Turnen, Sport und Spiel
iW/Zr ttrigabe,
9_________bis 2^. Dez. EINSCHLIESSLICH
Filiale: GIESSEN, Kirchenplatz 12
99590
politischen. Die Erziehung muh tiefer greifen, Quellen müssen für die Jugend erschlossen werden. Die fortgeschrittene Schule führt ihre Schüler hinaus ins praktische Leben. Eine sachliche Erziehung soll an Stelle der problematischen Erziehung treten. Jugend soll heute selbst entscheiden und zur politischen Entscheidung erzogen werden, ülnsere Jugend von heute drängt viel früher zur politischen Aktivität. Eine solche Erziehung kann nur von solchen Erziehern geleistet werden, die politisch selbst erzogen sind. Es wäre vermessen, der Jugend politische (3c- dankengänae vorzuschreiben, vom Erzieher muh eine sehr hohe, freie geistige Einstellung verlangt werden. Daß Einhalt geboten werden muh bei politischen -Utopien, womit von der extremen Seite unsere Jugend angelockt wird, ist selbstverständlich!" Unter dem Beifall der Zuhörer dankte Kreisschulrat Loos dem (Redner für seine Ausführungen. Um die Gedanken des Vortragenden auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen, schlug Kreisschulrat Loos vor, den Dortrag drucken zu lassen. Mit Dankesworten an die Versammlung schloß Kreisschulrat Loos die Tagung, da eine Aussprache über den Vortrag nicht gewünscht worden war.
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 13. Dez. Der Angeklagte, ein Arbeiter aus der Umgegend, war in einer Fabrik mit Ausbesserungen beschäftigt. Das (Rauchen während der Arbeit war ihm verboten. Er ging deshalb tagsüber einigemal in das nahe Kesselhaus, dessen Betreten den Fabrikarbeitern untersagt war, und rauchte dort. Am Eingang zum Kesselhaus begegnete ihm ein Lehrjunge, der eine Lohndüte in der Hand trug; er unterhielt sich mit diesem über die Lohnverhältnisse und setzte seine Unterhaltung mit dem Heizer im Kesselhaus fort, dem von dem Jungen d'.e Lohndüte übergeben worden war, aus der der Heizer das Kleingeld entnahm. Dann ging dieser im Kesselhaus an fein Spind und verwahrte dort die Düte mit Inhalt — 50 (Ulf. — in seiner Hose. Dies alles hat nach der Ueberzeugung des Heizers der Angeklagte mit angeseyen. In Abwesenheit des ersteren und zu einer Zeit, in der dieser seines Dienstes wegen zeitweise das Kesselhaus zu verlassen pflegte, wurde der Angeklagte später von einem Zeugen darin gesehen. Gegen Abend bemerkte der Heizer, dah ihm die Lohndüte gestohlen worden war. Der Verdacht lenkte sich auf den Angeklagten. Das Gericht erachtete auch, zumal derselbe leugnete, zur angegebenen Zeit in -dem Kesselhaus gewesen zu sein, den Indizienbeweis für seine Täterschaft als erbracht, war aber der Ansicht, dah auch ohne Verhängung einer Freiheitsstrafe der Straf- zweck erreicht werden könne, und verurteilte den seither unbestraften Angellagten an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zehn Tagen zu 100 M k. Geldstrafe.
Ein (Radfahrer drückte in der Dunkelheit fein nicht mit einer brennenden Laterne, wohl aber mit einem (Rückstrahler versehenes Fahrrad auf der (Straße Krofdorf—Gießen. Er ging rechts aus der Straße unmittelbar an der dort befindlichen Baumreihe und wurde auf diesem (Dege von einem hinter ihm herkommenden Auto gestreift, so dah er zu Falle kam und unerhebliche Verletzungen davontrug. Das Gericht gewann die Ueberzeugung, dah der Autofahrer fahrlässig gehandelt hat. Dieser hat es offensichtlich, obwohl lebhafter Verkehr herrschte — es war Gleibergfest gewesen — und trübes, regnerisches (Detter war an der ihm unter solchen Verhältnissen besonders gebotenen Vorsicht auf der Straße, die damals von vielen Fußgängern in der Dunkelheit begangen wurde, fehlen lassen und sich deshalb strafbar gemacht. Milderungsgründe lagen wlmerhm vor. Er erhielt wegen fahrlässiger Körperverletzung eine mäßige Geldstrafe.
EXKAISERS WEIHNACHTS-SCHOKOLADE
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Kunst und Wissenschaft.
Ehrung Hermann Stehrs.
Der (Rathenau.Preis, der zum ersten Male verliehen wird, ist, wie aus Berlin ge. meldet wird, dem Dichter Hermann Stehr fir Jein Gesamtwert zuerkamU worden.
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V. s. 3.
V. f. V. Liga — v. f. V. Weidenau Liga 1:1.
Die Ligamannschaft hat mit ihrem Spiel gegen V. f. B. Weidenau am Sonntag erneut gezeigt, dah sie auch gegen spielstarke Vereine der Dczirksligaklasse mit Erfolg bestehen kann. (Denn es auch nicht zu einem Sieg reichte, so lassen der Verlauf und das l:l-Resultat doch mit Berechtigung von einem Erfolg sprechen, da V. f. B. während eines großen Teils des Trof- fens feinem Gegner leicht überlegen war und auch die größere Zahl von Torgelegenheiten herausarbeitete, was u. a. sein weitaus besseres Ecken- Verhältnis beweist. Das Spiel litt naturgemäß unter den ungünstigen (Ditterungs- und Platz- Verhältnissen und ließ technische Feinheiten fast ganz vermissen. Trotzdem war der Spielverlauf recht spannend, da beide Mannschaften mit einem in Anbetracht der Umstände lobenswerten Eifer bei der Sache waren. Spielverlauf: V. f. D. versteht es sehr bald, sein Spiel den Bodenverhältnissen anzupassen. Seine halbhohe Kombination ist raumgreifend und läßt den Gegner nicht recht auftommen. Allmählich findet auch dieser sich besser zusammen und bringt verschiedenemal das Gießener Tor in Gefahr, ohne jedoch zu einem Erfolg zu kommen. Die Gegenangriffe der Platzelf sind systematischer und machen der (Säfte- Verteidigung schwer zu schaffen, die trotz aufopfernder Abwehr nicht verhindern kann, daß D. f. B. zum Führungstor einsendet. Vach der Pause forcieren die Gäste das Tempo und versuchen den Ausgleich zu erzwingen, was ihnen auch nach einiger Zeit, ohne feldüberlegen zu fein, bei einem raschen Durchbruch gelingt. Von jetzt ab gibt V. f. D. wieder den Ton an und drängt den Gegner in dessen Hälfte zurück. Sein Sturm besitzt jedoch nicht die nötige Durchschlagskraft, um die oft recht günstigen Erfolgsmöglichkeiten auszunühen. Ein zugesprochener Elfmeter wird verschossen. Eine Anzahl gutgetretener Eckbälle bringen ebenfalls nichts ein. Langsam macht sich die Gästemannschaft wieder frei; bei wechselseitigen Angriffen und verteiltem Spiel gelingt es bis zum Schluß keiner der beiden Parteien mehr, den Siegestreffer zu erzielen. Es bleibt beim Resultat von 1:1, das dem Spielverlauf nicht ganz entspricht, dem vielmehr ein 3:l°Sieg Gießens gerechter geworden wäre. Immerhin kann die Mannschaft in Anbetracht der Spielstarke des Gegners, der einer höheren Spiel- klasse angehört, mit dem Resultat zufrieden sein.
Handball der Sp.-Vg. 1900.
1900 I — Hessen-Preußen Kassel I 0:8 (0:5).
o. Bei andauerndem Regen und auf dem mit großen Wasserlachen bedeckten 19(0er»Platz kam am Sonntag das Bezirksmeisterschaftsspiel zum Austrag. Es wurden dadurch an die Spieler außerordentlich hohe Anforderungen gestellt, denen die Gäste in weit besserem Maße gerecht wurden, als die Platzbesiher. Die Hessen- Preußen spielten, wie erwartet, einen ausgezeichneten Handball und warteten mit einer Leistung auf, wie sie in Gießen lange nicht gezeigt worden ist. Die Mannschaft hatte keinen schwachen Punkt. Besonders hervorstachen rechter Verteidiger, linker Läufer und das Jnnentrio. Die 1900er lieferten kein schlechtes Spiel und hätten unbedingt einige Gegentore verdient. Die Mannschaft zeigte zuweilen schöne Ansätze, es fehlte jedoch der erfolgreiche Abschluß. Damit ist schon angebeutet, dah es wieder im Sturm haperte. So lange dieser feine Spielweise nicht besser variieren kann und die einzelnen Leute nicht zielbewußter arbeiten, wird nicht viel Zähl-
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Entdeckung nur eine dünne Bevölkerung hatten und eine gute Grundlage zur Besiedlung als Kolonialländer boten. Während Argentinien im Jahre 1880 noch Getreide einführte, sei es heute ein großer Getreideproduzent für den Weltmarkt geworden. An der Hand von zahlreichen, selbst- aufgenommenen Bildern verstand es Professor K l u t e . ein fesselndes und zugleich recht anschauliches Bild von der Bodonbeschafsenheit, der kulturellen Eigenart und der Entwicklung der Länder zu geben. Während Argentinien das Land des Großgrundbesitzes mit seinen Viehfarmen bildet, bietet das benachbarte Chile infolge günstigerer klimatischer Bedingungen bereits das Bild eines intensiven Ackerbaues, während in seinem nördlichen Wüstenteil der bekannte Chilesalpeter und Kupfer gewonnen werden. Der Redner gab am Schlüsse seines mit außerordentlich lebhaftem Beifall aufgenommenen zweistündigen Vortrages in crcffanle Ausblicke über die Desiedelungsmöglichieiten dieser ehemaligen spanischen Kolonialländer und als Ab- sahgebiet für die deutsche Wirtschaft
Starkenburg.
WSV. Darmstadt, 14. Dez. Der Kreis- pfandmeister Adam Brunner hat sich in seinem Amt eine Reihe von Unterschlagungen zuschulden kommen lassen und ist gestern von der Kriminalpolizei verhaftet worden. Die Feststellung der Verfehlungen ist noch nicht abgeschlossen. Es verlautet, daß er bisher die Unterschlagung von 12 000 Mk. vereinnahmter Gelder zugestanden hat. Die Verfehlungen sollen bereits längere Zeit zurückliegen und wurden auf das Mahnschreiben e(n:r rheinhessischen Kreiskasse zur Abrechnung aufgedeckt.
Die Beisetzung von Prälat Dr. Watz.
WSV. Darmstadt, 16. Dez. Unter zahlreicher Anteilnahme wurde heute nachmittag der Prälat i. R. Geheimerat Dr. K a r l Walz zur letzten Ruhe geleitet. Dem Wunsche des Verstorbenen entsprechend, fand nur eine kurze Feier am Grabe statt. Vach der Grabrede von Pfarrer Waldeck legten Vizepräsident Dr. Dahlem im Vamen der Evangelischen Landeskirche und des Landeskirchenamts, Pfarrer Knodt als Vertreter der Gemeinde Bad-Vauheim, wo der Verstorbene zwölf Jahre gewirkt hatte, sowie ein Vertreter des Elis^ethenhauses in Bad-Vauheim, dessen Mitgründer der Verstorbene war, und ferner ein V^treter der christlichen.Studentenverbindung Wingolf in Gießen Kränze nieder.
bares an des Gegners Wurfkreis erreicht werden. Die Läuferreihe, insbesondere Mittel- und linker Läufer, taten ihre Schuldigkeit, ebenso das Schlutzdreieck. — Zum Spielverlauf ist kurz zu sagen, daß das Treffen von Anfang bis Schluß äußerst interessant und in flottem Tempo durchgeführt wurde. Vach Halbzeit war 1900 taktisch besser auf der Höhe und ließ den Gegner nuc noch dreimal zu Erfolgen kommen. Beide Mannschaften spielten vorbildlich fair und machten Schiedsrichter Jentzsch, V. f. D. Gießen, das Amt nicht schwer.
Handball im Gau Hessen (D. T.)
Zu dem Entscheidungsspiel um die ©au» meisterschaft, das am vergangenen Sonntag aus- getragen werden sollte, trat die erste Mannschaft des Turnvereins Grohen-Buseck aus unbekannten Gründen nicht an. Wetzlar ist damit aller Wahrscheinlichkeit nach Gaumeister und muß nun mit den übrigen Gaumeistern um den Aufstieg in die Kreistlasse spielen.
Handball im T. V. Grohen-Buseck.
Tv. Großen-Vuseck Schüler — Tg. Friedberg Schüler 1:0.
Trotz des dauernden niedergehenden Regens am Sonntag bot der gut trockengelegte Platz den Schülern einen festen Boden. Großen-BuseckS Schüler warfen sicherer als ihre Gegner.
Das für die Zweite vereinbarte Spiel mit M.T.V. Gießen wurde in letzter Stunde abgesagt.
Die erste Mannschaft hatte nach beendeter Derbandsrunde einen wohlverdienten Ruhetag.
Kein Handball in Garbenieich.
Das für Sonntag in Aussicht genommene Freundschaftsspiel gegen V.f.L. Wetzlar konnte wegen des strömenden Regens und infolge völlig aufgeweichten Bodens nicht zum Austrag kommen.
Sportverein 1921 Ettingshausen.
Das am Sonntag in Ettingshausen gegen die 1. Mannschaft des Sportvereins Vieder-Ohmen ausgetragene Spiet konnte die Platzmannschaft mit 7:1 (Halbzeit 3:1) gewinnen. Dis zur Halbzeit gaben die Gäste einen fast gleichwertigen Gegner ab; sie mußten sich jedoch in der zweiten Halbzeit fast nur auf Verteidigung beschränken und konnten nicht verhindern, dah der wieder einmal schuhfreudige Sturm Ettingshausens noch weitere 4 Tore einsenden konnte.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Oppenrod I — Wieseck II 2:4.
Zum Schluhspiel um die Meisterschaft der zweiten Bezirksklaffe standen sich beide Mannschaften am Sonntag in Oppenrod gegenüber. Trotz ununterbrochenen Regens kam das Spiel zum Austrag, obwohl die Platzverhältnisse viel zu wünschen übrig liehen. Beide Mannschaften traten mit Ersah an. Der Anstoh Oppenrods brachte flottes Spiel. Bereits nach wenigen Minuten konnte Oppenrod durch einen Fernschuh in Führung gehen. Dann folgte ausgeglichenes Spiel. Oefters muhte der Ersahhüter der Einheimischen rettend cingreifen. Kurz vor Hallizeit konnte Wieseck den Ausgleich Herstellen. Vach Seitenwechsel drückte Wieseck etwas mit dem Erfolg, dah es bald die Führung übernahm. Elfmeter auf beiden Seiten wurden verschossen. Dann erhöhte Wieseck sein Resultat auf 4:1. Erst kurz vor Schluß konnte Oppenrod durch einen Elfmeter das Resultat auf 4:2 stellen, an dem dann beide Parteien nichts mehr andern konnten.
ergaben, dah es s ich um einen jungen Arbeiter aus Wißmar handelt. Es kommt Selbstmord in Frage. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft Gießen zur Bestattung freigegeben.
D Lich, 16. Dez. Der heutige Schweine» markt war mit 191 Ferkel beschickt. Bei flottem Geschäft wurden bezahlt: für fünf bis sechs Wochen alte Tiere 28 bis 32 Mark, für acht Wochen alte 36 bis 38 Mark und für zehn Wochen alte 40 Mark. Der Markt war innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Zum Krämermarkt hatten sich nur wenige Stände eingefunden. Hier dürfte lediglich der „wahre Jakob" auf seine Kosten gekommen fein. Der Fremdenverkehr mit Einschluß des gestrigen Sonntags brachte unserer Geschäftswelt den erwarteten Erfolg. — Die Viehzählung in der Stadt Lich, den Gemarkungen Hof Alvach, * Kolnhausen und Mühlsachsen hatte folgendes Ergebnis (die Ergebnisse des Vorjahre.* sind in Klammem gesetzt): Pferde 163 (186), Rindvieh a) Jungvieh 182 (205), b) älteres Vieh 363 (415), Schafe 614 (507), Schweine 670 (823) Siegen 146 (218), Gänse 235 (273), Enten 104 (95), Hühner 3208 (3954), Bienenstöcke 45 (28).
Kreis Alsfeld.
Alsfeld, 16. Dez. Auf Einladung der hiesigen Dürergesellschaft hielt Aniver- sitätsprofessor Dr. Klute (Gießen) im Physik» saal der Oberrealschule, der bis auf den letzten Platz beseht war, einen Lichtbildervortrag über seine Forschungsreise durch Argentinien undChile. Der Vortragende erläuterte zunächst die natürlichen 2c» bensbedingungen der beiden Länder, wobei er interessante Aufschlüsfe über die frühere Kultur und Besiedlung der beiden Länder gab, die im Gegensatz zu anderen Teilen Amerikas bei ihrer
KAISER1« KAFFEE-GESCHÄFTE.......
Oberheffen.
Bad-Nauheim im Licht.
z£ Bad-Vauheim, 15. Dez. Für das große L i ch t f e st, wie es zur Vertehrsbelebung von der (Bereinigung der Einzelhändler unter anerkennenswerter Mitwirkung von Stadt- und Bad- und Kurverwaltung heute hier erstmalig veranstaltet wurde, waren in löblichem Eifer und unter großen Opfern in großzügiger Weise die Vorbereitungen getroffen worden. Das ist auch der Grund, weshalb trotz des denkbar schlechten Wetters — cs regnete den ganzen Vachmittag in Strömen — von einer wohlgelungenen Veranstaltung berichtet werden kann. Die Autobusse und die Bahn brachten zahlreiche Besucher aus den Orten der Vachbarschaft heran, darunter auch viele Käufer, auf die sonst der angeblich teure Badeort keine besondere Anziehungskraft ausübt. Die Leute konnten sich davon überzeugen, daß auch Bad-Vauheim eine durchaus reelle Geschäftsstadt ist. Das lebhafte und bewegte Treiben auf den Straßen zeigte Ausmaße, wie sie unsere Stadt noch nie gesehen hat. Aber auch der geschäftliche Erfolg wird, allerdings unter Berücksichtigung der allgemeinen Wirtschaftslage, als befriedigend angegeben; er wäre bei anderer Witterung gewiß noch besser gewesen. Das schöne weihnachtliche Bild der festlich prangenden Stadt hat zweifellos die Kauflust gehoben; und auch die Ausgabe von Prämienkarten bei Einkäufen im Werte von 2.50 Mk. an hat sich günstig ausgewirkt. Das wird allgemein von den Geschäftsleuten bestätigt, die einmal begrüßen, daß zumeist gegen Barzahlung gekauft wird, dann aber auch feststellen konnten, daß die Einheimischen das „Kauft am Platze!" mehr als früher beachteten und zweifellos toepi- ger Geld nach Frankfurt getragen haben.
Der Schaufensterwettbewerb, bei dem das Publikum mit Stimmzetteln sein Urteil abgab, hatte die Geschäftswelt zu höchsten Leistungen angespomt und die Beschauer zu genauester Betrachtung und damit teilweise auch zum Kausen angeregt. Außerdem hat er dem ethischen Zweck solcher Veranstaltungen, den Geschmack des Publikums zu bilden, bestimmt dienen helfen. Cs dürfte den Wählern schwer gefallen fein, unter den vielen schönen und zum Teil großstädtisch aufgemachten Fenstern das aller- schönste herauszufinden.
Ein Lob verdienen die Dad-Vauheimer Elektrotechniker. die mit den verschiedensten Arbeiten, die sie an Privathäusern und auf öffentlichen Plätzen ausgeführt haben, beweisen konnten, daß sie die Technik der Beleuchtung beherrschen. Die Dankeskirche im magischen Scheinwerferlicht, der in den hessischen Landesfarben erstrahlende Schuckhard-Drunnen, das feenhaft geschmückte Kurhaus und der abwechslungsreiche Lichtgirlandenschmuck der Straßen schufen, um nur einiges auS der Fülle des Gebotenen zu nennen, eindrucksvolle Bilder und Lichteffekte, die groß und klein entzückten und allgemein den Wunsch laut werden ließen, die Veranstaltung am nächsten Sonntag bei hoffentlich besserem Wetter zu wiederholen.
Lleberschwemmungen im Niddatal.
ch Aus dem Viddatal. 15. Dez. Die schweren Regengüsse, die heute in den Mittags- und Vachmittagsstunden im Gebiet des Vogelsbergs niedergingen, führten bereits gegen 4 Ahr zu starken Aeberschwernrnungen. Cs sind wieder die Gebiete betroffen, die immer unter dem Hochwasser zu leiden haben. In Ober-Schmitten muhten die Anwesen am Vihdaufer die Keller räumen. Da der Regen noch anhält, ist die weitere Gefahr noch nicht abzusehen. Das Hochwasser ist heute stärker als in vorausgegangenen Anwetterzeiten. (17.30 Ahr.)
△ V i d d a, 16. Dez. Infolge der anhaltenden Regengüsse Ende voriger Woche stieg der Was - ! c c c r ^dda im Laufe des Sonntags so stark, daß oberhalb der Stadt das Wasser uber die Afer trat und das ganze breite Wiesent al von Anter-Schmitten bis DauernhelmineinengroßenSeever- wandelt wurde. Gegen 5 Ahr nachmittags wurde von Schotten telephonisch milgctetlt, daß in der Dortigen Gegend ein Wolkenbruch mebergegangen sei. Dann stieg auch hier bald das Wasser so hoch, dah die tie(gelegenen
Straßen der Ql kl ft a ö t überschwemmt wurden und die Anwohner schon Vorbereitungen zum Räumen ihrer Wohnungen trafen. Zum Glück trat aber gegen 8 Ahr abends ein langsamer Rückgang des Wassers ein, wodurch die Gefahr vorüber war. Doch blieben viele Leute während der Vacht vorsorglich außer (Bett, um ständig den Wasserstand beobachten zu können.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 16. Dez. Am Samstagabend wurde in dem Saal der Wirtschaft „Zur Burg" der Versuch gemacht, auch unserem Dorfe die Volksbildungsbestrebungen zugänglich zu machen. Das Interesse, das der Sache entgegengebracht wird, scheint — dem ersten Vortragsabend nach zu schließen — nur sehr gering zu fein, denn obwohl sich die Vorsitzenden aller örtlichen Vereine für die Sache ausgesprochen hatten, waren kaum 20 Leute erschienen, zur Hälfte Frauen, um dem ersten Vortrage beizuwohnen. Frau Dr. V e u ni a n n (Gießen) sprach über „Die seelische Entwicklung des Kindes" unb über „Erziehungsfragen von allgemeinem Interesse". Eine sehr rege Aussprache schloß sich den Ausführungen der Rednerin an.
Wieseck 16. Dez. Heute begann Lehrer Hel - le r, der seither in Vieder-Florstadt tätig war, feinen Dienst an der hiesigen Schule. Gleichzeitig verließ Schulverwalter Pfeiffer unsere Gemeinde zum größten Bedauern unserer Abc- Schühen, die ihren guten und liebevollen Lehrer nur ungern scheiden sehen.
CD Lollar, 16. Dez. Heute morgen kurz nach 7 Ahr wurde auf dem Bah nkör per der Strecke Lollar—Wetzlar, etwa 100 Meter vor der Lahnbrücke, der stark verstümmelte Leichnam eines überfahrenen j un - gen Mannes gefunden. Die Feststellungen
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