Einzelbild herunterladen

Preise waren dementsprechend sehr hoch. Es kostete der Meter Duchenscheitholz 15 Mk.. der Meter Duchenreisig 5 Mk.. Eichenreisig 3 big 4 Mark. Am 3. März findet in unserer Ge­meinde die R « uwahl des Bürgerrnei- st e r s statt. Der seitherige Bürgermeister Horn- mann ist von seinem Amt zurückgetreten unb hat das Amt des Gemeindercchners übernommen. Hm den Bür lermeister. osten bewerben sich zwei Kandidaten, der jetzige Beigeordnete Johann Reitz und Landwirt Heinrich Hartmann I.

5 Saasen, 19. Febr. Eine Feierstunde wurde am Samstagabend im Siale des Wilhelm Schepp veranstaltet. Der Gustav-Abolf-Verein ließ den Film©laute und Heimat" vorführen. Lehrer Herber sprach die einleitenden Worte und ebenso ein Schlußwort, das aufsorderte zur Mitarbeit sür das Werk des Vereins an den Glaubensgenossen. Der Besuch war trotz der Ungunst der Witterung gut. Es gingen als Er­trag rund 60 Mart ein.

gr. Grüningen, 19. Febr. Bei der heutigen Jagdverpachtung des Grüninger- Dorf-Giller MarkwaldeS erhielt der hiesige Gastwirt Wilhelm Konrad B i n g e l als Hochstbietender den Zuschlag. Die Jagd, die auf 9 Jahre verpachtet wurde, kostet 951 Mk., bis­her 500 Mk.

Kreis Büdingen.

* Nidda, 19. Febr. Am Sonntag fand hier ein« Versammlung einer Anzahl Mitglieder und Freunde der Deutsch nationalen Volks- Partei statt, in welcher die Bildung einer Ortsgruppe besprochen wurde. Hm ein besse­res und intensiveres Arbeiten zu ermöglichen, wurde aus der Versammlung heraus ein vor­läufiger geichästssührender Vorstand gewählt, der spater ergänzt und erweitert werden soll. Vach einer gründlichen Aussprache über organisato­rische Fragen beantwortete Studienrat Dr. L e n z, Gießen, in längeren Ausführungen eine Reihe von Anfragen aus der Versammlung, insbeson­dere die Frage der zur Zeit akuten Regierungs­umbildung und die Stellungnahme der Partei zu den Vaterländischen Verbänden.

nd. Ridda. 19. Febr. Der evangelische Kirchendiener Otto Walther I., hier, hat in­folge seines hohen Alters fern Amt, daS er viele Jahre gewissenhaft und treu versehen hat, mit Ende vorigen Jahres niedergelegt. Auf das Ausschreiten der Stelle hatten srch fünf Be­werber gemeldet. Der Kirchenvorstand hat in einer kürzlich abgehaltenen Sitzung dem Dahn- arbeitet Ludwig Walther, dem jüngsten Sohn des bisherigen Kirchendieners, die Stelle übertragen.

y. W a l l e r n h a u s e n, 19. Febr. Die Zahl der Sperlinge hatte hier im vergangenen Jahre so zugenommen, daß sie ganz erheblichen Schaden an den Baum-, Feld- und Gartenfrüchten unserer Gemarkung verursachten. Auf Anregung einiger Landwirte hat nun der Ortsvorstand_ be­schlossen, «ine Verminderung der Schäd­linge durch Abschießen herbeizuführen. Für jeden erlegten Sperling werden 15 Pfennig aus der Gemeindekasse bezahlt. Die jungen Bur­schen treiben nun eifrig Sperlingsjagd, wozu der hohe Schnee recht günstige Verhältnisse ge­schaffen hat.

Kreis Schotten.

«.Schotten, 19. Febr. Aus dem Gemeinde- rat: Die Holzverst« gerung im Stadtwald wird genehmigt. Der Erlös war sehr gut. Für Buchen­scheitholz sind durchschnittlich 16 Mk. bezahlt worden. Auch die Derbstangen wurden sehr gut befahlt. Ein Teil des Holzes wurde in Sub­mission ausgeschrieben. Der Gemeinderat ar- nehmigt len Zuschlag für Fichtenstammhol;. Erlös je nach Siätle 22 bis 30 75 TQ.L pro Festmeter, für Antzknüppel 16.50 Mk. pro Raummeter. Zu gleicher Zeit genehmigt der Gemeinderat einen Sonüerhieb, der etwa 20 000 Mk. erbringen wird und der zur teilweisen Abdeckung von Schulden.

Das große Grauen.

Vornan von H. A. von Byem.

Hrheber-R^chtsschutz d rch Verlag Oskar Meister.

Werdau.

1V' Fortsetzung. Nachdruck verboten

Aber schon öffneten sich die Türen, ©eigen- und Cymba.klänge der Brauttanz:

Wir winden dir den Jungfernkranz

Aus veilchenblauer Seide,

Wir führen dich zum Spiel und Tanz, Zu lauter Lust und Freude .. .1

Gerade vor mir blieb das neuvermählte Paar stehen, der Vinzenz hakte mich unter, trat ein paar Schritte beiseite:

Alterl«, jetzt fahr'n ma still! daß de andern nix spannen, nur g'rad von dir wollt' i noch Abschied nehmen. Kommst d' mit auf mei' Zimmer?"

Rasch gingen wir die Wendeltreppe hinab, Über den Flur. Mein Freund zog die Tür hinter sich zu.

,.Du, i hab' gar net g'wuht, daß a Mensch so g.üctlich sein kann!"

Ich faßte seine Hand.

Wögest du es immer, immer bleiten, mein lieber, guter Kerl!"

Do feit si nix!" Er lachte:Jessas, Bub', t muß mi ja umzieh'n ..." Die Haken des Waffenrocks sperrten sich.

Hab' zuviel Feist ang'setzt!"

Schreib' öfters mal, Dinzenz, wenn's bloß eine Karte ist. und gib deine Adresse an!"

Ja, ja

Wir sprachen aneinander vorbei, über gleich­gültige Dinge, wollten uns beite die Rührung nicht anmerken lassen.

..Fertig!" Mein Freund griff nach Hut und Handschuhen.Jetzt wo.l'n ma 's Sopherl ab» 6oten, rnuaßt ihr doch auch noch ©rüh Gott sagen I

'Aber alles Klopsen war vergeblich. Ein Stuben- mädel husch.e vorbei:

.,D' Komteß ... d' gnädig' Frau ist drin im Arbeitszimmer ..

Lautlos schritten wir über die dichten, weichen Perserteppiche. der Vinzenz schob die Portiere beiseite ... Hnd da kniete vor dem Geweih des Sechzehncnders eine rackenschlanke Gestalt im sußsreien, graugrünen Lodenkleid, ... ein Ton tote ein unterdrücktes Schluchzen.

Sopherl!!"

Die junge Frau sprang auf, stand da wie mit Blut übergossen.

..Dinzenz ..."

Der lach.«.

.^schaperl du, ja was mach'st b* denn da?

die für daS Krankenhaus notwendig wurden, ver­wendet werten soll. Die jüngeren Bestände des städtischen Fichtenwaldes können diesen Hieb ver­tragen. Vom Hochbauamt Schotten ist ter Ortsbauplan. südlicher Teil, genau aufgestellt Worten, in dem die genauen Straßen- und Bau­fluchtlinien sestgelegt Worten sind. Der @e- meinderat nimmt diesen Bauplan und die Flucht­linien an. Die Gederner Straße wird im kommenden Frühjahr eine gründliche Tecrung erfahren, ebenso die Vogelstergstrafte. soweit diese noch nicht mit Kleinpflaster versehen ist. Heber die Markt- und Wirtschastsverhältnisse am Prämiierungs- und Sommermarkt trifft der Gemeinderat mehrere Anordnungen.

* Eichelsdorf, 19. Febr. Der anhaltende Frost hat einen Fischreiher aus seinen heimischen Jagdgründen vertrieben und an die obere Ridda verschlagen, die infolge ihrer star­ken Strömung und des reichlichen Zuflusses von Quellwasser auch bei größter Kälte völlig offen bleibt. Täglich kann man den seltenen Gast zwischen hier und Rainrod beim Fischen beob­achten.

* Dom vorderen D o g e lsbe r g. 19. Fe­bruar. Wenn sich auch bis jetzt noch kaum die Schäden feststellen lassen, die der grimme Frost der vorigen Woche den Wildbeständen unserer Jagden zufügte, so kann doch erfreulicherweise berichtet werden, daß die Rehe wenigstens in dieser Kälteperiode noch überall auskömm­liches Futter finden. In Revieren mit viel Eichen wird auch jetzt noch die Eichel jeglichem anderen Futter vorgezogrn. Sprünge von 10 bis 12 Rehen sieht man auf den Sonnseiten unserer Wälder nach Eicheln schlagen. Die Brombeer­blätter, in sonstigen Wintern eine begehrte Aesung, sind bis jetzt kaum angenommen. Don Jägern bei Beginn ter Frostperiode vorsorglich gegebenes Heu wird wohl genommen, jedoch ist zu beobachten, dsß das Wild, da noch überall Futter zu finden ist, wenig Gebrauch von der Fütterung macht. Mehr als Rehwild werden Rebhühner und Fasanen gelitten haben, denn für sie ist es in strengen Wintern schwerer, sich zu sättigen, zumal sehr oft vergessen wird, das Wildgeflügcl zu füttern. So viel steht jetzt schon fest, daß das Jagdjahr 1929 sorg'amste Scho­nung und Pflege der durch diesen außergewöhn­lich strengen Winter gekommenen Wildtestände von jedem Jäger fordert.

Starkenburg.

WER. Darmstadt, 19. Febr. Der auf dem Ausbesserungswerk II der Eisenbahnwerkstätte Darmstadt beschäftigte 39jährige verheiratete Hilfsarbeiter Johann Enders aus Spach­brücken ist am Sonntagnachmittag in einen Bottich mit kochendem Wasser ge­fallen. An den Folgen der schweren Derbren- nun gen ist EnterS gestern im Städtischen Kran­kenhaus gestorben.

Rheinhessen.

WSR. Mainz, 19. Febr. Gestern nachmittag wurde aus der Retenbahn GuntersblumOst­hofen auf dem unbeschrankten Bahnübergang bei Kilometer 12,8 das Einspännerfuhrwerk des Landwirts Jakob Qi i de I aus Eich vom Triebwagen 4 214 überfahren. Rickel, der anscheinend die Warnung Zsignale des Trieb­wagens überhört hatte, wurde getötet; das Pserd blieb unverletzt, das Fuhrwerk wurde zer­trümmert.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WSR. Wetzlar. 19. Febr. Sämtliche Schu­len der Stadt "Wetzlar, sowohl Volks- wie höhere Schulen und auch die Fach- und Fortbildungs­schulen, sind wegen Kohlenmangels auf eine Woche geschlossen worden.

Der Sch.itten is lang vorg'fahren, wir müssen uns schleunen!"

Hnd ich wollte Ihnen Lebewohl sagen, gnä­dige grau, Lebewohl, und von ganzem, ganzem Herzen alles, alles Glück auf den Lebensweg!"

Ich danke Ihnen ... Eiskalt lag die kleine Hand in der meinen, rasch beugte ich mich nieder.

□Berten Sie glücklich!"

Ober ausge-aichnet! Da sain's ja!" Der Rit­ter von Mo.nar stand in ter Tür:Ro, Sopherl, also, b'hüt di Gott, ah na, nit weinen, nit weinen! Dinzenz, sei gut mit ihr!"

Ich tarn mir einigermaßen überflüssig vor, drückte mich still beiseite und lief gerate dem Poldi Pürkstein in die Arme. Ganz aufgeregt faßte er mich beim obersten Knopf meiner Pikee­west«.

Du, hast 's schon gehört?!"

Was denn?"

Also, da hat's doch immer g'heiß'n, d' Sophy d'Harancourt sei an ganz arm's Wad'l. grab d' Aussteuer, und jetzt kommfs auf Kis-Erdö hat ihr der Molnar mitgegebn, Hniversalerbin is sie. wann er amal stirbt, d'r Graf Erdödy Janos weiß 's für g'wift, zwanzig Millionen Kronen in bar und all die Liegenschaften. Jessas. jessas, hat dees an ©'schau gegeben, wann d'r Andrassy un d'r Schönborn dees früher g'wuht hätten I"

So, so." Mir war ter ©esellschaftstvatsch in diesem Augenblick herzlich gleichgültig Geld, Besitz als ob darin allein das Glück beruhe! Hnd während ich langsam dem Saal zuschritt, aus dem schwirrende Geigen, rasende Cymbale, Stimmengewirr und Lachen tönten, klang drunten von der Hofseite her silberhelles, bimmelndes Schellengeläute ...

Olivgrüner Schimmer lag über den weiten Rasenflächen des Parks, auf denen die schneeig­weißen und blahlila getönten Kerzen der Krokusse standen. Die Haselsträucher hatten braungelbe Raupen geschoben, seidige Fäden spann der Seidelbast, und an den Zweigen der alten Sal­weide neben dem Wallgraben faßen weich«, fiEter- toeiße Dlütenkätzchen. ES wollte Frühling werden in deutschen Landen .. . Frühling. Schon vor drei Wochen waren die Stare heimgekehrt von ihrer Reise nach wärmeren Gegenden, schwatzten und duldeten, Fink und Singdrossel stellten sich ein, und abendS. wenn leis«, lose die Dämmerung ihre Schatten breitete, zog der Dogel mit dem langen Gesicht.

In regelmäßigen Zwischenräumen hatte ich Kariengrühe vom Vinzenz erhalten, ten ersten aus Wien, dann ©er.ua, Deapel. Olten, Suez, Bombay, Kalkutta, und nun hielt ich wieder einen Brief tn ter Hand mit dem Poststempel(Bene- zia". Rasch ritz ich 6en Hmschlag auf und laS:

<5 Krofdorf, 19.Febr. Ein 22jähriger stel­lungsloser Handlungsgehilfe von hier, der sich des Straßenraubes usw. schuldig gemacht hatte, entfernte sich seinerzeit aus seiner elterlichen Wohnung. Dieser Tage hat er nun aus ter Fremdenlegion geschrieben.

1 Groß-Rechtenbach, 19. Febr. Die kom­missarische Derwaltung ter Bürgermeister- stelle des Amtes Rechtenbach ist durch Erlaß des Oberpräsidenten der Rheinprooinz be­kanntlich dem Volkswirt Dr. Karl Neumann aus Wetzlar übertragen worden. Bürgermeister Dr. Neumann wurde heute durch Landrat Dr. Sar­torius (Wetzlar) in sein Amt eingeführt.

Dillkrcis.

WSN. Dillenburg, 19. Febr. 9n dem Dorf Flammersbach hatte ein 13jähriger Junge beim Schlittschuhlaufen wohl durch Reibung des Schuhleders sich eine kleine Wunde am Fuß zugezogen. Die Wunde entzüntete sich und es entstand eine Blutvergiftung, die. den T o d des Jungen zur Folge hatte.

Kreis Biedenkopf.

WSN. Biedenkopf, 19. Febr. Die Grippe hat in unserer Stadt einen großen Umfang angenommen, und noch immer steigt die Zahl ter Erkrankungen. Die Stadtschule muß aus die­sem Grunde auf weitere acht Tage geschlossen werden.

Maingau.

WSN. Frankfurt a. M.. 19. Febr. Der vor einigen Tagen beobachtete Stillstand der Grippe-Erkrankungen scheint sich nun­mehr zu einem gewifen Beharrungszustand her­auszubilden, intern die Zahl ter Olcuerlranlun- gen nicht unwesentlich hinter ten vor et na acht. Tagen gemeldeten täglichenZugäigen zuräckbleibt. Immerhin hantelt es sich bei dem Kranken­bestand noch um etwa 9 0 0 Fälle allein in den städtischen 21 n ft alten. Eine Er­leichterung für die Krankenanstalten ist somit noch kaum gewonnen, besonders da nunmehr eine größere Zahl schwererer Fälle vor­liegt, bei teilen durch anschließende Lungen- oder Rippen'« l-Ent?ündung Komp.ckat'.or.an eintreten. Auf der Hanauer Landstraße fuhr gestern nachmittag ein S t r ahenb ahnz u g auf einen anderen Stra henbahnzug von hinten auf. Bei dem Zusammenstoß wurde die Hintere Ptattform eines Anhängers und die vordere Plattform eines Motorwagens stark be­schädigt. Der Hn'all soll darauf zurückzuführen sein, daß der Führer des ersten Zuges plötzlich stark bremsen mußte, und ter Führer des zweiten Zuges infolge der schlüpfrigen und abfälligen Straße seinen Wagenzug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen konnte. Beide (Straften- bahnzüge mußten abgeschleppt werden. Personen wurden nicht verletzt.

Oie Bilanz des Frankfurter Karnevals.

WSR. Frankfurt a. M, 19. Febr. Dem diesjährigen Frankfurter Karneval ha­ben Grippe, Frost und Rot bis ans Ende getreu­lich das Geleite gegeben. Rein zahlenmäftig waren die karnevalistischen Veransta tungen und die Maskenbälle mit 350 bis 400 zwar nicht wenige, aber die Dinge, rein volkswirtschaftlich befeften. waren eher ein Trauerspiel, als ein Karneval. Aus führenden Kreisen des Frank­furter Wirtegewerbes wird versicte-t, daß ein derart schlechtes Ergebnis des Kar­nevals in den verflossenen 30 bis 40 Jahren nicht aufzuwcisen sei. Tie drei obengenannten Hemmungen brachten es mit sich, daß selbst die größten Deranstaltungen in ten drei groften Frankfurter Sälen nur die halbgeöffneten Räum­lichkeiten beanspruchten. Ter Besuch ter dies­jährigen groften Maskenbälle wird auf ungefähr die Hälfte des sonst üblichen beziffert. Der H m s a h soll nur 40 b i s 50 Prozent des vorjährigen erreicht haben. Das Frank-

Mein lieber Alter!

Da wären wir nun glücklich wieder im alten Europa, nahe der Heimat. Die Sopherl hat's nicht mehr ausgehalten vor Sehnsucht nach dem deutschen Frühling, demLanks", wie wir in Tirol sagen. Ist auch nichts, das Wirtshaus- teben, heut hier, morgen da, immer auf dem Sprung, kaum daß man zum Verschnaufen kommt. Hnd bann der FraftTable d'hotes" nennen's die Leut', ist ater eine Höllenstr a sei Immer die­selben Tunt'n, in Capri wie in Lahore, auf m Schiff und im Luxuszug pfui Teifel, da graust's einem. Ro, i will nicht schimpfen, es ist ja die letzte Leidensstation, das Hotel Danieli, dann geht's heim heim! Du, ich freue mich wie ein Schulbub' auf d Vakanz, mein liebes, altes Serofall Hnd erst d' Sopherl! G'rad närrisch wird sie, wenn ich von den Gams erzähl und den Hirschen juckt sie halt im Drückefinger! Ob wir glücklich sind, willst Du wissen? 2llterle, so viel Glück gibt's gar nicht, wie mir der liebe Gott beschert hat! Keine Stund am Tag', wo d' Sopherl und ich nicht beieinander sind, nur daft die anderen Leute, die Globetrotters und Fexen, mein Weiter! anschauen dürfen, wie sie mögen, das paftt mir nicht. Will froh sein, wenn i wieder in der Oed bin! Aber Du weiftt ja, so ganz allein ist's auch nichts, ich muft je­manden haben, der teilnimmt, sich mit mir freut! Alterle. Dein Versprechen hab' ich! Allo. d' Sopherl und ich rechnen auf Dich, im April, bann falzt ber Hrhahn, und in Deiner Wirtschaft ist jetzt gar nichts los, da ist es schon möglich, baß Du Dich sreimachst. Ein bisserl Zeit zum Heimisch­werben muft ich meinem Frauerl schon lassen, ich denke, Du kommst so um den 20. herum, bei uns herinnen beginnt die Falz nicht so früh. Denke Dir, der Jack! hat mir geschrieben, vier Seiten, Du, bem hast ater eine Freude gemacht mit der Einladung zu Deinen Jagden, und einen Fasanen hat er sich a usstopsen lassen zum An- benlen, damit die Terofaler auch einmal so einen Vogel seh'n. Alterle, ich will schlieften, ist kaum noch Tinte im Zasserl. und d' Sopherl wartet unten auf mich. Schreibe Tag und Stund', wenn Du kommst, und diesmal bleibst Du länger, gelt'« Meine HauSehre läßt schönstens grüften, und ich bin mit Handschlag in Treue allzeit.

Dein Vinzenz."

Ich muftte unwillkürlich lächeln da waren meine stillen Befürchtungen also doch grundlos gewesen, ein volles, reines Menschenglück, schattenlos, mochte es ten beiden so erhalten bleiben!

Vier Wochen später reifte ich. Der Dinzenz schüttelte mir die Hand, als wollte er ten Arm aus den Gelenken reiften, und Frau Sophy war fast noch hübscher geworden, sonnenverbrannt, lebhaft wie immer. Gleich ein paar Stunden nach meiner Ankunft zeigte sie mir ihr Zimmer,

furter Wirtegewerbe sieht sich deshalb veranlaßt, Erleichterungen in den Steuerlasten zu erreichen. Ein Antrag an die Stadtverordnetenversammlung verlangt die Ermäßigung ter gegenwärtig noch c5 Prrzent betragenden Vergnügungs­steuer für karneva i .ische Veranstaltungen auf die allgemeine Höhe der Vergnügungssteuer von 25 Prozent. Dieser hohe Satz war während der Inflationszeit zugunsten der Arbeitstosen ein- geführt worden.

Winiersnöie im Lohen Westerwald.

WSR. Dom oberen Westerwald, 19.2. Aus dem hohen Westerwald liefen zahl­reiche Dörser in.clge der großen Schneever­wehungen und der Kälte feit Wochen f a st von jeglichem Verkehr abgeschlossen. Die Arbeitslosigkeit ist te.onders groß, da die zahl­reichen Dasaltsteinbrüche ihren Betrieb e i n st e l l e n mußten. Sa^u nimmt die Lebens­mittelversorgung für manche Orte ernste Formen an. Die Bauern können die in den Feld m eingemieteten Kartof «In und Rüben'wegen ter Kälte nicht hrraushoen, so daß die Tiere viel­fach schon fleinere Futterrationen erhalten müs en. Allenthalben kann man das Wild beobachten, das in der Hoffnung auf etwas Futter bis nahe an die Ortschaften herankommt.

Sertrefertag des Wetterlal-Sängerdundes

df. M u s ch e n h e i m, 19. Febr. Am Sonntag tagten hier in ber Wirtschaft3um Vater Jahn" die Vertreter des Wettertal-Sänger­bundes, dem zurzeit fünf Vereine angehören. Rach Begrüßung und Eröffnung der Tagung durch den 1. Vorsitzenden, Lehrer Günther (Muschenheim) schritt man sofort zur Erledigung ber Tagesordnung. Auch in diesem Jahre findet ein Wertungssingen statt, und zwar am 12. Mai in LangZdorf. Als Wertungsrichter soll auch diesmal Reallehrer Blaß (©ieften) ge­wonnen werden. Jeder Verein hat einen Pflicht­chor (©rauft ist alles so prächtig" von Silcher) uni. einen selbstgewöhllen Chor zu fingen. Rach bem Wertungssingen sollen zwei Massenchöre ge­lungen werben, und zwarDas deutsche Lied" von Kern undMägdlein hab' acht" von Sonnet. Die Rechnung lablage des Bundcsrechners ergab, daft Einnahme und Ausgabe 1928 gleich sind. Ter Pflichtbeittag für 1929 wurde auf 50 Pfennig pro aktives Mitglied festgesetzt und soll bis spätestens 1. April entrichtet sein. Rach Erledigung dieses Teils ber Tagesordnung refe­rierte ber Provinzialvertreter bes Hessischen Sängerbundes, Fortbildungsschullehrer G e n g - nagel (Grünberg) über dessen Zweck und Ziel, da ber Wettertal-Sängerbund noch nicht Mit­glied des H. S. B. ist. An Beispielen zeigte ev, daß ber H. S. D. ben Vereinen allerlei Dortclle gewährt, namentlich nachdem bieGema" und Asma" in schärfster Weise gegen die einzelnen Verein« vorgehen. Die finanziellen Lasten, die durch Beitritt den Sängern aufgebürbet werden, sind für die ländlichen Vereine wohl ttagbar, aber immerhin etwas hoch, jedoch klein im Ver­hältnis zu evtl. Strafen. Daher soll sich jeder Bunbesvcrein die Sache überlegen und seinen Entschluß bis Ende des Monats dem Vor­sitzenden mitteilen, damit die Vereine möglichst bald gegen Strafen geschützt werden können. M:t bem Dank des Vorsitzenden für das Referat sch.oft die Vertteterversammlung.

Daten für Donnerstag, 21 Februar.

Sonnenaufgang 7.03 Uhr, Sonnenuntergang 17.25 Uhr. Mondaufgang 14.07 Uhr, Monduntercicmg 6.22 Uhr.

1677: der Philosoph Baruch Spinoza im Haag gestorben; 1779: der Rechtslehrer Karl v. Sa- vigny in Frankfurt a.M. geboren; 1785: ber Schriftsteller Karl August Barnhagen von Ense in Düsseldorf geboren; 1866: der Mediziner August von Wassermann in Bamberg geboren.

meinen Bau," wie sie sagte, und natürlich da hing auch ber Sechzehnender, prangten kapi­tale Rehkronen neben geschmackvoll aufgesetzten Keilerwaffen: bet Klingelzug bestanb aus Tren­sen- unb Kanbarenstücken, und überall waren zwischen ben Trophäen Riedingersche Kupfer­stiche, Jagbbilder von Krönet, Zunmetmann und Dombrowfli angebracht.

Schmunzelnd stand ber Vinzenz daneben.

Weiftt b Alterle, bas Banker! ba, unter dem Sechzehnender, is der Sopherl ihr Hausaltar, zwomal am Tag staubt s' das Geweih selber ab, poliert die Enden mit an Lederlappen, is halt unser Hausgctz!"

Mach' mi nit so arg schlecht." schmollte die junge Frau,treibst 's selber nit viel anders mit deinen Garnskruck'n, Elesantenzähnen und Antilopenhörnern!

Ein Diener meldete, daß angerichtet sei, und wir gingen in den Speisesaal hinüber.

Ranu?" Ich blieb stehen.Wo ist denn daS Bild hin?"

Mein Freund lachte.

Der Hubertus Silvester? Alterle, den ham nur in die RumpUammer verbannt, d' Sopherl könnt' ihn net berleiben, und du weißt ja:Weites Wille ist Gottes Wille," da kannst d' nix machen, mei Lieber!"

Bravo, gnädige Frau! Gs ist ganz gut, wenn dem Vinzenz mal die Grillen abgetrieben wer­den am Ende heirate ich auch noch."

Könnt' nix schaden," meinte Vinzenz anzüg­lich,überständig bist längst, aber du. i hab' g'hofft, daß d' meine Partei nehmen wirst..."

Aha! Deshalb hast du mich wohl eingetaOen? Bist wohl ein Trauminet geworden?"

Was willst mach'n, jeder Mensch fragt halt sei Kreuz sei' Hauskreuz au!"

Er zog schleunigst seine großen Pratz'n an die Lippen.

Wart nur, Katzerl, kratzen? Das kost' Straf'!

Die beiden waren wie zwei ausgelassene Kin­der. Frau So:Herl legte mir eigenhändig vor:

Wiifen S' schon, baß ber Poldi Pürcstcin sich verlobt hat? Heut' früh haben wir die Rachricht gekriegt, eine Freundin von mir, die Andrassy Jlonka..."

WaS, ber auch? Der Riki Pernegg will ja in sechs Wochen heiraten, seine Brautjungfer...'

Ja." mein Freund lehnte sich zurück,unser Hochzeit is net ganz zwecklos gewesen, jetzt be­baut i net mehr, an bem Fest teilgenommen zu haben..."

Das Heine Frauerl tourte ernstlich böse.

Du! Wenn d' mi frozzeln willst, nachher lauf t weg und lass' euch allein!"

Wart' halt noch bis zur Rachsdeiss, Sopherl prost. Alterle, morgen fruah schießt d' im .Langen Grund" an Hrhahn!"

(Fortsetzung folgt)