meister Heinrich CD Inn aus der Arbeitsfront ausgeschieden. Ferner traten zurück die seit 1919 nutaroeitende orau Oberst Qlaumann, der ebenfalls seit 1919 amtierende Schlosser- meister Karl Krailing. der seit 1923 im Stadtrat spende Geschäftsführer Hermann Kirchner und der von 1923 bis 1925, dann wieder seit 1929 mitarbeitende Landgerichtsregi» strator Ernst Rumpf. Daß dem Hause der auf langjährige und sehr eingehende Kenntnis aller kommunalen Verhältnisse gegründete Rat des Vaumeisters Winn künftig fehlen wird, ist aufrichtig zu bedauern. Wenn man aber bedenkt, daß dieser Herr jetzt 75 Jahre alt ist und das) er In nahezu enem Verteljahrhundert praktischer Mitarbeit in der Kommunalpolitik unserem Gemeinwesen mit vorbildlicher Treue und in hoch einzuschätzender Weise ehrenamtlich gedient hat. so muh man nun auch das Recht auf Ausruhen dieses verdienten Mitbürgers anerkennen. Das Wirken Winns als Stadtverordneter, der in vielseitigster Weise anregend und wegbereitend tätig war, wird in unserer Stadtgeschichte stets in ehrenvoller Weise vermerkt werden. Ebenfalls mit warmer Anerkennung muh des Wirkens von Frau Oberst Raumann im Stadtrat gedacht werden. Auch in dieser Dame hatten besonders die Fraueninteressen und die charitativen Bestrebungen aller Art eine eifrige Vertreterin, die sich immer mit klugem Verständnis für das Mögliche und Nützliche einsetzte und sich dabei auf die grohen Erfahrungen ihrer verdienstvollen Wirksamkeit als Vorsitzende der Giehener Ortsgruppe des Allgem. Frauenvereins stü':en konnte. Das Handwerk verlort mit dem Ausscheiden des Schlossermeisters Krailing einen allezeir eifrigen Fürsprecher, erfreulich ist jedoch, dah es nun nicht völlig ohne Vertretung tn dieser Fraktion ist. denn es wird dort durch den regsamen und auch in Handwerker- und Mittelstandsfragen entschieden und zielklar tätigen Bäclerobermeister Loeber weiterhin gut vertreten sein. Mit dem Geschäftsführer Kirche n e r und dem Registrator Rumpf scheiden nach verdienstvoller Mitarbeit Männer aus, die man als Vertreter der evangelischen Arbeiter bzw. der mittleren Beamten ansprechen konnte. Aber auch diese Kreise dürften ihre berechtigten Interessen fernerhin in dem schon seit 1919 amtierenden Dreher Wenzel und in dem neugewähl- ten Oberreallehrer Appel im Rahmen der volksparteilichen Fraktion ausreichend vertreten sehen. Erfreulich ist, dah Kaufmann Wilh. Horn, der tatkräftige Führer des Giehener Einzelhandels und feit dem Tode von Prof. Krausmüller Volkspartei icher Frak.ionsoorsihender, und Rentner Schwieder, der unermüdliche Vorsitzende des Verkehrsvereins, auch im neuen Stadtrat ihre kommunalpolitische' Arbeit forifehen können. Reuland betreten in der praktischen Kommunalarbeit Frau Landgerichtsdirektor S ch u d t als Rachfolger in von Frau Oberst Baumann, Rechtsanwalt und Rotor Schneider und Prokurist Friedr. Hirsch, in dem die kaufmännischen Angestellten nach dem im vorigen Jahre
erfolgten Ausscheiden und Wegzug des An- gestelltensührers Schulz nun wieder einen Vertreter im Stadtrat besitzen.
Auf den Bänken der Demokraten ist cme politische Vernunftehe zu bemerken. Hierhaoen sich die Demokraten und die Dolksrechtpartei für die nächsten vier Jahre gemeinsam eingerichtet. Ausgeschieden sind aus der demokratischen Fraktion der Stadtbauoberinspektor Höhn, der seit 1919 dem Hause angehörte, der seit 1926 amtierende Schreinermeister Haubach und der seit 1929 dem Hause zugehörige Realleprer Hebermehl, deren Wirten zum Besten der Allgemeinheit sich in vorteilhafter^ Wei e auszeichnete. Vom Standpunkt des städtischen Gesamtinteresses aus ist es au begrüßen, dah der seit 1923 im Stadtrat sitzende Stadtschulrat Fischer. der sich vor einigen Monaten unter dem Eindruck seiner erfreulicherweise glücklich verlaufenen schweren Erkrankung mit dem Ge-anlen deS Mandatsverzichts trug, wei'.er als Führer seiner Orupve im Stadtrat tä.ig sein wir). Als Mitarbeiter seit 1923 steht ihm dort auch künftig der Kaufmann Leop)ld Mayer zur Seite. Reu treten in das Kollegium ein der Rentner Reiber, der sich besonders für die Interehen der durch die Inflation geschädigten Rentner einfetzen will, und erfreulicherweise noch eine ärztliche Mitarbeiterin in Frau Dr. Marx, die mit ihren Erfahrungen als praktische Aerztln. deren Blick in viele Haushaltungen geht, tm neuen Stadtrat dem allgemeinen Wohl wertvolle Dienste leisten kann.
Geringfügig ist die Umgestaltung in der S o - zialdemokratischen Fraktion. Bci 14 Mandaten im neuen S'adtrat waren 11 Gewählte schon im alten Parlament tätig. Aus» geschieden sind Frau Ottilie, die seit 1926 dem Haufe angehörte, und der seit 1929 amtierende Lokomotivführer Wolf. Für Frau Ottilie tritt Frau Christine Roll in den Stadtrat ein. Bemerkenswert ist ferner, dah als Schwerkriegsbeschädigter der Volkswirt Dr. G u m b e l dem neuen Kollegium angehören wird. Reucs Mitglied de 5 Hauses wird ferner der Parteisekretär Häuser fein. In den Reihen der Sozialdemokratischen^ Fraktion wird künftig auch der Senior der gewählten Stadtra'smitglie- der in der Gestalt des Redakteurs Vetters sitzen, der seit 1911 dem Kollegium angeh ort.
Bei den Kommunisten hat das bisherige Stadtratsmitglied Bäcker Kästner noch einen Kollegen im neuen Stadtrat in Gestalt dcs Kraftfahrers Lepper erhalten.
Wie sich die Gruppierung Im neuen Stadtrat bei der Ausübung des Mandats gestalten wird, läßt sich abschließend heute noch nicht übersehen. Cs schweben zur Zeit Verhandlungen nach verschiedenen Richtungen hin, die darauf abzielen, die durch den Wahlausfall hervorgcrusene Zersplitterung nach Möglikeit aufzuheben. Soviel man bisher hört, ist damit zu rechnen, dah dieses Ziel bis zu einem gewissen Grade erreicht wird. Einzelheiten hierüber können aber im Augenblick noch nicht gesagt werden.
Mademoiselle Docteur im Kriege.
Fäden zwischen Berlin und Paris.
II.
Aus dem neuen Buche: „Spionage!" von ch. R. B e r n b o r f f. Verlag Dieck & Co., Stuttgart.
cherr I. Motthesius zieht in den ersten Wochen des Krieges unt Sein kleines Bureau in der Bülow- ftrafje reicht nicht mehr aus, und er bekommt ein ganzes chaus, ein schönes alles Gebäude in der Ko- n'Mrätzer Strafte, Hier geht es an unb für sich zu wie in e nein Taubenschlag, im ersten unb im zweilen Stock bieses chauses sitzen Zimmer an Zimmer Offiziere in Uniform ober in Zivil, hier laufen die gäben bes geheimen Rachrichtenbienstes zuerst einmal zusammen. Von hter aus gehen bie Nachrichten, nachdem man sie gesammelt, geprüft und gesiebt hat, an bie n-lllärischen Stellen. Im britten Stock dieses chauses, im wahren Sinne über dem Ganzen, sitzt ganz allein fast Tag unb Nacht 3. Matthesius unb neben ihm im selben Zimmer Mademoiselle docteur, Annemarie Lesser.
In diesem chause, vor allen Dingen in der dritten Etage, geht es zu wie in einer groften Redaktion. M.l Unterschieden natürlich. Cs kommen keine offenen Meldungen, aber es kommen plötzlich zahllose Leute, bie das Golb wittern und sich dem deutschen Nachrichtenbienst für bie Spionage in den feindlichen Ländern unb für Erkundigungen hinter der Front der feinblichen Armeen anbieten. Diefejßeutc haben sich schon zuerst an bie militärischen Stellen gewandt, unb wenn bev zustänbige Offizier bie Ueberzeugung hatte, baft ber Mann tatsächlich zu vsrwenben sei, bann bekam er ein Renbezvous mit Matthesius, unb erst bann, wenn der Mann schon einmal gearbeitet hatte, wenn er Nachrichten geliefert hatte, b'.e sich als zutreffend herausstellten, bann wies man ihm den Weg in bie Bureaus des alten Hauses in der Königgrätzer Strafte. Aber nur den ganz groften Spionen, nur den ganz erfolgreichen unb zuverlässigsten öffnete sich bie Tür des dritten Stockes.
9. Matthesius ist bald überlastet. Seine Glieder flattern nur so in seinen weiten Sakkoanzügen, sein Gesicht wird noch hagerer, seine Hände werfen mehr wie bisher die Zirkel unb Stifte auf seinem Schreibtisch burcheinanber. Mademoiselle docteur rückt auf. An der Stelle bes überlasteten Herrn Matthesius verhandelt sie jetzt mit den Leuten, bie sich erneut zur Spionage anbieten, sie versteht es fabelhaft, m t diesen schwierigen Menschen umzugehen, sie sondert schnell bie Spreu vom Welzen, unb kurz hin- »eretnanber gelingt es ihr zweimal, einen feindlichen Spion zu entlarven unb unschä blich zu machen. Das waren in beiben Fällen Offiziere ber französischen Armee, bie über die Schweiz nach Deutschland gekommen waren, um dort als angebliche Zivilingenieure ihre Dienste dem deutschen Kundschafterdienst anzubieten, bamit sie auf biefc Weise bas Netz der beutfd;en Agenten kennen lernten. Annemarie Lesser versteht es auch, den Wert jeder Nachricht in positivem unb negativem Sinne sofort zu erkennen, ihre Wahrscheinlichke t zu ermessen. Mit Ausnahme einer kurzen Erlundungsfahrt nach England, wo fast bie meisten brutschen Agenten bei Kriegsausbruch auf eins noch heute nicht völlig aufgeklärte Weise verraten unb verhaftet wurden unb wo es deshalb galt, neue Verbindungen zu schaffen, bleibt sie in Berlin bis zum Beginn des Jahres 1916 bis zu bem Augenblick, in bem Im geheimen ber deutsche Angriff auf Verdun beschlossen wird.
9n diesem Augenblick, in dem es von nöergröftter Wichtigkeit ist, baft der Nachrichtendienst in Frank
reich für Deutschland prompt unb gut funktioniert, reiften die Verbindungen völlig ab.
Den Hauptteil ber Nachrichten für Frankreich hatte bisher in groften Zügen immer schnell, immer richtig Monsieur Pissard, französischer Staatsbürger, geliefert. 9n Abständen von wenigen Tagen trafen über die neutralen Länder, immer von einer andern Richtung kommend, die geheimen Kuriere mit ihm in Paris zusammen, um sofort roieber in ein neutrales ßanb abzureisen. Außerdem besaß das Geschäft des Monsieur Pissard, die Firma Meunier & Eo., jetzt eine Filiale in ber Schweiz, deren Prokurist jede Woche mit seinem Ches in Paris zusam- meiuam. Ferner hatte Pissard in zahllosen kleinen französischen Städten 2tgenten, die Pneumatiks unb Kugellager vertrieben und bie er ftänbig auffuchen mußte.
9n ber Hochspannung ber Zelt vor bem geplanten Angriff auf Perbun risi diese Verbindung jäh unb unerwartet ab. Monsieur Pissarb war nicht mehr aufzufinben, fein Bureau war verschlossen, man wußte nicht, was mit ihm geschehen war.
Mademoiselle docteur entschloß sich sofort, nach Paris zu fahren, um zu sehen, was mit ihm geschehen sei. Sie tat es schnell, aber mit allen Vorsichtsmaßregeln. Sie kam von Holland nach England unb von England nach Bordeaux, damit niemand Verdacht schöpfen könne. Auch sie fand die Türen ber Firma Meunier & Co. verschlossen, aber ihrer Intelligenz unb ihrem Mut gelang es doch, in bie Räume einzudringen unb festzustellen, was aus Monsieur Pissarb geworben war.
Der Agent war eingezogen worben. Aber an bem Tage, an bem er, ber bis dahin für große Summen Spionage für den Feind betrieben hatte, einrücken sollte, an diesem Tage sch oft sich Monsieur Pissard, dessen Nerven nun auch schon zermürbt waren, eine Kugel vor den Kopf.
Annemarie Lesser zögerte nicht. 9hr schauderte nicht vor dem Ende, das der Agent genommen hatte, sondern sie handelte.
9n Berlin war bei ihr ein Mann namens Konstantin Couboyanis erschienen, ber — griechischer Staatsangehöriger — in Paris Vertreter für öüb> fruchte war, unb hatte sich angeboten, in Frankreich für Deutschlanb Spionage zu betreiben.
Mademoiselle docteur erschien in seiner Wohnung. Couboyanis, früherer Offizier ber Armee seines Lanbes, aus nicht ganz klaren Grünben aucge- schieden, erwarb bie Firma Meunier & Co. von den Erben, zwei uralten Fräulein aus Marseille, unb er konnte bas tun, ba bisher weber auf bisse Firma noch auf Monsieur Pissarb ber geringste Derbacht gefallen war. Mademoiselle docteur blieb zunächst in Frankreich unb sie tat etwas, wovon Konstantin Couboyanis nichts wußte. Sie fand auf einem Sonntagsausflug einen Unteroffizier, ber in ber Spionageabwehrabteilung bes französischen Generalstabs arbeitete, unb dieser Unteroffizier war nach zwei Tagen ber schonen Frau verfallen. Durch ihn erfuhr sie vieles, was wissenswert war, unb Matthesius in Berlin atmete auf, denn es gingen wieder Nachrichten ein, Nachrichten, bie Hand unb Fuß hatten unb deren Tragweite gar-nicht zu überschätzen war. Annemarie Lesser warf alles in die Waag, schale, was sie ba hinein zu werfen hatte. Der Un- terofsizier hatte bie Ueberzeugung, baft sie eine ber berufsmäßigen Besucherinnen ber Amüsierlo'ale an den großen Boulevards und auf bem Montmartre war, er war weiterhin aber fest davon überzeugt.
daß es seinem guten Einfluß zu verdanken sei, baft bas Mädchen, bas er ba tennengelernt hatte, auf bem Wege war, eine gute brave Bürgerin zu werben. Eines Tages, bei einem Spaziergang bot er ihr bie Heirat an, Annemarie Lesser sagte zu, wenn ihre Eltern in einem kleinen Dorf an ber spanischen Grenze einverstanden wären. Sie reifte dorthin ab.
9n Wirklichkeit verhandelte sie noch am Abend
dieses Tages mit einem deutschen Offizier, ber vom Kundschafterdienst nach Paris geschickt war. Dieser Mann wußte nichts von ber Existenz des Konstantin Couboyanis, unb der Grieche mußte nichts von bem brutschen Offizier, der nun daran ging, sich ebenfalls bie Nachrichten zu verschaffen, bie für bie beutsche Heeresleitung zu wissen waren.
(Fortsetzung folgt.)
Gchach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw sind zu richten an die Schachredaltion des „Gießener Anzeigers"
Problem Nr. 243.
Dort 0. M. Meyer.
Preisgekrönt im „Reuyorker Sun"-Turnier 1599.
8
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1
8
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1
Weiß.
Schwarz.
(1 e
e h
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HUH I ■.....■.......
Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Weih: 7 Steine Ka5; Df!; Le5. °6; Bb4, b7, f4. Schwarz: 6 Steine Kd5; Lgl; Sb8; Ba6, c6, d4.
Partie Nr. 171.
Die folgende Partie wurde am 1. Dezember 1929 zu Frankfurt a. M. im hessischen Stadteturnier zwischen Mainz und Gießen am Brett 1 gespielt. Der Wettkampf endete zum dritten Male unentschieden.
Sizilianisch.
Weih: Hoffmann, Mainz.
Schwarz: Dr. Davidson, Gießen.
I.e2-e4
1. c7 — c5
2. c2-c3
2. Sg8-f6
3. Lf I — c4
Da doch anzunehmen ist, dah der zweite Zug von Weiß den Vorstoß des d-Bauern bewerkstelligen sollte, so muhte hier sofort 3. e5 mit nachfolgendem d4 geschehen.
3. . . 3. Sf6xe4?
Eine ausgezeichnete Fortsetzung bestand für Schwarz in 3. ..., d5 4. eXd, Sxd 5. d4, Sb8 ufw. 4 Lc4xt74- 4. Ke8xf7
5. Dd l-h54- 5. g7-g6
6 Dh5-d54- 6.e7-e6
7. Dd5xe4 7. Lf8-g7
Bester 7..... Lh6
8 d2-d3 8.Sb8-c6
9. Sgl-f3 9. Th8 - f8
lO.H2-h4
Dieser scharfe Angriffsversuch hatte noch Zeit, zuerst sollte 10. Lg5 geschehen und auf 10.....Db3
11. De2, sodann 12.8a3 nebst 0—Oy-O und dann erst M nebst Verdoppelung der Türme auf der b°Reihe, was zu einem siegverheihenden Angriff
geführt hätte. Aach der Spielweise P^n Weih bleibt sein eigener König auch in Gefahr.
10. . . . lü.i.7 - do
11. Dc4-e2 11. Dd8-d6
12. h4-h5 12. Sc6-e7
13. g2-P3
Unnötiger Tempoverlust: am besten sofort 13. hxg4-, hxg 14. Lg5 nebst Sbd2 und 0—0—01 Der Versuch 13. Sg5 4-, Kh8 14. 5xb7 scheitert an 14.....Tf5!
13.... 13. e6-e5
14. Kt7 - g8
15. DdXögö
16 Lc8-g4
14.Sf3-g54-
15. h5>rg6
16. Sg5xh7
Jetzt gerät der weiße König in das Geschützfeuer der schwarzen leichten Figuren.
17. - 17 T 8xi8
18. De2-e3
18 Tf8-f3
19. De3xc5 19.Tt3xd3
20. Sbl-d2 20 Dg6-e44-?
ilnb Weiß gab auf, denn Matt in spätesten- drei Zügen ist nicht zu decken. Ein amüsanter Schluß.
Lösung deS Problems Dr. 239.
Don I. Iespersen.
LTflXf2!, Kf4-e5 2. Dbl-hlü usw.
1.. . . ,c4-c3 2. Dbl - gl ufw.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom Redaktion-tisch.
Raabe-Anekdote.
Als im Jahre 1901 Wilhelm Raabes 70. Geburtstag gefeiert werben sollte, hatten seine Freunde f±on grofte Ueberrebungstunft nötig, um den bescheidenen Dichter überhaupt zur Annahme der Einladung zu veranlassen. Eine zweite Schwierigkeit gab es bann noch: Man mußte ihn dazu bringen, sich für seinen Ehrenabenb einen neuen Frack machen zu lassen. Er versprach es endlich, brummend unb unwillig.
Aber bas Fest für den Dichter, im alten Rathaus von Braunschweig, gestaltete sich dann sehr würdevoll und schön, und man sprach noch nach Wochen von der erhebenden Feier. Als einmal in der Herbst- schen Weinstube wieder von dem Abend die Rede war, lächelte Raabe vergnügt vor sich hin und sagte leise: „Ader es war doch mein alter Frack!"
Das rofe Licht.
Der junge Polizist tritt zum ersten Nachtdienst an. Eine dunkle Herbstnacht, in der Gegend des Londoner Viktoria-Bahnhofs, „Sehen Sic da hinten das rote Licht? unterweist ihn fein Wachtmeister, „bis dahin geht Ihr Revier, unb nun los — gute Nacht!" — Militärischer Gruft auf beiden Seiten, unb der Jüngling patrouilliert bienst/ eifrig nach ber angegebenen Richtuna hin ab... Erst nach Tagen erscheint er auf dem zuständigen Polizeirevier. Der Vorgesetzt« fährt ihn nicht schlecht an: wo er sich fje rumgetrieben hätte und wac- dcrgleichen mehr. „Herr Wachtmeister," versucht er endlich zu erklären, „können Sie sich noch b<finhen, Ibaft Sie mir das rote Licht zeigten?" — „Selbst- verstänblichl Na, unb??" — .Herr Wachtmeister, das hing an 'nem Lastwagen und der fuhr nach M a n ch e st e r 1"
Rundfunkprogramm.
Sonnlag, 22. Dezember.
7: Don Hamburg: Hafenkonzert. 9 bis 10: Morgenfeier, veranstaltet von der II. Methodisten- Gemeinde Frankfurt a.M. 10.30: Walter Bauer, Vorlesung aus seiner Gedichtsammlung: „Das Leuna-Werk spricht". 11: Stunde der Jugendbewegung: ^Der Kampf der Jugend um die Lebensfreude", Vortrag von Pfarrer Winter- mann, Frankfurt a. W. 11-30: Erziehung und Bildung — Elternstunde: „Vergangenheit und Zukunft der Freien Schulgemeinde Wickersdorf", Vortrag von Dr. Gustav Wynecken. 12: Marsch- Konzert des Rundfunkorchesters. 14: Stunde der Jugend: „Fröhliche Weihnacht". 15: Stunde des Landes: Weihnachtslieder, gesungen von dem Gemeindechor in Freiendiez unter Leitung von Rektor AÜius. 16: Orgelkonzert. 16-45: Weih- nad)ten in Frankfurter Mundart. 17.15: Von Stuttgart: Die Geburt Christi, l.Teil des Weihnachtsoratoriums „Christus", von Franz Liszt. 18.45 bis 19.30: Stunde des Rhein-Mainischcn Verbandes für Volksbildung: „Cherubinischer Wandersmann des Angelus Silesius', Musik für Bariton, Streichquartett und Klavier von Ludwig. Rottenberg, einleitender Vortrag von Dr. Carl Gebhardt. 19.30: Sportnachrichten. 20: Don Stuttgart: Lokomotivführer Boris Lasaroff, Hörspiel- Monolog nach einer Rovelle von Karl Kurt Wolter. 20.45: Von Stuttgart: Querschnitt durch die europäische Musik feit Mozart. 22.30: Unter» Haltungskonzert.
ZTlonlag, 23. Dezember.
11 bis 12: Schallplattenkonzert. 12.15: Schallplattenkonzert: Robert Schumann, Klavier-Kompositionen und Lieder. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Auf der Suche nach der „Geisterburg" in der Sahara U-rirrt; ein gefahrvolles Erlebnis des Afrikaforschers Heinrich Barth", Vortrag von Lehrer Fr. Voigt (für Kinder vom 12. Jahre ab). 16 bis 16.50: Hausfrauen-Rach- mittag. 16.50: Vortragszyklus des Frauenverbandes Hesfen-Rassau und Waldeck: „Der Dank der Volksgemeinschaft an die alte Generation", Vortrag von Frau Rhabanus. 17.20 bis 17.45: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Der Vogelzug und seine Erforschung im üntermaintal, Vortrag von Sebastian Pfeifer. 18.35: Stunde deS Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Zum 100jährigen Todestage von Lamarck am 18. Rovember 1929", Vortrag von Prof. Weidenreich. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Marienlieder. 20.15: Konzert des Rundfunkorchesters. 21.45: Don Kassel: Der gläserne Berg, ein Volksmärchen, Musik von Walter > Braunfels. 23: Tanzmusik.
Dienstag, 24. Dezember.
11 bis 12: Schallplattenkonzert. 13.40: Schallplattenkonzert: Heiligabend. 14.30: Don Stuttgart: Der Hirten Verkündigung, ein neues Htr« tenspiel nach alten deutschen Texten. 15.30: Mtn- derstunde. 16.15 bis 17.45: Konzert für Kinder. 18: Dom Frankfurter Dom: WeihnachtSglocken. 18.15: Von Stuttgart: Das Gotteskrnd 19-30: Aus der Rikolauskirche Stuttgart: WechnachtS- musik. 20.15: Don Stuttgart: Weihnachten daheim und draußen. 21.30: Heilige Rocht, eine Weihnachtslegende in oberbayertlcher Mundart von Ludwig Thoma. 22.30: Schallplattenkonzert: Feierliche Musik. 23: Don Friedberg: Das Christ- geburtsspiel, ein deutsches Weihnachtsspiel von Fritz Wecge. 24: Dom Freiburger Munster. Glockengeläut.
Mittwoch, 25. Dezember.
9 bis 10: Reue und alte Turmmusik. 10 bis 11: Aus der Peterskirche Frankfurt a.M.: Fest- gottesdienst. 12 bis 13: Anterhaltungs-KonzeN 13.30: Stunde der Jugend: Weihnachtslieder. 15: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunk« orchesters: 16: „Weihnachten im Urwald", Vortrag von Afrikaforscher Hans Schomburgk. 16.30: Von Leipzig: Rundfunk-Kompositionen. 17.30: Von Stuttgart: Lieder und Arierr. 18.30: Don Stuttgart: Alte deutsche Wcihnachtsdtch« tung. 19.30: Don Stuttgart: Oberon, romanttscht Oper in 3 Akten von C. M. v- Weber. 21: Dm Stuttgart: Turandot, Prinzessin von China, ein tragikomisches Märchen nach Gozzi von Friedrich Schiller. 22.30: Don Stuttgart: Populäres Konzert des Rundfunkorchesters.
Donnerstag, 26. Dezember.
9 bis 10: Katholische Morgenfeier. 11: Geist' liches Konzert, Werke von Hans Leo Haßler 12 bis 13: DonKa,stl: Konzert cesRundfunkorchc' sters. 14: Das Schlaraffenlandspiel. Ein luftigd Hörspiel für die Jugend von Kurt Arno Find eisen, Musik von Wilhelm Rettich. 14.30: Vo' Sinaen-Hohentwiel: Weihnacht-konzert. 16.30 Konzert. 18: ZcUberichte XV, Erinnerungen ot Stresemann. 19: Gesangskonzert. 19.40: Sport nachrichten. 20 bis 22.30: Konzert des große« Rundfunkorchesters. 23 bis 0.30: Tanzmusik.
Taten für Lonntag, 22. Tczcmber.
1891: ber Orientalist unb Politiker Paul Anto« be ßagarbe in Göttingen gestorben (geboren 1827): — 1902: ber Psychiater Richard Freiherr von Krass» Ebing gestorben (geboren 1840).
Taten für Montan, 23. Tezember.
1597: ber Dichter Martin Opitz in Boberfeld & Bunzlau geboren (gestorben 1639).
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