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leistungen, 85 Millionen freiwillige Leistungen, 50 Millionen Derwaltungskosten, 5 Mil­lionen sonstige Ausgaben, was einen Überschuß von 360 Millionen ergab. Die Beitragseinnahmen im Jahre 1929 werden noch etwas höher fein als im Jahre 1928, da sich die am 1. Januar 1928 eingeführte Lohnklasse 7 noch nicht voll ausgewirkt hat. Es ist 1929 mit einer Beitragseinnabme von 1140 Millionen zu rechnen. Einen wesentlichen Auf­trieb der deutschen Wirtschaftskonjunktur wirb man kaum erwarten können. Die Ausgaben für R e n - tenlei ft ungen werden sehr stark anwachsen. Man kann annehmen, daß die Rentenleistungen jährlich anfangs um etwa 70, dann um 75 und . später um 80 Millionen Mark von Jahr zu Jahr I steigen werden, so daß für das Jahr 1938 mit einer Summe von etwa 1420 Millionen Mark gerechnet wird. Die Verwaltungskosten werden eine allmähliche Zunahme erfahren. Man kann damit rechnen, daß 1929 noch ein Ueberschuß von etwa 355 Millionen sich ergeben wird: ab 1934 müßte man aber mit einem Fehlbetrag von 5 Millionen rechnen, der sich bis 1938 auf 385 Mil­lionen erhöhen würde. Will man die Fehlbeträge nicht aus den Rücklagen decken, so muß man 1933 eine Erhöhung der Beiträge vornehmen.

In der A n g e st e l l t e n v e r s i ch e r u n g würde eine Erhöhung der Beiträge um 25,54 v H. hin- reichen; zur Deckung aller Ausgaben allerdings durste aus dem Erhöhungsbeitrag keine S t e i. gcrungsrente gewährt werden, weil sonst neue, nicht gedeckte Schulden entstehen würden. Ein Gesetzentwurf über die Erweiterung der Selbstver­waltung wird bei Gelegenheit einer größeren Ab­änderung des Angestelltenoersicherungsgesetzes dem Reichstag vorgelegt werden; entsprechendes gilt auch für die Invalidenversicherung.

Oie Kleinrentnerfürsorge.

Eine reichsgesetzliche Regelung.

Berlin. 19. Ian. Im Sozialpolitischen Aus­schuß des Reichstages wurde über bie beiden von der sozialdemokratischen Fraktion zur Kleinrent­nerfürsorge gestellten Fragen abgestimmt. Die erste Frage lautete:Soll lediglich der frühere Kapital besitz maßgebend sein?" Hierzu erklärte Abg. Frau Leu sch (Z.): In unserem Antrag ist für die Bestimmung des Personalkreises keineswegs lediglich der frü­here Kapitalbesitz maßgebend. Wir haben auch in unserem Anträge eine Reihe von sozialen und allgemein rechtlichen Gesichtspunkten einbezogen. Abg. Dr. Rademacher (Dn.) erklärte, sein Antrag verlange eine Regelung, derzufolge bei Bedürftigkeit auf der Grundlage des Kapital­verlustes denjenigen ein Rechtsanspruch auf eine Rente zugebilligt wird, die ohne die In­flation und ihre Folgen hätten als Rent­ner leben können. Die Fraktion glaubt, daß der Erlaß eines solchen Gesetzes einer dringenden Forderung derGerechtigkeit entspricht. Der Versuch einer Verbindung mit anderen so­zialen Fürsorgemaßnahmen mache nur die gesetz­liche Regelung der Rentnerversorgung selbst un­möglich. die Fraktion werde deshalb gegen Erweiterungen stimmen.

In der Abstimmung wird die gestellte Frage von den Sozialdemokraten, dem Zentrum, der Bayerischen Volkspariei. den Demokraten und den Kommunisten mit 18 gegen die 7 Stimmen der Deutschnationalen, der Wirtfchaftspartei und der Deutschen Volkspartei verneint Die zweite Frage lautete: .Soll nur Verbesserung der Klein­rentnerfürsorge hinsichtlich deS Personenkveises. der Voraussetzungen und der Höhe der Leistungen unter Mitwirkung der beteilicsten Organisationen eine reichsgesetzliche Regelung erfol­gen?" Diese Frage wird tn der Abstimmung ein­stimmig bejaht.

Mit dieser Abstimmung entfällt die Voraus­setzung für eine Weiterberatung. Reichsarbeits­minister Wissell erklärte, daß man selbstver­ständlich die in den Anfragen und den Be­ratungen aufgetretenen Gesichtspunkte als Ma­terial für eine neue Vorlage verwerten wolle.

Oie Groener-Oenkschnst.

Unzulängliche Sicherheitsverhältnisse im Reichswehrministerium?

Berlin. 19. Jan. (Priv.-Tel.) Man hat in Berliner politischen Kreisen dem Besuche, den der Reichswehrminister Dr. Groener am Frei­tagvormittag dem Reichspräsidenten abgestattet hat. besondere Beachtung geschenkt. Man weih und das ist ja nach Lage der Dinge ziemlich selbstverständlich dah d i e Veröffentlichung der Groenerschen Denkschrift über die militärischen Gründe für den Bau des Panzerkreuzers A in der Zeitschrift .Review of Reviews" Anlaß und Inhalt der Unterredung abgegeben haben, und man weih, daß der Reichspräsident auf eine sehr ein­gehende Untersuchung der Vorfälle, die diese Veröffentlichung ermöglicht haben, ganz besonderen Wert legt. Selbstverständlich arbeitet auch das Reichswehrministerium energisch daran, der Ursache der geradezu unglaublichen Indis­kretion aus den Grunb zu kommen, und es ist eine besondere Abteilung des Ministeriums da­mit beauftragt worden, sich dieser Untersuchung in erster Linie anzunehmen.

Die Mitteilungen, die der Herausgeber der Review of Reviews" über seine Quelle gemacht hat. sind vraktisch nichtssagend und nur dazu angetan, die wirklichen Hergänge zu ver­schleiern. Man weih in Berlin auch heute noch nichts Räheres über die Zusammenhänge, aber immer mehr wird der Befürchtung Raum gegeben, daß die undichte Stelle, durch die die Denkschrift nach England hinüberge lattert ist, nicht bei den Parlamentariern und nicht bei den Ländervertretern zu suchen ist, denen ^die Denk­schrift vertraulich zugeleitet worden war, sondern vielmehr im Reichswehrmini st erium s e l b st. In politisch besonders gut unterrichteten Kreisen hat man schon seit langem davon ge­sprochen, dah die Sicherheitsverhält- nisse für Akten im Reichswehrministerium un­zulänglich feien. Man erzählte sich einige Fälle, in denen Akten verschwunden sind, oder in denen die Tatsache bekanntgeworden ist, daß fremde Staaten im Besitz von Ab­schriften oder Photographien seien, schon des öfteren, und es gibt unter den Vorgängen, die so kolportiert wurden, einige besonders drastische Fälle, die in ihren Einzelheiten gerade zu der Phantasie begabter Krüninalschriftsteller ent­sprungen zu sein scheinen.

Leider sind sie es nicht; man hat vielmehr Anlaß, sie sehr ernst zu nehmen, und muh sich nur wundern, dah nicht schon längst ganz rücksichtslos der Versuch gemacht worden ist,

DerSieg derAufständischen in Afghanistan

Batschisakao Herr von Kabul.

Amanuttah in KandaharDie Flucht Znayat Nllahs

Peschawar, 18. Jan. (Reuter.) Der neue Emir Habib ulla h ist in der ganzen Provinz Kabul als Herrscher aus gerufen worden. Er ver- fügt über 15 000 gut ausgerüstete Bewaffnete und hält in vorzüglicher Weise die Ordnung aufrecht. Uber das frühere Leben Habibullahs ist nichts nä­heres bekannt. Der Name B a t s ch i f a k a o deutet darauf hin, daß er der Sohn eines Wasjetträgers ist. Man vermutet, daß er zum Mohmand-Stamme gehört. Den Namen Habibullah Ghasi hat er wahr­scheinlich angenommen, um darauf hinzuweisen, daß er zu einer Stellung emporgestiegen ist, die der Stellung Kemal stZaschas in der Türkei und Riza Khans in Persien entspricht. Aus Dschelalabad wird berichtet, daß die S ch i n w a r i und andere Stämme dec Ostprovinzen zu Habibullah nach Kabul Ver­treter entsandt haben. Auch Sirdar A l i Achmed Khan, der frühere Gouverneur von Ka- bul, der sich unter Bewachung in Dschelalabad be­fand, soll sich nach Kabul begeben Haden.

Wie weiter berichtet wird, hat A m a n u l l a h den Gouverneur von Kandahar angewiesen, die dort gehißte Königsstandarte niederzuholen, da er nicht mehr König sei. Angesichts der Tatsache, daß Köni­gin S u r a n a demnächst ein Kind erwartet, erregt es bei den Anhängern des Königs große Befriedi­gung, daß sie mit Amanullah in Kandahar in S i - cherheit ist. Es wird gemeldet, daß der König in Kandahar und in Ghazni Unterstützung findet. Zu der Flucht Jnayatullahs wird noch berich­tet, daß Bevollmächtigte der Rebellen und des letz­ten Königs gestern gemeinschaftlich bei dem briti­

schen Gesandten, Sir Francis Humphyrs, oorsprachen und ihn ersuchten, zur Vermeidung weiteren Blutvergießens es dem abgedankten König zu ermöglichen, mit feiner Familie und seinem Ge­folge die Stadt zu verlassen. Es wurden infolgedessen von den britischen fiuftffreitfräften mehrere Flugzeuge angefordert, die heute mor­gen Jnayatullah und fein Gefolge, unter dem sich auch sieben Damen, der ehemalige Kriegsminister und zwei Brüder der Königin Suraya befanden, aufnahmen und inzwischen m Pescha wa r ein­getroffen sind.

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DIE AUF5TÄNDE IN AFGHANISTAN

L///I Auf Stands- |W gebiete (Mdte Januafj 1 "des Schin- wari-Stammes 2-in Kuhislan (unter Führg. von Batscha-

J 5akao)

die Quelle solcher Vorgänge zu verstopfen. Schon unter dem Vorgänger des Reichswehr­ministers Groener ist gelegentlich auf solche Rot- wendigkeit auf das dringendste aufmerksam ge­macht worden, aber man hat von erfolgten Maß­nahmen oder gar von Erfolgen niemals etwas erfahren. Es liegt also der Gedanke außer­ordentlich nahe, daß auch die Veröffentlichung der Denkschrift über den Panzerkreuzer A letz- ten Endes auf dunkle Vorgänge im Reichs­weh rministerium selbst zurückgeführt werden muh, und dah per Weg von Berlin nach London irgendwie über den Ermittlungsdienst einer ausländischen Macht gelaufen ist. Vorläufig ist der Beweis für diese Auffasung noch nicht erbracht, aber die Nachforschungen, die gegenwärtig angestellt werden, werden diese Möglichkeit ganz besonders rücksichtslos prüfen müssen, ohne natürlich das Rachgehen auch jeder kleinsten anderen Spur darüber zu vernachläs- igen. ____________

Einigung in der römischen Frage ?

Ein neuer Kirchenstaat.

C o n b o n, 19. Jan. (TVTV. Fankspruch.) wie der römische Korrespondent derlimes meldet, ist ein grundsätzliche, U e b e r e 1 n k o m m e n zwischen dem Vatikan und der italienischen Regierung über die Grundlagen der Erörterung der römischen Frage für den Fall der Aufnahme amtlicher Verhandlungen er- zielt worden. Ulan sei jedoch der Ansicht, dah die Er­öffnung solcher Verhandlungen noch in weiter Ferne liege. Das Uedereinkommen sei in einem Memorandum entha.len, das im Palazzo Lhigi am letzten Montag unterzelchnet worden sei. Folgendes ollen die wichtigsten Punkte sein:

Der Papst wird von der italienischen Regierung anerkannt, als Souverän eines kleinen, aber völlig unabhängigen päpstlichen Staates, und zugleich erkennt der Papst die weltliche Souveränität Italiens gegenüber dem vor­maligen päpstlichen Staat an.

2. Der neue päpstliche Staat umsaht St. Peter, die vakikanpaläste und mehrere hundert acres an­liegenden Gebiets.

3. Der Vatikan erhält eine Gelben lschäbl- g u n g, über die aber noch verhandelt werde. Die italienische Regierung biete eine Milliarde Lire an, der Vatikan fordere jedoch vier Milliar­den Lire.

4. Ls werde vorgeschlagen, dah die Gesandt- schastsgebäude der beim Vatikan akkreditierten Gesandten dort bleiben können, wo sie sich jetzt be­finden, dah ihre Verwaltungsräume aber innerhalb der Grenzen des neuen päpstlichen Staates verlegt werden.

5. Alle Beamten des Vatikans werden als Untertanen des neuen Pontifikal- staates anerkannt.

Englands Ziel in Osiafrika.

Verschmelzung zu einer einzige» Kolonie.

Berlin, 19. Ian. (Priv.-Tel.) Die Engländer hatten im vorigen Jahr eine Kommission nach Ostafrika entsandt, die untersuchen sollte, auf welche Weise man den ostafrikanischen Besitz mit dem Mandatsgebiet Deutsch-Ostafrika zu einer einzigenKolonie zusammenschweißen könne. Man hatte sich zu der Anschneidung dieses Pro­blems entschlossen, weil sich die Rotwendigkeit einer Ausfüllung der zwischen dem nord- und dem südafrikanischen Besitz Englands liegenden Lücke ergeben hatte. Weiter aber bestand nach dem Eintritt Den schlands in den Völkerbund die Gefahr, daß die Re ch5regieru-.g die Rückgabe des alten ost afrikanischen Des itzes fordern würde, den Grohbritannien jetzt a l s Völkerbundsmandat verwaltet. Für eine Rückgabe ist man aber in London nicht zu haben, infolgedessen beeitte sich die englische Reg.erung, die Möglichkeiren einer Zusammenlegung Deutsch-Ostafrikas mit dem angrenzenden briti­schen Besitz untersuchen zu lassen. Der Bericht her Studieickommission liegt jetzt vor. Er ist tn- sosern interessant, als noch nicht die Auf­saugung unseres früheren ostafrilanischen Drsitzes empfohlen wird. Wohl aber will man auf dem Umwege über einen gemeinsamen Ober- kommissar für Kenya, ilaanba und Tangan­jika (Deutsch-Ostafrika) aus Dem östlichen Afrika einzentralverwaltetesGebiet machen, dessen Grenzen sich allmählich verwischen sollen, biS es schließlich eine rein britische Ko­lonie ist. Vorläufig sind das zwar noch brittsche

Pläne und Absichten. Die Gefahr, dah auf diese Weise Deutsch^dstafrila restlos in das brittsche Kolonialreich einverleibt wird, kann jedoch nicht von der Hand gewiesen werden.

Ein englischer Fincmzmann zur Reparaiionsfrage.

Das Interesse der Alliierten an einer vernünftigen Negeiung.

London, 18. Ian. (WTB.) Den Blättern zu­folge kam der Vorsitzende von Barclays Bank, Goodenough, auf der gestrigen Generalversamm­lung der Bank auch auf die Reparationsfrage zu sprechen. Er sagte u. a.: Es wird von größter Wichtigkeit sein, dah der festzufetzende Repara­tionsbetrag nicht nur annehmbar für die Alliierten ist, sondern dah es soweit wie möglich vermieden wird, Deutschland zu einem übertriebenen industriellen Wett- betoerb mit der übrigen Welt zu zwingen, der dadurch herbeigeführt würde, dah bte deutsche Bevölkerung einen allzu niedrigen Lebens standard annehmen mühte. Er betonte die Rotwendigkeit, die deutsche Währung nicht zu gefährden, und erklärte weiter: Das Problem ist sehr verwickelt, aber sicher wird eS den alliierten Gläubigern auf die Dauer zum Vorteil gereichen, wenn sie eine Reparationssumme fordern, die als gemäßigt erscheinen würde. Goodenough fügte hinzu: Durch die Ausgabe einiger der Reparations­obligationen, die jetzt den Gläubigermächten gutgcschricben sind, auf den Weltmärkten könnte ein Schritt getan werden, der das Problem vereinfachen würde.

Die bestimmte und endgültige Annahme der durch die Obligationen ausgesprochenen Ver­pflichtungen und die älebernahme der Obligatio­nen durch private Kapitalanleger würden Deutschlands Verantwortlich.eit unterstreichen und wahrscheinlich die Cesahr des Ver­zuges vermindern, da ein solcher den künftigen Kredit Deutschlands unwieder­herstellbar schädigen würde, älleberdies würde die Reparationsfrage dadurch noch weiter von dem Gebiet der Politik entfernt werden, während die alliierten Regierungen in den Stand gesetzt werden würden, die direkte Last ihrer nationalen Schulden zu vermindern. Sollte Deutschland schließlich einen wirklichen Aus­fuhrüberschuß erreichen, der über den Be­trag seiner Einfuhr und seiner Reparations­zahlungen hinausginge, dann würden die Obli­gationen von Deutschland zurückgekauft werden können. Deutschland würde dadurch in die Lage kommen, allmählich seine Reparations­schuld zu vermindern. Ich bin sicher, dah eine solche Methode dem Frieden zugutllommen und Deutschland veranlassen würde, im Interesse seines eigenen künftigen Kredits zu bezahlen.

Aus aller Wett.

Dr. Eckener über den geplanten Polarflug.

In einer Unterredung mit dem Davoser Be­richterstatter desTelegraf" erklärte Dr. Ecke­ner über den geplanten Polarslug u, a, dah man mit 2iücksicht auf das große Interesse der russischen Regierung beabsichtige, von Leningrad aus zu starten. Von dort aus werde die Fahrt entlang der nordamerikanischen Küste bis Rome (Alaska) gehen, wo neuer Brennstoff übernommen werden müsse. Ransen sei nach Amerika gefahren, um dafür zu sorgen, dah das Luftschiff bei der Ankunft in Rome einen Ankermast und den notwendigen Brennstoff vorinde. Von Rome aus werde man in bisher unerforschte Polargegen­den fliegen, tun nach neuem Land zu suchen und Tiefseemesiungen unj mcteorolog sche Beobachtun­gen auzusieilen. Rach der Rück ha nach Rome, wo neuer Brennstoff für die Rückreise übernommen werde, werde man entlang der sibiri­schen Küste, wo weitere Messungen beabsich­tigt sind, nach Leningrad zurückkehren. Das Luftschiff werde also nicht den Rord- pol überfliegen.

Panik am Kurfürsten dämm.

Freitag abend gegen 9 Uhr raste ein P r i - v a t a u t o, Kurven und Zickzackwendungen be­schreibend. den Kurfürstendamm nach der Rich­tung Kaiser-Wilhe.m-Gedächt.üttirche herunter. Die Straße war gerade um diese Zeit über­füllt von Menschenmassen. Die tolle Fahrt des Automobils erzeugte eine Panik. Jeder suchte sich vor dem tollen Fahrer in Sicherheit zu bringen. Rachdem das torkelnde Ge­

fährt ein paar Barrieren und Ver­kehrszeichen um gerissen hatte, kam eS es an der Gedächtniskirche zum Stehen. Ehe sich ein Polizist dem Wagen nähern konnte, fuhr der Chauffeur schon wieder in voller Fahrt in die Tauentzienstrahe hinein, nahm ein paar Geländer mit und stand plötzlich a u f der Mittelpromenade der Tauentzlen- strahe. Zum dritten Male setzte sich das Gefährt in Bewegung, kam jedoch sofort wieder zum Halten, da ein standfestes Rasengeländer es auf­hielt. Vollkommen zertrümmert blieb der Wagen auf der Mittelpromenade liegen. Polizeibeamte hoben den vollständig oe- trunkenen Fahrer heraus und transpor­tierten ihn nach der Wache. Personen sind bei der rasenden Fahrt nicht zu Schaden gekommen.

Vier holländische Polizisten von einem Arrestanten getötet.

Als ein Einwohner des Dorses © r o o t e - gast (Provinz Groningen), ein gewisser Wtzkstra, zum Verhör nach Groningen gebracht werden io.lle, wurden die mit der äleoerführung beauftragten vier Polizeibeamten von Wykstra nacheinander aus dem Hinterhalt er­schossen. Den schwer verletzten Beamten schnitt er mit einem Messer die Kehle durch, dann schleppte er mit Hilfe seiner Geliebten die Leichen der vier ermordeten Beamten ins Haus und steckte es in Brand. Da die Dor,oewohner die Schüsse gehört hatten, wurde die Untat bald j entdeckt und der Mörder konnte im Lause des ! Rachmittags von zwei Kriminalbeamten in Gro­ningen festgenommen werden. Mau sand bei ihm noch zwei geladene Revolver. Die Ge­liebte des Mörders wurde gleichfalls verhaftet. Der sensationelle Vorfall hat in ganz Holland großes Aufsehen erregt, da eine Mordtat solchen Umfanges seit Jahren im Lande nicht zu ver­zeichnen ist.

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Wettervoraussage.

Milde ozeanische Luflmassen haben sich sehr rasch über Deutschland durchgesetzt und einen Umschlag ju Tauwetter gebracht. In Norddeutjchland sind dir Temperaturen innerhalb 24 Stunden um 20 Grad angestiegen. Hannover gestern morgen18 Grad Celsius, heute 4- 2 Grad Celsius. Aber auch m unferm Bezirk haben die Temperaturen stellenweis um 13 Grad zugenommen. Gießen gestern morgen12 Grad Celsius, heute + 1 Grad Celsius. Da durch du | augenblickliche Druckverteilung eine weitere Zufuhr I maritimer Luftmassen stattsindet, werden sich die Temperaturen mehr um den Gefrierpunkt, ja, sogar zeitweise etwas darüber halten.

Wettervoraussage für Sonntag' Wechselnde Bewölkung, Temperaturen um Null und darüber, vereinzelte Niederschläge.

Witterunasaussichten für Montag: Weiterhin wechselnd wollig, jedoch Temperaturen schwankend, noch Niederschlagsneigung.

Lufttemperaturen am 18.Januar: mittags^ Grad Celsius, abends 1,2 Grad Celsius, am 10. Januar: morgens + 1,4 Grad Celsius. W' mum + 1,4 Grad Celsius, Minimum 13,1 vSroJ Celsius. Erdtemperaturen am 18. Januar: obendr 2,1 Grad Celsius; am 19. Januar: morgens U Grad Celsius. Schneedecke 4 Zentimeter.

Mnkcrsportnochrlchtea der Hess. Wetterdienststelle.

Vogelsberg (Hoherodskops): Rebel, minui 4 Grad, 30 bis 35 Zentimeter Pulverschnee. Sportmöglichkett für Ski sehr gut. Hainer Höhe): Rebel, minus 8 Grad Celsms. 50 Zentimeter Pulverschnee, Sportmoglichkeu P* Ski und Rodel sehr gut.

Odenwald (Tromm): 50 Zentimeter ^yfret' schnee, minus 2 Grad Celsius, Rebel, Skr urw Rodel gut. (Reunkirchen): Rebel, 60 Jentr- meter Pulverschnee, minus 5 Grad Celsius, und Rodel sehr gut.

Taunus (Kl. Feldberg): Leichter Schwefc minus 3 Grad Celsius. 50 Zentimeter Schn­ei was verweht. 1 bis 2 Zentimeter Reusck""" Ski und Rodel sehr gut

Saue rland (Winterberg): Leichter Schn« fall, minus 1 Grad Celsius, 45 Zentimeter Schnee stark verharscht. 6 bis 10 Zentimeter Reuschnn Ski und Rodel gut

Schwarzwald (Feldberg): Dewölkt. mstm. 4 Grad Celsius, 135 Zentimeter Schnee, Pulver schnee, 1 bis 2 Zentimeter Reuschrree. Skr uw Rodel gut. Hornigsgründe: Rebel, rmnu- 5 Grad Celsius. 135 Zentimeter Pulversch^ 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee, Ski und -no^ ' Al^pen (Garmisch-Partenkirchen): Wolkig. nus 2 Grad Celsius, 40 Zentimeter Pul^rK^ 1 bis 2 Zentimeter Reuschnee, Ski und sehr gut. Berchtesgaden: Wollig. minus lVr Celsius, 45 Zentimeter Pulver,chnee, 6 bis 1 Zentimeter Reuschnee, Ski und Rodel sehr gur.

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