zirkstagung sich für unzuständig erklärte. Es wurde geltend gemacht, daß die Aufstellung von Forderungen zum Leistungsausbau Sache der Angestellten- und Arbeitgeberverbände bzw. der parlamentarischen Vertretungen sei. Diese Meinung vertrat auch der Direktoriumsvertreter. Die Entschließung nahmen die Einbringer dann zurück. Besonders bemerkenswert war noch die Auffassung des R. f. A. - Vertreters hinsichtlich dcr versicherungstechnischen Bilanz, da diese von einem Teil der Vertrauensleute als ungeeignete Grundlage zur Leistungsbemessung bezeichnet wurde. Direktor Schäfer stellte fest, daß die R. f. A. etwas besseres als die versicherungstechnische Bilanz nicht habe und man sie als Grundlage jeweilig für die weitere Ausbaumöglichkeit ansehen müsse. Alle fünf Jahre würde sie neu aufgestellt, und man könne dann neue Beschlüsse fassen.
Süddeutsche Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl-Mustrieller.
Die Süddeutsche Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl- Industrieller hielt am 16. d. M. im ,Europäischen Hof" in Heidelberg unter dem Vor- sih des Geheimrats Robert Röchling, München, ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Den Geschäftsbericht erstattete Dr. h. c. M ees- mann, Mainz, der an Hand der Statistik auf die abfallende Konjunktur des letzten Jahres, die einen Rückgang der Produktions- zisfern von 10 Prozent für die Erzeugnisse der eileiiich aff enden Industrie mit sich brachte und auf die völlig unbefriedigten Erträgnisse hinwies. 36 Prozent des Aktienlapitcvls blieben ohne Dividende, nur 1 Prozent erzielte eine solche über 10 Prozent: bei einem Dankzinssah von 12 bis 14 Prozent ein ungeheures Mißverhältnis. Die Handelsbilanz bleibe wieder passiv und es sei unerfindlich, wie die neuen Tribut- zahlungen nach den Haager Abmachungen als definitive Lasten übernommen und geleistet werden könnten. Er besprach sodann die Absperrung s m a h n a h m e n des Auslandes, insbesondere von Amerika, das, während es von Frieden und Verständigung überfliehe, seine Foilmahnahmen verschärft und die Quote der deutschen Einwanderung auf die Hälfte herabgesetzt habe. Den Paneuropagedanken B r i a n d s empfahl er mit Vorsicht zu genießen, Deutschland dürfe jedenfalls in seiner Lage nicht auch noch seine wirtschaftliche Freiheit preisgeben, nachdem es die politische und militärische geopfert habe. Er berührte sodann die getäuschten Hoffnungen in bezug auf Belastung der Wirtschaft von Steuern und in bezug auf Derwaltungs- reform, und zum Schluß die soziale Versicherungs-Gesetzgebung und die neuerdings ausgetretenen radikalen Reformvovschläge von Hartz und H o r n e f f e r. Man könne dieselben in vielen Punkten als übertrieben und zu weitgehend ansehen, sie seien aber als Mahnung gegenüber den Gefahren der fortschreitenden Staatsfürsorge zu werten und enthielten auch durch die Hervorhebung des Spargedankens gegenüber dem reinen Fürsorgegedanlen fruchtbare Anregungen zur Reform. In erster Linie sei es Sache der Arbeiter und Angestellten, zu den Gedankengängen Stellung zu nehmen. Scharf kritisiert der Redner die Zurückdrängung der Selbstverwaltung bei den Trägern der Unfall- Versicherung, den Berufsgenossenschaften, durch Gesetzgebung und Verwaltung und den neuesten Versuch des Reichsarbeitsministeriums auf dem besonders wichtigen Gebiet der Unfallverhütung die Selbstverwaltung der Derufsgenossen- schaften durch paritätisch besetzte Ausschüsse unter Einschiebung der staatlichen Gewerbeaufsicht zu ersehen. Es sei dringend nötig, daß das Unter- nehmertum sich diesen Bestrebungen und Gefahren gegenüber fester zusammenschließe und Opfer bringe. Die Versammlung bekundete durch lebhaften Beifall ihre Zustimmung zu den Ausführungen des Berichterstatters. Rach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten hielt Dr. Reichert (Berlin) als geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Hauptvereins einen außerordentlich interessanten Vortrag über den „Voungplan und seine wirtschaftlichen Auswirkung e n". Der Redner schilderte die Lage der deutschen Sachverständigen, die Entwicklung der Verhandlungen und die Unterschiede, die sich zwischen Voungplan bzw. Haager Abmachungen und dem Dawesplan ergaben. Er kam zu dem Schluß, daß die vorübergehenden Erleichterungen, die der neue Plan die nächsten Jahre bringe, die aber nicht so groß seien, wie sie von den Befürwortern dargestellt würden, weit ausgewogen würden durch die lange Dauer der Verpflich
Datum
19.9.
20-9.
19 9.
20.9.
5% Dt. Kelchsanleihe v. 1927 .
Dl. VlnI.-AbIöI..Schuld mit Aus-
87,5
—
87,5
53,3
Ich.-Rechten........
53,7
53,55
53,6
ohne AuSloi.-Rechte . .
7% Franks Hyp -Bk. Goldps. un-
10,13
10
10,25
10
lündbar bis 1932......
<%% Rheinische Hyp.-Bank Liqu
85,5
—
—
—
Goldps............
73,25
—
O.tt.QJ. aha. BortrleaS-Obltgation. rückzahlbar 1932
88
—
—
—
4% Schweiz. Bundesb.-Anl.. .
—
—
—
—
Leklerreichlsche Äoldrte.. .
28
—
28,25
—
4,20% Oekierr. Gilbcrtte. . . .
,35
1,65
2,3
—
4% Oesterreich. etnhettt. Rte .
—
—
—
22,4
22,25
19,9
22,13
4% Ungarische Slaaisr. v. 1910 .
—
4%% bCSfll. von 1913.....
—
—
21,75
—
4% Ungarische Kroncnrtc.. . .
1,8
1,75
1,7
1,7
4% lütt, ZoUanleihc v. 1911 . .
4% Tückische Bagdadbahn-Anl..
7,7
7,9
Serie l...........
7,65
—
7,65
—
4% deSgl. Serie 11.......
7,65
7,75
7,65
—
4% Rumänen convcrl. Rte. . .
7,5
9,9
—-
4%% Rumänen Öolbanl. von 1913
14,75
—
15
—
011 Deutsche trilenbahn . . 4%
—
*
—
Hamburg-Amerika Paket ... 7
115
114
114,5
114
Hamb.-Südam. Dampsich . . 8
—
—
—
—
Hansa Tampsschiss.....10
—
-
153
—
Norddeutscher Lloyd.....8
106,65
106
106,75
105,75
Wllfl. Deutsche (IreöUanft . . 10
123,75
124,13
124
Barmer Bankverein .... 10
Berliner Handeligesellsch. . . 12
124
124
124,25
124,13
200
—
200,5
200
Commerz- und Privat-Ban!. 11
174,75
174,5
174,75
174,5
Darm«, u. Raiionalban! . . 12
267,25
265,5
267
266,5
Deutsche Bant - - - - - }•?
Tlslonio-Gesellschast Ant.. . 10
164,5
163,5
>64,5
163,5
150,5
—
151
150,5
154
Dresdner Bant......W
154,5
154
154,5
Melallban...........
—
—
—
—•
Reichsbant .••••••• M
295
294,25
295
293,25
tungen, durch den Wegfall wichtiger Maßnahmen des Währungsschuhes und der Revisionsklausel. Der Vortrag fand einmütige Zustimmung in der folgenden Diskussion, an der sich hauptsächlich die Herren Geheimrat Röchling (München), Dr. Ulm (Mannheim), Geheimrat Klein (Frankenthal), Dr. Lessing (Oberlahnstein), T o s s e (Berlin) beteiligten. Der Vorsitzende legte zum Schluß folgende Entschließung vor:
„Die Hauptversammlung der Süddeutschen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl-Industrieller ist mit dem Präsidium und Vorstand des Reichsverbandes der deutschen
Industrie der Ueberzeugung, daß die durch den Voungplan Deutschland zugemuteten ^Lasten die Leistungsfähigkeit Deutschlands weit übersteigen und nicht tragbar sind. Die Versammlung spricht Herrn Dr. Dögler, der als Sachverständiger der deutschen Regierung hieraus die notwendige Folgerung gezogen und die Verantwortung für diesen durch die Haager Verhandlungen noch verschlimmerten Plan abgelehnt hat, ihren Dank und ihre volle Zustimmung aus."
Die Entschließung wurde e i n st i m m i g angenommen.
Schweres Bauunglück.
WSN. Mainz, 19. Sept. Gestern nachmittag ereignete sich bei den Umbauten an dem nach Mombach führenden Viadukt am Hauptbahn- Hof ein schwerer Unfall. Die Ueberbrückung des Viadukts wird zurzeit ausgewechselt. Eine Offenbacher Firma hatte dort große Gerüste erstellt, um die alten Ueberbrückungen abreißen zu können. An einer dieser Ueberbrückungen wurde von Monteuren ein Stück abgeschweißt, das plötzlich abbrach und auf ein darunter angebrachtes Hänge- g e r ü st stürzte, dieses und drei darauf befindliche Arbeiter mit in die Tief« reißend. Die Monteure Franz Wagner und Adam Faust aus Tripstadt, sowie der Arbeiter Jörg aus Felsen- berg wurden schwerverletzt unter den Trümmern heroorgezogen. Sie wurden nach dem Stadtkrankenhaus transportiert, wo man neben schweren Schädel- und Knochenbrüchen gefährliche innere Verletzungen feststellte. Der Zustand der Verletzten ist s e h r b e d e n k l i ch.
Festnahme eines Falschmünzers.
WSN. F r a n k f u r t a. M., 19. Sept. Hier wurde gestern der 23jährige Gärtner Rudolf Wagner aus Marburg wegen Herstellung von falschen Ein - und Dreimark st ücken f e ft genommen. Er will die Falsifikate in den letzten Wochen in seiner elterlichen Wohnung in Marburg, Ockershäuser Allee 39, mittels Lötzinns in Gipsformen hergestellt haben. Die bei ihm vorgefundenen fertigen Ein- und Dreimarkstücke sind äußerst schlecht gegossen, hingegen die zur Herstellung von Ein-, Zwei-, Drei- und Fünfmarkstücken angefertigten Gipsformen ziemlich'gut gelungen. Von den angefertigten Falschmünzen will W. noch keine in den Verkehr gebracht haben, was ihm auch angesichts der Minderwertigkeit der Falsifikate nicht gelungen sein dürfte. W., der das ganze Herstellungsmaterial in einer Blechbüchse mit sich führte, will sich Hauptfach- lich deswegen nach hier begeben haben, um sich hier noch weitere Fachkenntnisse anzueignen und sodann die Falschgeldherstellung weiter zu betreiben.
Daten für Samstag, 21. September.
Sonnenaufgang 5.43 Uhr, Sonnenuntergang 18.02 Uhr. — Moni mfgang 19.04 Uhr, Monduntergang 8.26 Uhr.
1860: der Philosoph Arthur Schopenhauer in Frankfurt a. M. gestorben; — 1870: der Maler Sascha Schneider in St. Petersburg geboren.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatfeier den 21. September. Freitag abend 6 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 7.15. —» Wochengottesdienst morgens 6.30; abends 6 Uhr.
Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 21. September. Vorabend 6.15 Uhr; morgens 8.30; abends 6.35 und 7.15 Uhr.
Letzte Nachrichten.
Schwere Brandkatastrophe in Detroit.
Detroit, 20. Sept. (wTv.. Funkspruch.) Zu einer fürchterlichen Katastrophe kam es hier beim Brand des Nachtlokals „S l u d y Club". 16 Personen wurden getötet und 50 schwer verletzt. Das Gebäude brannte vollständig aus. Die hohe Zahl der Opfer erklärt sich einmal daraus, daß der Brand im Keller ausbrach und so den Gästen der oberen Stockwerke sehr rasch der Ausgang verlegt war, und auf der anderen Seite dadurch, daß das Feuer schon einenbelrächtlichenUmfangangenom- m e n hatte, ohne daß irgend jemand im Haus die Gefahr bemerkte. Die Feuerwehr wurde infolgede en erst alarmiert, als zufällig ein Polizist von der Straße aus die Flammen aufschlagen sah. Unter den Gästen kam es zu einer furchtbaren Panik, die sich noch dadurch verschlimmerte, daß aus den im zweiten Stock gelegenen Räumen des Nachtlokals nur eineengeTreppenach unten führte. Als der Rauch immer dichter wurde, sprangen deshalb die Gäste aus den Fenstern ausdie Straße hinunter. Unter den ins Hospital eingelieferten Schwerverletzten befinden sich viele, denen die Kleider am Leib verbrannt sind. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, hat anscheinend die Panik schlimmer gewütet als der Brand. Aus unauf- geklärten Gründen Hal sich ein großer Teil der Besucher statt einen Weg ins Freie zu suchen, in die Toilettenräume geflüchtet. Als die Feuerwehr sich den Zugang erkämpft Halle, fand fie jbie engen Räume gepfropft voll von Menschen, die das Bewußtsein verloren hatten. An dieser Stelle allein wurden 25 Opfer geborgen.
Lornbardzinsfuß 8,5 Prozent.
Berlin, 19. September
Geld
Brief
Französische Noten -
Holländische Noten .....
Italienische Noten ......
Norwegische Noten......
Deutsch Oesterr-.L 100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten ....... Spanische Noten.......
Tschcchoilowalische Noten . .
Ungarische Noten
Devisenmarkt Berlin
Telegraphische
16,41 167,91
21,98
111,40
59,01
2,475
112,03
80,74
61,65
12,38
73,00
-Frankfur Auszahl
16,47 168,59
22,06 111,84
59,25 2,495 112,47
81,06 61,89 72,44 73,30 t a. M. ung.
i9. September
20. September
Ärmliche Notierung
Geld 1 Brie,
Amtliche Notieruna
Geld | Briet
Amst.-Rott. Bucn--AircS Brss.-Antw- Christiania. Kopenhagen Stockholm . Hclnngfors. Italien. . . London. . . Neuhork .. Daris.... Schweiz .. Spanien . . Japan . . . Rio de Jan. Wien in D-» Ceft. abgcst Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien . Lissabon . Danzig. . . Konstantin- Athen. . Canada Uruguay. Cairo . .
168,23
1,757
58,295
111,70
111,71
112,34
10,541
21,945
20,33(
1,1965
16,42
80,86
61,86
2,002
1,4965
59,03-
12,419
7,380
73,19
3,035
18,76
81,30 ,014
5,42 .
4,166
4,096
20,86
168,57
1,761
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111,92
111,93
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21,985
20,376
4,2045
16,46
81,02
61,98
2,006 0,4985
59,155
12,439
7,394
73,33
3,038
18,80
81,46
2,018
5,43
4,174
4,104
20,90
168,21 1,760 58,30
111,69 111,70 112,32 10,539
21,95 20,337
4,196 16,415 80.865
61,92 1,998 0,497
59,025 12,42 7,381
73,174 3,035 18,73 81,31
2,013 5,425 4,162
4,096
20,866
168,55 1,764 58,42
111,91
111,92
112,54
10,559
21,99
20,377
4,204
16,455
81,005
62,04 2,002 0,499
59,145
12,44
7,395
73,315
3,041
18,77
81,47
2,017
5,435
4,170
4,104
20,906
Wirtschaft.
preußische Erntevorschätzung für (Setreioe und Hülsenfrüchte.
Die „Statistische Korrespondenz" schreibt: Rach der Vorschützung zu Anfang September d. 3. ergeben sich für Preußen im Vergleich mit der Novemberschätzung des vergangenen Jahres unter Berücksichtigung der Anbauflächen folgende Ge- samterntemengen (in 1000 Tonnen):
Sept. 1929
Nov. 1928
Differenz
Winterweizen
1636,9
2071,4
— 434,5
Winterroggen
6111,2
6366,2
— 255,0
Sommergerste
1294,1
1533,5
—139,4
Hafer
5036,5
4923,4
.+ 113,1
Erbsen
103,8
105.6
— 1,8
Speisebohnen
8,5
7,2
.+ 1,3
Ackerbohnen
89,7
107,4
— 17,7
Bei Winterweizen, Winterroggen und Sommergerste ist hiernach mit M i n d e r e r t r ä g en zu rechnen, ebenso bei Erbsen und Ackerbohnen, während bei Hafer und Speisebohnen geringe Mehrerträge zu erwarten sind.
Oie Kohlenproduktion in Hessen.
Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Dolksstaates Hessen weist für den Monat August 1929 folgende Zahlen nach:
An Rohbraunkohlen wurden gefördert 73 041 Tonnen; davon wurden verkauft 33 585 Tonnen; der größte Teil der Rohkohlen wurde weiter verarbeitet, und zwar 32 573 Tonnen zu Schwelereiprodukten und 638 Tonnen zu Briketts. Die Brikettserzeugung betrug 206 Tonnen.
* Zulassungen zum Börsenhandel. Der Reichsrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung, zum Börsenhandel zuzulassen die Aktien der M i a g (Mühlenbau- und 3ndustrie-A.-G. in Frankfurt a. M.), der italienischen Gesellschaft Montecatini in Mailand und der Nordsee Deutsche Hochseefischerei (Bremen- Cuxhaven A.-G.
• Maschinen- undArmaturenfabr ik vorm. H. Breuer & C o. A. - G., Frankfurt a. M. - Höch st. Die Generalversammlung beschloß Aenderung des Firmennamens in »Breuer-Werk QI.»®.".
* Bayerische Motorenwerke A. - G., Müncheru Die Kursrückgänge der Qlttien der Gesellschaft sind laut „M. R. R." in der börsentechnischen Situation begründet und keineswegs in den Produktionsverhältnissen der Gesellschaft. 3n der letzten Zeit wurden von verschiedenen Seiten Verkäufe, insbesondere in Berlin, vorgenommen, jedoch nicht von se.ten Castiglio^is. Einige noch schwebende Exekutionen konnten inzwischen abgewendet werden. Der Geschäftsgang wird unter den gegebenen derzeitigen Wirtschaftsverhältnissen als befriedigend bezeichnet.
* Unbefriedigende Lage der sauer- ländischen Textilindustrie. 3m allgemeinen wird die Lage in der sauerländischen Textilindustrie als ungünstig bezeichnet, wenn auch einige Betriebe günstiger abgeschnitten haben. Vor allem klagen die Blaudruckwerke, die fast ausschließlich auf den Export angewiesen sind, über geringen Auftragseingang. Die Preise werden als unzulänglich bezeichnet. Die weiteren Aussichten des Geschäftes beurteilt man ungünstig.
Frankfurter Börse.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers".
Frankfurt, 20. Sept. Tendenz: Unsicher. — Obwohl die gestrige Reuyorker Börse fest schloß und auch der Geldmarkt am dortigen Platze mit 7 Prozent eine wesentliche Entspannung aufzuweisen hatte, eröffnete die heutige Börse in unsicherer Haltung. Jnsolvenzgerüchte, die nicht zu kontrollieren waren, wirkten panikartig. Die Spekulation kam mit Material heraus, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse Kursrückgänge bis zu 2 Prozent eintraten.
Rur die 3nsolvenz einer Berliner Dankfirma bestätigte sich, doch war hierdurch immer noch kein Anlaß gegeben, daß eine allgemeine Mutlosigkeit gerechtfertigt gewesen wäre, denn der Frankfurter Markt soll hiervon nicht berührt werden. Das Geschäft war heute dadurch äußerst bescheiden, Orders sollen kaum Vorgelegen haben. Die Verluste nahmen jedoch kein größeres Ausmaß an, denn man stand im allgemeinen den Gerüchten skeptisch gegenüber, da die Kulisse der Ansicht zuneigte, man dürfe nicht jeder hin- geftreuten und nicht bestätigten Rachricht Glauben schenken. Stärker gedrückt eröffneten Deutsche Linoleum mit minus 5 Proz. und Glanzstoffaktien minus 6 Prozent. Das Angebot in beiden Papieren war jedoch nicht sonderlich groß. Die Aufnahmeunlust führte zu diesen Rückgängen. Am Elektromarkt gaben die meisten Werte bis zu 1 Proz. nach. Rur Siemens verloren darüber hinaus 2,75 Proz. Montanwerte stagnierten fast vollkommen. Rur in Mannesmann kam mit minus 1,25 Proz. zur ersten Rotiz eine amtliche Rotie- rung zustande. Danken bis zu 1 Proz. niedriger. Für Holzmann bestand dagegen mit plus 1,25 Prozent einiges 3nteresse. Renten leicht nach- gebend. 3m Verlaufe trat für Spezialwerte leichtes 3nteresse zutage, und das Kursniveau besserte sich ein wenig. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 Proz. weiter leichter. Am Devisenmarkt war die Lage nur wenig verändert. Man nannte hier Mark gegen Dollar 42002, gegen Pfund 20.352, London gegen Kabel 4.8465, gegen Paris 123.85, gegen Mailand 92.67, gegen Madrid 32.82, gegen Holland 12.0890.
Berliner Börse.
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".
Berlin, 20.Sept. Die heutige Börse wurde mit Schwierigkeiten einer alten Berliner Bankfirma (Sigmund Sternheim) überrascht. Schon gegen Schluß des gestrigen Verkehrs sprach man von Exekutionen, doch waren diese Gerüchte nicht zu kontrollieren und wurden auf die allgemeine Nervosität zurückgeführt. 3m Laufe des heutigen Vormittagsverkehrs verstärkten sich dann diese Gerüchte und hatten erneut mehr- prvzen tige Kursrückgänge zur Folge. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß im Frei- Verkehr, d. h. von Bureau zu Bureau, so gut wie nichts umgegangen ist, so daß das Kursniveau wenig Widerstandsfähigkeit aufzuweisen hatte und die Kurse einfach heruntergesprochen wurden. Daß trotz der weiter erhöhten Börsen- kredrte Neuyork gestern fest war, und daß Tagesgeld sich auf 7 v. H. ermäßigte, blieb ohne Einfluß. Zu den ersten Kursen trat dann auf eine Erklärung der Liquidationskasse in Angelegenheiten der Firma Sternheim eine gewisse Beruhigung ein, und die Notierungen wiesen gegen die niedrigen vorbörslichen Taxen kleine Erholungen auf. Die Tendenz blieb aber im allgemeinen weiter sehr unsicher. Spezial- werte wie Reichsbank, Kaliwerte, Konti Kautschuk, Deutsche Linoleum, Polyphon, Svenska, Schlesische Gas, Siemens, Demberg, Glanzstoff, Elektrische Lieferungen und Charlottenburger Wasser, bei letzteren wollte man von einer bevorstehenden Dividendeermäßigung wissen, verloren immerhin bis zu 5 v. H. bzw. 5 RM. Nur Laurahütte plus 2,5 v. H. und BMW. plus 3 v. H. zeichneten sich durch Festigkeit aus. Deutsche Anleihen abbröckelnd. Auch Ausländer eher schwächer. Pfandbriefe nachgebend. Am Tagesgeldmarkt trat heute eine plötzliche Versteifung für Tagesgeld auf 7 bis 9,5 v. H. ein. 3m (verlaufe konnte man auf einigen Marktgebieten Ansätze zu einer Erholung beobachten, doch ergab sich in der Kursgestaltung keine Einheitlichkeit. Die anfangs stärker gedrückten Papiere zogen etwas an, im allgemeinen war eine stärkere Än- sicherheit auch später unverkennbar. Das Geschäft blieb sehr flein, und das war auch der Hauptgrund für ein späteres Abbröckeln der Kurse.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent,
Franlsurt a 'Di.
Berlin
Schlug-! 1-Uhr fturts I Kurs
Cchlub-s Ansong- ftute | Kurs
Frankfurt a M.
Berlin
Schluß» Kurs
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Kurs |
Anlang. Kurs
Datum
19-9.
20 9.
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20.9.
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234
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233
23C
Kali Westeregeln. . . Kaliwerk Salzdetfurth
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10
16
39,5
390
240,25
391
235,25
387
F. ®. Farben-Industrie
12
212
210,25
211,75
211
Hhnamtt Nobel . . .
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101,25
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Echeldeanstalt. . . .
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Goldschmidt . . . .
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MelallaeselUchast. . .
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126,5
126
126,5
—
Banknoten.
.vranlsuri a
Berlin
Schlug« Kurs
1-Ufjr Kurs
Schluß- Kurs
Ansang. Kur.
Datum
19.9.
20.9.
19.9.
20-9.
Philipp Holzmann......<
Heidelberger Eemeut.... 1°
Eement Karlstadt ..... 1°
Wayb -4 Freitag......-8
Schultheis Patzenhoser ... 15
Ostwert«.........12
Ver. Glanzstoft ...... 18
Bemberg.........14
ReUftoli Waldhol .... 18%
Zellstoss Aschassenbura ... -z
Charlottenburger Wasser ... 8
Dessauer Gas........9
Daimler Motoren......<-
Deutsche Maschlnen-Fabrü . . 1
Adlerwerte Klever......O
Ludw. Loewe.......10
Rat. Automobil ....... 0
Orensteln 4 Koppel . .... 6
Leonhard Tietz ...... 1°
Bamag-Meguin ....... O
Franks. Maschinen......4
Griyncr...... 6
Hehliaenstaedt ....... 1
IunghanS..... 6
Lcchwerte. .........
Mai,...........
.....................
Peters Union........6
Gebr. Roeder.......1'
Boigi 4 Haessner......9
6übD. Zucker.......10
97 126,5
181
98
295
40,5
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58
9
60 105,75 106,25
124
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222 158,5
98,25
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97
288 220,5 292,5
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151
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184,5 46,25
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41
196
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197
52,5 56,25
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288
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183
45,25
51,25
41
195,5
82
197
124
Berlin, 19. September
Geld
Brief
Amerikanische Noten.....
4,178
4,198
Belgische Noten..... . .
58,09
58,33
Dänische Noten ........
111,40
111,84
Enalllche Noten........
20,31
20,3?


