Ausgabe 
21.5.1929
 
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konnten keine Hilfe leisten, da nicht einmal genau seststand, wo das Flugzeug ins Wasser gefallen war. Pioniere und Taucher wurden zur Durch- fuchung des Flusses kommandiert. 3n dem verun­glückten Flugzeug besand sich außer dem Piloten nur ein Passagier, und zwar der wiener Zahn­techniker Hubert Hoffer.

Tödlicher Unfall

bei einem Fallschirmabsprung.

Brünn, 18.Mai. (WTB.) Auf dem hiesi­gen Flugplatz stieg heute nachmittag der 24 Jahre alte fronet aus Sebroeih in einem von dem Piloten und Fallschirmerfinder Regler aus Königgrätz gesteuerten Flugzeug auf. In einer Höhe von etwa 700 Meter sprang Hronek mit einem Fallschirm aus dem Flug­zeug. Der Fallschirm öffnete sich nur teil­weise und Hronek stürzte kopfüber zur Erde, wobei er den Tod fand. Regler wollte den Fallschirmabsprung selbst ausführen und willigte nur auf Drängen Hroneks ein, daß dieser seinen Apparat erprobe.

Eisenbahnunglück bei Würzburg.

Aach amtlicher Mitteilung der Reichsbahn- direklion Würzburg fuhr am Samstagabend um 9.10 Llhr ein O- Zug auf einen zwi­schen Würzburg und Heidmgsfeld abgerissenen Zugteil eines Güterzuges auf. Die Lokomotive des D-Zuges stürzte um. Der Pack­wagen und ein Personenwagen sind e n 1 g l e i st. Dom Güterzug sind acht Wagen entgleist und teilweise umgestürzt, vier Güterwagen ge­rieten in Brand. Das Gleis WürzburgTreuch- ttngen wurde auf 150 Meter zerstört. Der Zug­verkehr ist seit 1.30 ilfjr nachts eingleisig wieder ausgenommen worden. Der Lokomotivführer und eine Reisende des O-Zuges wurden leicht ver­letzt. Die Ursache des Einfalles ist vorzeitige Freigabe der Strecke.

Der Bombenanschlag im versorgungsaml Oldenburg.

Oldenburg, 18. Mai. (WTD.) Auf den Vorsitzenden des Versorgungsamtes Ol­denburg wurde ein Bombenattentat ver­sucht, die Bombe ist jedoch nicht explodiert, weil die Zündschnur vorzeitig erlosch. Die Unter­suchung des bei dem Anschlag benutzten Spreng­körpers hat ergeben, das; die Bombe, obwohl sie in ziemlich primitiver Art hergestellt war, doch großes Unheil hätte anrichten können, wenn sie explodiert wäre. Sie bestand aus einem Stück Rohr, das mit Pulver und Steinstücken voll­gestopft war. Die daran befindliche Zündschnur wies eine schadhafte Stelle auf und ist infolge­dessen glücklicherweise erloschen. Als Täter wurde ein übelbeleumdeter, etwa 60jähriger Arbeiter und Händler Rose verhaftet, der ohne festen Wohnsitz ist und sich bettelnd und handelnd auf den Märkten in Oldenburg und Ostfriesland Herumtrieb: er ist geständig und hat bei seiner Vernehmung angegeben, er habe lediglich die Absicht gehabt, den Obersekretär Meyer vom Versorgungsamt, den er für Richterledigung sei­ner Anträge verantwortlich macht, zu erschrecken. Rose, der kriegsbeschädigt ist und eine Rente be­zieht, hatte wiederholt beim Dersorgungsamt völlig unberechtigte Anträge auf Fürsorge ge­stellt. Es war ihm bekannt, daß derartige Gesuche von dem Obersekretär Meyer bearbeitet wurden.

Welthöchstleistung eines deutschen Seeflugzeugv.

Am Freitag startete von Warnemünde aus der Flugzeugführer Starke der Ernst- Heinkel-Flugzeugwcrke auf einem Heinkel-See- flugzeug H. D. 38 zum Antritt auf die Ge­schwindigkeits-Welthöchstleistung über 100 Kilo- miter mit 500 Kilogramm Zuladung. Starke flog die Strecke Insel PoelLeuchtturm Trave­münde-Priwall. Er erreichte eine Geschwin­digkeit von 259,927 Stundenkilo­meter und überbot damit die amerikanische Welthöchstleistung, die seit zwei Iahren gehalten wird, um 23 Kilometer. Die Flugleistung wurde vom deutschen Lustrat als deutsche Höchstleistung anerkannt und der F. A. I. der obersten flug­sportlichen Behörde zur Anerkennung ange­meldet.

Aus dem Untergrundbahnschacht entkommen.

Der Revolver sch ühe, der am Freitag abend auf dem älntergrundbahnhof Morihplah in Ber­lin große Aufregung verursachte und vor den ihn verfolgenden Polizeibeamten in den Unter­grundbahn schacht flüchtete, ist durch einen Luft- schacht, anscheinend in der Rähe der Ritterstraße, entkommen. Vier Dolizeibeamte, die nach Strom- losmachung der Strecke das Gelände abgesucht hatten, konnten den Flüchtling nicht auffinden. Der Verkehr der Llntergrundbahn war auf ein« halbe Stunde unterbrochen.

Reue» schweres Erdbeben in Anatolien.

Aus Angora wird gemeldet: Am ersten Pfingsttag abends gegen 9 Llhr ist die Ortschaft Sutschehi bei Siwas von einem schweren Erd­beben heimgesucht worden. 956 Häuser sind entweder ganz oder zum Teil zerstört wor- den. Lieber 30 Personen wurden getötet und etwa 40 verwundet.

Aus der provinzialvauptfiadt.

Gießen, den 21. Mai 1929.

Sie sehen und hören."

Die Musiker lassen ihre Instrumente sinken. Der Klavierspieler legt lässig die Hände über den Knien zusammen. Auf der Leinewand erscheint das Bild des modernen Schlagerkomponisten. Er sitzt vor dem aufgeschlagcnen Flügel und lockt einzelne Töne aus ihm herauL eine Melodie. Die Begleitung schmiegt sich an, erst zögernd, dann sicherer, bewußter jetzt klingt es auf, in straffen Rhythmen, in vollen Akkorden ... der Film spricht. Tönt. Laut und ver­nehmlich den verdunlclten Raum füllend.

Der Komponist lächelt. Weiß, plötzlich: hier spielt die Geige. Hier führt das Saxophon. Das Banjo hält es gebunden in seinen an- feuernd-dumpfen Akkorden. Ieht perlt das Thlo- phon seine Hellen Läufe und was der Kompo­nist im Innern hört, der Film zaubert es auf die Leinwand. Huschende Gestalten gleiten über den Deckel des Flügels, sie vereinigen sich zur Kapelle, und ihre Instrumente klingen im trium­phierenden Zusammenspiel auf--der neueste

Schlager ist geschaffen!

Der Film zeigt alles. Was ist die schwarze Kunst des Mittelalters gegen sein Schwarz- Weiß, das sich aller Dinge bemächtigt! Des Meeres, der Berge, deS ewigen Schnees. Cr bannt auf die Leinwand den Arbeiter bei der Arbeit, den Reiter im Sprung, die Liebenden in heißer Llmarmung, er verrät Gedanken, Gefühle. Bisher st u m m beredt. Run beginnt er zu sprechen. Roch beherrscht er die Sprache nicht völlig. Es gelingt noch nicht immer. Aber es wird gelingen. Bald. Sehr bald. Lind ein neues Wunder der Technik wird eine ganz kurze Zeit die Menschen in Erstaunen setzen viel­leicht jeden nur Minuten. Denn man hat das Staunen verlernt. Heutzutage.

Die schwarz-weiße Kapelle auf der Leinwand spielt ... meine Gedanken gleiten ab', rückwärts ... wann war es doch? Vielleicht vor 20 Iahren? Iahrmarkt in einer kleinen Stadt. Hochbetrieb. Bescheidene Sensationen.Haben gnädige Frau schon den Kinematographen gesehen?"Rein, was ist das? Ach so, die lebende Photographie." Aber das ist doch Llnsinn."Gehen wir doch hinein!" Die lustige junge Gesellschaft betritt skeptisch übermütig den verdunkelten Raum. Eine weiße Fläche. Ein Schiff erscheint auf ihr. Es fährt langsam vorwärts. Allgemeines Erstaunen. Gott, wie natürlich! Man kann es deutlich erkennen, ein richtiger Dampfer. Rein, sehen Sie nur, es raucht sogar aus dem Schornstein! Lind das Wasser! Es kräuselt sich richtig vor dem Bug. Sieh mal die Fahne, wie sie flattert!"

Auch Menschen erscheinen. Gehen, bewegen sich ... man ist wirklich sehr erstaunt und be­wundert das Geheimnis dieser lebenden Bilder. Wenn nur das Flimmern nicht wäre! Rach wenigen Minuten sind die Augen übermüdet. Rein, es ist doch nichts mit diesem Kinemato­graphen, es ist eben so ein Iahrmarktsspah, nichts weiter. Ob er eine Zukunft hat? Richt einen Augenblick kommt der Gedanke. Eine Spie­lerei. Ganz nett. Aber gehen wir weiter, Herr­schaften, die Flimmerei ist ja nicht auszuhalten.

20 Iahre im flüchtigen Richts einer Minute durcheilt.

Leise klopft der Stab des Dirigenten auf der Leinwand aufs Pult. Der erste Geiger hebt den Bogen ein perlender Lauf, Saxophon, Klavier und Banjo fallen ein, und die Musik rauscht durch den Raum, genau, als ob" die Spieler ...

Aber ist nicht schließlich alles ein großes als ob" ? Eva v. Massow.

Neue Gießener Ehrendoktoren.

Aus Anlaß der Jubelfeier zum Gedächtnis der Protestation zu Speyer vor vierhundert Jahren er­nannte heute die Theologische Fakultät der Hessi­schen Landesuniversität Gießen durch ihren Dekan, Professor D. Heinrich Bornkamm, den Pro­fessor an der Universität München, Dr. phil. Paul Ioachimsen,den geistvollen Erforscher von Humanismus und Reformation, den großzügigen Deuter der Sozialethik des Luthertums, den ern­sten Denker, der die reformatorische Gedankenwelt der Gegenwart weiterzugeben weiß", sowie den Direktor des protestantischen Predigerseminars in Landau (Pfalz), Hans Stempel,den ausge­zeichneten Seelsorger, der in vorbildlicher Weise das kirchliche Leben einer aufstrebenden Jndustrie- gemeinde aufzubauen wußte, den eifrigen Förderer der Inneren Mission und der innerkirchlichen Ein­heit, der die verschiedengearteten Kräfte evangeli­schen Lebens zu fruchtbarer Einigung zu führen versteht, den theologischen Lehrer und Freund der Jugend, der mit hervorragendem Wissen und Können auegestattet, dem jungen pfälzischen Theo­logengeschlecht die Wege in das praktische kirchliche Amt zu zeigen weiß", ehrenhalber zum Doktor der Theologie.

Bornotizen.

T a g e s k a l e n d e r für Dienstag, 21. Mai: Stadttheater: 19.30 bis 22.15 Llhr:Ka- tharina Knie". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:

Die Frau ohne Ramen". Astoria-Lichtspicle: Der Rächer seiner Mutter" undDas gefähr- liehe Alter".

Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt­theaterbureau wird uns geschrieben: Zum Gcden- ken an Karl S l o b o d a er ist vor kurzem in Armut gestorben bringt das Gießener Stadt­theater das LustspielAm Teetisch" am kommenden Donnerstag zur Erstaufführung. Spielleitung hat Oberspielleitcr Hans Tannert. Am Diens­tag, 21. Mai, wird zum letzten Male in der Winter­spielzeitKatharina Knie" von Carl Zuckmayer gegeben.

Daten für Dienstag, 21. Mai.

Sonnenaufgang 4.01 Uhr, Sonnenuntergang 19.52 Uhr. Mondaufgang 17.47 Uhr, Monduntcrgang 3.14 Uhr.

1471: Albrecht Dürer in Nürnberg geboren (aestorben 1528); 1506: Christoph Columbus in Valladolid gestorben (geboren 1446 oder 1447).

Gießener Wochcrtmcrrktprcise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 30, Weißkraut 20 bis 30, Rotkraut 20 bis 30, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 20 bis 25, Spinat 25 bis 35, Spargel 50 bis 110, grüne Erbsen 50 bis 60, Feldsalat 150 bis 200, Tomaten 80 bis 100, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 50 bis 120, Schwarzwurzeln 40 bis 80, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln (alte) 6, (neue) 30 (pro Zentner 5,50 Mk.), Aepfcl (ausl.) 40 bis 70, (inl.) 30 bis 40, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 100 bis 120, Erdbeeren 200, Rüsse 70 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund: Tauben 70 bis 90, Eier 12, Blumenkohl 70 bis 150, Salat 20 bis 35, Salatgurken 70 bis 100, Ober­kohlrabi 30 bis 40, Lauch 10 bis 20, Rettich 25 bis 30, Sellerie 20 bis 100 pro Stück; Radieschen 20 bis 25 Pfennig pro Bund.

** D i e Pfing st feiertags. Als am Sams­tag vor Pfingsten ein ununterbrochener Regen herniederströmte, glaubte wohl niemand, daß wir ein Wetter bekommen würden, das uns Pfingsten zu einem wahren Fest des Frühlings werden ließ. Am ersten Feiertage klärte sich plötzlich der Him­mel ayf, und wenn es auch noch etwas kühl war, so spendeten die Sonnenstrahlen doch so viel Wärme, um den Aufenthalt im Freien einiger­maßen erträglich zu machen. Am zweiten Feiertag wurde das Wetter geradezu ideal. Ein wolkenlos blauer Himmel wölbte sich über die in ihrern hellsten Glanze stehende Ratur, und eine wohl­tuende Wärme umfing die Massen, die hinaus­gezogen waren in Wald und Feld, um in der blühenden Pracht die Sorgen des Alltags auf kurze Zeit zu vergessen. So war es kein Wunder, wenn der diesjährige Pfingstverkehr recht gut war. Bei der Reichsbahn setzte der Feiertagsver­kehr schon am Freitagnachmittag sehr lebhaft ein. Es wurden Sonderzüge in der Richtung Frank­furtHagen und HagenFrankfurt gefahren, die jeweils stark beseht waren. Die beiden Festtage brachten den üblichen lebhaften Feiertagsverkehr noch allen Richtungen. An beiden Tagen wurde je ein Sonderzug in der Richtung Frankfurt a. M.Gießen und GießenFrankfurt eingelegt. Der starke Personenverkehr wurde glatt bewältigt. Störungen sind nicht zu verzeichnen gewesen. Ebenso gab es an beiden Feiertagen, begünstigt durch dos ausgezeichnete Pfingstwetter, einen leb­haften Ausflugsverkehr in die nahe Umgebung; die zahlreichen Ausflugsorte hatten einen guten Besuch zu verzeichnen und die Wirte dürften in jeder Hinsicht auf ihre Kosten gekommen sein. An beiden Feiertagen war der Kirchenbesuch in sämtlichen Gemeinden unserer Stadt äußerst rege. Im übrigen ist das Fest in aller Ruhe und ohne irgendwelche Störungen verlaufen, so daß unsere Polizei erfreulicherweise keinen Grund zum Ein­schreiten fand.

** Uraufführung am Stadttheater Gießen. Die Intendanz (Dr. Rolf Pro sch, hat für die Sommerspielzeit Miles Mallesons KomödieLiebe auf den zweiten Blick" zur alleinigen Uraufführung für Gießen und Bad-Rauheim angenommen. Das Stück ist nach dem RomanSafety first" von Margot Reville dramatisiert.

** Personalien. Ernannt wurden: der Land­gerichtsrat Dr. H a n s u l t in Gießen für die Dauer seines derzeitigen Richteramtes zum Stellvertreter des richterlichen Mitgliedes des ärztlichen Ehren­gerichts der Provinz Oberhessen sowie zum richter­lichen Mitglied des tierärztlichen Ehrengerichts in Gießen; der Landgerichtsrat Trümpert in Gie­ßen für die Dauer seines derzeitigen Richteramtes zum Stellvertreter des richterlichen Mitgliedes des tierärztlichen Ehrengerichts in Gießen: der Pfleger Leonhard Vogel in Gießen zum Kanzleiassistenten bei dem Kreisamt Büdingen mit Wirkung vom 1. Mai an.

" Laßt Blumen und Zweige an ihrem Platze! Aus Lollar wird uns ge­schrieben: Die benachbarten Berge, der Lollarer Kopf und der Hangelstein, sind an den letzten Sonntagen von früh morgens bis zum späten

Rachmittag beliebte Ziele vieler Spaziergänger, die die herrlichen im Frühlingsgrün prangenden Wälder durchziehen. Leider muh man aber schon bald nach dem Betreten der Wege die Beob­achtung machen, daß von Kindern, wie auch von Erwachsenen, die Blumen, wie Waldveilchen, Buschwindröschen, Lungenkraut, Frühiingswald- rosa u. v. a., ebenso auch viele Zweige von Bäu­men und Sträuchern, abgebrochen und nach kur­zer Zeit wieder weggeworfcn werden, wo sie bald ein Opfer der Sonnenstrahlen sind. Jedem Spaziergänger, sofern er ein ausrichtigec Ratuv- freund ist, wird der Genuß und die Freude an seinen Crholungsgängen getrübt und verleidet, muß er die sterbenden Frühlingsboten überall ?«rstreut liegen sehen. Es sei deshalb allen De- uchern des Hangelsteins, deS Lollarer Kopfes, wie überhaupt aller unserer Wälder und Wiesen zugerufen: Laßt Blumen und Zweige an ihrem Platze! (Hoffentlich wird dieser begrüßenswerte Appell überall befolgt! D. Red.)

** Der Dolkshallevcrein hält seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung am nächsten Montag, 27. Mai, um 17 Uhr im Sit- zungssaale des Stadthauses, Bergstraße, ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a. der Geschäfts­bericht und der Rechnungsabschluß für 1928, sowie die Auslosung von Anteilscheinen. Räheres in der Anzeige in unserer Samstag-Ausgabe.

** Selbstmord einer entwichenen Geisteskranken. Am Freitagvormittag ent­wich während der Vornahme von ReinigungS- arbeiten eine melancholische Geisteskranke auS der hiesigen Heil- und Pflegeanstalt und konnte trotz alsbald angestellter Rachforschungen nicht wieder ergriffen werden. Am Samstag wurde ihre Leiche nahe der Licher Straße aufgefunden. Zweifellos liegt Selbstmord der bedauernswerten Frau vor.

** Kellerbrand. Am Samstagmittag 1,30 Uhr entstand in der Heil- und Pflegeanstalt in einem von einer Oberpflegerfamilie benützten, unter einer Krankenabteilung gelegenen Keller ein bis jetzt seiner Entstehung nach noch unauf­geklärter Materialbrand. Infolge der starken Rauchentwicklung schien die Sache anfangs be­denklicher, als sich später hrrausstellte. Dem Ein­greifen der sofort an der Brandstelle erschienenen Feuerwehr gelang es alsbald, den Brandherd zu löschen. Verbrannt sind nur einige Säcke Heu. Die sofort in einer anderen Abteilung unterge­brachten Kranken konnten, nachdem gegen 3,30 Uhr jede Gefahr beseitigt und die Feuerwehr abgerückt war, wieder in ihre Abteilung zurück­gebracht werden.

** Sin Kind schwer verunglückt. Am ersten Pfingstfeiertag verunglückte das zweijährige Kind Helmut Dahme r, Schühenstraße 19 wohnhaft, dadurch schwer, daß es in einem un­bewachten Augenblick in der Küche einen Topf mit heißer Suppe vom Herde zog und über sich schüttete. Der bedauernswerte Kleine wurde er­heblich verbrüht mit dem städtischen Sanitäts­auto der Chirurgischen Klinik zugeführt. Wie wir auf Anfrage hören, wa das Befinden des atmen Kindes heute morgen den Umständen entsprechend leidlich gut. Hoffentlich kommt das Kindchen ohne weiteren Rachteil davon.

** Schwerer Sturz mit dem Fahrrad. Am Samstagabend stürzte hier der 46 Iahre alte Ludwig Seibert aus Launsbach mit seinem Fahrrad so unglücklich, daß er einen Oberschenkel­bruch davontrug. Der bedauernswerte Mann wurde mit dem städtischen Sanitätsauto der Chirurgischen Klinik zugeführt.

D i e Hauptversammlung deS Vogelsberger Höhenclubs (V. H. C.) findet am 25. und 26. Mai in der alten Barba- rossastadt Gelnhausen statt. Der am Sonntag stattfindenden Hauptversammlung geht am Sams­tag eine Vorstands- und Deiratssihung, sowie ein Degrüßungsabend in der Turnhalle voraus. Unter Führung der Mitglieder Lehrer Dru­sches und R e i s m a n n ist eine Besichtigung der Darbarossaburg und der Stadt für alle Tagungs­teilnehmer von Interesse.

** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 348 Ochsen, 674 Kühe, 390 Färsen, 449 Kälber, 32 Schafe, 3630 Schweine, 72 Bullen.

Wettervoraussage.

Eine Brücke hohen Druckes, die sich über Deutsch­land erstreckt, beherrscht weiterhin die Wetterlage. Infolgedessen dauert das vielfach heitere und trockene Wetter fort, wenn auch zeitweise etwas Bewölkung auftritt. Die Erwärmung nimmt weiter zu, und be­sonders tagsüber macht sich der Einfluß der Strah­lung geltend.

Wettervoraussage für Mittwoch: Teils heiter, teils wolkig, weitere Erwärmung, trocken.

Wettervoraussage für Donnerstag: Wenig Aenderung, jedoch später aufkommende Ge­witterneigung wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 20. Mai: mittags 16,4 Grad Celsius, abends 12,8 Grad am 21. Mai: mor­gens 9,6 Grad. Maximum 17,8 Grad, Minimum 2,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 20. Mai: abends 20,4 Grad: am 21. Mai: morgens 12 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 13% Stunden.

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