Einzelbild herunterladen

on d^^vh kord^

'ta*. ?«" Ä

S'Himetletifen. enh? e^ENNols nb y°9t. mmanV^a- Z-L äs 1o,QINßDQorge: ils.

S«Ä *Ä

1 Mammen. Lis n Beamten aUer

'9- Hehlerei ,°°r. unb legten Zeit lbuM Don . Hchrwich.

1 W to'ub, J5 dem Bww von ©efangenen

,n- Qefange» eit(n. indem Posch rif?e empfangenen seien. Wählend >l>ch unsicher mar, "enm angeklagten ar jegliches Der- inanbet, in welcher lealtion von >en leien. f)aupt« 1 2ahre in Gönne« Wt herrschte hier ny, baß wir feine r fanden. 3n der Leuten nur sieben, hoben fit trotzdem or ihnen ge mlich geraucht le unsere Anzeigen iren vergeblich imb

Hauptwachtmeister z erschienen die Ge> sie in der lin- pfeife, in der enmesser trugen. )on oon einem Ge-

ge.

"l

Moiar

Vwr;\

^Deutsch- o0 °?C,b des l°n )ie ^flnegen Sl* und M Masten tit( Milde D.°nh5wtä en PL? gcfül)r<- Srroarmun^^lmr- s.ch ponrJt, fallen x und DDr|auf.g ßu,t,nhbteIe|T1C

L-ub-r icrp

... Do"' Ä

r 4

"* flljjieltr H.3o-

Aus der Provinzialbauptstadt.

Gießen, den 22. Januar 1929.

Mensch, wandre zum Winterwald!

So möchte man allen denen zurufen, die über Mattigkeit und Nervosität klagen. Hinaus! In die rointerdare SchönheitI Hinein m das Schweigen des Waldes! Wer je einmal den Wald in feiner Winter­herrlichkeit sah, der wird wie mit tausend Zauber- säden immer wieder hingezogen.

Wenn deine Nerven aufgepeitscht sind, wenn du nicht aus und ein weißt, fliehe zum Winterwald! Die Schönheit der Landschaft, eine überwältigende Ruhe, ohne Vogelgezwitscher, ohne Käfersurren, eine unendliche Stille umfangen dich hier. Im weichen Schnee wanderst du lautlos weiter; kein Ton, kein Klang von der unruhigen Well dringt zu dir. Du merkst nichts von der Hast der Städte, horst nicht das Geklingel der Elektrischen, erschrickst nicht vor­dem Dröhnen der Autos. Stille ringsum, Grabes­stille!

Die Tannenbäume zur Seite, schwer gebeugt von dem Schnee, tragen ihre Lost ohne Murren. Du siehst Spuren oon Wild im Schnee; Hasen, Füchse, Rehe zogen hier vorüber. Aber bei Tage hakten sie sich im Buschwerk verborgen, die Schüsse vor einigen Tagen waren Warnung genug.

Du stehst still und schaust dich um. Die Sonne hat für Augenblicke die Wolken besiegt. Welches Farben- jpiel tut sich vor deinen Augen auf! Auf jedem Aest- chen der Bäume, auf jedem Strauch glitzert und glänzt es, wie wenn mit unzähligen bunten Lampen beleuchtet würde. Und welche Pracht zeigt der gegen, überliegende Abhang mit den Schneewehen! Wie sich die Farben brechen, wie sie in tausendfältigem Spiel ineinanderfließen! Der ganze Zauber des Waldes umgibt dich hier. Du stehst und schaust und merkst, wie lindernd, wie balsamisch diese Schönheit, diese Ruhe auf dich und deine Nerven wirkt. Sachte und kaum fühlbar gleitet diese Ruhe auch in dein Inneres, läßt Sorgen und Alltagsleiden in weiter Ferne ver­schwinden:

Wie Krähen dort am Wakdesrand

flattern die Sornen fort in das Land " (A. Sergei.) Du atmest die köstliche, frische Winterluft, es wird bir so leicht zumute, fast so, als wenn du dich am Abend, nach vollbrachtem Tagewerk, endlich zur Ruhe begehen kannst. Eine angenehme Müdigkeit burd)riefelt deinen Körper, und es kommen Erinne­rungen aus der Kinderzeit ... Weißt du noch, wie dich deine Mutter einst abends im Bett tröstete, nachdem ou mit deinen Freunden in Unfrieden ge- schiede? warst und du glaubtest, es wäre dir bitter Unrecht geschehen? Wie sie dich mit einschmeicheln­der Stimme bat, alles zu vergessen und nun zu schlafen? Ehe sie weggina. strich sie mit zarter Hand Über die Decke deines Bettes, und zum Abschied flüsterte sie:Nun ruh' dich aus, und schlaf schön. Morgen ist alles roieb-r gut!" So umfängt dich dos Schweigen des Winterwaldes, so mütterlich, so weich! , . _,

Die Sonne steht wie eine feunge Scheibe am Horizont. Noch eine kurze Zeit, und sie ist unter« qdaucht in die dunkle Wolkenmasse. Die Abend- Dämmerung senkt sich über Wald und Feld. Der Atem der Natur stockt. Langsam und lautlos sinkt alles in die Nacht. Auf den Dörfern ringsum Tau­ten die Abendglocken. Feierlich klingen die Töne an dein Ohr, zur Andacht, zum Frieden mahnend. Die Zeit der Ruhe ist da!

Das letzte Leuchten des Schnees verschwindet, am Himmel erglänzen schon einige Sterne ...

Wer sich innerlich erholen, beruhigen will, der wandre hinaus in den Winterwaldk L.

Lessing-Gedenlseier in Gießen.

Der Dorort Gießen des Deutschen Repu­blikanischen Lehrerbundes versammelte am Samstag seine Mitglieder und Freunde im Festsaal des Landzraf-Ludwigs^ymnasiums zu einer Lessing-Gedenkfeier.

Rach herzlichen Degrühungsworten von Rek­tor Loos. Gießen, der dabei auf die Bedeu­tung der Feier als vielleicht der einzigen größe­ren Lessing-Feier in unserer Universitätsstadt hinwies, ergriff älniversitätsprofessor D r. von Aster das Wort zu feiner Lesfing-Ge- denkrede. Der Redner schilderte zunächst Les­sing als den Vertreter der Aufklä­rungszeit. Lessing war die jüngste und viel­leicht die größte Verkörperung des Geistes der deutschen Aufklärungszeit. Heber seine Stellung als Mensch zu Menschen ist folgendes zu sogen: Lessings Leben war ernst und schwer und zwang ihn immer wieder, mit den Kleinigkeiten deS Lebens zu kämpfen. Trotz dieser Kämpfe und vieler Enttäuschungen hat ihm Bitterkeit fern­gelegen. weil er in zu großer Liebe am Leben und den Menschen gehängt hat. und immer ist er trotz äußerer Rot freigebig gegen jeder­mann g-"^sen. DaS Christentum war ihm die Religion der Liebe, und Liebe war i hm das Zentrum im menschlichen Leben. Hebet seine Lebensgeschichte ist zu be­richten: Gotthold Ephraim Lesung wurde am 22. Januar 1729 als Sohn eines Pfarrers in Kamenz in der Oberiausitz geboren. Er wuchs unter ärmlichen Verhältnissen, eS waren im ganzen zwölf Geschwister, auf. Die Rot ist fein Begleiter von srii Hefter Jugend bis zu seinem Tode gcL lieben. Die Fürstenschule in Weißen, die er besuchte, mußte er wegen Auslösung verlassen, auch konnte ihm die Schule nichts mehr bieten. ,Die Lektionen, die anderen zu schwer werden, sind ihm kinderleicht", sagte der Rektor der An- Halt von ihm. Mit 17 Jahren ging er zur llni- orrsität Leipzig und studierte Theologie, wendete aber sein Hauptinteresse dem Theater zu und ",ing als Zwanzigjähriger als freier Schriftsteller aach Berlin, lieber seine dichterische Begabung ribt Lessing in allzu bescheidener Weise eine l Harfe Selbstkritik im Rachwvrte der .Hainbur- -ischen Dramaturgie"; »Ich bin weder Schau- l icler noch Dichter. Wan erweist mir zwar manchmal die Ehre, mich für den letzteren zu er» f irnen. Aber nur, weil man mich verkennt.. Sie Buhne war nach Lessings Meinung das Spiegelbild des Lebens. 1760 nahm er eine Stelle als Sekretär des Grasen Tauentzien in Breslau an, ging aber bald zurück nach Berlin (1767 Minna von Damhelm"). folgte spater einem Huf nach Hamburg und wurde hier Theater­kritiker. Als Bibliothekar in Wolfenbüttel an- gestellt, erschienen 1772Emilie Galotti" itnb die sogenannten Wolfenbüttler Fragmente. Die Veröffentlichung derselben verwickelte ihn in Fehden mit Pastor Götze. Verheiratet war er nur ein Jahr, seine Frau starb bei der Ge­burt des ersten Kindes. Als fein relegiöses Glaubensbekenntnis erschien 1779, zwei Jahre vor seinem Tode, .Rathan der Weise", das hohe Lied der Toleranz. Einen verwandten Ge­dankeninhalt hat auch das Werk «Die Er­ziehung bt* Menschengeschlechts" lieber die

Staatsauffassung LessingS läßt sich fol­gendes sagen: Lessing betrachtete den Staat als eine Rotwendigkeit, ein Leben ohne Gesellschaft war ihm undenkbar. Allerdings fei der Staat da für die Menschen und nicht umgekehrt. Der Redner schloß seine Ausführungen mit den Ge­danken: Möchte doch heute der lebendige Geist Lessings, auch der der rechten Toleranz, unser Leben durchdringen und möchten wir doch alle Kämpfer werden für Recht, Freiheit und Wen- schenvernunst.

Die Ausführungen lohnte reicher Beifall der stark interessierten Zuhörer.

Evangelischer Bund.

Die Ortsgruppe Gießen des Evangelischen B u n d es Halle für Sonntagabend zu einer Auf- führung des Dramas: ,Helden des Glau­be n s^ in der Turnhalle eingeladen. Viele waren der Einladung gefolgt; sie hatten es nicht zu be­reuen, denn es waren Weihestunden seltener Art, die man dort erleben durfte. Das Stück fpieli zur Zeit der Christenverfolgung unter dem Kaiser Tra­jan; es wurde von Walter Nithack-Stohn ver­faßt und von Direktor Heinz Selzer für die Bühne bearbeitet und in Szene gesetzt. Die Dar­steller sind Berufsfchauspieler. Das Stück, das auf geschichtlicher Grundlage sich aufbaut, zeigt uns In ergreifender, ost erschütternder Weise, wie in jener Zell der Bedrängnis glaubensstarke, mutige Ehrt- sten lieber Marter und Tod erlitten, als daß sie ihren Glauben verleugneten. In fünf Aufzügen (6 Bildern) rollten sich Szenen von erhebendem Ein­druck vor unseren Augen ab: Im Haufe Pisos, eines reichen Römers oon altem Adel, dienen Felicitas und Rufus, beide als Sklaven von Claudia, der Gyllin des Pifo; der Gladiator Glaukon, der eben­falls als Sklave in Pisos Diensten steht, bekennt sich auch zum Christentum und soll demnächst ge­tauft werden. Während Piso und sein Vetter, der Lebemann Krassus, kein höheres Ziel kennen, als sich die Gunst des mächtigen Trajan zu erwerben, und durch sie zu Ansehen und Macht zu gclanaen, erkennt Claudia die ganze Hohlheit und innere Lin- wahrhell des religiösen und gesellschaftlichen Lebens im damaligen römischen Kaiserreich. Von religiösen Zweifeln gepackt, die durch Unterhaltungen mit dem Philosophen Varro genährt werden, nimmt sie an einer nächtlichen Zusammenkunft der Christen in den Katakomben teil, wird mit ihnen gefangen ge­nommen und vor Gericht gestellt. Hier bekennt sie sich als Christin, wird aber nicht, wie alle andern, zum Tod im Zirkus verurteilt, ihr wird vom Kaiser Begnadigung zugesichert, wenn sie den Weihrauch opfert. Claudia, noch nicht ganz stark im Glauben und irre gemacht durch die Vorstellungen ihres Gat­ten und Krassus', spendet den Weihrauch; sie wird aber später oon heftiger Reue gepackt, bekennt sich erneut als Christin und geht mit den übrigen Chn- sten in den Tod.

Professor Dr. Schmoll, der Vorsitzende des Gießener Zweigoereins des Evangelischen Bundes, sprach vor dem 6. Bild herzliche Worte des Dankes allen, die zur Aufführung gekommen waren, ins­besondere aber den Darstellern, die durch ihr treff­liches Spiel die Tragödie in packender Weise wie- bergegeben hatten. Diesem Dank konnte sich jrber Besucher der Aufführung anschließen. Die Be­setzung der einzelnen Rollen war mustergültig, die einzelnen Bilder waren zwar einfach, aber von packender Wirkung, das Einzel- sowohl wie das Gesamtspiel der Darsteller hervorragend.

Hilfsverein für die Geisteskranken in Hessen.

D-r Vorstand d-i HN! »v - r- >n» r d l« GeisteskrankeninHeffen legt soeben fei­nen Bericht über das Rechnungsjahr 1927 vor welches vom 1.April 1927 bis 31. Marz 1928 läuft. Der Verein kann darin über em reich- gesegnetes Wirken zum Besten seiner Schützlinge berichten. Seine Arbeit wurde durch die Hilfe von rund 50 500 Gebern (6400 mehr als im Jahre vorher), die in allen Teilen deS Hestenlandes em« rege Opferfreudigkeit entfalteten, wirsiam unter- stützt. Aus dem Ergebnis der Sammellisten find dem Verein im Berichtsjahr rund 24700 Mk. zugeslossen. KreiS-. Gemeinde» und Ktrchenlaßmt gaben zusammen 2500 Wk.. der Staat überwies, wie alljährlich, 1500 Mk. Don den Beiträgen auS privater Hand entfallen auf starken- b u rg bei 20 015 Gebern 11 097 Mk.. auf O der- Hessen bei 23 089 Gebern 9114 Mk.. auf Rheinhessen bei 7431 Gebern 4568 Wk.. insgesamt also bei 50 585 Gebern 24 779 Mk. Der Rechnungsabschluß zeigt eine Gesamtem- nähme von 44 634.60 Wk. und eine Gesamtaus­gabe von 38 033,89 Mk.. so daß em äleberschuß von 6600.71 Mk. verbleibt.

Daten für Mittwoch, 23. Januar.

1783: der Schriftsteller Stendhal (Maria Henri Deyle) in Grenoble geboren; 1806: der eng­lische Staatsmann Wllliam Pitt d. I. in Putney gestor en; 1832: der französische Maler Edouard Manet in Paris geboren; 1922: der Musiker Arthur Rikisch in Leipzig gestorben.

Wochrrrmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 170, Matte 30 bis 35. Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 20 bis 25. gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20. Spinat 35 bis 40, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 25 bis 30, Rosenkohl 40 bis 60. Feldsalat 120 bis 150, Tomaten 80 bis 90, Zwiebeln 15 biS 20. Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 50 bis 70. Kartofseln 5, Aepfel 20 bis 40, Birnen 10 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Rüsse 60 bis 80, Honig 40 bis 50. junge Hähne 100 biS 110, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Tauben 80, Eier 18 bis 20. Blumen- kohl 60 bis 120, Salat 40 bis 45. Endivien 25 biS 35. Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 biS 50 Pf. das Stück; Kartoffeln 3,80 bis 4,50 Mk. der Zentner.

Bornotizen.

TageskalenderfürDienstag. Stadt- cheater:Karl und Anna", 20 bis 22.15 Uhr. Gaslehr-Vortrag, 8 Uhr, im Caf6 Leib. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die Hölle der Heimat­losen". Astoria-Lichtspiele:Der Unüberwindliche".

Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt­theaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, erst. Wiederholung von Leonhard Franks Schauspiel Äarl und Anna". Otto Ernsts beliebtes Lustspiel '.Flachsmann als Erzieher" wird morgen, Mittwoch, 23. Januar, zum zweitenmal in Szene gehen. Als nächste Vorstellung im Freitag-Abonnement wird Nathan der Weise", Lessi gs dramatisches Gedicht, mit Edelbert GtareL in der Titelrolle zur Auffüh­rung gelangen. Am Sonntag, 27. Januar,Charleys Tante". Dieser Schwank von Brandon Thomas, über

all bekannt und beliebt, fand tn der Neuinszenierung mit der originellen Musik oon Otto Hirsch und der modern-grotesken Dekoration Karl Löfflers großen Beifall. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Frans Bauer jun. Die Vorstellung beginnt um 18 Uhr. Ermäßigte Preise.

Im Goethe-Bund liest, wie man uns schreibt, am kommenden Donnerstag der bekannte österreichische Dichter Anton Wildgans aus eigenen Werken. Der Dichter, der vornehmlich durch seine dramatischen Werke bekanrrt ist. hat auf seiner jetzigen Deutschlandreise überall großen Beifall gefunden, so daß man auch seiner Gieße­ner Vorlesung lebhaftes Interesse entgegenbrin­gen dürfte. (Siehe heutige Anzeige.)

Oberhessischer Geschichtsverein. Man schreibt uns: Am nächsten Donnerstag, 24. Januar, findet der dritte Vortrag dieses Winters statt. Als Redner ist älniv.-Pros. Dr. Drexel gewonnen worden, der Direktor der Römisch-germanischen Kommission in Frankfurt a. M.. der sich um die Erforschung des Limes und der Römerzeit in Deutschland verdient ge­macht hat. Er wird einen Vortrag mit Licht­bildern im Hörsaal des kunstwissenschaftlichen Instituts halten über dieJupitergiganten- fäulen. Dabei handelt es sich um Denkmäler aus der Zeit, da die Römer in Germanien saßen. Diese Säulen nach ihrer Inschrift dem Jupiter geweiht sind von einer auf einem Pferd reitenden, einmal auch auf einem Wagen stehenden Gottheit bekrönt. Zwischen den Vor­derbeinen von des Gottes Pferd pflegt sich eine Gestalt zu finden, die gewissermaßen das Pferd trägt und die man den Giganten nennt. Es ist zweifellos, daß damit das Verhältnis des Him­mels, den Jupiter darstellt, und der Erde, die durch den Giganten verkörpert wird, seinen bild­lichen Ausdruck gesunden hat. Die Frage, ob sich hinter der Jupitergestalt auf den oft von der einheimischen Bevölkerung errichteten Säulen eine keltische oder germanische Gottheit verbirgt, ist bis heute noch nicht restlos geklärt. Gerade auf diese Dinge wird auch Prof. Drexel zu sprechen kommen, der 1922 eine Arbeit über die »Götter­verehrung im römischen Germanien" veröffent­licht hat. Wir verweisen auf die Anzeige vom Samstag, 19. Januar. Auch Richtmitglieder sind bei dem Vortrag willkommen.

Oberhessische Gesellschaft f ü r N a - für- und Heilkunde, Naturwissen­schaftliche Abteilung. Am Donnerstag, dem 24. d. M., wird ein Vortrag von Professor Dr. Wilser aus Freiburg i. Br. interessante Mittei­lungen bringen über Bewegungen der Erdkruste, welche noch jetzt im Gange sind und welche sich an verschiedenen Ingenieurbauten des Oberrheintales deutlich zu erkennen geben. Man weist auf den Dor- trag besonders hin, weil es sich hier um Tatsachen handelt, die bisher ganz unbekannt waren und die nicht nur großes wissenschaftliches Interesse besitzen, sondern auch für die Ausführung von größeren In­genieurbauten von größter Wichtigkeit sind. Nähe­res in der heutigen Anzeige.

Englisches Seminar der Uni­versität. Man schreibt uns: Der Leitung des Englisches Seminars der Landesuniversität ist es gelungen, einen namhaften englischen Schul- mann, Herrn A. E. Iroentyman, der lange in der englischen Untern djtsoerroaltung tätig war, zu einem öffentlichen Vortrag zu gewinnen. Herr Twentyman wird am Montag, 28. Januar, um 2015 Uhr pünktlich im Neuen Hörsaale des Kunst­wissenschaftlichen Institutes (Ludwigstraße 34) in englischer Sprache überEnglands gesellschaftlicher Aufbau im Spiegel feines Schulwesens" sprechen. Näheres wird in der Anzeige der Nummer vom Samstag, 26. Januar, bekanntgegeben.

Volkskunst abend (Sonatenabend) der Volkshochschule. Man schreibt uns: Der Dolkskunstabend, den die Volkshochschule Gießen am 27. Januar veranstaltet, will an aus­gesuchten Beispielen einen äleberblick üb»r die Entwicklung der Sonatenform geben. Konzert­meister Gustav Lenzewski, Frankfurt a. M., und Professor Dr. Karl Schmidt, Friedberg, spielen vier Sonaten für Violine und Klavier von Händel, Mozart, Beethoven und Reger. Diese Werke sind besonders geeignet, diejenigen, die sonst mit der Kammermusik wenig Berührung haben, für diese Kostbarkeiten musikalischer Kunst zu gewinnen. Händels ^-Dur-Sonate ist unter seinen sechs Sonaten für Violine und Klavier die wirkungsvollste. En überaus wohllautendes Andante eröffnet sie, ein klangvolles Allegro echt Händelscher Prägung schließt sich an. Dann leitet ein ganz kurzes Adagio-Sätzchen zum Schlußsatz über, der die Form der Gigue trägt, einer aus England zu uns gekommenen Tanzform. Mo­zarts gleichfalls in A-Sur stehende Sonate ist durch das Andante besonders anziehend. Die ganze Sonate ist groß angelegt und erinnert auch in der Dynamik an Beethoven. Don diesem selbst folgt die groß» C-Moll-Sonate op. 30 Rr. 2 aus dem Jahre 1802. Den Schluß des Abend bildet Max Regers wenig be­kannte Sonate in v-Moll (op. 103b Rr. 1), eins der besten Werke der Spätromantik. Sie ist bei aller Schwierigkeit für die Ausführenden leicht verständlich und in hohem Maße geeignet, in die Gedankenwelt des Meisters e n,usü.)ren. Reger ist besonders groß in der Variationen form. Da­von gibt der letzte Satz dieser Sonate einen voll­gültigen Beweis. (Man beachte die gestrige An­zeige.)

Die Große Gießener Karneval- Gesellschaft veranstaltet am kommenden Don­nerstagabend im Cafe Leib eine große Gala- Damensiyung. Zu diesem närrischen Abend haben selbstverständlich nicht etwa nur Damen Zutritt, sondern auch die Herrenwell wird hierzu erwartet und soll dabei voll und ganz auf ihre Kosten kommen Die närrische Bortrags- folge einer solchen Sitzung wird so gestaltet, daß sowohl das Humorbedürfnis der Herren, wie auch die Heiteckeitserwartungen der Damen auf ihre Rechnung kommen Man darf den Be­mühungen um die Popularisierung des Karne­vals in unserer Stadt einen guten Erfolg wünschen

211. Don der Landes-Universität. Der ordentllche Professor an unserer Universität Dr. Hermann Hirt wurde zum Auswärtigen Mitglied der Regia Societas Scientiarum Bone- mica in Prag ernannt Die Derwaltungsober- inspektoren bei der LandeSunivecsität Wilhelm Erle und Theodor Keßler wurden zu Bureaudirektoren befördert

" E i n w e i h u g eine» neuen Univer- fitäts-Inftitut.. Da» neue Geologische und Paläontologische Institut der Universität wird am Samstag, 2. Februar, in feierlicher Weise eingeweiht werden. Bei der Einweihungsfeier wird Professor Dr. Drevermann vorn Senckenberg-Museum und Geologischen Institut der Universität Frankfurt

DEGEN.

GEGEN SPRÖDE HAUT

Qschützt sie

am Main die Festrede Ober da» ThemaUniversttük und Museum als Bildungsstätte" halten. Line Be­sichtigung des Instituts wird im Anschluß an den Festakt stattfinden.

* Heber Rächt wie der Winter. Dem Tauwetter und dem Straßenschmutz der letzten Tage ist über Rächt ein anderes Regiment in der Ratur gefolgt. Während gestern Abend angesichts der Wetterlage noch kein Gedanke an erneuten Schneefall aufkommen tonnte, prang­ten heute früh Stadt und Land in einer dichten Schneedecke. Ter Schnee über Rächt war so reich­lich niedergegangen, daß die weihe Decke heute früh in unseren Straßen eine Höhe erreicht hatte, die wir bisher in diesem Winter noch nicht ver­zeichnetem Auch heute vormittag schneit es leicht weiter, so daß selbst die Straßen im Stadtzen­trum mit ihrem starken Verkehr ein völlig wei­ßes Kleid angelegt haben. Für die Freunde deS Skisportes steigen durch diesen Wetterumschlag die Hoffnungen auf gute Sportmöglichkeit im Vogelsberg wieder in beträchtlicher Weise.

** Reichsunfallwoche Im Kreise Gie­ßen. Der Vorbereitung dieser Aufklärungswoche in den größeren Orten des Kreises Gießen diente eine Sitzung, die gestern nachmittag im Kreisamt unter ' der Leitung des Dberregierungsrats Dr. Heß statt- fand, und an der die Bürgermeister der größeren Kreisorte, Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeit­nehmer sowie andere für die Durchführung dieser Aufgabe interessierte Herren teilnahmen. Es wurde eingehend über die verschiedensten Möglichkeiten zur Durchführung der Aufklärungswoche beraten und schließlich den Bürgermeistern empfohlen, sich m.t den Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in ihren Orten zwecks Anberaumung von Vortrags- abenben, Lichtbildervorführungen mit Vorträgen, Verteilung oon Aufklärungsschriften an Arbeitneh­mer und in den Schulen ufro. in Verbindung zu setzen.

** Die gesetzlichen Gesellenprufun- gen betrifft eine Anzeige im heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf aufmerksam ge­macht.

** Die Anmeldungen zu den höheren Schulen betrifft eine Anzeige in unserem heutigen Blatte, auf die wir die Eltern besonders aufmerksam machen.

* Personalien. Ernannt wurden der Amtsveterinärarzt Veterinärrat Dr. Wilhelm Schmidt in Schotten unter Belassung der Amts­bezeichnungVeterinärrat" zum Kreisveterinär­arzt mit Wirkung vom 1. Januar 1929 ab; Wil- melm Kreuder aus Ober-Ofleiden zum Pfleger bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gie­ßen mit Wirkung vorn 2. Januar 1929 ab; Hein­rich Heß aus Watzenborn zum Pfleger bei der Landes-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen mit Wirkung vom 10. Januar 1929 ab. In den Ruhestand verseht wurden der Gendarmeriekom­missar Johann Georg Haust zu Lauterbach, der Gendarmeriemeister Peter D u h r zu Londorf, mit Wirkung vorn 1. Februar 1929 ab, sowie der Forstrat im einstweiligen Ruhestand Friedrich Ku ll mann zu Burg-Gemünden vom 1. Fe­bruar 1929 an in den endgültigen Ruhestand.

Diebstähle. Der heutige Polizeibericht meldet: In der Rächt vom 16. zum 17. Januar wurden in der Bahnhofstraße und Walltorstraße je zwei Schaukästen erbrochen und auS diesen 3 Goldrahmen mit Photographien und 9 Roman­bücher entwendet. Größe der Goldrahmen 26x33 Zentimeter. Die Photographien, die auf der Vorderseite den StempelHegewaldfilm" tragen, sind 24x30 Zentimeter groß. Die entwendeten Bücher sind betitelt:Die Frau von aestern und morgen."Der Sprung durchs Fenster."Die tolle Herzogin."Sie kommt. Kommt Sie?" Hackebeilbücher. AuS einem Hofe in der Dahn- holstraße wurde ein Mülleimer mit der Rr. 2520 gestohlen. Personen, die sachdienliche Mitteilun­gen zur Ermittlung der Täter und Herbeischas- sung der entwendeten Gegenstände machen kön­nen, werden gebeten, der Kriminal-Abteilung, Zimmer 67, Rachricht zu geben.

Berliner Börse.

Berlin, 22. Jan. (WTB. Funkspruch.) Im Heu- ti^n Frühverkehr ist vorläufig noch nicht viel zu hören. Das Geschäft ist wieder sehr klein, die Speku­lation bleibt zurückhaltend, die Kurse sind im allge­meinen wenig verändert, und die Tendenz ist als sehr ruhig und abwartend zu bezeichnen.

Sprechstunden der Redaktion

12 bi» 1 Uhr mittag», 5 bi» 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen.

WIND U. SCHNEI

WInierkür für 59243.

Nervenkranke

u.Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Botbelm im Taunus bei Frankf.a.M. Prospekte durch Or. M. Schutze- Kahleyss, Nervenarzt.

Amoi hilft

be< Rheuma, tzschlaS. Hexenschuß Rervcn. u. Erkälkung«schmerzen. Sarmclilergeisl QImoI (|t(n allen Apochrkcn u. DroqeNen erhältlich.

Verschleimt?»»«

Jean Wcleel. Gienen, Sonneuetrafce» Telephon Nr.N

Nrfhtiches

Bei Husten mit Auswurf

nehmen Sie etwa alle 4 Diunden einen halben tkst» löffel voll i) n n u o t n. D'efeS anSnezeichne e. oft geradezu v rblüffend schnell wirkende Sveziaimt iel erhallen Sie in Aooiheken. 53eiianbieite sind auf

1 der Packung angegeben. 106V