Einzelbild herunterladen

sichen und deutschnationalen Anträge wird das Kapitel bei Sümmenthaltung der Sozialdemo­kraten angenommen.

Kapitel 7 (Landestheater) wird gegen Bauernbund, Deutschnationale. Volksrechtpartei, Kommunisten und vier Zentrumsstimmen ge­nehmigt.

Kapitel 8 (Zuschüsse), 10 (Landessteuern), 15 (Auheg chatt), 18 (Landtag), 33 (Polizei) und 34 (Arbeitshaus Dieburg), sowie die Kapitel des Staatspräsidenten und der Landesstatistik werden in der Ausschußfassung unter Ablehnung aller kommunistischen Anträge genehmigt, ebenso die Kapitel 39 (ärztlicher Dienst) und 40 (tierärzt­licher Dienst).

Bei Kapitel 41 (Hebammenlehr anstalt in Mainz) verlangen die Kommunisten Kom­munalisierung und dosiere Ausbildung der Heb­ammen. Abg. Donath (Dem.) lehnt die Kom­munalisierung des Hebammenwesens ab, verlangt aber längere Ausbildungszeit durch obligato­rische Rcchkurse. Innenminister L e u s ch n e r er­klärt, daß er die beschleunigte Vorlage des mo­dernen Hebammengesehes angeordnet habe. Der Entwurf werde demnächst dem Hebammenverband und dem Städtetag zur Stellungnahme zugehen. Ein Beschluß der Regierung gestehe den beam­teten Aerzten eine Privatpraxis nur bis zu einem Einlommensbetrage von 1500 Mk. jähr­lich zu. Die Krankenkassen ließen ab 1. Januar 1929 nur noch nichtbeamtete Aerzte Praxis aus­üben. Unter Ablehnung aller kommunistischen Anträge wird das Kapitel gebilligt.

Bei Kapitel 42 (Landesheil- und Pflegeanstalt) bedauert Abg. Donath (Dem.) das langsameAussterben" der Assistenzärzte an den Irrenanstalten und die heutigen Delo^- dungsverhältnisse des Pflegepersonals. Abg. Reuter (Soz.) und Haury (D. Vp.) bringen Wünsche vor. die Beschäftigung von Kranken über das Maß der Arbeitstherapie hinaus zu untersagen. Minister Leuschner stellt fest, daß die Arbeitstherapie viel Geld koste und keinesfalls zur kapitalistischen Ausnutzung von Anstalts­insassen gebraucht würde. Das Kapitel wird angenommen; ebenso Kapitel 44 (Tolksgesund- heitspflege). Kapitel 45 (Jugendfürsorge), Ka­pitel 49 (Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke) und die restlichen Baukapiiel des Innen­ministeriums.

Trohki hofft immer noch.

Noch kein endgültiger Beschluß über die Einreiseverweigerung.

London, 16. März. (WTB.) Trohki er­klärte in einer Unterredung mit einem Bericht­erstatter desDaily Telegraph" in Konstanti­nopel u.a., er habe bisher noch keine Ant­wort auf sein Schreiben, in dem er um Aufenthaltserlaubnis in Deutsch­land nachsuchte, erhalten. Aber er hoffe, daß er sie schließlich doch erhalte. Deutschland sei dos einzige Land, wo er zu wohnen wünsche. Er wolle jedoch einmal sehr gern das Britische Museum besuchen. Er frage sich, ob er von der britischen Regierung die Erlaubnis dazu erhalten werde. Es sei unbedingt notwendig für England, die diplomatischen und Handels­beziehungen mit Sowjetrußland wieder auf« zunehmen. Beide Länder müßten bis zu einem gewissen Maße das Dergangene aus­löschen. Der Tag werde kommen, an dem Groß­britannien an die Tür Rußlands werde klopfen müssen. Es stche in der großen Gefahr, von Amerika verdrängt zu werden. Trotzki betonte schließlich, er wolle nichts mehr mit der aktiven Politik zu tun haben und sich künftig ganz schriftstellerischer Ar­beit widmen.

Das Reichskabinett ist sich bisher über die Einreiseerlaubnis für Trotzki noch nicht schlüs­sig geworden, weil offenbar die bürgerlichen Mi­nister Bedenken haben, und fürchten, daß Trotzki revolutionäre Propaganda machen wird, auch wenn er sich vorher feierlich ver­pflichten sollte, sich von jeder politischen Betäti­gung fernzuhalten. Aber die Sozialdemokraten, Die plötzlich Herrn Trotzki in ihr Herz geschlossen haben, lassen nicht locker. Herr L o e b e hat sich schon einmal für ihn eingesetzt, ihm ist dann der Abg. Rosenfeld gefolgt, der den Briefträger zwischen Trotzki und der Reichsregierung gespielt hat, jetzt hat sogar noch der preußische Innen­minister G r z e s i n s k i zum Ausdruck gebracht, daß er gegen eine Einreise des Verbannten nichts einzuwenden habe. Unsere Sozialdemokraten haben offeirbor vergessen, daß noch vor gar nicht allzu langer Zeit eine kommunistische Revolution die andere ablöste, daß hinter allen diesen Um­sturzversuchen Rußland steckte und daß in einer kommunistischen Räterepublik sie die e r st e n gewesen wären, die man an die Wand gestellt hätte. Sie haben aber aus der Vergan­genheit nichts gelernt; sie dürfen sich also nicht wundern, wenn Trotzki bei der ersten sich bieten­den Gelegenheit das Asylrecht verletzt und ge­meinschaftlich mit unseren Kommunisten eine neue staatszerstörende bolschewistische Propa­ganda in die Wege leitet.

Die Kämpfe um Torreon.

Mexiko, 17. März. (WB.-Funtfpruch.) Der Fall der Stadt Torreon, vor der die Armee Ealles in der Stärke von 3333 Mann steht, wird in militärischen Kreisen in den nächsten 24 Stunden erwartet. Die Aufständischen in Tor­reon sollen über 5030 Mann verfügen. Auf­ständische, die aus Durango flohen, haben sich, da sie Torreon nicht erreichen konnten, in der Rich­tung nach Parral gewandt. Don feiten der Dun- destruppen wurde gestern ein Flugzeugan­griff auf Torreon unternommen, wobei ein französischer Staatsangehöriger verwundet und ein Einwohner der Stadt getötet wurde. Amt­lich wurde ferner bekanntgegeüen, Flieger der Bundestruppen hätten erkundet, daß General Escobar, der Befehls;aber der Aufständischen in Torreon, begonnen habe, die Stadt zu räumen. Die Kavallerie der Regierungstrup­pen hat die Ortschaft San Pedro besetzt, von wo aus Torreon in 40 Minuten Automovilfahrt erreicht werden kann. Präsident Portes G t l hat angeordnet, daß alle Rebellen unter dem Rang eine» Oberstleutnants, die zu den Streit­kräften des Rebellenführers Aguirre gehörten und bei den Kämpfen im Staate Veracruz ge­fangen genommen wurden, freigelassen wer­den feiten. Die Anordnung erfolgte, da die ge­fangenen Truppen erklärten, sie hätten nichts von der Aufstandsbewegung gewußt und sich den Re- gierungStruppen bei der ersten Gelegenheit er­geben.

Landwirtschaft und Staat.

Rede des Reichslandbundpräsidenien Schiele.

Eine programmatische

Schneidemühl, 16.März. (TU.) Auf dem Landbundtag der Grenzmark Posen-Westpreuhen ergriff Reichsernährungsminister a. D. Dr. h. c. Schiele, der Präsident des Reichslandbundes, das Wort zu einer längeren Rede, in der er bedeutsame Ausführungen über die Ziele des Reichslandbundes machte. Der Minister führte u. a. etwa folgendes aus: Es ist eine g e führ- liche Stimmung unterwegs. Die Dinge sind In das Stadium der Verzweiflung eingetreten; man hat das Gefühl, einem Staat gegenüberzu­stehen, dem wir gern zu dienen bereit sind, von dem man nicht verstanden wird. Ich möchte noch eimnal betonen, daß der deutsche Landwirt als der geborene Staatsbürger gar kein Interesse an irgendwelchen Uebertretungen der Ordnung hat. Aber wir haben seit vielen Jahren eine Ent­wicklung durchgemacht, aus der heraus sich jetzt dieser Haß entwickelt.

Zwei Grundtatsachen sind eS, an denen wir nicht vorbeikönnen, zwei Grundtatsachen, die mit der Entwicklung im Osten zusammenhängen. Die erste, daß wir über ein Heer von Arbeits­losen verfügen, das in seinem Ausmaß eine ungeheure Last für das deutsche Vaterland bedeutet. Wenn man an die Belastungen denkt, die der Reichsfinanzminister darlegle, stehen wir vor der Frage: Sind wir auf dem rechten Wege? Solange in der Landwirtschaft heute eine Be­lastung von 25 Prozent besteht, solange daneben noch die Rotwendigkeit besteht, fremdlän­dische Arbeitskräfte über die deutsche Grenze zu holen (weil wir in der Landwirtschaft trotz der Lohne, die wir zahlen, gezwungen sind, diese Kräfte zu nehmen, weil wir keine anderen bekommen), solange stimmt etwas nicht in der Devölkerungseinteilung Deutschlands. Dabei ge­hen wir kaputt. Die Arbeitslosigkeit darf nicht geradezu gezüchtet werden.

Die Tatsache, daß wir heute eine Einfuhr an Lebensmitteln in Höhe von drei bis vier Milliarden Mark haben, ist ungeheuerlich. Es ist falsch, einfach von einem Kassendefizit des Haushalts zu sprechen, als wenn das eine vorübergehende Erscheinung wäre. Unser Wirtschaftsleben ist eben nicht imstande, d i e Steuern aufzubringen. Es kommt darauf an, zu entlasten und nicht zu belasten. Es kommt darauf an, uns Preise zu geben, aus denen her­aus sich wirtschaftlich Positives ergibt.

Die Zeit der Streitigkeiten innerhalb der einzel­nen Verbände muß einem Burgfrieden Platz machen, der uns zu einem entscheidenden Schlage ausholen läßt. Deutschland muß die Agrarschlacht im Reichstage mit einheitlicher Front aus« fechl.n. Wir verlangen, daß der Weg gegangen wird, der uns aus dem Elend und der Verschul­dung herausführt. Wir brauchen die Reichs- bauernfront! In Kürze werden wir der Reichsregierung ein Programm überreichen, in bem sehr stark betont wird, daß keine Zeit mehr für die Verwirklichung der Forderungen hinaehen darf." Der Minister kritisierte dann das langsame Tempo der Umschuldungsaktion, verglich die gegenwärtigen Schuldoerhältnisie mit denen früherer Zeiten und setzte sich sodann für eine Umwandlung der Wechsel« schuld in eine Hypothekarschuld ein, da dann die

ungeheure Zinslast herabgedrückt werden könne und die Wechselreiterei aufhöre. Der Schwerpunkt liege darin, die Preise zu ändern.Wir sind uns dar­über klar," so fuhr er fort,daß bei der gegenwär­tigen Regierung nur ein Bruchteil des Programms, das ich Ihnen in großen Zügen hier entwickele. Der» wirklicht werden wird. Um so stärker setzen wir die Initiative ein bei den dazu berufenen Parteien des Reichstags. Nationalwirtschaftliche Politik muß das Ziel der Zukunft fein. Es geht nicht an, daß man bei dem polnischen Handelsvertrag nur das privatgeschäftliche Moment im Auge hat. Kein Solnifcher, fein östlicher Handelsvertrag darf auf .'m Rücken der Landwirtschaft geschlossen werden.

Diese Frage ist für den Osten eine Lebensfrage. Die Drosselung der ü b e r f l ü s s i g e n E i n- fuhr muß gesichert werden. Eine solche Politik kann nur getrieben werden durch die Reichsbauern­front. Darum: Hinein in die Regierung mit aller Macht, hinein In das Parlament! Es gibt nur diesen einen Weg. Der andere Weg ist unzugänglich, ich warne vor ihm. Seit einiger Zeit wird wieder einmal viel von neuenParteigründungen gesprochen. Das ist ein Beweis für die Unklarheit und Hilflosigkeit unserer politischen Verhältnisie. Ich wiederhole des­halb auch hier meine frühere Aeußerung: Es ist jetzt nicht mehr Zeit, neue Parteien zu gründen."

Bedenkliche Symptome.

Berlin. 18. März. (Priv.-Tel.) Sechs Bau­ern, die kürzlich in Osterohrstadt (Holstein) einem Vollzugsbeamten tätlichen Widerstand ent­gegensetzten, als er eine Pfändung vorneh­men wollte, wurden vom Husumer Schöffengericht zu Geldstrafen verurteilt. Das Gericht hoo her­vor, daß es nur deshalb von schweren Freiheits­strafen abgesehen habe, weil die Rot in man­chen landwirtschaftlichen Gebieten zweifellos groß sei, und alle Angeklagten bisher nicht vorbestraft gewesen seien. Die Staatsautori­tät müsse jedoch gegen alle Aktionen möglichst geschützt werden. Auf Anordnung des Unter» suchungsrichters beim Landgericht Oldenburg wurden drei Hofbesitzer in Sewelten und We- steremsteck in Untersuchungshaft genom­men. Ein Hofbesitzer ©ermann hatte sich an das Ministerium in Oldenburg gewandt und um Stundung der Staats st euer nachgesucht. Die Stundung wurde abgelehnt und das Beitreibungsverfahren durchgeführt. In dessen Verfolg wurde dem Hofbesitzer ein Eber gepfändet. Bei dem angesetzten Ver­kauf ging das gepfändete Tier in den Besitz eines anderen Hofbesitzers im Rachbarort über. Freitag abend wurden dort die Brand­glocken geläutet, und es kamen etwa fünf­zig Personen zusammen, die zum Hause des Hof­besitzers zogen, den Eber dem neuen Be­sitzer fortnahmen und dem alten Besitzer wiederb .achten. Der Oberstaats nwalt von Olden­burg hat an Ort und S elle eine Untersuchung durchgeführt und etwa acht bis zehn Personen als Teilnehmer festgestellt. Die Voruntersuchung gegen die drei Verhafteten geht auf Land­friedensbruch.

Oie Dominions

und der britische Steatsrai.

London, 18. März. (WTB. Funkspruch.) Daily Ehronicle" berichtet: Die Zusammensetzung des Staatsrates, ber für die Zeit der Er­krankung des Königs eingesetzt worden ist, ist vom Irischen Freistaat angefochten worden. Das Kabinett Eosgrave machte geltend, daß der Rat entweder aus Mitgliedern der königlichen Familie allein bestehen müßte oder aber daß er Vertreter des bri­tischen Reiches und nicht nur eines Bestand­teiles des Reiches (nämlich Großbritanniens) ent­halten müßte. Diese Frage sowie die Frage der Regentschaft wird wahrscheinlich auf der nächsten Retchskonferenz aufgeworfen werden. Der Staatsrat fetzt sich jetzt bekanntlich aus der Königin, dem Prinzen von Wales, dem Premierminister, dem Lord-Großkanzler und dem Erzbischof von Canter­bury zusammen. Prinz Georg von England, der jüngste Sohn des Königs, wird xeitroeifig in die Westabteilung des Foreign Office eintrcten, um angesichts seiner wahrscheinlichen baldigen Ver­wendung in einem Flottengeschwader imStillenOzean, wo er hauptsächlich in Füh­lung mit den Völkern des amerikanischen Konti­nents kommen wird, die damit zusammenhängenden Fragen von der diplomatischen Seite kennenzu­lernen.

Aus aller Wett.

Neberschwemrnungs-Katastrophe in den Bereinigten Staaten.

In Georgia, Florida und Alabama wächst sich das Hochwasser zu einer immer größeren Ka­tastrophe aus. Mehrere hundert Qua­dratmeilen Landes sind völlig über­schwemmt. Mehr als 20 030 Menschen schwe­ben in Gefahr. Die Zahl der Opfer, die in Elba durch das Hochwasser des Flusses Pea ums Geben kamen, beläuft sich bereits auf 150. Die Rettung der Bewohner aus den Orten im Überschwemmungsgebiet ist vielfach nur durch Boote möglich. Auch dabei haben sich noch zahlreiche Unglückssälle durch das Ken­tern der überlasteten oder unvorsichtig geführten Boote ereignet Dazu kommen vielfache Ent­gleisungen von Zügen auf den unter­waschenen Bahndämmen. Die Hoffnung auf eine baldige Abnahme des Hochwasiers sind durch die Wolkenbrüche der letzten Tage vernichtet. Rach allen Berichten ist vielmehr ein weiteres Anschwellen des Hochwassers, das in sonst trockenem Gebiet stellenweise sieben Meter hoch steht, zu befürchten.

Rach neueren Meldungen sind entgegen frühe­ren Schätzungen bisher 13 Todesfälle im Hochwassergebiet in Alabama und den an* grenzenden Staaten festgestellt worden. DaS Ret­tungswerk schreitet rasch vorwärts. Etwa 20 000 Personen mußten bisher in den verschiedenen überfluteten Ortschaften die Häuser räu­men. Etwa 100 Kinder sind in Elba in einem Schulhause isoliert. 3n dem tiefliegenden Geschästsviertel der südlich von Elba gelegenen

Stadt Geneva wurde ein Wasserstand von etwa sieben Meter festgestellt, der seine Ursache darin hat, daß der Choctawhatchee-Fluß über die Ufer getreten ist. Rach den letzten Meldungen sind 3500 Einwohner von Geneva in Sicherheit gebracht worden.

Aus Madison Park (Alabama) wird ge­meldet. daß der Alabamafluß das Land in sechs Meilen Breite überflutet hat. Die Flußtiefe be­trägt 18 Meter, das sind über sechs Meter mehr als sie bei Flut beträgt. Flugzeuge überfliegen die überschwemmten Gebiete und

werfen Lebensrnittel und M e b i ta­rn e n t e auf öie Dächer der Häuser ab. Das Rote Kreuz trifft weitgehende Vorkehrun­gen zur Verhütung von Krankheiten in den Flüchtlingslagern. Aus einem Flüchtlingslager nördlich von Elba wird bereits der Ausbruch einer Masernepidemie unter den Kindern ge­meldet. Dringende Forderungen nach Typhus­serum sind aus Garland eingetroffen. Der Wohl­fahrtsbeamte des Staates Alabama hat eine angemessene Menge abgesandt. Die Ttegicrung beabsichtigt, an die gesamte Ration einen Appell des Roten Kreuzes zu veröffentlichen, um Fonds zur Unterstützung des 15 000 obdachlosen Perso­nen zu sammeln.

Reichskonseren;

des Allgemeinen Lijenbahnerverbandes.

Der dem parteipolitisch neutralen Gewerk- schaftsring angeschlossene Allgemeine Eisenbah­nerverband veranstaltete eine aus allen Heilen des Reiches von mehr als 600 Delegierten be­suchte Reichskonferenz. Rach eingehender Aus­sprache wurde einmütig eine Entschließung angenommen, in der darauf verwiesen wird, daß die Eisenbahner zunächst beim Ablauf der Sperrfrist ihres Lohntarifes diesen zunächst nicht gekündigt hätten, um der unverständlichen Preis­politik anderer Wirtschaftskreise einen Riegel vorzuschieben, daß sie jedoch geradezu gezwun­gen worden seien, eine allgemeine und einheitliche Erhöhung ihrerGrund- löhne zu fordern. In der Entschließung wird ferner zum Ausdruck gebracht, daß die steuer­liche und sonstige Bevorzugung anderer Ver­kehrsmittel in einem unerklärlichen Gegensatz äu der Deparationsbelastung der Reichsbahn und Den daraus sich ergebenden wirtschaftlichen und sozialen Schädigungen deS Aeichsbahnpersonals stehe.

2Ui! dem Motorrad gegen die Straßenbahn.

Ein 20 Jahre alter Motorradfahrer aus Essen ver­suchte in Essen-Bredeney verbotswidrig einen Straßenbahnwagen zu überholen. Er roste dabei gegen einenentgegenkommen- den Straßenbahnwagen und wurde dabei so schwer verletzt, daß er kurze Zeit darauf st a r b. Eine 18jährige Mitfahrerin erlag g l e i ch f all s aus dem Transport zum Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.

Mit dem Auto in das Schaufenster.

Ein schweres 'Autounglück ereignete sich am Sonntagabend in ndqjfter Rahe Oer Kottouser Drücke am Warenhaus von Hermann Ttetz tn Berlin. Eine Kraftdroschke, deren Führer anscheinend die Gewalt übet den Wagen verloren hatte, »aste tu voller Fahrt r Bürger*

steig. Mehrere Personen, die vor dem letzten der hellerleuchteten Schaufenster des Kaufhauses standen, wurden zu Boden gerissen. Der Wagen durchbrach die Glasscheibe und kam erst an der Hinterwand der Auslage zum Stlllstand. Eine Frau wurde schwer verletzt und muhte ins Krankenhaus gebracht werden. Ihre Tochter und zwei weitere Personen, bar« unter der Wotorradrennfahrer Fritz BeherSdorff, trugen leichtere Verletzungen davon. Der Chauf­feur der Kraftdroschke kam ohne erhebliche Der- letzpngen davon.

(Ein japanisches Schwert für Hindenburg.

Marquis Okuma, Sohn oes verstorbenen ja­panischen Staatsmannes und Präsident der Zei­tung .Hochi", hat dem Reichspräsidenten v. Hindenburg durch Dr. Jkeda, einem Mit­glied der genannten Zeitung, ein kostbares, alt» japanisches Schwert überreichen lassen.

Schandung der Schlageter-Gedenkslatte.

In der Nacht zum Samstag wurde die Schlageter- Gedenkstätte auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf von unbekannten Tätern vollkommen zerstört. Das Holzbrett mit der Inschrift:An dieser Stelle wurde am 26. Mai 1923 Albert Leo Schlageter von Franzosen erschossen", wurde durchgesagt, die an der Gedenkstätte gepflanzte Eiche wurde umge­brochen.

Die russischen Dokumentensälscher in Berlin.

In dem Ermittelungsversahren gegen die russi­schen Dokumentenfälscher, das die Abteilung 1 A der Berliner Polizei zur Zeit durchführt, sind weitere acht Angehörige der russi­schen Emigrantenkreise in Berlin fest - genommen worden, darunter der ehemalige russische StaatSrat v. G u m a n s k i und der Mit­inhaber des russischen Jermak-Derlages Arthur Bay sowie ein ehemaliger russischer Oberstleut­nant. 3n den Räumen des Jermak-Verlages wurde bei einer Haussuchung umfangreiches Ma­terial gefunden, das noch einer eingehenden Sich­tung bedarf. Der Jermak-Derlag, der eine anti- bolschewistische Korrespondenz her- ausgibt, hatte gerade die Herausgabe einer anti- bolschewistischen Zeitung begonnen, als die Polizei die Haussuchung durchführte. DaS Borge* fundene Material scheint auf eine sehr rege Tätigkeit der Rachrichtenstelle schließen zu lassen. Material, das auf die Vornahme von Fäl­schungen be m CermaI-Q3e;I g h nvxis.n könnte, wurde bisher nicht gefunden.

Wie Kalifornien seine Reichtümer schützt.

Kalifornien, das Land des ungeheuren Relchstums an Früchten aller Art, ist auf eine recht eigenartige Weise dazu übergegangen, seine großen Plantagen vor dem gewaltigen Auftreten von Schädlingen, die jährlich für viele Millionen Dollar Schaden an- richten, zu schützen. Vor allem soielt die Bekamp- sungderBlutlaus eine sehr beträchlliche Rolle. Dazu hat man nun inmitten der verseuchten Gebiete große M a r i e n k äse r f a r m e n angelegt, auf denen täglich 50 000 Marienkäfer, das sind im Jahr 18 Millionen gezüchtet worden. Die Vermehrung der Marienkäfer ist so gewaltig gewesen, daß es tat­sächlich gelungen ist, mit ihrer Hilfe die Blutläuse radikal zu vertilgen. Auch in Deutschland spielt die Zucht von Marienkäfern eine gewisse Rolle, jedoch werden hier nicht, wie in Kalifornien, regelmäßige Marienkäferfarmen unterhalten. Die Forstbehörden begnügen sich vielmehr damit, in Jahren mit beson­ders häufigem Auftreten von Blattläusen Farmen von geringem Umfang von Fall zu Fall einzu- richten.

Die Wetterlage.

ordoya»

Ll7.narz 1929,8mg

- ----jmhaytn-

vOTicffloi onrnei. One» Mdecet» «ei*». o«oc<m

Actine« A treuprta "tttci R

»twtr» Oii tudtuowcil q $tur*6<ao wdvcit

ort *T<nt nttato »ll dtm winde Ott »flfltt» SLH'ontn »tentnMn Ze» «n fltJtn die Temperatur an v>e itnien «ttemMa Ort» atl gluUce wf n*trcscivrao utiMrrrwtiM i*n4zw«e

Wettervoraussage

Der hohe Luftdruck gab der Wetterlage keine Sten- derung. Ein- und Ausstrahlung bestimmten weiter- hin die Temperaturen. Sie nahmen tagsüber weiter zu und erreichten in den gestrigen Mittagsstunden 14 Grad und darüber. Dagegen führte die ungehin­derte nächtliche Ausstrahlung wieder einen Tempera- turrückgang bis zu 3 und 4 Grad herbei. Wenn auch teilweise im nördlichen Deutschland mildere Luftmassen vorgedrungen sind, die dort zu Nebel- bildung und Bewölkung sowie nächtlichem Tempera­turanstieg geführt haben, so wird doch die Hochdruck- wetterlage noch anhallen. Jedoch ist leichte Bewöl­kung oder Nebelbildung auch bei uns nicht ausge­schlossen.

Wettervoraussage für Dienstag: Stellenweise neblig-wolkig, tagsüber meift heiteres und trockenes Wetter mit langsam weiter ansteigen­den Temperaturen, nachts noch leichter Frost.

Wettervoraussage für Mittwoch: Neblig-wolkig mit Aufheiterung, trocken, Tempera­turen wenig verändert.

Lufttemperaturen am 17. Marz: mittags 13,2 Grad Celsius, abends 1,5 Grad: am 18. März: morgens 31 Grad Morimum 13,5 Grad, Minimum 4,3 Grad. Erdtemperaturen tn 10 cm Ttefe am 17 März: abends 3,9 Grad; am 18. März: morgens 0,2 Grad Celsius.- Sonnenscheindauer 8% Stunden.

UM

v** u manW Um L

SoeiscA" G $arV zs gA Mieiiahr Air eigens H Ost seb Ä

SforfW Ostern beschr ©irtung. sand tvl-oer

Zu brdau'. nodjtcn, ab- UoS E "Ul Gen sich * 1 * * * * Mn die ihre <5a ^Handlung tu einem i Sihcngcblicb M tun, so nicnischlosier ihrer Sie haben fr -schändlich ter den für Lbcn sehr Schule Unbi entwickeln, f die solche < Sie Schule i nil seinen . endlose Schu

Munter Mg zu jur 5üt sie ist d eine notvrnd sie an sie g; blche illachrk wd ratiam, sie Dersetzun drücken. Das Ioronlreibcn zu iehen, da ihvachen Sch rüdbkiben n!

lern dargche Durch Bei spräche mit rechtzeitig lx nicht recht t Miselhast das Derhal Fall sollte i Elternhaus

'trabe,

Lieferns

(5

A

1

1

- Stad AMHeatert

Schote im nad Meichneteir p auch die W\ weiden HejHtjQu Bürgern

jungen tn kn Distr. M «Man

i!? (

.AM, 2b:

"d am k Gingen,

M

Te,. Üh,

'ifa « ^bet6 L°h

Hotz

, Tie Gem Gicr/n, netto 5 2 t. Fichten

'

D

15

5