nächsten Sommer wogende Kornfelder zu tragen, wo porher die Düffel weideten.
So wird der Dauer im faszistischen Staat erzogen. So wächst mit dem Glauben an sein Stückchen Erde der Glaube an das größere Vaterland. So sieht die Nation wieder im Rähr- stynd chren besten Rückhalt.
Oberhessen.
Landkreis Gietzen.
u. Klein-Linden, 19. März. Wenn man von Jahr zu Jahr die Ausstellung der Handarbeiten der Schülerinnen von Volks- und Fortbildungsschule besucht, so hat man das Empfinden, dah dieser Unterricht fortschreitend sich zugunsten der Schülerinnen und dem Dedürfnis des täglichen Lebens entwickelt hat. 3n unserer Handarbeitsausstellung, die unsere Lehrerin, Frl. Gärtner, am Sonntag im Schulhause veranstaltet hatte, fanden die Arbeiten bei jedem Desucher Beifall und Anerkennung. Gröhes Interesse wurde namentlich den Arbeiten der Mädchenfortbildungsschule entgegengebracht. Für die Lehrerin. Frl. Gärtner, war der überaus starke Besuch der Veranstaltung ein schöner Beweis der Anerkennung für ihre Arbeit.
* Klein-Linden, 19. März. Der hiesige Raiffeisenverein hielt am Sonntag im Gasthaus „Zur deutschen Eiche" seine 6. ordentliche Frühjahrs Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Lo.omotivsüyrer Loh, gab einen Rückblick über das abgelaufene Geschäftsjahr und in kurzen Zügen Aufschluh über die Zusammer.schliehung der Genossen.cha t z.ntra'en mit der preußischen Zentralgenoisenschastslafse „ (Preußenbank) in 'Berlin. Mit Rücksicht auf die gute Finanzlage des verflossenen Jahres ist die Auszahlung einer achtprozentigen Warenrückvergütung möglich. Der Vorsitzende sprach dem Vereinsrechner den Dank der Versammlung aus. Geschäftsführer Haack (Gießen) sprach in längeren Ausführungen über den Ausstieg des hiesigen Vereins, der sich im Mai 1923 gegründet hatte. Die Vorstandsmitglieder Karl Lotz, Friedrich L u h und Wilhelm Zecher wurden einstimmig wiedergewählt. In den Aufsichtsrat wurden August R a u m a n n und Heinrich Ufer entsandt. Aus der Rechnung sind folgende Zahlen entnommen: Aktiva und Passiva betrugen je 56 550,78 Mk.. an Warenrückvergütung wurden 5000 Mk. ausbezah t. Die Umsatzbilanz zeigt an Soll und Haben je 535 425,36 Mk., an Kassebestand wurden aus dem Vorjahr 1792,62 Mk. übernommen. Die Mitgliederzahl betrug am Ende des Vorjahres 220, an Zugängen waren 9 und an Abgängen 13 zu verzeichnen, so dah die Mitgliederzahl jetzt 216 beträgt. Die Zahl der aus- gegebenen Sparbücher beläuft sich auf 42, der Zinsfuß ist aus 7 Prozent festgesetzt. An Wohlfahrtseinrichtungen wurden für Kriegsblinde 10 Mk. und für das noch zu errichtende Kriegerdenkmal 100 Mk. gezeichnet.
H. Grohen-Linden, 19. März. Rach zweijähriger Pause fand am Sonntag wieder eine Ausstellung der Handarbeiten statt, die von den hiesigen Schülerinnen und Fort- bildungsschülerinnen angefertigt worden sind. • Außer den durch den Lehrplan vorgeschriebenen Gegenständen waren zahlreiche, durchweg sehr schöne Handarbeitsstücke "t sÄhen, deren Anfertigung durch besonderen Fluß der Mädchen noch möglich gewesen war. v .e ausgelegten Stücke, von den Anfangsarbeiten der K e'.nst:n mit erstem Radelstich oder erster Strickmasche bis zum fertigen Kleidungsstück der ältesten Schülerinnen, erregten allgemeine Bewunderung. Reben Topflappen, Strickstrumpf und Häckelarbeiten sah man Hemden, andere Unterkleidung, Schürzen und fertige Kleider in vollendeter Ausführung. Mit besonderer Sorgfalt waren die Flickarbeiten her- gestellt. Der Handarbeitslehrerin, Frau D e r n, wurde von den zahlreichen Besuchern der Ausstellung Dank und Anerkennung ausgesprochen für ihre mühevolle und erfolgreiche Tätigkeit.
Ode an die Schreibmaschine.
Von Lion Feuchtwanger.
i.
Es tut mir leid, ich kann Ihnen die Handschrist des Buchet nicht überlassen, auch wenn Sie mehr dafür bieten, als ich für die Urheberrechte von all meinen Verlegern bekommen habe. Die Handschrift existiert nämlich nicht. Das Buch ist mit der Maschine geschrieben.
Sie sind enttäuscht? Entrüstet? Ich kann es nicht wunderlich finden, dah einer mit der Maschine — sehen wir es hin: dichtet. Ich finde es herrlich, an der Maschine arbeitend, durch den Augenschein wahrzunehmen, wie Gespürtes, Gedachtes hineinwächst in die Welt der Sachen, sichtbar wird, Materie.
Riedergeschrieben mit dem Bleistift, erwidern Sie, oder mit der Feder, ist es nicht weniger gegenständlich. Sehen Sie, das stimmt nur halb. Jedermann schreibt sein eigenes Alphabet, und dieses Individuolalphabet verbindet noch das Geschriebene mit dem Schreibenden, läßt die Rabelschnur zwischen Werk und Wirkendem nicht abreiben. Ist aber einmal ein Gedanke mit der Maschine niedergeschrieben, dann ist er neutralisiert, in einer bestimmten Form auf Eis gestellt, für den Schreiber selbst vorhanden und gleichzeitig für jeden anderen.
Sie fragen mich, etwas höhnisch, sogar ein bißchen gekränkt, ob ich also Torfe in die Maschine tippe, Visionen mit der Maschine festhalte. Sie fragen wörtlich: „Gestatten Sie mir eine blöde Frage: dichten Sie also mit der Maschine?" Gestatten Sie mir eine blöde Antwort: ja.
II.
Solche und ähnliche Dialoge führte ich mehrmals. Sie werden ergänzt durch Aufforderungen von Museen, Bibliotheken, Universitäten, ihnen Handschriften zu überlassen. Durchaus ernsthafte Leute bemühen sich um ein Autogramm. In allen Fragen der Handschrift herrscht eine Pietät, sonst aus der Welt verschwunden. Ein Rachgeschmack offenbar jener scheuen Bewunderung, die der Wilde vor dem Medizinmann spürt, weil es chm möglich ist, Gedanken für die Ewigkeit durch die Schrift festzuhalten, zu bewirken, dah nach Jahrhunderten einer die gleiche Laute spricht, denkt, spürt wie er im Augenblicke des Riederschreibens. Der Gedanke, daß jemand mit seiner Handschrift ein Stück seiner Seele hingebe, ist noch nicht gestorben, und daß jemand mit der Maschine dichtet, mit der Maschine sehr persönliche Dinge schreibt, scheint vielen Prosanation. •
Ich finde die Argumente gegen die Maschine sentimental. Ich liebe meine Schreibmaschine mehr
r. Lang-Gön-, 20. März. Dorr der Landwirtschaftskammer wurde der hiesigen Gemeinde leihweise eine fahrbare Holder- Da um» spritze zur Verfügung gestellt, die zugleich von Rachbargemeinden (Großen-Linden und Holzheim) mitbenutzt werden soll. Dor einigen Tagen weilte Obstbautechniker Gnkler (Gießen) hier, erklärte den zahlreich Erschienenen die neue Spritze und zeigte an verschiedenen Bäumen, wie gespritzt werden muß. Zur Zeit werden die Gemeindeobstbäume mit einer Dendrinlösung behandelt. Die Spritzung erfolgt unter Aufsicht deS Daumwartes. Bei der Durchführung der ersten Versuche zeigte sich, daß die Spritze tadellos arbeitete und daß in kurzer Zeit recht viele Bäume behandelt werden konnten. Es ist zu wünschen, dah zahlreiche Landwirte von diesem günstigen Angebot Gebrauch machen; denn das Ueberhand- nehmen der Schädlinge an unseren Obstbäumen ist allgemach zur Plage geworden. — Bei der am Sonntag stattgefundenen Wahl zur Landwirtschaftskammer wurde der Landwirt Alfred Ernst R o m p f von hier als Vertrauensmann wiedergewählt.
V Watzenborn-Steinberg, 20. März. Gestern abend hielt der hiesige Frauenverein im Saale der Krone" zu Steinberg seinen dicswinterlichen Schlußabend ab. Rach gemeinsamem Gesang und Eingangswort des Orts- geistlichen folgte die Aufführung deS von einem Gießener Herrn verfaßten Stückes „Ostern will den Frieden bringen", zu dem sich hiesige junge Damen und Herren in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt tjatten. Sie führten ihre Aufgabe aufs beste durch, und die Aufführung hinterließ einen tiefen Eindruck. Roch manch ernste und heitere Darbietungen verschönten den wohlgelungenen Abend, für den am Schlüsse allen Mtt- wirkenden Pfarrer S t a u b a ch herzlichen Dank in Worten und durch ein kleines Geschenk ab- ftatten konnte.
* Garbenteich, 20. Marz. Am Sonntag fand in unserer Kirche eine musikalische Feierstunde statt, zu der sich hiesige und auswärtige Kräfte zur Verfügung gestellt hatten. Die Vortrag Zf olge brachte Orgel- und Dio- linstücke, ferner Gesänge für Tenor, Sopran und Alt in recht feinfinniger Zusammenstellung. Der Ertrag der Feierstunde soll zur Anschaffung eines elektrischen Windmotors für die Orgel Verwendung finden.
I Alten-Buseck, 19. März. Am Sonntag wurde zum Vertrauensmann für die Wahl zur Landwirtschaftskammer der als einziger Kandidat aufgestellte Landwirt W. Decker XIII. gewählt.
* Lollar, 20. März. Am Sonntagabend fand im Saalbau „Zur Linde" ein musikalischer Volksabend statt, zu dem die Volkshochschule Lollar eingeladen hatte. Rektor Da ab, der 1. Vorsitzende der hiesigen Vereinigung, zeigte in seiner Begrüßungsrede Zweck und Ziel der Volkshochschularbeit. Der Arbeitergesangverein „Vorwärts", die Sängervereinigung und der Turn- und Gesangverein Lollar erfreuten in dankenswerter Weise durch Vorträge von Liedern und gem'sHten Chören. Frau Kramer- D ü ch e (Violine) und Prof. Dr. Schmidt (Klavier) aus Friedberg hatten sich um die künstlerische Ausgestaltung des Abends besondere Verdienste erworben. Sonaten von Händel und Mozart, ein Scherzo von Dittersdorf und kleine Stücke für Violine und Klavier von Duschkin und Kreisler, vorgetragen im Wechsel mit den Darbietungen der Chöre, sanden begeisterten Anklang bei der sehr zahlreich erschienenen Zuhörerschaft. So brachte dieser Abend der Volkshochschule Lollar einen vollen Erfolg. Zeigte er doch, daß in der Pflege edler Musik alle ohne Unterschied der Parteien und Richtungen zusammengehen können und daß ein musikalischer Abend der Volkshochschule einen Boden schafft, der alle vereint, die einen Zugang suchen zu den Schätzen guter Musik. Man kann nur wünschen, dah die Volkshochschule Lollar in Zukunft mehr solcher Abende veranstaltet und sie in der begonnenen Richtung ausbaut.
als ein Auto. Ihr Klappern ist meinem Ohr angenehm und meinem Herzen ein Wohlgefallen.
III.
Selbstverständlich ist es nicht so, dah ich jeden Gedanken gleich niedertippe. Ich arbeite langsam, sammle viel Material, um es allmählich zu verdichten, lasse kaum den zehnten Tell des Vorhandenen drucken. (Hier können Witzbolde Anmerkungen machen.)
Oft, wenn ich nichts anderes zur Hand habe, stenographiere ich eine Idee, ein Stichwort, einen Menschen, eine Wortfolge auf ein Stück Papier, bas gerade da ist, auf den Rand einer Zeitung, auf ein Theaterbillett, einen Geldschein. (Schon das ist Glücksache; denn Farbe und Form des Papiers, auf dem der Gedanke notiert ist, vereinigen sich in vielen Fällen assoziativ mit der Idee, geben ihr Färbung, wirken auf ihre Prägung.) Langsam Hann, immer noch ohne Maschine, ordne ich das QMaterial nach den Kategorien, die mir die rechten scheinen, ordne Menschen, Handlungen, Situationen unter den Gesichtspunkten der Gesamtarchitektur, der Idee, der Farbe. Dis dahin arbeite ich nur mit stenographischen Abbreviaturen, die außer mir niemand entziffern kann, und die für mich selbst noch nicht die Form von Schriftblldern haben.
Sowie aber das lustvolle Stadium der Konzeption und der Konstruktion vorbei ist und daS peinvolle der eigentlichen Arbeit beginnt, dann brauche ich die Maschine und segne jeden Tag ihren Erfinder. Denn die Maschine ist ein scharfer, heilsamer Kritiker, der einzig mir autoritative. Was mit ihr niedergeschrieben ist, verpflichtet; denn eS ist deullich und durabel in der Welt.
Ich diktiere gern und ich sehe der Wateriall- fation des Diktierten manchmal mit größerer Spannung entgegen als etwa der Darstellung einer erst geschriebenen Theaterszene. Oft erweist sich ein Satz, der sich gut anhört, als schlecht lesbar, sehr oft erweist sich Diktiertes als zu breit. Die Rachprüfung des Phonetischen durch das Optische scheint mir ebenso wichtig wie die umgekehrte Untersuchung. Balzac, als großer Schriftsteller empfindlich gegen fehlerhafte Druckbilder feiner Ideen, quälte seinen Verleger fast in den Ruin, well er seine ersten Riederschriften gedruckt sehen muhte, um sie erfolgreich zu korrigieren. Bei welcher Korrektur dann nichts mehr stehen blieb.
Wo in der ersten Riederschrift ein Wort hin- gerät, kann für die Lebensfähigkeit des Satzes entscheidend fein. Die leichte Lesbarkeit und Übersichtlichkeit des Maschinenschriftfatzes ist ein enormer Arbcitsaewinn.
Ich tippe erste Fassungen schnell, nur mit kleinen Buchstaben, ohne Interpunktion. In einem
§ Danbrinaen, 18. März. Der hiesige Kleintierzuchtverein veranstaltete am Sonntag eine lokale Geflügel- und Kaninchen-Ausstellung. Das Zuchtmaterial war diesmal nicht vollzählich ausgestellt; Hühner und Hähne hatten mitunter merklichen Schaden genommen, so daß sie zur Prämiierung nicht zu- gelassen werden konnten. Die Preisrichter waren 11 l r i ch (Gießen) und Maier (Wieseck). Rach- stehend einen Auszug aus dem Ergebnis der Begutachtung. A. Kaninchen: Belgische Riesen- Kaninchen: Siegerpreis Heinr. Kraushaar; Ehrenpreis Wilh. Opper, 2. Preis W. Opper, 3. Preis und lobende Anerkennung Wilh. Opper. Blaue Wiener: 2. Preis Wilh. Alki ach und Heinr. Wagenbach, 3. Preis H. Wagenbach; lobende Anerkennung W. Albach. Kleinsilber: Ehrenpreis und 2. Preis Wilh. Opper, 2. Preis Heinrich Wagenbach. Hermelin- Kaninchen: Ehrenpreis Friedrich Mahr, 1. Preis Wilh. Fuchs und Fr. Mahr, 3. Preis Wilh. Fuchs. Kleinsilber (gelb): Siegerpreis Karl Opper, 1., 3. Preis und lobende Anerkennung K. Opper. B. Geflügel: Ply- mouth-RockS: Ehrenpreis und 3. Preis Heinrich Hofmann; Rebhuhnfarbige Italiener: Ehrenpreis, 1. und 2. Preis Wilhelm Walther VII.; Silberhalsige Italiener: 3. Preis Emil Walther; Schwarze Rheinländer: 3. Preis Wilhelm Hilberg; Weiße Rheinländer: 3. Pre's und lobende Anerkennung Ludwig Schäfer; Schwarze Jtalie- n e r: Ehrenpreis und 2. Preis Ludwig Klingel- Höfer, 3. Preis Karl Grölz; Gesprenkelte Italiener: 3. Preis Karl Grölz; Schwarze Rheinländer: 1. Preis Wilhelm Albach, 2. Preis Heinr. Wagenbach (außer Konkurrenz), 3. Preis und lobende Anerkennung Heinr. Stecker; Bantam, schwarz: Ehrenpreis, 1. und 2. Preis Ludwig Hofmann; HamburgerSilberlack: Ehrenpreis Heinrich Schäfer; Schwarze Dan- tamzwerge: 2. Preis Heinrich Fuchs. — Die Freiwillige Feuerwehr hielt am Samstagabend in der Wirtschaft von Emil Schäfer ihre diesjährige Generalversammlung ab, die gut besucht war. Der erste Kommandant, Wilhelm Braun, erstattete den Jahresbericht. Die Wehr zählt zur Zell 47 aktive und 27 passive Mitglieder. 3m Laufe des IahreS wurden fünf llebungen und eine Nachtübung durchgeführt, die alle eine günstige Schulung der neuen Wehr gezeitigt haben. Die Rechnungsablage, von Kamerad Albach erstattet, ergab eine Einnahme von rund 749 Mark und eine Ausgabe von 732 Mark. Erstere setzte sich aus Stiftungen, Beiträgen vor. passiven Mitgliedern und dem Erlös einer Haussammlung zusammen. 3e 100 Mark spendeten: Bürgermeister Preis, die Firma Scheid- hauer und Giehing Mainzlar; je 20 Mark: die Firma RinnL Eloos Heuchelheim und die Brauerei 3 h r i n g in Lich. Es wurden noch einige interne Angelegenheiten erledigt, wie die Wahl von Obleuten und deren Stellvertreter zu den OrdnungS-, Steig- und Sprihenmannschaften. Die Beiträge für die passiven Mitglieder sollen weiterhin pro Jahr 3 Mark betragen. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr tritt auf dem Kreisfeuer- wehrtag tn Gießen dem Verbände bei. Der Beitrag zu diesem Verbände soll vom kommend-. .i Jahre ab 10 Pfennig pro Kopf betragen.
3 2111 e n b o r f a. b. Lumda 20. März. Aus der jüngsten Gemernderatssitzung ist u. a. zu berichten: Bezüglich der Herstellung deS neuen Friedhofs. Erbauung einer Leichenhalle und Friedhofskapelle, sollen nochmals Pläne und Kostenvoranschläge angefertigt, jedoch die Angelegenheit nach Möglichkeit beschleunigt werden. Daß die Anschaffung eines Leichenwagens zum Bedürfnis geworden, wurde vom Gemeinderat einstimmig anerkannt, und er beschloß die Anschaffung eines neuen Wagens. — Die Platzfrage für die Aufstellung des Kriegerdenkmals ist immer noch nicht gelöst. — Die Arbeiten zur Erweiterung des Wasserleitungs- Hochbehälters sollen nunmehr, da die Zuleitungsarbeiten der neuen Quellen bereits im vergangenen Herbst fertiggestellt worden waren,
gewissen Stadium der Gegenständlichkell kann das optische Blld so eigenlebendig geworden sein, daß es sich sträubt gegen seinen Schöpfer. Darum schreibe ich oder diktiere ich erste Fassungen nur auf gelbes Papier, spätere auf blaue-, und erst, wenn ein Gedanke reifer geworden ist. sehe ich ihn auf weiheS Papier. Weil infolge einer naheliegenden Asfoziation die Verbindung von Schwarz und Weiß mir fertiger, gültiger erscheint. (Zweite Gelegenheit für WiAolde.)
Die Maschine duldet keinen Schwindel, keine Verschwommenheit. Ich empfehle sie Cljrifem. Sie entlarvt Tiesgetöne, Sentimentalität, Pathos. Zeigt Gedanken, Gefühl in schlichtem Bürger kleid. Ein stümperhafter Satz, von der Maschine fest- gehalten, ist eine dauernde stille Anklage, die einen in den Schlaf hinein verfolgt. Die Gegenständlichkeit eines Maschinenschriftfatzes ist nicht geringer als die Gegenständlichkeit eines Bauwerkes.
Die Schreibmaschine ist auch ein gutes Wittel gegen Faulheit. Ein großer angelsächsischer Schriftsteller erzählte mir, die stumme Gegenwart seiner an der Maschine wartenden Sekretärin sei ihm der beste Ansporn, wehleidiges Gerede von Stimmung zu unterlassen und zu arbeiten.
IV.
Manche Leute sind gekränkt, wenn ich ihnen Briefe persönlichen Inhalts mit der Maschine schreibe. Viele auch schreiben mir aus Höflichkeit mit der Hand und bewirken, daß ich, was sie mir mllzutellen haben, schwerer oder gar nicht entziffern kann. Gewiß schaut eine Mitteilung mit der Maschine kälter aus, neutraler. Aber warum sollte man Persönliches, Intimes nicht schreib- maschinenklar ausdrücken tonnen? Es ist billig, Nähe durch Schriftzüge Herstellen zu wollen statt durch Iichalt.
Ich liebe die Maschine. Wer ihr die Handschrift vorzieht, verteidigt die Postkutsche gegen das Auto.
Sochschulnachrichierr.
InDerlin wurde die D e u t sch« Ge seUschas t für technische Röntgenkunde gegründet. Zweck und Ziel sind die Erforschung und Bearbeitung aller nichtmedizinischen Röntgen-Untersuchungs- Methoden in Wissenschaft und Technik sowie deren Einführung in die Industrie. In den Vorstand der neuen Gesellschaft wurden gewählt: Professor Dr. Guertler (Technische Hochschule Berlin), Prof. Dr. Schiebold (IhriDerfität Aipzig), Dr. Elans (Technische Hochschule ®eriin), Prof. Dr.-Ing. Frhr. von Schwarz (Technische Hochschule München), Professor Dr. Stinzing (Universität ® i e - ß e n), Dr.-Ing. Sachs (Kaiser-Wilhelm - Institut
vergeben werden. — Die Fortsetzung deS erhöhten Fußsteiges in der Bahnhofstraße bis an die Wohnung deS Dr. Augst soll erfolgen und die Vergebung der Arbeiten bald- mögllchst ftattfinben. — Der Eingabe der hiesigen Arbeitsgemeinschaft um Ueoerlaffung von Holz zur Herstellung von Ruhebänken an landschaftlich schön gelegenen Stellen in der Umgebung unserer Stadt wurde entsprochen. Förster Förster wird beauftragt, das erforderliche Holz abzugeben. — Die Beschlußfassung über die Erbauung einer Stadthalle wurde vorerst ausgesetzt.
+ Grünberg, 20. März. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden u. a. folgende Sachen verhandelt: Im vorigen Jahre wurde die Londorfer Straße kanalisiert, der Beitrag der Anlieger für ihre HauS- anschlüsse ist noch nicht von allen entrichtet, viel- mehr ersuchen einige um zinslose Stundung bis 1. April 1930. Der Gemeinderat lehnt dies Ansinnen ab, erklärt sich aber mit drei Ratenzahlungen: 1. April, 1. August 1929 und 1. Januar 1930 gegen 9 Proz. Zinsen einverstanden, da die Gemeinde das zu diesem Zwecke aufgenommene Kapital in gleicher Höhe verzinsen muh. — Obgleich vom vorigen Herbst ein Beschluß beS Gemeinderats über Verlängerung der Gartenstraße zur Schulstraße und Erwerb deS benötigten Geländes hierzu pro Quadratmeter für 1,50 Mk. vorliegt, ist dieser bis jetzt noch nicht auSgeführt worden. Ehe nun die endgültige Entscheidung fällt, soll noch einmal eine Ortsbesichtigung stattfinden. — Die Zahl der Wohnungsuchenden hat sich bedeutend verringert; zur Zett liegen nur noch 8 Meldungen vor. — Bei der K i r ch e n u h r, die erst im vorigen Jahre einer gründlichen Ausbesserung unterzogen wurde, war daS Schlagwerk, wohl infolge deS harten Frostes, außer Betrieb gekommen, seine Instandsetzung soll demnächst erfolgen.
• Rieder-Bessingen, 19. März. Am Samstag abend hielt der hiesige Kriegerve r e t n im Vereinslokal, der Gastwirtschaft von Wilh. Lotz, seine diesjährige Generalversammlung ab. Rach Rechnungsablage wurde der gesamte Vorstand durch Zuruf auf die Dauer von Drei Jahren wiedergewählt. ES konnten bann fünf Kameraden mit dem Hassia-Abzeichen für 40jährige Mitgliedschaft, und dreizehn mit dem- setoen für 25jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden. Für 50jährige Mitgliedschaft wurden schon im Jahre 1924 sechs Mitbegründer des Vereins ausgezeichnet. Das älteste Wttglied unseres Vereins, der in der Hingegen b bekannte ehemalige Fuhrmann Heinrich Roth III. (86 Jahre), erfreute sich bei körperlicher Frische der 55. Generalversammlung. Der einzige noch lebende Alt-Veteran und Alterspräsident, Förster i. R. Georg Blei, steht im 81. Lebensjahr.
ch Lich, 19.März. Am Sonntag wurde in der Turnhalle eines der schönsten deutschen Film- werte, der Film „Das deutsche Lied" mit Sänger-Dundesfest tn Wien 1928, vorgeführt. Zur Verschönerung trugen die Chöre deS hiesigen Männergesangvereins .Cäcilia" unter Leitung von Lehrer D ö r m e r und die Chöre deS Ar- bettergesangvereins „Einigkeit" unter Leitung von Friedrich Textor (Garbentcich),bei. Sie Veranstaltung erfreute sich eines guten Besuches aus unserer Stadt und den Rachbarorten.
• Ronnenroth. 20. März. Am SamStag hillt dir Landwirtschaftliche Bezugsund Absatzgenvssenschaft e. D. m. b. H. im „Deutschen Haus" ihre ordentliche Generalversammlung ab, mtt der die Feier des 25jährigen Bestehens verbunden war. Die Glückwünsche des Revisionsverbandes überbrachte Oberrevisor Hartmann, diejenigen der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschast Geschäftsführer D ö ch e r. Die Verdienste der früheren Führer Sehrt und Welter wurden besonders gewürdigt. Beide Herren haben ihre Aemter in der schwierigsten Zeit vorbildlich verwaltet, was nicht nur von den Zentralstellen,
Berlin-Dahlem), Regierungsbaurat Dipl.-Ing. Rentner (Deutsche Reichsbahngesellschaft Wittenberge), In den Derwaltunasrat wurden aufgenommen: Prof. Dr. Eggert (I.-G.°Farben), Prof. Dr.-Ing. Vogel (Deutscher Azethylen-Verein), Dr. Lüttte (Walzwerksoerband), Dr. Dr.-Ing. Humperdinck und Dipl.-Ing. Bannenberg (Verein Deutscher Gießereifachleute), Obering. Bock (Gießeceioer- band), Dr.-Ina. Buchholz (Klöckner-Konzern), Dr.- Ing. Werner (Eisengießerei-Verband), llttch. Seifert (Fa. Rich. Seifert & Go., Hamburg). — Der von ber Earl-Zeiß-Süftung zu Jena bearündete Abbe-Gedächtnispreis und die damit verbundene Abbe°Me- daille, die im Jahre 1928 zum ersten Male für Anwendungsgebiete der Machematik und Physik zur Vergebung kommen sollten, sind dem Chefingenieur bei der Telesunken-Gesellschaft in Berlin. Honorarprofessor an der Berliner Technischen Hochschule Dr. techn., Dr.-Ing. h. c. Alexander Meißner, dem „Erfinder des gtohrengenerators*, zuerkannt worden. Der bekannte Forscher und Erfinder einer großen Zahl von Neuerungen auf dem Gebiete der rohllosen Telegraphie wurde 1928 zum Vizepräsidenten der „Institute Medal of Honor for 1928 der Institute of Radio Engineers, Reuyork. gewählt. Dieses Institut ist die größte wissenschaftliche Vereini- gung der Vereinigten Staaten auf dem Gebiete der Radiowesens. Prof. Meißner ist Inhaber der Goldenen Heinrich-Hertz-Medaille und Dr.-Ing. h. c. der Technischen Hochschule München. — Zur Wieder- besetzung des durch die Emeritierung des Geh. Rats G. Störring an der Universität Bonn erledigten Lehrstuhls der Philosophie ist ein Ruf an Professor Dr. Moritz Schlick in Wien ergangen. Schlicks Veröffentlichungen behandeln erkenntnistheoretische, ästhetische und naturphilosophischc Fragen. — In Darmstadt verschied der bekannte frühere langjährige Vertreter der Elektrotechnik an der dortigen Techn. Hochschule, Geh. Rat Dr.phil., Dr.-Ing. h. c. Erasmus Kittler im Alter von 77 Jahren. Mit der Begründung des Elektrotechnischen Instituts, das sich unter seiner Leitung aus kleinen Anfängen zu seinem heutigen bedeutenden Umfange entwickelte, hat er diesem Zweige der Technik an der Darm, städter Hochschule eine Pflegestätte geschaffen, die ihren Ruf durch chre Schüler in alle Welllelle ver- breitet hat. — Der durch den Weggang des Geh Konsistorialrats Prof. W. Lütgert in der theologi- schen Fakultät der Universität Halle erledigte Lehrstuhl der Dogmatik ist dem ordenllichen Profesior D. Paul Althaus in Erlangen angeboten »vorder Prof. Althaus ist Mitherausgeber der „Zettfchris für systematische Theologie". Er promovierte 1913 in Göttingen zum Lic. theol., habilitierte sich in Göttingen für das Fach der systematischen Theologie, wurde sechs Jahre später Ordinarius in Rostock, zugleich Unioersttälsprediger ebenda und siedelte 1925 nach Erlangen über.


