waren verschiedentlich etwas reichlicher angeboten, und es traten hier auch gaiu$ beträchtliche Qlb- schläge ein. Das Mehlgeschäft war, wie schon seit längerer Zeit, schleppend, besonders Roggen- inehl hatte den stärksten Rückgang zu verzeichnen. Weizenmehl, aber nur niederrheinische Qualitäten, blieben dagegen gut gehalten. Auch in dieser Woche war das Angebot in Futtermitteln weiter ziemlich erheblich, Nachfrage war aber kaum vorhanden, so daß Verluste von einer halben bis zu dreiviertel Mark eintraten. Sie (Stimmung blieb in der ganzen Woche gedrückt und lustlos. Zum Wochenschluh änderte sich an der Haltung nichts, die Tendenz neigte eher erneut zur Schwäche. Anregungen lagen nicht vor. das Ausland meldete unveränderte Kurse. Nachteilig wirkte das zunehmende Angebot von Brotgetreide. Jedoch wurden Weizen und Roggen hiervon nicht berührt. Nur Roggenmehl war erneut erheblich schwächer. Am Futtermittelmarkt waren noch Weizen- und Roggenkleie weiter angeboten und ebenfalls schwächer. Mais für Futterzwecke blieb dagegen behauptet. 3m Vergleich mit den Notierungen der vergangenen Woche waren Weizen, Roggen und Weizenmehl niederrheinischer Qualitäten gut gehalten. Dis zu einer halben Mark niedriger lagen Sommergerste, Mais für Futterzwecke und Rvggenkleie. Weizenmehl und Hafer (tnL) gaben bis zu einer Diertelmark nach. Weizenkleie bis zu dreiviertel Mark abgeschwLcht. Roggenmehl büßte sogar eine Mark ein. Die Wixhe schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 24, Roggen 22,75. Sommergerste 23,50, Hafer (inL) 23,25 bis 23,50, Mais für Futterzwecke 21 bis 21,50, Weizenmehl 32 bis 32,25, nieder- rheinisches Weizenmehl 31,75, Roggenmehl 29 bis 30, Weizenkleie 12 bis 12,15, Roggenkleie 12,75.
Wochenbericht
vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt.
Auch in dieser Woche war das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt weiter rege. 3n dieser Woche war fast ausschließlich nur erstklassiges Vieh angetrieben. Bestes Mastvieh erzielte Preise über Notiz, während sonst die Preisgestaltung eine uneinheitliche war. Am Rindermarkt war der Auftrieb fast der gleiche, wie der der Vorwoche. Die Nachfrage konnte jedoch trotz der bevorstehenden Feiertage befriedigt werden, da die auf der Mastviehausstellung gezeigten 500 Tiere bereits vorher restlos im Dersorgungsgebiet untergebracht wurden. Bei regem Handel, aber schwacher Exportbeteiligung, wurde der Markt ausverkauft. Auf dem Kälbermarkt war der Auftrieb erheblich größer, als in der Vorwoche. Bei anfangs regem Geschäft wurde die Stimmung zum Schluß der Woche flauer, und die Preise gaben stärker nach. Infolge der bevorstehenden Feiertage konnte der Markt jedoch geräumt werden. Auch Schafe hatten wieder Leges Geschäft zu verzeichnen, doch mußten die Notierungen infolge des immer noch zu schwachen Auftriebs ausgesetzt werden. Der Schweinemarkt war in dieser Woche sehr stark beschickt, und es konnte sich daher nur schleppendes Geschäft entwickeln. Auch hier war ein größerer Preisverlust festzustellen. Es verblieb geringer Äeberstond. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1578 Rindern, darunter 174 Ochsen, 74 Dullen, 560 Kühe und 320 Färsen, ferner aus 2760 Kälbern, 209 Schafen und 6721 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Woche waren 45 Rinder, 66 Schafe, 1009 Kälber und 1623 Schweine mehr angetrieben. — Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: Klasse -X l 60 bis 64. A II 54 bis 59, BI 48 bis 53; Dullen: A 54 bis 57, B 50 bis 53; Kühe: A 45 bis 50. B 40 bis 44. C 35 bis 39, D 28 bis 34; Färsen: A 60 bis 64, B 55 bis 59, C) 48 bis 54. Kälber: B 73 bis 78, C 66 bis 72, D 58 bis 65. Schafe nicht notiert. Schweine: B 70 bis 72. C 70 bis 74, D 70 bis 74, E 68 bis 72. 3m Vergleich mit den Notierungen der vergangenen Woche konnten Ochsen zwei, Kühe und Färsen je eine Mark anziehen, während Kälber bis fünf Mark und Schweine bis zu vier Mark nachgaben. Bullen blieben gut behauptet.
• Odenwälder Hartst ei n-3ndustrie A. - G., Darmstadt. Die Gesellschaft schlägt aus 133 284 (219 505) Mk. Reingewinn eine ermäßigte Dividende von 7 (10) Prozent auf 1,32 Millionen Mark Aktienkapital vor. Die Aussichten für das neue 3ahr seien von der Allgemeinentwicklung des Straßenbaues weitgehend abhängig.
• Eirg e r es Zusammenarbeiten in der Walzlagerindustrie. Wie der WTB- Handelsdienst aus der Walzlagerindustrie erfährt, haben die drei größten Firmen dieser Branche, und zwar die Präzisivnskugellagerwerke Fichtel & Sachs, A.°G., Schweinfurt, Fries <L Höpflinger, QI.-®., Schweinfurt, und die S.K.F.- Norma-A.-G., Berlin-Stuttgart, nach eingehenden Besprechungen beschlossen, sich durch engeres Zusammenarbeiten, dessen endgültige Form noch nicht feststeht, zu verständigen. Der Zweck dieser Verständigung ist u. a. eine Rationalisierung durch Typenverteilung auf verschiedene Werke, sowie gemeinsame Wahrnehmung der 3nteressen im In- und Auslande. Um dieses Zusammenarbeiten zu ermöglichen, werden Fichtel & Sachs, QI.-®., ihre Walzlagerabteilung aus organisationstech- nischen Gründen in eine besondere Gesellschaftsform kleiden. Die Riebe-Werk-A.-G-, deren Aktien sich im Besitz der Fichte! & Sachs-A.°G. und S.K.F.-Norma-A.-G. befinden, wird an der Zusammenarbeit teilnehmen. Die Firmen sind zu der Lieberzeugung gekommen, daß durch diese Verständigung ihren eigenen 3n1eressen und den jenigen ihrer Abnehmer Rechnung getragen wird.
Berliner Börse.
Berlin, 17. Mai. Während heute vormittag die Tendenz bei völliger Geschäftslosigkeit eher nach unten neigte, schlug in der Dorbörse, die ebenfalls schwächer einfetzte, die Stimmung plötzlich um. Die Dörfe schritt in Anbetracht der bevorstehenden mehrtägigen Unterbrechung des Börsenverkehrs zu bedüngen, die auch zum Dell von feiten des Auslandes kommen sollen. Es machte sich Materialmangel an vielen Märkten bemerkbar. Auch kleine Kauforders sollen Vorgelegen haben, imb die ersten Kurse konnten infolgedessen 1 bis 3 Prozent im Durchschnitt a n- fteigen. Wieder war das Hauptgeschäft in AEG., wie auch die noch immer anhaltenden ausländischen Käufe fester lagen. Don Kaliwerten konnten Salzdetfurth über 6 Prozent gewinnen, Polyphon und Glanzstvff zogen 7 bzw. 9 Prozent an. Deutsche ßinoleiun, Feldmühle und Holzmann lagen bis 4 Prozent höher. Bemerkenswert war auch die Festigkeit der Reichsbank, die auf starke Nachfrage sich um 6,5 Prozent erholen
konnte. Montanwerke lagen durchweg lebhafter und fester. Deutsche Anleihen waren unverändert, Ausländer uneinheitlich. Der Satz für Lagesgeld und Monatsgeld blieb auch heute noch unverändert. Bon dem morgen zur Veröffentlichung gelangenden Reichsbankausweis erhofft man eine stärkere Entlastung. Nach den ersten Kursen wurde es vorübergehend etwas schwächer, bald darauf aber sehr fest und lebhaft, da die Deckungen sich verstärkten. 1 bis 3 Prozent gegen Anfang waren der Durchschnitt, Reichsbank, Schubert und Dalser, Glanzstoff und Polyphon 3 bis 8 Prozent höher.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 17. Mai. Zum Wochen» fchluß war das Geschäft am hiesigen Produktenmarkt im Hinblick auf die Feiertage außerordentlich still, und die Stimmung blieb abwartend und lustlos. Gegen den Vortag traten Preisänderungen auf keinem Marktgebiet ein. Cs wurden notiert: Sommergerste (für Brauzwecke) 23,50 Mk., Roggenmehl 29 bis 30, Weizenkleie 12 bis 12,15, Roggenkleie 12,75 Mk. — Tendenz: ruhig.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 17. Mai. Der Produktenbericht wurde heute gänzlich von Vorfeiertagsstimmung beherrscht. Vom Auslande lagen irgendwelche Anregungen nicht vor. Das Jnlaudangebot von Weizen und Roggen zur Waggonoerladung hält sich zwar weiter in engsten Grenzen. Kahnware ist dagegen mehr als ausreichend offeriert. Die am Mehlmarkte herrschende Stagnation läßt keinerlei Unternehmungslust aufkommen. Zudem wird die g egenroärtige Witterung als außerordentlich günstig für die Entwicklung der Felder betrachtet. Das billige Angebot von Polenroggen inacht sich weiterhin im Exportgeschäft störend bemerkbar. Am Lieferungsmarkt lag Weizen ziemlich stetig. Roggen dagegen weiter abgeschwächt. Weizenmehl hat kleines Bedarfsgeschäft. Für Roggenmehl läßt die große Spanne zwischen Forderungen und Geboten größeres Geschäft weiterhin nicht zustande kommen. Hafer sehr still, ebenso Gerste. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 220 bis 221, Mai 231 Brief, Juli 234 bis 234,75, September 239,50 bis 240 (stetig); Roggen, märkischer, 195 bis 200 (prompte Ware schwächer, Lieferung ruhig), Juli 212 bis 212,50, September 215 bis 216; Braugerste 218 bis 230 (ruhig), Futtergerste 187 bis 197 (schwach); Hafer, märkischer, 194 bis 200 (prompte schwache Lieferung, stetig), Juli 203 bis 203,50. (100 kg): Weizenmehl 24,25 bis 28,75 (still); Roggenmehl 26,75 bis 28 (matter); Weizenkleie 13 bis 13,25 (ruhig); Roggenkleie 13,50; Viktoriaerbfen 43 bis 50; kleine Erbsen 28 bis 32; Futtererbsen 21 bis 23; Peluschken 25 bis 26,50; Ackerbohnen 22 . bis 24; Wicken 28 bis 30; Lupinen, blau, 17 bis 18; Lupinen, gelb, 22 bis 24; Serradelle 56 bis 62; Rapskuchen 19 bis 19,20; Leinkuchen 21,80 bis 22; Trockenschnitzel 12,70 bis 13,10; Sojaschrot 19,20 bis 20,20. (50kg): Kartoffelstöcken 16,80 bis 17,40 Mark.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
X Wieseck, 17. Mai. Am 20. Mai werden es 25 3ahre. daß unsere beiden Hebammen, Frau Elisabeth P a u s ch geb. Römer unb Frau Lina Schreiner geb. Ziegler, ihren Dienst antraten. Die Gemeinde hatte sie in der Zeit vom 1. Oktober 1903 bis 31. März 1904 in der Entbindungsanstalt zu Mainz ausbilden, lassen. Damals traten ihre beiden Vorgängerinnen, die 76jährige Margarete Soll und die 72jährige Elisabeth Drescher, in den Ruhestand.
QJ Lollar, 16.Mai. Der Verein „Kinder- freund" hielt dieser Tage seine diesjährige 2 5. Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Dekan G u h m a n n, erstattete den Iah» resbericht, hierbei zunächst der sechs verstorbenen Mitglieder des letzten 3ahres gedenkend, zu deren Ehren sich die Versammlung von den Sitzen erhob. Dem Bericht entnehmen wir u. a. folgende Angaben: Die Mitgliederzahl des Vereins beträgt 370. Die Kleinkinderschule wird durchschnittlich von 70 bis 95 Kindern besucht. An Weihnachten konnten 105 Kinder beschert werden. Olbgesehen von einigen Tagen, an denen die Schule wegen der Grippekranken geschlossen werden mußte, konnte der Schulbetrieb das ganze Jahr ungestört durchgeführt werden. Der Spielwaren- und Lehrmittelbestand wurde in zeitgemäßer Weise ergänzt. Der Vorsitzende wies weiter auf die Llnzulänglichkeit der vorhandenen Räume hin. Die Krankenpflege wurde auch im verflossenen Jahre sehr segensreich durch Schwester Marie Saxer ausgeübt. Krankenbesuche fanden 4390 statt, Nachtwachen 31, Tagespflegen 10, Interessenbesuche 73. Schwester Marie Saxer wurde vor einigen Wochen als Oberschwester in die Stadtgemeinde Darmstadt verseht. Der Verein, wie die gesamte Gemeinde bedauert den Weggang der Schwester Marie lebhaft. Dekan G u ß m a n n unb Bürgermeister Schmidt sprachen ihr öffentlich herzlichen Dank aus. Als Nachfolgerin wurde Schwester Elisabeth Melchior von Friedberg nach hier verseht. Am Schlüsse des Berichtes wies der Vorsitzende darauf hin, daß der Verein im September d. I. 25 Jahre besteht. Eine einfache Feier soll auf die Bedeutung der Arbeit in diesen Jahren Hinweisen. Die von dem Rechner, Rektor Saab, erstattete Rechnungsablage ließ erkennen, daß die Surchsührung der laufenden Ünterhaltungsarbei- ten am Gebäude im letzten Jahre nur unter Zuhilfenahme des Baustocks möglich war. Eine Vermehrung der Einnahmen ist für
die Erhaltung unb Fortentwicklung der Anstalt unumgänglich. Deshalb wurde ein Antrag auf Erhöhung des Jahresbeitrages von 2 Mk. auf 3 Mk. einstimmig angenommen. Weiterhin wurde beschlossen, baß seitens des Vorstandes eine schriftliche Aufforderung an alle dem Verein noch fernstehenden Haushaltungsvorstände zum Beitritt ergehen soll. Ein weiterer Vorschlag, von den Nichtmitgliedern für geleistete Krankenpflege unter Berücksichtigung bor sozialen Verhältnisse kleine Gebühren zu erheben, wurde dem Vorstand als Material überwiesen. Heber die unzulänglichen Räumlichkeiten der Kleinkinberschule entspann sich eine längere Aussprache. Hierzu konnte der Vorsitzende mitteilen, I daß durch das 'Vorstandsmitglied Balthasar Nuhn die technische Seite einer Erweiterung I durch den Anbau eines zweiten Saales geprüft I und für durchführbar befunden worden sei. Ein Plan mit Kostenberechnung ergibt für diesen Anbau eine Bausumme von 10 000 Mk. In eingehender Besprechung wurden die Möglichkeiten einer Finanzierung behandelt unb das Bedürfnis nach dem Qlusbau der Anstalt bejaht. Die
Finanzierungsvorschläge sollen vom Dorstande überprüft und zu gegebener Zeit eine Vorlage unterbreitet werden. Ser Vorsitzende hob bann nochmals die Sringlichkeit der Förderung der Bestrebungen des Vereins durch den Beitritt aller Haushaltungsvorstände hervor und fand toarme Worte der Sanlbarfeit für die dem Verein auch im letzten Jahre seitens der Gemeinde, der Buderusschen Eisenwerke und der vielen ungenannten Spender gewährte Anterstühung.
* Arnsburg bei Lich, 18. Mai. Das evangelische Rettungshaus feiert, wie alljährlich, am Pfingstdienstag, 21. Mai, nachmittags 2 Llhr sein Iahresfest. Festprediger werden sein Pfarrer Kayser zu Karlsruhe und Tiesmeyer zu Harsleben. Aus der Butzbach- Licher Eisenbahn verkehren aus diesem Anlaß zwei Sonderzüge. (Näheres siehe heutige Anzeige.)
-j- Grünberg, 17. Mai. Dieser Tage hielt der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs im „Wilden Mann" seine Hauptversammlung ab. Ser Verein ist der viertälteste unter sämtlichen Zweig- vereinen und zählt zur Zeit 117 Mitglieder. Sie vorgesehenen 12 Wanderungen im verflossenen Jahre wurden ausgeführt, dabei war als erfreuliche Tatsache sestzustellen, daß ein Stamm alter Getreuer stets vorhanden war, während anderseits als weniger erfreulich eine gewisse Teilnahmlosigkeit der Jugend sich bemerkbar machte. 13 Mitglieder, die an mindestens 11 Wanderungen teilgenommen hatten, konnten zur Dekorierung vorgeschlagen werden. Es sind dies: Rektor Bender zum 12. Male, Direktor Angelberger zum 11. Male, Reallehrer Kohl- b a ch und Bankier PH. 2 ö ck e ( zum 9. Male, Studienrat Sr. Buß zum 7. Male, Rechner Möller zum 5. Male. Frl. QI. Kaust, Studienrat Sehbold und Lehrer Roth zum 4. Male, Frau Dr. Buß und Studienrat Walther zum 3. Male, Frau Walther und Dahn- hofswirt Brosche zum 2. Male. Sic Rechnungsablage zeigte eine Einnahme von 570,67 Mk. und eine Ausgabe von 569,92 Mark. Als Vertreter für die Hauptversammlung des Gesamtvereins am 25. und 26. Mai in Gelnhausen wurde Sireftor Angelberger bestimmt. Sie Vorstandswahl brachte einige Qlenberungen. Cs galt, für den näch Gießen versetzten Direktor Angelberger einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Sa der 2. Vorsitzende, Rektor Bender, eine Wahl mit Rücksicht auf sein Alter ablehnte, wurde einstimmig Reallehrer K o h l b a ch zum ersten Vorsitzenden gewählt. Sas QImt eines zweiten Vorsitzenden behielt Rektor Bender, ebenso Bankier PH. Iöckel das Amt eines Rechners, während Studienrat Sehbold die Stelle eines Schriftführers übernahm, an Stelle des nach Gießen versetzten seitherigen Schriftführers Studienrat Sr. B u st. Otte Wander- warte wurden Lehrer Roth und Bahnhofswirt Brosche bestimmt und in den W. B. Ql. (Wege- Bezeichnungs-Ausschuß) Rechner Möller und Dermessungssekretär Lamberth gewählt. Ser neue Vorsitzende würdigte in einer Ansprache die Verdienste des scheidenden Vorsitzenden Angelberger, der auf eine 24jährige Mitgliedschaft beim hiesigen Zweigverein zurückblicken kann und 19 Jahre lang den Verein vorbildlich geleitet hat. Einstimmig wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt; ihm soll später ein künstlerisches Diplom überreicht werden. Sa in diesem Winter die sonst alljährlich übliche Familienfeier mit Selorierung aus Anlaß der Grippe nicht stattfinden konnte, ist geplant, eine Waldpartie zu veranstalten und hierbei die Seko- rierung der fleißigen Wanderer vvrzunehmen.
Kreis Friedberg.
6 Friedberg, 17. Mai. Ostern 1879, also vor 50 Jahren, verließen in zwei Klassen rund 60 Abiturienten das hiesige Lehrerseminar, um sich in allen Teilen des Hessenlandes dem Lehrerberufe zu widmen. Sie stattliche Schar von 1879 ist im Laufe der Jahrzehnte stark zusammengeschmolzen. Zwei Srittet find nicht mehr unter den Lebenden. Sic kleine Schar der noch lebenden 1879er, die als Veteranen des Schuldienstes heute alle im wohlverdienten Ruhestand leben, gab sich dieser Tage hier ein Stelldichein in der alten Seminarstadt. Die Stunden des Wiedersehens gewannen dadurch befonöerc Bedeutung, daß Schulrat i. R. Süß, der einzige noch lebende ehemalige Lehrer der DerfammeÜen Lehrerveteranen, in voller Rüstigkeit in der Mitte seiner damaligen Schüler weilen konnte. Mit seltener Geistesfrische nahm der Achtzigjährige an dem regen Gedankenaustausch der Versammlung teil, und dankbar nahmen die Schüler die inhaltreiche Ansprache ihres geschätzten Lehrers auf. Sie Lehrerveteranen beschlossen, schlichte Wiedersehensfeiern fortan des öfteren, möglichst alle Jahre, zu veranstalten.
WSN. Bad-Nauheim, 17. Mai. In der Nacht zum Mittwoch hat ein Fassadenkletterer durch Einsteigen in ein hiesiges Hotel Schmucksachen im Gesamtwert von 40 000 Mk., sowie 7200 Mk. in bar gestohlen. Sas kostbarste Schmuckstück ist eine Perlenkette, deren Schloß mit Brillanten verziert ist. Ihr Wert allein beträgt 30 000 Mk. Für die Wieder- herbeischaffung der gestohlenen Gegenstände ist eine Belohnung von 5000 Mk. ausgesetzt worden.
Kreis Büdingen.
Qlus dem Niddatal, 17. Mai. Sie Befürchtungen, die man zur Zeit des großen Frostes im Hinblick auf die Ob ft bäume hegte, haben sich glücklicherweise nicht erfüllt. Wohl sind ganz vereinzelt Bäume eingegangen und viele Weintrauben st öcke an den Häusern sind aufgerissen und zeigen keinerlei Leben. Im übrigen aber sind Frostschäden kaum festzustellen. Sie Kirschen haben gut angesetzt und sind im Abblühen begriffen. Die Zwetschen- bäume, die im Vorjahre eine Rekordernte lieferten, blühen auch allgemein, ohne gerade mit Blüten überladen zu fein. Ebenso sind die Birnbäume gut behangen. Rach dem gänzlichen Blütenausfall im vergangenen Wirtschaftsjahr zeigen jetzt die Apfelbäume durchgängig eine reiche Blütenpracht, die die Hoffnung auf eine gute Ernte belebt und stärkt. Der G r asst a n d d e r Wiesen, besonders nicht gedüngter Bergwiesen, läßt viel zu wünschen übrig. Ein durchweichender Regen könnte noch Wunder wirken. An die Versütterung von Klee und Gras geht man nur zögernd heran, weil man sich zu schädigen glaubt.
Kreis Schotte».
Laubach, 17. Mai. Bei der Kanalifa- t i o n der Nordseite der Stadt sind verschiedene Schäden cnlftanbeiL Der Gemeinderat hat des
halb in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, durch einen Ausschuß diese Schäden festzustellen und mit dem Kulturbouamt Gießen zu erörtern. Erst nach der genauen Feststellung der Schäden soll die Kanalisation abgenommen werden.
>«> Babenhausen II, 17. Mai. Der hiesige Gesangverein rüstet eifrig zu dem am 1., 2. und 3. Juni hier stattfindenden großen Sänger- f e ft, verbunden mit Fahnenweihe. Da der Verein Mitglied des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes Ht, haben fast sämtliche 28 Bundesvereine ihre Beteili' gung am Feste zugesagt; außerdem nehmen noch verschiedene Gastvereine teil, so daß nm Hauptfesttage etwa 800 Sänger hier anwesend sein dürften.
Ofarfenburg.
Oer Haushalt der Stadt Offenbach.
WSN. Offenbach, 17. Mai. Äei: Stadtrat hat in feiner heutigen Sitzung den Etat für das Jahr 1 929 verabschiedet. Die Kommunisten, die in der Aussprache ausdrücklich erklärt hatten, daß sie den Etat und neue Steuern ablehnen würden, stimmten mit den Sozialdemokraten gegen die bürgerlichen Fraktionen für die Annahme des Etats. Ser Fehlbetrag des Haushaltes beläuft sich aus 669 502 Mk.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
ZRoffronf auch in Hessen verboten.
Darmstad1, 17. Mai. (TU. Drahtbericht.) Aus Ersuchen der Reichsregierung hat das hessische Siaatsminisierium den Roten Frontkampserbund und die entsprechenden kommunistischen stamps- organifalionen für das Gebiet des Volksstaate» Hessen mit Wirkung vom 17. Mai verboten.
Lilli Lehmann f.
Berlin, 17. Mai. (WTB. Funkspruch.) Gestern starb die berühmte Kammersängerin Lilli Lehmann in ihrer Villa im Grünewald im 87. Lebensjahre. — Lilli Lehmann war in den siebziger Jahren als Koloratursängerin ein Stern der figL Bühnen in Berlin. Später ging sie nach Amerika, wo sie als dramatische Sängerin auftrat In Amerika verheiratete sie sich mit dem deutschen Sänger Paul statisch. 1890 kam sie nach Deutschland zurück, wo sie in der Folge, auch wieder in Berlin, als Wagner-Sängerin auftraf. Lilli Lehmann hat ihr stünstlerleben selbst in einem fesselnden Buch „Mein Weg" beschrieben. Auch hat sie ein Buch „Meine Gesangskunst" (1902) versaßt, das in die englische und französische Sprache überfragen wurde.
Eewinnauezug
2. Klasse 33. Prenßisch-Süd-enfsche (259. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten
Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer au, die Lose gleicher Nummer in den beiden
Abteilungen I und H
1. Ziehungstag 17. Mai 1929
3n der Vormittagsziehung wurden Gewinne
über 90 M. gezogen
2 ®etornne zu 10000 M. 167439
2 ©etoinne zu 3000 W. 252886
6 Gewinne ja 1000 W. 3313 97352 162269
8 «etoinne zu 800 M. 83628 170582 308300
395518
30 ©etoinne zu 500 W. 14615 37181 41614 61274 63743 87952 98855 104888 135890 147063 217678 220194 308779 381491 386334
98 Gewinne gu 300 M. 6892 14343 27315 29495 43504 51137 53901 53980 105260 109380 111996 114035 119523 124475 133276 158984 162652
173000 176080 198876 202155 203899 209951
215879 220769 222178 225291 226006 227795
238089 243456 244943 250038 251729 259386
260716 271263 281238 281655 288980 312763
314675 340010 343895 360557 365428 381252
385485 398252
232 Gewinne zu 180 M. 16825 24934 25307 25668
28838 30196 37764 46425 46605 56315 57093
57389 59876 61454 63445 63893 70436 72147
73942 74114 76349 77052 80815 84584 97465
101527 103969 107068 108428 108512 112617
113259 115204 117559 117795 118491 123512
135667 138542 139076 142005 142531 143849
152804 152976 153058 154020 157143 164471
165006 165573 168708 169116 171197 176678
177991 179754 179759 182051 183551 184184
186244 190300 191485 191716 195770 197652
203234 205339 207149 209987 211679 215501
216394 219153 221638 221889 225997 235527
240746 242504 243667 244512 259541 267950
268868 280290 291812 29257' 294820 295981
304667 305859 306271 306646 310088 321507
323016 323267 328452 329640 334952 335418
346719 361687 352332 352576 352598 354964
358066 358821 373418 374443 384710 388396
396896
In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 90 M. gezogen
2 ®etoinne au 6000 M. 392782
187987
31222
160499
116767
87850
160346
9.106 19696
83148 93144
20138 49941
70734
99447 120970 136266 152678 173598 186229 199491
233938 273320 289136 309867 322771 342306 372520
397839
165097
189637
241455
272380
350742
106658
122889 139269 169866
181130 188191
224203 242629
274435
290163 311861
330744
350281
377737
157011 189978 249790 272936 369033
392360
115516
126489
144683
161999
182864
191074
226885
258601
275893
292413
315618
832920
365011
377787
115959 130186
160222 164026
184677 196087 232168 267902
286853 306313 322263 340427
371022 397561
151111
172642
226642
269075
347702
222892
258772
329015
375861
41449
122241
161743
225962
266413
334604
387139
157691 221426
255612 286900 369574
396443
115621 128829
148943 162860 184257 193889 231502
266774 283618 305016 321429 337111
365577 385500
8 ©etoinne zu 800 M. 306564
14 ©etoinne zu 500 M.
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90 Gewinne zu 300 M. 761 26693 32490 58490 58526 74724 79482 87188 92666
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220 Gewinne zu 180 M. 1411 4824 ..... -----
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