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Nr. 2^5 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhesien)Hreitag, 18. Oktober 1929
sei
^Deutschlands in der Welt wiederherzustellen, dem deutschen Volke die Kriegslasten zu erleichtern und die besetzten Gebiete wieder zu befreien. In seiner sechsjährigen Ministertätigkeit habe er das Menschenmögliche erreicht, leider sei es ihm nicht vergönnt gewesen, die Krönung seines Werkes zu erleben, wenn der letzte fremde Soldat das deutsche Gebiet verlasse. Sein Streben sei längst über seine Partei hinausgewachsen, sein Bemühen und seine Liebe galten dem deutschen Volke und Staate, für die er seine Gesundheit und sein Leben geopfert habe. Für die Beamten habe Dr. Strelemann aber noch eine besondere Bedeu-
„®in Mann, ein Wort!" sagte Peter Labou- chere, schrieb an Hope, daß ihm Daring seine Tochter zugesagt habe. Als dann Hopes Antwort mit Bestätigung als Kompagnon einging, eilte Peter Labouchere zu Daring und holte sich die Hand der Tochter.
Labouchöres einziger Sohn wurde im Jahre 1859 unter dem Titel Daron Taunton geadelt und ins Oberhaus berufen. Auch er heiratete eine Daring, die Tochter des Bruders seiner Mutter.
Rückeroberung des russischen Ansehens und damit der weihen Rasse in der Rordmandschurei ..kraft der von der russischen Mi sion überzeugten kulturellen Ueberlegcnheit" läht sich aber mit Emissären in Kanton nicht erreichen, um so weniger, als dem Chinesen Rußland heute noch als ein Hindernis seiner Verbindung mit Deutschland erscheint, Und doch käme es in der großen Linie der Politik darauf hinaus, daß Rußland sich als der einzige unmittelbar angrenzende Repräsentant Europas in Rordostasien fühlt und in schiedlicher Abgrenzung mit den Ehinesen als der gelben Vormacht den transkontinentalen Mittler zwischen den Kulturkreisen des Fernen Ostens und Europas spielt, wie Deutschland zum Mittler zwischen den Kulturen Ost- und Westeuropas berufen ist. Von China nach Mitteleuropa wäre eine einheitliche Front über den gewaltigen Länderkomplex: Deutschland hätte das Gesicht nach dem Westen, Rußland das Gesicht nach dem Osten, beide nicht zur Abwehr, sondern zur Verbindung. Der Ferne Osten ist weit und bietet genug Raum für die gelbe Rasse, auch wenn sie sich weiter stark vermehrt. Lind Asien kann dann sicher sein, daß die nördliche Landverbindung es verhindert, daß rein kolonial und händlerisch eingestellte Völker der westlichen Auffassung» Welt eine europäische Hegemonialstcllung am Stillen Ozean etablieren, die sich mit unserem Jahrhundert nicht mehr verträgt. Letzten Endes würden auch diese Westmächte im Lause der Jahrhunderte die Früchte der so freundschaftlich auf sicherem Fundament gegründeten Zusammenarbeit über dem Kontinent ernten.
Damit ist das Ziel der kulturschöpferischen Synthese im Sinne des deutsch-russisch-chine- siischen Lleberland-Zusammenschlusses im Rahmen gemeinsamer geopolitischer Bindungen freilich nur ganz allgemein umrissen. Aber es wird trotz seiner großen zeitlichen Entfernung um so eher erreichbar sein, je schärfer diese Bindungen herausgearbeitet, erkannt und in der praktischen Politik angewandt werden. Als Mitglied einer wissenschaftlichen Expedition vermeidet Melzer es verständlicherweife, das ganze Thema in seiner staats-, kultur- und rassepolitischen Konsequenz zu Ende zu führen, obwohl seine Ruhanwendung vonnöten Ware. Trotzdem ist jetzt auch der Deutsche
Anders scheinen die Verhältnisse beim Q ue ck- silbe r zu liegen. Es dürfte vielleicht nicht ausgeschlossen sein, daß einmal eine Zeit kommt, wo man unter Dampf nicht mehr allein Wasser- l ampf, sondern auch Quecksilberdampf versteh t. Das Quecksilber gehört nicht gerade zu den leicht siedenden Flüssigkeiten. Es siedet sogar bei viel höherer Temperatur als das Wasser, nämlich bei 357 Grad. Cs hat aber eine Eigenschaft, die sehr wertvoll ist. Seine Verdampfung setzt bereits bei 40 Grad ein. Dieser Umstand hat dazu geführt, daß man auch mit Quecksilber Versuche machte, für die gleichfalls der Gedanke maßgebend war, durch Dampferzeugung bei niedriger Temperatur an Brennstoff z u sparen. Diese Versuche haben aber eine ganz merkwürdige Richtung genommen, die weit über das hinausführte, was man ursprünglich beabsichtigte.
Wohin der Weg geht, erkennt man am besten, wenn man erfährt, daß gegenwärtig bereits das erste Quecksilberdampf-Kraftwerk in Betrieb geletzt wurde, das in ständiger Arbeit ununterbrochen einen elektrischen Strom von 15 000 Pferdekräften lie ert. Der Schöpfer dieses Kraftwerkes ist der Ingenieur Emmet, der es zusammen mit einer der größten amerikanischen Clektrizitatsgesellschaften erbaute. Das Werk selbst befindet sich in Hartford im Staate Connecticut.
In bezug auf seine Einrichtung gleicht dieses Elektrizitätswerk den gewöhnlichen mit Wasserdampf betriebenen. Sein hauptsächlichster Bestandteil ist, abgesehen vom Stromerzeuger, eine Tur- bine, die geräuschlos läuft. Steht man daneben und legt man das Ohr an ihr Gehäuse, so ist es unmöglich zu erkennen, ob sie in Betrieb ift oder ob sie stillsteht. Gegen ihre Schaufelräder strömt anstatt gewöhnlichen Wasserdampses der Dampf des Quecksilbers, bei dem es sich ebenfalls um einen hoch erhitzten und hoch gespannten Dampf handelt. Seine Temperatur beläuft sich auf ungefähr 470 Grad. Das ist also viel mehr, als beim aufs höchste Maß gespannten Wasserdampf. In dieser hohen Temperatur liegt der Vorteil des Verfahrens. Der Wasserdamps kühlt sich rascher ab als der Quecksilberdampf. Er kann deshalb nicht bis zu dem Grade ausgenuht werden wie dieser. Der Quecksilberdampf strömt, nachdem er einmal durch die Turbine gegangen ist, immer und immer wieder durch sie hindurch, und es dauert lange, bis er soweit abgekühlt ist, daß er wieder erhitzt werden muß. Aber ehe dies geschieht, gibt er einen Teil seiner Hitze noch an Wasser ab, das er in Dampf verwandelt. Wit dem so erzeugten Wasserdampf wird eine
Gestern abend fand im Saale des Safe Leib eine öffentliche B e a m t e n v e r f a m m- lang statt, zu der das Ortskartell Gießen des Deutschen Dramtenbundes eingeladen halle. Der Besuch der Versammlung war außerordentlich stark, ihr Verlauf und sachlicher Gehalt sehr eindrucksvoll.
Der erste Vorsitzende des Ortskartells Gießen, Reichsbahnobersekretär Althaus, leitete die Kundgebung mit einem warmen
Nachruf für den verewigten Reichsautzenministcr Dr. Slrcfeinann
2luch wer die mandschurischen Kriegsberichte nur flüchtig liest, erkennt den russisch-chinesischen Konflikt als den Ausdruck des Dauerkampfes zweier Staaten, zweier Völker, ja zweier Erdteile und Rassen. Es ist eben so, daß auch eine gerissene interkontinentale Sowjetideologie trotz ihrer „genialen" Rationalitätenpolitik noch nicht den großen eurasischen Ausgleich zu verwirklichen gewußt hat, obwohl er einer ihrer vornehmsten Programmpunkte ist, wie das bei einem letztlich doch national-bolschewistischen Regime nur verständlich sein kann. Den richtigen Weg zu diesem Ausgleich lassen, darüber besteht kein Zweifel, nur kulturpolitische Ziele einschlagen, also nicht etwa staa.s-, Volks- oder gar parteipolitische allein, sondern darüber hinaus vielmehr ihre kulturschöpserische Synthese im Sinne des Lleberland-Zusammenschlusses einer „wieder gesundenden deutschen, russischen und vstasiatischen Lebensform, der sie alle aus der .Zwangsjacke' herausführt" (Pros. Haushofer, 1924). Das erkennt man sowohl in China als auch in Rußland und Deutschland, denen der Weltkrieg im besonderen ihre gemeinsamen geopolitischen Bindungen offenbart hat. Aber gerade darum wollen auch alle seine Aus- und Rachwirkungen unter diesem Gesichtswinkel beurteilt werden. Zwar kann die geopolitische Betrachtungsweise, die den Menschen aus seiner Umgebung erklärt, gewiß „nur etwa ein Viertel der Fragen menschlicher Entwicklung aus erd- bestimmten Ursachen ableiten", wie es der oben genannte Gelehrte einmal betont hat. Jedoch eben diese Betrachtungsweise führt auch wiederum mit besonderem Zwang zur kulturdhilosophi- schen Bewertung der „anderen drei Viertel, die aus dem Menschen und seiner Rasse, seinem sittlichen Willen und dem bewußten, zwingenden Gegensatz zu seiner Umwelt erklärt werden müssen". Wie anders sollte man denn zurechtfinden im Wirrwarr der Fragen: eurasische Ueberlandpolitik oder gelb-weißer Rassekrieg, europäisch-asiatischer Kulturbrei oder eurasische Kultursynthese? .
Man sieht sich sofort mitten in dieses brennende Problem hineingestellt, liest man die Berichte von Augenzeugen seines Alltagsprozesses, bedeutet cs nicht schon ein Erliegen weißer Rasseangehöriger in den Umarmungen des gelben Drachen, wenn ein europamüder Russe schreibt: „Der Weltkrieg war für uns ein Krieg gegen Deutschland, das die europäische Arroganz am hervorragendsten vertrat. Die Kulturen des Westens und Ostens stehen in einem gewissen Gegensatz zueinander. Im realen Leben bleibt uns nichts anderes übrig, als uns einer der beiden Seiten anzuschließcn. Wir dürfen keine .mittlere" Linie suchen. Zu welchem der beiden Kulturherde fühlen wir uns aber lebendig hinqezogen? Zum asiatischen! Rur dort, in den großen Räumen der Wüsten und Steppen, der Berge aus Edelgestein und der Wunderstadte, des bedingten und gemessenen Seins, der Praktischen und liebreichen Weisheit, wo die Gespanntheit des Geistes sich im buddhistischen Flug vereint und vermählt mit dem Praktizismus Kon- futses, nur dort erfaßt uns der Atem dessen, was uns schon immer gefangennahm — der natürliche gigantische Reichtum des Lebens. In Asien sind wir zuhause. Hin'e m Ural wird sich unsere neue grandiose Zivilisa.ion entfallen, das Tun Peters des Großen bc: der „Oeffnung des Fensters nach Europa" zehnfach übertretend .
Wie aber sicht die Alltagspraxis dieser resignierten Wahlverwandtschaft aus? Run, ein deutscher Journalist, Frithjof Melzer gibt uns darauf genaue Antwort und. darüber hinaus,
Statt Wasserdamps: Quecksilber.
Don Dr. Franz Kittler.
Wenn wir von einem „Zeitalter des Dampfes" sprechen, so war darunter bisher stets der Wasserdampf gemeint. Der Dampf des Wassers Hal unsere Maschinen in Bewegung gesetzt, er hat unsere Schiffe über den Ozean ge.ührt, hat unseren Lokomotiven ihre Geschwindigkeit verliehen. Mit verhältnismäßig niedrigem Druck dieses Dampfes hat man angefangen Später hat man Liesen Druck mehr und mehr gesteigert. Jetzt ist man schon dabei, den höchsten für Wasserdampf möglichem Druck, nämlich den Druck von 224 Atmosphären anzustreben. Dabei müssen auch sehr hohe Dampftemperaturen in Anwendung kommen. Temperaturen von 3 7 4 Grad. Die Erreichung dieses höchsten Druckes wird die Dampfmaschine befähigen, bei verhältnismäßig geringem Aufwand an Brennstoff ganz außerordentliche Leistungen zu vollbringen.
Das Streben nach einem Ziel wirkt anregend, wirkt in vielseitiger Weise schöpferisch. Während man sich auf der einen Seite mit der Frage des „Höchstdruckdampses" abquälte, während man nach Stoffen suchte, die sich den genannten Temperaturen und Drucken gegenüber als widerstandsfähig erwiesen, hat man sich auf der anderen Seite die Frage vorgelegt, ob es denn durchaus immer Wasserdampf sein müsse. Es gibt ja noch andere Flüssigkeiten genug, die sich leicht in Dampf umwandeln lassen und die dem Wasser gegenüber vor allem den Vorzug besitzen, daß sie bei viel niedrigerer Temperatur sieden. Versuche der verschiedensten Art wurden angestellt. Aus allen möglichen leicht siedenden Flüssigkeiteni also aus Aether. Benzin, Benzol und noch eine Reihe weiterer wurde Dampf erzeugt. Es entstanden die Aethcrdampfmaschinen und Aehnliches. Greifbare Ergebnisse haben diese Versuche bis jetzt noch nicht gezeigt.
ein. Das Streben dieses großen Deutschen . immer davon beseelt gewesen, das Ansehen
Gelb-weißer Raffekrieg oder eurasische Kultursynthese?
Von Georg 6>. Löbsack.
Neuaufbau des Zerussbeamlentulns.
Oer hessische Beamtensührer Or. Maß spricht in Gießen über neuzeitlichen Dienst der Beamten am Volk.
Aufstieg.
Von Karl Alexander Pruß.
Dor rund fünfzig Jahren starb in Londonder steinreiche, hochangesehene Lord Taunton. Dessen Baler war ein ganz, ganz armer Schlucker ge- wesen der aber durch einen wahren Geniestreich — man möchte fast sagen über Rächt — Besitzer eines enormen Vermögens und mit dem weltberühmten Bankhause Daring Brothers verschwägert wurde. . _ , . _
Peter Labouchöre — so hieß ber Baier des Lord Sauton — war junger Angestellter bei der Firma Daring. Damals verkehrten die Angestellten noch im Hause des Chefs, und da Peter Labouchere nicht nur tüchtig, sondern auch vertrauenswürdig war. wurde er öfters mit wichtigen Sendungen beauftragt, die eigentlich Jonit nur dem ergrauten Bureauchef anvertraut wurden. , .
Ein derartiger Auftrag führte ihn einmal nach Amsterdam zu dem Bankier Hope, der Gefallen an dem frischen, jungen Mann fand und ihm nach Abschluß des Geschäftes die Versicherung gab, daß er es sich als Vergnügen rechnen wurde, ibn in seiner Laufbahn nach Kräften zu "^Äenm "Ihnen dies ernst ist." bemerkte der junge Labouchere darauf, „dann bitte ich Sie. mich zum Kompagnon in Ihrem Geschäft zu m Set"alte Hope war über diese Unverschämtheit verdutzt und hielt es für seine Pflicht, den jungen
Md«, „„»«nn ich der
Schwiegersohn von Daring wäre?
„Schwiegersohn von Daring? Das viurde freilich die Sache ändern! Als solcher sind Sie in meinem Geschäft natürlich herzlich willkommen.
„Ein Mann, ein Wort!" sagte Peter 2a- bouchere und reiste nach England zurück.
Einige Lage darauf überraschte er seinen Ches, indem er um die Hand dessen einziger rochier anhielt: er liebe sie und schmeichle sich mit der Hoffnung, ihre Zuneigung gewinnen zu können.
„Junger Mann," sagte der alte Daring stolz zu dem kühnen Dewerber, „ich achte Ihre geschäftliche Begabung — aber Sie sind verrückt.
„Würden Sie," entgegnete Labouch>.re unerschütterlich, „mir auch dann die Hand Ihrer Tochter verweigern, wenn ich Teilhaber Der Firma Hope u. Cie. in Amsterdam Ware?
„Das ändert allerdings die Sache, vis Kimi- pagnon von Hope, junger Mann, würde ich Sie von Herzen als Schwiegersohn begrüßen.
tung gehabt. Er fei nicht nur der Leiter der deutsck^n Außenpolitik gewesen, sondern er habe auch regen Anteil an den inneren Geschehnissen des deutschen Vaterlandes genommen. Den Vertretern der Deamtenorganisationen habe er stets ein williges Ohr geliehen, er sei ihren Wünschen entgegengekommen und habe immer betont, daß er das Berussbeamtentum als eine Staats Notwendigkeit ansehe. Als der Deutsche Deamtenbund am 4. Dezember 1928 fein zehnjähriges Bestehen feierte, habe Strefemann in dem Bundesorgan prächtige Worte über die Bedeutung des Derussbeamtentums geschrieben und sich dabei nachdrücklich für die Erhaltung des Berufsbeamtentums ausgesprochen. Rur seinem starken Einfluß dürfte es zu danken sein, daß die Beamten bei den verschiedenen Verwaltungen nicht noch größere Abstriche als bisher geschehen erlebt hätten. Die Derussbeamten hätten berechtigten Anlaß, dieses großen Mannes dankbar zu gedenken und sein Andenken zu ehren.
Die Versammlung hörte diesen Rachruf von den ersten Worten ab stehend an und ehrte dadurch den allzu früh verstorbenen Staatsmann.
Bei der Heberlcitung zu dem Hauptpunkt des Abends verwies der Vorsitzende auf die vielfachen Angriffe gegen die Beamtenschaft. Gegenüber diesen Vorwürsen betonte er, die Beamtenschaft
auch Einblick in die großen politischen Fragen, die im Interesse eines „eurasischen Ausgleichs" und im einzelnen der weihen Rasse so oder anders zur Lösung drängen*.
Die Russen haben es zur gegebenen Zeit verabsäumt, die Rordmandschurei, wo ihnen die Chinesische Ostbahn doch die Vorherrschaft sicherte, zu kolonisieren, im Gegensatz zu den Chinesen, die sich hier feit Jahrzehnten systematisch ansiedeln. Heute ist die russische Stellung um so hoffnungsloser, als die „roten“ Russen macht- politisch interessiert, also unversöhnliche Gegner sind, und als die „Weißen" im politischen und rassiscl en Opportunismus ver'umdsen oder bloßen chinesischen Kulturdünger darstcllen. Je näher man vom Süden her zum Amur kommt, um so öfter trifft man mit Chinesen verheiratete Russinnen. „Die chinesischen Ehemänner sind stolz daraus. Sie haben eine Weiße zur Frau! Sie wissen die andere Rasse zu schätzen. Sie freuen sich an der Arbeitskraft, die sie an einer Chinesin nicht haben würden, und sie loben die Sauberkeit, die ihre Häuser vor den andern auszeichnet. Dabei sind die Russinnen noch billiger als Chinesinnen! Meist kosten sie gar nichts, weil die Russin froh ist, wenn sie durch die Heirat mit einem Chinesen von der Landstraße, Hunger und Elend, aus dem ekligen Freudenhaus erlöst wird. Die Russinnen haben, im Gegensatz zu ihren Männern, gar kein Gefühl für den Rasseuntcrschicd." Aus ihre Kinder haben sie nicht den geringsten Einfluß. Fragt man sie, ob sie Russen sind, so sind sie beleidigt. Sie lernen nur chinesisch, weil die Mütter mit ihnen kein russisches Wort sprechen dürfen und selbst „fast wie Gefangene" gehalten werden. „Mutter und Kind können sich also nicht einmal unterhalten und sich nur durch Gebärden oder unter Vermittlung des Mannes verständigen", weil die Frau nicht chinesisch spricht, der Mann aber einige russische Bruchstücke beherrscht „für die wichtigsten Erklärungen". Die Mutter führt das Leben eines „vielleicht hochgeschätzten Haustieres, aber eben doch nicht das menschenwürdige Dasein, das auch für die Chinesin selbstverständlich ist. Sie ist — kraß und nüchtern gesprochen — eine Maschine zur Befriedigung der Begierden des chinesischen Mannes und zum Gebären von Kindern, hat dabei noch die angenehme Eigenschaft, eine Dienerin zu ersehen, die sonst die chinesische Frau beansprucht: und sie ist zufrieden, still und glücklich. Weih sie Überhaupt, was Glück ist??" Aber eine Chinesin heiratet feinen Russen, und „es würde ja auch für den Russen keine positive Blutmischung dabei herauskommen." , ,
Des staatlichen Rückhaltes seines früher nur künstlich geschürten Rationalbewußtseins beraubt, geht das Russentum in Ostafien im Asiatismus, in de r gelben Rasse auf, in der das Rationalbewußtscin zum revolutionären Reformelement geworden ist. Beschleunigt wird dieser Prozeß der Rassemischung durch die Rückzug- stellung der russischen Staatsmacht. Ihre Chancen sind unwiederbringlich vorbei. Jetzt steht nur noch der augenblickliche Besitz in Frage. Die
* Wir folgen hier mit besonderer Erlaubnis Dem soeben erscheinenden Reisebuch Melzers Malaria, Gold, Opium" (Verlag E. Haberland, Leipzig), das als erster völkerkundlicher Bericht ber deutschen Hcilungkiang-Expedition unter Führung Walter Stöhners und unter Mitwirkung Melzers im Sommer 1928 aufzufassen ist. Es ist ein äußerst stimmungsvolles Expeditionsbuch mit einer überwältigenden geopolitischen „eurasischen" Quintessenz. _________________
Hochschulnackrichten.
In der philosophischen Fakultät der Universität Marburg ist der Privatdozent für Dau- sorschung Dr.°2ng., Dr. ph.L Friedrich W ach ts - muth zum nichtbeamtctcn außerordentlichen Professor ernannt worden. Wachtsmuths Sonder- gcbiet ist Backsteinbaukunst. 1915 promovierte Wachtsmuth in Berlin zum Dr.-Jng., setzte dann seine Siu Ken der mittelalterlichen und neueren Kunstgeschichte in Marburg fort und erwarb dort den Dr. phil. 2m Sommer 1923 erwirkte er seine Zulassung als Privatdozent für Baugeschichte und Kunstwissenschaft an der Technischen Hochschule in Darmstadt, von wo er später nach Marburg übersiedelte. — Der durch die Emeritierung von Professor M. Apfselstaedt in der medizinischen Fakultät der Universität Mün st e r erledigte Lehrstuhl der Zahnheilkunde ist dem Privatdozenten ebenda, Vorsteher der konservierenden Abteilung und Leiter der Abteilungs- schulzahnklinik am dortigen Zahnärztlichen Institut Dr. med. dent. Rudolf Müller an geboten worden.
in der Lage, sich die Antwort auf die Frage Sprech tzulegcn: Rassekrieg vier Kultursynthese? Di» kulturpolltischc Seite mit ihren volkskundiichen Dest and teilen dieses Problems ist ja der Haup^ inhall des neuen Rcllebuches. „Wir, auch noch unsere Kinder, vielleicht sogar unsere Kindeskinder," saßt Melzer seine Eindrücke einmal zusammen," werden die Wucht der Entscheidungen im Rorden des europäischen Kontinents nicht am eigenen Leibe spüren. Aber sollten wir nicht gerade das Denken in Jahrhunderten von den Chinesen lernen können, wenn es um mehr als um kleinen Einzellchicksale, wenn es sich :m Leben der Völker und Ralfen darum handelt, ob die Völker, unsere europäischen Völker, vor ber Erreichung des vollen Mannesalters zum Absterbcn verurteilt werden sollen? Wann wird die Rasse, die bisher noch stets das gering ft e Solidaritätsgesühl aufgebracht hat, die weihe Rasse, begreifen, daß es bei jedem Vorgang im Fernen Osten um die weiße Rasse in ihrer Gesamtheit geht? Daß die kleinen europäischen Rivalitäten ausgeschaltet werden müssen — mögen sie uns als das Hemd auf dem Leibe auch noch so wichtig sein —. wenn im Fernen Osten Fragen der Geltung und des Ansehens entschieden werden, wenn gar geopolitische Entscheidungen getroffen werden sollen? Gewiß sind wir Deutschen dabei nicht in der glücklichen Lage, den Ton angeben zu können: noch besteht das Versailler Diktat mit all seinen Folgewirkungen, das, aus dem von der Entente mit gelben Hilfs- volkern geführten Krieg hervorgegangen, auch im Fernen Osten das weiße Volk _ der Deutschen unmöglich machen sollte. Jetzt rächt s i ch das am bi.tcrsten an dem mit Deutschland naturgemäß am engsten verbundenen Volk, dem russi - s ch e n.“ . .
Aber der eurasische Echmelzprozeß ist in Gang gekommen. Soll er der Willkür des elementaren Geschehens, dem Zufall, überlassen bleiben oder von dem Organisationsgenie des kulturschöpferischen Menschen in die Cntwicklungsbahnen des sich selbst erkennenden eurasischen Geschichtsgeistes übergeleitet werden? Es gibt nur eine Antwort, will man den Rassekrieg oder den Rassebrei vermeiden.
gewöhnliche Wasserturbine in Betrieb gesetzt, die gleichfalls elektrischen Strom erzeugt. Wir haben hier also eine stufenweise Ausnützung des Dampfes und damit des Brennstofses, wie sie bisher noch nicht dagewesen ist. Rach den Berechnungen der Ingenieure ergibt sich bei dieser ersten Anlage gegenüber der Verwendung von Wasserdampf eine jährliche Ersparnis von rund einer Million Mark.
Der Quecksilber dampf ist bekanntlich sehr giftig, doch hat sich gezeigt, daß alle Maschinenteile verhältnismäßig leicht hinreichend gedichtet werden können, um sein Entweichen zu verhüten. Aber eine andere noch nicht geloste Frage taucht auf. Die Turbine bedarf zu ihrem Betrieb 70 000 Kilogramm Quecksilber. Von diesem geht allerdings kein Atom verloren, da es immer und immer wieder Verwendung findet. Wieviel Quecksilber gibt es in der Welt? Wird es ausreichen, um in Zukunft größere elektrische Kraftwerke aufzustellen, die mit Queck- silberdamps-Turbinen arbeiten? Auf diese Frage weiß man vorerst noch keine Antwort, weil man eben die Qnecksilbervorräte unserer Erde noch nicht hinreichend genau lennt. Erst wenn der Statistiker gesprochen hat, werden sich die Zukunftsaussichten der neuen technisch und wirt- scha-tlich so vorzüglich arbeitenden Turbine beurteilen lassen.


