men, so bah 19008 Nachwuchs vor eine recht schwere Aufgabe gestellt ist. Wenn die Gießener auch im Wettkampf mll den im Training gezeigten Leistungen aufwaxten können, so darf man ein zufriedenstellendes Abschneiden erwarten.
Zeitschriften.
— Daß die Krisis des Theaters nicht die unbedeutendste Teilerscheinung der ganzen heutigen Kulturkrisis und Zeitwende ist, davon überzeugt am stärksten eine umfassende Zu- sammenfchau des Theaterproblems von heute, wie sie bisher noch nirgends gegeben war und jetzt im neuesten, hochbedeutsamen Sonderheft der Süddeutschen Monatshefte (München) ..Das Theater" vorliegt. Sowohl die geistige wie die materielle Seite der Theaterkrise wird hier von berufensten Vertretern. von Dichtern und Bühnenleitern in geradezu grundlegender Weise untersucht. Die große kulturelle Rot unserer Zeit wird hier erschütternd offenbart und überraschend stark die ungeheure Bedeutung des Theaters für die Gestaltung der Zukunft gezeigt, aber auch der heute schon begonnene unerschrockene Kampf der Besten um die Hinüberführung des deutschen Theaters aus der Zeitenwende.
„Die B ö t t ch e r st r a ß e" (Angelsachsen-Ber- lag G. m. b. H., Bremen), hat ihr 10. Heft dem Thema „Weltyumor und Weltsatire" gewidmet. Oskar Walzel, Bonn, spricht über die ironische Umkehr des Wortsinns, Paul Partes, Kopenhagen. über Ludwig Holberg, den heute xu Anrecht fast vergessenen nordischen Lustspieldichter. Recht unterhaltsam ist eine Groteske von Karel Capek, Prag: „Die seltsame Zelle", und eine Reihe von Schwänken des Abu l'Akl von M. B- Ben Gavriel, Jerusalem. Michail Koljzow, Moskau, gibt interessante Ziffern über die Auflagen satirischer russischer Zeitschriften.
Kunst und Wissenschaft.
Schreker-Premiere in Main;.
Bon Franz Schreker, dem Direktor der Berliner Hochschule für Musik, ging im Mainzer Stadttheater ein wenig bekanntes Werk in Szene. Es handelt sich um das 1913 entstandene, ursprünglich dreiaktige Opern-Mhsterium „Das S p i e l w e r k", das der Dichterkomponist vor etwa zehn Jahren zu einem Einakter umgeformt hat. 3n dieser Form ist es bisher nur ein einziges Mal in München unter Bruno Walter zur Diskussion gestellt worden. Der Versuch des Mainzer Generalmusikdirektors Paul Breisach, das Werk abermals zu szenischem Leben zu erwecken, war von starkem Crfolabegleitet. Der anwesende Autor, dessen Gattin,^Maria Schreker,
die weibliche Hauptrolle übernommen hetie, wurde vielmals hervorgerufen und neben den Hauptdarstellern stürmisch gefeiert.
Deutscher Tvisfenschofter-Verband.
Der Deutsche Wissenschafter-Berband, in dem die Kartelle der wissenschaftlichen Verbindungen zusammengeschlossen sind, zur Zeit etwa 800 Aktive und 9000 Alte Herren, begeht in der Pfingst- Woche in Jena seinen 7. D. W. V.-Tag. Die Tagungsfolge bringt wissenschaftliche Vorträge bedeutender Gelehrter der Jenaer Universi- tät und anderer Jenaer Forschungsstätten, geschäftliche Sitzungen, Festkommers und abschließenden Ausflug nach Dornburg. Vor der Tagung halten die einzelnen D. W. V.-Kartelle ihre Verbandstage ab. Der Arnstadter Verband Mathematischer und Naturwissenschaftlicher Verbindungen tagt in Arnstadt in Thüringen, die beiden theologischen Kartelle kommen in Schmalkalden zusammen und beschließen ihre Verschmelzung: oas Dornburg-Kartell geisteswissenschaftlicher Verbindungen tagt in Dornburg a. d. S.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
LffenerBricf an dieReichsbahnverwaltuug
Mit Schaudern liest man täglich in den Zeitungen von Zusammen st ößen zwischen Auto und Eisenbahn, ohne daß eigentlich geeignete Schritte, dies zu verhindern, seitens der Reichsbahn unternommen werden. Gewiß, es heißt an allen Ecken und Enden sparen, damit wir unseren Reparationsverpflichtungen nachkommen können, aber wie viele wertvolle Menschenleben werden durch solche Zusammenstöße vernichtet, die für unser armes Vaterland noch sehr Wertvolles hätten leisten können.
Wenn man die Tageszeitungen, die über solche Ereignisse berichten, aufmerksam verfolgt, dann wird man herausfinden, daß die meisten Fälle zur Nachtzeit passieren. Wie ist dem entgegenzutreten. und zwar in der Hauptsache auf solchen Eisenbahnstrecken, wo die Straßenüber- gänge nicht durch Schranken gesichert sind?
Ich will gleich mit der Türe ins Haus fallen: „Es liegt an der schlechten Beleuchtung der Lokomotiven."
Jeder Kraftfahrer fährt nachts, bzw. bei eintretender Dunkelheit sicherer als am Tage, weil er entgegenkommende Fahrzeuge schon von weitem an dem Lichtkegel der Scheinwerfer erkennt. In diesem Falle fährt er vorsichtiger,
stoppt ab, blendet zu gegebener Zeit ab, und kann, wenn sich irgendwie ein Hindernis zeigen sollte, sofort halten.
Betrachten wir uns einmal die Beleuchtung der Lokomotiven etwas näher. Bei den älteren oder auch bei kleinen Maschinen haben wir heute noch, wo wir doch eigentlich im Zeichen der Elektrizität stehen, ganz veraltete Petroleumlampen, bei denen weder der Lokomotivführer noch sonst jemand etwas sehen kann. Modernere Maschinen sind mit Gaslämpchen versehen, die aber auch nicht mehr Licht obgeben als die vorerwähnten Petroleumlampen. Könnte sich die Reichsbohnverwaltung nicht entschließen, richtiggehende Scheinwerferlampen bei den Lokomotiven einzuführen, ähnlich denen der Autos? Die Kosten hierfür dürften doch in Anbetracht der sich hierdurch vermindernden Zusammenstöße und deren Folgen für die Reichsbahn zu tragen sein.
Nehmen wir an, wir sitzen in einem Auto — und von diesen gibt es alle Tage mehr - und fahren zur Nachtzeit oder bei eintretender Dunkelheit auf einer Landstraße, wir müssen einen Schienenstrang überqueren, der nicht durch eine Schranke gesichert ist, oder der Schrankenwärter hat durch Unachtsamkeit versäumt, die Schranken rechtzeitig herunterzulassen, durch das schlechte Licht der Lokomotive macht sich diese nicht bemerkbar und bums ist das Unglück geschehen. Wenn auch bei den Klein- und Nebenbahnen das Läutewerk der Lokomotive ertönt, so ist dies durch das Motorgeräusch des Autos doch nicht zu hören. Sieht nun der Kraftfahrer von weitem schon den Lichtkegel der Lokomotive, dann ist er gewarnt und stoppt ab.
Sollte nun einmal der Schienenstrang mit einer Chaussee parallel laufen, mithin sich ein Zug und ein Auto entgegenkommen, so daß beide Führer durch die Scheinwerfer geblendet werden, dann wird eben beiderseitig abgeblendet. Ebenso kann verfahren werden, wenn sich zwei Züge unterwegs begegnen. Fährt ein Zug in eine Station ein, dann blendet er selbstverständlich auch ab, wie dies die Kraftfahrer bei der Einfahrt in eine Ortschaft oder Stadt auch tun müssen.
Ich bin noch nicht auf einer Lokomotive mitgefahren, aber ich glaube bestimmt annehmen zu dürfen, daß der Lokomotivführer, wenn mein Vorschlag zur Durchführung kommt, bei dem moderneren Licht eher ein Hindernis schon von weitem erkennt und so seinen Zug früher anhalten kann, als sonst. Die kleine Mehrbelastung durch die Umschaltungen des Lichtes dürfte dem Lokomotivführer meines Erachtens nichts ausmachen, zumal sich dadurch seine persönliche
Sicherheit neben derjenigen der Passagiere wesentlich erhöht.
Dor einigen Monaten las ich in der Zeitung, daß die Reichsbahnverwaltung sich entschlossen habe, um Petroleum zu sparen, sog. Kahcnköpfe an den Bahnübergängen anbringen zu lassen. Dies ist sehr zu begrüßen, aber ich hätte auch hierzu, wenn es noch möglich ist. einen Vorschlag zu machen, und zwar: An Stelle eines größeren Kahenkopfcs auf beiden Seiten nehme man lieber drei kleinere. Einen rechts, einen links und einen in der Mitte, dann sind alle Zweifel behoben, ob die Schranke auf oder geschlossen ist.
Ich bin an keiner Lampen- oder Kahenkopf- fabrik beteiligt, habe also in dieser Beziehung kein Interesse an der Durchführung meines Vorschla-, gcs, aber freuen würde ich mich, toenn^ dis Reichsbahnverwaltung meinem Vorschläge nähertreten würde, damit die grauenhaften Unglücks- fälle nach Möglichkeit vermieden werden und manches Menschenleben gerettet wird.
„Mehr Licht!" und „Unfälle verhüten!" sei die Parole, fort mit dem veralteten System der Petroleumlampen, helft alle mit, denn es heißt Menschenleben retten! Dies ist mein Wunsch, und ich hoffe nicht, daß sich die Reichsbahn»- Verwaltung meinen Ausführungen verschließt.
Eduard G o n d n e r. Gießen.
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Gießen, den 19. Mai 1929
Steinbach bei Gießen, Pfingsten 1929
Gießen (Marburger Straße 56), im Mai 1929
Löwengasse 20
03150
4429D
03180
Annerod
03087
03 090
4443D
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Gießen (Licher Straße 17), den 18. Mai 1929
Großen-Linden, Pfingsten 1929
03140
03127
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Gertrud Hormei Heinrich Freiensehner geben ihre Verlobung bekannt
Zohanna Wallenfels Gustav Bergan grüßen als Verlobte
Ihre Vermahlung zeigen an Alfred Feuerhoff, Oberpostsekretär Emmi Feuerhoff geb. Ltngner
Ihre Vermahlung geben bekannt Dr. Reinhard Rohrbach und Frau Therese geb. Bierau
I Kirchenplah 23
Ihre Verlobung geben bekannt
Luise Stengel Willi Weigand
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Anna Reuschling Ludwig Walle
Ihre Vermählung geben bekannt
Alfred Ocker
Elisabeth Ocker geb. Schwalb
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Rudolf Weber und Frau Gretel geb. Zutt
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Emma Balser Heinrich Wallbott
Verlobte
Berlin-Wilmersdorf Lollar
Nauheimer Straße 29 III Bahnhofstraße 3
920. Mai 1929
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