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Nr. 91 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)Freitag, f9. April 1929

Turnen, Sport und Spiel.

Nachdruck verboten.

7. Fortsetzung.

Augen für den

mehr auf seinen

Fräulein

Ermoliefs

um der alle auf

den letzten Platz füllten. Die Kapelle Sames aus Watzenborn spielte unermüdlich ihre flotten Weisen: besonders anzuerkennen ist. daß sich die Kapelle unentgeltlich in den Dienst der Turn­sache stellte. Gastwirt Lyncker hielt einen Dor­trag aus der Geschichte des Schiffenbergs. Die Wettkämpfer waren Gäste der Mitglieder des Turnvereins Hausen (von 1864).

Als am Sonntagmorgen die Wettkämpfer den Schiffenberg erstiegen, lag die Höhe in dichtem Nebel, und die durchweichten Wege waren schlüpf­rig. Cs hatte in der Nacht noch tüchtig geregnet. Die Startzeit wurde um eine halbe Stunde hin­ausgeschoben. Als unter der Leitung von Bun- dessportwart En dreh aus Stuttgart undDer- bandssportwart Feutner aus Mörfelden bei Frankfurt die Wettkämpfe begannen, hellte sich der Himmel andauernd auf.

Kurz nach 10 Ähr fiel der erste Startschuh, und die jüngsten Läufer (solche von 14 bis 16 Jahren) stürmten davon. Die 3300 Meter wurden von Theod. D a ch m a n, Turnverein Burkhardsfelden in 10,50 Min. durchlaufen. Kurz darauf ging Karl Vonderheid, Turnverein Hausen von 1864 durchs Ziel. Schon stand die zweite Gruppe der Jugendlichen (von 16 bis 18 Jahren) für die gleiche Strecke startbereit. Ehr. Seip (Dietzen­bach) lag lange an der Spitze, wurde aber 300 m vor dem Ziel von Karl Münch und Wilh. Donderheid, beide Turnverein Hausen, die dann auch nach 10,37 Min. als erste durchs Ziel gingen, auf den dritten Platz verwiesen. Für den 5020-Mctcr-Lauf starteten nur acht X- c ... rc-ti__HTtirn Q n T f » r flirrte

war vermutlich Herr Riedinger, der in der dar­auffolgenden Nacht ermordet wurde?"

Nein, Herr Präsident. Es war nicht Herr Riedinger. Cs war ein anderer."

Woher wissen Sie das so genau?"

Weil ich diesen Herrn kannte."

Also eine zweite Bekanntschaft des Fräulein Ermolieff. Das ist auherordentlich wichtig."

Als ich den Herrn neben Fräulein Ermolieff erblickte, hatte ich einen Augenblick das Gefühl, ich mühte zur Polizei gehen und ihn festnehmen lassen."

Änd warum?"

Ich habe ihn im ganzen dreimal gesehen. Alle drei Male ist er vor meinen Augen aufgetaucht wie der Dorbote eines Unglücks. Als ich seine Bekanntschaft machte, war er Passagier des DampfersSonderborg", dessen Kapitän ich bin: auf der Fahrt von Reval nach Kopenhagen. Irgend etwas an diesem Manne fiel mir auf. Er war von dunklem Typ; ständig glomm in seinen Augen ein Lächeln. Als ich ihn zum ersten Male erblickte, dachte ich: das ist ein Spieler, der eben aus Monte Earlo kommt. Er hat ein neues System erfunden und hat damit viel Geld gemacht. Er war ein schöner Mann, das muh ich offen sagen; alle Weiber an Bord waren verliebt in ihn. So etwas merkwürdig Suggestives hatte er im Blick und im Wesen. Er reiste nicht allein; in seiner Gesellschaft befand sich eine junge Französin, die ihn geradezu an­betete. In einer dunklen Nacht geschah das

molieff?"

3a."

Erkannte Sokoloff Sie wieder?"

Nein."

Was taten Sie, als Sie ihn erblickten?"

Ich fühlte, wie mir das Herz wie irrsinnig zu klopfen begann; gleichzeitig war mein Arg­wohn erwacht: wieder sah ich ihn mit einer jungen schönen Frau zusammen und wieder

zeugung bekennen, so würde ich diesen Mann mit den dunklen Mörder."

hatte ich das Gefühl, dah ein Unglück bevor­stehe dah dieser Mann ihr den Tod bringen werde. Ich setzte mich auf eine Bank schräg gegenüber, steckte mir umständlich eine Zigarre an und tat so, als ob ich in dieBerlingske Tidende" blickte in Wirklichkeit aber beob­achtete ich die beiden scharf."

Konnten Sie hören, worüber sie sich unter­hielten?"

Leider sprachen sie russisch; ein paar Worte verstehe ich immerhin. Jedenfalls war die Unter­redung sehr erregt; die junge Dame weinte; So- koloff redete auf sie in seiner herrischen Art ein, die keinen Widerspruch duldet."

Einer der Richter hatte sich erhoben; er ging auf den Vorsitzenden zu und flüsterte mit ihm; der Präsident wandte sich erstaunt zu ihm her­um, musterte dann den Zeugen aufmerksam und sagte:

Herr Kapitän mir wird eben etwas sehr Seltsames mitgeteilt. Der Name Fedor Sokoloff kommt in einer Novelle vor, die vor kurzem In einem Magazin erschienen ist. Wissen Sie dar­über Näheres?"

Cs ging saft wie ein Erröten über das Ge­sicht des Kapitäns. Mit halblauter Stimme sagte er, sich zu dem Richter herumwendend, der hinter dem Präsidenten stand und ihn aufmerk­sam betrachtete:

Kann sich der Herr Richter vielleicht erinnern, wie diese Novelle hieh?"

Gewih", antwortete dieser mit einem halben Lächeln.Sie hiehTotentanz der Liebe"."

Kann sich der Herr Richter vielleicht erinnern, wie der Name des Autors war, der darunter stand?"

Ich kann es sofort feststellen denn das Magazin steckt in der Tasche meines Mantels."

Ist das so wichtig?" fragte der Dorsitzende.

3a, Herr Präsident."

Dürfte ich bitten, Herr Richter?"

Der Richter ging ins Nebenzimmer und Ibm mit dem weihen Heft zurück.

Hier ist die Novelle", sagte er, das Buch ayf- schlagend:Totentanz der Liebe" - von Lars Ehrysander."

Lars Ehrysander?" wiederholte der Vor­sitzende.Das ist doch 3hr..

Ja. Das ist mein Name. Ich habe diese Novelle geschrieben aus meinen Erinnerungen fast möchte ich sagen: um mir einen Albdruck vom Herzen zu wälzen. Ich war selbst ganz er­staunt, dah ich es fertiggebracht habe, eine wirk­liche grohe Novelle zu schreiben; denn auher ein paar nautischen Aufsätzen habe ich nie etwas veröffentlicht. Aber es muh wohl das lebendige Erlebnis selbst gewesen sein, das mir den Mut und das Können gegeben hat. In dieser Novelle habe ich diesen Fedor Sokoloff mit allem Drum und Dran gezeichnet." (Forts, folgt.)

Südwestdeutschen Turnverband.

Um 11,30 Ähr waren die Läufe beendet, 12,30 Ufjr erfolgte die Siegerehrung, bei Bundessportwart E n d r e h den Dank an Beteiligten aussprach und einGut Heil" die Sieger ausbrachte.

Siegerliste.

A. Bundesmeisterschaftsläufe:

vereinFrischauf", Leihgestern, mit 20 Min.

Nun folgte der mit gröhter Spannung erwar­tete Hauptkampf um die Meister­schaften. Es war ein 7200 Meter betragender Achterlauf, der die Kämpfenden einmal durch den Startplatz führte. Es starteten zwischen 20 und 30 Mann, alles Leute mit Namen von Ruf. Die Führung wechselte mehrmals, das vom Start an angeschlagene Tempo war scharf. Als die 15 Ersten in kurzer Folge nach 4500 Meter am Startplatz vorüber kamen, lag L a d e n e r , Get­tenau, an der Spitze, doch konnte man erkennen, dah Siegel. Mörfelden, am wenigsten ermüdet twar. In fast gleichmäßigem Tempo überwand dieser alle Schwierigkeiten, ging für die letzten 1500 Meter, in denen noch eine starke Steigung lag, in Führung, zog Laue und F ö r st e r mit und siegte mit 22,41 Min., 50 Meter zurück folg­ten Laue und Förster. Siegel war bis zum Schluh in sehr guter Form, und hat die Bundes- und Verbands-Meisterschaft errungen. 10 weitere Läu- fcr folgten in kurzen Abständen. In Anbetracht einiger starker Steigungen ist die Zeit von 22,41 Min. als recht gut zu bewerten. Unter den Mannschaften wurde der Turnklub Oster- busch-Remscheid Bundesmeister im ADT., und der Turnverein Mörfelden Verbandsmeister im

Tageskragen, dabei auch in erster Linie die Ver­bandspolitik herausstellend. Ein Vertreter des Gaues Hessen machte anregende Vorschläge für die Auszeichnung von Verlegern und Schrift­leitungen von Tageszeitungen, die sich in ihren Spalten besonders um die Turnsache ver­dient machen.

Als Tagungsort für das nächste Jahr wurde Hanau bestimmt; die Versammlung daselbst dient der Vorbereitung für das nächsten Sommer dort stattsindende Kreisturnfest.

Das Schlußwort der anregend verlaufenen Ta­gung hatte W. W o l l e n b e r g, der in tiefdurch­dachten Ausführungen das ThemaSchöpfe­rische Pressearbeit" behandelte, vor allem die kulturfördernde Bedeutung der Presse betonte und Wahrheit und ausbauende Kritik als Vor­aussetzung für die in der Presse ersolgendeNieder- schrift der Tages- und Zeitgeschichte bezeichnete.

Allgemeiner Deutscher Turnerbund.

Bundeswaldlauf-Meisterschaftsriimpfe.

Die diesjährigen Bundeswaldlaus-Meister- schaftslämpse des Allgemeinen Deutschen Tur­nerbundes (A. D. T.). in Verbindung mit den Waldlauf-Meisterschaftskämpfen des Südwest- deutfchen Turnverbandes (S. T. V.) wurden am vorigen Sonntag im Gebiet des Turn g aues Lahn-Dünsberg in den Wäldern um den Schiffenberg ausgetragen.

Zu Ehren der bereits am Samstagnachmittag eingetroffenen Wettkämpfer fand abends auf dem Schiffenberg eine Degrühungsfeier statt. Der Vor­sitzende des Turnvereins Hausen, Karl Frei­tag, und der zweite Vorsitzende des A. D. T., Lehrer Zöller von Haufen, begrüßten die Gäste, die die beiden Säle des Schiffenbergs bis auf

kommen. . .

Der Pressewart der D.T., Wiedemann (Berlin), hielt dann das Hauptreferat des Tages überDas Pressewesen der D. T. l n Gegenwart und Zukunf t". An seine Aus- sührungen, die besonders die verbandspolitische Seite der Pressearbeit interessant beleuchteten, mehr Mitarbeit der Turnerführer in der Tagespresse forderten und auf ein gutes Ver­hältnis zur Berufspresse besonderen Wert

legten schloß sich eine anregende Aussprache. .

SSl Ä -°urd° Wilh. ZöN-r, gim..

Wie hieh dieser Mann?" Ich konnte mich zuerst nicht

Namen besinnen; aber inzwischen ist er mir wieder eingefallen: er hieh Fedor Sokoloff.

Änd diesen Fedor Sokoloff also trafen Sie im Oerstedspark an der Seite von Fräulein Er-

Furchtbare: jemand rief plötzlich:Mann über Bord!" Wir stoppten aber nichts war zu sehen; dabei hatten wir ruhige See, aber der Himmel war bedeckt. Der Mensch aber, der in dieser Nacht ertrank, war jene junge Französin. Ich habe sofort eine strenge Untersuchung an- gestellt; zwei Matrosen sagten aus, sie sei allein gewesen, als sie an Bord ging; ich kann das Gegenteil nicht beweisen aber wenn ich vor Gott treten sollte und meine heilige Äeber- sagen: ich halte

CRomon einer Nacht

Von Paul Rosenhayn.

durch Kopenhagen.'

Fedor Sokoloff.

Ich hatte die Nacht mit meinem künftigen Kompagnon gerechnet. Wir hatten uns gestritten, wir hatten zum Schluh ziemlich viel miteinander getrunken ich muh es leider bekennem Ich hatte einen Katzenjammer. Ich bemühte auch also, so schnell wie möglich aus den Straßen der Stadt herauszukommen und ging in den Oerstedspark. Dort schlenderte ich zwischen den Baumen hin­durch. Plötzlich sah ich auf einer Dank Fraulein Ermolieff mit einem Herrn sitzen "

, Sie kannten Fräulein Ermolieff?

"Nein. Ich weih erst jetzt, dah es

Sie haben ausgezeichnet vorgearbeitet, Herr Präfekt. Gerichtsdiener, lassen Sie den Zeugen eintreten." t , ..

Aller Augen wandten sich zur Tur, durch die langsam, mit den weitausladenden Schritten des Seefahrers, ein Herr eintrat. Er war im blauen Nnzug, das wettergebräunte Gesicht lieh unschwer seinen Beruf ahnen.

Ihre Personalien?"

Ich bin der Kapitän Ehrysander. Lars Chry- sander, von der Reederei Dagalid und Stroern.'

Sie sind als Zeuge geladen in der Mordsache gegen Marfa Ermolieff, Herr Kapitän. Ich höre, daß Sie uns Wichtiges mitzuteilen haben. Don Ihrem Zeugnis kann vielleicht ein Menschenleben abhängen."

Ia, Herr Präsident."

Man sagte mir, dah Sie die Angeklagte am Tage des Mordes gesehen haben? Wann war das? Wo war das?" .

Es war am 8. September; wir hatten wunder­bares Wetter, ich ging in Kopenhagen spa- Aicrcn

Sie waren mit Ihrem Schiff vermutlich eben angekommen?" ~ .... , ..

Es ist nicht ganz so, Herr Präsident, Seit drei Wochen stehe ich in Verhandlungen mit einem Geldmann; wir wollen eine eigene regel­mäßige Schiffahrt nach dem Norden einridjten. Ich habe ein paar Reisen gemacht, nach Eng­land nach Deutschland; in England verhandle ich wegen des Ankaufs von zwei Schiffen, m Deutschland mit einem Geldmann."

Sind diese Verhandlungen inzwischen perfekt geworden?"

Wir stehen vor dem Abschluß.

Sie gingen also am 8. September, vormittags,

Mittelrheinkreis der O. T.

Tagung der Presseturner.

kpw. Im Jugendheim des Turngaues Süd- Nassau auf der Loreley fand am Sonntag die Pressetagung des Mittelrhein­kreises der D. T. unter Leitung des Kreis- pressewarts Dauner (Osfenbach a. M.) statt. Don den 23 Gauen des Kreises waren 19 durch ihre Gaupressewarte vertreten, darunter auch der Gau Hessen. Außerdem nahmen der Presse­wart der D. T., Mitglieder des Kreisvorstandes und des Kreispresseausschusses, mehrere Angehö­rige des Gauvorstandes des Gaues Süd-Nassau und in größerer Zahl auch Dereinspressewarte (unter ihnen auch Berufsredakteure) des Kreis- gebietes und als Gast der Landrat des Kreises St. Goarshausen an den Verhandlungen teil, die Rektor Schiller (Frankfurt a. HL), der Schrift­leiter der Kreisturnzeitung, mit einem gedanken­tiefen Einstimmungsvortrag überRhein und deutscher Geist" eindrucksvoll einleitete.

Weitere Ausführungen über die Bedeutung der Presse boten Kreisvertreter, Fabrikant A. Pfeiffer (Wetzlar), Gauvertreter Oswald (Rüdesheim), und der Pressewart der D.T., Wiedemann, in ihren Begrüßungsansprachen.

Dem Jahresbericht des Kreisprelsewar- tes der dankbar die Änterstühung der Turnsache in dem Großteil der Tagespresse anerkannte, war zu entnehmen, daß das Turnpressewesen im Kreis sich erfreulich weiter entwickelt hat. Betont wurde die ehrenamtliche Arbeit der Pressewarte. Die Organisation bedarf noch weiteren Aus­baues. Jeder Gau muß einen Presseaus­schuß bilden, der den anderen Fachausschüssen gleichzustellen ist, und in jedem Verein muß ein Vereinspressewart tätig sein und die Tages- und die Turnpresse sachlich unterrichten. Ein Fort­schritt im Pressewesen des Kreises ist die Errich­tung einer Kreispressestelle in Frankfurt a. M., die unter Leitung des Turnerjugendführers W. Wollenberg sich weiter ausbauen wird und die Aufgabe hat, die T a g e s p r e s s e, die Nachrichtenbureaus und den Rundfunk auf raschestem Wege durch Herausgabe eines be­sonderen Kreispressedienstes mit den wichtigsten turnerischen Ereignissen im Kreisgebiet bekannt­zumachen. W. Wollenberg verbreitete sich im Lause der Verhandlungen eingehend über die Tagesaufgaben der Kreispressestelle, deren Unter- stützung und Bedienung allen Gaupressewarten zur Pflicht gemacht wurde.

Heber Sinn und Art der Gaupressearbeit be­richtete aus langjähriger Erfahrung heraus Gau- pressewart Redakteur Wolf (Saarbrücken). Der Gaupressewart des Odenwaldgaues, P o t h (Groß- Zimmern), schilderte die besonderen Q^erßättniffe eines rein ländlichen Gaues, dessen kleinere Lokalblätter für die örtliche Auswertung turne­rischer Veranstaltungen in erster Linie in Frage

a) Einzelläufe (7200 Meter): 1. Sieger Gg. Siegel (Mörfelden), 22,41 Min.; 2. Laue (Oster- busch-Remscheid), (50 Meter zurück); 3. Förster (Osterbusch-Remscheid); 4. Ladener (Gettenau in Hessen); 7. Schardt, Willi (Hausen bei Gießen); 10. (fron (Mörfelden); 11. Dickhaut (Mörfelden);

Der Präfekt schüttelte den Kopf.Hier be­ginnen die Dinge einzusehen, die zwischen den Tatsachen liegen ich hatte mir erlaubt, dafür tzas Wort von den halben Tönen zu prägen. Natürlich kann niemand auf die Frage: Haben sich die Heiden gekannt haben sich öie beiuen nicht gelaunt? eine Antwort geben. Wenig­stens nicht verstandesmäßig. Wenn ich aber alle Imponderabilien berücksichtige, die hier mitsplelen, so daüf ich resümieren: Nach meiner Äeberzeu- gung haben sich Herr Riedinger und Fräulein Ermolieff nicht gekannt."

Es scheint demnach, als ob sich zwischen den beiden ein Liebesverhältnis entwickelt hätte?'

In der Tat. Dafür sprechen fast alle An­seichen. Riedinger hat mit Fraulein Ermolieff einmal eine Fahrt nach Skodsberg gemacht Im See-Hotel in Skodsberg habe ich genaue Nach­forschungen gehalten. Die beiden haben auf der Terrasse zu Mittag gegessen; sie haben dann einen Spaziergang am Sund gemacht; darauf sind sie abends wieder ins See°Hotel gekommen und haben im Rokokozimmer soupiert; es 'st mir gelungen, die Kopie der Rechnung aufzutreiben, '®cr%räfi&ent überflog das bieistiftbeschriebene Blatt.Zwei Flaschen Sekt zwei Mokka fünf Liköre", las er halblaut.

Aus dem Auditorium kam leises Lachen

Der Kellner sagte mir, er habe das Gesuyl gehabt, daß hier ein junges Ehepaar aus der Hochzeitsreise sei die junge Frau sei von aus gesprochener Zärtlichkeit gegen >ör.cri 'Begleiter g- wesen, nicht sowohl in ihrem äußerlichen G - baren als in Blick und Miene. Nach dem Abend- essen gingen die beiden an den Strand. der Kellner hat ihnen nachgesehen, weil ihn die schöne junge Frau interessierte. Die lungc Same habe sich umgesehen und habe dann ihren -Be­gleiter geküßt."

Das verweist immerhin auf die Möglichkeit eines Liebesdramas," konstatierte der Vorsitzende.

Der Präfekt nickte.Änd nun komme ich -u einer Bekundung, die den Dingen vielleicht eine neue Wendung geben könnte. Es hat sich cm Zeuge gemeldet, der Fräulein Ermolieff am Morgen des Mordtages beobachtet hat."

Sehr interessant," sagte der Vorsitzende und blickte hinüber zur Anklagebank: Marfa Ermolieff saß aufgerichtet, der Ausdruck ihrer Augen hatte sich völlig verändert - sie starrte dem Sprechen­den mit unverhohlener Angst ins Gesicht."

Was ist das für ein Zeuge?"

Ein Kapitän."

Ermolieff war."

Was fiel Ihnen also an ihr auf?

"Um es offen zu sagen: Fräulein fiel mir überhaupt nichts auf. Wohl aber der Herr, der neben ihr faß." ...

Der Präsident warf einen blitzschnellen Blick hinüber zu der Angeklagten, die mit fiebrigen Augen auf den Sprechenden starrte.

Der Herr neben Sraulem Ermolieff ... das

12. Hirsch (Weiterstadt).

b) Mannschaftslauf: 1. Siea Osterbusch- Remscheid, Turnklub, 15 Punkte, 2. 9)1 to. Elberfeld 17 P.; 3. Mörfelden 18 P.; 4. Turnverein Hausen von 1864.

B. Derbandsmeisterschaftsläufe:

a) Einzelläufe (Berbandsmeister, 7200 Me­ter): 1. Sieg Georg Siegel (Mörfelden), 22,41 Min., Meister; 2. Adolf Ladner (Gettenau); 3. Willi Schardt (Hausen); 4. Heinr. Cron (Mörfelden).

Turner über 18 Jahre (5000 Meter): 1. Willi Zöller (Leihgestern); 2. Gottfried Fritz (Odenhausen); 3 O. Bender (Rodheim a.d.B.).

Jugendliche von 16bis l8Jahren (3300 Meter): 1. Karl Münch (Hausen); 2. Wilh. Bonder- Heid (Hausen); 3. Christian Seip, Tgm. (Dietzen- bad)).

Jugendliche von 14dis 16 Jahren (3300 Meter): 1. Theod. Bachmann (Burkhardsfelden); 2. Karl Donderheid (Haufen); 3. Ernst Seip (Reis­kirchen).

b) Mannschaftslauf (7200Meter): 1.Turn- verein Mörfelden; 2. Turnverein Haufen.

Handball im Lahn »Oünsberg« Gau.

Zur Fortsetzung der Runde stehen für nächsten Sonntag folgende Spiele auf dem Programm: in Garbenteich: Garbenteich Wieseck, in Kinzenbach: Kinzenbach Allendorf a. d. Lda. Den letzten Re­sultaten nach zu urteilen, müßte im ersten Spiel Garbenteich knapper, aber sicherer Sieger werden, während im zweiten Spiel die Mannschaften sich schon gleichwertiger sind.

Handball Tv. 1899 Großen-Buseck.

Arn kommenden Sonntag empfängt der Tv. 1899 Großen-Buseck den Meister des Gaues Main-Offenbach-Hanau zum ersten Gruppen- meisterschastsspiel in Großen-Buseck. Die Offen­bacher Vorstädter stchen dem Frankfurter Meister, nach ihrem Spiel am Dorsonntag zu urteilen, kaum nach. Trotzdem sollte man von den Buseckem im Dorteil des eigenen Platzes und in ißrer aufsteigenden Form ein gleichwertiges Spiel er­warten.

Handball der Sp.-Dg. 1900.

o. Das Gastspiel der ersten Elf der Spiel­vereinigung 1900 in Höchst, das vor einigen Wochen wegen Spielunfähigkeit des Höchster Platzes ausfallen mußte, findet nun am nächsten Sonntag statt. Da die 1900er ihre komplette Mannschaft noch nicht zur Stelle haben, werden sie gegenüber den gute mainische A-Klasse reprä­sentierenden Höchster Bewegungsspielern einen schweren Stand haben. Ein einigermaßen günsti­ges Abschneiden kann nur dann erwartet werden, wenn es der Oießener Sturm besser als seither versteht, systemvoll zu spielen und placiert zu schießen.

Die erste Jugend, verstärkt durch einige Spieler der zweiten Mannschaft, trägt ein Rückspiel in Londorf gegen den dortigen Turnverein aus. Wenn die Mannschaft dieselbe Form zeigt, wie in ihren beiden letzten Spielen (gegen Polizei­sportverein Butzbach (erste Jugend) 5: 3 gewon­nen und gegen D. f. L. Wetzlar (erste Jugend) knapp 2:3 perloren), sollte sie den Londorfer Turnern einen ausgeglichenen Kampf liefern können.

Gpielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Am kommenden Sonntag erwarten die Blau- weißen den I u r n u. Sporto. Germania 1 89 6 Mudersbach a. d. Sieg zum Gesellschafts­spiel. Die Gäste gehörten im letzten Jahre nach (Er­ringung der Meisterschaft der 1. Bezirksligaklasse Süd-Westfalens an. Mit Beendigung der jüngsten Spielserie hatte sich diese Elf den vierten Tabellen­platz erkämpft, der die Zugehörigkeit zur nächstjäh­rigen Meisterklasse oder Oberliga sicherstellt. Mu­dersbach rangiert hinter Hüften 09, D. f. B. Wei­denau und Hagen 72 in der Tabelle, wovon Wei­denau und Hagen in Gießen durch ihre vorjährigen Gastspiele keine Unbekannten find. Den Westfalen geht ein guter sportlicher Ruf voraus. Die 1900-Els wird mit ihrer in den letzten Spielen erprobten und bewährten Hintermannschaft antreten. Der An­griffsreihe will man durch Um- und Neueinstellun­gen zur größeren Durchschlagskraft verhelfen. Be- bingung ist aber, daß die auserwählten Spieler sich selbst mehr einsetzen, denn sie sind bestimmt zu grö­ßeren Leistungen befähigt.

1900s Reserve elf hat die erste Mannschaft Cappels bei Marburg, die Meister der Gau- klasse ist, zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet, ebenso 1 9 00 s Dritte gegen Cappels Zweite. Der Ausgang dieser Begegnungen ist vollständig offen.

Jugendspiele.

Die "erste Jugend absolviert auswärts ein Rück- spiel. Ob der Gegner Wetzlar - Nieder-Girmes oder Villingen bei Hungen ist, stand bei Niederschrift die* ser Zeilen noch nicht fest.

Die zweite Jugend spielt in Heuchelheim gegen die dortige 1. Jugend.