische Maler William Turner in London geboren (gestorben 1851) 1855: der Schriftsteller Ernst Freiherr von Wolzogen in Breslau geboren.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Licht­spielhaus, 'Bahnhofstraße:Fräulein Elfe". Afto- ria-Lichtfpiele:Hilfe! Polizei!".

- Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die morgige erste Wiederholung von Hanns Johfts Thomas Paine" beginnt um 20 Uhr. Am Mittwoch findet die Erstausführung von Carl ZuckmayersKatharina Knie" statt. Das Stück hat den Berliner Erfolgsrekord durch eine große Serienaufführungszi fer erlangt. Spielleitung hat Oberspielleiter Hans Tanner t. - Freitag, 26. April, wird zum letztenmalThomas Paine" gegeben. - Am Montag, 29. April, findet die 3ubiläums- und Abschiedsvorstellung von Rudolf Goll statt.

NieAufgaben derDarmstädier Etadiverwaliung.

WSN. Darmstadt, 20. April. Oberbürger­meister Müller hatte gestern die Vertreter der Presse zu einer Aussprache über allgemein inter­essierende Dinge der Verwaltung eingeladen. Er gab in einem längeren Referat Einblick in die Arbeiten und Aufgaben, die seiner im neuen Amt harren. Im Vordergrund ständen die finanziellen Der h ä 11 n i s s e. Er werde alle Energie dazu verwen den, durchgreifende Sparmaßnahmen zu ergreifen und die Finanzen der Stadt in Ordnung zu halten. Beim Budget, das er von feinem Vorgänger über nommen habe, müßten noch allerlei A b st r i ch e gemacht werden. Als eine seiner wichtigsten Aus gaben bezeichnete Oberbürgermeister Müller es, zu dem alten Finanzgrundsatz zurückzukommen: Keine Ausgaben ohne Deckung. Es müsse ernsthaft geprüft werden, ob nicht die eigene Finanz wirtschaft der städtischen Betriebe aufgehoben und mit der Stadtkasse zusammengelegt werden könne. Was den neuen Voranschlag betreffe, so sei der ursprüngliche Fehlbetrag von 3 Millionen Mart bereits durch seinen Vorgänger um die Hälfte redu giert worden. 1,5 Millionen bleiben noch auszugleichen. In den letzten Jahren sei der Ausgleich durch Zurückgreifen auf das Vermögen der Stadt erfolgt. Dadurch habe sich das Vermögen der Stadt Darmstadt in den letzten vier Jahren um 3 165 000 Mark vermindert. Damit müsse Schluß gemacht werden. Auf keinen Fall würden Steuer erhöhungen über das Maß hinausgehen, das in Mainz und Offenbach besteht; im Gegenteil, Dann ftabt solle hinter der Steuerhöhe dieser beiden Städte Zurückbleiben. Weiter verbreitete sich Oberbürger meister M ü II e r über das Wohnungsbau Programm, sowie über den Luftverkehr. Hier solle versucht werden, den Flugplatz Darmstadt unter allen Umständen aufrecht zu erhalten.

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für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahme- fällen nicht gewährleistet werden!

VERLAG DES GIESSENER ANZEIGERS

Theater gelebt hat.

Goll ist ein Enkel des bekannten badischen Ministerpräsidenten Eichrodt. Die Eich­rodts waren eine der angesehensten badischen Familiew an der Wende des 19. 20. 3ahr- hunderts. Sein Vater war der bekannte Hof­schauspieler Richard Eichrodt, sein Onkel der Dichter Ludwig Eichrodt. Ludwig Eichrodt ge­hörte um die 90er 3ahre zu den anerkanntesten Dichterpersönllchkei.en Süddeutschlands. Die ersten poetischen Versuche machte dieser damals unter dem PseudonymGoll". Der Resse hat diesen Ramen als Bühnenschild übernommen.

3m 3ahre 1870 ist Rudolf Goll in Mannherm geboren, 1888 ging er schon zum Theater, nach­dem er sich vorher etwas als Bankangestellter versucht hatte. Aber wie kann ein Schauspieler­kind, das zudem im Monat Mai geboren ist, Bankier werden! Golls Lebensweg in trocken biographischer Form mag ich nicht auf zeigen und da, wo er interessant wird, verrät sich der JubUar nicht. 3ch glaube aber, daß ihm der Wonnemonat Mai beim schöneren Geschlecht zu- v o.....o.. - ,

gute gekommen ist. Resultat: Goll war Mitglied Holzträger, die durch ihr übles Tun eine große

erster Bühnen: Straßburg, Stuttgart. Mann- für den Verkehr heraufbeschwört haben,

heim. Bremen, Luzern usw. Man müßte tn der gu ermitteln und der verdienten Bestrafung zu- ganzen Geographie Herumtasten und seine En- zuführen. c

gagementd durch Stecknadeln mit farbigen Kop- -> ^Dn der Frankfurter Straße. Em fen. oder mit Kartenfähnchen abstecken. AuchStein des Anstoßes" ist der nach 3nstandsctzung manche Enttäuschung wäre dabei, aber das erst x^s neuen Bürgersteiges auf der westlichen Seite bringt den Künstler vorwärts. for Frankfurter Straße (gegenüber der Schrei-

Don Tausenden, die er zum Lachen gebracht ncrc, L<mz) stehengebliebene Kilometerstein. Ur- Hat, werden ihn viele am 29. April feiern und sprünglich ganz freistehend, konnte er von jeder- ehren. Ehren und verehren werden ihn weiter mann gesehen werden. 3eht aber ragt er m- die Kollegen, lener er als Künstler und Mensch foIgc ^cr Auffüllung des Bürgersteigs nur etwa stets die gröhi< Hochachtung durch fein Können I 20 Zentimeter inmitten des Bürgersteiges her­abgezwungen hat. I vor und wird namentlich bei Dunkelheit gar

Riemand bedauert mehr, als Rudolf Goll manchen Benutzern des Weges zum Verhängnis, selbst, daß er schon nach 24 3ahren seiner Gieße- $a öer Stein seines ungünstigen Platzes toe- ner Dühnentätigkeit gesundheitshalber abgehen gen Bedeutung verloren hat, so wäre es muß und das Vierteljahrhundert nicht vollenden Interesse der Sicherheit der Fußgänger ge° darf. ..Schreiben Sie in 3hrem Artikel," sagte boten, ihn aus dem Bürgersteig zu entfernen, er mir.daß es mir vor allem besonders leid ^der wenigstens so weit abzuschlagen, daß er kein tut, daß ich nicht mehr unter Dr. P rasch ar- Verkehrshindernis mehr bildet. Mit Freuden beiten kann, den ich nicht nur als 3ntendant, svn° begrüßen es die Anwohner der südlichen Frank- dern vor allem als Persönlichkeit und Künstler f^rter Straße, daß nun auch die Ostseite der sofort lieben und schätzen gelernt habe." 3n der Straße am Stadtausgang mit einem Büger- Tat hat Dr. Prasch beim Antritt seiner 3nten- steig versehen wird. Die Arbeiten sind im Gange,

danz sofort die großen Fähigkeiten Golls erkannt» Dorn Kugelberg. Rach Eintritt der und gewürdigt. Riemand wird es stärker be- wärmeren Witterung hat auch die Bautätigkeit dauern, als gerade er. daß er diesen trefflichen Quf Kugelberg erneut eingesetzt. An der Schauspieler als Theaterleiter und diesen Men- neuen Straße, die vom Kugelberg an den beiden scheu als Mitglied verliert. großen Reubauten des Reichsfiskus vorbei hin-

ter der Mauer der Reuen Kaserne herfuhrt, wer-

prot)in$ialau5fd)uy=e>l9ung. ben bie Auffüllungsarbeiten, die im Winter em-

Der Provinzialausschuß der Provinz gestellt waren, fortgesetzt. Der Reubau der Was- Cb e r h e f f c n beschäftigte sich in seiner Sitzung fenmeisterei, zur Reuen Kaserne gehörig und nut am Samstaq mit dem Gesuch des Heinrich Bau- der Front nach der obenerwähnten neuen Straße mann zu Gießen um Erteilung eines Wanderge- zu gelegen, ist bis zur Balkenlage im ersten werbescheins. Der Gesuchstelle. (Wäger) selbst war Stockwerk gediehem Die beiden Reubauten der zu dem Termin nicht erschienen. Auf Grund des Gemeinnützigen Wohnungsfursorae - Gesellschaft 8 57 Ziffer 3 der Gewerbeordnung erkannte der Hessen. G. m. b. H.. Darmstadt (je zwölf Drei- Provinzialausschuß zu Recht, die Klage als unbe- zimmerwohnungen), in der Mitte der Friedens- gründet zurückzuweisen und den nachgejuchten Wan- straße. sind vor der ftrengen Kalte "i vorigen 'dergewerbeschein zu versagen. Die Kosten des Ver- Winker noch unter Dach gekommen 1Hdu fahrens wurden dem Kläger zur Last gelegt am Innenausbau gearbeitet

Als weiterer Punkt der Tagesordnung wurde be- der 3nftatlation6arbeiten für elektrisches Licht,

»anieu ber änkäg äreisamts Al-f-ld Gas unb W-M°r ist b<° F-,-b«ns, -atz- an M-H-

auf Entziehung des Führerscheins des Arthur reren Stellen auf gebrochen; auch find die Hotz-

Schmid t von Altenburg. Trotz ordnungsmäßiger masten für die Straßenbeleuchtung^ soweit mog-

Ladung war Schmidt zu dem Termin nicht er- lich, entfernt worden Die im Spätherbst v. 3.

schienen. Der Tatbestand ließ erkennen, daß Schmidt angefangenen vier Häuserblocks »nt zusammen wiederholt wegen Vergehens gegen die Bestimmun- 1 '= ß^nwtnnütuaen

gen des Krastfahrzeuggesetzes verstoßen hatte und daher in vielen Fällen durch das Amtsgericht Als­feld zu Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt wor­den ist. Der Prooinzialausscyuß gab dem Antrag des Kreisamtes Alsfeld statt und entzog den von diesem ausgestellten Führerschein. Schmidt wurde mit den Kosten des Verfahrens belastet.

Ferner befaßte sich der Provinzialausschuß mit der Beschwerde des Heinrich Volk in Weber* Ohmen wegen Heranziehung zu den Beitragen der Schneiderzwangsinnung des Kreises Alsfeld. Der Beschwerdeführer selbst war im Termin nicht er­schienen. Dec Provinzialausschuß gab der De-