tut n
s K
^öiicn, . ;a°-c
‘“^ÄS
«A^d«
"Hm.
Brama m,.
■ 7r Fi rn BjrX ‘5" egst, I« 3 ^ich.'aich ju
'»Mtion W nodjmiitajj,
Qn bi4 ^nulttipi, rb keine Sewch
ÜhbfV^ Votifiit ^üdjbiwf Mrbofta — —. —
lw-d bk! gicidj]
M' it einer I k m den beb;n| Ml I
U frhiidi I0-J9 '»’i'en (5t iw i^tn i
9 281806 330088 17308 02488166085 19283 21338 62001 113 241081 252020 48 357145 366801
7360 17059 27315 27 67669 Hl671 il 134736 147877 0 184969 191807 >3 . 223204 260793 38 316'228 323'261 74 373460 373907
116260 138128 147171
169 >56 193019 228141 254048 260406 277741
115823 141989 148862 160917 194901
230681 254^4 261430 282893 299’70
325400
351353 370042
70
326
123
587
495
647
879
569
336
67
M8
58
1001
175544
112832
187949
252924
18402«
136'293
197284
1999 12684 12862 17777 40157 42639 18850 50.574 65655 14821 83928 90271
rruTben lAoyen
124 293689 58 324231
II 350746 99 360236 134 391"6
130 , 140031
180100
K SB 'S Bis»
M»S S S Ä 64'64 S »»'7 fi? M2 12/608 1.S 4 S S 70 >79439 \ 3
'M 2 '929 U 0 >46 291333 Z ML
jnoiHHi, r i" ’ ifVKlO, 6 b 7 J
>U-N0"
"imR hM
24.0J in-«*
u/'jj 81."
Ii4
73.50
n
fiert,
Ift». » 22,01 III,W
59,04 2,51
tw.y 5,9 12,"
ti.bi* jvJ" e.ri^ io.^ rti-a 1.^ ,,io»
Lut "iit SS
7&.51 I
I »•<$
Fi Sh 1,2k4 iu,1" 60,^ uU<'& i.iM
U>" y 141
Nr. 41 Erstes Blatt
179. Jahrgang
Montag, 18. Februar 1929
CEr|d)tint »ügl'ch, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen
Die 3duftriertt Gießener Jamilienblättet Heimai im Bild Die Scholle
Vezvgrprels für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trüge» lol)n, auch bei Nichterscheinen emzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchlliff«: 51, 54 und 112.
Anfchrift für Drohtnach- richten Mnjeiger Siebe». pofifchecNonto:
granlfurt am Main 11686.
Siebener Tintiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Vrvck vnd verleg: vriihl'sche Unloerfilülr-Viich. und Steinöniderei R. tanze in Gietzen. Schriftleitnng und Seschäftsstelle: S^ul^tra^e 7.
Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher.
Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. auswärts 10 Reichspsennig; für Re- hlameantetgen von 70 n m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 2OU , mehr.
Chefredakteurs
Dr. Friedr With Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyrwt; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Biegen.
Nach den Faschingsferien.
Don unserer 'Berliner Redaktion.
Die alljährlichen Faschingsferien des Reichstags, die nach und nach im Interesse vor allem der sub- deutschen Abgeordneten zu einer Gewohnheit geworden sind, sind zu Ende. Die Ruhepause hat, das mutz festgestellt werden, der innerpolitischen Situation ordentlich wohlgetan. Aus dem unüberbluf- baren Chaos der Stoalitionsbebatte hat sich ein Zuftand geordneten Stillschweigens um dieses Problem entwickelt. Allerdings ist der Kampfesmut schon wieder sichtbar geworden, indem man gleichsam als Auftakt das Konkordats- problem aufrollte. Trotzdem wird vor der ftanb öte Abkühlung der erhitzten Gemüter die Lage beherrschen. Zum Kamps dürfte es erst am 28. Fe- bnrnr kommen, wenn das Parlament endlich nach mehrwöchiger Verspätung den Haushaltsplan zu behandeln hat. Immerhin hat die Ruhe wenig- ftens insoweit gut getan, daß das geradezu verhängnisvolle Anwachsen der Mißverständnisse aufhorte und eine Klärung herbeigeführt werden konnte. Der Reichstag wird die Sage zwar wieder so oorsinden, wie vor den Faschingsferien, trotzdem aber etwas weniger beunruhigt von dem Koalitionsgespenst sein. Seine ersten Arbeiten werden weniger politisch bestimmt sein, wenn auch die Beratung der Kleinrentnerfürsorge schon Veranlassung geben wird, Parteinanfichten und -Meinungen gegenüberzu- stellen.
Doch daraus kommt eS Im Grunde genommen gar nicht so sehr jetzt an. Krise des Parlamentarismus. ja noch mehr, Zerfall des Parlamentarismus. so resignierte in diesen Tagen Dr. Wirth. Es war dies eine einseitige Auslassung, eine Auffassung, die ohne Frage von dem persönlichen Erleben diese» Manne« diktiert war. der. einstmals mitbestimmend, heute vor allem In seiner Partei einsam geworden ist. Dieser Parlamentarismus, und das ist das Wesentlichste, was man im gegenwärtigen Augenblick beim Wiederzusammentritt des Reichstags und In bezug auf feine nächstliegenden Aufgaben festhalten muß. wird ganz bestimmt in den nächsten Wochen und Monaten eine schicksalsschwere Zeit durchzumachen haben. Der Parlamentarismus mutz beweisen. dah er auch in der Lage ist. über da» Mannigfaltige der Parteianschauungen und Parieidoktrinen hinweg zu klaren und Der- antwortungsbewutzten Enischctdun- gen zu kommen. Kann er diese Entscheide treffen. kann er den Haushaltsplan ohne innerpoli- iische Erschütterungen erledigen, kann er sich zu einer starken geschlossenen Macht zusammenfinden, um den eventuellen Reparationsentscheiden eine Basis zu geben, bann wird die Koalitionsfrage ohne gröbere Schwierigkeiten eines Tage» ganz von selbst gelöst werden. Diese Vorurteile, diese gegenseitigen mitztrauischen Vorbehalte, die das Gespenst der Grotzen Koalition bi» jetzt immer belasteten, werden alle in ein Richt» zerrinnen, wenn die praktische Arbeit, die notwendigerweise unbedingt gelöst werden muh. auch gelöst werden kann. Seien wir unS doch klar darüber, daß die Lösung einer konkreten Aufgabe viel schneller zu einer Klärung führt, als da» Herumbasteln an Ideologien, eben weil die Praxi» keine Zeit zu solchem Phrasen- geschwelter hat. sondern nur Handlungen. Taten sehen will. Lassen wir deshalb die endlosen, nur zu typischen deutschen Erwägungen beiseite, dann werden wir auch zu einer klaren Innenpolitik, wie sie sich aus der innerpolitischen Lage ergibt. Emen. Rach dem Fasching an die prak- che Arbeit. daS mutz und dars nur die ung sein.
Konkordat und Koalition.
Eine neue Situation -
Berlin. 18. Febr. In der immer weiter fortgesetzten Aussprache über die Regie- rungs Umbildung in Preußen und im Reich ist neuerdings ein überaus störendes Moment hinzugekommen. Von volksparteilicher Seite wurde nämlich in der Debatte ein Gesichtspunkt hineingeworsen, der die allergrößte Beachtung verdient. Es wurde schon beim Abschluh des italienischen Konkordates darauf hingewiesen, dah sich durch die Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes vielleicht ein ganz neues sttaarsrechtlicheS Verhältnis Insofern ergäbe. alS künftig für den Abschluh von Verträgen mit dem päpstlichen Stuhl das Reich allein zuständig sein müsse.
Zwar haben die offiziellen volksparteilichen Stellen ein Bekenntnis zu dieser Auffassung einstweilen »bgelehnt. wahrscheinlich um die Verhandlungen Iber die Regierungsbildung nicht noch weiter zu »schweren, aber zweifellos hat der Hinweis auf tin Reichskonkordat beim Zentrum sehr unangenehme Gefühle auLgelöst, denn die gegen mär- tige politische Situation des Zentrums ist doch die, ^aß es seine Truppen im Reich aus der politischen Jeuerlinie zurückgezogen hat, um sie nach dem «rlustreichen Wahlkampf neu zu ordnen, daß belegen bas Zentrum an dem Brennpunkt seines po- ütischen Interesse», in Preußen mit in vor- ) e r ft e r Linie steht, wo es gilt, ein Konkorbat in seinem 6Inn unter Dach und Fach zu bringen. Pessimisten behaupten übrigens, daß diese Konkordats Verhandlungen noch monatelang anbauern können, woraus sich die betrübliche Tatsache ergibt, daß iine Festigung unserer Reichspolitik wesentlich wegen )er Kontordat-meinungsoerschiebenheiten zwischen Zentrum und Deutscher Dolkspartei nicht zustande- kommt. Diese unselige Verquickung zwischen preu- Mischer Politik und Reichspolitik die sich immer wieder lähmend auf das Gesamtschicksal der deutschen Ration auswirkt, kann nur durch eine einschneidende Reichsreform beseitigt werden, bte
pariser Stimmungsmache um die Sachverständigen.
Wenn sich auch heute noch keineswegs ein Urteil über den Verlauf der Pariser Sachverständigenkonferenz zur Reparations^rage fallen läßt, und wenn auch, was man trotz der spärlichen Äommuniquvd zuverlässig feststellen kann, der Verkehr der Sachverständigen untereinander ein durchaus verbindlicher, sachlicher und vielleicht sogar herzlicher ist. so zeichnet sich doch immer deutlicher der Kamps ab. der fchlietzlich um das Ergebnis der Verhandlungen, also u m das Sachverständigen-Gutachten geführt werden wird. Die Begleitmusik der Presse, besonders der französiichen Zeitungen, ist wohl vielfach eine von dem Rachrichtenbedürfnis beeinflußte, und sie beruht nur zum kleinsten Teil auf wirklichen Informationen, obwohl es ja nach den mehrfachen diesbezüglichen Zwischenfällen nicht allzu schwer zu fein scheint, auch als Journalist gelegentlich in den Verhandlungsfaal zu geraten. Aber diese Begleitmusik zeigt doch, was gespielt wird oter was, mindestens von französischer Seite, als Tonart gewünscht wird.
So erwartet man bereits am Montag die Nennung von Zahlen. Der Malin versteigt sich in dieser Beziehung zu der Phantasie, dah die ehemaligen Alliierten 3>/r Milliarden, die Deutschen kaum ly2 Milliarden, die Amerikaner eine mittlere Ziffer nennen würden; die e werde sich zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden bewegen. Wir glauben nicht, dah ein derartiger Schematismus Platz greifen wird. ES wäre töricht, vor einer ziffernmäßigen Würdigung aller Unterlagen. die bisher ja nur symptomatisch und im Zusammenhang mit Gesamtdarstellungen der deutschen Finanz- und Wir.schaftelage. der besonderen landwirtschaftlichen Krisis, der Kapitaleinfuhr usw. erörtert wurden, mit Gesamtziffern zu kommen. Und noch törichter wäre es, dabei so plump zu verfahren, daß man einerseits dir Forderung nach einer Erhöhung der ohnehin schon so drückenden und nach allgemeiner Ansicht revisionsbedürftigen vollen Dawesannuität um ungefähr den Betrag fordern sollte, von dem man erwartet, dah ihn die Gegenseite von der bisherigen Höhe der Annuitäten a b g e s e tz t wissen mochte, um dann den wirklich oder vermeintlich Neutralen der Konferenz die Aufgabe zuzuweisen, aus der Mitte zwischen diesen beiden Postulaten die bisherige Ziffer ungefähr fest zuhalten.
Die so prophezeien stellen sich die Abfassung eines Sachverständigen-Gutachtens als einen Vorgang nach dem Muster diplomatischer Verhandlungen vor. verkennen also vollständig das, worum es seht in Paris geht. Denn diese diplomatischen Verhandlungen sollen ja auf Grund eines objektiven Gutachtens hinterher kommen. Man würdigt die Tätigkeit der Experten herab, wenn man ihnen unterstellt, dah sie nach wenigen Tagen des Beisammen eins und bevor sie noch in eine gewissenhafte Prüfung detaillierter Unterlagen. ja, überhaupt in Ko.nmi siionSarbe.ten eingetreten sind, sich auf ein Aushandeln von Gesamtzahlen einlafien könnten, die erst am Ende ihrer abgesch'-ossenen Arbeit stehen dürfen. Außer- dem ist dieser Gesichtspunkt sehr engherzig. Denn in dem Augenblick, wo es sich um die Festsetzung einer deutschen Gesamtschuld handelt, tritt die Frage bet Jahresraten in den zweiten Plan. Wenn man eine bestimmte Milliardenschuld fest- seht und. wie das in Frankreich geschieht, mit ihrer börsenmätzigen Flüssigmachung wenigstens
in gewissen Teilbeträgen rechnet, so ist eS belanglos, ob die Tilgung in größeren ober geringeren Jahresraten erfolgt, ob sie etwas länger oder etwas weniger lange laufen, vorausgesetzt, dah man die Gewißheit schafft, dah die Zahlung wirklich pünktlich und ohne Schwierigkeiten, vor allem ohne Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und wirtschaftlichen Gesundheit deS Schuldners geleistet werden kann.
DaS muh der leitende Gesichtspunkt fein, und daS i st er wohl auch mindestens bei bet Mehrheit ber Sachverständigen. Man sollte al o den Pariser Leitartikeln mit ihrer mehr politischen als wirtschaftlichen Sachkunde und Orientierung wenigstens vorläufig kein übertriebenes Gewicht bei- messen, denn ihr Versuch, die Finanzmänner von Paris zu beeinflussen, ist zu plump und einseitig, um Erfolg zu haben.
Die ersie Woche.
„In vollkommener Offenheit und Sach- lichkeit"
pari», 16. Febr. (7DIB.) Rach Beendigung ber ersten verhanblungswoche kann über den Verlauf ber Beratungen des Sachverständlgenausschusses von unterrichteter deutscher Seite folgendes gesagt werden: Vie Erörterungen, die zum Zweck haben, eine endgültige und vollständige Lösung des Heparationsproblemd zu suchen, haben sich mit den Erfahrungen beschäftigt, die In den
Berlin. 16. Febr. (D. D. Z.) 3m Haupt- ausschuh des Preußischen Landtags «Härte der Abg. Heilrn a n n (Ö.) zur Konkordats- f r a ge . alle Parteien, von den Deutschnalio- nalen bis zu den Kommunisten, seien sich darin einig, dah die staatliche Schulhoheit nicht angetastet toerben dürfe. Auch das Zentrum werde keine andere praktische Politik treiben können.
Abg. Dr. Leidig (DVP.) stimmt dieser letzten Auffassung zu, fordert aber, daß vor dem endgültigen Abschluh ber Konkordatsverhand- lungen der Landtag gehört werde, weil sonst ohne Aend«ungsmöglichkeiten nur noch Annahme oder Ablehnung bleibe (Zustimmung). Er könne die These nicht vertreten, dah die Arbeiter nach Klärung der Schuldfragen kein Interesse mehr daran hätten. Insbesondere die religiösen Sozialisten würden wohl doch eine andere Auffassung vertreten. In den Konflikten zwischen Reich und Ländern liege die Schuld nicht an Preußen. sondern besonders bei Bayern. Es sei nicht ganz richtig, den Hofbräuhauston in diplomatische Verhandlungen zu übertragen.
Ministerpräsident Dr. Brann.
Ich möchte doch die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne zu betonen, dah die Frage, ob es mit der Stellung des Beamten noch zu vereinbaren ist. wenn er sich aktiv im Stahlhelm betätigt, jetzt ernstlich im Schoße
vier Jahren des vawesplanes sich füt Deutschland und die Weltwirtschaft aus der Durchführung der Reparationszahlungen ergeben haben. Unter stärkster Beschränkung auf die konkreten auf die Lage zurückzuführenden Probleme sind die aus der bisherigen Verhandlung bereits bekannt gewordenen Gegenstände in vollkommener Offenheit und Sachlichkeit behandelt worden. Irgendwelche Beschlüsse oder Vorschläge sind bisher nicht vor die Konferenz gebracht worden. Es entspricht auch nicht den Tatsachen, daß es sich etwa im Lause ber ersten Verhandlungswoche nur um Erörterungen von deutscher Seite gehandelt habe. Immer stärker seht sich die Erkenntnis durch, dah es sich hierbei um eine alle Beteiligten gemeinsame Angelegenheit handelt. Da die Generaldebatte abgeschlossen Ist. dürfte ohne Zweifel im Lause der kommenden Woche mehr eine Erörterung von Spezialfragen flattsinden. Bei dieser Erörterung werden, wie bisher, die Experten vom rein ökonomischen Gesichtspunkt aus die Möglichkeiten prüfen, die sich aus bet gegenwärtigen internationalen Wirtschaftslage ergeben, wenn die Verhandlungen in der gleichen weise wie biefjer sich fortsehen sollten, bars mit einer Klärung ber Frage, ob überhaupt eine Lösung möglich sein wird, in verhältuimäßig kurzer Zeit gerechnet werden.
der Gtaatsregierung erörtert wird. Der Stahl« Helm hat seinerzeit eine programmatische Erklärung Herausgaben lassen, in der es heitzt. dah er „mit seiner ganzen Seele den augenblicklichen Staatsaufbau, seine Form und feinen Inhalt und sein Wesen hatzi".
In der Konkordatsfrage ist der Zeitpunkt noch nicht gekommen, der breiteren politischen Oefsentlichkeit über daS Ergebnis der Verhandlungen etwas zu sagen. Von Geheimniskrämereien kann dabci leine Rede fein. Wenn wir mit dem Vertragspartner einig sind, werden wir zweifellos zu ermitteln haben, ob der Vertragsentwurf auch Aussicht auf Annahme im Parlament hat.
Hierauf kam der Ministerpräsident nochmals auf den preußisch-bayrischen Konflikt zu sprechen und bezeichnete die Ausführungen der Bayrischen volkspartellichen Korrespondenz, die die Tatsache des bayrischen Bedauerns bestritten habe, als unverständlich. — „Ich muß," so erklärte er, .demgegenüber feststellen, dah das. was ich durch den Amtlichen Preutzi- schen Pressedienst in dieser Frage veröffentlichen lieh, Wort für Wort richtig ist. Herr v. Preger hat mit dies im Rainen seines Ministerpräsidenten wörtlich gesagt, und amtlich ist eS bis heute auch nicht bestritten worden. Damit erscheint für mich der bayrisch-preußische Zwischenfall erledigt." Zur Frage der Auflösung oct preußischen Gesandtschaft i n München erklärte der Ministerpräsident, er
Braun verteidigt den preußischen Kurs.
Beamte und Stahlhelm. — Das Konkordat. — Länder und ^eichsreform.
den Dualismus zwischen Preußen und Reich und das Bestehen zweier Zentralregierungen in Berlin an der Wurzel abfchneibet.
Der Verrat
der Groener-Oenkfchrift.
Als Hintergrund das Lstlocarno.
Berlin. 17. Fcbr. Der Berliner „Borwärts". der bekanntlich als erster in der Lage war. die Rachricht von der Deröfsentlichung der geheimen Groener-Denkschrift in London zu bringen, teilt in seiner Sonntags-Ausgabe mit, au« welchen Gründen der Herausgeber der englischen Zeitschrift „Review of ceviews", Mr. Wickham S t e e d diese Veröffentlichung unternommen hat. Offenbar hat sie die Absicht gehabt, eine Erörterung zwischen Deutschland und Polen über die Ostgrenze herbeizufüh- ren. Steeb hat angeblich Zale fki zu einer Rückäutzerung über die Groenersche Denkschrift aufgeforbert und hierdurch gewinnt die ganze Angelegenheit erneut ein hochpolitisches Interesse. Denn Zaleski erklärt in feinem Antwort-Telegramm, selbstverständlich, daß kein vernünftiger Mensch in Polen an eine Eroberung Ostpreußens denke. Der Pferdefuß der Zaleskischen Antwort liegt aber in dem Schlußsatz, der wörtlich folgendermaßen lautet: „Um jedweden Zweifel bezüglich, ich weih nicht welcher polnischer, angeblich gegen Deutschland gerichteter Eroberungspläne wegzuräumen. kann ich Sie versicherrn, dah die polnische Regierung bereit wäre, mit Deutschland einen Vertrag abzuschlietzen. der die territoriale Unantastbarkeit der beiden Staaten gegenteilig garantiert“ Roch deutlicher wird der Sinn dieser engllschen Aktion durch die Bemerkung des Herrn Steeb, dah es nunmehr an Deutschland fei. auf dieses Angebot sich zu äutzern. Bei der flutorganifierten Zusammen
arbeit der englischen amtlichen Auhenpvlitik und privaten Publizisten und Politikern darf man ohne weiteres voraussetzen, dah es sich hier um die Tendenzen ber englischen Politik handelt, die im engen Zusammenarbeiten mit Polen nunmehr Deutschland auch veranlassen wollen, jene Garantie der Ostgrenze freiwillig nachzuholen, gegen die es sich in Lugano mit Erfolg gewehrt hat. Keine deutsche Regierung kann einen solchen Plan auch nur erwägen, um so verwerflicher ist das Spiel jener Kreise, die die Denkschrift in die Hände Englands haben gelangen lassen. Leider hat trotz der erneuten Haussuchungen die Rachsor- schung noch kein abschliehendesErgeb- nis gehabt.
Oer Fall lllitz.
ZaleM verkeidittk die Verhaftung. — Die Klage beim Völkerbund.
Warschau. 16. Febr. (WB.) Der polnische Außenminister Zaleski empfing gestern polnische Pressevertreter zu einer Besprechung, in der er sich zur Klage deS Deutschen BolkSbundes äußerte, ällih fei angeklagt, Dokumente gefälscht zu haben, die Stel- lungSpflichtigen die Flucht i n S Ausland erleichterten. Wenn jemand von den Gerichtsbehörden festgenommen werde, so kann sich außer den Gerichtsbehörden sonst niemand in diese 2Iw gelegen^eit mengen. Wenn der Völkerbund auf dem Standpunkt stehen sollte, dah er hier eingreifen kann, so würde eine derartige Argumentation, logisch durchgeführt, zu dem Schlüsse führen, dah es für einen polnischen Bürger genügt, nichtpolnischer Rationalität zu fein, um Verbrechen begehen zu können, ohne die Konsequenz der Festnahme fürchten zu müsien.
Zu diesen Aeußerungen Zakeskis liegt noch ein inspirierter Kommentar vor, in dem behauptet
wird, daß die Arretierung des Abgeordneten Ulitz keineswegs int Zusarnrnenhana mit der Tätigkeit des Volksbundes steht.
Der zuständige Untersuchungsrichter in Kattowitz hat den Antrag auf Haftentlassung des tlb- gcorbneten Ulitz gegen Sicherhellsleistung abac- lehnt. Die polnische Presse wendet sich heute sehr scharf gegen die Wünsche der reichsbeutschen Presse, welche fordert, ber Völkerbund möae einen Spezialdelegierten nach O st o v e r s chle s i e n zur Untersuchung der deutschen Minberheitsoerhölt- Nisse entsenden. Die polnische Presie betrachtet die Entsendung eines solchen Delegierten als eine schwere Verletzung ber polnischen Staatsautorität, betont jedoch, daß es etwas anderes wäre, wenn die polnische Regierung sek bst. an den Völkerbund ein derartiges Ersuchen stellen würde.
Keine Konsequenz aus dem KeUogg-patt.
Washington, 16. Febr. (WB.) Staatssekretär Kellogg äußerte sich über den von dem Mitglied des RepräfentantenhauseS P o r - t e r geflelLen Antrag, der den Präsidenten ermächtigen soll, gegen eine Ration, die in Verletzung deS Kelloggp^ k :i eine andere Ration an- ?;reift. ein Waffenausfuhrverbot zu er» assen. Der Staatssekretär enl-irte, bah es eine unneutrale Hanblung barstellen würbe, wenn ber Präsident bei einem kriegerischen Konflikt eine bet krieg führenden Rationen a l s de» Angreifer bezeichnen wollte. ES sei nicht unstatthaft für den Präsidenten, die Aus.uhr von Waffen nach zwei krieg ährenden Ländern zu verbieten. Der Wert eines solchen Verbots fei jedoch zweifelhaft, da daS Kriegsmaterial auch von anderer Seite geliefert werden könne. (Amerika wünscht also feine eig.ne Waffen» und Munitionsindustrie in jedem Fall« im Geschäft zu erhalten!)


