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Neue Llnterredung zwischen Hoesch und Briand.

Paris, 19. 3uli. (WB.) Botschafter von Hoesch hatte heute eine weitere Unterredung mit Außenminister D r i a n d, die ebenso wie die früheren Besprechungen der Borbereitung der bevorstehenden Regierungskonferenz gewidmet war.

Einigung über den Konserenzort.

London. 20. Juli. (2DI23. Funkspruch.) Reuter meldet aus Paris über die gestrige Unterredung zwischen D r i a n d und Tyrrell, es heiße, daß die britische Regierung einer Stadl aus dem Kontinent als Z u sa m m e n ku n stso rt z u st i m m t. jedoch unter der Bedingung, daß sie nicht so weit von London entfernt sei. wie etwa Luzern. Die französische Regierung schlägt zwar immer noch eine Stadt In der Schwei; vor. sei aber zu einer Vereinbarung mit der britischen Regierung gelangt. Ls werde in Paris angenom­men, daß Briand und Tyrrell einen Vorschlag ver­einbart haben, der den anderen interessierten Mäch- ten unterbreitet werden soll. Sollte der Vorschlag angenommen werden, so würde es möglich fein, den Zusammenkunftsort Anfang näch­ster Woche bekanntzugeben. Vorläufig wird der Karne der gewählten Stadt geheimge­hallen.

Berlin weiß nichts von Vertagung. Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 20. Juli. Vor allem in der fran­zösischen Presse werden jetzt Gerüchte verbreitet, die von einer Vertagung der Repara­tionskonferenz bis in den September, ja bis in den Oktober wissen wollen. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, ist bei den Ver­handlungen der betreffenden Mächte, wenigstens soweit Deu tschland beteiligt ist, bisher von einer solchen Vertagung nicht gespro­chen worden, so daß es sich hier augenscheinlich um reine Kombinationen handelt. Deutschland würde sich übrigens gegen eine Verta­gung zur Wehr setzen.

Abrüstung und Räumung.

Henderson sagt:Unsere Hände sind frei!"

London, 19. 3uli. (WT2.) Bei Außen» Minister Henderson erschien heute eine Ab­ordnung des Frauenkreuzzuges und gab ihm die Versicherung, daß sie die auswärtige Politik der Regierung unterstützen werde. Hender­son erwiderte u. a.:

Der Schlüssel zur Abrüstungsfrage liegt in der Verständigung mit den Vereinigten Staaten.

Die Regierung ist gewillt, die Fakultativklausel zu unterzeichnen. Sie ist gegenwärtig damit be­schäftigt, die notwendige Formulierung zu suchen. Mit Bezug auf das Rheinland sprach Henderson die Hoffnung aus. daß es mög­lich sei, die Räumung gleichzeitig durch Großbritannien, Frankreich und Belgien vor­zunehmen. Er fügte hinzu:

Was für eine Lage würde sich ergeben, wenn beim Zusammentritt der Young» Konferenz Schwierigkeiten hierüber bestehen würden?

Ich möchte Sie bitten, mit dem Verstände und nicht nach dem Augenschein zu urteilen. Ich möchte so schnell wie möglich die Räumung ver­wirklicht sehen. Llnsere Hände sind frei!

Japan und die Abrüstungsftage.

Tokio. 19. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Kabinettssitzung befaßte sich zum großen Teil mit einer Erörterung der R ü stu n g s - beschränkung, nachdem Außenminister Da. ron Schidehara einen Bericht über die Frage erstattet hatte. Es verlautet von zuverlässiger Seite, daß die Hauptpunkte, die bei der Zu­sammenkunft vereinbart wurden, bzw. früher festgestellt wurden, im wesentlichen folgende sind:

1. Iavan ist bereit, an einer Abrüstungskonfe­renz teilzunehmen, die eine produktive Rüstungs­verminderung und nicht nur eine Beschränkung bezweckt.

2. Japan ist bereit, sich hinsichtlich des Zu- sammentunftsortes und der Vorbereitungen dem englisch- amerikanischen Entscheidungen anzu- schließen.

3. Japan wünscht nicht, Gastgeber einer solchen Konferenz zu sein.

4. Japan wird die einfachste Möglichkeit des Maßstabes" unterstützen. Die japanische Re­gierung ist, wie verlautet, überzeugt, daß die japanischen Botschafter in London und in Wa. shrngton über alle Entwicklungen der englisch, amerikanischen Abrüstungsbefprechungen unter, richtet worden sind und die japanische Regie, rung ist völlig bereit, die Anfangsstadien dieser Erörterungen in der augenblicklichen Weise fort, sehen zu lassen.

Der Humanitätsgedanke im Kriege.

Kricgsgefangenenrecht. Schutz der Zivil­bevölkerung.

Genf, 19. Juli. (WTB.) Die Ausschuhbera- tungen der hier tagenden Staatenkonfe­renz zur Revision der Genfer Rotkreuz- Konvention und zur Schaffung eines Kriegsgefangenenrechts können nach den nunmehr dreiwöchigen, sehr eingehenden Be­ratungen als praktisch abgeschlossen betrach­tet werden. Die Festlegung des endgültigen Textes der beiden Abkommen, die ganz erheb­liche Verbesserungen gegenüber dem bisherigen Zustand bedeuten, liegt zur Zeit in den Händen von zwei Redaktionskomitees. In einer heute grundsätzlich angenommenen Schlußakte wird u. a. der Wunsch nach Vorbereitung einer wei­teren Staatenkonferenz über die Regelung des Schutzes der Zivilbevölkerung und ihre Behandlung im Falle der Internie­rung ausgesprochen. In den Kreisen der Konfe­renz herrscht allgemein die Auffassung, daß die von der schweizerischen Bundesregie­rung bei ihrer Einladung gehegten Erwartun-

Litauische Anklagen gegen Polen.

Das Attentat auf Woldemaras.

Kown o. 19. Juli. (WB.) Die Litauische Telegraphen-Agentur veröffentlicht den Inhalt einer an den Völkerbund gerichteten Rote der litauischen Regierung, in der darauf hingewiesen wird, daß die Existenz und das Tlnabhängigkeitsrecht der Völker seit der Deklaration des Washingtoner Völkerrechtsinsti- tuts von 1926 in allen Rachkriegsverträgen feier- lich anerkannt wurde, daß Polen aber diese Rechtsnorm in feinen Beziehungen zu Li- tauen verletzt hätte. Deshalb sei auf Vorschlag der litauischen Regierung auch in der einstim­mig angenommenen Völkerbundsresolution vom 10. Dezember 1927 Polen die Verpflich­tung auferlegt worden, die plnabhängig- keit und territoriale 11 n a n t a ft 6 a r keil Litauens anzuerkennen und in die i n - neren Verhältnisse Litauens sich nicht einzumischen. Das Verhalten Polens wider- spreche aber den übernommenen Verpflich­tungen. Die litauische Regierung habe Gelegen­heit gehabt, auf

die von der polnischen Macht gebildeten be­waffneten Banden hinzuweisen, die sich li­tauische Emigranten nennen

und deren Ziel es sei, die litauische Regierung zu stürzen und eine Regierung ans Ruder zu bringen, die auf die litauische Nationale For­derung hinsichtlich Wilnas verzichten und po­litische und wirtschaftliche Beziehungen zu Polen aufnehmen wolle. Sodann werden in der Rote einzelne Terrorakte aufgeführt. Es wird auch

gen im wesentlichen in die Tat umgeseht werden konnten, und daß es gelungen ist,

den Gedanken der Humanität bei kriegerischen Verwicklungen in weitgehender Verwirklichung der von den verbänden ehemaliger Kriegsge­fangener ausgestellten Wünsche Anerkennung zu verschaffen.

Das gilt insbesondere für die Aufstellung eines Kriegsgefangenenrechts, das, wenn man von einigen hierauf bezüglichen Artikeln der Haager Konvention absieht, ein Novum darstellt, dessen praktische Bedeutung schon durch die Tatsache un­terstrichen wird, daß im letzten Kriege auf beiden Seiten etwa 3,6 Millionen Kriegsgefangene ohne Anspruch auf völkerrechtlichen Schutz bleiben muß­ten. Weniger bedeutsam sind die von der Konferenz an der Genfer Rotkreuz-Konvention vorgenomme­nen Verbesserungen, die sich immerhin trotz der all­gemein anerkannten wohltätigen Auswirkung der Konvention während des letzten Krieges als not­wendig erwiesen. Die Staatenkonferenz wird Ende nächster Woche noch zu einigen Vollsitzungen zu- sammentreten, an die sich voraussichtlich am näch­sten Samstag die sofortige Unterzeichnung der bei­den Konventionen und der Schlußakte durch die hier weilenden bevollmächtigten Delegerten an­schließen wird.

polnische Freiheit" in Oberschlesien. K a t t o w i tz. 19. Juli. (WTB.) Wie die Polonia" heute meldet, ist die Ausweisung des technischen Generaldirektors der Bismarck-Hütte, Kaltenborn, auf Interven­tion einflußreicher polnischer Industrieller, des Fürsten R a d z i w i l l und des früheren Mini­sters Gliwic, zurückgezogen worden.

Reben der bereits gemeldeten Beschlag­nahme derKattowitzer Zeitung" wurde auch die gestrige Ausgabe desBerli­ner Tageblatts" wegen eines politischen Leitartikels und eines Kattowitzer Porträts be- schlagnahmt. Im Zusammenhang mit der Be­schlagnahme derKattowitzer Zeitung" ist gegen den verantwortlichen Redakteur ein Prozeß anhängig gemacht worden.

Oer Wiener Attentäter.

Wien, 19. Juli. (WB.) Heute früh wurde der Schmiedegehilfe Leitner, der gestern mittag einen Anschlag auf den Bundespräsi­denten zu verüben versuchte, in die psychia­trische Klinik gebracht und gleichzeitig gegen ihn Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Beim polizeilichen Verhör gab er an, daß der Attentatsplan ausschließlich gegen den Bundes­präsidenten gerichtet war.

Aus aller Welt.

Hagelschlag und Wassernot im Rheinland.

Heber die Gemeinden des Freien Grundes bei Siegen ging gestern ein s ch we r e r Hagel- schlag nieder. Ramentlich in Altenseelbach fielen eine halbe Stunde lang walnußgroße Ha- gelschloßen, die fast die gesamte Ernte -er­st ö r t e n. Die Obstgärten und Feldfrüchte sind so gut wie ganz vernichtet. Korn und Kartoffeln ha­ben schweren Schaden genommen.

Eine Reihe von Wupperstädten hat nach einer Dlättermeldung aus Köln infolge der Hitze unter großem Wassermangel zu leiden. Jede Vergeudung von Trinkwasser in den Städten ist verboten. In Düren hat sich die bereits Anfang der Woche eingetretene Wassernot so ver­schärft, daß in den westlichen und südöstlichen Stadtvierteln das Trinkwasser durch Spreng­fässer herbeigeschafft werden muß. Auch in Aachen mußte zum sparsamen Wasserverbrauch aufge­fordert werden. Es ist dort verboten, Häuser, Wege, Gärten und Wagen mit Leitungswasser abzuspritzen. In Trier konnte bisher die Ver­sorgung mit Trinkwasser aufrechterhalten werden, jedoch steht auch hier bereits ein Versiegen der Leitungen in Aussicht, da die Pumpwerke kaum noch den Ansprüchen genügen können.

Erdstöße in Serbien und Italien.

Belgrad, 19. Juli. (WB.) Ein Erdstoß von mittlerer Stärke war heute vormittag 9.30 Uhr hier zu spüren. Das Epizentrum dürfte sich 97 Kilometer südlich von Belgrad in der Ge­gend von Rudnik befinden.

Florenz, 19. Juli. (WB.) In der vergan­genen Rächt um 10 Uhr wurde hier ein Erd­stoß wahrgenommen. Der Erdbebenherd ist wahr­scheinlich in einer Entfernung von 40 Kilo­meter in südöstlicher Richtung von Florenz zu suchen. In einigen Ortschaften dieser Gegend sollen leichte Schäden zu verzeichnen sein.

das letzte Attentat auf Woldemaras erwähnt. Aus Zeitungsangaben sei zu ersehen gewesen, daß der litauische Ministerpräsident bis zum 15. Mai von Terroristen ermordet werden sollte. Der Hauptbeteiligte, D o s i l i u s , habe erklärt, daß er nach dem Attentat nach Polen hätte flüchten wollen, weil

die polnische Regierung an dem Attentat auf Woldemaras interessiert gewesen sei. Auch aus polnischen Blätterstimmen gehe hervor, daß man bestrebt gewesen sei. die litau­ische Regierung zu stürzen. Holowko soll nach einer Zeitungsmeldung zugegeben haben, daß er der Organisator und Führer terroristischer Ban­den war. Die Untersuchungen hätten auch ergeben, daß die bei dem Attentat benutzten Bomben dieselben waren, die das polnische Militär gebrauche. Da die Tätigkeit der Terroristenbanden insbesondere auf dem Torritorium des unab­hängigen Litauens von der polnischen Regierung unterstützt werde, sei es llar, daß sich an der Grenze solche Vorfälle ereignen können, die ge­fährliche Ereignisse heraufbeschwören. Die Völker­bundsresolution vom 10. Dezember 1927 sehe aus diesem Grunde eine Speziallommission vor, die bei der Entstehung einer Gefahr die notwen­digen Maßnahmen vorsehen würde, um den wei­teren Ereignissen vorzubeugen. Die litauische Re­gierung glaube, daß Fälle, die in der Rote ge­schildert werden, die Intervention einer solchen Kommission verlangen. Die Rote ist vom Ministerpräsidenten unterzeichnet.

Schweres Unglück auf einem Schießplatz.

Budapest, 19. Juli. (WTB.) Bei Schieß­übungen auf dem Artillerie-Schieß­platz Hajmasker explodierte gestern beim Laden einer Feldhaubitze die Granate. Von den Bedienungsmannschaften wurde eine ganze An­zahl schwer verletzt. Ein Hauptmann, zwei Unteroffiziere und ein Artillerist sind kurz darauf ihren Verletzungen erlegen, während bte übrigen Schwerverletzten ins Krankenhaus übergeführt werden konnten. Technische Mängel an dem Geschoß sind die Ursache der Katastrophe.

Brandkatastrophe in Angora.

Angora, 19. Juli. Im Stadtzentrum brach heute nacht ein Brand aus, der bis 8,30 llhr morgend andauerte. Rach den letzten Rach­richten brannten ungefähr 500 Verkauf s- st ä t ten und 100 Häuser ab. Das Feuer entstand in einem Dretterdepot. Eine Person wurde getötet, einige andere Personen wurden verletzt. Kemal Pascha war bei den Lösch­arbeiten, die von den technischen regulären Trup­pen ausgeführt wurden, persönlich zugegen.

uDie deutsche Himalaya-Expedition.

Daily Telegraph" meldet aus Kalkutta: Die deutsche Himalaya-Expedition unter der Führung Paul Bauers ist auf dem Wege nach Darjeeling, das als Standort für die wissen­schaftliche Forschungsarbeit der nächsten 3 Monate vorgesehen ist. Die deutschen Gelehrten werden ihre Tätigkeit auf den Kanchanjanga konzentrieren und wahrscheinlich auch die Besteigung des Gipfels (etwa 8600 Meter) versuchen, obgleich dies nicht der Hauptzweck der Expedition ist.

Deutschlands Zigarrenkonsum.

Zu dieser Notiz in unserer Ausgabe vom Don­nerstag wird uns von gut unterrichteter Seite fol­gendes berichtigend mitgeteilt:

Die im Kalenderjahr nach dem Steuerwert der Tabaksteuerzeichen berechneten Mengen von Zigar­gen betrugen: Im Jahre 1927 6 387 508 Mille, im Jahre 1928 6 804 372 Mille. Die Kahl 1928 ist um rund 400 000 Mille, also noch nicht eine halbe Milliarde, größer, wie die in 1927. Man muß aber bedenken, daß diese Zahlen nur aus den verkauften Tabaksteuerzeichen errechnet sind. Die wirkliche Her­stellung und dazu gehören die Zigarren, die sich noch auf dem Lager der Fabrikanten und auf den Lägern der Zigarrenhändler, die im Besitz von Steuerlägern sind, befinden ist hieraus nicht ersichtlich. Der Export von Zigarren ist im Ver­gleich zu diesen Zigarren minimal, denn er betrug nur dem Wert nach 5 044 000 Mark. Wenn man den Durchschnittswert des Milles mit 70 Mark an­nimmt, so ergibt sich aus der obengenannten Zahl für 1928 ein Wert von rund 475 Millionen, dem ein Export von nur 5 Millionen, also ungefähr der hundertste Teil, gegenübersteht, während jene Notiz von der Hälfte des ganzen hergestellten Quantums sprach.

3m Paddelboot über den Kanal.

Zwei deutsche Studenten aus Leipzig, Felix Müller und Werner M u ch l e r t, kamen am Donnerstagabend um 10 Uhr in Dover an, nach­dem sie den Kanal in einem fünf Meter langen Paddelboot durchkreuzt hatten. Sie hatten Calais um 10 Uhr vormittags verlassen. Sie erreichten Dover in völlig erschöpftem Zustande.

Explosion in einer Pulverfabrik.

Rew Kensington (Pennshlvanien), 19. Juli. (WD.) Bei einer Explosion in der Pulverfabrik der amerikanischen Aluminiumgesell­schaft sind sieben Männer getötet und zwanzig verletzt worden.

Rückbeförderung desPathfinder" nach Amerika.

Das amerikanische FlugzeugP a t h f i n d e r, das am Donnerstag auf dem Flugplatz Le Bour- get angekommen ist, wurde am Freitagvormit- tag von den beiden Fliegern nach Cherbourg übergeführt, von wo es an Bord derRepu- blique' nach Amerika zurückbefördert wird.

Seemannslos.

Am ersten Tage war der Wettergott gnädig. Gegen Abend schlug aber die Witterung um. Es stürmte immer mehr. Trotzdem versammelten sich die 25 Passagiere der ersten Klasse vollzählig in dem großen Speisesaal zum Diner. Der Kapitän begrüßte seine Gäste:Ich hoffe, daß wir sechsundzwanzig eine vorzügliche Fahrt haben werden." Der Ste­ward servierte die klare Schildkrötenbrühe. Der Kapitän fuhr fort:Es würde mich freuen, wenn die hier anwesenden dreiundzwanzig Herrschaften die Reise gut überstehen sollten. Wenn ich, wie der Vater einer großen Familie, auf die einundzwanzig fröhlichen Gesichter blicke, habe ick das Gefühl, für Ihr Wohl und für Ihre Sicherheit weitestgehend Sorge tragen zu müssen. Für das Wohl und dir

Sicherheit der siebzehn Herrschaften. Ich bitte daher die vierzehn Anwesenden, ihr Glas zu erheben und auf unser aller Wohl zu trinken. Ich habe das be­stimmte Gefühl, daß wir acht uns ganz ausgezeichnet verstehen. Ich danke dem Himmel, daß er mich mit so reizenden drei Herren zusammengeführt hat. Sie, mein lieber Freund, und ich werden gute Freunde... Steward, räumen Sie die Gedecke ab und bringen Sie mir den nächsten Gang! ..."

Schatzsucher in der Meerestiefe.

Im Verfolg des vor einigen Monaten aufge­stellten deutschenTaucherweltrekords, bei dem es mit Hilfe eines besonders konstruier­ten Taucheranzuges gelang, bis au einer Tiefe von 200 Meter unter den Wasserspiegel deS Meeres zu kommen, ist kürzlich in Italien eine Gesellschaft gegründet worden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, untergegangene Schiffe zu heben, und die in ihnen befindlichen Schätze aus- zuwerten. Die italienische Gesellschaft hat die deutschen Patente in ihren Dienst gestellt, und sich ein umfangreiches Aufgabengebiet geschaffen, von dem bereits ein Teil zur vollen Zufrieden­heit der Änternehmer bewältigt werden konnte. Die Erfolge, die bisher erzielt worden sind, haben das Interesse der ganzen Welt geweckt, und man darf mit ebenso großem Interesse auch die weitere Tätigkeit der italienischen Ge­sellschaft verfolgen. Da es mit Hilfe des deut­schen Taucheranzuges möglich ist, viele Stun­den in Tiefen bis zu 200 Meter zu verweilen, gehört zu dem nächsten Aufgabenkreis der ita­lienischen Gesellschaft das Auffinden des Damp­fersWashington", der 1917 von einem deutschen Unterseeboot versenkt wurde, und der mit einer Lieferung von Eisenbahnmaterialiea von Amerika nach Livorno unterwegs war. Der Dampfer sank unweit des Leuchtturmes von Porto Fino, und dort ist man jetzt im Be­griff, die metallenen Schätze zu heben. Späte« soll an die Hebung der Fracht des Dampfers Eghpte" gegangen werden, der 130 Mete« unter dem Meeresspiegel ruht. Mit diesem Damp­fer sind seinerzeit viele MillionenGold in Barren auf den Meeresgrund gesunken. Schließlich ist auch beabsichtigt, derLusi- t a n i a zu Leibe zu gehen, die int letzten Jahre des Weltkrieges versenkt wurde. Reben diesen Bergungsarbeiten will die italienische Ge­sellschaft aber auch noch andere gigantischere Pläne durchführen. Sie beabsichtigt nicht mehr und nicht weniger, als die P e r I e n B ä n t e int Persischen Golf durch ihre Taucher ab­suchen zu lassen. Ob und inwieweit die Durch­führung dieser Pläne gelingt, hängt allerdings von den Versuchen ab, die vorerst noch durch­geführt werden müssen. Schließlich ist auch daran gedacht, im griechischen Archipel nach gesun­kenen Schiffen des klassischen Altertums zu for­schen, Die Erwartungen, die in alle diese iln* ternehmen gesetzt werden, lauten recht zuver­sichtlich. Diese Zuversicht ist durchaus berech­tigt, denn bisher hat z. B. die Durchsuchung des hundert Meter unter dem Meeresspiegel liegenden afrikanischen PostschissesElisa­beth Wille" außerordentlich wertvolle Fracht wieder an die Oberfläche gefördert. ,

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Wettervoraussage.

Durch das Vordringen kühlerer Ozeanluft kam es heute morgen bei uns zu Gewitterstörungen, die auch etwas Riederschlag mit sich brachten. Da von dem britischen Tief aus wechselweise kühlere S?uftmaffen nach dem Kontinent vorgescho­ben werden, so werden die Temperaturen kleine Schwankungen erfahren, halten sich im allge­meinen aber doch noch ziemlich hoch. Gewitterstö­rungen werden bei dem Zusammentreffen der Kalt- und Warmluft weiter zu erwarten sein.

Wettervoraussage für Sonntag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, Temperatu­ren schwankend, jedoch im ganzen noch warm, weiterhin Gewitterstörungen.

Wettervoraussage für Montag: Fortdauer des warmen Wetters mit Gewitter­neigung.

Lufttemveraturen am 19. Juli: mit­tags 30 Grad Celsius, abends 23,1 Grad: am 20. Juli: morgens 19,6 Grad. Maximum 30,2 Grad, Minimum 17,7 Grad. Sonnenschein­dauer 12'/i Stunden.

Erdtemperaturen tn 10 Zentimeter Tiefe: am 19. Juli abends 32,6 Grad: am 20. Juli morgens 22,2 Grad Celsius.

Verantwortlich für Politik: i. D. Ernst Blumschein.

Sprechstunden der Redaktion.

11 .30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Anzeigenaufträge sind lediglich an di« Geschäftsstelle 3« richleg. * r rd.

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