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m. N5 viertes Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) na>t< wm»

Samstag, 18. Mai (929

Oie koloniale Frage und der französische Imperialismus.

Äon Maurice Duhamel-Paris, Vorsitzendem des Komitees der französischen Minderheiten.

Cs ist unmöglich, daß der unparteiische Beob­achter nicht von dem Widerspruch betroffen wird, der zwischen den Erklärungen der französischen Staatsmänner und ihren Handlungen besteht. Frankreich vcrlündigt seine pazifistische Gesinnung, und seine Regierungen begaben cs mit dem machtvollsten Heer, das jemals ein Land zu Friedenszeitcn besaß. Es behauptet, der Dor- tämpfer der Dölkerfreiheit zu sein, und Briand ist cs, der sich in Genf bemüht, die Frage der völkischen Minderheiten zu beerdigen. Hin- und hergeworfen zwischen dem, was der französische Staat aus Aeberlieferung sich verpflichtet glaubt zu sagen, und dem, was er aus Interesse sich verpflichtet glaubt zu tun, wissen die Gut­gesinnten nicht mehr, was sie denken sollen. Sic würden vielleicht die Sache begreifen, wenn sie den Bezirk der Grundsätze verliehen und das Land der Tatsachen beträten, wenn sie ihre Auf­merksamkeit auf d i-c koloniale Frage rich­teten. Die Kolonialpolitik Frankreichs ist der Schlüssel seiner auswärtigen Politik.

Mährend das wirtschaftliche Programm der großen Industriestaaten, und besonders Deutsch­lands, darin besteht, viel zu verkaufen mit je­weils geringem Verdienste, ist es das Frank­reichs, einen großen Gewinn aus einer begrenzten Erzeugung zu ziehen. Das nennt man denwirtschaftlichen Maltusianismus". Daraus geht hervor, daß Frankreich die aus­wärtigen Märkte dort, wo es sich im Wett­bewerb mit Deutschland, England, den Bereinig­ten Staaten befindet, nicht erobern kann: seine Erzeugnisse sind zu teuer. Frankreich kann noch den Sieg davontragen in Luxusartikeln (Mode­waren,Articles de Paris), bei denen der Ge­schmack des Herstellers ein wesentlicher Faktor des Erfolges ist und der Preis nur eine untergeord­nete Rolle spielt. Aber auf den übrigen Gebieten, und besonders in der Schwerindustrie, mußte Frankreich auf den Kampf verzichten.

Bereits vor dem Kriege übertraf die fran­zösische Einfuhr bei weitem die Ausfuhr, die Handelsbilanz war passiv. Aber zu jener Zeit hatte Frankreich, das Land des Sparsinns und der kleinen Rentner, Milliarden ans Ausland ausgelichen. Durch die Zinsen dieser Kapitalien stellte es das Gleichgewicht wieder her und hielt seinen Wechselkurs aufrecht. Der Krieg brachte dies auswärtige Vermögen zum Zusammenbruch. Wie nun den Mangel decken, wo sich alle Länder industrialisiert haben und der Wettbewerb schär­fer als jemals ist? Sn dieser Verlegenheit wandte sich Frankreich seinen Kolonien $u.

Es hatte sich bis dahin nur mäßig um die- sclben bekümmert. Es sandte den Abhub seiner Beamtenschaft dahin. Cs überließ ihre Reich­tümer sich selbst. England war es, welches das Spartgras Algeriens ausbeutete und daraus Pa­pier herstellte, das es wieder an Frankreich ver­kaufte, zahlbar in Pfund Sterling: Amerika war es. das die Bananen der Guincaküste und Daho- mehs einemtetc und sie Frankreich wieder ver­kaufte, zahlbar in Dollar. Auf einmal begriff nun Frankreich die Bedeutung dieser Gebiete, der-n Zolltarife für seine Industrie ein un­geheures umfriedetes Jagdgebiet ausmachen konnten. Gegenwärtig schickt Frankreich n a h e z u 1 5 Prozent seiner Ges amtausfuhr nach feinen Besitzungen. Der auswärtige Handel seiner Kolonien, der 1913 noch 1.5 Milliarden erreichte, überschreitet heute 30 Milliarden, was eine Zunahme von 400 Prozent bedeutet, wenn man die Frankenentwertung in Rechnung zieht. 1913 besaß dasüberseeische Frankreich" 242 Aktiengesellschaften, heute dagegen beinahe 1300, deren üppige Dividenden von Sahr zu Jahr an- wachsen. 1927 hat Frankreich seinen Kolonien für 8 Milliarden 164 Millionen Waren verkauft, besonders Metall- und Textilerzeugnisse. Cs tätigte daselbst für 6 Milliarden 45 Millionen Einkäufe, hauptsächlich Rohstoffe. Diese Einfuhr wird in ihrer Bedeutung für es dadurch nicht herabgemindert, wenn man weiß, daß sie 99 Pro­zent des französischen Verbrauchs für die Phos­phate. 76 Prozent für die exotischen Hölzer, 48 Prozent für das Rickcl usw. darstellt und wenn man an all die Möglichkeiten denkt, welche Afrika und Sndochina in Baumwolle. Gummi und Erzen darstellen. Aber die wesentliche Tatsache ist folgende: Daß nämlich der Lieberschuß der

Ausfuhr nach den Kolonien Frankreich heute erlaubt, den Mangel seiner Handelsbilanz zu decken. Damit begreift sich das Interesse, das es an die Bewahrung seiner Besitzungen knüpft, ferner, warum die Grundlage seiner Außen­politik die Aufrechterhaltung des Status qua in Europa ist. Tatsächlich müßte eine Reu­organisierung Europas notwendig von einer Reu- einrichtung deS Kolonialwcsens begleitet fein. Eine Vereinigung kann nur in der Gleichheit ge­dacht werden.

An dem Tage, an dem sich die Völker vereinig­ten. um ihr gegenseitiges Statut zu regeln und ihre Beziehungen nicht mehr nach den Gesetzen der Macht, sondern nach denen der Vernunft festzulegen, könnte Frankreich offenbar nicht mehr den ausschließlichen Genuß des nach dem englischen ersten Kolonialreichs der Erde be­wahren, das 21mat die Ausdehnung Frankreichs umfaßt und 60 Millionen Einwohner besitzt. Es würde unzulässig erscheinen, dah ein Staat, der in Europa vom 1. Range auf den 5. betreffs feiner Devölkerungsziffer, vom 2. auf den 6. betreffs feiner Handelsflotte gesunken ist, dessen Geburtenmangel sich verschärft, dessen Erzeugung den ausländischen Wettbewerb nur schwer aus­hält dah ein solcher Staat fortführe, einen ungeheuren Bezirk zu monopoli­sieren, den fein Menschen- und Geldmangel ihm nicht einmal ernsthaft in Wert zu setzen er­laubt während besonders Italien, in dauerndem Aufschwung der Bevölkerungsziffern, nur über einige magere und von der afrikani­schen Sonne verbrannte Morgen Sandes verfügt, und Deutschland, mit 60 Millionen Ein­wohnern im starken industriellen Aufschwung nicht einen einzigen fremdländischen A b s a h m a r k t zu eigen besitzt. Eine Regelung müßte also angenommen werden, vermutlich im Sinne einer allgemeinen Internatio­nalisierung der afrikanischen, asiatischen und ozeanischen Kolonien unter der LIeberwachung des Völkerbundes, mit der Bestimmung des Re­gimes der offenen Tür, d. h. der zollpolitischen Gleichheit durch Unterdrückung der Vorzugs­tarife. Das bedeutete den freien Wettbe­werb in den Kolonien wie anderwärts. Das bedeutete für Frankreich den Verzicht auf jenes geschlosseneJagdrevier", von dem wir oben sagten, dah die heutige Organisation der fran­zösischen Industrie auf es nicht verzichten kann, sowie die Rötigung, sich den wirtschaftlichen Rotwendigkeiten der Zeit anzupafsen.

Lim eine solche Möglichkeit zu vermeiden, ver­folgt Frankreich in Europa eine Politik der Vorherrschaft und des Imperialismus: hat es sich ins Schlepptau Englands begeben, dessen Interessen aus ziemlich ähnlichen Gründen mit den feinigen identisch find; liefert es seinen Vasallen von der Kleinen Entente Waffen und Munition, deren Mithilfe ihm bei kommenden Zufammenstöhen unentbehrlich ist, und deren bru­tale Angleichungspolitik gegenüber ihren Fremd- stämmigen es aus diesem Grunde begünstigt; kehrt es endlich trotz seiner pazifistischen Redens­arten alleneuropäischen" Lösungen der Gegen­wartsprobleme den Rücken. Eine solche Heraus­forderung gegenüber allem gefunden Menschen­verstand kann sich nicht verewigen. Früher oder später wird Frankreich sich damit abfinden müssen, dah seine zu jener Zeit, als es der bevölkertste Staat Europas war, erklärliche Vormacht sich heute nicht mehr rechtfertigt. Cs muh feinen Träumen von Gröhe entsagen und im Konzert der Völker feinen normalen Platz wieder einnehmen, der nicht mehr der erste fein kann. Llebrigens allein schon das Schauspiel seiner abgehenden Bevölkerung sollte Frankreich an­treiben, die Gleichheit der Völker anzuerkcnnen und auf eine Gewalt- und Prestigepolitik zu verzichten, die sich notwendigerweise eines Tages gegen es wenden wird. Bereits jetzt sieht es sich, um die Ansprüche seines alten Reichtums zu stützen, genötigt, ein P r ä t o r i a n c r h e e r zu organisieren, in welchem die schwarzen und gelben Truppen 1/3, die Berufssoldaten 3/< und die einberufenen Bürger nur 1/i ausmachen werden. Lind ferner, wieviel werden von diesen letzteren wirkliche Franzosen sein. Die einzigenfran­zösischen" Gebiete, wo die Geburten nennenswert die Todesfälle übersteigen, sind Elsah-Lothringen, die Bretagne, der flämische Rorden, das Basken­land und Korsika, d. h. die Bezirke, die ge- geschichtlich, völkisch, sprachlich in Frankreich fremd sind: Völkische Minderheiten!

Die Geschichte des alten Rom sollte lehren, was jenen Reichen widerfährt, welche der Trieb zur Bewahrung ihrer nicht zu verteidigenden Vor­

rechte dahin bringt, die von ihnen geknechteten Völker aufzurufen. Das Beispiel verdient bedacht zu werden. Aber kann man einige Klarsichtig- keit von dem chauvinistischen Greife erwarten, dem das französische Volk die Betreuung seiner Schick­sale überlassen hat? Sind die Minister der einen und unteilbaren Ration", berauscht durch einen den Umständen und Beihilfen, die sich vielleicht nicht wieder finden werden, verdankten Sieg, imstande, sich Rechenschaft zu geben, dah die Vorteile einer föderierten Europa in weitem Mähe auch für Frankreich selbst die zu seiner Verwirklichung nötigen Opfer bezahlt machen würden?

Wirtschaft.

Oie Keichsbank Mitte Mai.

Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Mai hat die gesamte Kapital­anlage der Dank in Wechseln und Schecks, Reichsschahwechscln, Lombards und Effekten in der 2. Maiwoche um 305,2 Millionen auf 2981,8 Millionen Mk. abgenommen. Im einzelnen ha­ben sich die Bestände an Wechseln und Schecks um 215,0 Millionen auf 2568,5 Millionen Mk. und die Bestände an Reichsschahwechfeln um 98,0 Millionen auf 103,9 Millionen Mk. ver­ringert, während die Lombardbestände im Zusam­menhang mit den Mediobedürfnissen eine Zu­nahme um 7,8 Millionen auf 216,5 Millionen Mk. erfahren haben.

An Reichstanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 281,9 Millionen Mk. in die Kassen der Dank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknotcn um 275,1 Millionen auf 4167,3 Millionen Mk. und der Umlauf an Rentenbankscheinen um 6,8 Millionen auf 449,0 Millionen Mk. vermindert. Dementsprechend be­laufen sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 48,9 Millionen Mk. Die fremden Gelder zeigen eine Zunahme um 63,7 Millionen auf 648,5 Millionen Mark.

Die Bestände an Goldund deckungs­fähigen Devisen inägefamt haben sich um 1,7 Millionen auf 1820,9 Millionen Mk. erhöht. Im einzelnen zeigen die Goldbestände eine Ab­nahme um 834 000 Mk. auf 1764,8 Millionen Mk., während die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,5 Millionen auf 56,1 Millionen Mk. angewachfen find. Die Deckung der umlaufenden Roten durch Gold allein besserte sich von 39,7 Prozent in der Vorwoche auf 42,3 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 41,0 Prozent auf 43,7 Prozent.

Wochenbericht vom $ronffurfer Effektenmarkt.

Die freundliche und optimistische Stimmung, die in der vergangenen Woche an der Börse ge­herrscht hatte, muhte in der neuen Derichtswoche einer starken Lustlosigkeit und Zurück­haltung Weichen. Es waren aber diesmal an­dere Gründe, die in Börsenkreisen verstimmten. Die bessere Lage am Devisenmarkt konnte weitere Fortschritte machen. Devisen blie­ben in der ganzen Woche stark angeboten, und die Mark verzeichnete daher eine kräftige Erholung. Auch die Pariser Verhandlungen wurden wieder günstiger beurteilt, da die immer noch verschie­dentlich bestehenden Befürchtungen eines even­tuellen Abbruches vollkommen verflogen find. Doch lastete ein gewisser Druck infolge des lang­samen Fortschrittes dieser Konferenz auf der Stimmung. Die Reibereien bei den Gläubiger­staaten hinsichtlich der Verteilung der Annuitäten machten einen nachteiligen Eindruck, und es wurde als deprimierend empfunden, dah sich die Ver­handlungen hierdurch noch längere Zeit hinaus- ziehen können. Dies alles waren aber noch nicht die Gründe, die in dieser Woche zu einer fast völligen Stagnation des Geschäftes führten. In erster Linie waren es die stark angespann­ten Geldmarktverhältnisse, Lagesgeld erreichte gegen Ende der Woche einen Höchststand von 9i i Prozent, und die damit verbundenen Kredileinschränkungen im Deiche, die zu der star­ken Geschäftslähmung beitrugen. Aber auch der immer noch angespannte Ausweis des Reichs­bankinstitutes wurde ungünstig ausgenommen. Trotzdem von Rcuyork zumeist eine festere Börsen­nachricht eintraf, die von den besseren Geldmarkt- Verhältnissen am dortigen Platze verursacht wur­den, Tagesgeld ermäßigte sich von etwa 14 auf 6 Prozent blieb die Börse hiervon ganz

unberührt, da man in Börsenkreisen sehr lustlos und zurückhaltend gestimmt war und nur wenig Reigung bekundete, bei der unklaren Lage auch inncrpolitisch war man hinsichtlich des neuen Projektes der 500-Millioncn-Anleihe un- unbefriedigt - neue Engagements einzugehen. Das Geschäft war daher sehr gering und schrumpfte später immer mehr zusammen, da diese Gründe nicht angetan waren, eine freund­lichere Stimmung aufkommen zu lassen. Es er­gaben sich immer mehr Momente, die nachteilig empfunden wurden. So war auch in dieser Woche kaum etwas von einer Beteiligung der Privat­kundschaft und des Auslandes am Börsengeschäft zu spüren. Auch die höheren Dividendekombi­nationen bei der I.-G -Farbenindustrie, die an­fangs der Woche für dieses Papier eine gewisse Widerstandsfähigkeit hervorbrachten man sprach von 14 Prozent gegen 12 Prozent im Vor­jahre. die sich aber bann als nur vage Ge­rüchte herausstellten, verstimmten stark, so dah hier ein Verlust gegenüber der Vorwoche bis zu etwa 12 Prozent cintrat. Fast alle Märkte hatten ganz erhebliche ÄurSrüdgängc zu verzeichnen, aber auch Gewinnmitnahmen spielten hierbei eine Dolle. Am Elektromartt gingen die Abschläge durchweg bis 10 Prozent, doch war, wie an allen Märkten, das Angebot nicht nenens- toert groh, da die Engagements bei der allgemein gedränten Lage nicht umfangreich waren. Erheb­lich stärker abgeschwächt waren Deutsche Lino­leum mit minus 16 Prozent, hier war der Divi­dendenabschlag schon berücksichtigt. Auch am Ban­kenmarkt waren die Umsätze minimal, doch gingen die Verluste nur bis zu etwa 6 Prozent, nur Dcichsbank büßten insgesamt 14 Prozent ein. Kaliwerte verloren bis zu 16 Prozent, hier kam zeitweise Material in etwas groherem Umfange heraus, auch soll das Ausland verschiedentlich als Olbgcber aufgetreten fein. Als der Beschluß der Aufsichtsratssihung bei Wahh & Frehtag bekannt wurde, wonach in der kommenden Generalver­sammlung trotz erheblicheren Auftragsbestandes nur 8 Prozent statt 10 Prozent Dividende zur Verteilung gelangen fort, kam in diesem Papier Massenangebot heraus; am ersten Tage des Be- kanntwcrdcns dieser Tatsache konnte kein Kurs festgesetzt werden, doch ergab sich nach Taxekurfen ein erheblicherer Verlust, und bis Ende dieser Woche betrug dieser 17 Prozent. Eine Ausnahme machten während der ganzen Woche die AGA.- Akticn, die sich durchweg lebhafterer Rachfrage erfreuten, da hier das Ausland als Interessent auftrat. Auch die Spekulation schritt hierin zu Deckungen, und es war ein Gewinn bis zu 4 Prozent zu verzeichnen. Auch zum Wochen- schluh blieb das Geschäft mit Ausnahme einiger Werte still, die Kurse blieben gut behauptet. Die (Stimmung wurde jedoch wieder etwas zuversicht­licher, da man allgemein annimmt, daß das Ende der Deparationsverhandlungen bald herangenaht sein dürfte. Das Ausland nahm in AEG., Licht & Kraft und Metallgefellschaft Käufe vor, und diese Papiere besserten sich weiter etwas. Auch Kaliwerte lagen infolge günstiger Abfahnachrich- ten etwas höher. Die versteifte Geldmarktlage in Reuyork verstimmte etwas, aber doch hinterließen günstigere Momente ein optimistisches Echo.

Wochenbericht

vom Frankfurter Vroduktenmarkt.

Auch in dieser Woche trat am Frankfurter Produktcnmarkt keine Olenderung ein. Das Ge­schäft blieb nach wie vor ganz gering und be­schränkte sich nur auf Dedarfskäufe. Die Stim­mung war lustlos, und die Händler sowie die Exportkreife hielten sich weiter im Hintergründe. Das Angebot blieb in fast allen Getreidearten weiter sehr gering, doch ging auch hiervon keine Geschäftsbelebung aus. Richt einmal die zeitweise stark reduzierten Forderungen der Provinz konn­ten einen Anreiz bieten. Die Gründe der all­gemeinen Mißstimmung waren vor allem weiter die schwachen Auslandnoticrungen und günstige Saaienstandsberichte des Auslandes. Das Geschäft stockte zeitweise sogar ganz; auch an den Hauvt- marfttagen waren die Umsätze minimal. Rur für Weizen und Roggen machte sich zeitweise einiges Interesse bemerkbar. Hier schritten die Mühlen in der Hauptsache zu ihren regelmäßigen Deckungen, um ihrem laufenden Geschäft, was aber auch nur geringen Umfang zu verzeichnen hatte, gerecht zu werden. Die Folge davon war, daß sich diese Getreidearten bei der »schlechten Verfassung des Prvdultenmarktcs immer gut be­haupten konnten. Das Angebot hierin blieb sehr gering, doch genügte es der Rachfrage voll­kommen. Sommergerste und Hafer (inL)

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

110

111

103,5

402

426

246

53 1

44.5 !

44

62

66,5

123

113,5

116.5

117

Banknoten.

Die hinter den Papieren angeführlen Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5

109,5

134,5

205

146

205

145

205 |

145

113,5

135,5

171,5

107,5

51

80,5

50

80

18

11

12

10

, 8

10

51

80

249,5

179

51,5

80

199,5

28,13

89.75

293

66

111

107,5

121

108,13 199

52,75

49

45,75 I

194 !

25 i 88 , 290

110

295.75

236

424.5

335.75

249,75

178.5

109.75

204

54,25

49,65

8 c o

5

10 0

5 r.

O

11 , 0 . 4

8 . 8 10

8 . 8 10 . 8

8

63

111.5

108

120

120 I m | 205 !

145

109,75

290,5

232

408

328.5

245,25

Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telcgraphifche Auszahlung.

Philipp Holzmann . . . . 6ciDc!bcrflct Gement . . . Gement Karlstadt . . . 23al)6 4 Freitag.....

CckultheiS Pakenhoser . . Cfttoecfc........

Ver. Glaujstoss.....

Bembcrg........

Hellstoss Laldbos .... Zellstosj Äsckmssenburg . . Eharlottenburger Wasser . Dessauer Gn5......

Daimler Äiotoren .... Deutsche Malchinen-Fabrik vidlerwerke ftleuet ....

Ludm. Loewe......

Skat. Automobil.....

Crenftein 4 Koppel . . . Leonhard Tiey . . . . Bamag-Meauin . ... . Franks. Maschinen . . . . Gritzner........

Hehliaenstaedt.....

Iunghans...... e

Lechterke...... .

Majnkrastwerle . . . . . Mag....... . . .

Nekarsulmer ...... Peters Union ...... Gebr. Noeder ...... Voigt 4 Haessner . . . . Südd. Zucker......

Franlsurt a. M.

Berlin

Schluß Kurs

Schluß!. Abend- bürse

Schluß. Kure

Schluß!. Mittag- bärse

Datum

16-5.

17-5.

16 5.

17 5.

6% Dt. ReichSanleihe o. 1027 .

Di. Anl..Sll>Iös..--chuld mit Au^ los.-Rechten .....

DeSgl. ohne Auklos.-Rechte . . . 7% grants. Hhp.-Bt. Goldps. un- tündbar bis 1932......

</s% Rheinische Hyp.-Bonk Ligu.< Goldps............

A.E.G. abg. BorlriegS-Obligation., rückzahlbar 1932

4% Schwer». Bunderb.-Anl..

4% Oeslerreichische Goldrte.. . . 4,20% Oesterr. Silberrte.....

4% Oesterreich, einheitl. Rte. . . 4% Ungarische Goldrte......

4% Ungarische StoatSr. v. 1910 . 4!4% deSgl. von 1913.....

4% Ungarische Rronenrte.....

4% Türl. Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,

Serie I.........

4% deSgl. Serie 11.......

Rumänen convert. Rte. . . . Rumänen Goldanl. von 1813

eilig. Deutsche Eisenbahn . . 4y. Hamburg-Amerila Palet ... 8 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 Hansa Tampsschiss.....10

Norddeutscher Lloyd.....8

eilig. Deutsche Greditanst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelSgesellsch. . . 12 Commerz« und Privat»Bank . n Tarmst. u. Nationalbonk . . 12 Deutsche Bank .....10

Diskonto-Gesellschast Ant.. . 10 Dresdner Bank ... 10

Mitteldeutsch- Ereditbanl ... 8

Metallbau! ..,...«».8

Rcidiööanl . 12

87,25

51,25

9,65

88

72,75

87,5

101,25

29,4

2,65

1,75

22,8

1,75

8,75

9

8

16,5

109,25

181,25

254

160

151

155

297,5

87,25

51,2 9,9

88

74

87,5

29,5 2,65

1,75

1,75

8

16,25

118

111,25

123,75

125

209,5

184.5

257

162

151,5

156,5

304

87,5

51,3

9.6

89

22,75

21,5 1,8

8,8

8,8 8,5

16,4

117

146,5

109,9

124,5

124,75

206.25

181,5

253

160 151,25

155,5

296,5

87,5

51,2

9,75

90

28,75

22,8

21.4

1.85 9

8,7

8,65

16

118,5

147,5 110,5

124,5

125 212,75 184,75 258,25 161,25 151,75

157

304,75

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß- Kure

Schluß! Abend böne

Schluß- Kurs

Schluß!. Mittag- börse

Datum

16-5.

17.5.

16-5.

17-5.

A.E.G............8

176

181

177

181,25

Bergmann ........ 9

209

205

209

Elektr. Lieferungen..... 10

155,5

153,5

155,5

Licht uny Kraft ...... 10

210

216,5

211,25

217,25

Falten 4 Guilleaume. .... 6

133

135,5

135

137

Ges. s. Elektr. Untern.. ... 10

210.5

212

210,5

216

Hamb. Elektr. Werte .... 10

137,5

Rhein. Elektr..... 9

159,75

159,25

162

Schlei. Elektr........10

180

184,5

Schuckert..........8

244.5

239.75

244

Siemen; 4 HalSke ..... 12

370

378

371

378

Tran4radio.........8

146

Lahmeyer 4 Go.......10

165

165

164,13

164,5

Buderus..........5

71

69,65

70,5

Deutsche Erdöl . ......6

111.75

110,13

111,75

Essener Steinkohle ...... 8

110,25

113,5

Gelsenkirchener . . . f. V> I. 4

124,5

128

125,5

129

Harpener..........C

125,75

128

126,5

126,5

Hoesch Eisen.........8

114.5

116

Ilse Bergbau..... 8

212

213,5

212,75

213

klöcknerwerke..... .7

96,75

98,25]

97,75

100

112,75

111,5

114

115

Mannesmann..... 8

110,5

114,5

Mansfelder.........7

124

122,25

124

Lberschles. Eisenb. Scharf. . . 5

Lberschles. KoVwerke.....6

103,4

105.5

Phönix Bergbau......6%

Rheinische Braunkohlen... 10

85

89

86,9

89.13

280

284.5

280,25

284,5

Rheinstahl ... f. % Jahr 4V-.

Riebeck Montan......7,2

110

113

109,75

114

141

142

Vereinigte Stahlt»......r

Otavi Minen.......2 sh

91

90,65

91,65

64.25

64.13

65,25

Kali Aschersleben ..... 10

225

233,5

225

231,5

Kaki Westeregeln...... 10

231.75

237,5

231

237

Kaliwerk Salzdetfurth ... Id

372

382

371,13

381,75

I. ®. Farben-Indusirte ... 12

240,5

243,5

241,5

243,5

Dynamit Nobel ....... 6

112,5

113

Scheideanstalt ...... 9

162

Goldschmidt . ....... 5

81

82

80,5

81.5

RiUgerZwerke . ....... 6

87,5

87

86.65

88.25

Metallgejellschast. . 11

128,5

128

128,4

128,5

Berlin 17- Mat

Geld

Brief

Französische Noten.....

16,46

16,52

Holländische Noten...... italienische Noten......

168,68

22.01

169,36

22,09

Norwegische Noten......

111,78

112,22

Deutsch-Oesterr, aioo .Kronen

58,99

59,22

Rumänische Noten......

2,53

9 55

Schwedische Noten......

112.09

112,53

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

59*48

59.72

Tschechoslowakische Noten ..

12,412

12,492

Ungarische Noten.......

73,05

73.35

Franklurt a. M.

Berlin

Schluß Kure

Schluß!. Abend- bötie

Eckiiuß- fluri

Schlußl Mittag- bötie

Datum

16.5-

17-5.

16-5.

17-5.

16- Mai

17. Mai

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

-ttclb

Brief

(9c(b

Brief

Limit-- Nolt.

169.07

169,51

168.90

169.24

Bmn. AirrS

1,768

1.772

1.763

1.767

Brss.-Antw.

53,39

58.51

58,31

58.43

Ehrimania.

112,0U

112.32

111.96

112.18

flopenbaaat

112,08

112.30

111.95

112,17

Stockholm .

112.34

112.56

112,22

112,44

Helstngfors.

Italien. . .

10,57

22.025

10.59

22.065

10.56

21,995

10.58

22,035

London. . .

20.49

29,44

20,38

20,42

NetWork . .

4,2065

4,2145

4,2015

4,2095

PariS....

16,425

16,455

16.415

16.445

Schwei; . .

81,05

81.165

80.91

81.07

Spanien.

59.91

60.03

59.84

59.96

SYapan . . .

1.687

1.891

1.878

1,882

Nio de Ian

Wien in T--

0,4985

0,5005

0,499

0.501

Oest. abget:

59,095

59,250

59,02

59.14

Prag . . . Belgrad . .

12,448

12,463

12,431

12,511

7.398

7.412

7.393

7,407

Budapest. .

73,29

73.43

73.19

73,43

Bulgarien.

3,039

3,045

3,037

3,492

Lissabon

18,87

18,91

18,85

18,89

Danzig. . .

81,54

81.70

81,43

81,59

Konstantin.

2,041

2.045

2,038

2,042

Athen. . .

5,455

5,465

5.455

5,465

Canada

4,178

4,186

1,1765

4.1885

Uruguay. .

4,097

4.104

4.116

4,124

Cairo . . -

20,925

20,965

20,915

20,945

Berlin, 17. Mai

Geld

Brief

Amerikanische Noten.....

4,186

4.206

Belgische Noten........

58,28

58.52

Dänische Noten ......

111,81

112,25

Englische Noten........

20,39

20,47