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Starkenburg.
WAG. Aus dem hessischen Ried, 18. 3uli. 3n diesen Tagen werden hier die ver- schiedenen Gurkenmärkte eröffnet. So hat Diebesheim für heute die Eröffnung beschlossen, Biblis folgt unmittelbar, ebenso Astheim, das am Freitag dieser Woche zu eröffnen gedenkt. Daneben geben sich die O b st - und Gemüse- grohmärkte Rauheim und Groh-Gerau ebenfalls mit der Verwertung der in diesem 3ahre voraussichtlich beträchtlichen Gurken- ernt« ab.
Oie elektrische Bergstraßenbahn abgelehnt.
WSR. 3ugenheim, 18. 3uli. 3n der letzten Sitzung des Gemeinderats von 3ugenheim, in der auch Direktor Dohnenberger und Ober-Ingenieur Rausch anwesend waren, beschloß man, das Gelände für die elektrische Dahn zu stellen, aber jede Garantiesumme abzulehnen. Darauf brachen die Vertreter der H e a g die Verhandlungen ab, mit dem Hinweis, daß sie zwecklos seien.
Stirnen, Sport und Spiel.
Landes-llniversM und Klein-Kaliber-Schießspori.
Don W. Lindenau, Gießen.
Seit der Einführung des Klein-Kali - ber.Schießsportes an unserer Landes- Universität vor etwa vier 3ahren hat dessen Ausübung manche Schwankungen durchge- macht. Zuerst Helle Begeisterung, so daß kaum genug Gewehre beschafft werden konnten, und dann zunehmende Teilnahmelosigkeit bei den meisten Verbindungen.
Rur sehr wenige Verbindungen erkannten die Wichtigkeit dieses Sportes zur Ausbildung von Körper und Geist und Pflegten ihn weiter. Hindernd hinzu trat allerdings das Fehlen eines geeigneten Schießstandes. Trotz unendlicher Mühen gelang es erst in diesem 3ahre, den provisorischen Stand am Bergwerkswald für die Universität zu gewinnen und ihn zum Teil mit Hilfe der Studenten auf dem Universitäts-Sportplatz selbst zu bauen. Die Gewinnung dieses Standes und seln Reubau mußte aus den nicht bedeutenden Mitteln des Amtes für Leibesübungen ge. schehen, da vom Staate hierfür keine Gelder zur Verfügung gestellt werden konnten. Heute steht ein Klein-Kaliber-Stand da, der als Anfangsstand jeder Anforderung genügt und für den hoffentlich in nicht allzu weiter Ferne der Augenblick kommt, wo reichlichere, evtl, auch Staatsmittel, zur Erweiterung und zum Ausbau zur Verfügung stehen. Aus Mangel an Mitteln mußte manches unterbleiben, was notwendig ist, z. B. Bau einer Schießhalle, damit man nicht vom Wetter abhängig ist und auch im Winter auf richtiger Entfernung schießen kann. Sollte es nicht irgendwo Spender von Geld oder Holz geben, die die Mittel zur Halle aufbringen? Es geht immerhin um unsere deutsche Jugend.
Am vorigen Freitag und Samstag fand zum ersten Wale auf eigenem Stand das K r e r s. schießen der L an de s u n i v e r s i t ä t statt. Geschossen wurde um die Ülniversitäts-Meister- schäft im Mannschafts, und im Einzelkampf. Die Mannschaft bestand aus vier Schützen. Es beteiligten sich hieran folgende Mannschaften: Akademische Schützengruppe, Korps Hassia, Korps Silvania, Reform-Derbindung Adelphia, Kathol. Verbindung Hasso-Rhenania und ein Cinzel- schühe. Geschossen wurde nach den Bestimmungen des Reichsverbandes Deutscher Klein-Kaliber- Schühenverbände. Die Bedingung erforderte neun Schuß, je drei Schuh liegend, kniend, stehend freihändig hintereinander ohne Anzeigen. 3e Schuß war eine Minute zu rechnen, unmittelbar vor Eintritt in den Wettkampf konnten bis zu drei Probeschüsse auf eine besondere Scheibe abgegeben werden.
Bei herrlichem Sonnenschein, der allerdings infolge Fehlens jedes Schuhes auf die Dauer fast zuviel war, verlief das Schießen glatt und, reibungslos, ausgezeichnet durch die Anwesenheit
Sr. Magnificenz und anderer Freunde des Schießsportes. Die Ergebnisse waren:
Llniversitätsmeister im Mannschaftsschießen: Akad. Schützeng ruppe: Kuba (Germania), Christ (Alemannia), Böhm (Hubertia), 3ancke 1. (Silvania) mit 306 Rrngen, Korps Hassia 240 Ringe, Korps Silvania 233 Ringe, Hasfo-Rhena- nia 219 Ringe, Adelphia 172 Ringe.
Die besten Einzelschühen, die in der Mannschaft mitschossen, waren: Kuba (Germania), 81, Böhm (Hubertia) 81, Petsch (Hassia) 76, 3ancke i. (Silvania) 75, Moster (Hasso-Rhenania) 75, Weber (Adelphia) 70 Ringe.
Somit gewann die Akademische Schützengruppe den von Sr. Magnificenz gestifteten Wanderpreis, einen silbernen Pokal, Herr Kuba den Wanderpreis der Gießener Alten Herren, eine silberne Bowle. Die zweiten Preise errangen die Mannschaft des Korps Hassia, und Herr Böhm (Hubertia). Außerdem erhalten die Sieger Ehrenurkunden und Siegernadeln.
Diesem Kreisschiehen der LIniversität schloß sich vor einigen Tagen das Schießen um die Akademische Verbandsmeisterschaft zwischen den Lkniverfitäten Marburg und Gießen an. Zugelassen waren von jeder Universität die drei besten Mannschaften und die sechs besten Einzelschühen, die allerdings meistens in den Mannschaften mitschossen.
Zum ersten Male begrüßte Gießen die Marburger auf eigenem Platz, nachdem man zweimal in Marburg geschossen hatte. 3m nächsten 3ahre wird Gießen nochmals der Kampfplatz sein, dann wird dieser schon traditionell gewordene Kampf zwischen den Rachbaruniversitäten abwechselnd in Marburg und Gießen ausgetragen werden.
Die Sonne meinte es fast zu gut. Trotzdem blieb die Sttmmung bis zuletzt ausgezeichnet. Während Marburg folgende Mannschaften in den Kampf sandte: Akademische Schützengruppe, Burschenschaft Arminia und Burschenschaft Ale- mannta und einen Einzelschühen traten von G i e h e n an: Akademische Schützengruppe, Korps Hassia, Korps Silvania und zwei Einzelschühen. Die Bedingungen waren die gleichen wie beim Universitäts-Kreisschießen. Die Ergebnisse sind als gut, zum Teil als hervorragend zu bezeichnen.
Die Derbandsmeisterschaft im Mann, schaftsschiehen errang die Akademische Schützengruppe Gießen in höchster Formi mit 330 Ringen, den zweiten Platz belegte die Akademische Schützengruppe Marburg mit 281 Ringen. Einzelmeister wurde K ub a (Gießen) mit 93 Ringen, 2. C h r i st (Gießen) mit 85 Ringen.
So fielen beide bisher von Marburg errungenen Preise an Gießen. Kuba errang somit den Wanderpreis des Verbandes Hessischer Klein- Kaliber.Schühenvereine für Einzelschühen und die Akademische Schützengruppe Gießen den für den Mannschaftskampf.
Hoffentlich sind beide Erfolge ein Ansporn für die Gesamt-Studentenschaft unserer LandeS-Uni-
MM AW «MM.
Vornan von Edgar Wallace.
31. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„.Warum konnten Sie denn nicht einen anderen Arzt rufen? 3ch mach« Sie darauf aufmerksam, daß Sie mich gezwungen haben, hierherzukommen, und ich komme nur unter Protest. Wo ist denn die Frau?' Und ich glaube, die Antwort war nicht für meine Ohren bestimmt, denn als der blinde 3ake sagte ,3m Kesselhaus', und lachte, fuhr der andere mit einem Fluch auf ihn los und sagte, er sollte das Maul halten."
„Sie gingen durch das Tor, und dann fuhr der Wagen an. 3ch glaube, er muhte umdrehen, und die Straße war nicht breit genug. Das Tor war verschlossen und frisch gestrichen, aber ich konnte noch die Aufschrift .Wäscherei' unter der neuen schwarzen Farbe erkennen."
„Haben Sie vielleicht den Ramen der Straße gelesen?" fragte ^arry.
„Reville Street," sagte er zu Larrys Heber» raschung.
„Das ist ja die Straße, die mit Lissom Lane parallel läuft," meinte er. „Weiter, Fred/
„Ich mußte mich schleunigst dünne machen, weil man mich sonst gesehen hätte. Ich ging also um den Häuserblock herum und tauchte gerade wieder auf, als der Doktor herauskam. Diesmal waren es aber nur zwei Personen: der große blinde Mann war verschwunden. Was sie sich erzählten, konnte ich nicht hören, aber schließlich sagte der Doktor .Gute Rächt', und der Wagen fuhr ab. Der andere sah hinter ihm her, und es blieb mir nichts anderes Übrig, als bei ihm vorbeizu- schlendern, als ob ich die Straße heraufgekommen wäre. Wenn es eine schlechte Angewohnheit gibt, dann ist es die, im Wachen oder im Schlafen Selbstgespräche zu führen," sagte Fred nachdenklich. „Aber es gibt Leute, die können nichts dagegen machen. Ich hatte mal einen guten Freund in Barcelona — doch das gehört nicht hierher, Mr. Holt. Also der Kerl, der da hinter dem Wagen herblickte, gehörte zu dieser Sorte. So ne Art Grübler. Und wie ich ihm gerade gegenüber war — er stand bewegungslos mit den Händen auf dem Rücken und sah nach dem verschwindenden Schlußlicht des Autos —, hörte ich ihn was murmeln. Und die Worte waren, ich erinnere mich noch ganz genau: „Clarissas Amme". Zwei- mal hat er das gesagt. Ich ging meiner Wege und dachte nicht im Traum daran, daß ich ihnen verdächtig vorgekommen war, dachte vielmehr: Das Beste, was du nun unternehmen kannst, mein lieber Fred, ist: sofort zu Mr. Holt und ihm erzählen, was du gesehen und gehört hast."
Larry nickte.
3»
„Ich war nur noch ein paar hundert Cßarb von Ihrem Hause entfernt, da hatte ich so ein unangenehmes Gefühl, als ob man mir nachfolgte. Sehen konnte ich niemand, aber ich hatte die ekelhafte Empfindung, die man bekommt, wenn die Polente hinter einem her ist und man sie nicht loswerden kann. Jetzt war ich in Ihrer Straße und sah mich nach Ihrem Hause um, war schon einmal daran vorbeigegangen, bis man mich wieder zurückschickte. Ich glaube, die Leute, die mir nachgegangen waren, müssen sich in das Haus geschlichen und oben auf mich gewartet haben. Ich erinnere mich noch, daß ich die Hand nach dem Türklopfer an Ihrer Wohnung hochhob und dann weiß ich nichts mehr."
Das junge Mädchen hatte eifrig mitgeschrieben und schloß nun ihr Buch.
Ich glaube, das ist so ziemlich alles", sagte Fred mit schwacher Stimme. „Ich möchte gern mal trinken."
Zehn Minuten später flogen zwei Motorwagen mit Polizisten in Zivil nach Westen zu, und die Bewohner der kleinen Straße an der Rückseite der Wäscherei waren interessierte Beobachter einer zweiten Razzia.
„Was ist das für eine Mauer?" fragte Larry einen feiner Beamten.
„Die Mauer der eigentlichen Wäscherei", antwortete Sergeant Harvey. „Ich habe sie schon sehr genau durchsucht, aber nichts gefunden."
„Haben Sie das Kesselhaus gesehen?"
„Jawohl, Sir, es ist ein ganz gewöhnlicher Kellerraum mit einem großen Kessel und einer Dampfmaschine."
„Lassen Sie das Tor offnen", befahl Larry. „Sie haben doch noch Leute in Lissom Lane, die den anderen Ausgang bewachen?"
„3a, Sir," berichtete der Sergeant, manipulierte an dem Schloß herum und hatte in wenigen Augenblicken das Tor geöffnet.
Der Raum, in den sie direkt von der Straße aus hineinkamen, lag in tiefer Finsternis. Als man Beleuchtung erhalten hatte, sah man eine lange Halle aus Ziegelsteinen mit Zementfuh- boden. Durch die Mitte liefen vier Reihen Tischgestelle, an idenen früher die Angestellten der Wäscherei gearbeitet hatten. Eine Reihe Stufen, mit Geländer versehen, führten nach unten, und Larry ging den anderen voran nach dem Kesselhause.
29.
„Sie sollten sich was schämen", sagte Jake der Blinde und schüttelte langsam seinen riesigen Kops.
Er saß zusammengekauert auf der einen Seite eines röhrenförmigen Raumes, und seine Worte waren an eine erbärmlich aussehende Frau gerichtet, die mit mutlos gesenktem Kopfe ihm gegenüber faß und die Arme um die Knie geschlungen hatte. Sie war äußerst ärmlich ge*
versität, den wichtigen Klein-Kaliber-Dchiehsport nicht nur als Dergnügungs- und Gelegenheits» fport anzusehen, sondern ihn als Pflichtsport wie jeden anderen Sport zu betrachten und chn demgemäß zu pflegen. Die Vorbedingung dafür hat die Hniversität durch den Dau des Standes auf dem Sportplatz geschaffen. Möge die Studentenschaft stets daran denken, daß der Klein-Ka- liber-Schießsport zum deutschen .Sport gehört und ebenso wie die anderen Sportarten bedeutet: Ertüchttgung des Leibes und des Geistes und planvolle Gesundheitspflege.
Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.
ö. Rach längerer Pause tritt die Leichtathletik- Abteilung der Spielvereinigung 1900 wieder mit einer größeren Anzahl Wetttämpfer in Aktion. Mit 20 Leuten der 1. und 2. Rennmannschaft hofft man an das gute Ab schneiden vor zwei Jahren beim Polizeisportverein Friedberg in gleicher Weise anknüpfen zu können. Während man damals mit Cldracher in erster Linie auf die Sprintstrecken und Sprintstaffeln Beschlag belegt« — di« 1900«r waren im Gesamtergebnis der weitaus beste Verein — liegt diesmal die Stärke bei den Mittelstrecklern und Werfern. 3mmerhin sollten G u h o t und Geist auch auf den kurzen Strecken in die Entscheidung ein» greifen können. Di« Vertretung in den Spring- konkurrenzen liegt bei Seipp, Maus und Weil ebenfalls in guten Händen. 3m Dreikampf wird sich neben Seipp und Vetter noch der Kugelstoßer Schäfer versuchen, der trotz seines Gewichtes ein guter Hochspringer ist und damit Aussichten auf Sieg hat. Heber die Aussichten der Langstreckler Paul und Schäfer läßt sich nichts sagen, da ihr« Konkurrenzen nicht belannt sind. Das gleiche gilt von den Sprintstaffeln 4 mal 100 und 10 mal 100 Meter. Dagegen muß man den 1900ern in der Olympischen Staffel unbedingt Siegesausfichten einräumen, da Peters, Guyot, Geist und T ö n g e s in der Lage fein sollten, eine erstklassige Zeit zu laufen. Alle Wettkämpfe werden nur in der Senioren» Klasse ausgetragen, so daß die Lorbeeren recht hoch hängen.
V.f.B. Leichtathletik.
Die Leichtathletik-Abteilung folgt am kommenden Sonntag einer Einladung des Polizeispottoereins Friedberg und wird mit 7 Mann an den leichtathletischen Wettkämpfen teilnehmen, die im Rahmen eines großen Sportfestes stattfinden. Wie alljährlich werden auch diesmal die einzelnen Konkurrenzen spannende Kämpfe ergeben, da die Der- anstaltungen der Friedberger Polizeisportler als groß aufgezogen und gut vorbereitet bekannt sind und aus Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Hanau usw. zahlreich beschickt werden. Im Vorjahre gelang es den V.f.B.ern einen Sieg und mehrere sehr gute Plätze in Friedberg $u erringen; ob ihnen diesmal ein gleiches möglich ist, erscheint zweifelhaft, da die Aktiven in dieser Saison bis jetzt kaum Gelegenheit zum Statt hatten. Für nächsten Sonntag haben gemeldet für 100 Meter: Schmidt und Jakob; 400 Meter: Max Fischer und Mosbach; 800 Meter: Müller; 3000 Meter: Mül- l e r und F r e f e r. Der Mehrkämpfer Jakob bestreitet außerdem noch das Kugelstoßen, den Hochsprung, Dreikampf und zusammen mit ©paar, der auch den Speer wirst, noch den Handgranaten- Weitwurs. Max Fischer beteiligt fick am Weitsprung. Gerade am Sonntag wird sich das Fehlen des Werfers M o h l bemerkbar machen, der zur Zeit an einem mehrmonatigen Kursus der Mill- tär-Spottschule in Wünsdorf teilnimmt und in dieser Saison kaum noch für D. f. B. wird starten können.
Turngau Lahn-Oünsberg.
Dreieichenhain verbandsmeisier im Handball.
Am vergangenen Sonntag weilte der neue Handball-Gaumeister Tv. Londorf zu den Hand- ball»Verbandsm«ist erschaffen des Südwestdeut
kleidet, grau« Strähnen zogen sich durch ihre wild herabhängenden Haare, und Gesicht und Hände waren mit Schmutz bedeckt.
Der Raum selbst konnte kaum als ein solcher bezeichnet werden. Er glich mehr einem vergrößerten Hauptrohr der Wasserleitung. Der Boden war mit Geröll und Zementstücken bedeckt. Am einen Ende war eine Eisentür, kaum groß genug, um einen normalen Menschen hin- durchzulassen, am anderen Ende war ein unregelmäßiges Loch in der Eisenwandung, durch das man in eine dahinterliegende, schwarze Höhlung blicken konnte, deren Boden gleichfalls mit Geröll beoedt war.
„Du solltest dich vor dir selbst schämen", tadelte der blinde Jake. „Sie tun alles, was sie bloß für dich machen können, du häßliche, olle Hexe, und du sitzt hier und wimmerst und heulst. Genau wie 'n junger Hund, dem man den Schwanz abgeschnitten hat."
Die Frau stöhnte und murmelte vor sich hin.
„Wenn ich konnte, wie ich wollte, dann würdest du schon Grund haben, zu jammern", sagte Jake. „Geben wir dir nich zu fressen? Haben wir dir nich 'n schönes Bett gegeben, wo de drauf liegen konntest, bis der verfluchte Himd seine Rase hier 'reinstecken muhte?"
„Ich mochte weg von hier", sagte die Frau. „Sie bringen mich ja um."
„Roch nicht", kicherte Jake. „Vielleicht wollen sie, daß du um de Ecke gebracht wirst — na, denn wirste eben umgebracht."
„Ich will fort von hier", rief die Frau schluchzend. „Warum halten Sie mich in dem fürchterlichen Loch eingeschlossen?"
„Willste lieber da unten bei de Ratten sein?" brummte Jake der Blind«. „Haste nich geschrien und gekreischt, als die kleenen Kerle dich anquiekten? Hnd nun sitzt de gesund und sicher hier, wo feene Ratte an dich 'ran kann, und von morgen ab kannste in einem feinen Haus wohnen mit schöne, weihe Decken auf de Betten. Du undankbarer, alter Deibel I"
Sie erhob ihr kummervolles Gesicht und blickte den Mann neugierig an.
„Sie sprechen von denen, als ob sie Engel wären", sagte sie. „An einem dieser Tage werden Sie doch von ihnen verraten —“
„Halt's Maul!" fuhr der Mann bissig auf. „Du kennst SIE ja gar nich. Was haben SIE alles für mich getan? Wem verdanke ich denn mein feines Geben, so viel Geld», wie ich bloß haben will, Essen un Trinken? ’ne hübsche, junge Frau haben SIS mir voch gegeben", er kicherte, aber sein Kichern endete in einer scheußlichen Grimasse. „Ich wer se noch kriegen; sie hat mich beinah umgebracht, das gemeine Frauenzimmer."
„Wer war sie denn?" fragte die Frau.
„Geht dich gar nischt an. Du kennst se doch nich", sagte 3oke. schien aber nicht abgeneigt, weiter
scheu Turnverbandes in Dorheim bet Friedberg und konnte wider Erwarten sich gegen di« spiel* stärkeren Gaue Main, Rod und Wetterau nicht durchsetzen. Gleich im ersten Spiel traf die Mannschaft auf den Favoriten Dreieichenhain, Dorheim hatte Freilos gezogen, und muhte eine unerwartet hohe Riederlage von 6:2 einstecken. Das Spiel stand bei Halbzeit schon 2:1 für Dreieichenhain und war trotz der hohen Riederlage meist offen; während Dreieichenhain schneller und entschlossener spielte, versiebte sich Londorf durch zahlreiche Latten und Fehlschüsse die schönsten Chancen. Zum Entscheidungsspiels traten dann Dorheim und Dreieichenhain an, das die letztgenannte Mannschaft erst nach eine« zweimaligen Verlängerung um je zehn Minuten mit 5:2 (2:2) für sich entscheiden konnte. Dorheim war in diesem Spiel durch Platzverweisung von zweien seiner Spieler von Anfang an stark benachteiligt.
Zu den am 3. und 4. August in Eppertshausen zum Austrag kommenden Derbandsmeisterschaften kommen nachstehende Kämpfe zum Austrag: 1. Männer: 100-, 200-, 400-, 800-, 1500- und 5000-Meter-Lauf. Weitsprung. Hochsprung und Stabhochsprung. Kugelstoßen, Steinstohen, Speer* und Diskuswerfen. Ferner ein Sechskampf b«* stehend aus 100- und 800-Meter-Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen und Diskuswerfen. Staffeln: 4xl00-Meter, 3xl000-Met«r, Olympische Stassel (800, 400, 200, 100), Schwedenstaffel (400, 300, 200, 100). 2. Frauen: 100-Meter* Lauf, Weitsprung, Hochsprung, Schlagballweitwurf, Kugelstoßen und eine 4x 1OO-QH«ter-6taff«L — Der Sechskampf wird als Eintel- und Mann* schaftskampf ausgetragen. Verteidiger des Mannschaftskampfes um den Wanderpreis deS Fest* ausschusses des ersten Dundesfestes in Rüssels* heim ist die Tumgesellschaft Rüsselsheim: Verteidiger der Schwedenstaffel Turnverein Mörfel* den. Die Hebungen des Sechskampses werden nach der deutschen Mehrkampfwertung der DSB^ gewettet.
Tennis.
Der Gießener Tennisklub 1922 trägt am kom* menden Sonntag auf den hiesigen Plätzen einen Wettkampf gegen den Tennis- und Eisklub Darmstadt aus. Darmstadt verfügt über eine ausgezeichnete erste Mannschaft und konnte im vorigen Jahre überraschenderweise die Meden- meisterschaft des Bezirks erringen. Ob Gießen gegen die spielstatten Darmstädter Sieger bleibt, erscheint äußerst fraglich.
Oie Sronffurfer August-Rennen.
Zum Großen Preis-Meeting der Frankfutter Augusttage sind nunmehr die Auschreibungen der den Großen Preis von Frankfurt a. M. (33 000 Mark) einrahmenden Ereignisse erfolgt. Aus der Fülle des Gebotenen seien die Zweijährigen-Ren- nen, Ausgleiche der besseren Klasse über kurze und lange Distanzen, Herrenreiten und eines der beim Publikum so viel Anklang findenden Derlosungs- rennen herausgegriffen, die einen Gesamtwett von über 1000 000 Mark an Geldpreisen, vielen kostbaren Ehrenpreisen und Ehrengaben für Trainer und Jockeys aufweisen und so dem Ganzen ein wür- diges Gepräge verleihen. Eine weitere Sensation dürften die australischen Startmaschinen sein, die erstmalig bei diesem Meeting in Funktion treten werden.
Städtekampf
Sranffurf - Darmstadt - Offenbach.
3m Frankfurter Stadion findet am 21. Juli der traditionelle Drei-Städte kämpf Frankfurt—Darmstadt—Offenbach statt, der sich auf vier große Staffeln, und zwar über 10x100* und 20x50- Meter-Freistil, 10xl00-Meter-Drust- und 15x 100-Meter-Lage, beschränkt. Es kommt dabei der von der Stadt Frankfurt gestiftete Wanderpreis zur Entscheidung. Veranstalter dieses Kampfes ist der Frankfurter Schwimmverein.
über diese Angelegenheit zu sprechen, „’n junges, flinkes Mächen war se. Qtber sie gehört voch zur Polente, und darum wollten S3E se voch haben."
Sie antwortete nichts, und ihr Schweigen dauerte so lange an, daß er sich zu ihr beugte und sie mit seiner großen Hand anstieß.
„Du wirst doch feenen Anfall kriegen?" fragte er ängstlich. „Doch nich so ’n Anfall wie das letztemal? Wir können nich immer ’n Doktor holen. Das nächste Mal wer ich dich zu Verstand bringen", sagte er drohend. „Ich wer dich schon wach kriegen", und er schüttelte sie wild.
„Ich bin ja doch wach, ich bin ganz wach", rief sie angstvoll. „Ditte, lassen Sie mich doch loS; Sie brechen mir ja den Arm."
„'s gut, aber betrage dich vernünftig," brummte er und kroch bann langsam nach dem anderen Ende dieses röhrenförmigen Raumes, in dem nicht einmal die Frau, die nichts weniger wie groß war, aufrecht stehen konnte. Es war be* wunbernswert, wie ein so riesenhafter Mann sich burch bie zackige Oeffnung in ber Eisenwand bin* durchwinden und in die dahinterliegende Höhlung kriechen konnte. Sie hörte, wie er Steine beiseite schaffte, um die Höhlung, an der er schon den ganzen Tag gearbeitet hatte, zu erweitern. Sie wunderte sich, wo sie sich eigentlich befand, denn sie war krank und besinnungslos gewesen, als man sie in diese schreckliche Kammer geschleppt hatte, und hatte keine Erinnerung, wie sie dorthin gekommen war. Sie wußte nur, daß man sie suchte, daß aber die fürchterlichen Leute, dis sie hier gefangen hielten, alles taten, um ihre Entdeckung zu vereiteln. In den Tiefen der Erde hatte man sie verborgen, in unheimlichen Plätzen, in denen ekelhaftes Getier sein Wesen trieb, und dieser merkwürdige, eiserne Raum war immerhin etwas besser.
Als Jake zurückkam. sagte sie zu ihm:
„Mr. Stuart würde Ihnen eine Meng« Geld geben, wenn Sie mich zu ihm brächten."
„Das haste mir schon hundertmal erzählt, olle Rärrin. — Wenn Sie mich zu Mr. Stuart brächten, würde er Ihnen eine Menge Geld geben,“ äffte er ihr nach. „Der wird mir sicher 'ne Masse Geld geben!“
„Ich habe doch seine Kinder gepflegt," jammerte sie, „und seine arme Frau. Hnd als ich mich verheiratete, hat er mir einen wunderschönen - Trauring geschenkt."
„Halt endlich mal 's Maul," fauchte der Mann sie an. „Kannste denn über gar nischt anderes reden? Hunderttausendmal hast de mir nu schon von seinen Kindern und dem verwünschten Trauring erzählt!"
„Hnd als ich ihm von Clarissa erzählte,* flüsterte die Frau, „hat er mir taufenb Pfund versprochen. — Als ich chn sah, bin ich vor Heberraschung beinah umgefallen!"
. - (Fortsetzung folgt)
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