Ausgabe 
20.3.1929
 
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rongstattit ertßrt werden unb kaffen kein« weitgehenden und definitiven Schlüffe noch euro­päischer Art zu. Dagegen verlautet zuverlässig, daß Fengjusiang tatsächlich krank sei. Sein Rücktrittsgesuch ist in diesem Moment abgesehen von seiner Krankheit auch zu erklären aus seiner nicht unbedingt klaren Persönlichkeit und gewissen politischen Divergenzen wegen Nichchinzuziehung der Vertreter des linken Kuomintang-Flügels zu dem Parteikongreß. Jedoch betonte FenAusiang stets die Notwendigkeit der A u s r « ch te r ha l - tungder politischen Einigkeit. Der Rück­tritt Peichunghsis erklärt sich aus seinem Gefühl der Unsicherheit seiner Stellung, do seine Truppen angeblich unzuverlässig sind, wes­halb er schon lange eine lavierende Haltung ein­nahm. Sein Rücktrittsgesuch ist daher politisch wenig bedeutsam.

Hilferdings Eiaibesprechungen.

Berlin. 19. März. (Priv-Tel.) Der Reichsfinanzminister setzt im Reichstag seine Besprechungen mit den Finanzsachverstän­digen der Parteien fort. Wie es scheint, verfolgt er dabei die Absicht, zunächst mit dem Zen­trum eine gemeinsame Grundlage zu finden und dann mit den Demokraten und schliesslich der Deutschen Volkspartei in Unter­handlungen zu treten. 3n Berliner parlamen­tarischen Kreisen hatte man eine derartige Taktik schon deshalb für wahrscheinlich gehalten, weil ja in der Tat in Steuerfragen zwischen der Sozialdemokratie und dem Zentrum die meisten Berührungspunkte bestehen. Am Mittag sprach der Reichsfinanzminister mit den demokratischen Abgeordneten Dr. Haas und Bernhardt und empfing dann den Vertreter der Deutschen Volkspartei, Dr. Cremer, mit dem er eine ein­gehende Besprechung über die bei einzelnen Staatsposten evtl, noch vorzunchmenden Strei­chungen hatte.

Die Lohnbeweauna bei der Reichsbahn.

Berlin, 19. März. fWolffbureau.) Generaldirek­tor Dr. Dorpmüller empfing die am Tarifver­trag beteiligten Reichsbahngewerkschaften, die den Wunsch ausgesprochen hatten, dem Generaldirektor ihre Lohnforderungen persönlich oorzutrogen. Die Forderung der Gewerkschaften geht auf Erhöhung des Stundenlohnes allgemein um sechs Pfennige (das macht eine Mehrbelastung für die Reichsbahn von 81 Millionen im Jahre). Don Generaldirektor Dr. Dorpmüller wurde dar­auf hingewiesen, daß es der Reichsbahn bei der be­kannten gespannten Finanzlage unmöglich sei. irgendeine weitere Mehrbelastung auf sich zu neh­men. Alle irgendwie verfügbaren laufenden Mittel müssten für S a cho u sgoben zur Erhaltung der Betriebssicherheit in Anspruch genommen werden.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichstag nahm in zweiter und dritter Lesung den Dachtragsetat an.

Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun ist nach Ascona bei Locarno abgereist. Gr plant, sich mehrere Wochen zur Erholung in der Schweiz aufzuhalten.

Der frühere Reichswehrminister Dr. Gehler war vor einiger Zeit an einer Erkältung er­krankt. die zu Gelenkrheumatismus ge­führt hat. Da fein Zustand immer ernster wurde, musste Dr. Gehler in das St. Rorbert-Kranken- haus in Schöneberg gebracht werden. Wenn auch sein Befinden sich bereits gebessert, wird er wahrscheinlich noch mindestens drei Wochen im Krankenhaus bleiben müssen.

Der General der Infanterie v. T s ch i s ch w i tz, Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos I. Ber­lin. scheidet mit dem 31. März 1929 mit der Be­rechtigung zum Tragen der Uniform des 8. (preu­ssischen) 3nf.-Rgts. mit dem Abzeichen eines Ge­nerals der Infanterie aus dem Heeresdienste aus. Als Rachfolger ist vom Reichspräsidenten der Kommandeur der III. Division und Befehlshaber im Wehrkreis III, Berlin. Generalleutnant Hasse mit dem 1. April 1929 zum Oberbefehlshaber der Gruppe I ernannt worden.

Landesökonomierat Völlig, langjähriges Vor­standsmitglied und stellvertretender Vorsitzender des Rheinischen Bauernvereins, eine der grössten rheinischen landwirtschaftlichen Organisationen, legte seine Aemter nieder wegen schwerster Be­denken gegen eine Verschmelzung der Organisa­tionen der Bauernvereine und der Landbünde des Reichslandbundes.

Gießener Gtadttheater.

Emmerich Äälmän:

Die Herzogin von Chicago."

Das waren noch Zetten", singt Emmerich Käl- man und denkt dabei und wir vielleicht mit ihm ein bisschen wehmütig an seine ..TschardaS» fürstin" von vor nun bald wohl zwanzig Jahren, als man sich noch eine Melodie leisten konnte, ohne über die Achsel angeguckt zu werden, als auch noch ein Walzer bingenommen wurde und One- und Twostep der letzte Schrei waren. Aber auch Kalman hat gelernt mit den Wölfen zu heulen. Sein neuestes OpuS. zu dem ihm die Herren Brammer und Grünwald das Libretto lieferten, ist hochaktuell in jeder Beziehung. DaS Problem Europa-Amerika, über das auch grössere Geister schon seit einigen Jahren hoffnungslos nachdenken, wird in der formgerechten Abwand­lung Eharleston Wiener Walzer zur Debatte gestellt und wie wir zur Beruhigung schon vorweg mitteilen wollen selbstverständlich ge­lost. EechS fesche MilliardärStöchtcr vomPoung Lady Club" in Reuyork ziehen aus. Europa au erobern. Welcher von chnen es gelingen wird. oaS am schwerst käufliche Ding auf dem alten Kontinent gegen gute Dollars zu erwerben, der winkt drüben ein WillionenprerS. 3m schönen Land Sylvarien. nicht weit von Budapest, er­obert nun zwar das Scheckbuch der reizenden Miss Mary Lloyd auS Cbikago im Sturm die Herzen der Minister, die ihr für sechs Millionen ein Schloss zu Füssen legen, aber der dazu gehörige Prinz zeigt sich spröder. Er schwört auf Tschardas und Wiener Walzer wie Emme­rich Stälmän, und von diesen altmodischen Dingen will Miss Mary Lloyd nichts wissen. Aber die Liebe baut goldene Drücken. Rach einem staatsrechtlichen Exkurs über die demo­kratischen Herrlichkeiten des freien Amerikas und die AegierungSfvrgen eines BalkanpoLentaten

Ein schlesischer Majoraisherr auf seinem Schlöffe ermordet.

Graf Eberhard von Stolberg-Wernigerode auf Zannowitz mit dem eigene« Jagdgewehr erschaffen. - Oer Sohn unter Mordverdacht verhaftet.

Görlitz. 19.März. (IBIS.) Gestern abend nm 10.45 Uhr wurde der 56 Jahre alle Eberhard Graf zu Slolberg-Ivernlgerode, Majo- ralsherr der Herrschaft Jaunowitz, in seinem Arbeitszimmer auf dem Sofa sitzend und lesend von hinten erschossen. Der Sohn de» Er­mordeten. der 28jährige Graf Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode, ist unter dem verdacht, seinen Vater ermordet zu haben, verhaftet und Ins Hirschberger Untersuchungsge- sängnis eingeliefert worden.

*

Nach einem Bericht der Landeskriminalpolizei Liegnitz steht in dem Zimmer, in dem der Ermor­dete aufgefunden wurde, ein Gewehrschrank. Diesem Schrank ist ein Jagdgewehr ent­nommen worden, aus dem der tödliche Schuss abgegeben wurde. Der Einschuss ist am Hinterkopf erfolgt, während der Ausschuß über dem rechten Auge liegt. Auch das G e f ch o ß ist gefunden worden, mit dem Graf Eberhard erschossen wurde. Es handelt sich um ein sog. Dumdum-Geschoß mit abgeblatteter Bleispitze. Der Schuss ist offenbar au» ganzkurzerEntfernung abgegeben worden. Daraus erklärt sich auch, daß der Schädel des Er­mordeten fast völlig zerschmettert wurde.

Der Sohn des Ermordeten und jetzige Majoratsbesiher Graf Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode, gab an, et habe nach dem Weggang der Damen mit seinem Vater noch

geplaudert, und beide hätten gelesen. AIS er, der Sohn, einmal auStreten musste, fei er auf dem Hausflur von zwei Leuten, die er aber nicht gesehen habe, überfallen, gewürgt und be­wusstlos gemacht worden. AIS er wieder zu sich kam, sei er in seiner Angst zu dem etwa 100 Meter entfernten Wirtschaftsgebäude gelaufen und habe dort bei einer Kutscher­familie Schutz gesucht. Von dem Schuss habe er nichts gehört. Der Arzt. Dr. Panitz, konnte an dem jungen Grafen weder Würgemale noch irgendwelche Spuren eine« be­täubenden Mittels feststellen.

Der Schuss ist von der im oberen Stockwerk schlafenden erwachsenen Tochter des Ermordeten gehört worden, die dann um Hilfe rief und das Schlvhperfonal alarmierte. Die gräfliche Fa­milie wohnte nicht im eigentlichen Schloss, son­dern in dem etwa 20 Meter dahinter im spart stehenden Gebäude, in dem sich früher daS Rent­meisteramt befand. 3m Schloy find DureauS unteraebracht, ferner wohnt dort der Verwal­tungsdirektor der gräflichen Familie. Der er­mordete Graf Eberhard bewohnte in dem Rent­meisterhaus die unteren Räume, während die Gräfin mit drei Töchtern sowie zwei weiblichen Dienstboten die Räume deS oberen Stockwerkes innehatten. Der älteste, noch unverheiratete Sohn und jetzige MajoratSbesitzer hielt sich meist in 3annviwh bei feinen Eltern auf. schlief jedoch im eigentlichen Schloß.

9er Landtag verweigert die ZuschnßerhShung für das Gießener Stadttheater.

Das Bildungswesen im Etat. MinisterKorerlüberdenWohnungSbauinSeffe«.

Darmstadt. 19. März. Präsident Delp er­öffnet die Sitzung um 10.15 Uhr zur Ginzel- beratung der Etatkapitel des Kultus- und Bil­dungswesens. Bei Kapitel 57 (Volksschule) fordert Abg. Frau Heraus (Dnl.) eine Re­ferentin im Ministerium und die Besetzung frei- werdender Stellen an Mädchenschulen mit Leh­rerinnen, bis der Lehrkörper mindestens zu 50 Prozent aus Lehrerinnen besteht.

Abg. Storck (S.) verlangt weiteren Aus­bau der Volksschule und besonders der Pflicht­fortbildungsschule. Er wendet sich gegen den üebertritt im dritten Schuljahr in die höheren Schulen und verlangt Reorganisation der höheren Schulen im Sinne der deutschen Oberschule. Das Berechtigungswesen der höheren Schulen sei zu einem D e r e ch t i g u n g S u n- wesen geworden und häufig der letzte Anlass zu Schülertragödien.

Abg Winter (Z.) wendet sich gegen die Vergiftung der Schuljugend durch Politik in der Schule. Die körperliche Betätigung der Schuljugend geht heute zu weit: hygienische Massnahmen sollten mehr ausserhalb der Schulzeit stattfinden. Durch die Abkommandie­rung zum Zahnarzt, zum Messen und Wiegen, zum Lust- und Sonnenbad, zum Schwimmen usw. werde der lllnterrichtsbetrieb stark beeinträchtigt. Er warnt vor einer Lieberschatzung des Werkunterrichts und fordert in grösserem Masse Bildungsbeihilsen für begabte Schüler.

Abg. Dr. LeuchtgenS (Bbd.) meint, infolge einer Unterschätzung der Volksschule sei der Drang zur höheren Schule übermässig gross. Die höhere Schule als Vorbereitung für das Hochschulstudium müsse ihre Forderungen hinaufschrauben und alle Unbegabten in die Volksschulen zurückverweisen. Es sei ein Unfug, dass selbst der Staat für die untere und mittlere Deamtenlaufbahn das Reifezeugnis verlange.

Ministerialdirektor U r st a d t spricht sich für eine stufenweise Anstellung der noch nicht ein­gestellten Lehrerinnen an Volks- und höheren Schulen auS. Die Ersetzung der höheren Schule durch die Aufbauschule sei zwar ein 3deal, könne aber heute noch nicht durchgeführt werden.

Das Kapitel wird angenommen, ebenso ein An­trag des Bauernbundes, Lehrerstellen, die wegen geringer Klassenstärke eingehen können, in die

Landgemeinden mit grösserer Klassenstärke zu verlegen und ein- uno zweiklassige Schulen bei der Aufhebung von Lehrerstellen auSzunehmen. Auf sozialistischen Antrag wird die Regierung ersucht, an den reinen Mädchenschulen mehr als seither Lehrerinnen zu verwenden. Der weiter- gehende Antrag Heräus wird abgelehnt. Die Kapitel 62 (Höhere Mädchenschulen). 66 (För- derung der Kunst), 67 (LandeSuniverfi- tät), 68 (Technische Hochschule). 69 (LanbeSbi- bliothek) und 73 (Hochbauwesen) werden ohne we­sentliche Debatte einschliesslich der RachtragSforde- rungen angenommen.

Rur beim Kapitel 66 wurde die Erhöhung des Staatszufchuffes für das Theater In Glessen nicht bewilligt.

ES folgt der Etat deS Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft. Minister Kore 11 gibt eine Uebersicht über die in Hessen besonders grosse Arbeitslosigkeit, die weit über dem Reichsdurchschnitt liege. Rach der letzten Zählung vom 28. Februar betrage sie 28,2 auf Tausend, bei der Krisenunterstühung 3 auf Tausend der Be­völkerung. Um der Arbeitslosigkeit entgegen­zuwirken, habe die Regierung besondere Mass­nahmen zur Förderung deS Woh­nungsbaues als einer Schlüsselindustrie ge­troffen. Ueber den Stand deS Wohnungswesens in Hessen gab der Minister folgende Ziffern: Der Zugang an neuen Wohnungen habe Betragen im 3ahre 1924 2725 Wohnungen, 1925 6300 Woh­nungen, 1926 5602 Wohnungen, 1927 7894 Woh­nungen und im 3ahre 1928 10825 Wohnungen. Für daS 3ahr 1928 konnten auS dem 2llrf- kommen der Sondergebäudesteuer wieder 11,6 Millionen Mark zur Förderung der Bautätigkeit durch verbilligte Baudarlehen bereitgestellt werden. Hiervon entfallen auf die Städte mit Städteordnung nach Abzim früherer Aufwendungen rund 7 Millionen Mark. Die Zahl der mit verbilligten Darlehen beliehenen Wohnungen betrage vorbehaltlich endgültiger Feststellungen rund 4300 Wohnungen, wozu die von den Stadtverwaltungen geförderten Woh­nungen noch hinzukämen. Bei der Verteilung der Darlehen hätten die zum AusstrahlungS- gebiet der grösseren Städte gehörigen stark be­lasteten 3nouftriegemelnben besondere Zuwen­dungen erhalten. Obwohl im Laufe des 3ahreS

findet man mit Hilfe deS sehr vernünftigen Papa Lloyd aus Chikagv auch in der edlen Tanzkunst eine gemeinsame Plattform, das Orchester setzt schon zum DerlobungStusch an. da ein kleines Hindernis, Seine Hoheit, der Erbprinz ist so unmodern, sich von schönen Dollar- prinzessinnen nicht wie ein Spielzeug laufen zu lassen. Alles droht im letzten Augenblick in die Brüche zu gehen. Aber ein gerissener Film- manager, der schon seine Felle fvrtschwimmen sieht natürlich auch von drüben. renkt die Situation mühelos wieder ein. »Da- Publikum verlangt ein happy end Diesem kategorischen 3mperativ beugt sich auch der romantische Erb­prinz. Also eine Dollaranleihe zur Aufbesserung der notleidenden Finanzen S ilvarienS ..einer­seits" und Herzogskrone samt Brautkranzan­dererseits". und da- Publikum ist zufrieden, drü­ben und bei uns.

Die Giessener Aufführung war von Adolf WieSner sehr hübsch in Szene gesetzt. Der sentimental-schmachtende Erbprinz lag 3enö Ra­do r ausgezeichnet. Die sehr fesche und gut an­gezogene Steffi DomeS-Orth war ihm eine quicke Partnerin. Einen grossen Erfolg konnte Karl Reul als nie um einen Witz verlegener Finanzminister für sich buchen. H. H. KlüferS König Pankraz war dagegen für unfern Geschmack reichlich getoagt. ebenso auch gelegentlich Rorbert FelS als Privatsekretär der Dollarprinzefsin. AuS dem grossen Ensemble seien ferner noch genannt Käche 31 te r als lispelnde Prinzessin Rosemarie, Edi Schreiner als recht ulkiger Staats- und HauSminister. Fritz Dteste! als MilliardärSpapa. und Fritz Heyne als betrieb­samer Dardirckvr. Gehr nett arrangiert waren eine Reihe von Tanzeinlagen, für die H. H. Klüfer verantwortlich zeichnete. Besonders Der Parade­marsch der kleinen Prinzen von Worenien fand lebhaften Applaus. Die musikalische Leitung lag in den Händen von RenS C. F r i e ss. der die schmissigen, einprägsamen Weisen Kälm4ns mit

sicherer Taktführung und in flottem Tempo berauS- brachte. DaS vollbesetzte HauS zeigte sich für den heiteren Abend lebhaft dankbar.e.

Kunst und Wissenschaft.

profeffot hau» $. helmolt s.

3n Berlin, wo er seit einigen 3ahren als po­litischer Redakteur tätig war, starb am 18. März nach kurzem schwerem Leiden der bekannte Ge­schichtsforscher Professor Dr. HanS F. Hel­molt im 64. Lebensjahre. Hellmolt war ge­borener Dresdener. Rach Studien in Leipzig und Bonn war er 18939 Mitarbeiter Karl Lam­prechts. wurde dann DeclagSredakteur am Bi­bliographischen 3nstitut in Leipzig, in dessen Auftrag er die bekannte Helmolt sche Welt­geschichte in neun Bänden herauSgab. die feit- dem auch verschiedene Ueberfefcungen erlebt hat. 1908 wandte Helmolt sich der Tagespolitik zu. zuerst in Dresden, dann von 1912 bis 1917 als Chefredakteur der Weferzeitung in Bremen. 1917 bis 1919 als Pressechef im ReichSamt deS 3n- nem; 1922 war der Verstorbene Chefredakteur der Frankfurter Rachrichten. Die 2ifte feiner selbständigen Arbeiten sowohl, wie die der von ihm edierten Werke ist aussero-rdenUich umfang­reich. Don populären historischen Schriften finb besonders bekannt geworden daS Ehrenbuch deS deutschen Volkes (1923), die schöne Monographie Friedrichs des Grossen (1925) und sein Hinden- burg-Duch (1926). Die letzten 3 ah re waren einer Reuherausgabe der bekannten Schlosserschen Welt­geschichte gewidmet, die. wenn wir recht unter­richtet sind, der Verstorbene vor seiner letzten Krankheit noch zum Abschluss hatte bringen können. Besonders geschätzt war die Arbeit des so vorzeitig aus seinem Schaffenskreise heraus- gerissenen Gelehrten als Rezensent namentlich historischer Literatur. Auch im Kampfe der deut­schen Geschichtsforschung gegen die Kriegsschuld« lüge hat er feinen Wann gestanden»

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:grössert. GS müsse aber alles daran gesetzt eben, eine Angleichung der alten und neuen Mieten allmählich zu erreichen. So­lange derartige Schwankungen beständen, fei der Zweck der von der öffentlichen Hand durch­geführten Förderung deS Wohnungsbaus verfehlt.

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Aus aller Wett.

Hebel auf der Uuterdbe.

Der Hamburger Hafen ist erneut in bUMen Rebel gehüllt. Seit Dienstagabend find die Seedampfer auSgeblieben. während die Passagier- und Frachtdampfer der UntereIbe mit grossen Verspätungen eintreffen. Cuxhaven meldet ebenfalls dichten Rebel. Der Dampfer der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiff- fahrtSgesellschaft -Antonio Delfino liegt mit Passagieren bei Feuerschiff Elbe I seit der DienStag Rocht vor Anker. Reben anderen See­schiffen wird auch der Llohddampser .M a i n mit einem Transport für HagenbeckS Völkerschan in der Elbemündung durch Rebel festgehalten. Ebenso haben die von Hamburg seewärts ge­gangenen Dampfer ihre Fahrt unterbrechen müssen.

Drei Berliner Sinder verschwunden.

Die Berliner Kriminalpolizei beschäftigt sich gegenwärtig mit der Aufklärung deS rätselhaften Verschwindens dreier Schülerinnen deS Hophie- Charlotte-LyzeumS in der Scharrenstrasse zu Charlottenburg. ES handell sich um die 12jährige Tochter Gudulla des Rektors Schul* aus der Kaiserin-Augusta-Allee unb deren beide Freun­dinnen, Lotte Schwarz und Margarete Leh­mann, die ebenfalls bei ihren Eltern in Ehar- lvttenbura wohnen. Am Montagmorgen haben sich alle Drei, wie gewöhnlich, auf dem Wege zur Schule getroffen. Seit diesem Augen­blick sind die drei Mädchen verschwunden und konnten bisher trotz aller Bemühungen der Kriminalpolizei noch nicht aufgefunden werden. Zwei der Mädchen haben ihren Eltern vorher Keine Geldbeträge entwendet und sie mitgenom­men, in der Absicht, mit der Bahn nach Jamburg au fahren. Mitschülerinnen gegen­über sollen die Mädchen geäußert haben, dass Jie nach Hamburg fahren und von dort au5 auf einem Dampfer nach Amerika au - - wandern wollen".

Tagung bet Bühnenkünstler.

Die Genossenschaft Deutscher Dühnenauaehöri- ?er hält ihre 51. ordentliche Dertreterversamm- ung in Berlin ab. Die Tagung wurde unter dem Vorsitz des 1. Präsidenten Karl Wal- lauer in Anwesenheit von Vertretern deS preussischen Kultusministeriums und anderer Be­hörden eröffnet Der Präsident betonte, dass die diesjährige Vertreterversammlung im Zeichen einer überaus schweren Krisis des Thea­ters und der Existenzgefährdung der Genossen­schaftsmitglieder stehe. Die staattichen unb städti­schen Zuschüsse würden auS Sparsamkeitsgründen

Wohnungen auf 6141 unb für daS 3ahr 1929 allein auf 4645 Wohnungen. Hiervon könnten mit den verfügbaren Anleihemitteln rund 2500 Wohnungen gefördert werden. ..

Der ReichSbauindex fei im abgelaufenen 3af>re ungefähr gleich geblieben. Er habe zwischen 171,3 unb 173,4 unb der Baustoffinder zwischen 157.5 unb 160,9 geschwankt Dem Vernehmen nach sollen zur Zeit Derhanblungen über L o h n - steigerungenimDaugewerbeim Gange sein. RähereS hierüber könne noch nicht ermittelt werden. ES müsse aber ausgesprochen werden, dass die durch erneute Lohnsteigerungen eintreten- ben Schwankungen für die Finanzierung von Wohnungsneubauten ohne über die Berechti­gung der Lohnforderungen etwas zu sagen unerträglich seien, weil damit die Bau­kosten und somit letzten SndeS die Mieten der neuen Wohnungen wieder gesteigert wer­den mühten. Hierdurch werbe die Spannung zwischen dem Stand der Altmieten und dem der rsntierlichen Mieten der Reubauten immer mehr vergröbert ES müsse aber alles daran aefettt

1928 eine Erhöhung der ursprünglich beschafften Anleihernlliel um 1,4 Millionen eingetreten sei. hätten rund 500 im Dau begriffene Häuser mit rund 1300 Wohnungen unberücksichtigt bleiben müssen. Von diesen werde voraussichtlich ein Xeil auch im neuen Baujahr unberücksichtigt bleiben. Für daS Baujahr 1929 solle daS-Derfahren von 1928 wiederholt werden, jedoch mit dem Unter» schied, dass die Anleihemittel nur bis zum Höchst« betrage von 8 Millionen Mark beschafft werben könnten. 3m Rovember 1928 sei der dringenbfte Debarf an Wohnungen nach dem Stand vom 15. Rovember 1928 durch Erhebungen in 468 Landgemeinden, die als Wohnungsnotgemeinden gelten, besonders festgestellt worden. Hiernach stelle sich der Bedarf tm ganzen unter Aufrech­nung der bi« 1.3uli 1929 beziehbar werdenden

Hindenburg fpenbet für ein Raabe-DeÄmal-

Reichspräsident von Hindenburg hat dem Denk­mals ausschuss bet .Gefells chas t bet FreundeWilhelmRaabeS, deren Ehren­schirmherr er ist. eine Spende von 2000 Mark überwiesen unb dieS dem DenkmalSauSschuh in einem eigenhändig unterzeichneten Schreiben mit- geteilt Außer der Stadt Berlin, die gleich­falls 2000 Mark spendete, haben auch die Städte Stuttgart unb Magdeburg je 500 und bad wür ttembergische Kultusmini­sterium 250 Mark für das Raabe-Denkmal gegeben. Der DenkmalSauSschuh. der seinen Sitz in München hat, hat sich außerbem auch noch an verschiedene andere deutsche Städte wegen Be­teiligung an der Spende gewandt.

Eröffnung der Davoser hochschulturse.

Die im Frühiahr 1928 inS Geben gerufenen Da­voser Hochschulkurse werden tn diesem 3ahre zum zweiten Male abgehalten und zwar mit offizieller Beteiligung unb älnterstützung Deutschland-, Frankreichs. Hollands. 3talienS unb der Schweiz. Als Dozenten wirken neben schweizerischen Hoch­schullehrern namentlich solche auS Deutschland unb Frankreich mit Bei der Eröffnung der dies­jährigen Hochschulkurse hielt DundeSrat Motta eine Ansprache, in der er als Hauptzweck dieser Einrichtung bezeichnete die Annäherung zwischen ben Dielen herzustellen, die gekommen seien, um sich körperlich zu festigen unb bei Gelegenheit ihres Aufenthaltes in Davos die höchsten Eigen­schaften des Geistes zum toieberbelebenben Mei­nungsaustausch einzusetzen. Der Rebner gab sei­ner Freude über bie Fortschritte Ausdruck, welche der Friedensgedanke gemacht hat. Er schloss mit den Worten: .Die Davoser Hochschulkurse wer­den, wie ich wohl weiss, dazu bienen. daS Werk bet Versöhnung zu fördern unb insbesondere die Söhne Deutschlands und Frankreichs, oder allgemeiner gesprochen, die germanische unb die lateinische Welt einander näherzubringen Ver­suchern"

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