Lleberfluieie Wiesen.
2Hd ich neulich über die Wiese ging, brannte die Sonne mit aller Macht. Bunte Schwalbenschwänze schaukelten von Kleeblüte zu Kleeblüte. Dgs Gras aber schien verbrannt und lechzte nach Wasser. Doch als ich heute aus dem Wald trat, da blinkte mir ein Heller Spiegel im Früh- sonnenglanz entgegen, wo neulich alles versengt schien im älebermah des Sonnenscheins. Der Wiesenwärter war gekommen und hatte das Bächlein gestaut, das das Wasser der Waldquelle durch den 'Wiesengrund dem Flusse zuführt. Bun leuchtete ein W i e s e n s e e dem Himmel entgegen, und er schien allen zu winken, die mit raschen Flügelschlägen dem Fluß zu- strebten, der ihnen Wasser und Bahrung bot. Ein Leben herrscht heute im Wiesengrund, daß man ihn kaum wiedererkennt. Man muß ihn sorgsam mit dem Glase absuchen, um all die Dogelgestalten zu finden und zu erkennen, die sich hier ein Stelldichein gaben und offenbar eine reichgedeckte Tafel fanden. Zwar Meister Adebar und Gattin sind schon von weitem zu erkennen, wie sie gravitätisch das Wasser durchwaten und bald hier, bald oa mit raschem Schnabelhieb zupacken. Diel leichter übersehen wir den kleineren Detter, den grauen Beiher, der dort unbeweglich im Wasser steht wie ein Pfahl, und in den erst Leben kommt, als ein Artgenosse sich einstellt, dem er mit weitgeöffneten Schwingen entgegenläuft, als wollte er ihn willkommen heißen. Was aber sind das für weiße Dögel, 30, 40 an der Zahl? Tauben an der Tränke? Aber nein, denn jetzt erheben sich ein paar in die Luft, um wieder einzufallen, andere laufen behende am Band entlang, wieder andere lassen sich vom Wasser tragen. M ö v e n sind es, die auf der Wanderung das Lahntal entlang hier Rast machten und sich offenbar auf unserem Wiesensee sehr wohl fühlen. And schon nahen neue Gäste. Mit Hellem Ruf, bald hell, bald dunkel erscheinend, schaukelt ein Flug Kibitze heran. Zunge scheinen dabei zu sein, die irgendwo in einem unserer Wiesengründe, oder in einer alten Lehmgrube im Lahntal erbrütet sein werden. Daß Bekassinen nicht fehlen,nimmt uns nicht Wunder. Aber noch fehlen die Enten, die doch sonst immer durch solche Plänken wie von einem Magnet angezogen werden. Halt, dort schiebt sich gerade eine Stockente aus dem Gras des Seerandes auf die freie Fläche vor, und hinter ihr folgen 4, 5, 7 kleinere Genossen, eine Mutterente, die ihre Zungen vom Fluß aus hierhergeführt hat, wo sie Bohrung in Fülle finden und zugleich gegen alle Gefahr vom Boden aus geschützt sind. Denn weithin ist die Sicht, und Mensch und Tier sind leicht zu erkennen. Mit klatschendem Flügelschlag rudert vom nahen Wald eine Ringeltaube heran,
stillt ihren Durst und verschwindet wieder im Holz, wo ein Täuber ruft. Am zahlreichsten aber sind die Krähen vertreten. Man meint, es seien Extrablätter in der ganzen Umgebung verteilt worden. Der ganze Seerand ist schwarz. Dis zu 200 zählen wir, aber es sind noch nicht alle. Die Reise hierher scheint sich zu lohnen. Wahrscheinlich gilt die Zagd Mäusen und Maulwürfen, die dem nassen Element zu entrinnen suchen. Auch mancherlei Znsekten werden dem Hochwasser ausweichen wollen und geraten nun vom Regen in die Traufe. Auch der Bussard dort auf dem Erdhaufen findet offenbar, was er sucht. Daneben aber trippeln und fliegen Kleinvögel vieler Art, von denen uns besonders die Bachstelzen auf der Wiesenschleuse — offenbar eine ganze Familie — mit ihren wippenden Bewegungen gefallen.
Schimpfend erheben sich die Krähen, als ein Dauernwagen ihnen zu nahe kommt. Schwenkend wie ein unter einem Befehl stehendes Fluggeschwader, stürzt sich eine Starenwolke herunter. Cs herrscht Bewegung und Leben an unserem Wiesensee, der dem Baturfreund so viele anziehende Bilder zeigt. Wie lange? Bald wird der Mann mit- den langen Stieseln wiederkommen und die Schleusen ziehen. Und dann zieht alles wieder seines Weges, was sich hier zu einer vorübergehenden Lebensgemeinschaft für wenige Tage nur zusammengefunden hatte.
Wo der Wiesensee lockte, sprießt frisches Grün, mümmelt der Hase, äst das rote Reh, bis die Sense wieder klingt. E. H.
Heeresfachschule für Verwaltung und Wirtschaft in Gießen.
Vom 9. bis 11. Zuli fanden die diesjährigen mündlichen Abschlußprüfungen! und II unter dem Dorsitz des Wehrkreis-Unterrichtsleiters, Oberfachschulrat Professor Schneider aus Stuttgart, statt. Bachstehende Behörden hatten je einen Vertreter in den Prüfungsausschuß entsandt: Oberpostdirettion Darmstadt: Reichsbahndirektion Frankfurt a. M.: Ministerium für Kultus und Dildungswesen Darmstadt: Landesfinanzamt Darmstadt: Hessischer Landgemeindetag Gonsenheim: Hessen-Bassauischer Städtetag Kassel: Industrie- und Handelskammer Gießen: Magistrat Frankfurt a. M. Die Abschlußprüfung II haben bestanden: Oberfeldwebel Balser. Feldwebel Klein, Versorgungsanwärter Ocker, Vers.-Anw. Putzke Vers.-Anw. Steudel. Die Abschlußprüfung I haben bestanden: Vers.-Anw. Dick- hardt, Vers.-Anw. Bluhm, Unterfeldwebel Greiner, Feldwebel Koch, Feldwebel P a u - l u s, Vers.-Anw. R o ß m a n n, Vers.-Anwärter Scheerer, Feldwebel Speckhardt, Feldwebel Bayer, Stabsgefreiter Bernhardt, Unter
feldwebel Kohlhausen, Obergefreiter Krieg, Vers.-Anw. Lein, Stabsgefreiter S t e g e r. Den Versorgungsanwärtern Ocker und Bluhm wurde auf Beschluß des Prüfungsausschusses je eine Prämie durch das Wehrkreiskommando V in Anerkennung ihrer guten Leistungen zugesprochen.
Am 12. Zuli fand im Cafe Leib eine Z a h r e s- schluhfeierderHeeresfachschule (VW) unter zahlreicher Beteiligung des Offizierkorps, des Lehrerkollegiums und der Heeresfachschüler mit Angehörigen statt. Außer einer Ansprache desTrup penunterrichtsleiters, StudienratD v u ch- holh, fanden Darbietungen musikalischer Art durch das Musikkorps des Grenadier-Bataillons, sowie deklamatorischer und dramatischer Art statt' Der wohlgelungenen Veranstaltung folgte ein geselliger Teil mit Tanz.
Studienrat Dr. Metz ist zum 1. September 1929 an die Heeresfachschule für Verwaltung und Wirtschaft bei den Stäben in Berlin verseht und wird dort zur Dienstleistung im Reichswehrministerium herangezogen.
Teilnahme der Bevölkerung zu erwarten ist. —> Außerdem soll die Errichtung einet Badeanstalt im „Obersee" nach den Plänen des Tiefbauamtes Gießen jetzt in Angriff genommen werden.
„?“ Ober-Schmitten, 18. Zuli. An dem Fabrikneubau ereignete sich dieser Tage ein Unfall. der leicht schlimme Folgen hätte haben können. Von der Höhe des Baues fiel ein schweres Klammereisen mit spitzen Zinken in die Tiefe und traf den Maurer Graf aus Ulfa am Kopfe. Das Gehirn scheint aber nicht verletzt zu sein. Bach Anbringung eines Botver- bandes wurde der Verletzte ärztlicher Behandlung zugeführt.
-h Aus dem Biddatal, 18. Zuli. Gegen 4 Uhr früh entlud sich ein Gewitter über dem Tale. Es war von einem zweistündigen Regen begleitet, der dem Wachstum der Pflanzen zugute kam, ohne natürlich ausreichend zu sein. Bur eine längere Regenperiode vermag die Trockenheit zu beseitigen.
Kreis Alsfeld.
Oberheffen.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 18. Zuli. Zn der gestrigen S i t- zung des Gemeinderats wurde zunächst der von der O b e r f ö r st e r e i aufgestellte Wirtschaftsplan genehmigt, hierbei aber diese Behörde ersucht, eine Kürzung um 2000 Mk. vorzunehmen mit Rücksicht auf die derzeitigen hohen Ausgaben der Gemeinde, namentlich infolge der Kanalisation. — Weiter gibt der Gemeinderat seine Zustimmung dazu, daß die Obere und Untere Langegasse ihre Eigenschaft als Provinzial- straße verliert. — Die Eingabe des Kaufmanns Georg Friedrich S ch w ö r e r zwecks Aufstellung eines Reklameschildes an der alten Badeanstalt wird gegen eine Anerkennungsgebühr von jährlich 10 Mk. genehmigt, ebenso eine solche gleichlautende Eingabe des Besitzers des Schühenhofs (Gasthalter Weber) unter denselben Bedingungen. — Der Beitritt zur Tierkörperverwertungsanstalt, bzw. eine Beitragsleistung zu dieser Anstalt wird abgelehnt, da keine Gewähr für sofortige Wegschaffung gefallener Tiere geleistet werden kann. — Ein Gesuch der „Derop" um Errichtung einer Benzin-Zapfstelle auf dem Grundstück des Fabrikanten L. Hohmann wird gegen eine jährliche Anerkennungsgebühr von 30 Mk. genehmigt. — Ebenso wurde ein Gesuch des Kaufmanns Z. Z u st u s um kostenlose Ueberlassung von Steinen zwecks Trockenlegung seines Hofes (in der Bahnhofstraße) genehmigt. — Der Verfassungstag soll gefeiert und hierfür Musik bestellt werden. Man beschloß jedoch, für diese Feier den 10. Aug. zu wählen, da an diesem Abend eine größere
-er. H o mberg a. d. Ohm, 18. Zuli. Gestern nachmittag wurde die sterbliche Hülle von Ober- Zustizinspektor K. Seim unter großer Beteiligung von nah und fern Dom Trauetchause nach Ober-Ofleiden gebracht, um auf dem dortigen Friedhöfe an der Seite seiner bereits verstorbenen Tochter beigeseht zu werden. Dem rastlosen Schaffen dieses Mannes hatte eine heimtückische Krankheit ein jähes Ende bereitet. Auch in Gießen, wohin er sich, Heilung suchend, begeben hatte, konnte ihm die gewünschte Hilfe nicht zuteil werden. Pfr. Praetorius entwarf an dem Grabe ein getreues Lebensbild des Verstorbenen, und Oberamtsrichter Gun- drum fand Worte der Anerkennung seiner beruflichen Tätigkeit. Aus der alten Schule stammend zeigte er stets ein hilfsbereites Wesen, wodurch er allgemein beliebt war und geschäht wurde. — Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 193 Stück Ferkel aufgetrieben. Bezahlt wurden für 6—8 Wochen alte Ferkel 45—55 Mark und für 8—10 Wochen alte Ferkel 55 bis 68 Mk. Wohl in Rücksicht auf die anljak tende Trockenheit verblieb etwas Ueberstand. — Am 28. ds. Mts. feiert Homberg ein großes Feuerwehrfest aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens seiner.Freiwilligen Feuerwehr.
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Die trauernden Hinterbliebenen.
Wiesede (AHcenstraße 24), Gießen, den 18. Juli 1929.
Die Beerdigung findet Samstag, den 20. Juli, nachmittags 4 Uhr statt.
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Du kamst, du gingst mit leiser Spur, ein flücht’ger Gast im Erdenland.
Woher, wohin? Wir wissen nur, aus Gottes Hand in Gottes Hand.
Hierdurch die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Bruder, Schwager und Onkel
Karl Maurer
ganz plötzlich und unerwartet im blühenden Alter von 18 Jahren zu sich zu rufen.
Familie Otto Dörr Familie Heinrich Stein Wilhelm Maurer Luise Maurer Otto Maurer Hermann Maurer Familie Karl Weiß III.,
Weißbinder, Watzenborn
Watzenborn, Alten - Buseck, Garbenteich, den ly. Juli 1929.
r TThl6;a?*rdißo nK findet Samstagnachmittag Uhr in Alten-Buseck statt. 04569
9ino besonders auch kränkliche,
zurückgebliedeneund
solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D
entwickeln sich überraschend schnell,
wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes
Heute morgen 10 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden unser herzensguter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Herr Heinrich Kolb L Werkmeister LP. in fast vollendetem 85. Lebensjahre.
Zwangsversteigerung. 22/29
21m Donnerstag, dem 5. September, vormittags 9 Uhr, werden im Amlsge- richtsgebäude, Zimmer 106, die nachstehenden im Grundbuche von Gießen der Ludwig Groh Ehefrau Sophie, geb. Rinn, in Atzbach zugeschriebenen Grundstücke: Flur 36 Nr. 230 = 707 qm Acker, geschäht
707 Reichsmark:
Flur 36 Nr. 231 = 707 qm Acker, geschäht 707 Reichsmark:
Flur 39 Nr. 429 = 628 qm Wiese, geschäht 314 Reichsmark
versteigert. 6159V
Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht angeschlagen.
Gießen, den 16. Juli 1929.
I. A.: des Hess. Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher.
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Konkursverfahren.
Heber das Vermögen des Albert Schind- fer, Inhaber eines Zimmcrgeschäfts und Tagewerks in Steinbach, Kreis Gießen, wird heute am 17. Juli 1929, nachmittags 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet.
Der Geschäftsführer Hermann Mrchnei in Gießen, Am Nahrungsberg 16, wird zum Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen sind bis zum 7. Aug. 1929 bei dem Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf
Mittwoch, den 14. August 1929, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 107, Termin anberaumt.
Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemein- schuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 7. August 1929 Anzeige zu machen. 6174 O
Hessisches Amtsgericht in Gießen.
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Hungen für 1929 R). liegt von Samstag, den 20. Juli 1929, bis einschließlich Jreitag, den 26. Juli 1929, auf unserem Amtszimmer zur Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen schriftlich oder mündlich zu Protokoll vor- «t werden. Es ist die Erhebung mlage beschlossen, zu der auch die
Ausmärker herangezogen werden.
Hungen, den 18. Juli 1929. 6161D
Bürgermeisterei Hungen.
Fendt.
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