und Silberdruck: Die FREUDE der KURMARK-RAUCHERS
Länder- und Städtewappen aller Erdteile in Gold-
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und nicht, wie vorgesehen war, bis zum 30. April 1930, postalische Gültigkeit. Die Dauer der Ver- triebszeit (dis 15. Januar 1930) ändert sich nicht.
*• De r preußische Besuch in Gießen war am gestrigen preußischen Bußtag wieder außerordentlich stark. Mit der Dahn, in Kraft- Wagen und in Autoomnibusscn, aber auch zu Fuß waren aus allen Gegenden der benachbarten preußischen Kreise Ausslugslustigc hierhergekommen, die dem Straßenverkehr eine sehr lebhafte Bote gaben und in den Gaststätten usw. Hochbetrieb brachten. Auf der Reichsbahn setzte bereits am Bormittag lebhafter Verkehr ein, der mit den Mittags- und frühen Bachmittagszügen feinen Höhepunkt erreichte. Die Züge aus den Richtungen Dillenburg, Limburg, Marburg, aber auch von Fulda, Gelnhausen und Friedberg her wiesen starke Besetzung auf. Auch bei der Rückkehr der Ausflügler wurden die Züge bis in die späten Abendstunden stark in Anspruch genommen. Die Reichsbahnverwaltung hatte die Züge erheblich verstärkt, so daß sich der Verkehr ohne Störung glatt abwickeln konnte. Di« ,Preußische Invasion?' war naturgemäß in den Hauptverkehrsstraßen der Stadt am stärksten, zeitweise herrschte besonders auf dem Scltersweg ein so erhebliches Geschiebe und Gedränge, daß man nur mit Mühe und Bot durchkommen konnte. An zahlreichen Stellen der Stadt, die als Parkplätze der AutoS sonst nicht vorgesehen sind, konnte man eine große Anzahl Kraftwagen aufgeparkt sehen, ein Beweis dafür, wie außerordentlich stark der Kraftwagenvcrkehr gewesen ist; u. a. konnte man am Abend beim Theater eine langgestreckte Kraftwagenburg aufgefahren bemerken. Die Besucher werden bei ihrem gestrigen Aufenthalte in unserer Stadt sicherlich auch eine erste Musterung der Geschäftsauslagen im Hinblick auf die bevorstehenden Weihnachtseinkäufe vorgenommen haben.
** Das Ergebnis der Gießener Stadtratswahl wird im heutigen Anzeigenteil von dem Stadtwahlkommissar amtlich bekanntgegeben. Man beachte die Veröffentlichung.
** Der Straßenbahnbetrieb zum Friedhof beginnt am nächsten Samstag und Sonntag bereits um 10 Uhr vormittags.
' Derkehrsunfälle. Gestern gegen 17 Llhr wurde in der Bähe der Heil- und Pflegeanstalt eine ältere Frau, die vom Holzholen, im Walde kam, von einem Auto angefahren. Die Bedauernswerte erlitt ynen Llnterschenkelbruch und wahrscheinlich auch innere Verletzungen, die ihre Ileberführung durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik notwendig machten. — Gestern» abend kam ein Besucher von auswärts, der offenbar den Feiertag zu sehr gefeiert hatte, in allzudichte Bekanntschaft mit einem Kraftwagen, der ihn anfuhr. Der Mann erlitt eine erhebliche Kopfverletzung und mußte ärztliche Hilfe in der Klinik in Anspruch nehmen.
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Gietzener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Irsing 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mi.), Weißkraut 10 bis 15 (pro Zentner 5 bis 6 Mk.). Rotkraut 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mt.), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Llnterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 50 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Kartoffeln 4,5 bis 5 (pro Zentner 3,50 bis 4 Mk.), Acpfel 10 bis 15 (Pro Zentner 8 bis 12 Mk.), Dirnen 10 bis 15 (pro Zentner 8 bis 10 Mk.). Dörrobst 30 bis 35, Büsse 40 bis 50, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 110 bis 130 pro Pfund; Tauben 70 bis 90, Dlumenkohl 30 bis 100, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pfennig pro Stück.
Bornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Volkshochschule: Vortrag von Curt Varges über das Thema „Publizistik und Theater", 20 Uhr. — Oberhessischer Geschichtsverein: Generalversammlung und Vortrag, 20,15 llfjr, im Hotel Schütz. — Kaufmännischer Verein und OrtSge- werbeverein: 2. Vortrag mit Lichtbildern, 20 Uhr, in der älniversitätsaula. — Damen-Dereinigung 1877—1878: Versammlung, 20 Llhr, Liebigsyöhe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Frau im Mond". — Astoria-Lichtspiele: „Tempo-Tempo".
— Aus dem S tad t the aterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, findet die erste Wiederholung der beiden dramatischen Fragmente „Guiskard'^ und „Demetrius" statt, die in der Inszenierung von Intendant Dr. Rolf P rasch das erstemal in Gießen zusammen gegeben werden. — Volkshochschule, heute 20 ilpr: Vortrag: „Publizistik und Theater", Redner Kurt Varges. — Sonntag, 24. Bovember, wird als Fremdenvorstellung zum letztenmal „Der arme Heinrich" von Gerhart Hauptmann gegeben. — In Vorbereitung sind „Die Troerinnen", Bachdichtung von Werfel, nach Euripides, Spielleitung Intendant Dr. Prasch. Die Premiere findet Dienstag, 26. Bovember, statt. Es werden das erstenmal in Gießen innerhalb einer Theaterinszenierung Sprechchöre gezeigt. Die Regie versucht in der Art der griecyischen Tragödie besonders die chorische Wirkung neben den Solisten zur Geltung kommen zu lassen.
— „Zeppelin"-Dortrag im Stadttheater. Der Frankfurter Publizist Max Geisenheyner kommt auf seiner Dortraasreis« nach Gießen. Er wird am 1. Dezember nachmittags 3.30 Llhr im Stadttheater einen Lichtbildrrvortrag I)allen über das Thema „Mit .Graf Zeppelin' um die Welt". Geisenhehner hat die Weltfahrt mit dem „Zeppelin" mitgemacht.
— „Vom kommenden Christentum. Der zweite Vortrag der angekündigten öffentlichen Vortragsreihe wird, wie man. uns schreibt, von Dr. Johannes Hemleben (Kassel), der früher als Naturwissenschaftler tätig war, gehalten werden. Er behandelt das Thema: „Naturerkenntnis und kommendes Christentum" (Experi
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ment und Sakrament) und wird damlt die Ausführungen des ersten Vortragsabends ergänzen. Der Vortrag findet am morgigen Freitag im Univerfi- tätsgebäude, Hörsaal 41, statt. (Siehe Anzeigenteil.) — Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums. Man schreibt uns: Montag, 25. November, 20.15 Uhr, hält Prof Dr. Iacobsthal aus Marburg im Hörsaal des Physikalischen Instituts zu Gießen aus Ersuchen des Vereins der Freunde des humanistischen Gymnasiums einen Vortrag über „Funds griechisch-italischer Kunst in Germanien und Gallien". Ist der Gegenstand an sich schon für jeden das Altertum und seine Kunst Liebenden ein anziehender, so lohnt sich ein Besuch um so mehr, weil Lichtbilder den Vortrag unter- stützen und das Gesagte veranschaulichen werden. (Siehe heutige Anzeige.)
— Sängerkranz Gießen. Am kommenden Donnerstag Konzert in der Neuen Aula. Zur Aus- führung kommt das Oratorium von Haydn „Die Jahreszeiten". (Siehe heutige Anzeige.)
•• Der neue Befehlshaber Gruppenkommandos II. Zum Bachfolger des Generals Kreß von Krcsscnstein al; Obrrbcfrhlshaber des Gruppenkommandos II (Kastel) ist Generalleutnant Hugo von Kayser ernannt worden. Generalleutnant von Kayser war vorhrr Inspekteur der Kavallerie und wurde am 1. Februar 1927 zum Generalleutnant befördert. Er wurde am 3. September 1918 an der Westfront verwundet.
•• Ernennungen lmhess. Innenminister i u rn. Ernannt wurde der Vortragende Rat Oberveterinärrat Dr. Albert G a d o w zum vortra- genden Rat mit der Amtsbezeichnung „Ministerialrat" bei dem Ministerium des Innern, mit Wirkung vorn 1. Dezember 1929; der Ministerialrat Ludwig Schwamb in Darmstadt zum Staatsrat bei dem Ministerium des Innern, mit Wirkung vom 1. De- zember 1929.
*♦ F o rst p e r s o na l ie n. Der Amtsvorstand des Forstamts Laubach, Forstmeister Adolf Ernst Müller zu Laubach, wurde vom 1. Dezember 1929 an in gleicher Diensteigenschaft in das Forstamt Du- dcnhofen versetzt. Weiter wurde der Förster Wilhelm B e ch t o l d zu Forsthaus Kiliansherberge in gleicher Diensteigenschaft in die Försterei Hochwart des Forstamts Gießen versetzt. Der Förster WÜhelm Christ zu Homberg a. d. Ohm tritt am 1. Dezember auf Grund des Altersgrenzgesetzes in den Ruhe- stand.
•• 40 Jahre Im Derwaltungsrat bzw. Aufsichtsrat der Bezirkssparkasse Gießen. Auf ein seltenes Iubiläum konnte in diesem Monat Bürgermeister i. B. Leun In Großen-Linden zurückblicken. Cs waren in diesen Tagen 40 Jahre seit seinem Eintritt in den früheren Derwaltungsrat, jetzt Aufsichtsrat, der Dezirkssparkasse Gießen verflossen. Aus diesem Anlaß wurde seitens des Dorstandes und Aufsichtsrates der Dezirkssparkasse Gießen der verdienstvollen Tätigkeit des Jubilars ehrend gedacht. In der letzten Aufsichtsratssihung wurde ihm durch den Dorsihenden des Aufsichtsrates, Bürgermeister Dr. Seid, eine Ehrengabe in Gestalt eines Bildes überreicht.
** Die Gültigkeitsdauer der Wohlfahrtsbriefmarken. Nach einem Erlaß des Reichspostministers haben die zur Ausgabe gelangenden Wohlfahrtsbriefmarken zur Frankierung aller Postsendungen bis zum 3 0. Juni 1930,
Bus der Provinzialbaupistadt
Dießen, den 21. Bovember 1929.
I Geheimrat Prof. Or. Kon g 70 3a re alt
Geheimrat Professor Dr. Walter König vollendete am 20. Bovember fein 70. Lebensiahr. /Saft ein Dierteljahrhundert fernes arbeit reichen Lebens hat er als gefeierter Universitätslehrer mb angesehener Bürger in Gießen verbracht. D.n Schüler Helmhvltzs, der von Derlrn zum Altmeister der deutschen Experimentalphysik nach Heidelberg ging, sich in Leipzig habilitierte, dann a-Is Dozent de > Physikalischen Vereins in Frank- fmrt a s Ordinarius ii Greifswald wir te, wurde ei 1905 als Nachfolger Paul Drudes Leiter des physikalischen Institutes unserer Lande'univer- suät, die ihn für daS Jahr 1911/1912 zu ihrem Rektor wählte.
Die meisten seiner zahlreichen wissenschaftlichen ^Intersuchungen behandeln Probleme der Hydro- drnamik und der Optik, hier vornehmlich Fra- fi<n der künstlichen Doppelbrechung. Daneben war ct viele Jahre Herausgeber der Beiblätter der Annalen der Physik", weiter gab er eine Beu- bcarbeitung von Drudes Physik des Aethers bcraus, er ist Mitarbeiter des eben vollendeten Handbuchs der Physik und hat das bekannte Sehrbuch ter Experimentalphysik von Lommel von d<r 10. bis zur 31 Auflage bearbeitet. Die Fortschritte seiner Wissenschaft wußte er entsprechend Iseiner besonderen experimentellen Begabung feinen Hörern durch glänzende Dersuche zu verdeutlichen. Eine ganze Generation von Lehrern der höheren Schulen Hessens und benachbarter Gaue, viele seiner Schüler, die heute zerstreut über Deutschland zum Teil im akademischen Leben, zum Teil in physikalisch-technischen Berufen tätig sind, gedenken seines 70. Geburtstages. Der in- nige Kontakt mit seinen Schülern war ihm stets (ine der vornehmsten Aufgaben seines akademischen Wirkens.
Sein rastlose Tätigkeit erschöpft sich aber nicht im Ml en Wirken des Gelehrten, er hat auch am bürgerlichen Leben Gießens stets in hervorragender Weife teilgenommen. Er ist der Begründer und Leite: des Gießener Vereins für Luftfahrt, und er hat ilm Vorstände des Gleiberg-Vereins, des Lesehallen- Vereins, der Oberhessischen Gesellschaft für Ratur- urb Heilkunde für jede neu an ihn herantretende ■ Ausgabe seine Arbeitskraft eingesetzt. Allen Gieße- nrrn ist bekannt, wie er noch in jüngster Zeit z. B. sich für das Gedeihen der hiesigen Iungfliegergruppe eingesetzt hat.
Wenn nun Universität und Stadt im Stillen den 7d Geburtstag des Gelehrten mitfeiern, so haben sie die feste Zuversicht, daß seine reiche Erfahrung und sein unermüdlicher Arbeitsdrang noch manche Jahre dcis Wohl der Hochschule und der Bürgerschaft för- dem werden.
Gießener Anleihe-Aufwertung.
Die Auswertung der Anleihen der Stadt Gießen ist von dem Minister des Jn- x iiern auf 16t Prozent, d. i. den bjsachen Betrag des Nennwertes der Ablösungsanleihe, festgesetzt worden. Die Ablösungsanleihe ist in 30 Jahren zu tilgen. Die Aushändigung der neuen Anleiheablösungsstücke, sowie die Auslosung für die Jahre 1926/29 erfolgt demnächst. _____________
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D gegen den Portier den ehemaligen m||i« to, kam das Gericht tintiger Beratung au des QIngeflagten, da inung Gemeinte. Aach der Angeklagte den id fortguneljmen, um ehemaligen russischen en und den Schmuck :der zurückzufteb : aufgehoben und der Ünterfuchungsgefänz-
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Miffen im brausendentärm meiner Maschine spure ich den Hunger nach meiner geliebfen Qgarette.
Ihr gilt mein erster Griff in der Pause, dann ein paar Züge und ich fange von neuem frisch und guier Dinge wieder meine Arbeii an
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