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genannt

Kreis Alsfelv

Jean Weisel, Gieften, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. 388S

Oberhessischer Adreßbuchverlag

Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei, R. Lange in Gießen

Daten für Samstag 19. Oktober.

1693: Gründung der Universität Halle; 1795: der englische Satiriker Jonathan Swift in Dublin gestorben; 1812: Napoleon tritt den Rückzug aus Moskau an.

I Ober» Gleen, 16. Oft. Die der hie­sigen israelitischen Gemeinde gehörige Syna­goge wurde in den letzten Wochen innen und außen neu hergerichtet. Die Arbeiten konn­ten rechtzeitig zu Ende geführt werden, so daß das Gotteshaus an den hohen israelitischen Feiertagen schon in seinem schönen, neuen Ge­wände benutzt werden konnte. Die zur Wieder­herstellung notwendigen Farben wurden von einem in Gießen wohnhaften früheren Ober- Gleener Gemeindeglied gestiftet.

Kirche und Schule.

Dekanalsmtfjionsfkft in Beuern.

: Beuern, 13. Oft. Heute fand in un­serer Gemeinde das diesjährige De kanats- rn i s s i o n s f e st statt. 3m dicht besetzten Gottes­hause fand vormittags der Festgottesdienst statt, in dem Missionar Lauf von Frankfurt am Main über das Schriftwort Matth. 5, 13.16. predigte. Er führte die Not der Heidenwelt recht anschaulich vor Augen und zeig'.e unsere Christen­pflicht, das Licht der Welt den Heiden zu brin­gen Umrahmt wurde der eindrucksvolle Gottes­dienst durch passende Gesänge des Kirchengesang­vereins und der Schulkinder. Nachdem sich von auswärts noch zahlreiche Missionslreunde ein­gefunden hatten und der Posaunenchor Bersrod auf dem Ehrenhain für unsere Gefallenen einige Weisen hatte erklingen lassen, versammelte sich die Festgemeinde am Nachmittag zur Nach- vers ammlung in der Kirche. Unter Zu­grundelegung von 3oh. 4, 35 sprach Missionar Lauf über seine eigene Tätigkeit in China. Er sprach von den Mühen und Gefahren, die be­sonders in diesem Lande mit dem Berufe des Missionars verbunden sind. Neisen zu Pferde bis 100 Kilometer durch Tropensonne und über­schwemmtes Gebiet sind oft erforderlich, um zu den einzelnen Stationen zu gelangen. Er spra 1) aber auch von den Erfolgen, die immer wieder alle Gefahren und Mühen vergessen lassen. C m Anschluß daran sprach Dekan Guhmann zu der Gemeinde und gab in kernigen Wor en einen Ueberblick über den 3ahresbericht der Mission im Dekanat. Das Schlußwort sprach unser Ortsgeistlicher, Pfarrer Schmitt. Er forderte die Gemeinde auf, das heute Gehörte in den Herzen nachwirken zu lassen und sich noch mehr wie seither an dem Werke der Mis­sion zu beteiligen. Auch dieser Gottesdienst wurde durch Choräle des Kirchengesangvereins und der Schulkinder noch verschönt. Die Kollekte und der Berkaus von Missionsschriften ergaben den schö­nen Betrag von 109,50 Mk.

Soeben erschienen:

Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen 1929 Verkaufspreis 10 RM.

Natürliches M-AM Mirarahesse _

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Sinn und Inhalt habe. Jetzt frage es sich, ob die Beamten bereit seien, das Berufsbeamtentum zu verteidigen durch Neuaufbau. Die Beamten­schaft dürfe sich nicht isolieren, sie sei nur etwas in und mit dem Bolke, dessen Schicksal sei auch ihr Schicksal. Die Beamtenverbände müßten sich jetzt mehr mit allgemeinen Bolksfragen beschäfti­gen z B. auch mit der Außenpolitik, der Kultur­politik, der Sozialpolitik usw.; das sei auch em Siück Neuaufbau des Derufsbeamtentums. Man könne sich mit diesen Fragen beschäftigen auch unter Aufrechterhaltung der Neutralität. Sie Beamtenverbände müßten an die Grund- und Lebensfragen des deutschen Bolkes heran und diese mit dem Volke gemeinsam zu lösen versuchen. Der Beamte brauche das Vertrauen der Bevölke­rung wie das tägliche Brot. (Rufe: Sehr richtig.) Es sei verkehrt, wenn in Neden von Beamten­führern Vorwurfe des Volkes gegen das Be­amtentum ohne weiteres von vornherein zurück- gewie en undniedergeschmettcrt" würden. Auch in diesen Vorwürfen stecke ein Körnchen Wahrheit. Es gebe in der Beamtenschaft hier und da auch noch Schlendrian. Es komme gelegentlich immer noch vor, daß auf einem Amt das Publikum von einer Tür zur andern, vonPontius zu Pilatus" geschickt werde, anstatt ihm mit Aufklärung an die Hand zu gehen. Es gebe noch vereinzelt Be­amte. die hinter ihren Schaltern säßen und glaub­ten. sie seien Vorgesetzte der Bevölkerung. Das seien erfreulicherweise nur wenige, aber diese wenigen schadeten der Deamtengesamtheit.

Diener des Volkes müsse der Veamle fein, helfen müsse er dem Publikum, freundlich und liebens­würdig müsse er sein, entgegenkommend und nicht lmreaukratisch.

Ernste Selbstprüsung müsse bei allen Beamten herrschen, die Beamtenorganisationen müßten da­für sorgen, daß der Geist des Dünkels und Schlendrians überall da, wo er sich noch bemerk­bar mache, radikal ausgetrieben werde. Das könne das Volk mit Necht verlangen, und das müsse in allen Verwaltungen durchgeführt wer­den. Die Bevölkerung müsse von der Neuein­stellung des Beamten überzeugt werden, die Beamten müßten sich innerlich und äußerlich der neuen Zeit anpassen. Das sei zu verstehen unter Neuaufbau des Berufsbeamtentums!

Mit der Aufforderung an die Beamtenschaft, in Treue festzuhalten an den Fachvereinen und an den Verbänden, immer zu der großen Spitzen- otganifalion zu stehen, den Geist der Kleinlich­keit abzulegen und den Geist der Brüderlichkeit und wahren Menschlichkeit anzunehmen, dem Vaterland, dem Volisstaat mit allen Krä tcn zu bknen und mit der Treue des alten Deruss- beamtentums im neuen Geiste Dienst am Volke zu tun, um dadurch wieder einen Platz im Herzen des Volkes und die Wertschätzung, wenn möglich die Liebe des freien Mannes zu erwerben, schloß Dr. Clah seine etwa IVistündige Rede, die mit anhaltendem starken Beifall ausgenommen wurde.

3n der Aussprache kam ein Vertreter der sozialistischen Auffassung zu Wort, der dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck gab, daß das P:r issbmmt ntum erhalten bl ib n und der Beamte den Arbeiter und Angestellten als gleich­berechtigten Faktor der Wirtschaft ansehen möge. 3m übrigen stimmte der Redner dem Referenten in vielen Punkten zu.

Sodann Brachte der Vorsitzende, Reichsbahn­obersekretär Altha us, ein Schreiben von Prof. 5jo r ne ff er zur Verlesung, in dem dieser sich für die Aufrechterhaltung des Berufsbeamten­tums ausspricht, al3 Berussbeamte aber nicht die Beamten anerkennt, die erst nach dem Llmsturz 1918 in die Beamtenschaft hineingekommen und für deren Ernennung lediglich parteipolitische Gründe maßgebend gewesen seien. Als Deruss- beamte erkenne Homesfer nur solche Beamte an, die von Jugend auf im öffentlichen Dienst tätig seien und für ihr Amt die gehörige Vorbildung, Erfahrung und Sachkenntnis hatten.

Hieraus wurde nach kurzer Begründung durch einen Vertreter der Reichsbahnbeamtenschaft die nachstehende

Entschließung zum Uoung-Plan

einstimmig und mit Beifall angenommen: Die heute in Gießen im Cafö Leib zahlreich versammelten Mitglieder des Deutschen Deamten- bundes erkennen mit banger Sorge die Gefahren, die dem Berufsbeamtentum drohen. Ins­besondere sind die Blicke nach Paris gerichtet, wo zur Zeit über die künftige Gestaltung der De utschen Reichsbahn und ihres Personals verhandelt wird. Wir fordern mit allem Nachdruck: Die Deutsche Reich s - bahn zurück zum Reiche, Anwendung der Reichsbeamtengesetze auch auf die Reichs­bahnbeamten und damit gleichzeitig auch die Erhaltung seines, in langer uno schwerer Zeit anerkannt bewährten Derufsbeamtentums. Der weiteren Loslösung der Reichsbahn vom Deut­schen Reiche muß mit allen Mitteln gesteuert werden, dies ist eine Dolksfrage und nicht eine Frage eines einzelnen Standes. Wir bitten des­halb alle in Frage kommenden Stellen, um die

habe den aufrichtigen Willen, mit allen Burgern und Schichten in Eintracht und Frieden zu leben und auf dieser Grundlage Dienst an der Volks­gesamtheit zu leisten. Trotz dieser Friedensliebe sei die Beamtenschaft aber nicht gewillt, sich alle Angriffe gefallen zu lassen, sie werde auch für ihren Standpunkt einzutreten wissen.

Hierauf sprach der bekannte hessische Deamten- führer Dr. Clah, Darmstadt, nachdem er die Versammlung namens des Landeskartells Hessen des Deutschen Beamtenbundes und in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Deutschen Deamtenbundes begrüßt hatte, in großzügigen und überlegenswerten Gedankengängen über das Thema:

Neuaufbau des Berufsbcamtentums als Dienst am Volk.

Der Redner erklärte, er wolle damit dem deut­schen Berufsbeamtentum und feinen Verbänden eine neue Aufgabe für die nächsten Lahre stellen. Emen Rückolick auf die historisch« Entwicklung, ebenso Betrachtungen über die Verteidigung und Erhaltung des Berufsbeamtentums schalte er hier bewußt aus. Er erinnerte dann an die schwere Be­lastung, die wir durch den verlorenen Krieg zu tra­gen haben und die uns auf 58 Lahre drücken wer­den. Die Beamtenschaft werde bei der Laslenvertei- lung aus dem youngplan sicher nicht zu kurz kom­men. Di« große Teuerung sei schon da. Dazu ka­men noch die Auswirkungen der Kapitalflucht, der Ausländsanleihen und die Ueberfremdung des deut­schen Eigentums. Nachdem die außenpolitischen Kämpfen notdürftig zum Abschluß gekommen seien, beginne jetzt der innerpolitische Kampf. Hierbei werde die Beamtenschaft mancherlei Reibungen und Druck beim wirtschaftlichen Jnteressenkampf ausge­setzt sein. Werde die Beamtenorganisation stark ge­nug sein, um bei den verschiedenen widerstreitenden Kräften das Berufsbeamtentum schützen zu können? Zu beklagen sei die Zersplitterung in der Beamten­schaft, und zu wünschen sei ein engeres Zusammen- rücken aller Beamten. Redner beschäftigte sich dann kritisch mit den mancherlei Vorwürfen geaen das Berufsbeamtentum, beleuchtete kurz di« verschieden­artigsten Vorschläge, die als Ersatz für das Berufs­beamtentum vorgebracht worden seien, erwähnte sehr ernsthafte Bestrebungen in den letzten Monaten, die Beamtengehälter etwa um 10 v. H. herabzusetzen, ging auf wenig beamtenfreundliche Stimmen aus christlichen Gewerkschaftskreisen und von ange­sehener sozialistischer Seite ein und verweilte dann in kritischer Betrachtung einiger Stellen aus der BroschüreFrevel am Volk" von dem Gießener Universitätsprofessor Dr. S) o r n e f f e r. Er nahm hierbei nachdrücklich Stellung gegen verschiedene Thesen Horneffers, die sich im Rahmen einer kritischen Betrachtung über die deutsche Sozialpolitik mit Arbeitszeitfragen und mit der Beamtenschaft beschäftigen, gab aber auch seiner Genugtuung dar­über Ausdruck, daß Professor Horneffer sich in einem Schreiben an den Deutschen Beamtenbund als Anhänger des Berufsbeamtentums bekannt habe. Der Redner betonte in diesem Zusammenhänge, er sei überzeugter Anhänger des Achtstundentages, und er werde sich niemals davon abbringen lassen, höch­stens zu einer Herabsetzung dieser Arbeitszeit, denn es dürfe nicht so sein, , ein Mensch lediglich nur zum Essen, Schuften und Schlafen da ist." Der Beamte sehe, daß er überhaupt keine Freunde habe. Die Wirtschaft sei gegen das Berufsbeamtentum, weil sie im Staate dieselbe Struktur durchführen wolle, die sie bei sich habe. Der Mittelstand fühle sich am Versinken und sei verärgert gegen alle Welt, aber am meisten gegen di Beamten. Die Arbeiter­schaft und die Gewerkschaften sagten sich, wenn der Beamte den gleichen Risiken unterworfen sei wie sie, bann denke und handle er auch so wie sie.

Das Berufsbcamfenfum dürfe man nlchk als dn politisches Dogma aufstellen mit absoluten, unveränderlichen, mit Ewigkeitswerten. Deshalb sei die Aufgabe: nicht Erhaltung, nicht Kon­servierung, sondern Neuaufbau des verufs- beamlentums.

3m heutigen Staat fei die Beamtenschaft ge­zwungen, das Volk von der Nützlichkeit, der Not­wendigkeit und der Unentbehrlichkeit des Derufs­beamtentums zu überzeugen. Mit dem Pochen auf die Verfassung und auf die wohlerworbenen Rechte sei heute nichts getan. Die Gegnerschaft müsse mit einem unausgesetzten geistigen Ringen und mit tiefer, aufrichtiger Selbstprüfung über­wunden werden. Das Verständnis und die Bundesgenossenschaft der großen Arbeiter- und Angestelltenverbände dürften sich die Beamten nicht achtlos und leichtfertig verscherzen. Die Wirtschaft müsse davon überzeugt werden, daß die Beamten beste produktive Kräfte im Staate feien. Die gesamten geistig gerichteten Führer im Volke müßten überzeugt werden, daß der Berufs­beamte Kulturbringer und Kulturträger sein wolle. In bezug auf die Besoldung kämen jetzt magere Jahre, die Besoldungsfrage sei vorläufig abgeschlossen. Jetzt frage es sich, ob die Be- amtenbewcgung auch ohne die materielle Seite weiterkomme, ob sie auch wirklich einen idealen

Bei einer Feier aus diesem Anlaß, die dem Ge- denken an die Entschlafenen gewidmet war, betonte Pfarrer Thorn in seiner Ansprache, daß der Fried­hof stets das Bild der Kultur eines Dorfes sei. Die Gemeinde Rüddingshausen habe immer mit beson­derer Sorgfalt ihren Friedhof gepflegt, im treuen Gedenken an die Entschlafenen. Mit der Ermah­nung, auch weiterhin auf das würdige Aussehen des Friedhofs bedacht zu sein, schloß der Geistliche seine zu Herzen gehenden Worte. Der neue Friedhof wurde bereits im vorigen Jahre am Westausgang unseres Ortes angelegt. Er umfaßt eine Fläche von über zwei Morgen und kann später nach der einen Seite hin beliebig vergrößert werden. Rund um den Friedhof sind junge Fichten und in größerem Ab­stande Kastanienbäumchen angepflanzt worden. An den Seiten der Wege innerhalb des Friedhofs wer­den im kommenden Frühjahr Weißdornbäumchen gepflanzt.

Hungen, 17. Oft. Seit einiger Zeit tritt hier Scharlach auf, der epidemischen Charakter zeigt. Hauptsächlich werden Kinder von dieser ansteckenden Krankheit befallen, doch liegen auch zwei Frauen scharlachkrank dar­nieder. Dis jetzt zeigt die Krankheit erfreulicher­weise einen gutartigen Verlauf. Einige Neben­erscheinungen, wie Gelenkrheumatismus und Nie­renerkrankungen, sind jedoch dabei aufgetreten. Offenbar ist die Krankheit eingeschleppt und anfangs von den Eltern erkrankter Kinder ver­kannt worden, wodurch ihrer Verbreitung Vor­schub geleistet wurde. Todesfälle sind infolge, Scharlacherkrankung glücklicherweise noch nicht vorgekommen. Es scheint jetzt ein gewisser Still­stand in der Verbreitung eingetreten zu fein. Die Bautätigkeit in unserer Stadt war in diesem Jahre gering. Einen Neubau errichtete in der Dismarckstrahe Lehrer Jockel. Der Dau, ein Einfamilienhaus, geht seiner Vollendung ent­gegen und wird in den nächsten Tagen bezugs­fertig. Finanzsekretär Müller hat in der Bel­lersheimer Straße mit feinem Neubau begonnen, der noch vor Winter im Rohbau fertig werden soll. Auch der vom GesangvereinEintracht" begonnene Singsaa l ist bereits aufgeschlagen und dürfte in nächster Zeit im Rohbau voll­endet fein.

Kreis Büdingen.

# Geiß-Nidda, 15. Oft. Die für Sonntag vorgesehene Wahl eines Bürgermei­sters für unsere Gemeinde braucht nicht ab­gehalten zu werden, da nur ein Wahlvorschlag eingereicht worden war. Mithin gilt unser seit­heriger Bürgermeister Lind als wiedergewählt. Es ist dies sowohl für den Gewählten, als auch für die ganze Gemeinde eine Ehre. Bürger­meister Ludwig Lind hat sich während seiner Amtszeit das Wohlwollen und Vertrauen des ganzen Dorfes erworben und durch feinen Ge­rechtigkeitssinn und bereitwilliges Entgegenkom­men einen Wahlkampf verhindert. Am Sonntag­abend wurde dem Gewählten von sämtlichen Ortseinwohnern ein Ständchen dargebracht. Wie immer stellten sich die hiesigen Vereine in den

Zurückgewinnung der Deutschen Reichsbahn be­sorgt zu fein.

Mit einem packenden Schlußwort des Refe­renten und ermahnenden Worten des Vorsitzen- den fand dann die Versammlung ihren Abschluß.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

----- Daubringen, 17. Oft. Der hiesige O b st­und Gartenbauverein veranstaltet am kommenden Sonntag eine Ausstellung der Erzeugnisse des Obst- und Gartenbaues. Die Ausstellungsgegenstände werden bewertet. Der Landwirtschaftskammerausschuh für die Provinz Oberhessen, der Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Gießen und die Gemeinde haben je einen Zuschuß bewilligt, um die Ausgaben für die Prämiierung zu decken.

ch Rüddingshausen, 17. Ott. Dieser Tage wurde mit der Beisetzuntz des 60 Jahre alten Peter Margots von hier die letzte Beerdigung auf unserem alten Friedhof vorgenom- men und damit der Friedhof geschlossen.

Dienst 6er Sache. Nach einem BegrüßungSchvr durch den GesangvereinOrpheus" würdigte der Dirigent, Lehrer O. Lenh, die Verdienste des Bürgermeisters um das Eemeindewohl. Der Turnverein stellte eine Pyramide und über­brachte durch seinen ersten Sprecher Rein­hardt die Dereinsglückwünsche. Der Bürger­meister dankte für die Ehrung, versprach, auch weiterhin seine ganze Kraft der Gemeinde zur Verfügung zu stellen, und lud alle Wähler zu einer Feier in die Wirtschaften ein. In den letzten Jahren herrschte hier eine verhältnis­mäßig rege Bautätigkeit. Fast sämtliche Neubauten sind an der Straße nach Bad Salz­hausen zu errichtet worden. Neben einigen Pri- vathäusern ist hier in diesem Jahre zur Behe­bung der Wohnungsnot ein Sechsfamilienhaus durch die Gemeinde erstanden, das mit seinem Aeuheren und der inneren Einrichtung einen mehr städtischen Charakter besitzt. Gegenwärtig herrscht auf unserem Dahnhos Hochbetrieb. Täglich werden große Mengen Pflück- und Schüttelobst verladen und hauptsächlich nach dem Industriegebiet verfrachtet. Der Preis für Kelter­obst ist in den letzten Tagen von 2,75 Mk. über 2,50 Mk. auf 2,30 Mk. gefallen, als Folge des starken Angebots. Für Tafelobst werden je Zent­ner 9 bis 12 Mk., für Wirtschaftsobst 5 bis 8 Mk. bezahlt. Obwohl hier eine ausgesprochene Kartoffelgegend ist, sind bisher Speisekartoffeln kaum verladen worden. Als Preis werden 3 Mk.