-webr "terN^r
W 7er Täter s!, und 5 (l ab uni) ^te te&tirtt
toutbe er?°Ä^ h°b^ ’tfe<1’la* ^Mührten
^!<he Skaht4rt ehenttvurs >
O w{
und etfeht S'\.lle De- Srrenäqk kJ"*> Jen. und anbeten Ä/'"kr Srdfm.
F*f&äL Barnin sak Tlöir k°"nte, K »SB
L^°d" >t m? (S:
b. ?on.,9,n Bictotia ihre for- £*?eiy bes damaligen Paaren Königs Eduards VII exandra. U1'
Dolkenkraher fetfiggqMl jt von fünf Monaten ist so, l enlraher der Aeichshau-t« eiMh
s Gebäude ist nach einem W von Pros. Bruno cden und gehört einem gro« t Kasfeebranche. Das ädtebauliche Gesicht dec Um« verändert, »hebt sich in sei, bis zu zwölf Etockwerien in w 43 Me'.ern. Sie Genehmi, cnötigte zum Durchlaufen bet M ein vo'.leS Jahr, also das len Bauzeit.
iner Sörfe.
ML. Funkspruch.) 3m Heu- en fid} nach den wenigen ge- teilen fäarben zirka 188 e$!L 229 unb Sdjudert zirka 189) anifurtcr Slbenbnotierunaen wrchsehe« ju tonnen. Dir blieb aber weiter bestehen, te man London gegen Paris Blailanb 93,02, London gegen 8, London gegen Kabel zirka ihn zirka 20,40, Kabel gegen 0.
Wetterlage.
T M
<b toti»
$
eM»
jglb 1
4® //S
S tzS
W>sudwesl6 5IÄkM»
mirb oeiler 1 " Störung airo Bn lörhfiSetterto6e kalten inf%iMprörinrÄ®fttet b<L? cero^S, unb (5 iJS^’SSÄ^
"fifÄ*** 111 - s°°"'L
Aus der Provinzialhauptstadt.
Drehen, den 18. Oktober 1929.
Begegnung auf dem Bahnsteig.
Im Schalterraum schlängelten sich hintereinander- gereihte Menschen zu den Fahrkartenausgaben. Einige reckten bald rechts> bald links, den Kopf über ihre Vordermänner hinweg, wechselten nervös ihre Fußstellung, zückten die Taschenuhr und suchten auf jede nur erdenkliche Weise ihre Unruhe und Eile zu bekunden. Aber die den Platz vor ihnen behaupteten, stellten sich dickfellig und taub. Sie hatten Zeit. Was lag ihnen daran, wenn andere ihren Zug versäumten?!
Der aber zeigte sich rücksichtsvoller wie die Menschen und wartete, bis die letzten die Unterführungs- trcppe Heraufhetzenden in seinen Abteilen geborgen waren. Mit etlichen kurz aufeinanderfolgenden Rauchauswürfen stieß er dann aus der Halle hinaus und entschwand rasch in einer Kurve. Niemand auf dem Bahnsteig sah ihm noch. Er trug wohl nur Menschen davon, denen der Abschied eine alltägliche und darum überlebte Sache geworden war
Auf einer unbesetzten Bank, an der ich vorüber- kam, ließ sich ein junges Paar nieder. Als sie ihre Koffer Dorjid) hinstellten, sah man, daß es mit einer Geste der Erleichterung geschah. Beide hatten schwer getragen.
Ihre Blicke gingen starr geradeaus, durch Menschen und Dinge wie durch Glas. Mit einem nicht zu verleugnenden Ausdruck der Wehmut. Er sprach in langen hastigen Sähen. Sie setzte nur ab und zu einzelne Worte dazwischen, knappe Zustimmungen, wie es schien. Auch dabei sahen sie einander kaum an, um nicht mit ihren umflorten Augen einander das Herz noch schwerer zu machen.
Es war die bevorstehende Trennung, die auf chnen lastete. Lille Beobachtungen ließen erkennen, daß der Mann reiste. Daß er eine große, längere Reise unternahm. Die schlanke, blonde Frau würde bald allein sein. Ihre schmalen ruhlosen Finger drückten sich einen Schlüssel, den sie mit einem weißen Tüchelchen in Händen hielt, ins zarte Fleisch. Sie hätte sich lächelnd verwunden mögen, um in einem äußeren Schmerz das Weh ihrer Seele zu ersticken. Nach einer Weile würde der Schlüssel ins Türschloß klirren, und die Leere der Wohnung sie überfallen wie eine Gefangene die Stille einer Zelle.
Aufgeschreckt erhoben sich beide. Der D-Zug von- nerte ein. Knirschend und schrillend warfen sich die Bremsen auf die Räder. Türen schlugen auf und Menschen entquollen den Wagen. Zeitungen, warme Würstchen. Zigarren, Zigaretten, Bier boten vorüberflitzende Verkäufer den Weiterreisenden an, die teils mit, teils ohne Reisemütze breit in den heruntergelassenen Gangfenstern räkelten.
Türen klappten zu. Zugführer und Schaffner mahnten zum Einstciaen. Die junge Frau half hastig ihrem Manne die Koffer auf die Plattform schaffen. Er schleppte sie weiter in den Hßagengantj und stürzte zurück. Zu spät! Die Tür war zu. Die Maschine hatte schon angezogen, lieber ein offenes Fenster griffen sich ihre Hände zu einem letzten innigen Druck. Sie lief einige Schritte mit.
Dann stand sie allein und winkte mit matter Gebärde. Sie härte und sah nichts, als den weißen Punkt auf dem schwarzen Feld, die beide immer kleiner wurden. Den verwehenden Gruß ihres Mannes ...
Ein elektrischer Gepäckwagen, dessen Führer auf der vordersten Kante stand und rief, mußte einen Bogen um sie rollen. Ein Bahnbeamter, der ihr den entfallenen Schlüssel aufgehoben hatte, mußte sie leise auf den Arm tippen.
Da erst zuckte sie zusammen und sah, wo sie war. Errötend dankte sie dem Aufmerksamen und schritt die Unterführungstreppe hinab, so unsicher, als tappe sie ins Bodenlose. P. B.
Vornotizerr.
— Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Herzog Hansel" und „Der Befehl zur Ehe": auf der Bühne: Inge Rana, der berühmte Star der Moulin-Rouge und Falles Vergöre, Paris. — Astoria-Lichlfpiele: „Schmeling-Pao- lino Weltmeisterschaft" und „Zirkus Pat und Pata- chon".
-- Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Samstag, 19. Oktober, findet (im Freitagabonnement) abends 8.15 Uhr die Uraufführung von Georg Kaisers „Hellseherei" statt. Die Spielleitung (Intendant Dr. P r a s ch) hat die Rollen folgendermaßen besetzt: Viktor: Hais, Vera: Mewes, Die Dame: Koch, Sneederhan: Arzdorf, Zofe: Doering. Bühnenbild: Löffler. Die Regie versucht dem Wort, der Eigenart des Kaiserschen Theaters, sowie dem modernen Tempo gerecht zu werden. — In Vorbereitung „Der arme Heinrich" von Gerhart Hauptmann. Erstaufführung: Mitt- woch, 23. Oktober.
— Der Goethebund hat, wie man uns schreibt, zu feinem zweiten Vortragsabend am kommenden Montagabend Dr. Oskar Schürer aus Prag zu einem Lichtbildervortrag über Prag gewonnen. Der Redner wird den baulichen Entwicklungsgang dieser Stadt schildern. Ein interessanter Vortragsabend ist zu erwarten, der allseitigen Besuch verdient. (Siehe heutige Anzeige.)
*
** Die Eröffnungs- unb Zehnj ähre s f e i e r be r Volkshochschule findet am Samstag, 26. Oktober, 20 Ufjr, in bet Neuen Aula statt. Außer dem Kctmmerorchestcr der Volkshochschule unb bem Gießener Singkreis wirkt eine Frankfurter 3ugendspielschar mit, die einen Epilog zu Leo Tolstois „Unb bas Licht scheinet in ber Finsternis": „Die Flucht zu Gott" von Stefan Zweig zur Aufführung bringt. Dr. Hans Werner, der frühere Leiter ber Dolks- Axhschule, wirb über die Anfänge brr Gießener
Oer Aufmarsch zur Wahl.
Oie deutschnationale Liste zum Provinzialtag.
1. Dr. Otto Lenz, Stud.-Rat, Gießen
2. Franz Kissel, Beigeordneter, Oberbademeister i. R., Bad-Nauheim
3. Georg Knecht, Landwirt und Altbürgermei- ster, Mittel-Gründau
4. Dr. Eduard Zehntgraf, Forstrat, Lauterbach
5. Christian Schlabach, Direktor der Oberhessi- schen Kornhausgenossenschaft Alsfeld
6. Adolf Noll, Fabrikant, Gießen
7. Carl Link, Lehrer i. R., Schotten
8. Karl Huber, Landwirt, Großen-Buseck
9. Dr. Adam Nuppel, Stud.-Rat, Friedberg
10. Theodor ©ernannt, Kaufmann, Heuchelheim
11. Karl Listberqer, Landwirt, Hopfmannsfeld
12. Adolf Schilling, Buchhalter, Hirzenhain
13. Georg Riedefel, Frh. zu Eisenbach, Gutsbesitzer, Landrat a. D.
14. Frau Antonie Bähr, geb. Ritzel, Tierarzt- Wwe., Gießen
15. Dr. Caspar Schmidt, Bürgermeister i. R., Butzbach
16. Karl Repp, Fabrikant, Grünberg
17. Zacharias Bloch, Zimmermeister, Landenhausen
18. Wilhelm Wetter, Kaufmann, Gießen.
Provinzialtagslisten der Deutschen Dottspartei.
Deullche Volkspartei im fireife Gießen:
1. Ludwig Reuenhagen, Präsident bes Landgerichts ber Provinz Obevhessen, Gießen.
2. Ludwig 3 b r i n g , Bäckermeister, Lich.
3. Karl R ö h r sen., Kaufmann, Gießen.
4. Heinrich Schmidt II., Drahtgeflechtfabrikant, ©rünberg.
5. Ernst Pfeiffer, Bauunternehmer, Gießen.
6. Hch. Leopold M o n n a r b, Dr., Obervet.-Rat, Kreisveterinärarzt für den Kreis Gießen, Gießen.
Deutsche Volkspartei
in den fireifen Friedberg und Bübingen:
1. Louis 3 outz, Kaufmann, Butzbach.
2. Ewald M o r h e n n, Fabrikbirektor, Hirzenhain.
3. Heinrich Etzel, Elektro-Installateurmeister, Bad-Rauheim.
4. Adolf Lupp, Maurermeister, Ridda.
5. Peter Dick le r, Gewerbelehrer. Friedberg.
6. Gg. P. 3alob Marburger, Weißbinder- meister, Vilbel.
7. Gustav Sprengel, Schlossermeister, Reichelsheim i. W.
Deutsche Volkspartei
in den fireifen Alsfeld, Lauterbach, Schotten:
1. Dr. Friedrich Riepoth, Bürgermeister, Schlitz.
2. Ludwig Rohrbach, Dorfihenber ber Ge- Werbevereine des Dezirksverbanbes Alsfeld unb Mitglied des Landesausschusse? für den Verband Hess. Handwerker und Gewerbetreibender, Alsfeld.
3. Friedrich Kopp, Schmiedemeistsr, Larckach.
4. W.lhelm Heiliger, Schlosserrnstr., Lauterbach.
5. Carl © u n t r u m , Oberamtsrichter, Homberg a. d. Ohm.
6. Theodor S c r i b a , Apotheker, Schotten.
Die Deutsche Volkspartei zur Gießener Kreistagswahl.
1. Richard Schudt, Landgerichtsdirektor, Gießen. 2. Hermann Schelm, Zimmermeister, Lollar.
3. Ludwig Wagner/ Landwirt und Bürgermeister, Geilshausen.
4. Adolf Steller, Obersteuersekretär, Hungen.
5. Heinrich Schmidt II., Drahtgeflechtfabrikant, Grünberg.
6. Karl Wilhelm Poppe, Fabrikant, Gießen.
7. Ludwig I h r i n g , Bäckermeister, Lich.
8. Fräulein Marie Fischer, Telegraphenassistentin i. R., Gießen.
9. Dr. Christian Müller, Studienrat, Gießen.
10. Fritz Wenzel, Dreher i. 9t., Gießen.
11. Richard Appel, Oberreallehrer, Gießen.
W ^Vorschläge der Mittelstands- Vereinigung (Wirtschastspartei).
Für die Gießener fireistagswahl:
1. Adolf Schmidt Kaufmann, Gießen.
2. Jul. Don - Eiff, Jnstallationsmeister, Grünberg.
3. Heinrich Matheis, Stadtbauinspektor, Gießen.
4. Christian Fey, Bauunternehmer, Lich.
5. Rudolf Pfaff. Regierungsbaurat a. D., Architekt, Gießen.
6. Heinrich R e i n f ch m i d t, Generalagent, Gießen.
7. August Balzer, Weinhändler, Gießen.
8. Friedrich Warner, Wäschereibesitzer, Gießen.
Für die Vrovinziallagswahl:
1. Dr. Willi Wämser, Rechtsanwalt, Gießen.
2. Georg Waldschmidt, Telegrapheninspektor, Bad-Nauheim.
3. Heinrich Weimer jun., Bauunternehmer, Gießen.
4. Jul. Von-Eiss, Jnstallationsmeister, Grün- berg.
5. Christian Fey, Bauunternehmer, Lich.
6. Dr. Hans van Bentheim, praktischer Arzt, Gießen.
7. Wilhelm Märker, Landwirt, Bad-Nauheim.
8. Adolf Kurz, Oberingenieur, Gießen.
Eine weitere Grünberger Liste.
bt. Grünberg, 17. Oft. Der W ahlv vr- schlag ber „Volksliste" zur Gerneinde- r a t s w a h l bringt folgende Ramen: 1. Wilhelm Schmidt, Angestellter: 2. Heinr. Schmidt IV., Steinhauer: 3. Heinrich Stock, Weber: 4. Philipp S ch o m b e r, EiseTchahn-Vorarbeiter a. D.; 5. Georg Klöh. Weißbinder: 6. Wilhelm Segen, Schneidmüller: 7. Otto Dörr, Packmeister: 8. Hermann Gehringer, Heizer. Von diesen Kandidaten gehört dem jetzigen Gemeinderat Herr Schomber an, während die beiden ersten Kandidaten bereits im vorhergehenden Gemeinderat mitwirkten.
Volkshochschule und zu den ehemaligen Hörern sprechen. (Siehe heutuge Anzeige.)
** Grober Unfug. Der Wächter Reuter von der Rheinischen Wach- und Schlietzgesell- schaft ertappte dieser Tage einen jungen Mann, der in der Rächt gegen 2 Uhr am Marktplatz den Feuermelder eingeschlagen hatte und im Begriff war, die Feuerwache zu alarmieren. Der Wächter kam so rechtzeitig, daß die Alarmierung der Feuerwache noch verhindert werden konnte. Der Täter wurde der Polizei gemeldet und sieht seiner Bestrafung entgegen.
•• Deutsche Volkspartei. Die am vergangenen Dienstag im Gasthaus „Hindenburg" tagende Gei eralversammlung der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Dolkspartei billigte einstimmig die vom Wahlausschuß vorgeleg.e Liste zur Stadtratswahl in Gießen. Nachdem Oberreallehrer Appel den Rechnungsbericht für das 3ahr 1928 erstattet hatte, wurde ihm Entlastung erteilt und wärmster Dank für seine mühevolle Arbeit ausgesprochen. Der Geschäftsbericht, erstattet von Provinzial-Geschäftssührer Dr. Weißer, zeigte, daß auch im vergangenen 3ahre die Organisation ber Deutschen Volkspartei in Oberhessen sich bewährt hat und an ihrem weiteren Ausbau unermüdlich weitergearbeitet wurde.
•• Tanzgast spiel im Lichtspielhaus. Das im Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße gegenwärtig laufende Film-Doppelprogramm wird durch eine varietämätzige Attrattion aus der Bühne unterbrochen und wirkungsvoll bereichert. 3nge Rana, Revuestar von Moulin Rouge und Folies DergLre in Paris, gibt zur Zeit ein mehrtägiges Tanzgastspiel in Gießen. 3nge Rana, die u. a. in der vor kurzem viel besprochenen 3nszenierung der „Artisten" von Max Reinhardt mit großem Erfolge mittomte, zeigt in ihrem Programm zunächst einen „Sterbenden Strauß", der an berühmte Vorbilder der älteren Ballettschule ein wenig erinnert, dann einen modernen Excentrictanz: beide Darbietungen erweisen sich als eine interessante Verbindung von revuemäßigem Dühnentanz und einer oft erstaunlichen Parterreakrobatik: in diesem Programm findet 3nge Rana Gelegenheit zur wirkungsvollen Entfaltung sowohl ihrer aparten
Mistinguette-Kostüme wie ihres tadellos ausge- bildeten und durchtrainierten Körpers: sie exekutiert hier u. a. mit scheinbar spielender Leicht g- keit Tanzpas und Salti, die zu den schwierigsten und anstrengendstes Aktionen auf der Dariete- bühne zu zählen sind, und die man in so sicherer Beherrschung zum mindesten von einer Frau sehr selten vorgeführt bekommen dürfte. Es ist anzunehmen, daß diese recht sehenswerte Gastspieleinlage ihre Anziehungskraft auf das Publikum nicht verfehlen wird.
** V. H. C. Bei einer Beteiligung von über 50 Personen stattete der V.H.C. Gießen am Sonntag gelegentlich feiner planmäßigen Oktober-Wanderung der goldenen Wetterau einen Besuch ab. Das Dampfroß brachte die Teilnehmer über Friedberg nach Assenheim, dem 2Iusc|angspunft der Wanderung. Don hier aus ging es über Wickstadt herrliche Waldwege entlang bis zur Stern bacher Kirche, einer an Alter und Vergangenheit ehrwürdigen Wallfahrtskirche, die außerordentlich idyllisch mitten im Walde gelegen ist. In einem ausführlich gehaltenen Dortrage, dem der Aufsatz in Nr. 37/1928 .Heimat im Bild (der Beilage des „Gießener Anzeigers") über die Sternbacher Kirche zu Grunde lag, brachte ber Dorfitzende die geschichtliche Entwicklung und die Sehenswürdigkeiten der Wallfahrtskirche zu Gehör. Nach einer längeren Frühstückspause, die dank des prächtigen Herbsttages — es herrschte wieder einmal das bereits sprichwörtlich gewordene schöne D.H.C.-Wetter — im Freien gehalten werden konnte, wurde die Wanderung auf schönen Waldpfaden fortgesetzt, vorbei an der abseits vom Wege stehenden Hesseneiche, über deren Geschichte leider kein Führer Aufschluß gibt, nach dem ehemaligen Kloster Engelthal. Hier galt es die ebenfalls sehr alte Klosterkirche zu besichtigen. Unter der Führung des sich in dankenswerter Weife bereitwilligst zur Verfügung stellenden Pfarrers konnten viele kostbare Schätze der Kirche in Augenschein genommen werden. Bei Sonnenschein wurde dann noch ein Ruhestündchen im Freien gehalten, und weiter ging es hierauf dem Endziele der Wanderung, dem Ausgangspunkte Assenheim, zu, wo die Schlußraft mit ber einzigen Einkehr bes Tages gehalten würbe. Mit Gesang wurde noch der "kurze Weg zur Bahnstation Bruchenbrücken zurückgelegt, von wo aus die Heimfahrt erfolgte.
Erweitertes Schöffengericht.
• Gießen. 17. Olt. 3n der Strafsache gegen den Bankier L. von Butzbach und drei Mitangeklagte wegen Konkursverbrechcns und Verbrechens gegen das Depotgeseh wurde heute in der Vernehmung der Zeugen fortgefahren, meistens Zeugen, mit denen L. in den letzten Monaten vor der Konkurseröffnung wegen Geldbeschaffung Verhandlungen geführt hatte. Aus der Aussage des Konkursverwalters ergab sich, daß zur Zeit die Konkursmasse 18 000 Mk. beträgt, welcher Forderungen in Höhe von 221000 Mk. gegenüberstehen. Darauf erstatteten die Bücher- sachverständigen ihr Gutachten, das sie dahin zusammenfatzten, bah im 3ahre 1927 die Bücher zum Teil unrichtig geführt waren und auch die BÄanz für 1927 falsch auf gestellt war. Rach ihrer eingehend begründeten Ansicht war L. bereits im Oktober bzw. Rovember 1927 zahlungsunfähig und sich auch dessen bewuht.
Darauf wurde dem Staatsanwalt zur Begründung der Anklage bas Wort erteilt. Nachdem er sich mit ber Person bes Hauptangeklagten L. näher befaßt hatte, untersuchte er die Ursachen unb Folgen des Zusammenbruchs des Bankhauses L. Er wies nach, daß L. zweifellos übermäßigen Aufwand getrieben habe, unb zeigte an Hand des Zahlenmate- rials, wie L. in demselben Maße, in dem sich feine finanziellen Verhältnisse verschlechterten, seine Entnahme aus dem Geschäft erhöhte. L. habe nur bes- halb die Bücher unrichtig geführt unb die Bilanz für 1927 falsch ausgestellt, um seine schlechte Jinan- zielte Lage zu verschleiern, was nur geschehen sei in der Absicht, seine Gläubiger zu benachteiligen. Im übrigen habe L. als Gerneinschuldner im Bewußt- fein feiner Zahlungsunfähigkeit bas Wertpapieren- bepot „B" feiner Kundschaft unterschlagen, wobei ihm fein Prokurist H. unb ber Angestellte W. durch Rat bzw. Tat wissentlich Beihilfe geleistet hätten. Mit Rücksicht auf die Gemeingefährlichkeit feines Tuns beantragte er gegen L. eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren, gegen H. eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten unb gegen W. eine Gefängnis- Koon 3 Monaten. Bezüglich ber der Hehlerei klagten stellte er die Entscheidung in das Ermessen des Gerichts.
Der Verteidiger des Angeklagten L. bestritt, datz L. gegen die strafrechtlichen Bestimmungen der Konkursordnung verstohen habe. Er gab die Möglichkeit zu, daß objektiv eine Zahlungsunfähigkeit des L. vorhanden gewesen sein mag, stellte aber entschieden in Abrede, datz L. sich bei Verpfändung der Wertpapiere dessen bewußt war, so datz nur eine Bestrafung des L. wegen ungetreuer Depotverfügung in Frage komme.
Der Verteidiger des Angeklagten H. bestritt Überhaupt die Zahlungsunfähigkeit des L., jedenfalls habe sie H. nicht gekannt. 3m übrigen liege keine älnterschlagung vor, weil L. bei Verpfändung der Papiere gar nicht den Eigentumserwerbswillen gehabt habe. H. könne nur wegen Beihilfe zu der ungetreuen Depotverfügung bestraft werden.
Der Verteidiger des Angeklagten W. beantragte dessen Freisprechung, weil die Tättgkeit des W. erst in die Zeit nach Vollendung der Tat des L. falle.
Der Verteidiger des der Hehlerei Angeklagten beantragte Freisprechung, weil weder rechtlich noch tatsächlich eine Hehlerei vorliege.
Rach geheimer Beratung verkündete das Gericht das Urteil. L. wurde wegen Verbrechens gegen das Depotgeseh in Tateinheit mit einem Konkursvergehen unter Zubilligung mildernder Umstände zu drei 3ahren Gefängnis verurteilt. Wegen Beihilfe zu dem Verbrechen gegen das Depotgeseh wurde H. zu zwei 3 ähren Gefängnis und W. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Den Angeklagten L. und H. wurde die erlittene UntersuchungZhast in vollem Umfang aus die Strafe ungerechnet. Wegen Hehlerei erfolgte mangels ausreichenden Beweises Freisprechung.
\\\wxxx
ch 1
Das Wohl Ihres Kindes geht Ihnen gewiß über alles! Beobachten Sie, wie gern viele Kinder Milch trinken, wenn Kaffee Hag dazu gegeben wird. Auch für Ihr Kind ist der coffeinfreie Kaffee Hag das gegebene Getränk.
Kaffee Hag ist ein Genußmittel, das selbst dem zarten Organismus des Kindes nicht schädlich ist. Sie sollten unbedingt einen Versuch mit Kaffee Hag machen. Viele Ärzte sagen: „Kaffee Hag ist ein Segen für die Menschheit.“
Nivea-Creme dringf ein und hinterläßt keinen Glanz/
ei Regen, Wind und Schnee
NIVEA'CREME
Wind und Wetter, Kälte und Feuchtigkeit entziehen Ihrer Haut ständig lebenswichtige Stoffe und begünstigen dadurch vorzeitige Faltenbildung. Ihre Haut braucht aber frische Luft. Da schützt Nivea- Creme sie vor den ungünstigen Einflüssen der Witterung. NurNivea-Creme_enthält_Eucerih sie bewahrt die zarten Hautgewebe vor dem Austrocknen und beugt der Bildung von Falten and Runzeln vor.
Dosen RH- 0.20- 1210, reine Zinntaben 0.60 u. 1.-
In den ersten 10 Jahren
sollte jede Mutter ihr Kind ausschließlich mit der reinen, milden
NIVEA
KINDERSEIFE
waschen und baden. Dem Kind wird dadurch später manche Sorge um die Er- haltungseines guten Teints erspart bleiben Nivea- Kinderseife Ist überfettet und nach ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut der
Kinder hergestellt. 2
_________ ________wzsy30
Preis: 70 Pfg.


