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Freitag, 18. Gttober 1929
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 245 Drittes Blatt
Turnen, Sport und Spiel.
Kußball-Lokattreffen inGießen
ö. Die Fußballsaison 1929/30 steht am kommenden Sonntag vor ihrem größten und wohl auch spannendsten Kampfe im Lahnkrcis. Die Spielvereinigung 1900 ist diesmal Platzverein in dem Lokaltrcf ° f e n zwischen S p. V g g. 1900 und 23. f. 23.
Mit der Spielleitung ist der wohl zur Zeit beste Schiedsrichter des Bezirks Hessen-Hannover, Win- g c n f e l d, Fulda, betraut, der dem Gießenei» Publikum kein Neuling ist. Wingenfeld leitete erst am vergangenen Sonntag auf dem 2Valdsportplatz 23. f. B. Gießen gegen Germania Marburg ganz ausgezeichnet
Der 23. f. 23. hat eine stabile, gut kombinierende Mannschaft, die — wie der letzte Sonntag lehrte — das Spiel auch sehr wuchtig gestalten kann. Dabei ist diese Elf eminent eifrig. Mit welcher endgültigen Mannschaftsaufstellung der Platzvcrein 1900 herauskommen wird, ist bei Niederschrift dieser Zeilen noch nicht bekannt. Vom Spiel in Herborn laborieren Mittelstürmer Heilmann und Mittelläufer Langsdorf noch an Verletzungen, die ihre Mitwirkung in Frage stellen, dagegen wird Hohmann wieder mit von'der Partie sein, wozu der vorzügliche Halbrechte Zeilcr kommt, der erstmals verbandsspielberechtigt ist. Aller Voraussicht nach wird der Gastgeber im Torwart und in der Läuferreihe ein kleines Plus haben, aber sonst kann für gewöhnlich die blauweiße Els nicht allzuviel Kampfesgeist aufbringen. Wenn man den Gang der seitherigen Tressen in Betracht zieht, so ist auffallend, daß der Gast immer besser abschnitt, als der Platzverein.
Vor dem Ligaspicl steigt das Spiel der Reserven 1900 — Butzbach. Dabei dürfte wohl ein knapper Sieg des Platzvcreins herauskommen. Voraussetzung ist natürlich, daß 1900 einigermaßen komplett antritt.
Die 1. Fugend spielt auf dem Woldsportplatz gegen die 1. Jugend der Bewegungsspieler.
Die 2. Jugend hat auf eigenem Platz Aßlars 2. Jugend als Gegner.
B. f. D.
Während die zweite, dritte und vierte Mannschaft wegen des Ligaspiels pausieren, tragen die drei Jugend- und zwei Schülermannschaften Pflichtspiele aus.
Auf dem Waldsportplah kommt ebenfalls ein Lokaltreffen zum Austrag. Hier stehen sich die er st en Jugendmannschaften der Spiel- vcreinigung und des V. f. B. im fälligen Pflichtspiel gegenüber. Die Platzmannschaft hat in letzter Zeit etwas nachgelassen und eine recht unbeständige Form gezeigt. Dor allem läßt die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Mannschafts- teilen sehr zu wünschen übrig. Aber auch die Spielvereinigung hat von ihrer früheren Spielstärke eingebüht. Der Ausgang des Spiels ist ungewiß.
Auch die zweite Jugendmannschaft hat im Pflichtspiel gegen Grünbergs erste den Vorteil des eigenen Platzes. Hier sollte V. s. B., wenn er sich sehr zusammennimmt, einen knappen Sieg erringen können.
Die dritte Jugend empfängt die erste Garbenteichs auf hiesigem Platz und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn Garbenteich den Sieg nicht mit nach Hause nehmen soll.
Die erste Schülerin an n schäft muß zum Pflichtspiel nach Steinberg und sollte dort, wenn sie nicht wesentlich bessere Leistungen aufbringt wie am vergangenen Sonntag, kaum ein ansprechendes Resultat herausholcn. Die zweite
ist Gegner der ersten Schülerelf der Spielvereinigung auf deren Platz.
Dom vergangenen Sonntag ist von der Jugend noch folgendes nochzuberichtcn: Die erste war spielfrei. Während die zweite in Leihgestern gegen die dortige erste nach schwachem Spiel hoch mit 2: 7 verlor, machte die dritte Iugendelf ihre Sache wesentlich besser, indem sie gegen die erste Jugend des V. f. R. Duhbach ein 0:0 erzwang. Dagegen muß das O.O-Resultat der ersten Schülermannschaft, das diese auf eigenem Platz bei mäßigen Leistungen gegen Garbenteichs Schüler erzielte, als schlecht bezeichnet werden. Dc- deutend mehr Eifer zeigte die zweite Schülermannschaft. Sie gewann gegen die Schüler von Burgsolms knapp, aber verdient, mit 1:0.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Allmählich gehen die Serienspiele ihrem Ende entgegen. Das entscheidende Spiel um die Spitzenfüh- runa der 1.Klasse s.ndet am kommenden Sonntag in Naunheim statt. Naunheim I und W i e s e ck I stehen sich dort gegenüber; zwei gleichwertige Gegner werden um die Spitzenführung der Tabelle ihre Kräfte messen Naunheim, das den Vorteil des eigenen Platzes hat, wird alles daran setzen, um den Sieg zu erringen. Wieseck ist sich bewußt, daß in Naunheim schwer Punkte zu holen sind, es wird seinerseits ebenfalls alles aufbieten, um ehrenvoll abzuschneiden.
In der 2. Bezirksklasse treffen sich in Klein-Linden die dortige 1. Mannschaft und die 2. Mannschaft Wiesecks. Wenn sich die Gäste mit den unzulänglichen Platzoerhältnissen ahfinden, dürfte ihnen der Sieg nicht zu nehmen sein.
Rödgen I geht nach Kinzenbach und wird wohl eine Niederlage mit nach Hause nehmen müssen.
Watzenborn hat Beilstein zu Gast. Zwei gleichwertige Gegner stehen sich dort gegenüber, der Ausgang muß offengelassen werden.
Waldgirmes geht nach Leun. Hier wird der Glücklichere Sieger bleiben.
Hachborn hat Treis zu Gast. Wer Sieger bleiben wird, kann erst der Ausgang des Spiels lehren.
Beuern wird in Daubringen sein. Die Gäste werden gegen die auf eigenem Platze gefürchteten Einheimischen eine Niederlage hinnehmen müssen.
In einem Lokaltreffen stehen sich Burkhardsfelden und Oppenrod gegenüber. Zwei gleichwertige Mannschaften werden hier um den Sieg ringen, den der Glücklichere davontragen wird.
In der Jugendklasse treffen sich: Naunheim Jugend gegen Heuchelheim Jugend, Watzenborn Jugend gegen Gießen Jugend, Wieseck 1. Jugend gegen Großen-Linden Jugend, Wieseck 2. Jugend gegen Klein-Linden Jugend, Wißmar Jugend gegen Treis Jugend, jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins.
Die Leichtathleten des Bezirks treffen sich am Sonntagvormittag in Gießen zur ersten Hallentrainingsstunde mit anschließender Sitzung der Uebungswarte.
Handball im Männerturnverein (O.T).
Am kommenden Sonntag treffen sich auf dem M.T.V.-Platze die ersten Mannschaften des Turnvereins Großen-Duseck und des M.T.D. Gießen. Die Dusecker Mannschaft konnte in der vergangenen Verbandsrunde die Meisterschaft in der Meisterklasse erringen und in den Aufstieg- spie/en cire.i sehr guten Platz einnehmen. Da die Gießener Mannschaft am Sonntag noch immer mit Ersah antreten muß, wird sie alle Seiten ihres Könnens aufziehen müssen, wenn sie ein gutes Resultat herausholen will.
Liebe in Ketten.
Roman von Hans Mitteweider.
Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 15 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Käthe ging die nächsten Tage wie im Traum umher; wie in einem Traum sah sie am Dett des Geliebten und hörte seine leisen Worte, und wie im Trau.n erlebte sie das große, unglaublich große Glück, das ihr nun doch beschieden ward.
Wenn die Dergangenheit drohend vor ihr auftauchen wollte, dann lächelte Käthe nur.
„Er wird es nie erfahren," sagte sie sich dann. „Wenn er nur wieder ganz gesund wird! Habe ich diese Gewißheit, dann kann ich cu3 seinem Leben verschwinden und untertauchen in dem Strom der Menschheit; er wird vergessen lernen, wie ich es lernen muß."
In schlaflosen Rächten, während sie bitter mit sich gerungen hatte, war sie zu diesem Entschluß gekommen.
Sobald sie die Gewißheit erlangt hatte, daß Felix der völligen Genesung entgegenging und sein Leben nicht mehr gefährdet war, wollte sie verschwinden, wollte alles aufgeben, was sie kaum erst errungen hatte, und wieder das arme Mädchen werden von einst.
Für sie stand fest, daß sie ihn nicht heiraten durfte, da sie noch die Frau eines anderen Mannes war. Sie kannte die Strafen für Doppelehe nicht; aber sie wußte, daß diese ein Derbrechen war.
Und nie hätte sie dem geliebten Manne mit einer Lüge vor den Altar folgen können. Rie!
Freilich, all das schmerzte sehr. Sie wußte kaum, wie sie es würde tragen können; aber sie dachte daran, daß die Erinnerung an dieses große, selige Glück ihr helfen würde. Richt ein einziges Mal kam ihr der Gedanke an den Tod.
Rur manchmal dachte sie noch, ob sie nicht Dodenstein zu Hilfe rufen sollte. Sie konnte sich jedoch nie entschließen, es zu tun.
So verstrichen die Tage.
Felix war außer Lebensgefahr und versicherte ihr immer von neuem, daß er als ganz gesunder Mann aufstehen würde. Auch der Arzt versicherte, daß keine Folgen des Unfalls zu befürchten sein würden.
Eines Tages sah Käthe in der großen Halle des Schlosses, das sie nun genau kannte. Auf dem Tische vor ihr lagen die neuesten Tageszeitungen. Käthe ergriff halb unbewußt eine davon, überlas dies und jenes — ihre Gedanken waren weit ab.
Plötzlich aber war ihr, als würden ihre Dlicke durch eine geheimnisvolle magische Gewalt nach
einer bestimmten Stelle gelenkt. Sie sah eine fette Ueberschrist und las:
„Erfinderschicksal!
Seit längerer Zeit hatte, wie auch wir meldeten, ein ’ungcr Techniker mit Ramen Berndt Klausen durch eine große Erfindung von sich reden gemacht, die ihm geglückt war. Es handelt sich u ii ein neues Sprengstofsverfahren, über das jedoch nichts weiter bekannt geworden ist. Jedenfalls hat Klauen seine Erfindung noch aurbauen wollen, ehe er sie der Oeffent- lichkeit vorführte, und dabei hat ihn ein tragisches Geschick ereilt. Eine gewaltige Explosion sprengte säst das ganze Haus in die Luft, in dem sich sein Laboratorium befand. Cs gelang zwar, den unglücklichen Erfinder noch lebend aus den Trümmern hervorzuholen, doch mit derartig schweren Verletzungen, daß sein Ableben ruc noch eine Frage weniger Stunden sein dürfte. ...“
Regungslos saß Käthe da und starrte wie entgeistert auf diese Zeilen. Sie wußte nicht, ob das wirklich dort gedruckt stand oder nicht; aber in ihr hämmerte eine Stimme immer wieder drei Silben eines Ramens:
„Berndt Klau—sen! Berndt Klau—sen! Berndt Klau—sen I"
War denn das möglich?
Er lebte — oder hatte noch bis vor kurzem gelebt. Er war damals in London nicht verunglückt — erst jetzt.
Warum hatte er sie allein gelassen in der fremden Stadt?
Wozu hatte er sie überhaupt dorthin geführt und sie geheiratet?
Oder war es ein anderer, der nur den gleichen Ramen und den gleichen Beruf hatte?
Sollte es so etwas geben können?
ilnö schon meldete sich in Käthe eine innere Stimme, die ihr zuraunte:
„Er ist es! Ganz bestimmt ist er es! Und er ist schon tot, wenn du das liest. Run bist du frei! Run darfst du nach dem großen Glück greifen, das sich dir bietet. Sei kein Tor! Quäle dich nicht länger mit unnützen Sorgen! Du bist wirklich frei — frei für ihn, für -Felix!"
Wie gelähmt saß Käthe lange, lange, willenlos dem Sturm der Gedanken preisgegeben, der in ihr tobte. Sie hätte so gern die Nachricht glauben mögen und konnte es doch noch nicht.
Ohne daß sie wußte, was sie tat, riß sie die Rotiz aus der Zeitung und schob sie in den Ausschnitt ihres Kleides. Run würde sie wohl doch Dodenstein bitten müssen, Erkundigungen einzuziehen.
Oder war das überhaupt nicht mehr nötig?
„Sie lesen die „Wiener Reue Presse", Fräulein von Bernsbruck?" erklang da dicht hinter ihr eine Stimme.
Rach dem Spiel der Meislerklasse empfängt die zweite Mannschaft des M.T.D. die erste des T.D. Wetzlar-Riedergirmes zum fälligen Derbands- Rückspiel. Das Dorspiel konnten die Rieder- girmefer auf eigenem Platze hoch gewinnen, doch haben die letzten Spielergebnisse gezeigt, daß die M.T.V.-Mannschaft sich in aufste gender Form befindet.
Handball im Turnverein 1846 Gießen.
Zum letzten Derbandsspiel der Dorrunde fährt am nächsten Sonntag die 1. Mannschaft nach Friedberg. Die Plahbesiher sind erst in diesem Jahre in die Gaumeisterklasse aufgestiegen. Sie besitzen einen sehr gefährlichen Jnnensturm und einen ausgezeichneten Torwart. 1846 muß alles daransehen, um zu gewinnen, was auch nach den letzten Spielen, die nur durch viel Pech verlorengingen, durchaus möglich ist. Da Krämer wieder den Sturm führt, sind auch Erfolge zu erwarten.
Handball der Sp.-Vg. 1900.
Sportfreunde Siegen 1. Jugend in Gießen.
ö. Die Spielvereinigung 1900 hat für kommenden Sonntag für ihre erste Handballjugendelf einen ganz besonderen Gegner ausersehen: zum Freundschaftsspiel tritt. die erste Jugendmannschaft des diesjährigen westdeutsches Meisters, Sportfreunde Siegen, an. Es ist bekannt, daß sich Siegen in den letzten Jahren zur westdeutschen Handballhochburg entwickelt hat, und es bedarf daher keiner besonderen Erwähnung, daß auch der Rachwuchs nur erste Klasse dar- stellt. Die 1900er Jugend, die zwar — an den hiesigen Verhältnissen gemessen — zur Zeit recht spielstark ist, hat natürlich gegen einen solchen Gegner keine Gewinnaussichten. Sie wird sich bemühen müssen, — und das sollte ihr auch bei gutem Willen gelingen —, den Torunterschied möglichst niedrig zu halten. Dor allem sollte sie darauf bedacht fein, etwas bei dem Spiel zu lernen.
V. f. B.-Handbatt.
Die Handballmannschaft war am vergangenen Sonntag in Leun, um der Handballelf der dortigen Turngemeinde ein Gesellschaftsspiel zu liefern. Sie verlor dieses nach flottem, schönem Kampf mit 1:3.
Für kommenden Sonntag hat sie sich eine bedeutend schwerere, vielleicht sogar zu schwere Ausgabe gestellt. Sie hat die zweite Mannschaft der 2. Kompagnie zu einem Gesellschaftsspiel auf dem Waldsportplah verpflichtet. D. f. B. wird alles daransehen müssen, wenn die unvermeidbare Riederlage gegen die spielstarken Soldaten nicht allzu hoch ausfallen soll.
Deutsche Lebeusrettungs-Gesettschast. Der Lehrgang zur Ausbildung von Rettungsschwimmern. den die Bezirksstelle Oberhefsen der D. L. R. G. in der letzten Zeit abgehalten hat. ist nun beendet. In den letzten Stunden des Lehrganges unterzogen sich sämtliche Teilnehmer einer Prüfung, die alle bestehen konnten. Rach bestandener Prüfung 1 der D. L. R. G. erhielten als Auszeichnung den sog. Grundschein: Pokizeiwachtmeister Otto Friedrich L a u ch t, Pokizeiwachtmeister Leo Krämer. die Sanitäter Karl Schnecko, Rudolf Weder. Karl Viertelhausen, Heinrich Diertelhausen und Karl Schäfer; Theo
dor Loh. Karl Marth und Karl Geld- machen vom Mtv.. Karl Boller vom Tv. von 1846, Gießen, und Ernst Stuhl. Gießen.
Für Prüfung II der D. L. R. G. erhielten den Prüfungsschein: Polizei-Oberwachtmeister Balthasar Rordmann, Hugo Baumann und Willi Roth vom Mtv. Gießen, Karl Schaum und Frih M o ß n c r vo G. S. D. Gießen, Otto Jüngst und Heinz Theisebach vom Tv. v. 1846 Gießen und Karl Emst Seiler vom Realgymnasium Gießen.
Da sich der Laie unter Prüfung I und II der D. L. R. G. nichts vorstellen kann, seien hier die Prüfungsbedingungen für den sog. Grundschein und den sog. Prüfungsschein der D. L. R. G. angeführt.
Für Prüfung I (zur Erlangung des Grund- scheines der D. L.R. G.) wird verlangt: 1. 15 Minuten im stehenden, oder 600 Meter Schwimmen im fließenden Wasser, davon 5 Minuten oder 200 Meter in Rückenlage ohne Arme; 2. 50 Meter Schwimmen in Kleidern ohne Schuhe, daran anschließend: 3. Auslleiden im Wasser (Schwimmlage oder Wassertreten); 4. 15 Meter St.ecken- tauchen mit Kopfsprung aus 1 bis 2 Dieter Hohe; 5. zweimal 2 bis 3 Meter Tief tauchen von der Wassersläche aus und Herausholen eines ungefähr 5 Pfund schweren Gegenstandes; 6. Dorführung der Rettungs- und Besreiungsgrisfe an Land und im Walser; 7. 20 Meter Retten, Achsel- und Kopfgriff; 8. Erllärung und Anwendung der Wiederbelebung nach Schäfer.
Die Bedingungen für Prüfung II zur Erwerbung des Prüfungsscheines sind etwas schwieriger und vielseitiger. Hier wird folgendes verlangt: 1. ’/? Stunde im stehenden oder 1 Kilometer im fließenden Wasser Schtpimmen. 2. 300 Meter Schwimmen in Kleidern mit Schuhen, daran anschließend: 3. Auskleiden im Wasser (Schwimmlage oder Wassertreten); 4. 25 Meter Streckentauchen mit Kopfsprung aus 1 bis 2 Meter Höhe; 5. innerhalb 2 Minuten 2 bis 3 Meter Tieftauchen von der Wasserfläche aus und Heraufholen eines 5 Pfund schweren Gegenstandes; 6. 25 Meter Retten, beide bekleidet (mitSchuhen), Racken- und Achselgriff; 7. Erklärung und Dor- sührung sämtlicher Rettungs» und Befreiungsgriffe im Wasser; 8. Erklärung und Anwendung der Wiederbelebungsarten nach Schäfer und Silvester-Brosch-Meyer; 9. Erklärung der wichtigsten Hilfsmittel bei Bade-, Bocts- und Eis- unsällen; 10. Kenntnis der wichtigsten Rothelser-
Diejenigen Prüfungsscheininhaber, die das 20. Lebensjahr überschritten haben, sind berechtigt, selbst Prüfungen abzunehmen.
Deutsches Turn- und Sportabzeichen.
Am kommenden Sonntag findet vormittags 10 Uhr auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe eine letzte Prüfung in allen Leichtathlet.n-Kon- kurrenzen statt.
Handball in Heuchelheim.
Rach langer Unterbrechung tritt die Erste des Tv. Heuchelheim am Sonntag auf eigenem Platze zu einem Gesellschaftsspiel an: Gegner ist die 1. Mannschaft des Tv. Lich. Da über die Spielstärke der Gäste nichts bekannt ist, ist der Ausgang des Spiels ungewiß, jedoch wird bei Heuchelheim der Dorteil des eigenen Platzes ins Gewicht fallen.
Dormittags stehen sich die Jugendmannschaften beider Vereine gegenüber.
Erblassend wandte sie sich um und sah nun Isolde von Kletten vor sich stehen, sah die härnisch-blickenden Augen, die lauernd bald auf ihr, bald auf der Zeitung ruhten, und unwillkürlich zog sie diese an sich und knüllte sie zusammen, um sie dann gleich wieder glattzu- streichen.
„Sie kam mir eben in die Hand", murmelte sie, ohne ihre Verwirrung verbergen zu können.
„Konnte ich das Blatt vielleicht einen Augenblick haben?" fragte die andere.
Käthe erschrak.
Isolde durfte doch nicht wissen, welche Rotiz hier herausgerissen worden war.
Es war Käthe, als müßte die Feindin dann das furchtbare Geheimnis sofort erraten, und sie erwiderte schon etwas gefaßter als vorher:
„Ich werde Ihnen die Zeitung nachher schicken, Fräulein von Kletten."
„Danke! Ich will Ihnen nicht vorgreisen."
Käthe verlieh die Halle und begab sich in ihr Zimmer.
Vollkommen erschöpft sank sie in einen Stuhl und wollte ihre Gedanken ordnen und konnte und konnte es nicht, und wieder hämmerte in ihr die Stimme:
„Berndt Klausen! Berndt Klausen!"
Es war schrecklich.
Währenddesfen stand Isolde schon am Telephon ihres Zimmers und rief einen Zeitungshändler in der Stadt an, ihr sofort die heutige Rümmer der „Wiener Reuen Presse" zu senden. Und als Käthe ihr die Zeitung schickte, warf sie sie achtlos beiseite. Dagegen suchte sie sofort, als sie vom Händler das Blatt erhielt, die betreffende Seite, die sie sich wohlgemerkt hatte, und überlas jede Zeile mit gespanntester Aufmerksamkeit.
Käthe ahnte nicht, daß Isolde sie schon eine ganze Zeit beobachtet und genau gesehen hatte, wie sie erschrak und dann eine Rotiz herausriß.
Aber welche war es gewesen?
Sic sand es nicht heraus. Sie las zwar von Berndt Klausens Unfall; aber sie ahnte nicht, was er für Käthe bedeutete. Sie kam zu keiner Klarheit, behielt indes trotzdem die Zeitungsseite zurück.
Kätye brauchte lange, lange, um sich von ihrem Schreck zu erholen, und jeden Tag suchte sie fortan in der Zeitung nach der Rachricht, die sie so sehr ersehnte: nach der Todesanzeige Bemdt Klausens.
Sie kam sich grausam und herzlos vor, weil sie auf fein Ende wartete, und doch konnte sie nicht anders. Sah sie doch alle Tage von neuem, wie innig Felix sie liebte, und immer schwächer und schwächer wurde ihr Vorsatz, ihn zu verlassen.
Wenn sie in seine Augen sah, wenn sie seine Stimme hörte, dann versank alles andere in ihr;
, dann wußte sie nur das eine: daß er sie liebte
und sie ihn, und daß sich beide nach dem großen, großen Glück sehnten, das diese Liebe ihnen bescheren sollte.
Felix Turnau war schon außer Bett; er durfte stundenweise umhergehen. Und endlich erlaubte ihm Professor Mainwald, in den Park hinaus- zugehen — natürlich an der Seite Käthes, auf ihren Arm gestützt.
Und als sie dann auf einer von der Sonne beschienenen Bank nebeneinander saßen, die Hände ineinander geschlungen wie immer, wenn sie beieinander waren, einander in die Augen schauend, da sagte er:
„Käthe, du siehst nun, daß ich den Unfall überstanden habe, ohne ein Krüppel geworden zu sein. Das danke ich nächst Gott nur dir und deinen Liebe. Du hast mich unbeschreiblich glücklich gemacht. Aber noch kann ich nicht faff'n. daß du mein sein willst — nicht eher, als bis du vor dem Altar mit mir stehst und ich dort das Ja vom deinen Lippen höre. — Käthe, wann, wann wird das fein?“
Regungslos sah sie neben ihm.
Das war die Frage, die Bitte, die sie gefürchtet hatte in allen den Tagen.
Was sollte sie ihm antworten? Was durfte sie antworten?
Sie senkte die Augen, um seinen flehenden Blick nicht sehen zu müssen. Er sah sie erbeben; er zog sie an sich.
„Käthe, liebe, liebe Käthe, du schweigst? Wenn du wüßtest, wie ich mich ängstige, daß du mir abermals entschlüpfen könntest wie damals^ Ich bin wieder gesund; aber ich weiß, ich konnte das Leben nicht ertragen ohne dich, ohne dein« Liebe."
„Meine Liebe wird dir immer und immer gehören, Felix", erwiderte sie leise.
„Und du — du selbst, Käthe?“
Da schaute sie zu ihm auf. Fest und groß blickten ihre blauen Augen ihn an, und fest klang ihre Stimme, als sie nun fragte:
„Felix, wirst du mich wirllich immer liebbehal- ten, was auch geschehen mag?“
„Käthe, das fragst du noch?"
„Richt so. Liebster! Sage ja oder nein! Richts anderes will ich in dieser Minute von dir Horen.“
„Ja, Käthe, tausendmal ja! Immer und ewig werde ich dich lieben müssen, und nichts auf Erden soll uns mehr trennen dürfen!"
„Richts, Felix? Gar nichts, was es auch sei?"
Verwundert schaute er sie an. Er verstand die Feierlichkeit nicht, mit der sie sprach; aber ohne Zögern erwiderte er:
„Richts, mar nichts wird mich von dir trennen können, Käthe, als der Tod!"
„Willst du mir das schworen, Felix?"
(Fortsetzung folgt.)


