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Aus her Pwvinzialhaupiflaitt

Gießen, den 18. (Zanuar 1929.

Gezeichnet!

Ern Spaziergang führte mich tief in den Wald Mein. Durch Buschwerk, Niederholz und eine junge Lannenschonung ging der Weg zum H o ch- nxa l d. Stattlich standen die Bäume Pa, still und ; unbeweglich, eine unendliche Ruhe lag über bat Natur. 3m Wald ist es immer schön. Auch

kirohenrand, werden numeriert. Nach einigen 5wf>en erscheinen die Handwerker, Holzhändler, llcacht^n die Bäume, messen, schätzen. So schließt !i> der Kreis. Die Alten pflanzten die Bäume, Enkel errichten Gebäude, zimmern Möbel krcuS...

C«a, der Mensch braucht Holz, er hat ein Recht, sich zu holen. Aber trotzdem tut einem das weh. wenn man sieht, wie die stattlichen läeime niedersinken, wie dann die Stämme kahl hte tot daliegen. Lind man denkt unwillkürlich ci bie Sommertage, an denen sie uns Schatten |;cnbefen und über uns rauschten, wir aber auf i>m» weichen Moose lagen und hinaufschauten xtB ihren grünen Wipfeln...

.0 schöner, grüner Wald, du meiner Lust und Wehen andächtiger Aufenthalt!"--

Gedankenvoll ging ich weiter, aber immer tote» bt mußte ich nach den schönsten Bäumen sehen, v sie nicht auch zum Tode verurteilt waren, vh war in einem anderen Dell des Waldes. Set: standen mächtige Eichen und Buchen, aber hwt einzige war .gezeichnet".

Wild hatte mich wieder der Zauber Les Winter» dllles umfangen, und nur aus weiter Ferne bmg gedämpft das Arbeitsgeräusch der Holz-

zu mir. m.

Jicfe'*cr Wochenmarktpreise.

W kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Jitter 140 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse i I) Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20, Weiß- Ifaiul 10 bis 15, Notkraut 20 bis 25. gelbe '!51&n 15 bis 20, tote Rüben 15 bis 20. Spinat lijlltte 40. Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl

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TELEFON­GESPRÄCHE VON DEUTSCHLAND NACH AMERIKA

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mr. Winter, wenn die Vögel schweigen und keine Insekten summen. Ich stand und schaute.

Da sah ich einige Bäume, die mit einem schar­en Gegenstand angeschnitten waren: sie hatten laine Wunden in der Größe eines Dreimark- l.lckes bis zur Handgroße. Es waren die Bäume, i )i i vom Mrster dazu bestimmt worden waren, ^ällt zu werden. Nun standen sie noch inmitten h:er Kameraden, rauschten unmerklich und trugen »ix leichte Schneelast wie eine weiße Krone. 5s waren Eichen und Buchen, hier und da auch liefern. ^Stolze Bäume!" fagie ich zum Förster, x:t vorübergsng.schade, daß sie umkommen", lutzholz!" war die knappe Antwort.

3a, Nutzholzi Der Kreis schließt sich Bon den Menschen gepflanzt, gehegt und gepflegt, grünten ir als zierliche Pflänzchen, wuch en dann heran, elften sich und strebten zum blauen Himmel Ni-Por. gaben den Vögeln und Eichhörnchen in hrien Wipfeln eine Zufluchtsstätte, wurden vom DiiurmtDiiti) hin- und hergezaust: Blitze holten ich die ersten Brüder, hier und da am Waldrand ouirüe einer vom wilden Sturm geknictt. die :ruberen schossen aufrecht und wuchttg in die Höhe. %8 war ein schöner Hochwald.

iAun sind die Bäume stark genug. Der Mensch iracucht sie. Nutzholz!

Lchon hört man drüben über dem Graben das Xmirschen der Säge, das Dröhnen dec Axthiebe. M r Holzmacher sind an der Arveit Bald werden sie auch hier die »Gezeichneten" anhauen, und t<Kim kommt das lange Ungetüm, das ich hier |um erstenmal sah, dieDruckmaschine", so nann» fcm sie wenigstens die Holzfäller. (Bei welcher tebeÜ hilft uns die Maschine eigentlich nicht?)

□iur die Seitenwurzeln des Baumes wurden cbAehauen. dann trugen zwei Männer die Ma- shRite herbei. Sie wurde mit einer starken Kette tn einem anderen Daum befesttgt. ein mächtiges ?,uiichholz mit zwei scharfen, gebogenen Eisen- hiqen ich mußte unwillkürlich an Raubtier-

ta len denken hakte sich fest in den fernen» Kmöen Stamm der Buche, die Kurbeln kamen n Bewegung, und unerbittlich, unbarmherzig du cde der stolze Baum langsam, aber unfehlbar tm geknickt. Schon lag er schief, aber wie in Todes- tngft hiell er sich mit seinen Aesten fest an den La^hbarkronen. Die Maschine wurde gedreht, und Wrin gab es kein Hallen mehr. Mit gewalttgem toxner schlug der Baum zur Srde, genau in kt Richtung, die ihm die Holzhauer bestimmt kitten; kein anderer Daum war verletzt, kein iungbaum umgerissen worden.

Denn so ein Waldriese stürzt, geht ein Aechzen ftrch den ganzen Wald, selbst die rauhen Holz- erb eiter stehen einen Augenblick still und schauen tuet dem gefällten Daum. 21xr bald leb- Hie Tätigkeit ein. Das 2tcifig wird aogehackt, P Dellen gebunden, die leichten Aeste und der M-re Teil des Stammes werden zu Brennholz c^sgesetzt. Die Stämme selber kommen an den

Bornotizeit.

Tageskalender für Samstag. Re- publllanischer Lehrerbund: Erinnerungsfeier für Lessing, im Festsaal des Landgraf-Ludwigs» Gymnasiums. 6.15 Uhr. Geflügel- und Vogel- zuchwerein Gießen und Umg. e. V.: Monatsver­sammlung. 8 Uhr, im »Hess. Hof". Kaval­lerieverein Gießen e. D.: Familienabenü (Reichs- aründungsfeier), 8 Uhr abends, im 2kretn8- lokal. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,Das Schicksal derer von Habsburg." Astoria- Lichtspiele:Das Verbrechen auf der Teufels» bürg."

Tageskalender für Sonntag. Stadttheater:Der Prozeß Mary Dugan", 18 bis 20.15 Uhr. Religiöse Vollsspiele: ^Hel­den deS Glaubens", 4 und 8 Uhr in der Turn­halle am Oswaldsgarten. Oberhesiischer Kunjtverein, 11 Uhr: Eröffnung der Ausstellung im Turmhaus am Drandplatz. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das Schictsal derer von Habs­burg." Astoria-Lichtspiele:Das Verbrechen auf der Teufelsburg."

Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt­theaterbureau wird uns geschrieben: Auf vielfachen Wunsch wird Sonntag, 20. Januar, Bayard Veillers KriminalstückDer Prozeß Mary Dugan" ein zwei­tesmal als Fremdenvorstellung gegeben. Beginn 18 Uhr. Ermäßigte Preise. Dienstag, 22. Januar, findet die erste Wiederholung von Leonhard Franks Karl und Anna", dem ersten Schauspiel dieses durch seine RomaneDie Räuberbande", undDas Ochsen­furter Männerquartett" bekannt gewordenen Autoren statL Spielleitung: der JntendanL Otto Ernsts bekanntes und beliebtes LustspielFlachsmann als Erzieher", das in neuer Inszenierung Spielleitung Bast6 bei der ersten Aufführung großen Beifall fand, wird am Mittwoch, 23. Januar, erstmalig wie- derholL Freitag, 25. Januar, wirdNathan der Weise", Lessings dramatisches Gedicht, das zur Feier seines 200. Geburtstages in neuer Inszenierung als Jubiläumsoorstellung in Szene ging, zum erstenmal wiederholt. Nathan: EdelbertGareis.

ÄerGoethe-Dund hat, wie man uns schreibt, für seinen am kommenden Donnerstag stattfindenden vierten Dichterabend den be'ann- ten österreichischen Dichter Anton Wild- g a n s gewonnen. WlldganS ist neuerdings mit einem Band Gedichte hervorgetreten, die man­cherlei seelische Probleme behandeln. Dem stamm­verwandten Dichter wird an dem Abend, da er vor daS hiesige Publllum tritt, dessen lebhaf­te- Empfinden entgegenkommen. (Siehe heutige Anzeige.)

Evangelischer Bund. Man schreibt uns: Es sei nochmals auf die Aufführung deS religiösen VollsspielsHelden des Glau­bens" am morgigen Sonntag in der Turnhalle am Oswaldsgarten hingewicsen. Das Drama in fünf Auszügen von Walter Nithack-Stahn foxelt zur Zell der Christenverfolgung unter Kaiser Trajan und wurde überall mll großem Beifall aufgenommen. Niemand wird enttäuscht sein, sondern reichen Gewinn mit nach Hause neh. men: innige Schlichthell und ergreifende Darstel­lung jener schweren Zeiten wirken nachhaltig aus den Zuschauer. Um 4 Uhr findet eine Schüler. Vorstellung statt, die Abendvorstellung beginnt um 8 Uhr.

Dortrag über das Banat. Man schreibt uns: Jugoslawien das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen hat durch seine innerstaatliche Umgestaltung in den letzten Wochen im Mittelpunkt des allgemeinen politischen Inter­esses gestanden. Es ist ein Staat, der unter der Diel» fältigkeit seiner Bölker leidet, und dem in seiner weiteren staatlichen Entwicklung erst noch manche Schwierigkeit aus seiner bunten volklichen Mischung erwachsen wird. Uns mag es besonders interessie­ren, daß unter den etwa zwölf Millionen Einwoh- nern auch rund eine halbe Million Deutsche sich be-

* Kraftposten Gieße nK lein - Lin - d en. Dom Postamt wird uns mitgeteilt: Mit Wirkung vom 21. ab werdm die Fahrten ab Gießen 17.30 Uhr und ab Klein-Linden 17.50 Uhr wegen geringer Benutzung aufgehoben. Außer­dem wird die Abfahrtszeit der bisher 18.20 Uhr ab Gießen verkehrenden Krastpost auf 19 Uhr festgesetzt. Diese Fahrt nebst der Rückfahrt nach Gießen ab Klein-Linden 19.15 Uhr wird nur dann verkehren, wenn mit der zu gleicher Zeit nach Hochelheim verkehrenden Krastpost nicht sämtliche Fahrgäste Beförderung erhallen können.

" Oberhessischer Kun st verein. Mor­gen, Sonntag, 20. Januar, beginnt die erste Aus­stellung im neuen Jahr. Karl Lenz, Erdhau­fen, im früher hessischen Hinterland, bringt eine größere Zahl von Oelgemälden heimatlichen Cha­rakters zur Schau, darunter landschaftliche und figürliche DarstellunTen großen Formats. Von letzteren seien insbesondere die Bilder:Kirch­weihe",Kuhhandel".Klatschweiber auf der Ortsstraße" hervorgehoben. Frau Berta Lenz. Erdhausen, ist mit ländlichen Dlumenstücken ver­treten. Oskar Achenbach, Runkel, stellt Landschaften aus der Rhein- und Lahngegend, aber auch italienische Motive aus. Don Weber, München, einem geborenen Tiroler, Mitglied der Neuen Sezession, stammt ein in hiesigem Privat­besitz befindliches großes Oelgemälde moderner Richtung:AchensceFrau Käthe Spengel. Hamburg, ist mit einer größeren Zahl von Aqua­rellen, insbesondere Werft- und Dünenbildern, aber auch mll anderen Motiven Vertretern Franz Hecht, München, stellt eine Anzahl Holzschnitte aus. In einer Ditrine sind Miniaturporträts von Frau L. Decker-Emmerting, Darmstadt, ausgenommen. Di« vielseitige Ausstellung, bei der einige bereits bekannte Künstler vertreten sind, ist wieder Sonntags, Montags, Mittwochs und Freitags von 11 bis 1 Uhr, Mittwochs auch von 3 bis 5 Uhr nachmittags geöffnet und dürfte das Interesse des Publiftims verdienen. Sie bleibt nur bis Sonntag, 10. Februar (ein­schließlich), zugänglich. Man beachte die gestrige Anzeige.

** Die Museen sind am morgigen Sonntag zwischen 11 und 1 Uhr geöffnet.

* Unfall des Stabttheater-Jn- tendanten. In der letzten Nacht verunglückte auf dem Heimwege der Intendant unseres Stadt­theaters Dr. P r a s ch , durch einen Sturz, wo­bei er sich einen Bruch des linken Unterschen­kels zuzog. Nach erster ärztlicher HUfeleistung wurde der Verunglückte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten» Kreuz in das Evan­gelische Schwesternhaus verbrachL

** Aus dem Gießener Standesamts' re gift er. Es verslarben in unserer Stadt in der Zeit vom 1. bis 15. Januar: 2. Januar Johann Aug. Otto Hartung, Vorarbeiter, 57 Jahre all, Lindengasse Nr. 2: Tina Frcymann geb. Schaumburg, Witwe, 64 Jahre alt, Lichcr Straße 74; Karaline Kraft, Ge­schäftsinhaberin, 51 Jahre alt, Neuenweg 46; 6. Ja­nuar Paula Emilie Adolfine Braun, ohne Beruf, 27 Jahre alt, Mittelweg 22; Heinrich Schmidt, Reichs- bahnoberfekretär, 60 Jahre alt, Frankfurter Str. 62; 11. Januar Beronika Katharine Krall, ohne Beruf, 40 Jahre alt, Licher Straße 74; 12. Januar Wilhelm Schnabel, ohne Beruf, 61 Jahre alt, Weidengasse 7.

* Städtische Brennholzoer st eige- r u n g. Bei der gestrigen Brennholzoersteigerung im Stadtwald (Bezirk des Försters Brück) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter 18,50 Mark, Buchenknüppel 15 Mark, Eichenknüppel 8,20 Mark, Buchenstöcke 9 Mark se Raummeter; Buchenreisig 31 Mark, Eichenreisig 18 Mark je 100 Wellen.

Rindermarkt findet am kommenden Dienstag in Gießen statL Der nächste Schweine­markt ist auf den 6. Februar festgesetzt worden. ** Oberhessische Dorfkirchenvor- stehertage. Die Dorfkirchenvereinigung für bas südliche Oberhessen hält wie alljährlich im Nach­winter, demnächst drei Dorfkirchenvorstehertagungen ob, nämlich am 4. Februar in Nicder-Erlenbach am 18. Februar in Dübel-Heim, am 4. März in Rupperts­burg. Auf allen drei Tagungen wirb nach einleiten­dem Festgottesdienst über ein sehr aktuelles Thema für Volk unb Kirche,die Familiennot", oerhanbell werden. Der Direktor des hessischen Landesoereins

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für Innere Mission, Pfarrer R Sh richt, wird bas Referat halten. Die ßeiterln des Fürsorgeheims Glauburg" in Nieder-Erlenbach, Oberschwester Margarete Wannemacher, wirb darauf oon ihren Erfahrungen berichten. In Nieder-Erlenbach ist eine Besichtigung der Glauburg mit der Tagung verbunden. Auch diesmal genießen die auswättiaen Teilnehmer die Gastfreundschaft der Bewohner der Tagungsorte. In Anbetracht der freundlichen unb ungeteilten Zustimmung, die diese Tagungen der Kirchenvorsteher seit ihrem Bestehen in ganz Ober­hessen gefunden haben, ist mit einem guten Besuch aus der Provinz zu rechnen. Auch der Prälat der hessischen Landeskirche, Dr. D. Diehl, unb der Superintendent oon Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, haben ihr Erscheinen zugesagt.

** Staatliche Stenographielehrer» Prüfung. In den letzten Tagen wurde in Darm­stadt die fünfte staatliche Stenographielehrerprüfung abgehalten. Der Prüfung unterzogen sich fünf Da­men unb sechs Herren. Einer der Prüflinge trat während der Prüfung zurück; die übrigen zehn be- standen sämtlich die Prüfung, darunter auch zwei Mitglieder des hiesigen KurzlchriftoereinsGabels­berger" von 1861, unb zwar Diplom-Hanbelslehrer Paul D e h m e r unb Beamtenanwärter Wilhelm Momberger. Herr D e h m e r würbe als einziger mit ber Notesehr gut" ausgezeichnet.

** Schülermonatskarten und <311* züge. Die volksparteilichen Landtagsabgeord­neten Dr. Keller und Frl. Birnbaum haben folgende Anfrage an die Regierung ge­richtet: Die Reichsbahn hat mit Wirkung vom 1. Januar 1929 die Eilzüge für Schüler­monatskarten gesperrt. Don dieser Maßregel werden zwar fast keine eigentlichen Schüler, wohl aber eine größere Anzahl Stu­dierende, denen ihre wirtschaftliche Lage ein Wohnen am Hochschulort nicht erlaubt, auf daS härteste betroffen. Sie verlieren nicht nur täglich die Zeitdif erenz zwischen Fahrtdauer der Eil- und Personenzüge, sondern unter älmständen sehr viel mehr Zeit, well sie statt eines zur richtigen Zeit gehenden Eilzuges einen viel un­günstiger liegenden Personenzug benutzen müssen. Dieser empfindlichen Benachtelligung wertvoller Glieder unseres Dolkskörpers dürfte schwerlich eine entfpreckende Einnahmesteigerung der Reichsbahn durch die geschilderte Maßregel gegenüberstehen. Wir fragen deshalb an: Ist die hessische Regierung bereit, Schritte zu unter­nehmen, damit eine Verordnung rückgängig gemacht wird, durch die zahlreiche hessische Studierende der Hochschulen Gießen, Darm­stadt, Frankfurt und Heidelberg, vermutlich auch Besucher der verschiedensten Fachschulen ganz urmütz kostbarster Zeit beraubt werden?

** Deutsche Volkspartei. Die hiesige Orts­gruppe der Deutschen Dolkspartei hielt am Mittwoch im Hindenburg ihre Jahreshauptversammlung ab. Der vom Rechner erstattete Kassenbericht zeigte einen befriedigenden Stand der Finanzen Der Tätigkeits­bericht des Geschäftsführers zeigte die vielseitigen Anforderungen, die heute an die Organisation einer politischen Partei gestellt werben. Nach ber an- schließenb getätigten Vorstanbswahl ergriff ber Landtagsabgeorbnete Bürgermeister Dr. N i e p o t h (Schlitz) bas Wott zu seinem Vortrag über bi» politische Lage. Häufig unterbrochen burch bte Zu­stimmung ber Anwesenden wies ber Redner nach, baß trotz der Kritik über bie von Stresemann ge­führte Außenpolitik eben diese Kritiker bis heute nicht in ber Lage wären, eine burchführbare Aenbe- rung der Außenpolitik anzugeben. Die Schwierigkeit ber Reparationslösung, bie heute In ein entschciben» des Stadium eingetreten ist, wurde eingehend er­örtert. Bei den innerpolitischen Fragen befaßte sich ber Rebner vorwiegenb mit den Vorschlägen, bie zur Deckung des Defizits im Reichshaushalt gemacht wurden. Vor- unb Nachteile einer Erhöhung der Erbfchafts-, Wertzuwachs-, Vermögens- unb Umsatz­steuer würben kritisch beleuchtet. An bie Ausführun­gen, bie mit großem Beifall aufgenommen würben, schloß sich eine rege Aussprache an.

D ie Aufbauschule in Friedberg veröffentlicht tn der heutigen Ausgabe eine An­zeige über die Aufnahme in die Aufbauschule. Interessenten seien auf diese Anzeige besonders hingewiefen.

ftnben, bie zum größten Teil in «schlosienen Bauernsieblungen Banat, Datschka, Syrmien leben unb bie trotz aller staatlichen Versprechungen doch in einem stänbigen Kampf um Erhaltung ihrer volklichen, sprachlichen (Eigenart stehen. Heber dieses interessante Gebiet des deutschen Auslandbeutsch- tums, wie es besonders in den evangelischen Ge­meinden im Banat lebt, wird am Montagabend Senior Kund aus Pancevo hier in der Stadtkirche sprechen unb zwar an Hanb von vielen Lichtbildern von Land und Leuten. Auch zu hessischen. Landsleu­ten wirb uns ber Dortrag führen, bie vor langer Zeit borthin ausgeroanbert unb auch in ber Frembe doch gute Hessen nach Brauch unb Sprache geblie­ben finb. Der Vortragsabend ist von dem Gustav- Adolf-Verein veranstaltet und jedermann ist herzlich dazu eingelaben. (Siehe heutige Anzeige.)

25 btS 30. Rosenkohl 40 bis 60, Feldsalat 120 bis 150, Tomaten 80 bis 90, Zwiebeln 15 bis 20, Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 5. Aepfel 20 bis 40. Birnen 10 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 50, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Nüsse 60 bis 80 Pf. das Pfund; Eier 18 bis 20, Blumenkohl 60 bis 120, Salat 40 bis 45, Endivien 25 bis 35, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Ps. das Stück; Kartoffeln 3,80 bis 4,50 Ml. der Zentner.

Oer General «Kutturplan für den Vogelsberg.

Besprechung mit dem Minister in harkmannshain.

Am nächsten Samstag, 26. d. M., vormittags 11-30 Uhr, findet in Hartman nshain eine Be­sprechung über den neuenGeneral-Kullur- plan für den hohen Vogelsberg statt. Der Minister für Arbeit und Wirtschaft, K o r e l l, wird die Verhandlungen selbst leiten. Zutritt zu der Versammlung haben nur aelabene Personen, in erster Linie die Bürgermeister aus etwa 20 Ge-

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