s a tz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet sind und außerdem durch den Ausschuß des Arbeits- amts in eine Drbnungs (träfe bis zur Höhe von 1000 Mark genommen werden können.
Sinter Hinweis auf diese Anträge macht die „Germania" darauf aufmerksam, daß den Vereinbarungen, die dem Zusammenschluß der jetzigen Regierungsparteien vorangingen, der Sah stehe, daß „zur Gewährleistung eines reibungslosen Ganges der Reichsgeschäfte Anträge von grundlegender Bedeutung überhaupt nur ingegenseitigemBeneh- m e n gestellt oder weiterverfolgt werden". Das Blatt sagt weiter, nach den Vorgängen innerhalb der Regierungsparteien und des Kabinetts sollte eigentlich kein Zweifel darüber bestehen, daß jenen Anträgen für die Zusammenarbeit der Koalitionsparleien eine erhebliche Bedeutung zukomme. Es wäre deshalb Wohl zu empfehlen, diesen Gesichtspunkt nicht außer acht zu lassen. Der „Vorwärts" sagt, die Vorschläge bedeuteten eine außerordentliche Erschwerung jeder Reformarbeit. Sie zeigten zugleich, wieweit dieses Problem noch von der Reife sei und wie unmöglich das Verlangen der Demokraten sei, es noch in diesem Sitzungsabschnitt des Reichstages zu lösen.
Die Reichsreform.
Neue Vorschläge für die Auftrags- Verwaltung.
Berlin, 19. Juni. (WB.) Der zweite Unterausschuß des Versassungsausschusses der L ä n- derkonferenz hat nunmehr auch sein Referat über die Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen Reich und Ländern vorgelegt. Zwischen die reichseigene Verwaltung und die Eigenverwaltung der Länder schiebt das Referat die Auf- tragsoerwaltung, die aber nach Möglichkeit in eine Form gekleidet ist, daß maj wohl von einer „gebundenen Selbstverwaltung" sprechen kann. Immerhin verlangt auch die Auftragsverwaltung die Abschaffung des Parlamentarismus in den Ländern ; denn es ist unmöglich, daß eine Landesregierung durch ein Mißtrauensvotum gestürzt werden kann, weil sie einen Auftrag der Reichs- rcgierung ausgeiührt hat. Das Referat zählt die Gebiete auf, die unbestritten der unmittelbaren Reichsverwaltung angehören. Strittig sind dagegen vor allem Polizei, die Hoheitsaufsicht über die Gemeinden, die Gewerbe und die Schulaufsicht. Den Ländern Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden steht es frei diese Derwaltungszweige in selbständiger Verwaltung oder in Auftragsver- Wallung zu behalten. Die Vorschläge geben dann weiter einen Sieberblick über die Gegenstände der Auftragsverwaltung und die der selbständigen Landesverwaltung. Von besonderem Interesse ist dabei der Vorschlag, die zersplitterten Sozialverwaltungen zu vereinheitlichen.
Technisch werden die Dinge nun so weitergehen, daß die Sinterausschüsse unter dem Vorsitz von Reichsinnenminister Severing am 5. Juli wieder zusammen treten, um dann zu bestimmen, was mit den Vorschlägen geschehen soll, oie in den Referaten niedergelegt sind. Das Ergebnis dieser Beratungen geht daim an den Verfassungs ausschuß, und dann an die Länderkonferenz selbst. Wenn sie ihre Aufgaben als beendet onsieht, werden die zuständigen Instanzen des Reichs die Frage auf den parlamentarischen Weg bringen.
GvangeWeKircheundKonkordat
Zu Verhandlungen mit Preußen bereit.
Berlin, 20. Juni. (SSI.) Wie die Spie» graphen-Sinion erfährt, sind die evangelischen preußischen Landeskirchen bereit, jederzeit i n Verhandlungen mit dem preuß is chen Staat über einen Vertrag einzutreten, der sich als Gegenstück dem jetzt vorliegenden Konkordais- entwur, an die Seite zu stellen hätte. Ein gemeinsames Programm der preußischen Landeskirchen, das deren Forderungen enthält, liegt fertig bereit, so daß die Verhand- lungen bei gegenseitigem guten Willen innerhalb acht Sagen zu einem Vertrage führen können. Von evangelischer Seite wird daraus hingewiesen, daß entsprechende Verhandlungen vor zwei Jahren ohne Angabe von Gründen seitens des preußischen Staates schroff abgebrochen worden sind.
In Kreisen des Obersten Kirchenrates und des Evangelischen Bundes verhehlt man sich allerdings nicht, daß ein dem Konkordatsentwurf entsprechender Vertrag mit den evangelischen Landeskirchen sachlich die volle Parität niemals erreichen kann, wenn der vorliegende Konkordatsentwurf zum Gesetz wird. Die grundsätzlichen Bedenken liegen vor allem darin, daß der Vertrag mit der Kurie unkündbar ist und mit dem Heiligen Stuhl als einem völkerrechtlichen Subjekt abgeschlossen worden ist, also durch kein Gesetz abgeändert werden kann, während die Machtverhältnisse zwischen, preußischem Staat und evangelischer Landeskirche insofern gan* andere sind, als die evangelische Kirche schon heute nach den Gesetzen vom Jahre 1924 keinen Schritt ohne die Einwilligung des preußischen Staates unternehmen kann.
Zwischen den Zeilen des vorliegenden Konkordatsentwurfs glaubt man eine Fülle von Gefahren zu erblicken, die vielleicht im Augenblick noch nicht sichtbar sind, die aber eine un - begrenzte Möglichkeit für die Errichtung von Propagandabistürnern bedeuten, sowie eine völlige S1 rnkehr des bisherigen Verhältnisses zwischen Staat und Kirche in der Besetzung hoher katholischer A e m t e r. Gefahren sieht man ferner in der grundsätzlichen Möglichkeit der Einflußnahme der international eingestellten Kurie auf d i e deutsches Hochschulen und in der Möglichkeit der Heranziehung von Ordensgei st lichen zur weltlichen Seelsorge. Im übrigen, so wird betont, ist der Staat als Vertragspartner der evangelischen Landeskirchen in einer ganz anderen Lage als in seiner Eigenschaft als Vertragspartner mit der Kurie, weil die römisch-katholische Kirche in der Zentrumspartei eine wirkungsvolle Vertretung ihrer Interessen im Staate und in der Regierung selbst besitzt.
Der Reichsverband der Deutschen Industrie zum Voun^-plan.
Berlin, 20. Juni. (Priv.-Txl.) Dem „09. S.“ zufolge hat der Reschsverband der Deutschen Industrie eine Entschließung gefaßt, in der der Boungplan als untragbar und wirtschaftlich bedenklich bezeichnet, jedoch auch
Debatte im Hessischen Landtag.
Darmstadt, 19. Juni. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10,20 SIhr bei schwach besetztem Haus.
Auf eine kleine Ansrsage des Abg. Maurer (S.) wegen ungerechter Veranlagung zu den Beiträgen der Land - und forstwirtschaftlichen Derufsgenossenfchaft für Hessen wird erwidert, daß diese Berufsgenossenschaft der Dienstaussicht des Reichsversicherungsamtes untersteht, doch fei die Berufsgenoffenschaft um eine andere Verteilung der Beiträge gebeten worden.
Auf eine kleine Anfrage des Abg. Maurer ne r wegen der Millionenerbschaft Ern- rnerich-Astor erwidert die .Regierung, in dieser Sache sei die hessische Regierung schon feit mehreren Jahren tätig und durch Vermittlung des Auswärtigen Amt^s in Berlin bemüht gewesen. Weder die hessische Regierung noch das Auswärttge Amt könnten von sich aus die Rechtslage klären, wer als Erbe nach dem am 16. Dezember 1816 verstorbenen John Nicholas Emerick anzusehen ist und ob deutsche Nachkommen heute noch Erbansprüche mit Erfolg stellen können. Es wird daher Öntereffenten anheimgegeben, sich unmittelbar mit dem deutschen Generalkonsulat in Reuhork in Verbindung zu setzen.
Abg. Frau H a 11 e m e r (Ztr.) wendet sich gegen die Auswüchse in den Vorstellungen der Kinos, Theater und in den Auslagen der Zeitungsstände. Die von der Regierung gegebene Erklärung, daß die bestehenden Gesetze streng durchgeführt würden, genügt nicht. Die Filmzensurstellen müssen vermehrt werden. Das Hessische Landestheater habe eine große Sra= dition zu erfüllen und sie in zahlreichen Aufführungen hochgehalten, aber die bolschewistisch tendierten und sittlich zersetzenden Stücke, wie „Revolte im Erziehungshaus", „Androklus und der Löwe", „Herr Lambertier" usw. hätten auf der Bühne des Landestheaters keine Berechtigung.
Abg. Dr. Werner (frakttonslos) erblickt in dem Kinokapitalismus die scheußlichste Form der Profitgier: 99 Prozent der Filmerzeugnisse dienten nur zur Befriedigung der niedrigsten Regungen der Seele. (Zwischenruf: „Hugenberg".) Ich habe schon einmal gesagt, daß das Darmstädter Theater immer mehr zu einer jüdischen Pepinerie wird.
Abg. (Salm (Komm.) erklärt, gerade die russischen Filme beiitzen erzieherische Tendenz. Rur weil sie die Verlogenheit der deutschen und amerikanischen Filme nicht haben, finden sie dieGegner- schaft der Dunkelmänner.
Abg. Frl. Birnbaum (DV.) ist ebenfalls mir der Regierungsantwort unzufrieden. Die
Frage ist eine Schicksalsfrage unseres ganzen Volkes, die Handhabung des Gesetzes gegen Schmutz und Schund ist viel zu umständlich und zeitraubend. Dis ein Verbot rechtskräftig wird, ist meist die gesamte Auflage vergriffen.
Abg. Reiber (Dem.): Wenn man selbst der Auffassung ist, daß es bekämpfenswerte Auswüchse gibt, so kann man trotzdem der Auffassung fein, daß es unzweckmäßig ift, die bereits bestehenden polizeilichen Maßnahmen zu erweitern. Wichtiger ist, daß wahre Kunst unter Polizei, lichen Kunst auf f assungen nicht zu leiden hat. Viele „vaterländische" Filme sind nach meiner Ansicht ausgesprochener Schund. Der Ruf und Ruhm der Darmstädter Bühne als eine der allerersten im Reich ist unbestritten. Wem die Einstellung eines Stückes nicht zusagt, braucht es sich nicht anzusehen. Auch der lebende Künstler einer unruhigen Zeit mutz zu Worte kommen.
Abg. Kaul (S.): Die SInmoral und Slnsittlich- keit der herrschenden besitzenden Klassen ist viel größer als die der breiten Massen. Die Begriffe Schund und Schmutz find sehr verschieden und durch religiöse und politische Erwägungen bestimmt. Ser größte Teil der Kinobesucher ist sicher kein Gegner des vorliegenden Zentrumsantrages.
Abg. Dr. Werner erinnert an eine Reihe von Prozessen links gerichteter Persönlichkeiten.
Abg. Ille (Z.): Wir kennen keine Doppelmoral. Wer sich gegen das Sittengesetz vergeht, verdient Strafe, ob er Kaiser oder Kärrner ist.
Mit 29 gegen 24 Stimmen wird der Antrag angenommen, bei der Reichsregierung auf eine Beseitigung der Auswüchse zu bringen und ebenso in Hessen geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Die Genehmigung zur Erhöhung der Simlage der Versicherungs-Anstalt für gemeindliche Beamte wird einstimmig abgelehnt.
Auf Antrag Werner-Böhm (Dn.) wird die Regierung ersucht, beim behördlichen Einkauf in Warenhäusern in erster Linie mittelständische Geschäfte heranzuziehen.
Abg. Kunkel (D. Vp.) plädiert für die Aushebung der Stempelgebühr bei Offenhaltung der Bankbetriebe an Feiertagen, wogegen sich Abg. Winkler (Zentr.) wegen der Konsequenzen für das Gastwirtsgewerbe usw. aus- spricht. Der Antrag wird abgelehnt.
Gegen die Auswüchse der Immunität der Abgeordneten wendet sich Abg. Dr. Werner (fraktionslos). Der Antrag wird für erledigt erklärt, da der zuständige Ausschuß in Zukunft evtl. Fälle sehr scharf prüfen will.
Da das Haus beschlußunfähig ist, vertagt Vizepräsident Blank die Sitzung auf Donnerstag.
festgestellt wird, daß durch den Verlauf der Pariser Konferenz kein wirtschaftliches, sondern ein politisches Ergebnis erzielt worden sei, zu dem der Reichsverband der Deutschen Industrie als wirtschaftliche Körperschaft keine Stellung zu nehmen habe.
$ür em befristetes Getreidemouypol.
Wie die „vosslsche Zeitung" hort, hat sich der Sachverständigenausschuh für die Getreidevalorisierung im Prinzip für ein G e t r e i d e - Handelsmonopol für Roggen und Welzen, das auf ein Iahr befristet fein soll, entschieden. Die Entscheidung erfolgte mit allen Stimmen gegen die des demokratischen Abgeordneten Oskar Meyer.
Weder Anfall noch Erkrankung des Reichspräsidenten.
Berlin, 19. Juni. (WTB.) Im Laufe des heutigen Tages kursierten in Berlin Gerüchte, daß der Herr Reichspräsident, der sich bekanntlich zur Zeit in O st preußen befindet, das Opfer eines Unfalls geworden sei. Von anderer Seite wurde behauptet, er sei erkrankt. Stuf Grund direkter Erkundigungen kann demgegenüber amt- l i ch f e st g e st e l l t werden, daß der Herr Reichs- präsidentsich der be st en Gesundheit erfreut.
Herabsetzung der Vergnügungssteuer in Berlin.
Berlin, 19. Juni. (WTB.) Der Magistrat hat in seiner heutigen Sitzung dem Beschluß der Finanz- und Stcuerdcputation, oci der Vergnügungssteuer der Notlage der Kinotheater Rechnung zu tragen und diese Steuer bei nachgewiesenem Einnahmerückgang in der Zeit vom 1. Mai bis 15. September um ein Drittel bzw. um die Hälfte herabzusetzen, zugestimmt. Der Magistrat hat gleichzeitig diesen Beschluß, soweit er die Kino- theater betrifft, auch auf die Sprechbühnen ausgedehnt.
Ans aller Wett.
Schweres Eisenbahnunglück in L «Isländern.
Infolge eines Erdrutsches entgleiste die Lokomotive eines Lisenbahnzuges bei Moerbeke, in der Röhe von Grammont (Ostslandern), und legte sich quer, über die Schienen. Wenige Augenblicke später tarn aus entgegengesetzter Rich- fungein Zug, der Arbeiter aus Gent beförderte, und fuhr auf die Trümmer auf. Die Wirkung war entsetzlich. Mehrere Wagen wurden zerstört. Bisher konnten acht Tokeund 1 5 verletzte geborgen werden.
Hochbahnunglück in Ncuhork.
Reu yo rk, 20. Juni. (WTB. Funkspruch.t Auf der höchsten Stelle der Reuyorker Hochbahn zwischen der 112. und 113. Straße fuhr ein aus Holzwagen bestehender Zug auf einen vor ihm fahrenden Zug auf. Der letzte Wagen des ersten Zuges und der erste Wagen des nachfolgenden schoben sich ineinander und der vordere Zug wurde noch eine Strecke weitergeschoben. Rach den bisherigen Meldungen wurden bei dem Zusammenstoß e i n Schaffner gelötet und 30 Insassen der ineinandergeschobenen Wagen so schwer verletzt, daß an dem Aufkommen vieler gezweifelt werden muß. Unter den Insassen beider Züge brach eine furchtbare Panik aus, die
dadurch noch vermehrt wurde, daß die Trümmer in Brand gerieten und die Unglücksstelle sich in der höhe des siebenten Häuser st ock- wertes befand. Der brennende Zug fehle auch die Holzschwellen des Bahngleises in Brand, so daß nur wenige Reisende sich zu retten versuchten, sondern (auf jammernd das Eintreffen der Feuerwehr ab- warteten, die, mit Hochleitern ausgerüstet, alsbald an der Unglücksstelle erschien. Der Brand war inzwischen bereits soweit vorgeschritten, daß brennende Trümmer auf die Straße fielen und die untenstehende Menge gefährdeten. Infolgedessen war auch die Rettung der verletzten aus den Trümmern äußerst schwierig.
Bis 39 Grad im Schatten in Amerika.
Reuhork, 19. Juni. (WB.) Die nunmehr eine volle Woche dauernde Hitze erreichte gestern mit 3 4 Grab Celsius einen Höchststand, wie er seit dem Bestehen des 'Detterbureaus noch nicht verzeichnet worden ist. Aus einigen Städten in der Simgegend von Reuhork werden sogar noch höhere Temperaturen, und zwar bis zu 39 Grad im Schatten gemeldet. Aus fast allen Städten im Rordosten des Landes sind Meldungen Über Hitz- schlüge eingetroffen. Seit gestern sind in den östlichen Staaten sechs weitere Personen der Hitze erlegen. Die Zahl der vom Hih- schlag Getroffenen ist groß. Die Bewohner der dichtbevölkerten östlichen Bezirke Reuyorks leiden unter der Hitze außerordentlich. Die Angestellten der Verwaltungsbureaus der Zentraleisenbahn im Reuyorker Stadtbezirk wurden während der Mittagsstunden beurlaubt.
Schweres Aulomobilunglück bei Innsbruck.
In Innsbruck ereignete sich in der Krane- bittcr-Allee bei Innsbruck ein schweres Autounglück. Ein neunjähriges Mädchen, dessen Eltern auf einem Felde neben der Straße arbeiteten, wollte vor einem Auto rasch die Straße überqueren und lief dabei in den mit vier Damen besetzten Kraftwagen hinein. Die Lenkerin, Fräulein Rüburn aus Reuhork, fuhr bei dem Versuch, auszuweichen, mit voller Wucht gegen einen Baum und erlitt schwere Verletzungen, denen sie während einer sofort vorgenommenen Operation im Krankenhaus erlag. Ihrer Mutter wurden durch den heftigen Anprall einige Rippen gebrochen: ihre Schwester kam mit leichten Prellungen und Hautabschürfungen davon, während eine weitere Schwester unverletzt blieb. Das neunjährige Mädchen wurde lebensgefährlich verletzt.
Großzügiger Weltschwindel.
Ein raffiniertes System zur Durchführung von Wettschiebungen, deren Opfer konzessionierte Buchmacher waren, wurde in Berlin durch die Verhaftung eines gewissen St an holz aufgc» deckt. Die Seele des Sinternehmens war, wie schon in früheren ähnlichen Fällen, ein gelernter Funktelegraphist Wudtke, der die drahtlosen Rachriwten über die Siege auf französischen Rennplätzen auf unrechtmäßigem Wege ab* hörte und entzifferte. Er teilte dann das Resultat, noch ehe es auf dem gewöhnlichen Wege an die offiziellen Buchmacher gelangt fein konnte, seinem Gehilfen Stanholz mit, der sich in einem Lokal in der Rähe eines Buchmachers aufzuhaltcn pflegte und so in der Lage war, noch vor Toresschluß Wetten über große Beträge mit sicherem Erfolg anzulegen. Wudtke baute das System dann noch aus. Richt nur verschaffte er sich größere Geldmittel durch Beteiligung eines Schlächtermeisters und eines Fuhrwerkunternehmers, sondern er schaltete auch, um eine Entdeckung des S^windels zu erschweren,
weitere Glieder in die Rachrfchtentett? ein. Sein Gehilfe Stanholz hielt sich nunmehr dauernd innerhalb des Buchmacher» ladens in der Rähe des Schaufensters <ms. Einer der anderen Gehilfen erhielt die Ramen der Sieger auf dem gewohnten Wege übermittelt, schrieb sie groß auf den Rand einer Z «i -. tung und ging dann an diesem Wettladen vorbei, äjne ihn zu betreten, was auch nicht nötig war, da Stanholz mit einem Blick durch die Scheibe sich hinreichend informieren kannte. Wudtke selbst inszenierte aber schließlich, um den Fuhrwerksunfernehrner und den Schlächtermeister um ihre eingeschossenen Beträge zu prÄ- len, eine Verhaftung dieser Mittelsmänner durch eine falsche Kriminalstreife und erreichte dann von den beiden Geschäftsleuten.unter dem Dorgeben, eine Riederschlagung des Verfahrens betreiben zu können, d i e § e r * gabeweitererGeldbeträge, bis die betreff enden die Geduld verloren und Anzeige erstatteten. Dem Slrheder des ganzen Schwindels, dem Funker Wudtke, ist es gelungen, rechtzeitig zu flüchten. Die Summen, die das Konsortium erbeutet hat, sollen innerhalb zwei Iahren etwa 100 000 Mk. betragen haben.
Zwei Männer Im Rhein ertrunken.
Beim Baden im Rhein am sogenannten Stap bei Dinslaken geriet ein >43jähmger Wsnn in einen gefährlichen Strudel und wurde in d ie Tiefe gerissen. Sein Kollege, ein 40jähriger Mann, versuchte, ihm Hilfe zu bringen, wurde aber ebenfalls von dem Strudel erfaßt und versank sofort. Der Vorfall spielte sich vor den Augen der entsetzt am Slfer stehenden Frauen und Kinder der beiden Männer ab.
Dieder zwei Tote bei einem Brande.
In einer Malerwerkstatt im Rordosten Berlins entstand durch angebliche Slnvorsichtig- keit von Arbeitern Feuer, das auf die leicht brennbaren Stoffe in der Werkstatt Übergriff. Ein junger Mann und ein junges Mädchen, die sich bemüht hatten, vor Eintreffen der Feuerwehr die Flammen zu löschen, hatten s p schwere Brandwunden davongetragen,daß sie nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden mußten. Hier erlagen beide nach ihrer Einlieferung den erlittenen Drand- verlehungen.
Kunst und Wissenschaft.
Trauerfeier für Professor heinsheimer.
Unter ungewöhnlich großer Beteiligung fand auf dem Heidelberger Bergfriedhof die Trauerseier für den verstorbenen Rektor der Universität Heidelberg, Geheimrat Professor Dr. Heinsheimer, statt. Die Universität war durch den Lehrkörper und die Studentenschaft außerordentlich stark vertreten. Die Trauerrede hielt Pfarrer Maas. Prorektor Professor D i b e l i u s drückte die Trauer der Universität über den unerwarteten Verlust aus. Er gedachte des verdienstvollen Wirkens des Verstorbenen als Rektor in diesem gerade für die Hochschule so wichtigen Jahre der Entscheidungen. Für die juristische Fakultät sprach Professor Dr. Rad - bruch. Minister Dr. Seers sprach für das badische Unterrichtsministerium. Die Stadt Heidelberg war durch Oberbürgermeister Dr. N e i n h a u s vertreten. Auch der Verein Deutscher Zeitungsverleger, bei dessen Heidelberger Hauptversammlung Professor Dr. Heinsheimer kürzlich noch so schöne Worte über die Presse gesprochen hatte, ließ durch Dr. Knittel und Geheimrat W a l d k r i ch einen Kranz niederlegen. Dann bewegte sich ein langer Trauerzug von der Leichenhalle zum Grabe, wo unter Musikklcmqen und gesenkten Korporationsfahnen der S Erde übergeben wurde.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Ein Ausläufer der Nordmeerstörung greift über das deutsche Nordseeküstengebiet bis nach Nordwestdeutschland vor, wo es bereits zum Auftreten von Bewölkung gekommen ist. Sein Einfluß dürste sich weiter südwärts ausbreiten und auch in unserem Bezirk zu Bewölkung und Gewitterstörungen führen. Der Umschlag ist jedoch nur vorübergehend, denn von Westen her breitet sich erneut hoher Luftdruck aus, der wieder zu sommerlich warmem und trockenem Wetter führen wird.
Wettervoraussage für Freitag: Vorübergehend vielfach Gewitterstörungen, dann erneut sommerliches Wetter.
Wettervoraussage für Samstag: Meist heiter, warm und trocken.
Lufttemperaturen am 19. Juni: mittags 26,8 Grad Celsius, aber. - 17,6 Grad: am 20. Juni: morgens 19 Grad. — ,mum 28,8 Grad, Minimum 11,7 Grad. — örfcicnipcraturen in 10 cm Tiefe am 19. Juni: abends 28,2 Grad, am 20. Juni: morgens 20,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11 Vi Stunden.


